Fluthilfe: Leser spendeten mehr als eine halbe Million Euro

Veröffentlicht: August 6, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Erfurt. Eine halbe Million Euro. So viel Geld haben Leser unserer und der Ostthüringer Zeitung in ihrer gemeinsamen Aktion bislang für die Opfer der Jahrhundertflut gespendet. Eine Zahl, die viel über die Bereitschaft der Thüringer erzählt, zu helfen, wenn Nachbarn in Not geraten.

Partner der Aktion ist die Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie machte für viele Betroffene bereits schnelle Ersthilfe möglich, während die Mühlen staatlicher Bürokratie zuweilen langsam mahlen. Zwar haben vorige Woche Bund und Länder eine Vereinbarung unterzeichnet, die Finanzhilfen für die Reparatur von Hochwasserschäden in sieben Sonderprogrammen regelt. Erste Zahlungen sollen noch im August fließen. Doch mit wie viel staatlicher Hilfe am Ende der Einzelne wirklich rechnen kann, ist immer noch unklar.

 

Klar ist die Gesamtsumme von acht Milliarden. Beschlossen ist auch seit Ende Juli, dass private Eigentümer Kosten für Reparaturen an Haus und Einrichtung bis zu 80 Prozent erstattet bekommen können.

 

Doch die genaue Höhe wird von den Ländern festgelegt. Denn auch von der Flut betroffene Betriebe, Landwirte und Forschungseinrichtungen haben ein Recht auf Zuschüsse aus diesem Fonds. Außerdem werden Versicherungsleistungen und andere Hilfen angerechnet.

 

Zusätzliches Geld könnte auch aus Brüssel fließen. Die EU hat Deutschland 350 Millionen in Aussicht gestellt. Doch auch das wird dauern.

 

Schnelle Hilfe in den ersten Wochen

Doch erst wenn Betroffene genau wissen, welche Hilfen sie erwarten, können sie planen, wie es weitergehen soll. Die Diakonie mahnte deshalb erneut schnelle Klarheit über die staatlichen Hilfen an.

 

Der Alltag kann aber nicht immer so lange warten. Aus den Spendengeldern der Aktion „Thüringen hilft“ zahlte die Diakonie Mitteldeutschland deswegen bislang viele sofortige Haushaltsbeihilfen von bis zu 1500 Euro. So konnte dank der Spenden unserer Leser unter anderen schon geholfen werden:

  • Martha und Rudi Paul aus Wünschendorf
  • Familie Christoph aus Gera
  • dem Ehepaar Lunow mit ihren acht Kindern aus Berga
  • Familie Wolter aus Wünschendorf
  • Michael und Daniela Haubold aus Gößnitz
  • Rolf-Dieter Gebhardt aus Gera-Untermhaus

Insgesamt 85 Familien wurden bereits bedacht. Schnelle und unbürokratische Hilfen, mit denen das Notwendigste für den Alltag – wie ein Kühlschrank oder Kleidung – gekauft werden konnte. Außerdem finanzierte die Diakonie bisher 300 Trockner aus den Spenden.

 

Der Großteil des Spendengeldes, erklärt Diakonie-Chef Eberhard Grüneberg, werde ausgezahlt, wenn feststeht, wie viel Geld von den Versicherungen und vom Staat fließt. Die Spenden der Leser sollen vor allem dort helfen, wo andere Hilfen nur spärlich fließen.

 

Die teuerste Naturkatastrophe der deutschen Geschichte

Das Hochwasser vom Juni hat für einen neuen Negativ-Rekord gesorgt. Noch nie war der volkswirtschaftliche Schaden einer Naturkatastrophe derart hoch. Zu dieser Einschätzung kommt die Versicherungswirtschaft.

 

Nach einer ersten Bilanz entstanden rund 180.000 versicherte Schäden in Höhe von fast 2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Elbe-Flut 2002 verursachte versicherte Schäden von 1,8 Milliarden.

 

Ursache für das Hochwasser 2013 waren heftige Regenfälle. Dadurch sind viele Schäden weitab großer Flüsse entstanden – sowie in Regionen, in denen es sonst nur äußerst selten zu Hochwasser kommt.

Quelle: otz.de

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