Kabarett-Premiere in Gera: Wenn der Hahn sche Strudel zuschlägt

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Eva-Maria Fastenau und Thomas Puppe begeistern mit ihrem sechsten Programm „Kabarett unterm Schloss“ das Premierenpublikum. Mit Blick auf die Hochwasser-Krisenbewältigung fragen sie: Was ist los in dieser Stadt?

Gera. Wer noch nie etwas vom Hahnschen Strudel gehört hatte, war um einiges schlauer, als er die Premiere des Fettnapp-Programms „Kabarett unterm Schloss – Was ist los in dieser Stadt?“ besuchte. Doch nicht nur mit mehr Wissen ging er nach Haus, sondern wurde auch zum lauthals Lachen angestiftet. Denn allein die Erklärung des nach der Geraer Oberbürgermeisterin benannten Flutwasser-Phänomens war die Eintrittskarte wert.

Der sogenannte Hahnsche Strudel hätte wohl zuschlagen müssen, wäre Heinrichsgrün wegen geschlossener Flutmauern in Höhe des alten Sommerbades abgesoffen. Dann nämlich wäre Geras Gartenstadt vom flussaufwärts fließenden Wasser überrascht worden. Überhaupt war die Jahrhundertflut in Gera Hauptthema des Programms. So strandete Hochwasser-Gutachter Dr. Dr. Dr. Dr. Müller, alias Thomas Puppe, im Hofgut, um festzustellen, dass laut seinem Plan hier gar kein Gebäude mehr stehen dürfte. Kurzerhand erklärte der nämlich halb Gera zu einem Überflutungsgebiet.

Der vertrauliche Plan aus Erfurt, Gera zu fluten, sei aus unerfindlichen Gründen nicht aufgegangen. Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten sich so viele Probleme vom Leib schaffen und ihre Stadt ganz leicht sanieren können. Die auf diese Weise auf den Mittelalterkern zurückgeschrumpfte Stadt sei dann ein überschaubares Gebiet gewesen, das Geras OB in den Griff bekommen hätte. „Die in Erfurt wissen genau: In Gera sitzen die fähigsten Köpfe – die in ihrem Sinne arbeiten“, brachte es Puppe auf den Punkt und staunte über die während der Flut verteilten Knöllchen an Falschparker: „In Gera herrscht auch während einer Katastrophe Ordnung!“

Der Lacher des Abends hatte jedoch mit Hochwassermanagement wenig zu tun, dafür aber mit der Bewältigung einer anderen Art von Krise: Als Eva-Maria Fastenau als Viola Hahn dem Style-Papst Karl unter die Augen trat, konnte sich keiner auf seinem Sitz halten. Der Designer suchte in der Provinz nach Stilikonen und neuen Trends, fragte sich dann angesichts großgeblümter Röcke und kurzen Jacketts allerdings besorgt „Welchen Grund hat es, das Viola so auf Anti-Styling macht?“

Froh war der Zuschauer, dass er das miterleben durfte. Schließlich hätte ja auch alles ganz anders kommen können. Denn wenn Untermhaus zum Flutungsgebiet erklärt worden sei, hätte er dort womöglich noch bis zum Bauch im Wasser gesessen. Dann wäre er aber unter Umständen wieder empfänglich für das eine oder andere Flut-Souvenir gewesen, das Eva-Maria Fastenau als neue Geschäftsidee präsentierte: Vom Fläschchen „Flutsprudel“ über Untermhäuser Elstermode bis hin zum Elsterschlamm als Badezusatz war da – wie im Programm – für jeden etwas dabei.

Quelle: otz.de

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