Gera: Umhängetaschen aus gewaschenen Sandsäcken

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Streetwork-Verein fertigt eine begrenzte Anzahl nummerierter Exemplare, die gegen Spenden abgegeben werden..

Gera. Die einen finden die Idee witzig, andere weniger: In der Nähwerkstatt des Vereins Streetwork haben Bürgerarbeiterinnen aus Sandsäcken, die zum Schutz vor dem Hochwasser Anfang Juni gebraucht wurden, Umhängetaschen genäht. „Der Inhalt wurde ordnungsgemäß entsorgt und die Säcke bei 60 Grad gewaschen“, versichert der Vereinsvorsitzende Andreas Heimerdinger.

Die Idee für die kreative Nachnutzung der Sandsäcke stammt von Falk Freismuth. Als ehemaliger Bundesfreiwilliger hat er dem Verein die Treue gehalten. Gefallen an Jutesäcken hatte er auf einer Indienreise gefunden und – als Untermhaus-Bewohner selbst betroffen vom Hochwasser – gemeint, dafür ließen sich Sandsäcke noch gut verwenden. In der Nähestube wurden die gewaschenen Säcke mit Innenfutter ausgekleidet, geflochtene Seile dienen als Trageriemen. Verziert sind die einzigartigen Taschen mit der aufgedruckten Internetadresse des Streetwork-Vereins und mit einem Logo, das Falk Freismuth entwickelt hat und das an die Katastrophe von Anfang Juni erinnert: stilisierte Wellen, aus denen hilfesuchende Hände ragen, darüber das tragische Datum 3. Juni 2013, dazu der Pegelstand, der bei der Flut in Stublach gemessen wurde, ehe der Pegel den Dienst quittierte.

Gut 100 Taschen haben die Frauen in der Nähwerkstatt gefertigt. „Die Auflage ist limitiert auf die Zahl der Sandsäcke, die wir zur Verfügung hatten“, sagt Andreas Heimerdinger. Die Erinnerungsstücke will der Verein gegen Spenden an Interessierte abgeben. Der Erlös soll mit verwendet werden für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, das der Verein dringend benötigt.

Während des Hochwassers waren Streetworker und die jungen Leute, die von ihnen betreut werden, eine Woche lang im Einsatz. Das Vereinshaus im Bärenweg war kaum betroffen. „Bei uns waren nur zwei Keller vollgelaufen“, erzählt Heimerdinger. Aber die etwa 30 Leute des Vereins haben vielen Betroffenen vor allem in Untermhaus geholfen, überflutete Keller und Geschäftsräume ausgeräumt. „Viele Hände, schnelles Ende – das war unsere Devise“ , sagt Heimerdinger.

Quelle: otz.de

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