Archiv für August 6, 2013

Die Spendenaktion im Rahmen des 79. Internationalen Schleizer Dreieckrennen der Interessengemeinschaft Gespannrennen e.V. (IGG) für den vom Hochwasser schwer gezeichneten Ort Wünschendorf gestaltete sich zu einem vollen Erfolg für alle Beteiligten.

Schleiz. Das ganze Wochenende über wurde mittels einer Tombola, einer Versteigerung und eines T-Shirt-Verkauf Geld für die Sanierung der 3000 Einwohner Gemeinde gesammelt. Auch der Erlös der gefragten Taxi-Fahrten in einem Renngespann kam der Aktion zugute. Insgesamt kam die stolze Summe von 4550,10 Euro zusammen, da auch der gastgebende MSC Schleizer Dreieck die Startgelder aus dem traditionellen Fußballturnier nochmals aufrundete und komplett beisteuerte.

 

Wünschendorf war Anfang Juni nach dem Hochwasser schwer gezeichnet. Rund eine Million Euro Schaden hatte die Gemeinde, die an den beiden Flüssen Elster und der Weida gelegen ist, Schäden in der Infrastruktur zu verzeichnen. Noch weitaus höher, zwischen 6 bis 8 Millionen Euro, lagen die Schadensmeldungen im privaten Bereich. Und genau dorthin sollen sämtliche Spendengelder ausschließlich fließen. Der stellvertretende Bürgermeister Harald Caba nahm dankend einen symbolischen Scheck von der IGG in Empfang und zeigte sich nicht nur von der Aktion der Gespannfahrer beeindruckt, sondern äußerte auch sein wieder erwecktes Interesse am Schleizer Dreieck.

Quelle: otz.de

Erfurt. Eine halbe Million Euro. So viel Geld haben Leser unserer und der Ostthüringer Zeitung in ihrer gemeinsamen Aktion bislang für die Opfer der Jahrhundertflut gespendet. Eine Zahl, die viel über die Bereitschaft der Thüringer erzählt, zu helfen, wenn Nachbarn in Not geraten.

Partner der Aktion ist die Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie machte für viele Betroffene bereits schnelle Ersthilfe möglich, während die Mühlen staatlicher Bürokratie zuweilen langsam mahlen. Zwar haben vorige Woche Bund und Länder eine Vereinbarung unterzeichnet, die Finanzhilfen für die Reparatur von Hochwasserschäden in sieben Sonderprogrammen regelt. Erste Zahlungen sollen noch im August fließen. Doch mit wie viel staatlicher Hilfe am Ende der Einzelne wirklich rechnen kann, ist immer noch unklar.

 

Klar ist die Gesamtsumme von acht Milliarden. Beschlossen ist auch seit Ende Juli, dass private Eigentümer Kosten für Reparaturen an Haus und Einrichtung bis zu 80 Prozent erstattet bekommen können.

 

Doch die genaue Höhe wird von den Ländern festgelegt. Denn auch von der Flut betroffene Betriebe, Landwirte und Forschungseinrichtungen haben ein Recht auf Zuschüsse aus diesem Fonds. Außerdem werden Versicherungsleistungen und andere Hilfen angerechnet.

 

Zusätzliches Geld könnte auch aus Brüssel fließen. Die EU hat Deutschland 350 Millionen in Aussicht gestellt. Doch auch das wird dauern.

 

Schnelle Hilfe in den ersten Wochen

Doch erst wenn Betroffene genau wissen, welche Hilfen sie erwarten, können sie planen, wie es weitergehen soll. Die Diakonie mahnte deshalb erneut schnelle Klarheit über die staatlichen Hilfen an.

 

Der Alltag kann aber nicht immer so lange warten. Aus den Spendengeldern der Aktion „Thüringen hilft“ zahlte die Diakonie Mitteldeutschland deswegen bislang viele sofortige Haushaltsbeihilfen von bis zu 1500 Euro. So konnte dank der Spenden unserer Leser unter anderen schon geholfen werden:

  • Martha und Rudi Paul aus Wünschendorf
  • Familie Christoph aus Gera
  • dem Ehepaar Lunow mit ihren acht Kindern aus Berga
  • Familie Wolter aus Wünschendorf
  • Michael und Daniela Haubold aus Gößnitz
  • Rolf-Dieter Gebhardt aus Gera-Untermhaus

Insgesamt 85 Familien wurden bereits bedacht. Schnelle und unbürokratische Hilfen, mit denen das Notwendigste für den Alltag – wie ein Kühlschrank oder Kleidung – gekauft werden konnte. Außerdem finanzierte die Diakonie bisher 300 Trockner aus den Spenden.

 

Der Großteil des Spendengeldes, erklärt Diakonie-Chef Eberhard Grüneberg, werde ausgezahlt, wenn feststeht, wie viel Geld von den Versicherungen und vom Staat fließt. Die Spenden der Leser sollen vor allem dort helfen, wo andere Hilfen nur spärlich fließen.

 

Die teuerste Naturkatastrophe der deutschen Geschichte

Das Hochwasser vom Juni hat für einen neuen Negativ-Rekord gesorgt. Noch nie war der volkswirtschaftliche Schaden einer Naturkatastrophe derart hoch. Zu dieser Einschätzung kommt die Versicherungswirtschaft.

 

Nach einer ersten Bilanz entstanden rund 180.000 versicherte Schäden in Höhe von fast 2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Elbe-Flut 2002 verursachte versicherte Schäden von 1,8 Milliarden.

 

Ursache für das Hochwasser 2013 waren heftige Regenfälle. Dadurch sind viele Schäden weitab großer Flüsse entstanden – sowie in Regionen, in denen es sonst nur äußerst selten zu Hochwasser kommt.

Quelle: otz.de

Die OTZ fasst zusammen, was sonst noch passierte beim Fußballfest im Ernst-Abbe-Sportfeld, als der Hamburger SV gegen Schott Jena im DFB-Pokalspiel gewann.

 

Gesammelt: Erst die Flut, dann das Flutlicht. Dem geplagten Jenaer Sport spendeten der SV Schott Jena und der HSV 5000 Euro. Die Summe, in die sich beide Verein teilten, soll über den Stadtsportbund an Vereine gehen, die im Juni vom Hochwasser betroffen waren.

Trikot gesichert: Am begehrtesten war das Trikot von HSV-Kapitän Rafael van der Vaart. Mehrere Schott-Spieler nahmen Anlauf, sich das Shirt zu sichern. Maximilian Enkelmann hatte aber vorgesorgt. Kurz vor der Halbzeitpause und kurz vorm Schlusspfiff fragte er den Star und verabredete den Tausch. Beim Gang in die Kabine reichte van der Vaart das Trikot. Für ein nachfolgendes Interview wollte er mit nacktem Oberkörper aber nicht noch einmal in den Innenraum in die Medienzone – und holte den Radiomann einfach in den Spielertunnel.

Überschuss: Jörg Triller vom SV Schott atmete nach dem Schlusspfiff auf: Das Spiel vor 11.800 Zuschauern im ausverkauften Haus ging ohne größere Probleme über die Bühne. Obwohl sein Optimismus vor dem Spiel („Wir gewinnen 8:7 im Elfmeterschießen!“) nicht belohnt wurde, hat sich die erste Runde finanziell für den SV Schott gelohnt. Etwa 100.000 Euro gab es vom DFB für die TV-Übertragung und die Werbebanden. Hinzu kommen die Zuschauereinnahmen, die nach Abzug der vorgeschriebenen, aber mit 15 Prozent eigentlich zu niedrig angesetzten Kostenpauschale, geteilt wurden. „Wir werden das Pokalgeld gut anlegen“, sagt Triller. Den Wunsch, einige Sitzreihen am Nebenplatz des Abbe-Sportfeldes aufzustellen, auf dem Schott normalerweise spielt, muss noch warten. „Wir wissen leider nicht, wie es mit der Anlage weitergeht, wenn das Stadiongelände umgestaltet wird.“

Unparteiischer unsportlich: Der Schiedsrichter-Assistent Eduard Beitinger an der Gegengerade zog den Unmut der Zuschauer auf sich, als er in Halbzeit zwei eine Abseitsstellung des HSV nicht erkannte. Die Zuschauer beschimpften den Unparteiischen, der dem Publikum zweimal in Folge den Mittelfinger hinter seinem Rücken zeigte. Was er nicht wusste: Die Kamera war beim zweiten Mal auf ihn gerichtet. Obwohl der DFB-Mann vor Ort zunächst abwiegelte, der Assistent habe nur die Nachspielzeit anzeigen wollen, liest man in der Frankfurter Zentrale vielleicht aufmerksam die Zeitung…

Scharmützel am Rande: Der Bus des Hamburger SV verließ Jena mit einer Schmiererei in gelber Farbe. Vor dem Spiel und nach der Partie kam es zu Unstimmigkeiten zwischen HSV-Fans und Einheimischen im Stadtzentrum. Muss das bei einem Fußballfest sein?

Gute Laune im Bus: Die HSV-Profis ließen sich im Jenaer Stadion noch einen Salat und Pasta schmecken, dann machten sie sich auf die Rückreise nach Hamburg. „Wir haben Sky im Bus, da werden wir uns informieren, was auf den anderen Plätzen passiert ist“, sagt Sportdirektor Oliver Kreuzer.

Quelle: otz.de

 

 

Mühlhausen. Johannistalbach trat wiederholt über die Ufer. Grünflächenamt der Stadt kündigt außerplanmäßige Kontrolle an

Das, was sich dieser Tage am Johannistalbach ereignete, das sei zu erwarten gewesen. Die Kleingärtner, die entlang des Bachlaufs ihrem Hobby nachgehen und Erholung suchen, empören sich. „Zwar wird es immer wieder uns in die Schuhe geschoben, dass wir am Ufer unsere Gartenabfälle entsorgen, aber dem ist nicht so“, empört sich eine Dame. Vielmehr sei es so, dass der Bach vom Grünflächenamt der Stadtverwaltung nur nachlässig gesäubert und gepflegt werde, lautete die Kritik.

 

Vor zwei Wochen hatte starker Regen den Pegel im Johannistalbach ansteigen lassen. Mehr noch: Am Kreisel zwischen Tonberg- und Mittelstraße trat das Wasser über die Ufer. Die Feuerwehr der Stadt war im Einsatz, um das Schutzgitter von Pflanzen zu befreien (unsere Zeitung berichtete). Nicht zum ersten Mal im Übrigen. Allerdings schwammen in der Vergangenheit auch schon Plastekanister und anderes wild Entsorgtes in dem kleinen Bach, verstopften die Auffangrechen.

 

Stadt kümmert sich um 83″Wasserkilometer

„Die Stadtverwaltung wird in den nächsten Tagen den Lauf des Johannistalbachs noch einmal überprüfen – außerhalb der turnusmäßigen Kontrollen“, hieß es jetzt von einem Sprecher der Verwaltung, nachdem sich die Anwohner beklagt hatten.

 

Nach derzeitiger Einschätzung des zuständigen Fach­bereichs für Grün- und Verkehrsflächen sei für die jüngste Überschwemmung vor allem die extreme Wetterlage mit den hohen Niederschlagsmengen innerhalb von kurzer Zeit ursächlich gewesen. Auch der Feuerwehreinsatz am Kreisel habe ergeben, dass die Verstopfung am Auffangrechen zum größten Teil auf Grünalgen zurückgegangen sei und nicht auf Schnittabfälle. Auch am bachaufwärts gelegenen ersten Auffangrechen, auf Höhe Pestalozzischule, fand sich beim jüngsten Einsatz kaum Schwemmholz, hieß es.

 

Die Stadt kümmert sich nach eigenen Angaben um insgesamt 83 Kilometer Bachläufe und wasserführende Gräben. Der Wildwuchs an den Ufern wird durch die Mitarbeiter des Bauhofes in regelmäßigen Abständen beseitigt und entsorgt.

 

„Neben ganzjährigen Kontrollgängen wird in jedem Herbst eine umfassende Gewässerschau durchgeführt. Etwaige Gefahrenstellen werden aufgenommen und anschließend nach Dringlichkeit beseitigt“, heißt es von Stadtsprecher Christian Fröhlich nach Anfrage unserer Zeitung. Zuletzt seien Arbeiten schwerpunktmäßig entlang der Breitsülze, am Popperöder Bach zwischen Schneidemühlenweg und Obermühlenweg, am Felchtaer Bach oberhalb Weidensee und unterhalb des Gewerbegebietes oder am Pfafferöder Steingraben durchgeführt worden.

 

Die beiden Auffangrechen entlang des Johannistalbachs werden nach Angaben der Verwaltung jede Woche kontrolliert und nach Bedarf gereinigt.

Quelle: otz.de

Die bisher ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf rund 600 000 Euro. Noch bis 31. August ist Zeit, beim Landwirtschaftsamt in Rudolstadt Anträge auf Fluthilfe zu stellen.

Golmsdorf/Schöps. Von 30 Hektar mit Winter­gerste, 79 Hektar mit Winter­­weizen und 86 mit Mais angebauten Hektar werden die Landwirte der Agrargenossenschaft Schöps in ­diesem Jahr nichts ernten. Die Felder, auf denen sie im letzten Herbst bzw. Frühjahr das ­Getreide und die Futterpflanzen abgebaut hatten, liegen allesamt zwischen Großpürschütz und Maua in der Saaleaue. Beim Hochwasser Anfang Juni waren die Felder überschwemmt. 227 der 1600 Hektar Fläche des Unternehmens waren über­flutet, auf einem Teil der Äcker haben die Landwirte Total­ausfälle der Ernte zu beklagen.

 

Nach ersten Schätzungen eines Gutachters belaufen sich die Flutschäden des Unternehmens auf rund 175 000 Euro. „Wir hatten die Schäden doch etwas höher eingeschätzt, aber, das Urteil des Gutachters gilt“, sagte Graf auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir dachten zwar, dass wir Fachleute genug sind, aber es wird nun mal eine externe Einschätzung verlangt.“ Die Richtlinie des Landes Thüringen, nach der land- und forstwirtschaftliche Unternehmen einen finanziellen Ausgleich für Überschwemmungsschäden erhalten, schreibt die Einbeziehung eines Gutachters bei einer Schadenssumme von mehr als 100 000 Euro vor.

 

Ein solcher Sachkundler wird deshalb auch in der Gleistal ­Agrar eG über die Felder gehen und die Hochwasserschäden ­begutachten. Agrar-Chef Ralf Wickler spricht von Verlusten in Millionen-Höhe. Sein Unternehmen gehört zu den am schwersten betroffenen Landwirtschaftsbetrieben in Thüringen. 350 Hektar standen unter Wasser, auf 240 Hektar seien Erntetotalschäden zu beklagen. Vier der fünf Tochterfirmen, die zur Agrar eG gehören, hätten je 2000 Euro Soforthilfe erhalten, doch das sei angesichts der wirklichen Schäden nur der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein. Und: die Soforthilfe wird mit anderen Hilfen verrechnet.

 

Was Wickler zusätzlichen ­Ärger bereitet: „Ich erinnere mich noch an die Fernsehbilder in den Fluttagen und die Versicherung der Politiker, dass man den Bauern ihre Ernteausfälle 100-prozentig ersetzen müsse“, sagt er. „Doch in der nun verabschiedeten Thüringer Richtlinie steht eindeutig, die Höhe der Zuwendung beträgt bis zu 50 Prozent des Gesamtschadens“. Es sei also längst nicht einmal sicher, ob überhaupt wenigstens die Hälfte der Ausfälle ausgeglichen werden könnte.

 

Wickler kritisiert zudem die komplizierten Antragsverfahren und „fast täglich neue Regularien“. Dazu gehöre auch, dass mögliche Erträge auf den Äckern, die nach dem Hochwasser aufwendig trockengelegt und neu bestellt wurden, von den Ausgleichszahlungen abgezogen würden. „Wir haben für die Wiederbestellung extrem hohen Aufwand treiben müssen, gleichzeitig konnten die Kollegen nicht auf den anderen Schlägen eingesetzt werden, etwa zum Jauchefahren oder zur Feldvorbereitung, weil sie in Wat­hosen und mit Spaten drei ­Wochen Gräben gezogen haben auf den nassen Feldern.“

 

Jürgen Hebert vom Landwirtschaftsamt in Rudolstadt, das die Fluthilfe-Förderanträge der Landwirte auch aus dem Saale-Holzland-Kreis entgegen nimmt, bestätigt, dass es Ertragsrichtwerte für die verschiedenen Zweitkulturen gibt, die auf die Flutverluste angerechnet werden. Dafür könnten jedoch auch die Gutachterkosten von den Unternehmen als Belastung mit aufgerechnet werden.

 

Nach seinen Angaben wurden bisher 20 Anträge auf Schadensausgleich von Agrarunternehmen im Rudolstädter Amt ein­gereicht, 13 davon sind bereits geprüft und an die Thüringer Aufbaubank, die die Hilfen auszahlt, weiter gereicht worden. Der Großteil der in Schwierigkeiten gekommenen Unternehmen sei im Saale-Holzland-Kreis ansässig. „Die bisher ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf rund 600 000 Euro. Doch dabei wird es nicht bleiben, denn die Anträge einiger großer Unternehmen fehlen noch“, sagte Hebert. Dazu gehören die Agrargenossenschaft Catharinau in Uhlstädt-Kirchhasel genauso wie die Gleistaler Agrar eG oder ein großer Privatbetrieb in Etzelbach.

 

Noch bis 31. August ist Zeit, die Anträge auf Fluthilfe zu stellen.

Quelle: otz.de

Nach dem Juni-Hochwasser der Elbe muss der Werkenraum wiederhergerichtet werden.

Behringen. Vertreter verschiedener Vereine haben sich entschieden, den Erlös des Sommerfestes aus dem letzten Jahr einer vom Hochwasser betroffenen Schule zu spenden.

In Anbetracht des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehren Behringen und Wenigenlupnitz im Hochwassergebiet fiel die Entscheidung auf die Grundschule in Wust. Anfang August machten sich einige Vertreter der beteiligten Vereine auf den Weg. Wust ist ein kleiner Ort in Sachsen-Anhalt in der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land ganz in der Nähe von Stendal. Der Werkenraum der Grundschule soll mit der Spende wieder hergerichtet werden, denn dieser wurde vom Juni-Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: otz.de

Dem vom Hochwasser stark betroffenen Unternehmen wird erneut finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

Eisenberg. In einer Pressemitteilung stellt das Thüringer Wirtschaftsministerium für die beim Juni-Hochwasser stark betrof­fene Stahlgießerei Silbitz Guss erneut Hilfen in Aussicht.

 

Das Unternehmen könne in Kürze Unterstützung aus dem Aufbauhilfefonds beantragen, den Bund und Länder gemeinsam finanzieren, heißt es. „Vergangene Woche wurde er vom Thüringer Kabinett verabschiedet, jetzt muss er in Brüssel no­tifiziert werden“, sagte die stell­vertretende Pressesprecherin des Wirtschaftsministerium, ­Larissa Schulz-Trieglaff.

 

Der Fonds stellt unter anderem Hilfen für Unternehmen und wirtschaftsnahe Infrastruktur zur Verfügung. „Sobald der mit insgesamt acht Milliarden Euro ausgestattete Aufbauhilfefonds zur Verfügung steht, kann das Unternehmen finanzielle Hilfen beantragen.“

 

Landesbürgschaft wurde nicht benötigt

Das Thüringer Wirtschafts­ministerium und die Thüringer Aufbaubank (TAB) stünden ­darüber hinaus in engem Kontakt mit den Geschäftsführern von Silbitz Guss. Wirtschafts­minister Matthias Machnig (SPD) hatte dem Unternehmen bei seinem Besuch im Juni Unterstützung mittels einer Landesbürgschaft angeboten, die Silbitz aber nicht in Anspruch nehmen wollte, da das Unternehmen von seiner Versicherung Geld für den Produktionsausfall und zur Besei­tigung der Hochwasserschäden bekommen sollte, so die Pressesprecherin. Der TAB-Vorstandsvorsitzende Matthias Wierlacher sei das erste Mal sofort nach Beginn des Hochwassers und kurze Zeit später ein weiteres Mal bei dem Unternehmen gewesen, um Hilfe anzubieten und zu beraten.

 

Soforthilfeprogramm traf nicht auf Unternehmen zu

Der Thüringer Wirtschafts­minister hatte in Abstimmung mit den Kammern und Verbänden der Wirtschaft ein Sofort­hilfeprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro initiiert, das am 17. Juni in Kraft getreten ist. „Leider konnte Silbitz davon nicht profitieren, da das Unternehmen nicht zu den Kleinunternehmen und Mittelständlern zählt“, so Larissa Schulz-Trieglaff.

Quelle: otz.de

Thüringens Forstverwaltung steckt in diesem Jahr ein Drittel ihrer Gelder für den Waldwegebau in die Beseitigung von Hochwasserschäden. Das Juni-Hochwasser habe im Staatswald Schäden in Höhe von 2,65 Millionen Euro an Wegen, Befestigungen, Dämmen und Durchlässen angerichtet, teilte Thüringenforst gestern mit. Diese würden jetzt beseitigt.

Erfurt. Besonders betroffen seien die Wälder rund um Jena und Stadtroda (Saale-Holzland-Kreis), wo Wege teilweise komplett weggespült wurden und Hänge rutschten, sagte Sprecher Horst Sproßmann. Insgesamt investiert Thüringenforst in diesem Jahr 7,7 Millionen Euro in den Waldwegebau. Dies sei das umfangreichste Investitionsprogramm für Walderschließung der vergangenen Jahre

 

Unter anderem sollen 121 Kilometer neue Forstwege gebaut werden – nach Angaben der Forstverwaltung in rein ökologischer Bauweise mit Verzicht auf Asphaltierung und Flächenversiegelung. Vorgesehen sind auch der Neubau von vier und die Sanierung von 15 Brücken und Durchlässen. Die Arbeiten sind laut Forstverwaltung teilweise schon im Gange, was für Waldbesucher Einschränkungen bei der Begehbarkeit der Wälder mit sich bringt. Thüringenforst ist mit 200 000 Hektar Waldfläche größter Waldbesitzer im Freistaat. Insgesamt finden sich auf rund 550 000 Hektar in Thüringen Wälder.

Quelle: otz.de

Stadt verteilt leere Sandsäcke – Die Sandsackposse von Lohmar

Veröffentlicht: August 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
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Das Ehepaar Winterheld aus Lohmar ist in diesem Jahr bereits zwei Mal vom Hochwasser überrascht worden. Nun haben sie von der Stadt Lohmar für zukünftige Unwetter Sandsäcke erhalten – ohne Füllung.

„Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht!“ Ingrid und Jürgen Winterheld sind immer noch ganz empört. Binnen Jahresfrist sind die Eheleute aus Agger Ende Juni zum zweiten Mal überschwemmt worden. Und erhielten von der Stadt Lohmar für zukünftige Unwetter nun Sandsäcke. Allerdings: leere Sandsäcke.

Im Fernsehen hatten die Rentner einen Auftritt des Beigeordneten Michael Hildebrand verfolgt. „In der Sendung am 24. Juli wies der Beigeordnete auf die Hilfe der Stadt Lohmar hin, der Bauhof halte Sandsäcke bereit“, erinnert sich Ingrid Winterheld. „Am folgenden Tag wollten wir dieses Angebot nutzen, um uns in der Übergangszeit zu schützen.“

Verstopfter Rechen

Doch: „Wir haben leere Säcke erhalten, mit dem Hinweis, den Sand im Baumarkt zu beschaffen und sie bitte selbst zu befüllen“, ärgert sich die 72-Jährige. Ihr Mann sagt: „Rückblickend war es wohl naiv zu glauben, wir bekämen wenigstens hier umfassende Hilfe.“

Denn für die letzte Überschwemmung macht das Ehepaar einen Gitterrechen im Dahlhauser Bach verantwortlich, den die Stadt einsetzte. Seit 1992 wohnen die Winterheld am Fuß des großen Viadukts in Agger und seit jeher murmelt das Bächlein dort ganz lauschig am Haus der Winterhelds vorbei. Nach den schweren Regenfällen am 20. Juni schwoll das Rinnsal jedoch zum kräftigen Sturzbach an.

Die Winterhelds sind sicher: Weil es Äste, Gestrüpp und Steine mitgerissen hatte, stürzten diese in den Gitterrechen am Durchlass unter der Straße. Der Rechen verstopfte, der Bach lief über. Nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Dietmar Schlösser hingegen war der Rechen – der überhaupt erst nach Anfrage von Anwohnern montiert worden sei – zu diesem Zeitpunkt längst wieder entfernt worden.

Wie auch immer: Die Winterhelds bekamen nasse Füße. Keller, Arbeitszimmer und Gästetoilette wurden mit brauner Brühe überschwemmt. Ergeben schippte Jürgen Winterheld die Bescherung aus dem Haus, räumte die Bücherregale aus, rollte durchnässte Teppiche ein. Die Tatsache, dass Bürgermeister Wolfgang Röger an die Bürger appellierte, Eigenvorsorge zu treffen, ärgerte ihn und seine Frau zwar. „Aber wir wissen auch, dass wir uns selber auf den Weg machen müssen“, sagt Ingrid Winterheld.

Schimmel droht

Also ließen die Eheleute schwere Schotten vor ihren Fenstern montieren: bewegliche Metallelemente, die bei Bedarf in eine vormontierte Führschiene gesetzt werden und so das Wasser fernhalten. Rund 1200 Euro habe die Nachrüstung für zwei Fenster gekostet, sagt Jürgen Winterheld. Doch buchstäblich das Fass zum Überlaufen brachte die Sache mit den Sandsäcken. Den leeren Säcken ohne Sand.

Tiefbauamtsleiter Dietmar Schlösser kann die Aufregung allerdings nicht ganz verstehen: „Wir tun mehr als jede andere Kommune, geben Säcke aus, verleihen Pumpen. Das macht sonst keiner.“

Volle Säcke zu verleihen sei absolut nicht praktikabel, weil die Barrieren, einmal nass, sofort schimmeln würden und entleert werden müssten. „Und zweitens können Sie kein Auto mit 300 Kilogramm Sand beladen. Und jeden einzelnen Bürger auch noch beliefern, das geht nun wirklich nicht.“ Die Stadt habe stets kommuniziert, dass nur leere Säcke vergeben werden.

Quelle: ksta.de