Archiv für August 9, 2013

Die Sparkasse Aurich-Norden hilft hochwassergeschädigten Sportvereinen in der Stadt Gera und im Landkreis Greiz. Am Dienstag sind zwei Sattelzüge mit Büromöbeln eingetroffen, teilte die Stadt mit.

Zustandegekommen war die großzügige Hilfsaktion durch Annika Kövesdi. Die Mitarbeiterin der Sparkasse Gera-Greiz arbeitete bis 2012 bei der ostfriesischen Sparkasse. Als ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen vom Hochwasser Anfang Juni in Gera erfuhren, war die Hilfsbereitschaft groß, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt.

„Besonders überwältigt waren sie von den Folgen, die das Hochwasser bei den Sportvereinen hinterlassen hat“, erinnert Markus Morbach, Vorstandsmitglied der Sparkasse Gera-Greiz und Präsident des Stadtsportbundes. Nicht nur Sportstätten und geräte, auch Vereinsbüros waren in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Sparkasse Aurich-Norden, die ihre Hauptstelle neu ausstattet, stellte zwei Sattelzüge mit gebrauchten, aber bestens erhaltenen Stühlen, Tischen, Schreibtischen und Büroschränken zusammen und sponserte den Transport nach Thüringen.

Die Sachspenden sollen vom Hochwasser betroffenen Sportvereinen der Stadt Gera und des Landkreises Greiz zugute kommen. „Das ist Ausdruck der Solidarität der Sportler untereinander und unserer Bestrebungen, die Verbindungen zwischen dem Stadtsportbund Gera und dem Kreissportbund Greiz zu intensivieren“, erklärte SSB-Präsident Markus Morbach. „Die Möbel sind in einem sehr guten Zustand“, lobte Uwe Jahn, Vorsitzender des Kreissportbundes Greiz in der Mitteilung der Stadt.

Betroffene Sportvereine, die Bedarf an Mobilar haben, wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des Stadt- bzw. des Kreissportbundes. Die Möbel sind bei der BLR Lager- und Handelshaus GmbH Ronneburg eingelagert, deren Geschäftsführer Andreas Lauterbach, zugleich Präsidiumsmitglied des Stadtsportbundes Gera, dafür 200 Quadratmeter Hallenkapazität unentgeltlich bereitstellt.

Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn würdigte die Spendenaktion. „Es ist bewegend zu erleben, dass 600 Kilometer keine Entfernung darstellen, um so eine beeindruckende Hilfsaktion zu organisieren. Mein Dank gilt der Sparkasse Aurich-Nord, dem Stadtsportbund, der BLR Lager- und Handelshaus GmbH und natürlich ganz besonders Frau Kövesdi, durch deren Kontakt das möglich wurde“, hebt Hahn hervor.

Quelle: otz.de

Juni-Hochwasser lässt Handballer nun improvisieren

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Sachsen

8. Open-Air in Rochlitz wird drinnen gespielt – Spannende Spiele und Musik gibt es wie in den Vorjahren

 

 Das Juni-Hochwasser hat in Rochlitz viele Schäden hinterlassen und zwingt auch jetzt noch zum Improvisieren. So mussten sich die Handballer des BSC Motor Rochlitz auch für ihr Handball-Open-Air eine B-Variante einfallen lassen.

 

Ausfallen kam nicht infrage, deshalb geht die 8. Auflage der Veranstaltung morgen in der Regenbogen-Turnhalle über die Bühne. „Wegen der Flutschäden können wir unser Traditionsturnier nicht im Vater-Jahn-Stadion ausspielen und mussten umstrukturieren“, erklärt der Rochlitzer Handball-Chef Alexander Goy. Ab 10 Uhr wird nun morgen unter dem Hallendach um den Pott der Stadt gekämpft. Für das Turnier in der Muldestadt haben sich Teams aus verschiedenen Bundesländern angemeldet, insgesamt gehen zwölf Mannschaften an den Start. Bei den Damen treten Schlaubetal, Burgstädt, die HSG Muldental, Claußnitz und eine Mannschaft es BSC Motor Rochlitz an. „Man darf auf die Frauen gespannt sein, die sich für die neue Saison im Punktspielbetrieb angemeldet haben“, sagt Goy. Bei den Herren sind mit Lichtenstein, Schöneiche, Schlaubetal, Borna, der HSG Muldental, Oberlungwitz und den Gastgebern sieben Mannschaften dabei.

Am Abend sorgen eine Liveband und ein DJ für Stimmung. „Auch wenn es diesmal nicht zu hundert Prozent eine Open-Air-Veranstaltung ist, lohnt sich ein Besuch“, betont Goy. Und das kann man dem Handball-Chef glauben. Bislang gab es beim Spielen und Feiern immer eine gute Resonanz

Quelle: freiepresse.de

Gebrochene Deiche, überschwemmte Städte und Landstriche, unterbrochene Vekehrsverbindungen – das Hochwasser im Juni 2013 versetzte halb Mitteleuropa über Wochen in den Ausnahmezustand. Aber: Das Hochwasser brach nicht überraschend über Deutschland herein, sagen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).

Hochwasser ist ihr Metier: Die Wissenschaftler des UFZ erforschen bereits seit langem die Gründe, warum Flüsse über die Ufer steigen. Und sie entwickeln Konzepte, wie sich die Folgen solcher Naturereignisse verringern lassen. Obwohl selbst teilweise evakuiert, haben sie noch während des Hochwassers im Juni 2013 entsprechende Vorschläge und Maßnahmen entwickelt. Ein Besuch bei den Forschern hinter dem Deich…

Das Hochwasser im Juni 2013 und seine Auslöser

Es war eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände: Ein nasses Frühjahr und ein großes Tiefdruckgebiet mit heftigen Regenfällen über Mitteleuropa spülte mehr Wasser in die Flüsse ein, als diese halten konnten. Aber katastrophale Hochwasser wie das im Juni 2013 an Weser, Donau, Elbe, Main, Rhein und zahlreichen Nebenflüssen, sind dennoch keine Überraschung – sagen Hochwasserforscher. Mit ihnen muss man immer rechnen – und sich entsprechend vorbereiten. Wie das geschehen kann, daran forschen unter anderem die Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung

Doch beginnen wir zunächst von vorne – mit den natürlichen Faktoren. Zunächst der offensichtliche: Ende Mai und Anfang Juni zog ein umfangreiches Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa. Oder wie die Meteorologen es formulieren: Ein Tiefdruckkomplex wurde gefolgt von einer 5b-Wetterlage, die feuchtwarme Luft aus dem Südosten nach Mitteleuropa brachte. Das hatte Folgen: Es regnete heftig und anhaltend in Deutschland, Tschechien, Österreich und der Schweiz – vor allem dort, wo Wolken sich an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen stauten. Dort fielen teilweise bis zu 400 Millimeter in vier Tagen.

Zu nass zum Puffern
Hinzu kam ein zweiter Faktor: Der Boden. Denn er war noch vom extrem feuchten und nassen Mai mit Wasser gesättigt, wie eine Studie des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) zeigte. Ende Mai wiesen 40 Prozent der Landesfläche Deutschlands neue Bodenfeuchterekorde auf. Statt wie ein Schwamm oder Puffer einen Teil des Regens zu speichern, konnte der Untergrund daher in den meisten Regionen kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen. Die Folge: Der größte Teil der Niederschläge floss dadurch direkt über Bäche und Kanäle in die Flüsse ab – und ließ dadurch die Pegel rasant ansteigen.

„Insbesondere die Kombination mit den äußerst ungünstigen Vorbedingungen – der Boden konnte die neuerlichen Niederschläge nach einem sehr feuchten Mai nicht mehr aufnehmen – führte zu diesem extremen Hochwasserereignis“, erläutert Bernhard Mühr vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Folgen: Allein in Deutschland musste Tausende von Menschen ihre Häuser verlassen, acht Menschen starben und allein der offiziell von den Bundesländern gemeldete Schaden wird auf rund 6,68 Milliarden Euro geschätzt.

Aber trotz Ausnahmezustand – eine Tatsache bleibt: Hochwasser gibt es schon so lange es Flüsse gibt – und wird es vermutlich auch immer wieder geben. Deshalb ist es wichtig, die Ursachen, aber auch mögliche Gegenmaßnahmen so gut wie möglich zu erforschen. Genau das tun auch die Wissenschaftler des UFZ.

Quelle: scinexx.de

Dass ihm sein Forschungsthema einmal so nahe kommen würde, hätte Ralph Meißner nicht erwartet. Es war ein Vormittag im Juni, Meißner saß in seinem Büro in Falkenberg, Sachsen-Anhalt, als sein Telefon klingelte: „Wir evakuieren euch“, sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung. Meißners Forschungsstation liegt nahe der Elbe, die in diesen Tagen einen neuen Höchststand erreichte. In einer Hauruck-Aktion mussten sich Meißner und seine Kollegen in Sicherheit bringen, raus aus den Laboren, in denen sie forschen – ausgerechnet zum Thema Hochwasser.

Kisten packen und Sand schippen für alle
„Im Jahr 2002 hatten wir in Wittenberge einen Pegel von 7,34 Metern“, sagt Ralph Meißner. „Jetzt stieg er sogar auf 7,85 Meter.“ Der Forscher legt die Stirn in Falten. „Das war schon wirklich happig.“ Meißner leitet die Falkenberger Forschungsstation des Helmholtz- Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Sein Büro liegt in einer Senke südlich von Wittenberge. Dass es fünf Kilometer von der Elbe entfernt ist, hätte ihm deshalb wenig genutzt: Die Elbe liegt höher als der Ort, und bei einer Flut würde das Wasser ungehindert bis nach Falkenberg strömen.

Als die Evakuierung angewiesen wurde, verpackten die Mitarbeiter alles, was gerettet werden sollte: Akten, Bücher, Messgeräte, Telefone und Computer schleppten sie in Kartons aus den Gebäuden. Auch die Instrumente, die im Deichvorland installiert waren, brachten sie in Sicherheit – gerade noch in letzter Minute. „Da mussten die Kollegen schon mit dem Boot hinfahren“, erzählt Meißner. Während der Hochwasser-Welle übernahmen die Wissenschaftler nun ungewohnte Rollen: Emsig schippten sie Sand und hielten Wache auf dem Deich.

„Schon immer nasse Füße“
Wenige Wochen später sitzt Ralph Meißner wieder in seiner Forschungsstation, der Blick streift hinaus über die Felder. Die Hochwassergefahr ist gebannt – und Meißner hat Glück gehabt: Die Gegend rund um sein Büro ist trocken geblieben. Nur die aufgestapelten Kisten erinnern noch an die Evakuierung. Es wird wohl noch einige Wochen dauern, bis alles wieder funktionsfähig ist.

„Wir hatten hier immer nasse Füße“, sagt Meißner, der aus der Region stammt. Er selber habe noch keinen Deichbruch erlebt, die letzte Flut in dieser Gegend liegt über hundert Jahre zurück. „Die Menschen leben mit dem Wasser“, sagt er. Als Alteingesessener kennt Meißner aber natürlich die Nöte der Bauern und Anwohner, deren Höfe von der mächtigen Flut tatsächlich überschwemmt worden sind: „Da hängen ganze Existenzen dran“, sagt der Bodenphysiker.

Quelle: scinexx.de

Die Wiederentdeckung der Auen ist aber nicht die einzige Möglichkeit, um Überschwemmungskatastrophen zu verhindern. Die Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung schlagen nach der verheerenden Flut vom Juni drei weitere Maßnahmen vor, die zumindest die Folgen abmildern können: Neben dem technischen Hochwasserschutz mit Deichen und Rückhaltebecken ist es die Förderung der privaten Vorsorge von Hauseigentümern und eine solidarische Pflichtversicherung.

„Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht“
Neu sind diese Ideen nicht; bereits nach dem Hochwasser von 2002 schlug das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge diese vier Säulen vor. Doch an der Umsetzung mangelt es immer noch, auch mehr als ein Jahrzehnt später. „Man hat nach 2002 zwar die richtigen Schlüsse gezogen“, sagt Christian Kuhlicke, Umweltsoziologe und Sozialgeograf am UFZ, und kritisiert: „Dem sind allerdings nicht genug Taten gefolgt.“ Der Hochwasser-Experte Kuhlicke mahnt zugleich zu mehr Realismus.

Mit seinen Kollegen plädiert er dafür, sich von dem Gedanken des Hochwasserschutzes zu lösen: „Wir sollten nicht mehr von Schutz sprechen, sondern von Vorsorge“, sagt er. „Die Vorstellung, man könne sich hundertprozentig vor einem Hochwasser schützen, ist irreführend.

Schutz nach dem Do-it-yourself-Prinzip
Anstatt sich nur auf Deiche zu verlassen, können Bewohner privat für den Hochwasserfall vorsorgen – zum Beispiel, indem sie ihr Haus höher bauen. Mobile Schutzwände, Rückstauklappen und
wasserresistente Baumaterialien helfen ebenso. „Wir brauchen eine sehr viel stärkere staatliche Unterstützung, also eine Förderung der privaten Hochwasservorsorge“, sagt Kuhlicke. Statt Betroffene nur zur privaten Vorsorge zu ermahnen, sollte es finanzielle Anreize für diejenigen geben, die auch wirklich in Baumaßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen investieren.

Das Restrisiko sollte dann auf mehrere Schultern verteilt werden. Dazu bietet sich eine Pflichtversicherung an, meint der UFZ-Wissenschaftler: Bislang gelten viele Siedlungen in gefährdeten Gebieten als nicht versicherbar – und wenn, dann zu kaum bezahlbaren Policen. Ein solidarisches Pflichtversicherungs- Modell könne das ändern, meint Kuhlicke.

Für die Hochwasserforscher gibt es nach der Flut in diesem Jahr nun viel zu tun: Ein Konsortium aus drei Helmholtz-Zentren und weiteren Partnern will bis zum nächsten Sommer eine umfassende Studie zu den Ursachen und Folgen vorlegen. Ein wichtiger Aspekt dabei: Die Wissenschaftler wollen analysieren, welche Fortschritte seit dem Hochwasser 2002 bei der Vorsorge erzielt worden sind – und auch, wo es noch Defizite gibt.

 

Quelle: scinexx.de

Einen sicheren Schutz bieten die Deiche nicht mehr, wie sich gerade wieder beim Hochwasser gezeigt hat. „Eine Lösung ist es, die Deiche zurückzuverlegen und damit Auenflächen wiederzugewinnen“, sagt Mathias Scholz. So wie in der Nähe von Roßlau in Sachsen-Anhalt: Dort gibt es neben dem Fluss wieder die komplette Aue, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer weiter zurückgedrängt worden war.

Deichrückverlegung nennen Experten das Vorgehen: Die Deiche nah am Wasser werden geöffnet und, falls nötig, weiter im Landesinneren neu gebaut. Der Effekt hat sich in Roßlau beim jüngsten Hochwasser eindrucksvoll gezeigt: Die wiederhergestellte Aue kann 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser speichern und so Überflutungen in der Umgebung verhindern. Ein derartiges Projekt braucht allerdings viel Zeit. Ganze fünfzehn Jahre dauerte in Roßlau allein die Vorbereitung. Am schwierigsten sind bei solchen Vorhaben die Verhandlungen mit den Landwirten, die ihre Flächen meist intensiv bewirtschaften und nur selten verkaufen wollen. Einen Deich zu verlegen kostet deshalb etwa zwei bis drei Millionen Euro pro Kilometer Deich.

Nutzen zehnfach höher als Kosten
Der Aufwand aber lohnt sich. „Eine funktionierende Aue bringt Leistungen, die durchaus auch wirtschaftlich interessant sind“, sagt Mathias Scholz. Er hat dabei vor allem im Blick, dass Häuser in der Umgebung hochwassersicherer werden. Bis zu 300 Milliarden Euro an Vermögenswerten werden allein durch die untersuchten Auen geschützt, heißt es in der Studie von UFZ und BfN.

Bis ein Auwald allerdings wieder vollständig entwickelt ist, vergehen ungefähr hundert Jahre. „Wichtig ist dabei eine wissenschaftliche Begleitung“, sagt Forscher Mathias Scholz – vor allem wegen der langen Renaturierungsphase.„Unsere Feldforschung hilft dabei, künftige Projekte zu Erfolgen zu machen“, sagt er. „Dieses Ziel erreichen wir aber nur, wenn wir lange Datenreihen zur Verfügung haben.“

Quelle: scinexx.de

Wie wichtig die Hochwasserforschung ist, hat die Überflutung nun gezeigt: Ralph Meißner und seine Kollegen untersuchen zum Beispiel, welche Schadstoffe dabei in den Boden gelangen. Nach dem Hochwasser von 2002 suchten UFZ-Forscher gezielt nach Schwermetallen, organischen Schadstoffen und Bakterien. Sie werden etwa aus Klärwerken oder aus den Ölheizungen in Wohngebieten angeschwemmt und dringen überall da in den Boden ein, wo die Flutwelle hingelangt.

Auen als Schadstoff-Fänger
Das schnell fließende Hochwasser wirbelt aber auch ältere, bereits abgelagerte Stoffe wieder auf – im Elbbereich sind das vor allem Altlasten aus der chemischen Industrie in Bitterfeld. Zwar trägt die Welle die Schadstofffrachten schon vor dem Hochwasserscheitel im Fluss weiter. Ralph Meißner gibt aber keine Entwarnung: „Unsere Auen sind belastet, und es werden nach wie vor Schadstoffe eingetragen.“

Auf die Auen entlang der Wasserläufe richten Meißner und seine Kollegen ihre besondere Aufmerksamkeit. Sie haben eine wichtige Funktion: Schad- und Nährstoffe filtern sie aus dem Wasser heraus und halten sie im Boden zurück – und das in gewaltigen Mengen. Laut einer 2013 veröffentlichten Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und des UFZ halten die untersuchten großen Flussauen jedes Jahr 42.000 Tonnen Stickstoff und 1.200 Tonnen Phosphor zurück, wenn das Wasser über die Ufer tritt. Außerdem speichern die heutigen Überflutungsauen schätzungsweise 157 Millionen Tonnen Kohlenstoff.

Schwindende Puffer gegen die Flut
Bei Überflutungen dienen die Auen vor allem als Rückhalteraum, in dem sich das überfließende Wasser ausbreiten kann. Das Problem ist nur: Es gibt immer weniger Auen. Rund 70 Prozent der ursprünglichen Überschwemmungsgebiete in Deutschland mussten den Menschen weichen. „Es galt einmal als Errungenschaft“, sagt Mathias Scholz, Auenexperte am UFZ in Leipzig, „die flussnahen Flächen zu entwässern und sie für den Ackerbau zu nutzen.“ Die immer näher rückenden Deiche allerdings zwängen die Flüsse in ein enges Korsett, künstliche Begradigungen erhöhen die Fließgeschwindigkeit.

Deutschlandweit sind inzwischen zwei Drittel der ehemaligen Überschwemmungsgebiete durch Deichbau und andere Hochwasserschutzmaßnahmen verloren gegangen. An den großen Strömen wie Rhein, Elbe, Donau und Oder ist die Situation zum Teil noch drastischer. Mitunter stehen an vielen Abschnitten nur noch zehn bis zwanzig Prozent der ehemaligen Auen als Überschwemmungsflächen zur Verfügung.

Quelle: scinexx.de

Hochwasser kam vom Uferanbruch am Hundeplatz

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die bisherigen Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamts ergaben keine Hinweise auf eine Mitschuld des Kraftwerks.

Das Hochwasser, das am 2. Juni fast den gesamten östlichen Stadtrand überflutete, kam vermutlich von dem 300 Meter langen Uferanbruch beim Schäferhundeplatz. Darauf deuten erste Ergebnisse eines Überschwemmungsmodells des Wasserwirtschaftsamts Traunstein hin.

Weil noch Daten fehlen, ist eine endgültige Aussage derzeit allerdings nicht möglich, bekräftigt Richard Heinz, zuständig für die Wasserbau-Projekte. Hinweise auf eine Mitschuld des neuen Kraftwerks Rott, wie immer wieder vermutet wird, ergaben sich seinen Angaben zufolge bisher nicht. Dieser heftig diskutierten Frage wird aber auch noch der von der Stadt beauftragte Gutachter von der TU München, Prof. Peter Rutschmann, auf den Grund gehen.

Quelle: Reichenhaller Tagblatt / Freilassinger Anzeiger

Das Zentrallager der Caritas in der Greizer Straße in Gera ist angefüllt mit Sachspenden für Flutopfer aus dem gesamten Bundesgebiet.

Vor zwei Monaten hallte noch die Stimme in den leeren Räumen in der Greizer Straße 53, als Caritasgeschäftsführer Andreas Zube sie von Vertretern der Geraer Wohnungsgesellschaft Gewo für das zentrale Spendensammellager übernahm. Inzwischen ist kein Fußbreit Platz mehr auf der 250 Quadratmeter großen Fläche. Lagerleiterin Isabel Sander berichtet: „Täglich wurde das Lager voller. Große Brummis rollten an mit Auslegware der Teppichfabrik Münchenbernsdorf, 40 neuen Waschmaschinen, neuwertigen Staubsaugern, Schrankwänden aus Esslingen oder Elektroherden und Couchgarnituren vom Rotary Club Stuttgart. Dazu kommen private Möbel- und Kleiderspenden bis hin zu Getränken und Körperpflege vom Globus-Markt in Trebnitz. Es ist überwältigend und es ist noch nicht zu Ende.“ In etwa anderthalb Wochen werde man nach Prüfung der Anträge aus ganz Ostthüringen mit der Ausgabe beginnen , erklärte Andreas Zube. Weitere vier Lagerräume seien ebenfalls gut gefüllt, so dass sich die Sachspenden jetzt auf rund 1000 Quadratmetern Fläche verteilen. Fünf Helfer für schwere Räum- und Ausgabearbeiten sind über das Job-Center eingestellt. Regina Verhoeven, mit besten Erfahrungen als Leiterin des ICO-Kaufhauses der Caritas in der Geraer Zschochernstraße, wird hier im Lager die Spenden mit verwalten, sortieren und ausgeben.

Weniger materielle als vielmehr ideelle Hilfe will Sozialarbeiterin Nadine Wehlte im Auftrag der Caritas leisten. Die 33-Jährige hat eine kaufmännische Ausbildung in der Sanitär- und Heizungsbranche abgeschlossen und gerade ihr Studium als Sozialarbeiterin in Leipzig beendet: „Menschen zu helfen, die über Nacht in eine so schwierige Situation geraten sind, ist eine Aufgabe , auf die ich mich freue.“ Die junge Frau hofft, Betroffene an Weißer Elster oder Pleiße im Altenburger Land sachkundig zu beraten, wenn es um die Ausschöpfung finanzieller Unterstützung, bauliche Beratung oder eine völlig neue Lebensplanung geht.

Andreas Zube erlebte bei Begegnungen mit Hochwasseropfern, „dass viele immer nur von einem Tag zum anderen arbeiten und denken konnten, oft bis an den Rand der Erschöpfung gerieten. Viele, die im Uferbereich wohnen, stellen sich die bange Frage, ob es überhaupt lohnt, hier wohnen zu bleiben. oder besser vor der nächsten Flut umzuziehen.“ Ein bisschen Lebenshilfe will Nadine Wehlte in strapazierte Familien bringen. Für viele gehe es nicht nur um einen neuen Teppich oder Wäschetrockner, sondern um existenzsichernde Maßnahmen, ruft Andreas Zube noch einmal die Wucht der Ereignisse mit ihren verheerenden Folgen in Erinnerung, die das Hochwasser vom Juni des Jahres vielen Ostthüringern brachte.

Noch immer laufen Entfeuchter auf Hochtouren, so dass Auslegware oder Möbel kahl geräumte Wohnungen noch nicht wieder zu einem wirklichen Zuhause machen können, obwohl sie gebraucht werden. Hier ist Logistik gefragt bei der Verteilung von Bad Köstritz bis nach Gößnitz.

Quelle: otz.de

Hochwasser schlug gleich zweimal zu

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Rotary-Club Bonndorf startete Hilfsaktion für Bäckermeister Jungkurt in Sachsen / Jetzt konnten 15 000 Euro übergeben werden.

Große Freude herrschte bei Bäckermeister Jungkurt in Penig/Sachsen, als eine Abordnung des Rotary-Clubs Bonndorf eine Spende in Höhe von 15 000 Euro überbrachte. Das Geld, das von Bonndorfern und dem Umland, von Bürgern und Geschäften, sowie dem Rotary-Club selbst gespendet wurde, will Bäckermeister Jungkurt, dessen Geschäft beim jüngsten Hochwasser völlig zerstört wurde, für eine gebrauchte Ladeneinrichtung nutzen.

Nach der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni dieses Jahres war für den Rotary-Club Bonndorf unter der Leitung der Präsidentin Dagmar Hosp klar: „Hier muss geholfen werden.“ Über Regina Folkerts, die Kontakte nach Sachsen hat, wurde der Rotary Club auf Bäckermeister Jungkurt in Penig aufmerksam, den das Schicksal mit doppelter Härte traf. Nachdem 2002 schon einmal „Land unter“ in seiner Backstube war, erlitt der 39-Jährige im Januar einen Schlaganfall in seiner Backstube. Tagelang lag der Bäcker im Koma, nur mühsam erholte er sich von dem Leiden. Als er im Rollstuhl sitzend aus der Reha-Klinik entlassen wurde, schlug das Schicksal zwei Tage später erneut zu. Das Hochwasser der Zwickauer Mulde setzte seine Backstube samt Ladengeschäft bis unter die Decke unter Wasser und zerstörte sämtliche Maschinen und die Inneneinrichtung. Den Schaden beziffert Sven Jungkurt auf 250 000 Euro im Innenbereich, weitere 150 000 Euro beträgt der Gebäudeschaden.

Ans Aufhören dachte der junge Unternehmer jedoch nie. Er will das Familienunternehmen in dritter Generation wiederbeleben. Dass hierzu jede Hilfe willkommen ist, war auch dem Rotary-Club Bonndorf klar. Er machte die Situation von Familie Jungkurt öffentlich (die Badische Zeitung berichtete) und bat die Bürger von Bonndorf und den umliegenden Gemeinden um Spenden. Dass diese sich so großzügig zeigten, überraschte auch die Präsidentin Dagmar Hosp. Mit insgesamt 15 000 Euro in der Tasche machte sie sich am vergangenen Samstag zusammen mit Vize-Präsident Thomas Laubis und Rotarier Markus Hosp nach Penig auf, um der gebeutelten Familie den Geldsegen persönlich zu überreichen.

Herzlich empfing die Bäckerfamilie Jungkurt die Rotarier aus Bonndorf und führte sie durch die Bäckerei, so dass sich die Delegation ein Bild des Schadens machen konnte. Der Putz ist in der ganzen Backstube und dem Ladengeschäft heruntergeschlagen, fünf Trockner versuchen Tag und Nacht, das Gebäude auszutrocknen. Das Herzstück der Bäckerei, der Backofen im Wert von 60 000 Euro, steht komplett zerstört in den Räumen und muss demnächst entsorgt werden.

Auch im angrenzenden Garten der Familie war nichts, wie es vorher war. Die Gartenmöbel wurden einfach weggespült und auch die sechsjährige Tochter Anika braucht einen neuen Sandkasten und neues Sandelspielzeug.

Thomas Eulenberger, der Bürgermeister der Stadt Penig, ließ es sich nicht nehmen, bei der Scheckübergabe dabei zu sein und von Seiten der Stadt ein herzliches Dankeschön für die unerwartete Hilfe „von wildfremden Menschen aus Baden“ auszusprechen. Als Dank für diese Geste führte der Bürgermeister die Rotarier an seinem freien Samstag durch „seine“ Stadt Penig und lud die Bonndorfer abschließend ein, sich ins goldene Buch der Stadt einzutragen.

Auf ihrer Rückreise am Sonntag konnten die Rotarier das Fazit ziehen: „Hier haben wir mit Hilfe unserer Bürger von Bonndorf und dem Umland ein wirklich gutes Werk getan, die Hilfe kam da an, wo sie dringend gebraucht wird. “

Quelle: badische-zeitung.de

Greenpeace sieht Spreewald weiterhin durch Rostschlamm bedroht

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Der Spreewald ist nach Einschätzung von Greenpeace auch nach dem Juni-Hochwasser durch Schadstoffe aus alten Lausitzer Braunkohle-Tagebauen bedroht. Messungen an Gewässern südlich des Biosphärenreservates hätten hohe Konzentrationen an Eisenoxid ergeben, berichtete der Klima- und Energieexperte Niklas Schinerl am Donnerstag in Berlin.

Die Werte erreichten bis zu 100 Milligramm Eisen pro Liter. Bereits ab 3 Milligramm werde das Ökosystem geschädigt. Fische und Kleinkrebse müssten bei zu hohem Eisengehalt sterben. Der Bergbausanierer LMBV in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) verwies auf erste Erfolge bei der Reinigung des eisenhaltigen Wassers.

Das Eisenoxid sowie die Schwefelverbindung Sulfat stammen aus ehemaligen DDR-Bergwerken in Ostsachsen und Südbrandenburg. Mit dem Kohleabbau wurde auch das Abpumpen von Grundwasser eingestellt. Dadurch steigt das Grundwasser und schwemmt die Schadstoffe aus, verstärkt durch Regen und Hochwasser. So mussten Anfang Juni die Tore der Spree-Talsperre Spremberg (Spree-Neiße) weit geöffnet werden. Dadurch wurden große Mengen eisenhaltigem Schlamm, die sich dort aufgestaut hatten, flussabwärts durch Cottbus in Richtung Spreewald gespült.

Hohe Eisenwerte wurden etwa am Lorenzgraben, an der Wudritz, am Vetschauer Mühlenfließ und am Greifenhainer Fließ gemessen, sagte der Greenpeace-Experte. Dagegen seien in der Mitte und im nördlichen Bereich des Spreewaldes keine problematischen Konzentrationen festgestellt worden. Die Messergebnisse am Südrand des Biosphärenreservates zeigten jedoch, dass die Sofortmaßnahmen der Landesregierung Brandenburgs wirkungslos seien. Dazu gehöre eine Wasserreinigungsanlage an der Spree, die offenkundig nicht funktioniere. Das staatliche Unternehmen LMBV hatte Ende Mai bei Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) eine alte Grubenwasser-Reinigungsanlage wieder in Betrieb genommen. Sie soll verhindern, dass eisenhaltiges Wasser dort aus dem alten Tagebau in die Spree gelangt. „Die Analysenwerte zeigen, dass etwa 70 Prozent des Eisens im Fließ in der Anlage zurückgehalten werden können“, sagte Uwe Steinhuber, Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Das Vetschauer Mühlenfließ weise nach dem Verlassen der Anlage unkritische Konzentrationen von etwa 2 Milligramm Eisen pro Liter auf. Nach Ansicht von Greenpeace muss das Problem an der Quelle bekämpft werden, also direkt an den stillgelegten Tagebauen. Dies könne etwa mit Barrieren und Kalkung geschehen, sagte Schinerl. Das Land Sachsen, wo die meisten der alten Bergwerke liegen, habe sich bislang seiner Verantwortung entzogen.

Das Energieunternehmen Vattenfall erklärte in Cottbus, es habe keinen Anteil an den Braunfärbung der Spree. Vattenfall halte sich an die strengen Auflagen. Es leite drei Viertel des in den Tagebauen gehobenen Grundwassers – jährlich etwa 300 Millionen Kubikmeter – zur Reinigung in moderne Anlagen und danach vor allem in die Spree. Ein weiteres Viertel, also 100 Millionen Kubikmeter, werde direkt an Gewässer und Schutzgebiete verteilt. Das Problem der Braunfärbung werde durch neue Tagebaue nicht verschärft, hieß es.

Greenpeace fordert, die fünf Lausitzer Braunkohletagebaue möglichst bald zu schließen. Der Betreiber Vattenfall solle außerdem keine neuen Gruben öffnen, damit sich die Umweltprobleme in den nächsten Jahrzehnten nicht noch verschärften.

Quelle: t-online.de

 

Mit umfangreichen Hochwasserschutzprojekten setzt sich der Freistaat für einen bestmöglichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Naturgefahren ein. Dies betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der offiziellen Einweihung der neuen Hochwasserschutz-Maßnahmen im Bereich der Kläranlage Straubing. Huber: „Die neue Schutzmaßnahme in Straubing schützt die Kläranlage als bedeutende Infrastruktureinrichtung vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Die Maßnahme hat die Feuertaufe bestanden und sich beim Junihochwasser 2013 bestens bewährt.“ In nur zwei Jahren Bauzeit wurden im Bereich der Kläranlage eine 700 Meter lange Hochwasserschutzmauer und ein 900 Meter langer Ringdeich neu errichtet sowie der bestehende Deich auf einer Länge von 1.400 Metern erhöht. Dabei wurden 30.000 Quadratmeter Spundwände als Deichinnendichtung eingebaut und 170.000 Kubikmeter Erdmasse bewegt. Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf über 9 Millionen Euro. Sie werden vom Freistaat Bayern, dem Bund, der Europäischen Union sowie dem Entwässerungsbetrieb der Stadt Straubing getragen. Der Hochwasserschutz der Stadt Straubing ist Dank der guten Zusammenarbeit vor Ort ein Vorbild für andere Kommunen. „Der Schutz von Menschen und bedeutenden Sachwerten vor Hochwasser hat höchste Priorität. Wir wollen bayernweit den Hochwasserschutz vor Ort weiter verbessern. Wir werden deshalb gemeinsam die Maßnahmen noch intensivieren und weiter beschleunigen“, so Huber.

Nach dem diesjährigen Hochwasser hat der Freistaat schnell und konsequent reagiert. „Hochwasserschutz ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Wir stellen uns dieser Herausforderung mit größtmöglichem Einsatz“, so Huber. Zur beschleunigten Umsetzung des bayernweiten Hochwasserschutzes wurde das Aktionsprogramm 2020plus beschlossen. Dieses sieht eine Verdopplung der bisherigen finanziellen Mittel für den Hochwasserschutz vor. Im Zeitraum bis 2020 investiert der Freistaat insgesamt 3,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes. Seit dem Jahr 2001 hat der Freistaat bereits 1,6 Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen investiert. Die durchgeführten Maßnahmen schützen rund 400.000 Menschen vor Überflutungen durch ein 100-jährliches Hochwasser.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.wasser.bayern.de

Quelle: Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Wer hilft den Kleingärtnern?

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

SPD-Landespolitiker Rüdiger Erben sucht gemeinsam mit Nienburgs Bürgermeister Markus Bauer das Gespräch mit den Nienburger Gartensparten, die vom Juni-Hochwasser betroffen waren. Zuvor waren sie auch in Alsleben und Plötzkau zu Besuch.

„Es geht um das gesamte Vereinsleben“, betonte Nienburgs Bürgermeister Markus Bauer (SPD), als er am Freitag Rüdiger Erben, den innenpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, mit dem Fahrrad durch einige Orte des Altkreises Bernburg begleitete. Nach Alsleben und Plötzkau war am Mittag die Gartensparte „Eigenscholle“ in Nienburg die dritte und längste Station.

Dort standen über 40 Kleingärtner zum Gespräch bereit. Sie trugen dem Landespolitiker, der für Fragen des Katastrophenschutzes zuständig ist, ihre Sorgen vor. „Bis zum Hochwasser hatten wir noch 85 Mitglieder, die 87 Parzellen bewirtschaftet haben“, berichtete Mareike Schmidt, die Vorsitzender der Gartensparte „Flora“. Ab 2014 wird die Mitgliederzahl um rund ein Viertel auf 64 schrumpfen. „Unser Vereinshaus ist komplett kaputt“, sagte die Vereinsvorsitzende.

 

Roland Funke, Geschäftsführer des Regionalverbandes der Gartenfreunde Bernburg und Umgebung, forderte, dass der Bund die pflegerischen Leistung der Kleingärtner für die Natur stärker würdigen müsse. Er gab den Gärtnern konkrete Hinweise zum Anbau nach dem Juni-Hochwasser, nachdem der Kreisverband eine Bodenprobe veranlasst hatte. Gärtnern, die eher zur Vorsicht neigen, werde geraten, auf Blattgemüse möglichst zu verzichten und Pflanzen mit großer, bodennaher Oberfläche oder stark gekräuselten Blättern vor dem Verzehr gut zu waschen. Trotz aller Schäden sei die große Solidarität unter den Ländern ein Glücksfall, erklärte Rüdiger Erben.

Von den acht Milliarden Euro, die für den Hochwasser-Hilfsfonds zur Verfügung stehen, würden drei Milliarden von den Ländern getragen. Davon wiederum trage Sachsen-Anhalt nach einem Verteilungsschlüssel gerade einmal 2,8 Prozent. Geklärt sei, dass kommunale Einrichtungen von dem Topf profitieren. Für Kleingartenvereine treffe dies nicht zu, bestätigte Erben. Man werde noch viel über den richtigen Hochwasserschutz reden müssen, betonte der Landespolitiker. „Wenn freie Flächen in Gartensparten entsiegelt werden, dann ist das auch Hochwasserschutz“, erklärte Erben. Am Morgen hatte sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion über das nach dem Hochwasser geschlossene Schwimmbad in Alsleben informiert. Außerdem sah er sich die marode Turnhalle im benachbarten Plötzkau an, deren Boden nach dem Hochwasser heraus gerissen werden musste.

Quelle: mz-web.de

Spielplatz der Kita nicht verseucht

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

Das Außengelände der Kindertagesstätte Spatzennest wurde während des Hochwassers nicht mit Schwermetallen oder Fäkalien verschmutzt. Doch bis zur Rückkehr der Kindern müssen noch Reparaturen vorgenommen werden.

Erleichterung in Friedeburg: Das Außengelände der stark vom Juni-Hochwasser betroffenen Kindertagesstätte Spatzennest wurde nicht von Fäkalien oder Schwermetallen verseucht. „Die Bodenproben ergaben keine Auffälligkeiten“, gab Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) nun bekannt. Damit können die Kinder nach ihrer Rückkehr in die Einrichtung auch bedenkenlos auf dem Spielplatz spielen. Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Wochen vergehen.

Zuvor müssen die Heizungsanlage ausgetauscht und die Böden im Erdgeschoss erneuert werden. Außerdem sind neue Farbe an den Wänden der Gruppenräume nötig, nachdem die Öltanks im Keller aufgeplatzt waren und sich die Flüssigkeit im Mauerwerk breit gemacht hatte. Voraussichtlich bis November werden deshalb die rund 40 Kinder in der stillgelegten Einrichtung im benachbarten Zickeritz (Salzlandkreis) von den Erziehern betreut.

Quelle: mz-web.de

Das Hochwasser in Bayern und Ostdeutschland hat Schäden in Milliardenhöhe verursacht, die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten dauern noch an. Auch die Bundesbank hat mit den Auswirkungen der Flut zu kämpfen. Denn das Hochwasser hat Geldscheine in Automaten, Schließfächern und Privattresoren schwer beschädigt. Es ist jetzt Aufgabe der Bundesbank-Forensiker in Mainz, die beschädigten Euronoten zu untersuchen und, wenn möglich, wieder zusammenzuflicken. Nur so kann die Anzahl der Scheine einwandfrei festgestellt und dem Besitzer die Summe ersetzt werden.

Verschlammt, zerissen, zerknüllt: Hunderttausende Geldscheine fielen während des Hochwassers in Bayern und Ostdeutschland der Flut zum Opfer. Für die Forensiker der Bundesbank beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Und den Schimmel. 

Wochen zäher Puzzlearbeit liegen schon hinter und noch vor den 13 Experten der Bundesbank. Verschlammte Hunderter, zerrissene Fünfziger, bis zur Unkenntlichkeit zerknüllte Zehner – solche Überreste liegen auf den Arbeitstischen der Forensiker. Die Arbeit ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Das Flutgeld fängt nach kurzer Zeit an zu modern und zu schimmeln. „Wenn die Scheinbündel komplett nass sind, ist das besser für uns. Sind sie erst einmal getrocknet, sind sie hart wie ein Betonklotz“,

Die Fachleute für beschädigtes Bargeld hatten vor allem mit durchweichten und zusammengepappten Scheinen aus Grimma, Dresden und Magdeburg zu tun. Besonders in Grimma konnten die Rettungskräfte nur zuschauen, wie die Banken samt Automaten mit schmutziger brauner Brühe volliefen.

Horst Werner Hofmann, stellvertretender Leiter des Nationalen Anaylsezentrums, ist optimistisch: „Die erste große Welle Flutgeld ist abgearbeitet. Die Anträge kamen vor allem von Banken und Firmen.“

100.000 durchweichte Geldscheine im Wert von etwa drei Millionen Euro hat die Bundesbank inzwischen durch neue Banknoten ersetzt. Normalerweise kommen im Monat 70.000 beschädigte Zahlmittel in Mainz an, 2012 bearbeiteten die Fachleute insgesamt 840.000 Noten im Wert von 32 Millionen Euro.

Eins, zwei, drei: Ein Mitarbeiter zählt Hunderter, die eindeutig identifiziert werden können. In den Räumen der Bundesbank Mainz gilt das Vier-Augen-Prinzip. So muss ein zweiter Experte die Geldscheine in Augenschein nehmen und nochmals zählen. Und manchmal sogar ein dritter, bevor  es in kleine goldene Pakete eingeschweißt und mit der exakten Summe versehen wird. Erst dann kann es den rechtmäßigen Besitzern erstattet werden. Die sollten allerdings sehr geduldig sein: Der Identifizierungsprozess kann je nach Zerstörungsgrad des Geldscheins auch mal mehrere Wochen oder Monaten dauern.

Dass das mal ein glatter glänzender Geldschein war, ist bei vielen Geldscheinen kaum mehr zu erkennen. Unter Mikroskopen werden solche besonders schwer zu identifizierenden Banknoten untersucht.

Was passiert eigentlich mit den zerstörten Scheinen nach der Identifizierung? Da nicht alle Scheine erstattet werden, bewahrt die Bundesbank die beschädigten Scheine so lange in ihren Tresoren auf, bis Klagefristen verstrichen sind. Im Anschluss wird das Geld verbrannt.

Flutgeld aus Bayern ist bislang übrigens nicht bei der Bundesbank zur Erstattung eingereicht worden. Im FAZ-Interview sagte Hofmann dazu: „Wir erwarten, dass in nächster Zeit noch einiges von Privatleuten aus den Hochwassergebieten kommen wird. Die Menschen hatten zunächst andere Sorgen.“

Quelle: sueddeutsche.de

 

 

 

 

Die Grünen in Sachsen fordern mehr Überflutungsflächen für den Fall eines erneuten Hochwassers. „Wir müssen aus den Ereignissen lernen. Wir können nicht alle paar Jahre ein neues Jahrhunderthochwasser hinnehmen“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Gisela Kallenbach, am Freitag in Dresden. In Sachsen gebe es zu wenig Flächen, die steigendes Flusswasser aufnehmen könnten.

Kallenbach bezog sich dabei auf eine Studie des WWF-Auen-Institutes im baden-württembergischen Rastatt, die ihre Fraktion in Auftrag gegeben hatte.Die Studie schlägt unter anderem vor, 17 neue Überflutungsflächen entlang von Elbe, Zwickauer oder Freiberger Mulde mit einer Gesamtfläche von rund 3400 Hektar in ehemaligen Flussauen zu schaffen.

Technischer Schutz sei zwar wichtig, um Orte vor den Fluten zu schützen, sagte Kallenbach. Jede andere Fläche solle aber für ökologischen Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden.Die Grünen warfen der Regierung vor, zu wenig für den ökologischen Hochwasserschutz zu tun. So sei nach der Flut von 2002 die Rückverlegung von 49 Deichen geplant gewesen – so sollte eine Überflutungsfläche von 7500 Hektar entstehen. Bis heute wurden den Grünen zufolge aber nur zwei Maßnahmen mit einer Überflutungsfläche von 111 Hektar umgesetzt. Andere Maßnahmen zum Hochwasserschutz hätten Priorität gehabt, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage.

Dabei sei es vor allem darum gegangen, Menschenleben, Städte und Dörfer zu schützen. Die Juni-Flut habe gezeigt, dass technischer Hochwasserschutz wie Mauern oder Schutzwände gegriffen habe. Zudem sei man mit Landwirten im Gespräch über mögliche Überflutungsflächen. Solche Entschädigungs- und Planungsverfahren seien allerdings aufwendig.

Quelle: dnn-online.de

Berlin kämpft mit einem steigenden Grundwasserspiegel. An 77 öffentlichen Gebäuden und zahlreichen Privathäusern bestehen bereits oder drohen Schäden. Doch Mittel aus dem Fluthilfefonds gibt es nicht.

Der Berliner Senat sieht keine Möglichkeit, wegen des steigenden Grundwassers in der Hauptstadt Geld aus dem Fluthilfefonds zu erhalten.

Zu den Voraussetzungen gehöre, dass „nur hochwasserbedingte Schäden, die während des Hochwassers im Zeitraum vom 18. Mai bis zum 4. Juli 2013 entstanden sind“, berücksichtigt werden, heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage der CDU. „In Berlin sind jedoch keine hochwasserbedingten Schäden gemeldet worden“, so Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) weiter. Das Grundwasser steige wegen der ungünstigen Lage des Urstromtals.

Teilweise reicht es in Berlin bis wenige Zentimeter unter das Bodenniveau. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) hatte im Juli entsprechende Zahlungen gefordert.

An 77 öffentlichen Gebäuden und zahlreichen Privathäusern bestehen oder drohen Schäden durch das Grundwasser. Betroffen sind neben dem Konzerthaus unter anderem das Rote Rathaus, mehrere Senatsverwaltungen, Finanzämter, die Bezirksämter Reinickendorf und Mitte sowie das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg und das Kulturhaus Palais Podewil.

Da der Wasserverbrauch in Berlin seit 20 Jahren rückläufig ist, stieg gleichzeitig der Grundwasserspiegel und beschädigte so viele Keller.

Quelle: morgenpost.de

Mit dem „Zuschussprogramm zur Behebung der vom Hochwasser im Mai/Juni 2013 verursachten Schäden an überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden und an Hausrat“ gewährt der Freistaat Bayern über die bereits laufenden Soforthilfe- und Sofortgeldprogramme hinaus weitere Hilfen. Darunter fällt auch die Wiederbeschaffung von Hausrat.

Antragsberechtigt für eine Förderung von überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden sind private Eigentümer und Wohnungsunternehmen sowie Kommunen. Kosten für Abriss-/Aufräumarbeiten können nur gefördert werden, wenn sie im unmittelbaren Zusammenhang mit der Beseitigung der durch das Hochwasser verursachten Schäden stehen. Antragsteller müssen den Anträgen Kostenschätzungen über die notwendigen Maßnahmen beilegen. Die Zuwendung beträgt bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Hochwasserschäden, zu deren Beseitigung Kosten von weniger als 1500 Euro je Nutzungseinheit anfallen, sind nicht förderfähig.

Bei der Förderung von Hausrat sind natürliche Personen als private Eigentümer und Mieter von Wohnraum antragsberechtigt. Förderfähig sind Reparaturen von beschädigten Hausratsgegenständen, soweit deren Aufwendungen den Wert der jeweiligen Sache nicht übersteigen, oder die Wiederbeschaffung zerstörter oder beschädigter Hausratsgegenstände, sofern eine Reparatur unwirtschaftlich ist. Ersetzt wird in der Regel nur der Wert der zerstörten oder beschädigten Hausratsgegenstände und nicht der Wert für eine gleichartige neue Sache. Bereits gewährte Soforthilfen, insbesondere Sofortgeld, werden angerechnet. Die Zuwendungen werden zu 100 Prozent ausbezahlt, es fallen keine Bearbeitungskosten an. Soweit Maßnahmen, insbesondere unaufschiebbare bauliche Sanierungsmaßnahmen, vor Bewilligung bereits begonnen oder durchgeführt wurden, können sie gefördert werden, soweit sie sparsam und zweckmäßig ausgeführt werden. (pm)

Anträge sind bis spätestens 30. Mai 2015 in zweifacher Ausfertigung beim Landratsamt Dillingen einzureichen. Zuwendungen aus dem Bayerischen Zuschussprogramm können ab sofort bei der Wohnungsbauförderstelle des Landratsamtes Dillingen, Telefon 09071/51-175 oder -176, beantragt werden.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Hochwasser: Freistaat gewährt Hilfen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Hochwasser-Freistaat-gewaehrt-Hilfen-id26570121.html

Hochwasser: Freistaat gewährt Hilfen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Hochwasser-Freistaat-gewaehrt-Hilfen-id26570121.html

Spenden für 110 Gößnitzer Opfer verteilt

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Vergabekommission hat entschieden

Gößnitz. Nur eine halbe Stunde hat die Sitzung der Spenden-Vergabekommission für die Hochwasseropfer vorgestern Abend in Gößnitz gedauert und die Liste der Verwaltung mit 110 Vorschlägen war abgesegnet.

 

Was so schnell über die Bühne geht, hat meist eine Sisyphos-Arbeit vorher gekostet. So auch in der Pleißestadt. Aus den rund 580 Fällen von privaten Schadensmeldungen musste herausgearbeitet werden, wer für die Vergabe überhaupt infrage kommt. Mit der Gießkanne wollte der Stadtrat die Gelder nicht verteilen. Eine Mitarbeiterin des Hauptamtes habe wirklich jeden einzelnen Fall geprüft und nach Versicherungsleistungen abgeklopft, sagte gestern Hauptamtsleiterin Dorothee Philipp auf Nachfrage der OTZ-Schmöllner Nachrichten. Dadurch seien einige aus dem Pool der zu bedenkenden Fälle herausgefallen. Auch wurden Schäden im Keller, an Außenanlagen und Garten sowie erhaltene Spenden oder Ikea-Gutscheine und die Soforthilfe herausgerechnet. Letztlich setzte die Stadtverwaltung eine Ausgangsschadenshöhe von 5000 Euro fest. Es sei keine Gerechtigkeit zu erzielen in solchen Fragen, sagte die Hauptamtsleiterin. Aber man sei darum bemüht, es so gerecht wie möglich zu machen.

 

Spenden zwischen 500 und 2000 Euro vergeben

Übriggeblieben sind 110 Geschädigte, die zwischen 500 und 2000 Euro Spendengelder erhalten. Wer einen Schaden von über 5000 bis 10000 Euro zu beklagen hat, bekommt jeweils 500 Euro, jede 5000 Euro höher wurden mit 250 Euro mehr bedacht. 1000 Euro erhielt also ein Privathaushalt mit 20 000 Euro Schaden. 114 500 Euro an Spendengeldern wurden insgesamt verteilt, die entweder für private Opfer gestiftet waren oder aber ohne Zweckbestimmung auf dem Spendenkonto der Stadt landeten. Drei Fälle mit einem relativ hohen Schaden allerdings seien noch nicht endgültig geklärt, sagte die Hauptamtsleiterin. Überdies stünden dem Bürgermeister noch 5800 Euro von der Gesamtsumme zur Verfügung, um eventuell neu eingehende Härtefälle bedenken zu können. Erfreut zeigte sich Dorothee Philipp darüber, dass es einen ersten Gößnitzer gebe, der die Soforthilfe wegen gezahlter Versicherungsleistungen zurückgegeben habe. Aber es gebe auch Fälle, wo die Stadt möglicherweise ihrerseits das Geld zurückfordern müsse.

Quelle: otz.de