Archiv für August 5, 2013

Beim Pumpenfest in Kromsdorf wurde die Feuerwehr gefeiert

Veröffentlicht: August 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Kromsdorf (Weimar). Dankbar zeigten sich die Bewohner in Kromsdorf Nord für die Hochwasser-Hilfe. Erneut gab es allerdings Kritik am Gemeinderat.

Sie tat es bis 1971 und tut es seit neun Jahren wieder: Die Pumpe an der unteren Dorfstraße in Kromsdorf-Nord spendet zuverlässig Wasser. Dafür hatten 2004 Achim und Jürgen Zaubitzer sowie Holger Höhne als umtriebige Anwohner gesorgt. Doch vor neun Wochen war es die Pumpe selbst, die, wie die gesamte Straße, in unerbetenem Wasser stand.

 

Unter dem noch frischen Eindruck des kaum vergangenen Juni-Hochwassers trafen sich die Bewohner am Samstagabend zu ihrem neunten Pumpenfest. „Nicht alle Schäden konnten schon beseitigt werden“, sagte Kerstin Sonnenstedt vom Festkomitee in ihrer Begrüßungsrede. „Das sieht man, wenn man mal bei Achim ins Haus geht.“ Es hatte ebenso im Wasser gestanden wie das von Nachbar Holger Höhne, der den Haussockel entkleidete, damit der jetzt allmählich trocknen kann.

 

Voller Dankbarkeit ist die Dorfstraße für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Kromsdorfs. Deren Mitglieder waren deshalb zum Pumpenfest eingeladen worden. Viele junge Leute gehören dazu, die ihren ersten Hochwasser-Einsatz überhaupt engagiert gemeistert hatten.

 

Ortsbrandmeister Jens Rücker seinerseits gab das Lob an die Dorfstraße zurück: Während es insgesamt mit dem Zusammenhalt in Kromsdorf hapere, seien gerade Leute, die selbst besonders vom Hochwasser betroffen waren, gleichwohl zum Sandschaufeln gekommen. Rücker nutzte das Fest zudem, um eine Anwohnerliste zu aktualisieren, die nach dem Hochwasser von 1994 angelegt wurde.

 

Kerstin Sonnenstedt wiederholte unterdessen die Kritik, die bereits Anfang Juni am Gemeinderates laut geworden war: Von einem großen Teil der Mitglieder habe man sich während des Hochwasser-Wochenendes im Stich gelassen gefühlt.

 

Zwei Tage, bevor das Wasser durch die Straßen floss, hatte Kromsdorf einen Gedenkstein für die Thüringer Sintflut 1613 eingeweiht. Ob das die neue Flut heraufbeschwor, fragte sich auf dem Fest Marga Zaubitzer in ihrem launigen historische Vortrag. Man wünschte sich jedenfalls, das Wasser möge stets aus der Pumpe fließen, nicht mehr aber durch die Dorfstraße.

Quelle: otz.de

Tischler spenden für Tischler

Veröffentlicht: August 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Thüringer Handwerker unterstützen geschädigten Berufskollegen.

Jüngst übergaben der Vorsitzende des Tischlerbandes Thüringen Mike Koch und sein Stellvertreter Klaus-Peter Senf an den Landesinnungsverband des Sächsischen Tischlerhandwerks eine Spende in Höhe von 1.000,00 Euro für die vom Hochwasser geschädigten Berufskollegen . Der sächsische Landesinnungsmeister Karlheinz Kramer nahm die Spende im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entgegen und übergab an seine Thüringer Kollegen ein herzliches Dankschreiben in dem er sich im Namen der betroffenen Tischlereien bedankte und die außerordentliche Hilfsbereitschaft und faire Zusammenarbeit der beiden Handwerksorganisationen würdigte. Beide Verbände werden Ihre Zusammenarbeit zukünftig auf einer sachlichen Basis weiter ausbauen und intensivieren.

Quelle: otz.de

Bevor die nächste Flut kommt

Veröffentlicht: August 5, 2013 von fluthelfer in NRW

Nach dem großen Aufräumen geht es vielen jetzt um einen möglichst umfangreichen Schutz vor dem nächsten Jahrhundertregen. Betroffene Gladbacher können aber problemlos Elementarversicherung abschließen.

Am 20. Juni regnet es im Rheinisch-Bergischen Kreis wie aus Eimern. Die Rede ist von einem Jahrhundertereignis. Bis zu 51 Liter Regenwasser pro Quadratmeter wurden gemessen. Hunderte Keller liefen voll – einige davon zum ersten Mal. Es entstand hoher Schaden und hinterließ Menschen, die viele Fragen hatten. Eine davon war: Wie sieht es eigentlich mit der Versicherung aus? Nach dem großen Aufräumen geht es um einen möglichst umfangreichen Schutz vor dem nächsten Jahrhundertregen.

Unterschiedliche Angebote

Grundsätzlich gilt, dass nur Elementarversicherungen bei Hochwasser-Schäden greifen. Der Verband der Versicherer teilt mit, dass sich 99 Prozent aller Haushalte gegen Hochwasserschäden versichern könnten – und widerspricht damit anderslautenden Aussagen von Verbraucherzentralen. Selbst Bergisch Gladbacher Haushalte direkt an der Strunde oder Haushalte in Overath am Katzbach könnten sich versichern, teilt der Verband auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Nur ein Prozent der Haushalte in der gesamten Bundesrepublik befänden sich in Hochwasserzonen, für die keine Versicherung abzuschließen sei. Allerdings unterscheiden sich die Angebote der Versicherer untereinander erheblich. Dabei beziehen alle Versicherer ihre grundsätzlichen Daten von dem „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“, kurz Zürs. Zürs ist ein Service des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Keine eigenen Daten

Der Verband der Versicherungen erhebt keine eigenen Daten. Die Hochwasserkarten der jeweiligen Wasserbehörden, also der Bezirksregierungen, sind Grundlage für die Einstufungen des Zürs. Im konkreten Fall von Bergisch Gladbach liefen zum Beispiel in Refrath Keller voll, die auf keiner Karte der Bezirksregierung als hochwassergefährdet eingestuft waren. Sollten diese Haushalte noch keine Elementarzusatzversicherung für ihren Hausrat haben, wäre das jetzt eine gute Gelegenheit. Denn die Daten der Zürs reagieren auf die Veränderungen der Hochwasserkarten grundsätzlich zeitversetzt. Erst im Jahr 2014 würden die möglichen Veränderungen der Hochwasserkarten für Bergisch Gladbach den Neuabschluss von Versicherungen beeinflussen. Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Versicherer betont, dass es auch dann immer noch eine Möglichkeit gebe, sich zu versichern. Allerdings hat das dann auch seinen Preis. Je höher das Überschwemmungsrisiko, desto teurer die Police. Dabei geht es in Bergisch Gladbach ja noch um vergleichbar kleine Summen. Denn die Schäden bezogen sich vor allem auf den Hausrat und eher selten auf die Gebäude selbst. Zum Vergleich: In Ostdeutschland und Bayern wurden Häuser buchstäblich weggespült. In derartigen Fällen greift nur eine Elementarschadenversicherung für das Gebäude. Denn die Elementarschadenversicherung für den Hausrat ersetzt – wie der Name schon sagt – nur die Schäden bei Gegenständen im Haus.

Hohe Selbstbeteiligung

Schäden am Gebäude sind Sache des Vermieters oder Besitzers. Mieter müssen ihren Hausrat selbst versichern, dafür ist der Vermieter nicht zuständig. Das Angebot der Versicherungswirtschaft für solche Versicherungen ist riesig. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung (50 000 Euro Schadenssumme) ist eine Hausratversicherung inklusive Elementarversicherung für weit unter 100 Euro möglich. Preiswert kann sich auch versichern, wer etwa eine hohe Selbstbeteiligung akzeptiert. Einige Gladbacher gehen noch einen anderen Weg: Sie versuchen, mit Rechtsanwälten die Stadt in Regress zu nehmen. Sollte das gelingen, wäre wieder eine andere Versicherung am Zug – die der Stadt.

Quelle: ksta.de