Archiv für August 8, 2013

„Beim Hochwasserschutz gibt es kein Sorglos-Paket“

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Das Jahr 2013 stellte die Erfurter Wasserexperten schon vor einige Herausforderungen. Die Schutzbauten haben sich bisher aber bewährt.

 Wie beurteilt der Wasserexperte den bisherigen Jahresverlauf 2013?

Das Jahr 2013 ist wasserwirtschaftlich schon jetzt eine Herausforderung.

Sie unterscheiden zwischen Starkregen, Schneeschmelze, Hochwasser. Wo ordnen Sie die Erfurter Ereignisse von Mai und Juni ein?

Die Schneeschmelze 2013 ist relativ geordnet abgeflossen. Dann kamen die Niederschläge im Mai zu Pfingsten und bis 2.Juni. Der starke Regen stellte die Nebenvorfluter in den Ortsteilen auf eine Bewährungsprobe

Danach kam ein Dauerregengebiet, das das Einzugsgebiet von Gera und Apfelstädt reichlich mit Wasser versorgte. Hier waren die Hochwasserspitzen am 31. Mai und 1. Juni am Pegel Möbisburg etwa mit dem Sommerhochwasser von 1984 vergleichbar. Damit nicht genug, folgte am 20. Juni ein Niederschlagsgebiet über den Haarberg, es traf den Linderbach. In 2 Stunden fielen 80 Liter auf den Quadratmeter. Diese Menge in diesem Zeitraum liegt über dem statistischen Abflusswert des Jahrhunderthochwassers (HQ100), der die Hochwassermenge für Gewässer einstuft.

Stichwort Hochwasserschutz – was hat sich bewährt ?

Dank der Gewässerumbauten am Eingang zum Orphalgrund blieb in Tiefthal der Weißbach in seinem Bett. Die Schadensbilanz für Erfurt fiel dank einer guten Gewässerunterhaltung und einer guten Koordinierung in der Leitstelle des Katastrophenschutzes relativ gering aus.

Gut klappte das Zusammenspiel der Freiwilligen Wehren mit den Ämtern der Stadt. Den Hochwasserschutz in Möbisburg konnten wir leider aus planungsrechtlichen Gründen bis jetzt noch nicht umsetzen. Der Planfeststellungsbeschluss ist aber jetzt rechtswirksam.

Sie sind auch Fachberater im Katastrophenschutz. Wo sehen Sie dringend Handlungs- und Klärungsbedarf?

Zuallererst müssen Hochwässer als ein Naturereignis und als ester Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs vom Bürger akzeptiert werden. So ein starker Niederschlag wie am 20. Juni kann von keiner Kanalisation und teils von den Gewässern nicht aufgenommen werden. Auch fehlt es dem Wasser durch die Bebauung an Platz zum Abfließen.

Konnte der Deich nach den Problemen 2011 bei Bischleben rechtzeitig stabilisiert werden?

Die Ursachen der plötzlichen Setzung konnten nicht mehr ermittelt werden. Die zuständige Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie ertüchtigte den Deich. Gleichzeitig wurde das Gewässerbett geräumt. Das hat sich in Bischleben beim Hochwasser positiv ausgewirkt.

Haben sich die Schutzbauten bei Molsdorf bewährt?

Ja, die Schutzbauten und auch der kleinteilige Hochwasserschutz in den Oberläufen der Kleingewässer.

Es fallen aber immer die selben Namen bei den Katastrophenmeldungen: die Wasserdörfer Hochheim, Bischleben zum Beispiel. Ist Büßleben neu dazu gekommen und warum?

Wir müssen bei den Hochwasserereignissen unterscheiden: Im Bereich des Linderbaches waren die Niederschläge – eine Sturzflut – am 20. Juni besonders heftig. Der Peterbach in Büßleben ist Bestandteil des Linderbaches in seinem Oberlauf.

Dort gibt es Gewässereinbauten, die den Abfluss behindern; zum einen die Brücke über den Peterbach an der Straße „Zur Trolle“ und zum anderen die Wehreinbauten am Platz der Jugend. Hier ist immer die Gefahr, dass sich durch umgestürzte Bäume oder herabfallende Äste Treibgut bildet. Das macht bei Hochwasser zusätzliche Probleme.

Nach Ihren Beobachtungen: Werden die Unwetterabstände kürzer und deren Heftigkeit weiter zunehmen? Was bedeutet das für den Schutz?

Ob die Häufigkeit zunimmt oder ob wir durch eine hochwertigere Nutzung der Grundstücke empfindlicher geworden sind, mag ich nicht beurteilen. Am 24. Mai haben wir erst der Thüringer Sintflut von Bruchstedt im Jahr 1950 gedacht.

Wir werden unsere Philosophie zur Schaffung von naturnahen Wasser-Rückzugsräumen in den Oberläufen der Gewässer mit den Kollegen von Naturschutz und Gewässerunterhaltung mit Nachdruck fortsetzen. Wo notwendig, setzen wir den technischen Hochwasserschutz um wie am Wiesenbach und an der Gera in Möbisburg.

Wichtig ist es, die Bürger zu sensibilisieren, dass Starkniederschläge wie am Linderbach oder Hochwässer wie an der Gera immer Naturereignisse sind, die nicht einhundertprozentig durch Hochwasserschutzmaßnahmen verhindert werden können. Es gibt kein Sorglospaket im Hochwasserschutz. Jeder muss an seinem Haus und Grundstück prüfen, wie durch Eigenvorsorge Schäden durch Hochwasser vermieden werden können. Das nächste Hochwasser, das nächste Starkregenereignis kommt bestimmt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

 

 

Der Haushalts- und Finanzausschuss in Aken befasst sich mit Kriterien, um Geldspenden nach dem Hochwasser zu verteilen. Ein Gremium soll dann über die Vergabe der Spendengelder entscheiden. Insgesamt geht es dabei um 113 523 Euro.

Als Dieter Heilmann den Ratssaal in Aken weithin hörbar wieder verlässt, die Tür hinter sich zuknallt und schimpft, scheint klar: Dies wird keine normale Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses. Eine emotional brisante schon eher.

Heilmann (SPD) hat sich im Tag vertan. Eigentlich ist er gekommen, um seine Fraktion zu komplettieren, aber nicht am Mittwochabend. Donnerstag ist er gefragt – im Hauptausschuss. Ein Irrtum und Weckruf für die Ausschusssitzung.

Die Stadträte wollen entscheiden, welche Kriterien man heranziehen sollte, um die bei der Stadt eingegangenen Geldspenden für die Hochwasseropfer zu verteilen. Es geht um 113 523 Euro. Weitere 112 040 sind an einen bestimmten Zweck gebunden, sollen städtischen Einrichtungen und hier im weitesten Sinne der Kinder- und Jugendarbeit zugute kommen. 178 Häuser sind in der Elbestadt im unmittelbaren Wohnbereich durch das Hochwasser beschädigt, davon waren 74 Objekte nicht versichert. Und – auch diese Zahl nennt Evelyn Klee, Kämmerin im Akener Rathaus, zu Beginn der Sitzung – 915 Anträge auf Soforthilfe gibt es.

Aufgabe des Ausschusses?

Spätestens als sie aus der Richtlinie des Landes zitiert, ist den fünf Versammelten – die CDU erscheint aus verschiedenen Gründen (Urlaub und vom Hochwasser betroffen) in diesem Ausschuss gar nicht – klar, dass sie keine einfache Aufgabe vor sich haben. Dennoch ist Klaus Hummel (SPD), der Vorsitzende des Ausschusses, überzeugt, man solle hier, in dieser Runde die Kriterien festlegen, nach denen die Spenden verteilt werden.

Das sieht Richard Strauch, der für Die Linke spricht, etwas anders: Er will nicht, dass ein parlamentarisches Gremium mit den entsprechenden Mehrheitskonstellationen darüber befindet. Er will eine unabhängige Institution. Auch mit Parlamentariern, aber nicht nur. Er ist überzeugt, der Haushalts- und Finanzausschuss sei nicht in der Lage, eine gerechte Lösung zu finden.

Strauch plädiert auch für eine pauschale Verteilung. „Wir sollten es uns nicht so schwer machen. Wir teilen die zur Verfügung stehende Summe durch die Anzahl der Anträge von Betroffenen, dann sind wir fertig und hätten niemanden benachteiligt oder bevorzugt.“ Darüber soll der Ausschuss nun abstimmen. Doch Lothar Seibt (FDP) will etwas Ruhe in die Sitzung bringen und schlägt vor, nicht vorschnell Ja oder Nein zu sagen; „das ist wirklich nicht so einfach“. Die Frage sei doch nicht, ob man schnell zu einer Lösung käme, sondern, was gerecht wäre.

Zeit drängt

Pfarrer Ulf Rödiger ist da und soll einmal aus Sicht der Kirche erläutern, wie man dort mit Spenden verfährt. Er sagt: Man müsse in jedem Fall Sorge tragen, dass niemand überzahlt wird, dass keiner mehr bekommt, als es kostet, den entstandenen Schaden zu ersetzen. Und er betont: „Die Leute brauchen das Geld jetzt. Wir können nicht warten, bis die Rechnungen da sind.“ Es müsse die Möglichkeit bestehen, Belege nachzureichen. Aber sein wichtigster Hinweis an die Akener Verwaltung hat nichts mit dem Verfahren an sich, sondern mit der Form zu tun: Das Antragsformular müsse einfach und verständlich gehalten sein.

Seibt betont an diesem Abend, dass Spendenmittel keine Versicherung seien. Ob jemand schwer oder nicht so schwer betroffen ist, fände er sekundär. Hummel zum Beispiel sieht das komplett anders. Er berichtet, dass die Leute, die gespendet haben, immer wieder betonten, das Geld sollten die wirklich Bedürftigen erhalten. Michael Bonke (SPD) empfindet es sogar als unsozial, die Spenden pauschal zu vergeben. Auch Bürgermeister Hansjochen Müller ist dagegen, Evelyn Klee, die Kämmerin, ist für eine Quote nach dem Prinzip: großer Schaden, größere Spende, kleiner Schaden, kleinere Spende.

Einigkeit besteht am Ende doch, als es um das Gremium geht. Ein Gremium, das über die Vergabe der Spendenmittel entscheiden soll. Im Rahmen dessen, was der Ausschuss nach intensiver Auseinandersetzung an Kriterien festgelegt hat, aber auch mit dem nötigen Spielraum. Müller zum Beispiel führt echte Härtefälle an, Klee das andere Extrem, woraufhin Seibt erklärt: „Es gibt immer Gangster, Leute mit krimineller Energie.“ Offen bleibt, wann sich das Gremium zum ersten Mal trifft.

Quelle: mz-web.de

Nach Hochwasser: Stadt erarbeitet Katastrophenplan

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Thema Hochwasser ist „noch nicht gegessen“, sagt der OB. Wasserwirtschaftsamt und Stadt werden einen Katastrophenplan für die Moosach und kleinere Gräben erarbeiten. Auch wenn beim nächsten Hochwasser wieder alles anders sein wird.

Mittlerweile ist klar: Bei dem Ereignis Anfang Juni hat es sich um ein HQ 100, also ein Hochwasser gehandelt, das statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt. Statt drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde, wie es normalerweise der Fall ist, rauschten 27 Kubikmeter, also 27 000 Liter, pro Sekunde, durch die Moosach – so viel wie im Normalfall durch die Isar. Folge: „Das war letztendlich zu viel Wasser“, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher am Montag bei einer Bilanz des Hochwassers. Dass dieses Mal die Moosach Probleme bereitete hatte alle überrascht. Alle Augen waren zunächst auf die Isar gerichtet.

Um für den nächsten Katastrophenfall an der Moosach besser gerüstet zu sein, werde man eine so genannte „Basisstudie“ für den Hochwasserschutz an der Moosach erstellen lassen, sagte die Leiterin des Wasserwirtschaftsamts (WWA) München, Sylva Orlamünde. Als Ergebnis der Erhebung komme ein Kosten-Nutzen-Faktor für bestimmte Maßnahmen heraus, dem dann eine Priorität zwischen 1 und 5 zugewiesen werde. Je nachdem, wie hoch die Priorität ausfalle, werde man in Maßnahmen für ganz Bayern eingeordnet. Etwas ähnliches wird die Stadt auch für Gewässer dritter Ordnung wie den Giggenhauser und den Thalhauser Graben erstellen. Am Ende gebe es einen Hochwassermelde- und Katastrophenplan, sagte der OB – auch wenn man wisse, dass jedes Hochwasser wieder neue Überraschungen bringe.

Und auch andere Probleme werde man angehen, so der OB: Beispielsweise waren in den Gräben „Dinge drin“, die da nichts zu suchen hatten und die Durchflüsse verstopften – Grünschnitt, Teppiche, Gelbe Säcke. Und auch die „Schleusenproblematik“ werde man angehen, um schneller reagieren zu können. Hinweisen von Anliegern werde man weiter nachgehen, versprach der OB. Und noch etwas: Laut Aussage eines Freisinger Versicherungsdienstes gebe es in der Domstadt keine Häuser, die man nicht gegen Oberflächenwasser versichern könne.

Ganze Arbeit geleistet haben die Hilfsorganisationen: 360 Tonnen Sand geschaufelt, 9000 Liter Sprit verbraucht, 30 Fahrzeuge im Einsatz, 110 Helfer Tag und Nacht am Werk und 5000 Stunden gearbeitet – das war laut Stadtbrandinspektor Anton Frankl die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Freising. 40 Einsatzkräfte und 2600 Stunden – so die Statistik des THW, wie sie Michael Wüst verkündete. Dass eine Gesamtpumpleistung von 20 000 Liter pro Minute bei einem Abfluss von 27 000 Liter pro Sekunde zwar für Erleichterung sorgte, die Überflutungen aber nicht verhindern konnte, müsse einleuchten, sagte Wüst.

Und noch etwas müsse einleuchten, sagte Winfried Adam, Abteilungsleiter für Freising beim WWA: Wegen der Enge an der Karlwirtkreuzung könnten durch die Moosach unter der Hauptstraße nur 4000 Liter pro Sekunde fließen. Und die seien geflossen. Mehr gehe einfach nicht. Das habe also auf die geplante Moosachöffnung in der Oberen Hauptstraße keinen Einfluss. Außerdem: Wenn die Moosach in diesem Bereich für Überflutungen sorge, dann tue sie das auch mit der derzeitigen Abdeckung: „Dann drückt es das Wasser aus den Gullis.

Quelle: merkur-online.de

Die Salzach zwischen der Landesgrenze zu Österreich und der Mündung in den Inn bei Haiming ist der letzte frei fließende Gebirgsfluss. Welche Gewalt das Gewässer hat, zeigte sich beim Hochwasser Anfang Juni 2013, als Burghausen um Haaresbreite an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist. Deshalb steht das Thema Hochwasserschutz derzeit ganz oben auf der Agenda in Burghausen. „Auch wenn sich Großschadensereignisse wie im Juni nie verhindern lassen werden, könnten ihre Auswirkungen aber abgemildert bzw. kleinere Hochwasser vermieden werden“, zeigt sich Dr. Martin Donat, Umweltanwalt des Landes Oberösterreich, überzeugt.

Bewerkstelligen ließe sich dies durch einen Rückbau der Unteren Salzach zu einem Naturfluss, „die Verbindung von zeitgemäßem Hochwasserschutz und Gewässerrenaturierung“. Auch Bürgermeister Hans Steindl spricht sich für dieses Konzept aus und will sich für eine zeitnahe Umsetzung bei den Anrainergemeinden entlang der Salzach stark machen, wie er am Mittwoch bei der Präsentation der Pläne im Burghauser Rathaus betonte, die von Gunter Strebel, Kreis- und Stadtrat der Grünen, initiiert wurde. Geplant sei im Herbst unter anderem ein Symposium in Laufen zu diesem Thema.

Donat geht davon aus, dass der naturnahe Rückbau in 15 Jahren zu bewerkstelligen und auch finanzierbar sei. Maßnahmen sind die aktive Anhebung der seit Jahren vom Durchbruch bedrohten Flusssohle um gut einen Meter, verbunden mit einer Entfernung der Ufersicherung und der aktiven Aufweitung der Salzach auf bis zu 180 Meter. Es gebe landwirtschaftliche Flächen genug, die als Retentionsräume genutzt werden könnten, so Donat. Steindl glaubt den politischen Willen in München zu erkennen, solche Schutzmaßnahmen jetzt voranzutreiben; Ministerpräsident Horst Seehofer habe dies zumindest bezüglich der Donau angekündigt.

Quelle: pnp.de

Unabhängige Hilfsgelder für Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Neue Zuschussprogramme sollen die Schäden des Hochwassers bis zu 80 Prozent abdecken. Versicherung und Hochwasserzonen spielen für die Förderung dabei keine Rolle.

Ein neues Zuschussprogramm soll den Betroffenen des Hochwassers im Juni dieses Jahres den Neustart erleichtern: Unabhängig von der Versicherbarkeit oder einer Einordnung in eine sogenannte „ZÜRS-Zone“ sollen nun die Hilfsgelder fließen, wie die OVB-Heimatzeitungen berichten. Hausbesitzer und Mieter sollen so die Möglichkeit erhalten, bis zu 80 Prozent der Schäden zu ersetzen. Die restlichen 20 Prozent könnten über Spenden finanziert werden.

Anspruch auf diesen neuen Zuschuss hat jeder, der direkt vom Hochwasser betroffen war. Abgezogen werden dann bereits erhaltene Zuschüsse aus Sofortgeldern und Versicherungsleistungen. Im Antrag wird ebenfalls nach erhaltenen Spendengeldern gefragt, wie das OVB in seiner Mittwochsausgabe schreibt.

Anträge für das Zuschussprogramm

In Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Landkreis Traunstein stehen die Anträge bei den Gemeindeämtern und auf den Webpräsenzen der jeweiligen Gemeinden zur Verfügung.

Auch die Stadt Freilassing und die Gemeinde Laufen stellen die Anträge zum Zuschussprogramm auf ihrer Homepage sowie vor Ort bereit. Antragsfrist für die Sofortgelder ist in Freilassing der 30. Dezember 2013. In der Gemeinde Laufen können Anträge bis zum 30. September 2013 abgegeben werden, wobei anschließend der Spendentopf der Stadt ausgeschüttet wird. Laufen will die Regelung der Sofortgelder unkompliziert und möglichst unbürokratisch halten. Für einen genehmigten Antrag in Freilassing sind dagegen Nachweise wie Rechnungen bei Haushaltsschäden oder Kostenvoranschläge bei Gebäudeschäden vorzuzeigen. Für Schäden, die vom Staat nicht gedeckt werden, können auch hier Anträge auf Spendengelder gestellt werden.

Quelle: rosenheim24.de

Nach Hochwasser sind in Gera viele Wände immer noch feucht

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Acht Wochen nach der Flut ist in Gera Geduld gefragt. Der ASB hilft mit mobilen Luftentfeuchtern.

Sie sind ein begehrtes Gut auch acht Wochen nachdem das braune Elsterwasser wieder aus den Wohnungen und Kellern abgeflossen ist: Mobile Luftentfeuchter. 50 dieser Geräte verleiht ab sofort der Regionalverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an Betroffene. Die ersten sieben Trockner sind zu Wochenbeginn verteilt worden.

„Wir verleihen die Geräte zum Nulltarif. Wer eines braucht, meldet sich einfach bei uns“, sagte Günther Linsel, stellvertretender ASB-Vorstandsvorsitzender. Bereits im Juli hatte der Verband Raumentfeuchter zur Verfügung gestellt. Weil sie gefragt waren und es schnell eine Warteliste gab, wurde die Zahl der Geräte nun aufgestockt. Nasse Wände trocken zu legen, sei immer noch ein Thema. Selbst zwei Monate nach der Flut und bei diesem Kaiserwetter, betont Günther Linsel, und Betroffene wie Lutz Celary nicken. Rund 1,70 Meter stand das Wasser im Keller des Debschwitzers. Werkstatt und Fitness-Raum sind dahin. „Wir haben von dem Angebot des ASB aus der Zeitung erfahren, kamen dann aber gleich auf die Warteliste, weil die Nachfrage so groß war“, sagte er, froh, dass es nun geklappt hat. Auch Dieter Höfer aus Zwötzen, Christa Meißner aus Untermhaus und Peter Hoffmann aus Heinrichsgrün steht die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben.

Organisiert hat die Raumentfeuchter der ASB-Bundesverband. „500 Trockengeräte haben wir angeschafft. Sie kommen vor allem in den Hochwassergebieten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zum Einsatz“, sagte Dirk Biereige, der beim Samariterbund die Hochwasserhilfen koordiniert.

! Wer Raumentfeuchter braucht, meldet sich unter (0365) 4304730

Quelle: otz.de

Zusammen mit Vertretern der betroffenen Landkreise berät sich das Kabinett heute zum Thema Hochwasserhilfe und Hochwasserschutz in der Zukunft.

Das Kabinett berät heute zum wiederholten Male über die Folgen des verheerenden Hochwassers im Juni. Im Zentrum stehen dabei der Hochwasserschutz und die finanzielle Bewältigung der Schäden. Zu der Sitzung eingeladen sind auch die Landräte der Landkreise Deggendorf und Passau sowie die Stadtoberhäupter von Regensburg und Passau.

Erst am Dienstag hatten Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Marcel Huber (beide CSU) zum wiederholten Male vom Hochwasser besonders betroffene Gemeinden in Niederbayern besucht. (dpa)

Quelle: sat1bayern.de

Das Hochwasser Anfang Juni hat offenbar viele Energien freigesetzt in der Bayerischen Staatsregierung. Sie treibt nun den Hochwasserschutz massiv voran. Doch manche Orte wollen ihn gar nicht – so zum Beispiel am Tegernsee.

Der Tegernsee sei kein Stausee, sagt das Aktionsbündnis „Rettet den Tegernsee“, das innerhalb kürzester Zeit viele Unterstützer gefunden hat. Das Bündnis befürchtet, dass künftig alle Gemeinden im Tal bei Hochwasser großflächig überschwemmt werden, sollte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim seine Pläne durchsetzen.

„Es sind schon einige Schwergewichte, die wirtschaftlich große Betriebe darstellen: mehrere Hoteliers, Kliniken, auch das Bräustüberl als größter Gastronomiebetrieb. Es sind auch sehr viele Einzelpersonen dabei, die schon sehr viele Schäden haben.“

Andreas Scherzer, Sprecher des Aktionsbündnisses

Fehlende Auen, steigender Grundwasserpegel

Die Schäden werden noch mehr werden, sollte der Tegernsee tatsächlich einmal Rückhaltebecken werden, prophezeit das Aktionsbündnis. Seeanlieger befürchten ein wiederholtes „Absaufen“, denn nicht nur der Seespiegel, sondern auch das Grundwasser würden steigen.

Ein großes Problem sind die begradigten Ufer der Zuflüsse Rottach und Weißach. Deren Auen als natürliche Rückhaltebecken bei Hochwasser sind mittlerweile verschwunden.

„Monsterwehr“ in Gmund

Das Vertrauen in die Pläne des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim ist also nicht groß. Das geplante neue Wehr in Gmund werde ein „Monsterwehr“ heißt es. Schließlich sollen die Mauern sogar ein Hochwasser zurück halten können, dessen Pegel 1,20 Meter über den jetzt prognostizierten Werten liegt:

„Heißt ganz konkret, da unten wird das Wasser 1,20 Meter höher? Welche Auswirkungen hat das auf den gesamten See?“

Anlieger Christoph Ebensberger

Nur ein Kommunikationsproblem?

Das Wasserwirtschaftsamt ist überrascht vom Tegernseer Gegenwind. Vor zwei Wochen sollte eine Informationsveranstaltung in Gmund aufklären und für Zustimmung sorgen. Der Schuss ist aber nach hinten losgegangen, seitdem formiert sich der Widerstand. Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Paul Geisenhofer betont man sei ganz am Anfang der Planung.

„Es ist denkbar, dass es ein Kommunikationsproblem ist, speziell Fragen der Steuerung eines Projektes sind natürlich viel schwerer zu erklären, als wenn man nur irgendwo Deiche und Schutzanlagen baut. Wir setzen weiterhin darauf zu informieren. Wir gehen auf die Gegner zu. Ich hoffe, dass es jetzt bald zu Gesprächen kommt und dass wir dann unsere Pläne auf den Tisch legen und nähere Einzelheiten besprechen können.“

Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim

Schutz für Rosenheim

Die Gegner lassen unterdessen zwei Gutachten erstellen. Ein Ingenieurbüro in Gründwald wurde damit beauftragt, ein Gesamtkonzept für das Tegernseer Tal zu erarbeiten.

Fakt ist: Schutzmaßnahmen am Tegernsee bedeuten auch Schutz für das untere Mangfalltal, für die Region Rosenheim. Auch wenn der Tegernsee hier nur eine kleine Teilmenge liefert, sagt Paul Geisenhofer:

„Das Grundprinzip ist, jeder Tropfen zählt. Und deswegen wollen wir die Rückhaltemöglichkeiten im Tegernsee durchaus nutzen.“

Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim

Quelle: br.de

Nach Hochwasser: Seehaus droht Anzeige

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Als an jenem Samstagnachmittag, dem 1. Juni, sintflutartige Regenfälle in Teilen Pforzheims und der Region für katastrophale Zustände sorgten, hieß es auch im Hagenschieß „Land unter“. Der Waldboden war durch die Niederschläge der vorherigen Tage bereits vollgesogen, so dass hier nichts mehr versickern konnte. Auch der Seehaus-See konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, so dass er über seinen Damm trat.

Verheerend wirkte sich das für den Landgasthof „Seehaus“ aus, in dessen Kellern die dreckige Brühe bis zur Decke reichte. Zwei Pumpen waren dem massiven Wassereinbruch nicht gewachsen.

Der Schaden an Installationen, Einrichtung. Toiletten. Kühlhäusern und gelagerten Waren war immens. Und noch können die Pächter Gabriele und Borislav Kampmann ihr Restaurant nicht wieder eröffnen. Dies wird voraussichtlich erst Ende September der Fall sein. „Mittlerweile sind die Kellerräume wieder trocken. Wir haben bisher rund 200000 Euro investiert“, sagte Brauhaus-Geschäftsführer Wolfgang Scheidtweiler.

Die Angst vor einem erneuten Stark- oder Dauerregen und dass der See wieder über die Dämme treten könnte, veranlasste Scheidtweiler zum Handeln – auf eigene Kosten. Er beauftragte eine Landschaftsbaufirma, um den Ablaufgraben des Sees zu säubern, damit er wieder Wasser aufnehmen kann. Rund 20 Kubikmeter Dreck wurden herausgebaggert. Jetzt sei er „perfekt sauber“. Zudem nahm Scheidtweiler selbst einen weiteren See-Abfluss in Angriff – impulsiv, nur das Beste damit vorhabend, wie er anmerkte.

Als das Wehr annährend fertig war, die beiden Betonstützen standen, der Schieber installiert war, wurde der Fischerverein als Pächter des Sees darauf aufmerksam. Das Amt Pforzheim von Vermögen und Bau Baden-Württemberg – das Land ist Besitzer des Sees – wurde alarmiert. Ein Mitarbeiter erschien mit der Polizei vor Ort. Diese stellte die Baustelle ein, Scheidtweiler droht nun eine Anzeige.

Quelle: pz-news.de

20.000 Bücher hatte Andreas Funke-Reuter zusammengetragen, nur wenige konnte er nach der Regenflut noch retten. Über 400 Jahre hat die Bibel von Andreas Funke-Reuter überstanden, Feuersbrünste wie Dutzende Kriege. Die Regenflut vom Juni aber könnte ihr Ende bedeuten.

Als der Boden nach tagelangen Niederschlägen nichts mehr aufnehmen konnte, floss das Wasser über die Erde wie über Beton, staute sich in Gräben und Senken zu einer riesigen Welle auf, die sich am 20. Juni durch Bad Berka und Tiefengruben, Tonndorf und Isseroda, Nohra und auch Linderbach wälzte.

Dort ergossen sich die Wassermassen in den Peter- und den Linderbach und überschwemmten binnen weniger Minuten die Gartenanlage, die Kreuzung der vielbefahrenen B7 und die angrenzenden Häuser.

Als eines der ersten traf es das Haus, in dem Andreas Funke-Reuter mit seiner Lebensgefährtin wohnt. Durch die Kellerfenster sahen sie das Wasser kommen. Weil das Untergeschoss als Wohnung ausgebaut war, hatte der Theologe dort seine Bibliothek eingerichtet. Etwa 20.000 Bücher standen in den Regalen.

Seit der Lehrzeit trug der langjährige Pfarrer sein Geld in Buchhandlungen und Antiquariate, erstand Romane und Krimis, wissenschaftliche Werke, Partituren und theologische Schriften. Zum Familienbesitz gehörte auch eine gut erhaltene, seltene Bibel aus dem Jahr 1609. Die liegt nun zwischen Fisch und Gemüse in der Tiefkühltruhe, um die verheerende Schimmelbildung zu verhindern.

Denn am Abend des 20. Juni schwamm die Heilige Schrift wie alle anderen Bücher in der schlammigen Brühe. Mit Handtüchern und Wischlappen stellten sich Andreas Funke-Reuter und seine Lebensgefährtin dem Wasser entgegen, mussten sich aber der ungestümen Kraft schnell geschlagen geben: „Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser fast zwei Meter hoch im Raum, warf die schweren Regale um und spülte die Bücher durcheinander“, erinnert sich der 52-Jährige.

1500 Euro Haushaltshilfe von „Thüringen hilft!“

Nur etwa 2000 Bände konnten sie retten, sie liegen verklebt und verklumpt in der Garage. Schlamm und Schimmel ziehen sich auch über die umfangreiche Briefmarken-Sammlung, durch Fotoalben und persönliche Dokumente.

Nach einer jahrelang unentdeckten schweren Krankheit, die zur frühen Erwerbsunfähigkeit führte, weiteren schlimmen Schicksalsschlägen, dem Verlust geliebter Menschen und der Flut hat sich auch der Theologe schon die Frage gestellt, „warum immer ich?“ Eine Antwort hat er bis heute nicht erhalten.

Aber Hilfe: 1500 Euro Haushaltsbeihilfe aus dem Spendentopf der Leser und fünf Trockner, die brummend den Keller trockenlegen sollen, damit nicht noch der Boden aufgerissen werden muss.

„Ein kleiner Anfang, aber eine großes Zeichen der Ermutigung und Anteilnahme“, bedankt sich Andreas Funke-Reuter bei unseren Lesern.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Vogtlands Hochwasser im Buchformat

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der Reichenbacher Autor Gero Fehlhauer stellt die verheerenden Hochwasser von 1954 und 2013 gegenüber. Ein Teil des Verkaufserlöses geht an ein Hochwasseropfer: die Schäferei Roth Mühlwand.

Den 2. Juni dieses Jahres vergisst Familie Roth wohl nicht mehr. Gegen vier Uhr wurden die Roths von der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen. Die Göltzsch war zu diesem Zeitpunkt bereits weit über die Ufer getreten und hatte die Schäferei der Roths in Mühlwand erreicht. Die Familie und weitere Helfer brachten gerade noch rechtzeitig etwa 100 Schafe aus einer Stallung in Sicherheit. Eine Dramatik, die den Reichenbacher Autor Gero Fehlhauer ebenso in Windeseile an den Schreibtisch trieb. Und so legt der Heimatforscher nun nach seinem 2004 erschienenen Buch, das sich allein dem Hochwasser von 1954 widmet, mit „Hochwasser im Vogtland – 1954 und 2013“ einen knapp hundertseitigen Bildband vor, der die Katastrophen damals und heute in beeindruckenden Bildern gegenüberstellt. Ein Teil des Verkaufserlöses, 1500 Euro, geht an die Schäferei.

„Es war für mich von Anfang an klar, etwas für die Opfer des Hochwassers machen zu wollen, die kaum im Rampenlicht stehen. Vor allem aber wollte ich quasi stellvertretend auf Tiere aufmerksam machen, die auch Opfer des Hochwassers wurden. Deren Geschichte schreibt keiner“, sagte Gero Fehlhauer gestern bei der Präsentation des Buches in der Schäferei nicht ohne Stolz: Obwohl es sich um einen reinen Termin für Medienvertreter gehandelt hatte, waren zahlreiche Menschen erschienen, um sich Exemplare des in einer Auflage von 1000 Stück im Erfurter Sutton-Verlag produzierten Bildbandes signieren zu lassen.

Das Vogtland, ein klein Venedig

Das Buch, das von einem auch auf die jeweiligen Wetterlagen eingehenden Vorwort sowie einer schematischen Darstellung der wichtigsten vogtländischen Flussläufe abgerundete wird, stellt Brennpunkte von vor 60 Jahren und heute an den Läufen von Elster, Mulde, Zwota und Göltzsch gegenüber. Bilder von damals zeigen das zerstörerische Werk der Wassermassen etwa in Oelsnitz, in Klingenthal, in Rautenkranz, in Reichenbach, Greiz und Mylau. Damals machte in der Stadt an der Göltzsch das geflügelte Wort vom Venedig des Vogtlandes die Runde. Auch die aktuellen Aufnahmen vom Hochwasser, von dem Mylau voll erwischt worden war, vermittelte teilweise dieses Bild.

Von der Flut-Dramatik erzählte auch Schäferin Randi Roth. Am Tag vor der verhängnisvollen Nacht auf den Flut-Sonntag hatten sich nämlich die am Freitag angeschwollenen Göltzschwasser zunächst weitestgehend aus dem Gelände direkt am Flussufer zurückgezogen. „So sind wir ruhig zu Bett gegangen.“

Flut-Opfer danken und mahnen

Dann wurde die Schäfer-Familie, neben Randi und Ralf Roth arbeitet auch Sohn Rico als Schäfer in dem Familienbetrieb mit etwa 500 Tieren, von der Feuerwehr aus dem Alltagsglück gerissen. „Wir haben aber sofort und auch in den Tagen des Aufräumens und der Schadensbehebung von vielen Menschen Hilfe erfahren. Allen möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken“, sagte Randi Roth: „Wir danken auch Herrn Fehlhauer für seine Hilfe. Dass jemand in dieser Form an uns denkt, kommt sonst nicht vor.“

Die Geldspende aus dem Buchprojekt wollen die Schäfer für Futter ausgeben. „Denn das Wasser hat viel Futter verdorben, das wir leider wegschmeißen mussten.“ Bis zu 1,20 Meter hatten die Stallungen unter Wasser gestanden. „Das Wasser hatte eine solche Kraft, das glaubt man als Außenstehender gar nicht.“ Randi Roth nutzte den unerwarteten Signier-Termin auch, um ein weiteres Anliegen öffentlich zu machen: „Das Hochwasser hat überall gezeigt, dass wir mit der Natur auskommen müssen. Das heißt beispielsweise auch, dass wir nicht wahllos Flächen versiegeln dürfen. Das heißt, dass wir künftig ein bissel zurückstecken müssen.“

Hochwasser im Vogtland. Das Buch von Gero Fehlhauer ist im Erfurter Sutton-Verlag erschienen und ab sofort in allen „Freie Presse“-Shops zum Preis 19,95 Euro erhältlich. Am 14. August steigt ab 17 Uhr in der Vogtländischen Buchhandlung Reichenbach eine Signierstunde mit dem Autor.

Quelle: freiepresse.de

Hochwasser wird Thema beim Bundeskongress

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) lädt am 13. und 14. September zu einem Kongress nach Berlin. Zentrales Thema: die Hochwasserkatastrophe 2013. Außerdem wird das “Goldene Sammelstück” verliehen – ein Preis, den das Feuerwehr-Magazin zusammen mit Dräger für wegweisende Ideen zur Mitgliedergewinnung ausgeschrieben hatte.

Vor allem soll der Bundesfachkongress als Erfahrungsaustausch dienen. Zentrale Fragestellung ist aber auch: Welche Lehren sind aus der Hochwasserkatastrophe zu ziehen? So soll zum Beispiel die Pressearbeit, Einsatzleitung oder Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hinterfragt werden. Außerdem halten zum Beispiel ein Oberst der Bundeswehr und ein Meteorologe Vorträge.

Grillbuffet und “Goldenes Sammelstück”

Am Freitagabend organisiert der DFV ein Grillbuffet. Auch die Besichtigung eines Berliner Löschbootes steht auf dem Programm.

Besonderes Highlight ist die Siegerehrung des Preises “Goldenes Sammelstück”, den das Feuerwehr-Magazin zusammen mit Dräger vergibt. Zuvor hatten Feuerwehren die Möglichkeit, ihre Ideen zur Mitgliedergewinnung und –bindung vorzustellen. Die besten Einsendungen werden nun prämiert.

Anmeldungen für den Kongress sind ab sofort möglich, die Teilnahmegebühr beträgt 145 Euro, für DFV-Fördermitglieder 130 Euro. Zudem hat der Verband Hotelzimmer in der Nähe der Katholischen Akademie Berlin reserviert, in der der Kongress stattfindet.

Quelle: feuerwehrmagazin.de

Nach Juni-Hochwasser – Elbe in Dresden wird weiter ausgebaggert

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Dresden

Nach dem Hochwasser muss die Elbe in Dresden an einigen Stellen weiter ausgebaggert werden. Die Flut habe große Mengen von Sand und Kies in den Fluss gespült, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Dresden am Donnerstag mit. Dadurch sei die Tiefe der Fahrrinne mancherorts um bis zu 80 Zentimeter verringert worden. Betroffen sind laut WSA vor allem Abschnitte rund um Albert- und Augustusbrücke. Wegen Baggerarbeiten ist der für stromaufwärts fahrende Schiffe vorgesehene Bogen der Augustusbrücke gesperrt. „Wer durch die eine Öffnung hindurch will, muss sich per Funk abstimmen“, sagte ein WSA-Sprecher.

Die Arbeiten werden voraussichtlich noch einige Tage dauern. Die aus der Elbe gebaggerten Kiesmassen werden zunächst auf Zwischenlager gebracht und an tieferen Stellen der Elbe wieder abgekippt.

Quelle: lvz-online.de

Auch Fischerei von Juni-Hochwasser geschädigt

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen
Zahlreiche Teiche sind übergelaufen.

Das Juni-Hochwasser hat zu großen Schäden in der Thüringer Fischwirtschaft geführt. Der Präsident des Landesfischereiverbandes Uwe Müller sagte MDR Thüringen, er rechne mit Verlusten in Höhe von rund einer halben Million Euro. Am stärksten betroffen seien Fischereibetriebe in Ostthüringen. Allein die „Fischerei Altenburger Land“ habe Schäden von mehr als 200 000 Euro zu beklagen.

Inhaber Stefan Schröer sagte dem MDR, dass durch den Starkregen 13 Teiche mit Karpfen, Schleien und Hechten übergelaufen seien. Zum Hochwasserschutz des Ortes habe er zudem einen Damm geöffnet, so dass insgesamt rund 15 Tonnen Fisch verloren gingen.

Vom Hochwasser besonders betroffen ist nach Angaben des Thüringer Fischereiverbandes auch die Forellenzucht in Wichmar im Saale-Holzland-Kreis. Hier habe sich das Quellwasser so gestaut, dass es die Fische aufs Betriebsgelände schwemmte.

Nach Angaben der Thüringer Aufbaubank, die für die Hochwasserhilfen zuständig ist, hat bisher ein Fischereibetrieb einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Die Ansprüche müssten per Gutachten bis zum 30. Oktober 2013 belegt werden. Das sächsische Umweltministerium hat der Fischerei Altenburger Land eine Soforthilfe von 1500 Euro für Schäden an einem Teich bewilligt.

Quelle: tlz.de

 

Nach Flut: Zukunft von Traditionsgasthaus Weinberger ungewiss

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Es kursieren etliche Gerüchte in Burghausen wie es mit dem Gasthaus Weinberger in Ach nach der Hochwasserkatastrophe weitergehen soll. Vor allem aber zeigen viele Einheimische und Touristen so gar kein Verständnis, dass das Wirtshaus, das so idyllisch an der Salzach gelegen ist, in diesem Sommer nicht geöffnet ist. Die Burghauser Gastronomen-Familie Mitterer, die das Traditionsgasthaus erst im Dezember 2012 erworben hat und der auch das Hotel Burgblick nebenan gehört, geht nun in die Offensive. Am Samstag, 10. August 2013, beim Wein- und Gassenfest wird das Gasthaus Weinberger geöffnet sein. Aber es wird keine Schmankerl in der einst so gemütlichen Floriani Stüberl geben, sondern Führungen der Kinder der Mitterers. „So können sich alle Interessierten selbst ein Bild über das Schadensausmaß machen“, sagt Johanna Mitterer.

Das Mitterer-Geschwister-Trio hat bislang nicht entschieden, wie es mit dem Gasthaus weitergehen soll. Seit dem Hochwasser Anfang Juni ist es geschlossen worden, ob es so wie es noch da am Salzachufer steht je wieder geöffnet werden soll, das ist momentan die Frage. Denn: „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, sagt Johanna Mitterer. Das Haus sei schwer beschädigt.

Das Hauptproblem sei, dass die Grundmauern des Weinbergers direkt in der Erde stehen. „Das Wasser kommt von unten. Das ist wie eine Badewanne mit Bodeneinlass“, so Mitterer.

Am Samstag, 10. August, kann während des Wein- und Gassenfestes das Gasthaus Weinberger ab 17 Uhr besichtigt werden. Zwischen Weinberger und Burgblick wird es je nach Witterung eine Bewirtung geben.

Quelle: pnp.de

Elke Lier erlebt Spender und Empfänger

Seit zwei Monaten ist das Juni-Hochwasser 2013 Thema auf unseren Zeitungsseiten.

 

Von der Rettung der Menschen in den ersten schlimmen Tagen bis jetzt, wo Schäden überschaubar werden und immer noch Spenden sächlicher und finanzieller Art ankommen. Fotos von Spendenübergaben, hoch gehaltenen Schecks, Spendensammlungen und Berichte darüber konnten nicht alle in ihrer Fülle abgedruckt werden. Doch wenn sie gerne und leichten Herzens gegeben wurden, braucht man Öffentlichkeit nicht, sondern hofft für die Empfänger, dass sie denen von Nutzen sind und Freude bringen.

 

 

Organisationen wie DRK und Caritas stellen fest, dass sich die Inanspruchnahme der Spenden in Grenzen hält. Vielleicht braucht es weitere Informationen. Oder wollen Anspruchsberechtigte nicht als Bittsteller an Türen klopfen oder vor Schreibtischen stehen? Was völlig fremde Menschen in Cent und Euro auf Konten einzahlten oder als Sachspende ablieferten, gaben sie gern. Das sollte das Nehmen erleichtern.

 

Quelle: otz.de

Acht Wochen nach der Flut ist in Gera Geduld gefragt. Der ASB hilft mit mobilen Luftentfeuchtern.

Gera-Debschwitz. Sie sind ein begehrtes Gut auch acht Wochen nachdem das braune Elsterwasser wieder aus den Wohnungen und Kellern abgeflossen ist: Mobile Luftentfeuchter. 50 dieser Geräte verleiht ab sofort der Regionalverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an Betroffene. Die ersten sieben Trockner sind zu Wochenbeginn verteilt worden.

 

„Wir verleihen die Geräte zum Nulltarif. Wer eines braucht, meldet sich einfach bei uns“, sagte Günther Linsel, stellvertretender ASB-Vorstandsvorsitzender. Bereits im Juli hatte der Verband Raumentfeuchter zur Verfügung gestellt. Weil sie gefragt waren und es schnell eine Warteliste gab, wurde die Zahl der Geräte nun aufgestockt. Nasse Wände trocken zu legen, sei immer noch ein Thema. Selbst zwei Monate nach der Flut und bei diesem Kaiserwetter, betont Günther Linsel, und Betroffene wie Lutz Celary nicken. Rund 1,70 Meter stand das Wasser im Keller des Debschwitzers. Werkstatt und Fitness-Raum sind dahin. „Wir haben von dem Angebot des ASB aus der Zeitung erfahren, kamen dann aber gleich auf die Warteliste, weil die Nachfrage so groß war“, sagte er, froh, dass es nun geklappt hat. Auch Dieter Höfer aus Zwötzen, Christa Meißner aus Untermhaus und Peter Hoffmann aus Heinrichsgrün steht die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben.

 

Organisiert hat die Raumentfeuchter der ASB-Bundesverband. „500 Trockengeräte haben wir angeschafft. Sie kommen vor allem in den Hochwassergebieten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zum Einsatz“, sagte Dirk Biereige, der beim Samariterbund die Hochwasserhilfen koordiniert.

 

! Wer Raumentfeuchter braucht, meldet sich unter (0365) 4304730

Quelle: otz.de

Pfadfindergruppe hilft Flutopfern

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Sülzhayn (Kreis Nordhausen). Matthias Hergt und Reinhard Waldeck für die Royal Rangers der Evangelischen Freikirche „Haus Davids“ berichten:

Bereits als wir in Tangermünde kurz Station machen, um Schlafsäcke und Isomatten in unserem Nachtquartier für das Wochenende abzustellen, rümpfen wir die Nase über den eigenartigen Geruch, der in der Luft liegt. Kurze Zeit später treffen wir mit fünf Erwachsenen und fünf Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren in Fischbeck, dem derzeit wohl bekanntesten Ort Deutschlands, am Koordinationsstützpunkt für alle Hochwasserhelfer ein. Und auch hier stinkt es einfach nur nach fauligem Wasser. Das Hochwasser hat sich überwiegend aus der Ortslage zurückgezogen, ebenfalls die meisten Kamerateams.

 

Aber die Spuren der Ereignisse der letzten Wochen sind deutlich an Hauswänden, in den Vorgärten und besonders in den Gesichtern der Einheimischen zu entdecken. Die große Aufmerksamkeit in den Medien für die zweite Jahrhundertflut binnen 10 Jahren in Mitteldeutschland ist anderen Meldungen gewichen, aber nun geht die praktische und auch mentale Bearbeitung der Auswirkungen erst richtig los. Und aus diesem Grund machten wir uns als eine Gruppe christlicher Pfadfinder (Royal Rangers) aus der Evangelischen Freikirche „Haus Davids“ Ellrich/Sülzhayn am letzten Juniwochenende in die Altmark auf, um die Menschen dort beim Aufräumen zu unterstützen. Wir haben Schmutzwasserpumpe, Notstromaggregat, Hochdruckreiniger und Werkzeug dabei. Die Gerätschaften wurden uns von Nordhäuser Firmen oder dem Kinder- und Jugendheim „Frohe Zukunft Nordhausen“ geliehen.

 

Auch nehmen wir etliche Kleidersäcke sowie 1.500 Euro in bar mit, die unter anderem Ellricher Bürger am Wochenende zuvor, aber auch Freunde von außerhalb für die Hochwasseropfer gespendet hatten. Am Freitagabend stoßen noch fünf Frauen von den Royal Rangers aus Schmalkalden zu uns, um ebenfalls mitzuhelfen. Also könnten wir gleich auf unterschiedliche Art und Weise loslegen. Aber so einfach ist die Situation gar nicht. Obwohl es sichtbar überall viel Arbeit gibt, entsteht es für uns in diesen drei Tagen auch Leerlauf.

 

Ein Hauptgrund dafür ist, dass einige Betroffene gar keine Hilfe anfordern oder auch Verantwortungsträger Helfer von auswärts regelrecht ablehnen.Aber schließlich bekommen wir Adressen, wo um Unterstützung gebeten wurde. Wir schlagen Putz von den Wänden, räumen Scheunen oder ganze Wohnhäuser leer und können sogar bereits Terrassen und Wege mit dem Hochdruckreiniger säubern. Wir haben in diesen Tagen viel gesehen und erlebt, liebe Menschen kennengelernt und wir sind dankbar, unsere Kraft, Zeit und auch Geld zur Unterstützung anderer und eben nicht nur für die eigenen Belange einsetzen zu können.

 Quelle: otz.de

 

Mut machen fürs Geschäftsleben in Gößnitz

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Deutscher Fleischerverband und Gilde Frischezentrum in Essen spenden für zwei Handwerksbetriebe aus Gößnitz.

Gößnitz. Mit zwei Geldspenden wollen der Deutsche Fleischerverband und Gilde Frischezentrum in Essen zwei Gößnitzer Fleischereihandwerksbetrieben Mut machen, um ihren Handwerksbetrieb nicht aufzugeben. Dabei handelt es sich um die Fleischereien Winkler und Stötzner, die vom Juni-Hochwasser arg betroffen sind und jetzt mit den finanziellen Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben.

 

Auf eine Schadenshöhe von rund 100 000 Euro muss die Fleischerei Winkler in der Zwickauer Straße verweisen. 40 Zentimeter hoch stand das Hochwasser am 2. und 3. Juni in der Fleischerei. Mit 2,50 Meter stand der Keller komplett unter Wasser. „Zum Glück konnten wir die wichtigsten Maschinen retten, so dass wir kaum Produktionsausfall hatten“, erzählt Maik Winkler. Gemeinsam mit Freunden und der Gößnitzer Feuerwehr war die Maschinen-Rettungsaktion noch gelungen, bevor das Hochwasser der Pleiße unter anderem die Heizungsanlage, Ladeneinrichtung, zwei Kühlzellen, Fußböden und Ware im Wert von 15 000 Euro vernichtete. Das Problem: Die Winklers sind gegen solche Fälle wie Hochwasser nicht versichert. Weshalb die Spende von insgesamt 7000 Euro von Fleischerband und Gilde Frischezentrum jetzt wirklich gut gebraucht werden kann.

 

Gut gebrauchen kann die Spende von 3700 Euro auch Katrin Schmidt von der Fleischerei Stötzner. In ihrem Handwerksbetrieb allerdings hat das Pleißehochwasser noch deutlichere Spuren hinterlassen. Totalschaden – um es kurz zu fassen. Alles ist dahin und wird derzeit wieder aufgebaut. Der Schaden allein am Bau wird gegenwärtig auf 135″000 Euro geschätzt. Der Schaden am Maschinenpark wird wohl auf die 190″000 Euro hinauslaufen. Letzteres steht noch nicht fest, da die Maschinen gegenwärtig alle noch überprüft werden für die Versicherung. Deren Schutz kann Katrin Schmidt glücklicherweise in Anspruch nehmen. Einen guten noch dazu. Abgedeckt sind beispielsweise auch Betriebsunterbrechungen und Löhne. Ihre Mitarbeiter sind jetzt ersteinmal in bezahltem Urlaub. Katrin Schmidt und ihre Familie managen indes die Baustelle. Dort gibt es noch keinen Strom und kein Festnetz fürs Telefon. Die Wände sind nackt bis auf die Ziegelsteine. Bis letzten Freitag liefen hier die Trockner auf vollen Touren. Im Oktober, so das Ziel der 40-Jährigen, soll die Fleischerei wieder eröffnet werden mit den original Fliesen im Verkaufsraum und der gläsernen Decke, die die Kundschaft der Stötzners bereits seit vielen Jahren kennen. Denn diese Fliesen und diese Glasdecke gehören zu den wenigen Dingen, die vom Hochwasser der Pleiße am ersten Juni-Wochenende verschont geblieben sind.

 

Dass Katrin Schmidt den Familienbetrieb aufgeben könnte nach dieser Katastrophe, stand für die 40-Jährige eigentlich nie wirklich zur Debatte. „Dafür“, so sagt sie, „mache ich viel zu gerne Wurst.“

Quelle: otz.de

 

 

Harztor (Kreis Nordhausen). Vom Benefizkonzert „Harztor für Gruna 2013“ hatten wir bereits berichtet. Hier nun noch ein bericht von Dirk Daniel:

Am letzten Samstag veranstalteten wir von der privaten Aktion „Harztor für Gruna 2013“ ein Benefizkonzert im Saal der Gaststätte „Zum Sachswerfer Handwagen“. Dieser wurde uns freundlicherweise von den Wirten Mike Muth und Stefan Hoffmann zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus kümmerten sie sich um das leibliche Wohl und die an dem Abend nötigen kühlen Getränke. Unsere Gäste, die Künstler und auch wir fühlten uns sehr gut aufgehoben. Ein Konzert ohne die passende Technik funktioniert natürlich nicht, und so freuten wir uns über die mehr als fachkundige Betreuung durch die Firma „MST Medien“ aus Nordhausen. Wolf-Dieter Mengel und Steffen Henke stellten uns eine erstklassige Ton- und Lichtanlage zur Verfügung, von der auch die Künstler begeistert waren.

 

Und es waren einige angereist: das Warmup übernahm der bekannte Nordhäuser DJ Patrick Börsch und sorgte für die ersten Tanzwütigen vor der Bühne. Weiter ging es mit der Band „Mirage“, die extra aus Leipzig angereist war. Ihre Mischung aus elektronischem Pop und rockigen Klängen kam gut an und die Anwesenden kamen nicht nur aufgrund der warmen Temperaturen ins Schwitzen. In der Umbaupause gab es eine kleine Überraschung: Ina Landgraf und die Gruppe „Jahanara“ aus Harztor hatten es sich nicht nehmen lassen, eine feurige und mitreißende Bauchtanz-Performance zu zeigen. Da zückten nicht nur die anwesenden Männer die Foto-Handys. Gleich im Anschluss trat dann Toni Drobner von den „Dieselcowboys“ gemeinsam mit seinem Schüler Arthur auf. Im Publikum war man sich nach dem etwa halbstündigen Programm einig: wie die jungen „Simon & Garfunkel“! Dann durften wir den extra angereisten Bürgermeister der kleinen Gemeinde Gruna, Lothar Schneider, begrüßen. In einem spontanen Interview stand er Rede und Antwort und erzählte von den schwierigen Bedingungen vor Ort, aber auch von der Stärke und dem Willen der Menschen in Gruna. Er überbrachte viele Dankesgrüße von der Mulde und überreichte stellvertretend an Petra Gerlach und Dirk Daniel einen mitgebrachten Präsentkorb voller lokaler Köstlichkeiten.

 

Weiter ging es mit dem Nordhäuser Duo „Infernosounds“. Conny und Marko hatten es sich schon im Vorfeld nicht nehmen lassen, einen speziellen Song zur Thematik zu produzieren. In nur 24 Stunden entstand dabei „Flut (Leben in Not)“. Diesen und viele andere Songs, u.a. schon von ihrem nächsten Album, brachten sie im „Handwagen“ zur Aufführung. Ebenfalls Gast am Abend war Andreas Teichert aus Berlin, Chef des „DTRG Vereinigung für internationale Katastrophenhilfe“ e.V., der gemeinsam mit Lebensgefährtin und Sohn angereist war. In einem kleinen Interview erzählte er von seinen Erfahrungen vor Ort zum Zeitpunkt der Flut und auch in den Wochen danach. So war er erst vor Wochenfrist mit freiwilligen Helfern aus Berlin in Gruna, um direkt in den noch stark vom Hochwasser geschädigten Häusern zu helfen. Schließlich enterten „Out Of Vogue“ aus Weimar die Bühne. Mit ihrer erfrischenden Art und professionellen Spielweise steckten sie noch den Letzten im Saal an und wurden begeistert gefeiert. Auch einige CDs der Jungs gingen über den Verkaufstisch, den sie gemeinsam mit „Infernosounds“ betrieben.

 

Dass die Einnahmen aus den Verkäufen in unsere Aktion einflossen, war für die Bands eine Selbstverständlichkeit. Für uns war es keinesfalls selbstverständlich, sondern eine große Freude, dass alle Künstler auf ihre Gagen verzichteten. Auch die Firma „MST Medien“ und das Team vom „Sachswerfer Handwagen“ stellten uns keine Rechnung. Ganz im Gegenteil: so sammelten die Mitarbeiter selbst zusätzliche Spendengelder und auch die beiden Wirte griffen noch einmal tief in ihre Tasche. Außerdem erreichte uns noch eine größere anonyme Geldspende. Insgesamt erbrachte der Abend einen Erlös in Höhe von 1.592,- Euro für die Aktion „Harztor für Gruna 2013“. Dieses Geld werden wir nun wieder zielgerichtet einsetzen, um den Menschen vor Ort helfen zu können. Denn auch wenn man in den Medien nur noch selten etwas über die Flut und ihre Folgen liest, hört oder sieht: die Schäden an den Häusern sind noch lange nicht beseitigt. Und darum werden wir auch weiterhin alles uns Mögliche tun, um den Leuten in Gruna zu helfen.

 

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die sich rund um das Benefizkonzert mit eingebracht und unser Anliegen damit unterstützt haben. Vielen Dank an die Gäste des Abends und die tolle Spendenbereitschaft. Vielen Dank an die Medien, die regelmäßig über unsere Arbeit berichten und damit Gruna nicht vergessen lassen. Und vielen Dank an die lieben Gäste aus Gruna (Bürgermeister Lothar Schneider, die „Tagesmutti“ mit ihrem Mann, Nicole, Maria und ihr bezauberndes Töchterchen), die sich extra auf den Weg nach Harztor gemacht haben, um gemeinsam mit uns zu feiern.

Quelle: otz.de