Nach Hochwasser: Stadt erarbeitet Katastrophenplan

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Thema Hochwasser ist „noch nicht gegessen“, sagt der OB. Wasserwirtschaftsamt und Stadt werden einen Katastrophenplan für die Moosach und kleinere Gräben erarbeiten. Auch wenn beim nächsten Hochwasser wieder alles anders sein wird.

Mittlerweile ist klar: Bei dem Ereignis Anfang Juni hat es sich um ein HQ 100, also ein Hochwasser gehandelt, das statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt. Statt drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde, wie es normalerweise der Fall ist, rauschten 27 Kubikmeter, also 27 000 Liter, pro Sekunde, durch die Moosach – so viel wie im Normalfall durch die Isar. Folge: „Das war letztendlich zu viel Wasser“, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher am Montag bei einer Bilanz des Hochwassers. Dass dieses Mal die Moosach Probleme bereitete hatte alle überrascht. Alle Augen waren zunächst auf die Isar gerichtet.

Um für den nächsten Katastrophenfall an der Moosach besser gerüstet zu sein, werde man eine so genannte „Basisstudie“ für den Hochwasserschutz an der Moosach erstellen lassen, sagte die Leiterin des Wasserwirtschaftsamts (WWA) München, Sylva Orlamünde. Als Ergebnis der Erhebung komme ein Kosten-Nutzen-Faktor für bestimmte Maßnahmen heraus, dem dann eine Priorität zwischen 1 und 5 zugewiesen werde. Je nachdem, wie hoch die Priorität ausfalle, werde man in Maßnahmen für ganz Bayern eingeordnet. Etwas ähnliches wird die Stadt auch für Gewässer dritter Ordnung wie den Giggenhauser und den Thalhauser Graben erstellen. Am Ende gebe es einen Hochwassermelde- und Katastrophenplan, sagte der OB – auch wenn man wisse, dass jedes Hochwasser wieder neue Überraschungen bringe.

Und auch andere Probleme werde man angehen, so der OB: Beispielsweise waren in den Gräben „Dinge drin“, die da nichts zu suchen hatten und die Durchflüsse verstopften – Grünschnitt, Teppiche, Gelbe Säcke. Und auch die „Schleusenproblematik“ werde man angehen, um schneller reagieren zu können. Hinweisen von Anliegern werde man weiter nachgehen, versprach der OB. Und noch etwas: Laut Aussage eines Freisinger Versicherungsdienstes gebe es in der Domstadt keine Häuser, die man nicht gegen Oberflächenwasser versichern könne.

Ganze Arbeit geleistet haben die Hilfsorganisationen: 360 Tonnen Sand geschaufelt, 9000 Liter Sprit verbraucht, 30 Fahrzeuge im Einsatz, 110 Helfer Tag und Nacht am Werk und 5000 Stunden gearbeitet – das war laut Stadtbrandinspektor Anton Frankl die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Freising. 40 Einsatzkräfte und 2600 Stunden – so die Statistik des THW, wie sie Michael Wüst verkündete. Dass eine Gesamtpumpleistung von 20 000 Liter pro Minute bei einem Abfluss von 27 000 Liter pro Sekunde zwar für Erleichterung sorgte, die Überflutungen aber nicht verhindern konnte, müsse einleuchten, sagte Wüst.

Und noch etwas müsse einleuchten, sagte Winfried Adam, Abteilungsleiter für Freising beim WWA: Wegen der Enge an der Karlwirtkreuzung könnten durch die Moosach unter der Hauptstraße nur 4000 Liter pro Sekunde fließen. Und die seien geflossen. Mehr gehe einfach nicht. Das habe also auf die geplante Moosachöffnung in der Oberen Hauptstraße keinen Einfluss. Außerdem: Wenn die Moosach in diesem Bereich für Überflutungen sorge, dann tue sie das auch mit der derzeitigen Abdeckung: „Dann drückt es das Wasser aus den Gullis.

Quelle: merkur-online.de

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