13.600 Gebäude in Hochwasser-Risikozonen

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Rund 13.600 Gebäude in Sachsen-Anhalt liegen nach Angaben der Versicherungswirtschaft in der höchsten Hochwasser-Risikozone. Meist seien sie dennoch nach Einzelprüfung versicherbar, sagte eine Verbands-Sprecherin. Rund die Hälfte der Gebäude in dieser Zone seien bereits versichert – damit liegt Sachsen-Anhalt über dem Bundesdurchschnitt.

 

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Menschen in Sachsen-Anhalt bei der Vorstellung des Fluthilfe-Programms erneut aufgefordert, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Hausbesitzer klagen aber auch, in Hochrisikogebieten keine Versicherung zu erhalten. Die MZ beantwortet wichtige Fragen dazu.

Wie problematisch ist die Versicherung am Fluss?

Grundsätzlich werden Gebiete in vier Gefahrenklassen aufgeteilt. Bundesweit liegen rund 280.000 Haushalte in Gefahrenklasse 4 – der Hochrisikozone, oft in unmittelbarer Wassernähe und statistisch alle zehn Jahre von einem Hochwasser betroffen. In Sachsen-Anhalt betrifft das 13600 Adressen (2,2 Prozent). Versicherer sagen, dass bundesweit 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Elementarschäden versichert werden können. „Das heißt aber nicht, dass der Rest nicht versicherbar ist. Dort muss es nur individuelle Lösungen geben“, so Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Übrig bleibe dann nur ein kleiner Rest, der tatsächlich nicht versicherbar ist. Der GVD rät, mindestens drei Versicherer zu fragen.

Wie hoch ist die Versicherungsquote im Land?

In der Hochrisikozone überdurchschnittlich. 51 Prozent der Gebäude dort sind in Sachsen-Anhalt gegen Elementarschäden versichert – im Bundesschnitt 26 Prozent. Sachsen glänzt mit 60 Prozent. Allgemein haben in Sachsen-Anhalt 38 Prozent aller Gebäude Hochwasserschutz. Wie wichtig der auch außerhalb der Gefahrenklasse 4 ist, zeigt laut GDV die jüngste Flut mit vielen Schäden abseits der Hochrisikozone. „Fast ganz Fischbeck ist zum Beispiel Gefahrenklasse 2 und problemlos versicherbar“, so Jarosch. Fischbeck war nach einem Deichbruch überflutet.

Wie teuer wird die Versicherung im Risikogebiet?

Das lässt sich schwer sagen, weil es tatsächlich vom Einzelfall abhängt. Steht das Haus am Wasser, aber auf einem Hügel? Sind die Keller gefliest? Unter Umständen gibt es Vereinbarungen, dass Technik nur im ersten Stock stehen darf. Die ÖSA legt nach eigenen Angaben viel Wert auf bauliche Forderungen, um Prämien bezahlbar zu halten: etwa Metallschotten für Fenster. Einen groben finanziellen Anhaltspunkt nennt die Allianz: Der Jahresbetrag für den Elementareinschluss bei einem 140-Quadratmeter-Haus in Gefahrenzone eins liege oft im zweistelligen Bereich mit geringer Selbstbeteiligung. „In Zone vier kann er im mittleren dreistelligen Bereich mit einem höheren Selbstbehalt liegen. Der Beitrag variiert sehr je nach Hausgröße, Bauart und Bauausstattung“, so eine Sprecherin.

Wo sehen Eigentümer, in welcher Zone sie leben?

Zugriff auf solche Daten haben vor allem die Versicherungsmakler selbst. Seit April 2012 gibt es aber auch eine Internetseite „Zürs public“, auf der sich Hausbesitzer per Mausklick über Naturgefahren für ihre konkrete Adresse informieren können. Bislang sind dort allerdings nur Sachsen und Niedersachsen abrufbar. Sachsen-Anhalt könnte nach Angaben des Umweltministeriums 2014 folgen.

Ändern sich die Gefahrenzonen nach einem Hochwasser wie im Juni?

Grundsätzlich werden sie nach Angaben des GDV jährlich an die aktualisierten Daten von Wasserbehörden angepasst. Das bedeute aber nicht immer automatisch eine Verschlechterung, so Jarosch. In der flutgebeutelten Altstadt von Hitzacker (Niedersachsen) sei nach dem Bau einer Hochwasserschutzmauer der Stadtkern von der bis 2009 geltenden Gefahrenklasse 4 in Klasse 2 abgestuft worden.

Quelle: mz-web.de

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