Pfadfindergruppe hilft Flutopfern

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Sülzhayn (Kreis Nordhausen). Matthias Hergt und Reinhard Waldeck für die Royal Rangers der Evangelischen Freikirche „Haus Davids“ berichten:

Bereits als wir in Tangermünde kurz Station machen, um Schlafsäcke und Isomatten in unserem Nachtquartier für das Wochenende abzustellen, rümpfen wir die Nase über den eigenartigen Geruch, der in der Luft liegt. Kurze Zeit später treffen wir mit fünf Erwachsenen und fünf Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren in Fischbeck, dem derzeit wohl bekanntesten Ort Deutschlands, am Koordinationsstützpunkt für alle Hochwasserhelfer ein. Und auch hier stinkt es einfach nur nach fauligem Wasser. Das Hochwasser hat sich überwiegend aus der Ortslage zurückgezogen, ebenfalls die meisten Kamerateams.

 

Aber die Spuren der Ereignisse der letzten Wochen sind deutlich an Hauswänden, in den Vorgärten und besonders in den Gesichtern der Einheimischen zu entdecken. Die große Aufmerksamkeit in den Medien für die zweite Jahrhundertflut binnen 10 Jahren in Mitteldeutschland ist anderen Meldungen gewichen, aber nun geht die praktische und auch mentale Bearbeitung der Auswirkungen erst richtig los. Und aus diesem Grund machten wir uns als eine Gruppe christlicher Pfadfinder (Royal Rangers) aus der Evangelischen Freikirche „Haus Davids“ Ellrich/Sülzhayn am letzten Juniwochenende in die Altmark auf, um die Menschen dort beim Aufräumen zu unterstützen. Wir haben Schmutzwasserpumpe, Notstromaggregat, Hochdruckreiniger und Werkzeug dabei. Die Gerätschaften wurden uns von Nordhäuser Firmen oder dem Kinder- und Jugendheim „Frohe Zukunft Nordhausen“ geliehen.

 

Auch nehmen wir etliche Kleidersäcke sowie 1.500 Euro in bar mit, die unter anderem Ellricher Bürger am Wochenende zuvor, aber auch Freunde von außerhalb für die Hochwasseropfer gespendet hatten. Am Freitagabend stoßen noch fünf Frauen von den Royal Rangers aus Schmalkalden zu uns, um ebenfalls mitzuhelfen. Also könnten wir gleich auf unterschiedliche Art und Weise loslegen. Aber so einfach ist die Situation gar nicht. Obwohl es sichtbar überall viel Arbeit gibt, entsteht es für uns in diesen drei Tagen auch Leerlauf.

 

Ein Hauptgrund dafür ist, dass einige Betroffene gar keine Hilfe anfordern oder auch Verantwortungsträger Helfer von auswärts regelrecht ablehnen.Aber schließlich bekommen wir Adressen, wo um Unterstützung gebeten wurde. Wir schlagen Putz von den Wänden, räumen Scheunen oder ganze Wohnhäuser leer und können sogar bereits Terrassen und Wege mit dem Hochdruckreiniger säubern. Wir haben in diesen Tagen viel gesehen und erlebt, liebe Menschen kennengelernt und wir sind dankbar, unsere Kraft, Zeit und auch Geld zur Unterstützung anderer und eben nicht nur für die eigenen Belange einsetzen zu können.

 Quelle: otz.de

 

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