Vogtlands Hochwasser im Buchformat

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der Reichenbacher Autor Gero Fehlhauer stellt die verheerenden Hochwasser von 1954 und 2013 gegenüber. Ein Teil des Verkaufserlöses geht an ein Hochwasseropfer: die Schäferei Roth Mühlwand.

Den 2. Juni dieses Jahres vergisst Familie Roth wohl nicht mehr. Gegen vier Uhr wurden die Roths von der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen. Die Göltzsch war zu diesem Zeitpunkt bereits weit über die Ufer getreten und hatte die Schäferei der Roths in Mühlwand erreicht. Die Familie und weitere Helfer brachten gerade noch rechtzeitig etwa 100 Schafe aus einer Stallung in Sicherheit. Eine Dramatik, die den Reichenbacher Autor Gero Fehlhauer ebenso in Windeseile an den Schreibtisch trieb. Und so legt der Heimatforscher nun nach seinem 2004 erschienenen Buch, das sich allein dem Hochwasser von 1954 widmet, mit „Hochwasser im Vogtland – 1954 und 2013“ einen knapp hundertseitigen Bildband vor, der die Katastrophen damals und heute in beeindruckenden Bildern gegenüberstellt. Ein Teil des Verkaufserlöses, 1500 Euro, geht an die Schäferei.

„Es war für mich von Anfang an klar, etwas für die Opfer des Hochwassers machen zu wollen, die kaum im Rampenlicht stehen. Vor allem aber wollte ich quasi stellvertretend auf Tiere aufmerksam machen, die auch Opfer des Hochwassers wurden. Deren Geschichte schreibt keiner“, sagte Gero Fehlhauer gestern bei der Präsentation des Buches in der Schäferei nicht ohne Stolz: Obwohl es sich um einen reinen Termin für Medienvertreter gehandelt hatte, waren zahlreiche Menschen erschienen, um sich Exemplare des in einer Auflage von 1000 Stück im Erfurter Sutton-Verlag produzierten Bildbandes signieren zu lassen.

Das Vogtland, ein klein Venedig

Das Buch, das von einem auch auf die jeweiligen Wetterlagen eingehenden Vorwort sowie einer schematischen Darstellung der wichtigsten vogtländischen Flussläufe abgerundete wird, stellt Brennpunkte von vor 60 Jahren und heute an den Läufen von Elster, Mulde, Zwota und Göltzsch gegenüber. Bilder von damals zeigen das zerstörerische Werk der Wassermassen etwa in Oelsnitz, in Klingenthal, in Rautenkranz, in Reichenbach, Greiz und Mylau. Damals machte in der Stadt an der Göltzsch das geflügelte Wort vom Venedig des Vogtlandes die Runde. Auch die aktuellen Aufnahmen vom Hochwasser, von dem Mylau voll erwischt worden war, vermittelte teilweise dieses Bild.

Von der Flut-Dramatik erzählte auch Schäferin Randi Roth. Am Tag vor der verhängnisvollen Nacht auf den Flut-Sonntag hatten sich nämlich die am Freitag angeschwollenen Göltzschwasser zunächst weitestgehend aus dem Gelände direkt am Flussufer zurückgezogen. „So sind wir ruhig zu Bett gegangen.“

Flut-Opfer danken und mahnen

Dann wurde die Schäfer-Familie, neben Randi und Ralf Roth arbeitet auch Sohn Rico als Schäfer in dem Familienbetrieb mit etwa 500 Tieren, von der Feuerwehr aus dem Alltagsglück gerissen. „Wir haben aber sofort und auch in den Tagen des Aufräumens und der Schadensbehebung von vielen Menschen Hilfe erfahren. Allen möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken“, sagte Randi Roth: „Wir danken auch Herrn Fehlhauer für seine Hilfe. Dass jemand in dieser Form an uns denkt, kommt sonst nicht vor.“

Die Geldspende aus dem Buchprojekt wollen die Schäfer für Futter ausgeben. „Denn das Wasser hat viel Futter verdorben, das wir leider wegschmeißen mussten.“ Bis zu 1,20 Meter hatten die Stallungen unter Wasser gestanden. „Das Wasser hatte eine solche Kraft, das glaubt man als Außenstehender gar nicht.“ Randi Roth nutzte den unerwarteten Signier-Termin auch, um ein weiteres Anliegen öffentlich zu machen: „Das Hochwasser hat überall gezeigt, dass wir mit der Natur auskommen müssen. Das heißt beispielsweise auch, dass wir nicht wahllos Flächen versiegeln dürfen. Das heißt, dass wir künftig ein bissel zurückstecken müssen.“

Hochwasser im Vogtland. Das Buch von Gero Fehlhauer ist im Erfurter Sutton-Verlag erschienen und ab sofort in allen „Freie Presse“-Shops zum Preis 19,95 Euro erhältlich. Am 14. August steigt ab 17 Uhr in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach eine Signierstunde mit dem Autor.

Quelle: freiepresse.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s