Archiv für August 4, 2013

Sechs Familien verreisen für eine Woche.

Caaschwitz. Thomas und Marleen Riedel werden gemeinsam mit ihren Kindern Florian (9) und Haley (5) demnächst als eine von sechs Familien im Landkreis Greiz im Ahorn-Berghotel in Friedrichroda zu Gast sein. Auf Einladung der Hausleitung genießen vom Hochwasser schwer betroffene Familien aus Caaschwitz, Neumühle, Berga, Wünschendorf, und Bad Köstritz eine gesponserte Erholungswoche.

„Familie Riedel ist erst vor drei Jahren in den Ort gezogen. Wir denken, bei ihnen ist dieser Gutschein bestens aufgehoben“, sagte Dieter Dröse, Bürgermeister von Caaschwitz. Gemeinsam mit Landrätin Martina Schweinsburg überreichte er das Geschenk. „Wir werden den Reise-Gutschein mit unseren Kindern noch in den Sommerferien einlösen. Zu Hause ist es so oder so noch provisorisch, weil alles noch trocknen muss“, sagte Marleen Riedel.

Quelle: otz.de

Familie Meyer betrieb 36 Jahre die Gaststätte am Sportplatz und musste oft gegen das Pleißehochwasser kämpfen. Aufgegeben haben die Gößnitzer nie.

Gößnitz. „Sport frei!“ und „hoffentlich regnet es nicht so sehr“, sind wohl die häufigsten Wünsche und Sprüche, die auf der Karl-Ebhardt-Sportstätte in Gößnitz gedacht und gesagt worden sind. Der Kampf gegen das Hochwasser der unmittelbar nebenan fließenden Pleiße begleitet die Sportstätte seit ihrer Entstehung 1932.

 

Alle Höhen und Tiefen hat Johanna Meyer, ehemalige Betreiberin der Gaststätte, auf dem Sportgelände miterlebt. „Als ich mit meinem Mann Ernst 1949 die obere Etage des Vereinsheims bezog, war im Erdgeschoss noch der Kindergarten untergebracht. So war bei uns immer was los und ich hatte viel zu tun. Die Fußballer und Kinder hielten mich ganz schön auf Trapp. Ich hatte immer sehr viel Schlamm und Dreck wegzuwischen“, sagt die heute 93-Jährige. „Wir konnten mietfrei dort wohnen, denn mein Mann hielt als Platzwart den Rasen und die Sportanlage in Ordnung und ich kümmerte mich um den Haushalt und das Vereinsheim“, erinnert sich die Mutter von sieben Kindern. Klingt harmonisch, doch es lief nicht immer alles reibungslos. Die Natur verlangte von Familie Meyer und dem Verein vieles ab. „Das Hochwasser war für uns ein ständiger Begleiter und meine Familie und ich haben in den 36 Jahren, die wir dort gelebt haben, immer gegen die Pleiße kämpfen müssen, um unsere Existenz zu sichern.“

 

Erstmals traf es die Sportstätte im Jahr 1941. Die Pleiße unterspülte die Grundmauern des Sportlerheims und riss einen Teil davon mit in ihre Fluten. Die Frau des damaligen Platzwartes kam dabei ums Leben.

 

Unzählige Male lief auch danach das Wasser in den Keller. Besonders schlimm war es am 9. Juli 1954. Es regnete wolkenbruchartig und alles wurde überschwemmt. „Im Keller schwammen die Türen unter der Decke und ich musste hochschwanger aus meinem Zuhause flüchten. Ich hatte Glück und wurde von einem Arzt schnell ins Krankenhaus nach Altenburg gefahren“, erzählt die Rentnerin und berichtet von schönen Anekdoten, wie dem Schafeinsatz zur Pflege des Rasens. Ernst Meyer musste dann die Hinterlassenschaften der Tiere entfernen, damit die Fußballer nicht dauernd ausrutschten.

 

Die gewissenhafte Pflege der Sportstätte machte diese zu einer der schönsten Sportanlagen des Kreises Schmölln. 1958 bekam Johanna Meyer die Gewerbeerlaubnis für eine Gaststätte im Vereinsheim bekam. Gebrauchtes Geschirr aus alten Gaststätten und alte Möbel wurden besorgt. Im Laufe der Jahre wurde die Gaststätte zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt, Vereinsmitglieder und Ausflügler.

 

Einen nächsten Tiefpunkt durch Hochwasser mussten Familie Meyer und der Verein 1961 hinnehmen. Zwar war der Damm der Pleiße durch Naturstein befestigt worden, doch die Regenmengen waren so stark, dass es die Sportstätte wieder hart traf. Andere Vereine halfen, Freunde und Bekannte waren da, so konnte die Sportstätte schnell wieder aufgebaut werden. 1968 erhielt die Sportanlage den Namen Karl-Ebhardt-Sportstätte. Da hatte sich Familie Meyer mit ihren Kindern schon gut eingelebt und verwaltete das Areal mit viel Liebe. „Als 1978 nun unsere Kegelbahn fertiggestellt wurde, hatte ich ganz schön zu tun. Die Pflege der Bahn und die Organisation von Wettkämpfen verlangten viel ab. Aber ich habe es immer mit großem Spaß und Freude gemacht und meinen Mann seinen Rasen pflegen lassen“, scherzt Johanna Meyer. Wegen seiner großen Bemühungen für Sportstätte und den Verein wurde Ernst Meyer, der auch als Schiedsrichter tätig war, vom Verein 1985 als Ehrenmitglied aufgenommen.

 

Dies war auch der Zeitpunkt für Familie Meyer, in den Ruhestand zu gehen und ihr in 36 Jahren aufgebautes Lebenswerk in andere fürsorgliche Hände zu geben. „Wenn ich nun sehe, wie wieder andere mit dem Hochwasser auf der Sportstätte zu kämpfen haben, denke ich oft an unsere Probleme zurück und bin stolz, wie wir es geschafft haben. Jedoch schmerzt es, wenn ich mir anschauen muss, wie alles auf einmal vom Wasser verschlungen und meine Heimat in eine Seenlandschaft verwandelt wird. Mir tut es im Herzen weh“, meint die ehemalige Wirtin nachdenklich.

 

In der Tat blieb die Sportstätte nicht verschont. Das Jahrhunderthochwasser vom 12. August 2002 und die Flutkatastrophe vom 2. Juni dieses Jahres hinterließen einen Platz der Verwüstung und fordern wieder teure Wiederaufbaumaßnahmen. Doch die Gößnitzer geben nicht auf, schon gar nicht ihre Karl-Ebhardt-Sportstätte.

Quelle: otz.de

5000 Euro Schaden im Tierheim Schmölln durch Hochwasser

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Juni-Hochwasser hat auch die Einrichtung nicht verschont. Künftig sollen kleine Wälle vor Wasser schützen.

Im Schmöllner Tierheim ist wieder Normalität eingekehrt. Die Schäden, die das Hochwasser Anfang Juni auch hier angerichtet hatte und die der Tierschutzverein mit rund 5000 Euro beziffert, sind zwei Monate nach dem Unglück behoben. Wappnen will sich der Zufluchtsort für ausgesetzte oder abgegebene Tiere aber gegen ein mögliches neues Hochwasser, sagte Hans Gleitsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schmölln-Osterland. Um Vorsorge zu treffen, solle der Zaun am Limpitzbach durch Erdanhäufungen, eine Art kleiner Wall, verstärkt werden. Dann könne das Wasser nicht mehr ungehindert in die Anlage laufen. Außerdem sollen Zäune befestigt werden. Am 2. Juni hatte das Wasser des Bächleins, der direkt am Tierheim vorbeifließt, 40 Zentimeter auf den Wegen, in den Zwingern und in den Katzenhäusern gestanden. Die Katzen wurden damals ins Altenburger Tierheim evakuiert. Die Hunde fanden Zuflucht in Zwingerboxen des Hundesportvereins auf dem Pfefferberg. Vereinschef Hans Gleitsmann und Tierheim-Leiterin Bettina Krötzsch sind noch heute voller Dankbarkeit – auch über die Geld-, Sach- und Futterspenden, die das Tierheim nach der Überschwemmung erreicht haben. Nicht mit Geld zu bemessen sei auch die Hilfe von Ehrenamtlichen, die beim Aufräumen und Reparieren mit anpackten. Im Zuge dessen wurde auch die Lichtkuppel im Katzenhaus erneuert – wie sich beim Dauerregen Ende Mai, Anfang Juni herausstellte, war sie undicht.

Gewerkelt wird im Tierheim aber immer noch. Das hat aber nichts mit dem Hochwasser zu tun, erklärt Hans Gleitsmann. Die vom Deutschen Tierschutzbund zertifizierte Einrichtung an der Sommeritzer Straße muss die Katzenquarantäne erneuern. Sie zieht in den Eingangsbereich des Tierheims um, ersetzt werden dabei die hölzernen Boxen durch solche aus Edelstahl. Das kostet rund 10″000 Euro, davon schießt der Tierschutzbund 4000 Euro zu. „Den Rest müssen wir über Spenden selbst hereinbekommen“, so Hans Gleitsmann.

Das Schmöllner Tierheim kann bis zu 20 Kleintiere und zehn Hunde aufnehmen und hat 50 Plätze für Katzen. Derzeit werden aber rund 70 Stubentiger betreut, weil vor allem junge Kätzchen in den vergangenen Wochen verstärkt abgegeben oder gefunden wurden.

Quelle: otz.de

Landrat würdigt Hilfskräfte beim Hochwasser

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

600 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des THW in unentgeltlich zur Verfügung gestellte Festhalle der Brauerei eingeladen.

Schätzungsweise 600 Feuerwehrleute aus dem gesamten Weimarer Land und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW) trafen sich gestern in der Festhalle der Vereinsbrauerei Apolda. Anlass dazu gab die Einladung von Landrat Hans-Helmut Münchberg (parteilos), der den Hilfskräften so für ihren Einsatz beim jüngsten Hochwasser im Weimarer Land, aber auch darüber hinaus danken wollte und sie herzlich einlud.

In einer kurzen Rede würdigte Münchberg das große Engagement und die Einsatzbereitschaft im Dienste des Eigentums und der Gesundheit Dritter. Das sei nicht selbstverständlich und entsprechend zu würdigen. „Wenn anderer in der Hollywood-Schaukel dem Feierabend entgegen schaukeln, geht ihr zur Übung oder bei Bedarf in den Einsatz“, so Münchberg.

Im Namen des Thüringer Innenministers wurden Marco Müller aus Niederroßla, Udo Hartmann aus Oberroßla und Frank Langemann aus Jena (alle THW) mit der Katastrophenschutzmedaille ausgezeichnet. Diese Ehre wurde zudem den Apoldaer Feuerwehrmännern Michael Nöckel und Andreas Ebert zuteil.

Nach der Rede des Landrates saß man gemütlich bei Bier und Gebratenem zusammen. Die Festhalle hatte die Vereinsbrauerei unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Günter Ramthor erhielt entsprechende heftigen Applaus für diese Geste.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Dämme in Passau werden verstärkt

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Nach dem Donau-Hochwasser im Juni werden von Herbst an die Dämme in Passau verstärkt. Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg am Freitag (02.08.13) mitteilte, sollen die Arbeiten oberhalb der Stadt im September beginnen.

Die Dämme wurden zwischen 1922 und 1927 gebaut und erstmals in den 90er-Jahren verstärkt. Mehrere Projekte sind nun geplant: Unter anderem soll ein auch als Fahrradweg genutzter Weg um etwa einen Meter erhöht werden. Spundwände und eine Stützmauer sollen errichtet oder das Gelände erhöht werden. Die Behörde wies darauf hin, dass für die Arbeiten einzelne Wege gesperrt werden müssen und mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen sei.

2014 sind weitere Maßnahmen geplant, für die jetzt das Planfeststellungsverfahren beantragt werde, so das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg. Nach der Flut habe es bereits einzelne Notsicherungsmaßnahmen an den Dämmen gegeben. Eine Gruppe von Spezialisten habe ihren Zustand jetzt über einen längeren Zeitraum untersucht. Die dabei erkannten Defizite sollen nun behoben und die Dämme dauerhaft gesichert werden.

Das Hochwasser an der Donau brach vor zwei Monaten Rekorde. In der Dreiflüssestadt übertraf der Scheitelstand alle Höchstmarken seit gut 500 Jahren. Am 3. Juni 2013 lag der Wasserstand bei 12,89 Metern.

Quelle: br.de

Aus dem Fluthilfepaket von Bund und Ländern werden kurzfristig 100 Millionen Euro speziell für Denkmäler und Kultureinrichtungen bereitgestellt. Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit.
Wenn die Schäden konkretisiert seien, könne es schrittweise weitere Mittel geben. Besonders betroffen vom Hochwasser waren Sachsen-Anhalt und Sachsen. Allein beim Unesco-Welterbe „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ in Sachsen-Anhalt wird mit Kosten von 15 Millionen Euro gerechnet.

Anlass für Neumanns Mitteilung war die Unterzeichnung der Fluthilfe-Vereinbarung mit den Ländern. Diese hatten sich mit dem Bund auf Aufbau-Hilfen von bis zu acht Milliarden Euro verständigt.

Quelle: focus.de

Die Druckerei Sell stand einen Meter tief unter Wasser, als die Flut kam. Jetzt haben die Firmenchefs bauliche Maßnahmen ergriffen, die Produktions- und Büroräume vor einer ähnlichen Naturkatastrophe bewahren sollen.

Auch viele Wochen nach dem Hochwasser ist im Grafischen Betrieb Sell und der GRB Verlagsdruckerei GmbH an normalen Druckbetrieb noch nicht zu denken. Als das Elsterwasser kam, standen alle Produktions- und Büroräume einen Meter tief unter Wasser. Zwar hatte man die Computer und Geschäftsunterlagen in das Obergeschoss bringen können, doch die sensiblen Druckmaschinen und das Papierlager waren nicht zu retten.

„Wir haben Mitarbeiter, Familie und Freunde zusammengezogen, um rings um das Firmengrundstück Sandsäcke zu schichten. Dass das Wasser am Ende trotzdem übergeschwappt ist, war großes Pech“, sagt Druckerei-Geschäftsführerin Ulrike Sell. Sie führt Martina Schweinsburg , Landrätin des Landkreises Greiz (CDU), durch die Räume und erinnert sich an die große Hilfsbereitschaft, die ihnen mit der Flut entgegenschwappte. Am Nachmittag des 2. Juni hatten sie noch alles, was transportabel war, auf Tische gestellt oder ins Obergeschoss gebracht. Doch das Wasser kam und hinterließ einen Schaden von rund 745 000 Euro.

Doch Jammern und Aufgeben liegt ihnen nicht. Um bei künftigen Hochwasser-Situationen gewappnet zu sein, wurden an vielen Stellen Trockenbauwände aus Gipskarton durch gemauerte ersetzt. Die Druckmaschinen, die sich nicht wegbewegen lassen, werden mit Vorrichtungen umbaut, die im Fall der Fälle das Wasser fernhalten. „Wir haben uns auch Pumpen und ein Notstromaggregat angeschafft. Außerdem machen wir das Obergeschoss fit, so dass wir dort schnell und unkompliziert alles unterbringen könnten“, erzählt die Druckereichefin von den Vorkehrungen.

Vom OG aus führen sie, ihr Sohn Robert Sell und Uwe Hartmann, die gemeinsam die GRB Verlagsdruckerei GmbH leiten, die Geschäfte – auch wenn im Erdgeschoss die Druckmaschinen noch nicht wieder laufen. Druckaufträge sichern sie noch mit Unterstützung von Partnerfirmen ab. „Wir haben uns bewusst entschieden, hier am Standort weiterzumachen. Durch das Hochwasser haben wir dazugelernt und können uns in Zukunft besser vor solchen Ereignissen schützen“, sagt Uwe Hartmann.

Die klare Entscheidung für die Region halten Dietrich Heiland, Bürgermeister von Bad Köstritz (CDU), und Dietrich Dröse, Ortsbürgermeister von Caaschwitz, für überaus wichtig. Angesichts des unerschütterlichen Optimismus der Unternehmer zeigen sie sich erfreut, von der Ankunft der neuen Druckmaschinen Ende August zu erfahren. „Die Branche ist hart umkämpft. Wir können es uns nicht leisten, mit Risiken zu leben, die durch notdürftig reparierte Maschinen entstehen könnten“, erklärt Ulrike Sell die Notwendigkeit der neuen Technik.

Martina Schweinsburg will sich jetzt die bei ihr eingetroffenen Richtlinien für Flutfolgeschäden zu Gemüte führen. Sobald das Papier bestätigt sei, hofft sie, könne man den Hochwasser-Betroffenen endlich verbindliche Zusagen zu Wiederaufbauhilfen geben.

Quelle: otz.de

Unser Schutz vor Hochwasser

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Was wurde eigentlich am Niederrhein seit dem letzten Extremhochwasser von 1995 gemacht? Der Deichverband Kleve-Xanten hat die Hälfte seiner Ziele bislang erreicht – eine Bestandsaufnahme

Die Hochwasserbilder aus Ostdeutschland sind vom Fernseher verschwunden. Tagelang konnte man fassungslos zusehen, wie die Elbe ganze Landstriche verwüstete und der Fluss sich jenen Raum einnahm, den

Unser Schutz vor Hochwasser – Nachrichten aus Kleve und der Region | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/unser-schutz-vor-hochwasser-id8264430.html#1524683527

 

Die Hochwasserbilder aus Ostdeutschland sind vom Fernseher verschwunden. Tagelang konnte man fassungslos zusehen, wie die Elbe ganze Landstriche verwüstete und der Fluss sich jenen Raum einnahm, den er beanspruchte.

„Der Deichbau wird nicht billiger“

Seit 2003 hat sich am Niederrhein eine ganze Menge in Sachen Hochwasserschutz getan. Bernhard Schlüß erklärt, dass man in den vergangenen zehn Jahren 18 Kilometer Deich saniert habe und noch weitere 20 Kilometer saniert werden müssen. Das Ziel sei es, bis 2025 die Deiche auf einen sehr hohen technischen Stand zu bringen. Sie müssen so gut beschaffen sein, dass sie einem Hochwasser standhalten, das theoretisch nur alle 500 Jahre auftritt. Aber was heißt das schon? Ein Jahrhunderthochwasser kann auch schon in fünf Monaten folgen.

Auch wenn die Genehmigungen für Deichneubauten bei der Bezirksregierung in Düsseldorf zum Teil schneller vonstatten gehen könnten, Bernhard Schlüß ist mit dem bisherigen Tempo der Umsetzung sehr zufrieden. Denn: es geht auch nicht wesentlich zügiger: „Deichbauarbeiten dürfen nur zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober erfolgen, also in der hochwasserfreien Zeit“, erklärt Schlüß.

Heißt also: ein halbes Jahr lang passiert nichts. Und selbst in den Sommermonaten dürfen die Deiche aus Sicherheitsgründen nur auf einem Abschnitt von 500 Meter geöffnet werden: „Innerhalb von zwei Tagen müssen wir ein Loch wieder verfüllen können“, erklärt Schlüß.

Das Tempo der bisherigen Sanierung sollte man beibehalten. Denn: „Das Bauen wird auch nicht billiger.“ Mittlerweile kostet ein Kilometer Deich vier Millionen Euro, vor zehn Jahren war das noch erheblich weniger. Da kam man mit 2,8 Millionen Euro für einen Kilometer Deich hin. Die wichtigsten Kostentreiber sind die Betriebskosten, Naturschutzauflagen und vor allem: der Grunderwerb.

Aktuell liegen zwei Anträge für Deichsanierungen in Düsseldorf vor: Der Abschnitt Grieth bis Hof Knollenkamp ist 1,4 Kilometer lang und auch für den Oraniendeich von der Brücke bis Griethausen liegt die Planung vor. Der Deich unterhalb der B220 ist 50 Jahre alt: „Der Baukörper ist nicht schlecht“, sagt Schlüß, nur er entspricht nicht mehr den Hochwasserschutzvorgaben, die das Land NRW sich im Jahr 2006 im Hochwasserschutzkonzept selbst gesteckt hat.

Der Oraniendeich soll verlegt werden

Nächster Baubeginn ist ab 2014 der Deichabschnitt Xanten-Beek und ein Jahr später der Abschnitt Grieth-Knollenkamp. Der vier Kilometer lange Oraniendeich wird noch auf sich warten lassen. Denn an dieser Stelle möchte der Verband den Deich auch gerne um 130 Meter zurück verlegen, um dem Rhein mehr Raum zu geben. „Eine Auswirkung auf die Wasserstände wird dies aber nicht haben“, sagt Schlüß. „Diese Deichrückverlegungen gleichen nur Raumverluste an anderer Stelle aus.“

Einen Polder in Wissel?

Um ein Spitzenhochwasser wirklich effektiv senken zu können, benötigt man große Rückhalteräume. In Rees-Lohrwardt wird zurzeit ein so genannter „Taschenpolder“ gebaut: Eine eingedeichte Zone, die bei einem extremen Hochwasser Wasser aufnehmen kann. „Dies wird sich auch über die deutsch-niederländische Grenze auswirken“, sagt Schlüß.

Auf seinem Verbandsgebiet sieht er nur wenige Möglichkeiten, ein Hochwasser länger zu halten: „Wenn wir dem Fluss mehr Fläche geben wollen, dann müssen wir auch Immobilien aufkaufen und Menschen umsiedeln“, verdeutlicht Schlüß und blickt dabei auf Obermörmter-Kirche, wo die Wohnbebauung sehr dicht am Rhein liegt. Deiche zurückverlegen ist ein langwieriger Prozess: „Unsere Kulturlandschaft ist über Jahrhunderte gewachsen, die verändert man nicht so schnell.“ Da wo es machbar sei, werden die Deiche auch zurückverlegt.

Eine Möglichkeit für einen Taschenpolder auf der linken Rheinseite sieht Schlüß in Wissel. Hier werde zurzeit Kies ausgebaggert: „Hier könnte man, ohne der Landwirtschaft weh zu tun, einen Polder anlegen.“ Im Vergleich zum Dauerstreitthema Bylerward wäre das eine gute Lösung. Eine Studie werde hierzu bereits vom Land NRW erarbeitet: „Wenn man denn einen Rückhalteraum benötigt, dann ist Wissel auf jeden Fall sinnvoller.“

Eine Alternative, um Spitzenhochwässer zu senken, wäre auch, dass Rheinvorland zu vertiefen. „Allerdings gehen dann etliche Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren.“ Der Rhein bekäme aber deutlich mehr Abflussfläche. „Die Grunderwerbsverhandlungen für die Deichsanierung zeigen, dass Landwirte Planungen offen gegenüber stehen, wenn man ihnen denn eine vernünftige Lösung anbietet.“

 Quelle: derwesten.de

 

 

 

 

 

Was wurde eigentlich am Niederrhein seit dem letzten Extremhochwasser von 1995 gemacht? Der Deichverband Kleve-Xanten hat die Hälfte seiner Ziele bislang erreicht – eine Bestandsaufnahme

Unser Schutz vor Hochwasser – Nachrichten aus Kleve und der Region | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
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3750 Euro für Hochwasser-Opfer gespendet

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

BRK-Bereitschaft und BRK-Wasserwacht haben jetzt gezielt für die Opfer der Flutkatastrophe in Freilassing gesammelt. Das Ergebnis der Aktion:

Die BRK-Bereitschaft und die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Reichenhall haben bei ihrem Tag der offenen Tür und beim Stadtfest gezielt für die Opfer der Flutkatastrophe in Freilassing gesammelt und zusätzlich den Erlös aus der Bewirtung an die Hochwasser-Geschädigten gespendet. Insgesamt sind dabei 3.750 Euro zusammengekommen, davon allein 1.000 Euro von der Kur-Bau Bad Reichenhall & Alpenland Immobilien GmbH und 500 Euro von der Froschhamer Zunft.

Bereitschaftsleiter Florian Halter und der stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende der Wasserwacht, Peter Bruckner überreichten an ihrer Einsatzhalle in der Frühlingstraße einen symbolischen Scheck an Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher, der das Geld über ein Hilfskonto direkt an betroffene und bedürftige Familien weiterleitet.

Bei ihrem Hochwasser-Rettungs- und Betreuungseinsatz mussten die Retter tagelang das Leid der betroffenen Bevölkerung hautnah miterleben, als sie Menschen und Tiere aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern retteten und dann über die Woche hinweg mit dem Nötigsten versorgten. „Viele haben alles verloren und sind mit den Nerven völlig am Ende, deshalb haben wir uns spontan entschlossen, auch finanziell zu helfen“, erklärt Bereitschaftsleiter Florian Halter.

Pressemeldung BRK Berchtesgaden

Quelle: bgland24.de

Hochwasser hat gute Entwicklung bei Bibern in Sachsen gebremst

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Das Juni-Hochwasser von Elbe und Mulden hat den Bestand der sächsischen Biber vermutlich reduziert. Das Umweltministerium geht davon aus, dass der größte Teil der Jungtiere aus diesem Jahr verendet ist.

„In einigen Gebieten wird mit einem Totalverlust der Nachkommen gerechnet“, teilte das Ministerium in einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine Parlamentsanfrage mit. Zahlen zu verendeten Tieren lägen jedoch nicht vor. Aus einer Übersicht des Ministeriums geht hervor, dass sich der Bestand der Biber seit 1990 gut entwickelt hat. Damals gab es schätzungsweise 120 bis 160 Reviere mit etwa 450 bis 600 Tieren. 2012 waren es zwischen 275 und etwa 360 Reviere mit 975 bis gut 1.300 Bibern.

Der Großteil der sächsischen Biber sind Elbebiber (Castor fiber albicus). Die Vorkommen an der Neiße sind auf polnische Bestände zurückzuführen. Biber gibt es darüber hinaus in den Mulden, der Schwarzen Elster und der Spree. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Was tun gegen das Problem mit dem Grundwasser?

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die Grundwasser-Problematik in Perach/Heidenpoint wurde beim Hochwasser mehr als deutlich. Immerhin muss jetzt nicht mehr gechlort werden!

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl einen Antrag zu konkreten Einzelmaßnahmen im Zusammenhang  mit der Grundwasser-Problematik in Perach/Heidenpoint

Er verwies darauf, in der am 3. Juli stattgefundenen Informationsveranstaltung zur Grundwasserproblematik in Perach/Heidenpoint sei dargestellt worden, dass Pegelstände des Grundwassers in näherer Umgebung zu Perach/Heidenpoint in Mitterfelden beim ehemaligen Anwesen „Feldwanger“ und in Perach Nähe Bahnlinie gemessen werden könnten. Der Pegel in Mitterfelden könne dabei über das Internet online von jedem Bürger verfolgt werden; der Pegel in Perach jedoch könne nur manuell ausgelesen werden. Es sei also erforderlich, dass ein Mitarbeiter der Gemeinde Ainring die Messstelle aufsuche, die Daten sichere und diese einer entsprechenden Auswertung zuführe.

„Meiner Meinung nach ist eine  möglichst schnelle und umfassende Informationspolitik für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger unerlässlich“, betonte Strobl und sagte weiter, alleine schon das Wissen, wie sich der Grundwasserstand in den betroffenen Gebieten entwickle, könne Sachgüter in nicht unbeträchtlichem Wert  sichern, habe doch der Eigentümer noch zeitlichen Vorlauf, sein Hab und Gut zu sichern. Zudem würden neue Messstellen verlässliche Zahlen für künftige geologische Begutachtungen der Grundwasserproblematik liefern. Eine bessere Analyse könne damit gewährleistet werden, meinte der Fraktionssprecher.

Aus diesen Grund beantragte er, dass im vom Grundwasser betroffenen Gebiet von Perach/ Heidenpoint neue Grundwassermessstellen errichtet werden und diese online von den Bürgerinnen und Bürgern abgerufen werden können. Die Internet-Adresse sollen allen Gemeindebürgern in geeigneter Weise – wie beispielsweise Internet, Gemeindezeitung – bekannt gegeben werden. In die Prüfung geeigneter Stellen sollen insbesondere die neuen Sickerbecken unterhalb von Eschlberg, sowie der kleine Wald zwischen Adelstetten und Heidenpoint einbezogen werden.

Wie Martin Strobl verdeutlichte, sei es in besagter Informationsveranstaltung augenfällig gewesen, dass es bei den von der Gemeinde Ainring beauftragten Fachleuten keine klaren  Zuständigkeiten zu diesem Thema gebe. Strobl: „Herr Unterreitmeier von der Firma Aqua Soli berichtete, dass er lediglich für die Oberflächenwasserproblematik am Sonnwiesgraben  einen Auftrag habe. Für den Mühlstätter Graben fühlte er sich nicht zuständig. Dem anwesenden Gutachter, Herrn Thiele von der Firma Crystal Geotechnik in Wasserburg am Inn, wurde zwar offensichtlich ein Auftrag zur Analyse des Oberflächenwassereintrages ins Ainringer Moor  gegeben, konkrete  Untersuchungen zur Beschaffenheit des Untergrundes, werden jedoch, obwohl die Firma Crystal Geotechnik  diese Leistungen ebenfalls anbietet, in zahlreichen Einzelfällen, wie zum Beispiel  neue  Sickermulde im Zuge des Baus der Firma Heinze, von der Gemeindeverwaltung an Herrn Dipl-Geologen Ohin aus Rohrdorf vergeben.“

Strobls Antrag beinhaltete neben der erwähnten Schaffung neuer Grundwassermessstellen  noch drei folgende Punkte: 1. Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt in der nächsten Gemeinderatssitzung die bestehenden Vertragsverhältnisse inklusive der konkreten Aufträge an die einzelnen beteiligten Gutachter und Büros in öffentlicher Sitzung darzulegen. – 2. Wenn möglich sollte nur ein einziges Planungsbüro mit der Gesamtmaterie beauftragt werden, insbesondere unerlässlich im Hinblick auf klare Zuständigkeiten und Haftungsfragen. – 3. Sollte es nicht möglich sein, nur ein Planungsbüro mit der Oberflächen- und Grundwasserproblematik zu beauftragen, so sollte zumindest für jeden Bereich nur eine Zuständigkeit  bestehen. In diesem Fall schlage er, Strobl, vor, die Firma Aqua Soli aus Traunstein mit der Oberflächenwasserproblematik zu betrauen und für alle Fragen im Zusammenhang  mit dem Grundwasserproblem die Firma Crystal Geotechnik aus Wasserburg am Inn.

Quelle: bgland24.de

Vorwurf: In Gera Sachspenden für Hochwasser-Opfer verkauft

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

In Gera sollen angeblich für Flutopfer bestimmte Sachspenden zu Geld gemacht worden sein. Die Rechtsabteilung der Stadt will den Sachverhalt aufklären. Die Beschuldigte Person soll bis 15. August Stellung nehmen.

Eigentlich wollte Sven Böttcher in seiner alten Heimatstadt Gera nach dem Hochwasser, dass hier Anfang Juni wütete, etwas Gutes tun. Und so initiierte er in seiner Wahlheimat im oberfränkischen Bamberg mit dem Autohaus Eismann, einem lokalen Radiosender und der Tageszeitung eine Sammlung von Sachspenden. Die Resonanz war gewaltig: Statt des angepeilten einen Lkws starteten Mitte Juni zwei 7,5-Tonner und ein Transporter gefüllt mit Kühlschränken, Waschmaschinen, Gefriertruhen, Fernsehern, aber auch Spielsachen und Kleidung in Richtung Gera.

Doch was Böttcher nun von Geraer Bekannten zugetragen bekam, hinterlässt ihn einigermaßen sprachlos: In Gera sollen die Sachspenden zu Geld gemacht, verkauft worden sein, statt sie kostenlos an die Betroffenen zu verteilen. „Das ist eine Schweinerei, die ihresgleichen sucht“, schreibt er über die Facebook-Seite der OTZ Gera und ergänzt auf Nachfrage: „Das waren teils hochwertige Spenden, auch Markensachen.“

„Wir sind dabei, den Sachverhalt aufzuklären“, sagt Norbert Gleinig, Justiziar der Stadt Gera. Man habe die beschuldigte Person um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten und eine Frist bis zum 15. August gesetzt. Wie es danach weiter geht – ob gegebenenfalls der Staatsanwalt eingeschaltet wird – hänge auch von dieser Einlassung ab. „Es gilt zunächst die Unschuldsvermutung“, sagt Gleinig. Sollte sich aber ein Anfangsverdacht ergeben, könnte die Stadt Strafantrag stellen. Laut Gleinig gebe es für die Rechtsabteilung der Stadt keine weiteren vergleichbaren Vorwürfe rund um Sachspenden zu überprüfen. Dafür, so sagt er, seien mittlerweile drei Strafanträge wegen mutmaßlich unberechtigt abgerufener Hochwasser-Soforthilfe gestellt worden.

Quelle: tlz.de

Echte Freunde

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Dessau

Ludwigshafener übergeben im Rathaus Spenden an Betroffene. Bereits vor elf Jahren kamen finanzielle Hilfen aus der Partnerstadt. Das Benefizkonzert fand schnell großen Zuspruch.

Weihnachten ist für Katharina Fiedler ein magischer Termin. „Da möchte ich wieder ein Zuhause haben und in Ruhe mit meinen Kindern eine Kerze anzünden“, wünscht sich die Akenerin. Ihr Haus ist in der Juni-Flut untergegangen. Bis zur Decke war der Keller mit Wasser gefüllt. Wochenlang. Nachdem das Flusswasser am 4. Juli ausgepumpt war, lief Grundwasser nach. Fast genauso viel. Katharina Fiedler ist mit ihren Nerven am Ende. Sie wohnt in einer Notunterkunft, kämpft verzweifelt um ein Stück Normalität in ihrem Leben und dem ihrer Kinder. „Mein Sohn hat am Mittwoch eine Lehre angefangen, er braucht doch seine ganze Kraft dafür“, ist sie mehr als verzweifelt.

Ein kleines Zeichen der Hoffnung gab es Freitagnachmittag im Rathaus für sie und zwei weitere betroffene Familien. Ludwigshafens Bürgermeister Wolfgang van Vlieth und Vertreter der Guggenmusikgruppe „Die Huddelschnuddler“ sind nach Dessau gekommen, um Hochwasseropfern eine Spende zu übergeben. Auf ihren Wunsch hin sollten Mitarbeiter der Dessau-Roßlauer Stadtverwaltung bedacht werden.

„Die Partnerschaft lebt“

Ein Benefizkonzert haben die „Huddelschnuddler“ am 5. Juli in ihrer Heimatstadt durchgeführt. „Wir haben dies vor elf Jahren auch schon gemacht“, erzählt Jockel Mendel, der Chef der Truppe, „damals waren wir noch eine junge Gruppe und noch gar nicht so bekannt.“ Die Idee, mit solch einem Konzert den Bürgern der Partnerstadt Hilfe zu leisten, fand schnell und großen Zuspruch. Nicht nur bei Bürgermeister Wolfgang van der Vlieth. „Diese Initiative und deren Ergebnis ist für mich der schönste Beweis, dass die Partnerschaft lebt und die Solidarität in den Herzen der Bürger lebt“, sagte er Freitagnachmittag im Dessauer Rathaus. „Ich bin stolz auf meine Bürger.“

Zurecht. Stolze 9 000 Euro sind der Erlös des Benefizkonzertes. „Wir haben viele Gruppen und Unterstützer gewonnen, so dass es ein rundum gelungene Veranstaltung war“, berichtete Jens Huthoff, Musiker der „Golden Memory“. „Das Leid, das den Leuten hier widerfahren ist, ist für uns gar nicht begreifbar“, gibt er zu. „Aber wir sehen uns als Freunde, und denen helfen wir, wenn es nötig ist.“

Hilfe ist dringend nötig. Auch bei Elke und Roger Duczek aus Diebzig. Er ist Feuerwehrmann bei der Dessau-Roßlauer Berufsfeuerwehr und war hier im Katastropheneinsatz, während sein Zuhause absoff. „Ich konnte doch dort nichts machen, also wollte ich wenigstens in Dessau helfen“, erzählt er. Das Eigenheim der Duczeks, ein Fertigteilhaus, ist unbewohnbar. Schimmel hat sich gebildet. „Wir stehen vor dem Nichts, wissen noch nicht mal, ob wir das Haus sanieren können“, so Elke Duczek. Auf rund 100 000 Euro schätzen sie den Schaden. „Wir werden wohl auf mehr als der Hälfte sitzenbleiben“, fürchten beide, „denn die Versicherung zahlt nicht alles.“

Die Erinnerung an die Tage, als das Wasser kam, wühlt Elke Duczek noch immer auf. „Wir haben die Tiere schreien hören, wir haben gewusst, wir gehen unter, wir wussten nur nicht, wie tief.“ Am Ende war Diebzig, ein kleines Dorf im Landkreis Köthen, von drei Seiten vom Wasser umzingelt.

„Diese Mühe hat sich gelohnt“

Sichtlich betroffen lauschen dieGäste aus Ludwigshafen den Schilderungen und schauen sich die mitgebrachten Fotos an. Auch Silke Knopf und ihre Familie hat es arg erwischt. Sie wohnt in Lödderitz im Salzlandkreis. Das Wasser strömte ins Erdgeschoss ihres Hauses. Inzwischen sei der Fußboden raus und der Putz abgeklopft. Bewohnbar ist das Haus also noch lange nicht. „Wir hoffen auf Weihnachten“, sagt Silke Knopf. Auch der gesamte Hausrat sei hin. Den Gesamtschaden schätzt die Familie auf „weit mehr als 50 000 Euro“. Geld von der Versicherung gibt es nur für den Hausrat. Das Gebäude war nicht versichert. Die staatlichen Fluthilfeprogramme greifen noch nicht und müssen erst beantragt werden. Und ob sie da Geld bekommen, wüssten sie ja auch gar nicht, schildert das Paar seine Sitution. Jeder Euro zählt also.

Die 3 000 Euro, die jeder Familie am Freitag überreicht wurden, sind also bei allen Dreien an der richtigen Adresse. „Ich freue mich riesig und weiß gar nicht, was ich sagen soll“, bringt Katharina Fiedler ihr Gefühl zum Ausdruck und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Auch die Ludwigshafener schlucken schwer. „Wir wissen jetzt, diese Mühe hat sich gelohnt“, nimmt nicht nur Jens Huthoff bewegende Eindrücke mit nach Hause.

Quelle: mz-web.de

„Eine Mikrowelle wäre gut, unsere haben wir verloren“. Mit ihrem Mann Dieter gehörte Thea Reitz zu den sechs Geraer Familien aus Thieschitz, Heinrichsgrün und Untermhaus, denen am Freitag Gerhard Günther, Präsident des DRK-Landesverbandes, Haushaltsgeräte überreichte.

Mikrowellen, Kaffeekocher, Kaffeemaschinen, Bügeleisen hatte Tschibo dem DRK für die Fluthilfe zur Verfügung gestellt. Gerhard Günther versicherte : „Ich weiß, dass die materiellen Verluste und die psychischen Belastungen, an denen Sie alle noch tragen, viel viel höher sind. Diese Geste soll Ihnen zeigen, dass auch zwei Monate nach der Flut keiner vergessen ist.“ So informierte er, dass der DRK-Landesverband Thüringen bisher 64 000 Euro Spendengelder an 53 flutgeschädigte Thüringer Haushalte ausgezahlt habe. Die Inanspruchnahme der Mittel halte sich in Grenzen. Auch bei seinen Gesprächspartnern wie Heidrun Hinzke aus Heinrichsgrün, die im Obergeschoss ihres Hauses neben dem Schreibtisch auf einem Campingtisch die Kochplatte stehen hat und im Provisorium lebt: „Wir haben alle noch so viele Sorgen und Wege und keiner möchte Bittsteller sein.“ Die Schausteller-Familie Reitz lebt immer noch bei der Nachbarin. Thea Reitz

Quelle: otz.de

Sechs Familien verreisen für eine Woche.

Thomas und Marleen Riedel werden gemeinsam mit ihren Kindern Florian (9) und Haley (5) demnächst als eine von sechs Familien im Landkreis Greiz im Ahorn-Berghotel in Friedrichroda zu Gast sein. Auf Einladung der Hausleitung genießen vom Hochwasser schwer betroffene Familien aus Caaschwitz, Neumühle, Berga, Wünschendorf, und Bad Köstritz

„Familie Riedel ist erst vor drei Jahren in den Ort gezogen. Wir denken, bei ihnen ist dieser Gutschein bestens aufgehoben“, sagte Dieter Dröse, Bürgermeister von Caaschwitz. Gemeinsam mit Landrätin Martina Schweinsburg überreichte er das Geschenk. „Wir werden den Reise-Gutschein mit unseren Kindern noch in den Sommerferien einlösen. Zu Hause ist es so oder so noch provisorisch, weil alles noch trocknen muss“, sagte Marleen Riedel.

Quelle: tlz.de

 

Vorwürfe gegen Umweltminister Huber (Bayern)

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Der bayerische Umweltminister Huber soll im Juni die Stadt Passau nicht mit der nötigen Dringlichkeit über dramatische Hochwasserprognosen informiert haben, die den Behörden vorlagen. So der Vorwurf des SPD-Abgeordneten Roos.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Bernhard Roos zieht diesen Schluss aus einer schriftlichen Antwort des Ministers auf eine SPD-Anfrage zum Thema „verspätete Hochwasserwarnung“. Darin räumt der Umweltminister ein, dass der Hochwassernachrichtendienst 48 Stunden vorher interne Modellrechnungen hatte, die für Passau am 1. Juni zum Beispiel 10,64 Meter vorhersagten.

Prognose lag vor – wurde aber nicht veröffentlicht

Das war mehr als ein Meter höher als der Pegel, mit dem Passau an diesem Tag rechnete. Über die „weitere Trendentwicklung“ sei die Stadt Passau „im Rahmen der Lagebesprechungen“ mündlich informiert“ worden. In das Internet, also für die Öffentlichkeit, habe der Hochwassernachrichtendienst aber nicht die 48-Stunden-Prognosen, sondern nur die 12-Stunden-Prognosen eingestellt, die stündlich aktualisiert wurden.

Mündlich gewarnt – nur von wem?

Ob die Stadt Passau nun wirklich ausreichend gewarnt wurde, ist weiter unklar, so Roos. Huber habe seine Antwort „kunstvoll an den gestellten Fragen vorbeimanövriert“. Wann und von wem die Warnung mündlich weitergegeben wurde, sei völlig unklar. Das werde der Brisanz nicht gerecht.

Rückblick

Die Stadt Passau war Anfang Juni von einem Jahrhunderthochwasser überrollt worden, das zuletzt, am 3. Juni, den Rekordstand von 12,87 Metern erreichte. Dieser Pegel lag über allen bisherigen Rekordmarken und verursachte Millionenschäden. Der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) hatte immer erklärt, die Stadt sei von den Behörden nicht rechtzeitig darüber informiert worden, dass das Wasser so hoch steigen könnte.

Quelle: br.de

So schwer es Flutgeschädigten angesichts der Zerstörung und dem Schrecken über das Erlebte fällt: Wer nach dem Abfließen des Hochwassers schnell und richtig handelt, kann die Folgeschäden zumindest in Grenzen halten. Das betrifft nicht nur die Kosten für die Sanierung und Instandsetzung, sondern ist auch im Hinblick auf die eigene Gesundheit wichtig. So können durch das Wasser beispielsweise Giftstoffe freigesetzt worden sein oder Schimmelpilzbefall drohen. Die jeweils zuständige Versicherung sollte so schnell wie möglich über die Schäden informiert werden, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Hilfreich ist außerdem eine genaue Dokumentation der Schäden, beispielsweise mit entsprechenden Fotos.

Erst wenn das Hochwasser zurückgegangen ist, wird das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Aber gerade dann ist noch sehr besonnenes Handeln auf Seiten der Geschädigten notwendig. Die Experten der ZURICH Versicherung helfen ihren Kunden mit wertvollen Tipps, zum Beispiel zur Schadenaufnahme. Darauf weist Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der ZURICH Versicherung, hin.

Wenn das Hochwasser weg ist, sollten die betroffenen Bereiche nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zunächst schnellstmöglich vom Schlamm befreit und getrocknet werden, um Pilz- oder Schädlingsbefall zu vermeiden und weitere Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Bei besonders stark von der Flut betroffenen Gebäuden sollten Fachleute hinzugezogen werden, um vor allem die Statik des Gebäudes und das Stromnetz auf etwaige Schäden hin zu überprüfen. Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, Lebensmittel, die in Kontakt mit dem Hochwasser waren, sicherheitshalber zu entsorgen. Generell sollten bei der Reinigung zum Schutz der eigenen Gesundheit Handschuhe und Schutzkleidung getragen werden, da im Schlamm beispielsweise Öle oder Fäkalien enthalten sein können.

Je nach Ausmaß der Schäden kommen für die Trocknung unterschiedliche Maßnahmen infrage. Bei kleinen Feuchteschäden kann es ausreichen, die Heizung aufzudrehen und gut durchzulüften. In der Regel wird das jedoch nicht genügen. Um keine unnötige Zeit zu verlieren, können sich Betroffene mit Industrie-, Nass- oder Trockensaugern weiterhelfen, die bei Spezialfirmen ausgeliehen werden können. Bei der Trocknung sollten die nicht betroffenen Gebäudeteile oder Räume abgeschottet werden, um eine Vermischung mit den freigesetzten Fasern und Stäuben zu vermeiden. Besonders wichtig ist auch hier, vor dem Einsatz solcher Geräte die schriftliche Zustimmung der Versicherung einzuholen, die gegebenenfalls je nach Versicherungsschutz – die teils erheblichen Leihgebühren ersetzt.

Nasse Tapeten und Gipsputze sind so schnell wie möglich zu entsorgen, da durch die Feuchtigkeitseinwirkung deren Festigkeit zerstört wird, erklärt die Verbraucherzentrale Hessen. Hinzu kommt, dass der Putz den Trocknungsvorgang sogar erheblich verzögern kann. Bei Fußböden ist unter Umständen mehr zu retten, doch sollten sie zur Kontrolle zumindest geöffnet werden, um beurteilen zu können, ob Spätschäden oder Schimmelbefall drohen.

Bei der Inneneinrichtung muss jeder selbst entscheiden, was noch zu retten ist. Zu stark beschädigte Möbel und Haushaltsgeräte sind ein Fall für den Sperrmüll und sollten vor der Abholung beziehungsweise dem Transport zumindest grob von Schlamm und Schmutz befreit und gegebenenfalls geleert werden. Bei leichteren Schäden raten Experten, die Möbel hoch- und freizustellen, damit sie schneller trocknen und sich die Feuchtigkeit nicht zwischen ihnen und der Wand festsetzen kann.

Eine partnerschaftliche Abstimmung zwischen Betroffenen und ihrer Versicherung kann hier bereits bei der Schadenaufnahme für Aufklärung, aber auch für wichtige Tipps zur Schadensminderung sorgen. Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der ZURICH Versicherung: In einem partnerschaftlichen Zusammenwirken zwischen Versicherung und Kunden ist rechtzeitige, unbürokratische Offenheit und Aufklärung ein wichtiger Baustein zur gelebten Kundennähe. Die ZURICH Versicherung lebt dieses Prinzip gerade auch in Krisenzeiten, wie zum Beispiel beim schadensträchtigen Hochwasser 2013.

Quelle: finanznachrichten.de

Die Allianz wird zur Kasse gebeten: Nach dem Hochwasser in Deutschland muss Europas größter Versicherer für Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro geradestehen. Bezahlt wird aber nur die Hälfte.

Das Hochwasser in Deutschland und den angrenzenden Ländern hat bei den Kunden von Europas größtem Versicherer Allianz mehr als 700 Millionen Euro an Schäden verursacht. „Gut 50.000 Kunden haben uns bisher Schäden gemeldet, von denen wir bereits 32.000 reguliert haben“, sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer in München bei der Vorlage der Quartalszahlen. 300 Mitarbeiter seien im Juni in die Flutgebiete geschickt worden, um dort zu helfen. Die auf rund 730 Millionen Euro geschätzten Leistungen an die Versicherten übertreffen die erste Schätzung der Allianz von Mitte Juni deutlich. Damals war sie von mehr als 500 Millionen ausgegangen. Branchenweit schätzt die Münchener Rück den versicherten Schaden auf gut drei Milliarden Euro.

Bei der Allianz selbst bleibt aber sogar weniger hängen als damals gedacht. 329 Millionen Euro statt der veranschlagten 350 Millionen muss der Münchener Versicherer selbst tragen, den Rest decken Rückversicherer ab. Insgesamt schlugen Naturkatastrophen im zweiten Quartal mit 550 Millionen Euro zu Buche – ein Jahr zuvor waren es nur 174 Millionen. Trotzdem sank die Schadenquote im Sachversicherungsgeschäft der Allianz auf 67,3 von 69,4 Prozent. Neben dem Hochwasser schlugen Stürme in Deutschland und der Schweiz mit 152 Millionen Euro zu Buche und eine Springflut in Calgary in Kanada mit 40 Millionen Euro.

Quelle: n24.de

Fragen und Antworten

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Wer die Hilfen beanspruchen kann, wie viel Geld es gibt und was man beachten muss

Wer bekommt wie viel Hilfe beim Wiederaufbau?

Die Hilfen sind gedacht für folgende Geschädigte oder Schäden, die in unterschiedlichem Maße den Schaden erstattet bekommen: Gewerbebetriebe und Freiberufler (Erstattung: 80 Prozent des Schadens); Landwirtschaft und Forstwirtschaft (80 Prozent); Privates Wohneigentum (80 Prozent); kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen (100 Prozent); Religionsgemeinschaften (80 Prozent); kommunale Infrastruktur wie Straßen und Brücken (100 Prozent); Landes-Infrastruktur (100 Prozent); sonstige Einrichtungen wie Vereine oder Stiftungen (80 Prozent). Für alle gilt: Förderung erhält, wer im Zusammenhang der Flut vom 18. Mai bis 4. Juli durch Hochwasser, wild abfließendes Wasser, Sturzflut, aufsteigendes Grundwasser, überlaufende Kanalisation, Hangrutsch oder Einsatzkräfte verursachte Schäden hat. Ein Anspruch gilt formal zwar nicht, sondern liegt im Ermessen der Bewilligungsbehörde, solange die Mittel reichen. Das Land geht aber davon aus, dass die 2,4 Milliarden für Sachsen-Anhalt genügen. „Das Geld reicht“, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Felgner (SPD)

 

Werden auch Schäden an Datschen und Lauben in Kleingärten erstattet?

Das ist offen und wird noch mit der Bundesregierung verhandelt. Aktuell gilt die Förderung für Gebäude nur, wenn man dort wohnt, also gemeldet ist. Es müssen Gebäude sein, die mindestens „mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent zu Wohnzwecken genutzt werden“, wie es in der Landes-Richtlinie heißt. Nicht gefördert wird etwa der Wiederaufbau von landwirtschaftlichen Nebengebäuden wie Ställen und Scheunen, Fischer- und Jagdhütten sowie von Teichen, Swimming-Pools und Gewächshäusern.

 

Wird beschädigter Hausrat erstattet?

Ja, die Reparatur oder die Wiederbeschaffung – falls eine Reparatur unwirtschaftlich wäre. Zum Hausrat zählen die „zur Haushalts- und Lebensführung notwendigen Möbel, Geräte“ und sonstiges Inventar. Allerdings wird nicht der Neuwert erstattet, sondern 30 Prozent vom Kaufpreis abgezogen. Wer keine Belege mehr hat, kann Geld bekommen auf „Basis der Versicherung der Richtigkeit der Angaben“. Bei dieser Förderung gibt es pauschale Höchstgrenzen für den Schadensausgleich: 4 000 Euro bei Ein-Personen-Haushalten, 6 000 Euro bei Zwei-Personen-Haushalten und 1 500 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person.

 

Was ist mit beweglichen Gütern bei Betrieben und Bauern?

Für Gewerbetreibende gilt: Bei beweglichen Gütern, Waren und Ausstattung gibt es einen Abschlag von 30 Prozent beim Neupreis. Gewerbetreibende können in Härtefällen aber mehr bekommen. Sie können auch bei der Gebäudeförderung mehr als 80 Prozent des Schadens erstattet bekommen – etwa, wenn ansonsten eine Insolvenz droht. Dann müssen Betroffene aber unter anderem ein Gesamtkonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebes vorlegen.
Bei Landwirten wird ab 2 000 Euro Schaden auch Feldinventar zu maximal 80 Prozent erstattet. Zur Berechnung gibt das Land Werte vor: Zum Beispiel bei Weizen gelten als Schadenshöhe 1 332 Euro pro Hektar und bei Zuckerrüben 1 741 Euro.

 

Welche Belege oder Nachweise braucht man?

Grundsätzlich sind bei beweglichen Gütern Quittungen nötig – ansonsten muss man sich mit den pauschalen Erstattungen begnügen. Für Gebäudeschäden und ähnliches muss man Gutachten einholen. Die Gutachterkosten werden ebenfalls erstattet.

 

Wo bekommt man Anträge und wie läuft die Auszahlung?

Anträge und Infos findet man im Internet auf http://www.hochwasser.sachsen-anhalt.de oder erhält sie in den Gemeinde- sowie Kreisverwaltungen. Die Kommunen wickeln – anders als bei der Flut-Soforthilfe – die Wiederaufbau-Förderung nicht ab. Ansprechpartner für Privatleute und Gewerbetreibende ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt, für Kommunen das Landesverwaltungsamt und für Landwirte die Ämter für Landwirtschaft und Flurneuordnung. Die Investitionsbank berät auch telefonisch oder sogar vor Ort und nimmt dort auch Anträge entgegen. Die Anträge können bis Ende Juni 2014 eingereicht werden.

 

Muss man nachweisen, wie das Geld verwendet wurde?

Ja. Im Fall der Privatleute zum Beispiel binnen drei Monate nach Beendigung der Maßnahme. Es werden auch Zahlungen Dritter wie Spenden und auch Geld aus der Flut-Soforthilfe verrechnet. Eine Überkompensation soll ausgeschlossen werden, nachträgliche Prüfungen der Förderungen sind möglich.

 

Quelle: mz-web.de

 

Flut-Opfer sollen sich versichern

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Haseloff appelliert an die Bevölkerung, künftig für Schäden durch Hochwasser besser vorzusorgen. Bund und Länder stellen ein Hilfspaket von acht Milliarden Euro zur Verfügung.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) appelliert an die Bevölkerung, künftig für Schäden durch Hochwasser besser vorzusorgen. „Nach der Flut ist vor der Flut“, sagte Haseloff am Freitag. Das Land tue seinen Teil und verstärke massiv den Schutz vor Überschwemmungen. Bis 2020 werde die Regierung 600 Millionen Euro und damit 270 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant in verbesserte oder neue Deiche, Überflutungsflächen sowie andere Schutzmaßnahmen investieren. „Auf das nächste Hochwasser müssen wir besser vorbereitet sein“, sagte Haseloff.

Nur ein Prozent nicht versicherbar

Das gelte aber auch für Privatleute, deren Versicherungsquote sei „deutlich zu steigern“. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft ist in Deutschland nur ein Prozent aller Gebäude nicht versicherbar. In Sachsen-Anhalt sei allerdings nur knapp die Hälfte der Gebäude in Hochrisikogebieten gegen Elementarschäden versichert.

Haseloff mahnte, private Hauseigentümer, Betriebe und auch Kommunen dürften sich nicht dauerhaft darauf verlassen, dass der Staat bei der Beseitigung von Schäden wie durch Hochwasser helfe. Nach dem verheerenden Juni-Hochwasser stellen der Bund und alle Bundesländer insgesamt acht Milliarden Euro für den Wiederaufbau in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern zur Verfügung. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Haseloff, der den anderen Ländern für die Solidarität dankte. „Wir können davon ausgehen, dass es ein so großzügiges Hilfsprogramm nicht noch einmal geben wird“, so Haseloff. Deshalb sei die private Vorsorge so wichtig.

Haseloff und Finanzstaatssekretär Jörg Felgner (SPD) verkündeten am Freitag die Details der Wiederaufbau-Hilfen unter anderem für Privatleute, Firmen und Landwirte. Ab Montag soll das größte Wiederaufbauprogramm nach einer Naturkatastrophe in der Geschichte Sachsen-Anhalts anlaufen: 2,4 Milliarden Euro verteilt die Landesregierung insgesamt aus dem Bund-Länder-Fonds – drei Mal soviel wie nach der Flut 2002.

Privatleute bekommen maximal 80 Prozent ihres Schadens erstattet

„Keine Gruppe von Geschädigten bleibt ohne Hilfe“, versprach Felgner. Privatleute etwa bekommen allerdings maximal 80 Prozent ihres Schadens erstattet, auf dieser Höchstgrenze hatte die Bundesregierung bestanden. Ansonsten würden jene benachteiligt, die sich versichert haben. Anträge auf Hilfen erhält man bei den Kommunen, abgewickelt wird die Förderung aber über die Landes-Investitionsbank. Felgner sicherte eine unbürokratische Bearbeitung zu. Geld gebe es genug. „Kein Fall wird am Geld scheitern, es sind ausreichend Mittel da“, so Felgner.

Quelle: mz-web.de

Spendenwelle nach Flutwelle

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Familien wie die Theeks aus Gorleben sind dankbar für Spendenaktion von Rotem Kreuz, EJZ und Kirche

Sie sind nicht allein. Das hat Familie Theek aus Dannenberg in und nach den Tagen des Hochwassers gespürt.

»Eines der wenigen guten Gefühle im Zusammenhang mit der Flut», sagt Veronica Theek. Vor allem Nachbarn packten in der akuten Phase mit an. Doch auch Wochen nach der Flut gibt es hin und wieder gute Nachrichten: Familie Theek bekommt Geld aus der gemeinsamen Spendenaktion von EJZ, dem Deutschen Roten Kreuz und dem evangelischen Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg. Geld von Menschen, die die Theeks gar nicht kennen. »Es ist einfach nur toll, dass so viele Menschen gespendet haben, wir freuen uns darüber und sind sehr dankbar», sagt Veronica Theek.

340 Spenden sind insgesamt bisher eingegangen, rund 43700 Euro haben Lüchow-Dannenberger, aber auch Menschen aus anderen Teilen Deutschlands gespendet. Eine Summe, die die Erwartungen weit übertroffen hat. »Mit einer so großen Summe hatte ich nicht gerechnet», sagt Matthias Hanelt, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. Sehr großzügig seien die Spender gewesen, eine Einzelperson aus Lüchow-Dannenberg habe sogar 5000 Euro auf das Spendenkonto überwiesen – die höchste Spende. Außerdem gingen sechs Spenden in Höhe von 1000 Euro ein. In der kommenden Woche bekommen die ausgewählten 16 Flutopfer in Vietze, Gorleben, Tiesmesland und Schnackenburg Geld überwiesen. Leicht habe man sich die Auswahl nicht gemacht, bekräftigt Hanelt. Ein Gremium habe mit Hilfe des Landkreises, der Samtgemeinden und mit Ansprechpartnern Geschädigte aufgenommen, Anträge verschickt, Schadenssummen ermittelt und soziale Aspekte bei der Verteilung der Summen berücksichtigt. »Wir sind nicht nach dem Gießenkannenprinzip vorgegangen», unterstreicht Hanelt. Allerdings bekomme jeder, der einen Antrag gestellt habe, Geld. Der DRK-Mann geht davon aus, dass auch in nächster Zeit noch Spenden auf dem Konto (DRK-Kreisverband Lüchow-Dannenberg, Konto-Nr.: 230183089, bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, BLZ: 25850110) eingehen werden. »50 Euro hat beispielsweise gestern jemand überwiesen», sagt Hanelt. Das Konto soll deshalb bis Ende Oktober bestehen bleiben, die dann noch vorhandenen Spenden sollen an Flutopfer mit Folgeschäden gehen. Der Betrag, den Familie Theek bekommt, deckt längst nicht alle Kosten ab, die auf sie zukommt. Trotzdem sei das Geld eine große Hilfe. Das Schlafzimmer von Sohn Kilian stand unter Wasser, benötigt eine komplette Renovierung, einige Fenster und Türen sind verzogen, müssen ausgewechselt werden, den Gartenzaun hat die Familie bereits austauscht. »Der alte ist einfach weggeschwommen», sagt Veronica Theek.

Nur gegen die schlechten Gefühle, die die Opfer noch immer spüren, hilft das Geld nicht. »Irgendwie habe ich noch heute eine gewisse Panik in mir, der Alltag ist noch immer durcheinander», sagt Veronica Theek. Es gibt Dinge, da hilft höchstens die Zeit. Und die ist kostenlos.

Quelle: ejz.de