Archiv für August 3, 2013

Weitere Agrarbetriebe erhalten Hochwasser-Soforthilfe

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Erfurt. Nach einer Erfurter Gärtnerei haben in dieser Woche auch mehrere landwirtschaftliche Betriebe ihre Zuwendungsbescheide aus der Hochwasser-Soforthilfe für Agrar- und Forstbetriebe erhalten.

Thüringens Agrarstaatssekretär Roland Richwien überreichte jetzt einen Bescheid an den landwirtschaftlichen Familienbetrieb Hagel in Reinsdorf (Kyffhäuserkreis). Richwien sagte, der Freistaat arbeite derzeit mit Hochdruck an einer weiteren Richtlinie Wiederaufbau Landwirtschaft und Fischerei.

Der Landwirtschaftsbetrieb Hagel baut auf 205 Hektar Getreide und Raps an. Der Schaden durch das Hochwasser beträgt nach Feststellung des Landwirtschaftsamts Bad Frankenhausen knapp 88.000 Euro. Dieser Schaden wird zunächst zu 50 Prozent nach der Soforthilfe-Richtlinie durch den Freistaat Thüringen mit finanzieller Beteiligung des Bundes ausgeglichen. Insgesamt haben inzwischen 16 landwirtschaftliche Betriebe Zuwendungsbescheide über insgesamt 389.000 Euro erhalten.

Der Staatssekretär zeigte sich zufrieden, dass es seinem Ministerium gelungen sei, innerhalb kürzester Zeit die erforderlichen Abstimmungen auf Bundes- und Landesebene zu führen, ein wirksames und möglichst unbürokratisches Hilfsprogramm zu organisieren und vor allem den Betroffenen schnell die dringend benötigten Zahlungen gewährleisten zu können.

Derzeit wird auf Landesebene ein „Aufbauhilfeprogramm zur Beseitigung von Schäden infolge des Hochwassers in der Landwirtschaft und der Fischerei“ vorbereitet. „Ich gehe davon aus, dass noch im August die Wiederaufbaurichtlinie Landwirtschaft und Fischerei in Kraft treten wird“, sagte der Staatssekretär. Dann könnten ab September vom Hochwasser geschädigte Landwirtschafts-, Gartenbau- und Fischereibetriebe für Ihre entstandenen Schäden einen weiteren Schadensausgleich in Höhe von bis zu 80 Prozent erwarten. Bereits erhaltene Soforthilfen würden angerechnet.

 Quelle: otz.de

 

Gera: Umhängetaschen aus gewaschenen Sandsäcken

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Streetwork-Verein fertigt eine begrenzte Anzahl nummerierter Exemplare, die gegen Spenden abgegeben werden..

Gera. Die einen finden die Idee witzig, andere weniger: In der Nähwerkstatt des Vereins Streetwork haben Bürgerarbeiterinnen aus Sandsäcken, die zum Schutz vor dem Hochwasser Anfang Juni gebraucht wurden, Umhängetaschen genäht. „Der Inhalt wurde ordnungsgemäß entsorgt und die Säcke bei 60 Grad gewaschen“, versichert der Vereinsvorsitzende Andreas Heimerdinger.

Die Idee für die kreative Nachnutzung der Sandsäcke stammt von Falk Freismuth. Als ehemaliger Bundesfreiwilliger hat er dem Verein die Treue gehalten. Gefallen an Jutesäcken hatte er auf einer Indienreise gefunden und – als Untermhaus-Bewohner selbst betroffen vom Hochwasser – gemeint, dafür ließen sich Sandsäcke noch gut verwenden. In der Nähestube wurden die gewaschenen Säcke mit Innenfutter ausgekleidet, geflochtene Seile dienen als Trageriemen. Verziert sind die einzigartigen Taschen mit der aufgedruckten Internetadresse des Streetwork-Vereins und mit einem Logo, das Falk Freismuth entwickelt hat und das an die Katastrophe von Anfang Juni erinnert: stilisierte Wellen, aus denen hilfesuchende Hände ragen, darüber das tragische Datum 3. Juni 2013, dazu der Pegelstand, der bei der Flut in Stublach gemessen wurde, ehe der Pegel den Dienst quittierte.

Gut 100 Taschen haben die Frauen in der Nähwerkstatt gefertigt. „Die Auflage ist limitiert auf die Zahl der Sandsäcke, die wir zur Verfügung hatten“, sagt Andreas Heimerdinger. Die Erinnerungsstücke will der Verein gegen Spenden an Interessierte abgeben. Der Erlös soll mit verwendet werden für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, das der Verein dringend benötigt.

Während des Hochwassers waren Streetworker und die jungen Leute, die von ihnen betreut werden, eine Woche lang im Einsatz. Das Vereinshaus im Bärenweg war kaum betroffen. „Bei uns waren nur zwei Keller vollgelaufen“, erzählt Heimerdinger. Aber die etwa 30 Leute des Vereins haben vielen Betroffenen vor allem in Untermhaus geholfen, überflutete Keller und Geschäftsräume ausgeräumt. „Viele Hände, schnelles Ende – das war unsere Devise“ , sagt Heimerdinger.

Quelle: otz.de

Kabarett-Premiere in Gera: Wenn der Hahn sche Strudel zuschlägt

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Eva-Maria Fastenau und Thomas Puppe begeistern mit ihrem sechsten Programm „Kabarett unterm Schloss“ das Premierenpublikum. Mit Blick auf die Hochwasser-Krisenbewältigung fragen sie: Was ist los in dieser Stadt?

Gera. Wer noch nie etwas vom Hahnschen Strudel gehört hatte, war um einiges schlauer, als er die Premiere des Fettnapp-Programms „Kabarett unterm Schloss – Was ist los in dieser Stadt?“ besuchte. Doch nicht nur mit mehr Wissen ging er nach Haus, sondern wurde auch zum lauthals Lachen angestiftet. Denn allein die Erklärung des nach der Geraer Oberbürgermeisterin benannten Flutwasser-Phänomens war die Eintrittskarte wert.

Der sogenannte Hahnsche Strudel hätte wohl zuschlagen müssen, wäre Heinrichsgrün wegen geschlossener Flutmauern in Höhe des alten Sommerbades abgesoffen. Dann nämlich wäre Geras Gartenstadt vom flussaufwärts fließenden Wasser überrascht worden. Überhaupt war die Jahrhundertflut in Gera Hauptthema des Programms. So strandete Hochwasser-Gutachter Dr. Dr. Dr. Dr. Müller, alias Thomas Puppe, im Hofgut, um festzustellen, dass laut seinem Plan hier gar kein Gebäude mehr stehen dürfte. Kurzerhand erklärte der nämlich halb Gera zu einem Überflutungsgebiet.

Der vertrauliche Plan aus Erfurt, Gera zu fluten, sei aus unerfindlichen Gründen nicht aufgegangen. Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten sich so viele Probleme vom Leib schaffen und ihre Stadt ganz leicht sanieren können. Die auf diese Weise auf den Mittelalterkern zurückgeschrumpfte Stadt sei dann ein überschaubares Gebiet gewesen, das Geras OB in den Griff bekommen hätte. „Die in Erfurt wissen genau: In Gera sitzen die fähigsten Köpfe – die in ihrem Sinne arbeiten“, brachte es Puppe auf den Punkt und staunte über die während der Flut verteilten Knöllchen an Falschparker: „In Gera herrscht auch während einer Katastrophe Ordnung!“

Der Lacher des Abends hatte jedoch mit Hochwassermanagement wenig zu tun, dafür aber mit der Bewältigung einer anderen Art von Krise: Als Eva-Maria Fastenau als Viola Hahn dem Style-Papst Karl unter die Augen trat, konnte sich keiner auf seinem Sitz halten. Der Designer suchte in der Provinz nach Stilikonen und neuen Trends, fragte sich dann angesichts großgeblümter Röcke und kurzen Jacketts allerdings besorgt „Welchen Grund hat es, das Viola so auf Anti-Styling macht?“

Froh war der Zuschauer, dass er das miterleben durfte. Schließlich hätte ja auch alles ganz anders kommen können. Denn wenn Untermhaus zum Flutungsgebiet erklärt worden sei, hätte er dort womöglich noch bis zum Bauch im Wasser gesessen. Dann wäre er aber unter Umständen wieder empfänglich für das eine oder andere Flut-Souvenir gewesen, das Eva-Maria Fastenau als neue Geschäftsidee präsentierte: Vom Fläschchen „Flutsprudel“ über Untermhäuser Elstermode bis hin zum Elsterschlamm als Badezusatz war da – wie im Programm – für jeden etwas dabei.

Quelle: otz.de

Hofwiesenpark Gera: Spielsand wird ausgetauscht

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Im Spieloval dauern Arbeiten länger. Zutritt soll erst nächstes Wochenende sein.

Gera Von der Henne im Spieloval des Hofwiesenparkes gibt es für Kinder seit Mittwoch eine tolle Aussicht auf die Baustelle gleich daneben.

Der vom Hochwasser überflutete Spielsand wird dort abgetragen. Das ist mühselig, wie Mitarbeiter der Weißenfelser Firma Cortek, Niederlassung Gera, und der Lebenshilfe Grünanlagen und Service GmbH jetzt zu spüren bekommen. Der kleine Radlader ist noch zu groß.

Deshalb muss oft zur Schaufel gegriffen werden. Nur so können die Zwischenräume der farbigen Betonwände bis 50 Zentimeter tief vom verschmutzten Sand befreit werden und erreichen die Männer auch das hinterste Versteck. Auf Haufen geschaufelt, transportiert Jürgen Wollmerstedt das Material per Radlader auf einen Lkw. Der muss an der Elster halten, um den Untergrund der Spielflächen nicht zu beschädigen.

Das dauert länger als angenommen. Die Gera Kultur GmbH war bei Auftragsvergabe davon ausgegangen, dass die 300 Tonnen neuer Fallschutzsand bis gestern eingebaut werden. Inzwischen heißt es, dass dies mindestens bis Dienstag brauche. Mit der Wiedereröffnung der Spielfläche rechnet die Gera Kultur GmbH nun zum nächsten Wochenende. Möglich wird der Austausch dank der Spieloval-Spenden.

Quelle: otz.de

„Eine Mikrowelle wäre gut, unsere haben wir verloren“. Mit ihrem Mann Dieter gehörte Thea Reitz zu den sechs Geraer Familien aus Thieschitz, Heinrichsgrün und Untermhaus, denen am Freitag Gerhard Günther, Präsident des DRK-Landesverbandes, Haushaltsgeräte überreichte.

Gera. Mikrowellen, Kaffeekocher, Kaffeemaschinen, Bügeleisen hatte Tschibo dem DRK für die Fluthilfe zur Verfügung gestellt. Gerhard Günther versicherte : „Ich weiß, dass die materiellen Verluste und die psychischen Belastungen, an denen Sie alle noch tragen, viel viel höher sind. Diese Geste soll Ihnen zeigen, dass auch zwei Monate nach der Flut keiner vergessen ist.“ So informierte er, dass der DRK-Landesverband Thüringen bisher 64 000 Euro Spendengelder an 53 flutgeschädigte Thüringer Haushalte ausgezahlt habe. Die Inanspruchnahme der Mittel halte sich in Grenzen. Auch bei seinen Gesprächspartnern wie Heidrun Hinzke aus Heinrichsgrün, die im Obergeschoss ihres Hauses neben dem Schreibtisch auf einem Campingtisch die Kochplatte stehen hat und im Provisorium lebt: „Wir haben alle noch so viele Sorgen und Wege und keiner möchte Bittsteller sein.“ Die Schausteller-Familie Reitz lebt immer noch bei der Nachbarin. Thea Reitz freute sich sehr über die Mikrowelle.

Quelle: otz.de

Thüringer Landesregierung einigt sich auf Regeln, wer welche Leistungen aus dem Fonds für Hochwasseropfer erhält.

Erfurt. Vom Hochwasser geschädigte Gemeinden erhalten die Wiederherstellung ihrer Infrastruktur voll gefördert. Und auch Privatpersonen können auf Unterstützung hoffen – unabhängig vom Einkommen.

„Wir haben uns im Kabinett darauf verständigt, bei der Infrastruktur der Gemeinden die Wiederherstellungskosten zu 100 Prozent zu tragen“, sagte Thüringens Bauminister Christian Carius (CDU) der OTZ. Das gelte auch für die anfallenden Planungskosten. Carius zufolge ist vorgesehen, dass die betroffenen Kommunen einen Maßnahmekatalog inklusive Zeitplan aufstellen, der vom Land bewilligt wird. Zur Verfügung stehen etwa 100 Millionen Euro. „Der Wiederaufbau wird keine Frage von Wochen, sondern von Jahren“, sagte der Minister.

Für Privatpersonen sehen die Pläne vor, Schäden an der Infrastruktur zu maximal 80 Prozent zu decken. Der Zuschuss soll bei 25.000 Euro pro Wohnung begrenzt werden. „In Einzelfällen sind höhere Beträge möglich. Dafür erfolgt aber eine gesonderte Begutachtung der Gebäude“, erläuterte Carius.

Auch für Hausratsschäden gilt, dass der Hilfsfonds 80 Prozent beisteuert. Ein-Personen-Haushalte sollen maximal 4000 Euro erhalten. Zwei-Personen-Haushalte bekommen 6000 Euro und für jede weitere Person 1500 Euro, so die Vorlage. Anders als die Soforthilfen des Landes ist die Leistung nicht einkommensabhängig.

Bereits gezahlte Soforthilfen und Versicherungsleistungen werden angerechnet. Eine kulante Regelung soll für Geschädigte bestehen, deren Versicherungen nicht den kompletten Schadensbetrag gezahlt haben: Beträgt die Versicherungs­leistung mindestens 20 Prozent der Schadenssumme, wird ein Vollausgleich gewährt.

Bis zum 19. August sollen die Regeln endgültig feststehen. Derzeit läuft die Anhörung des Rechnungshofes und des Gemeinde- und Städtebundes. Die Antragsformulare erheben Informationen, um dem Missbrauch vorzubeugen. „Die Hilfe ist eine große Solidaritätsleistung aller Steuerzahler, so dass wir sicherstellen möchten, dass nur die wirklich Geschädigten davon profitieren“, sagte Carius. Er kündigte an, dass beispielsweise auch die Etage der Wohnung geprüft und bei Versicherungen nachgefragt werde.

Die Regelungen gelten nicht für Gebäude in Kleingärten. „Ziel ist es, den Menschen in Not zu helfen“, sagte Carius. Es gebe aber Gespräche, die Wiederherstellung von Gemeinschaftsanlagen in Kleingartenanlagen zu unterstützen.

Das Landesamt für Bau und Verkehr soll die Anträge bearbeiten. Jeweils zwei bis drei Mitarbeiter werden in regionale Servicestellen nach Gera, in den Saale-Holzland-Kreis, den Landkreis Greiz und das Altenburger Land entsandt, um bürgernah Anträge entgegenzunehmen und Fragen zu beantworten. Derzeit werde mit den Kommunen über zentral gelegene Büros für die Aufbauteams gesprochen, sagte der Minister.

Nach der Flutkatastrophe ist bislang im Freistaat ein Gesamtschaden von 452 Millionen Euro registriert worden. In Summe soll Thüringen aus dem Hochwasserfonds des Bundes 200 Millionen Euro erhalten.

Quelle: otz.de

Nur kurzes Durchatmen: Andreas Schott kommentiert meine Woche

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Andreas Schott über Hochwasser-, Bau- und Hitzewellen

Durchatmen war Anfang der Woche angesagt. Mit dem lang ersehntem Regen purzelten die Grade zwar fast aus dem Thermometer, rutschten um bis zu 20 Grad, doch erfrischend war es nach dem tropischen Backhaus-Klima allemal.

 

In der Weihertalmühle sind nach dem Hochwasser die Wege zu einem Großteil wieder instand gesetzt. Auch der Verbindungsweg von der Mühle nach Stadtroda soll wieder gerade gerückt werden, lautet die Botschaft aus dem Stadtrodaer Rathaus. Nun bleibt nur, sich emsig der Kernaufgabe zu stellen. Und die lautet, sich dem Hochwasserschutz, beginnend an der Patsch­mühle, zu stellen. Hier ist rasches Handeln angesagt. Extreme Witterungsbedingungen begleiten uns zunehmend. Und die nächste Wasserwelle wartet sicher schon.

 

Hochwasser ist für Bad Klosterlausnitz zum Glück kein Thema. Doch hier schwappt dafür eine Bauwelle durch den schmalen Talweg. Das Gute daran ist, dass die Gemeinde dafür frühzeitig Gelder in den Haushalt eingestellt hat. Eigentlich sollte das Vorhaben schon letztes Jahr umgesetzt werde. Es scheiterte an mangelndem Interesse, denn an der Ausschreibung soll sich kein Bauunternehmen beteiligt haben! Was es alles gibt. Zumal sich die Zahl der Bauvorhaben, die sich Kommunen noch leisten können, in den nächsten Jahren aufgrund klammer Kassen weiter minimieren wird.

 

Gegen das nächste Hochwasser hat sich Laasdorf mit einer grundhaften Renaturierung entlang der Roda gewappnet. In zwei Bauabschnitten haben die Laasdorfer in den Jahren 2010/11 und 2012/13 ihr Vorhaben ausgeführt. Sicher sind 360 000 Euro ein Batzen Geld, auch wenn davon die Thüringer Aufbaubank 70 Prozent der Kosten getragen hat, bleiben immerhin noch 108 000 Euro für den Ort mit 550 Einwohnern „übrig“. Und dass sich die Investition gelohnt hat, zeigte kurz vor Abschluss der Baumaßnahme das einflutende Hochwasser. Vergleichsweise glimpflich sei der Ort davon gekommen, konnte der Bürgermeister konstatieren. Zugleich forderte er Anrainer der Roda auf – flussauf- und flussabwärts – einen Zweckverband zu gründen, um gemeinsam etwas bei dringend notwendigen Renaturierungsarbeiten entlang der Roda zu tun. Die nächste Welle kommt bestimmt, jetzt aber erst mal wieder die Hitzewelle!

Quelle: otz.de

Schlagabtausch mit Offenbarungen und Hochwasser-Folgen.

Auf eigentümliche Weise ist in Gera der Bundestagswahlkampf gestartet. Mit einem alten Thema und einem Kämpfer, der hier seinen Wahlkreis nicht hat. Thüringens Wirtschaftsminister Machnig, der zum Schattenkabinett von Peer Steinbrück gehört, teilt in Richtung Gera aus. „Abwicklungspolitik“ wirf t er den politisch Verantwortlichen vor und legt nach, als ihn die CDU-Fraktion an ein gebrochenes Fördermittel-Versprechen für das Kunsthaus erinnert. In seiner Antwort entblößt Machnig die Oberbürgermeisterin als Alleinentscheiderin. Das ist pikant. Am 20. September 2012, einen Tag nachdem die ehemalige Bundesbankfiliale zum Verkauf ausgeschrieben worden war, habe Viola Hahn in ihrem Brief an ihn die Fördermittel abgesagt. Doch dass es das Kunsthaus nicht geben wird, entschied der Stadtrat erst drei Monate später, am 20. Dezember. Inzwischen gibt es neue Tatsachen. Im Frühjahr will die SRH Fachhochschule Gesundheit dort einziehen, hieß es diese Woche.

 

Den Blick zurück wendet auch Geras ehemaliger Oberbürgermeister Ralf Rauch. 2005, ein Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit, wurde Geras Hochwasserschutzkonzept beschlossen. Umgesetzt ist ein Bruchteil. Doch nach der Katastrophe im Juni besinnt man sich inzwischen wieder darauf. Nur bauen wird aber nicht reichen. Mehr Respekt vor der Natur heißt auch, Gewohnheiten ändern. Angesprochen hat Rauch die Kleingärtner. 20 der 146 Vereine waren vom Hochwasser betroffen. Dass sie ihre Parzellen räumen müssen, ist nicht gesagt. Doch möglicherweise wäre dieser Rückzug zugunsten des Flusses der leichteste.

 

Im Vormarsch sind Kneipen in Gera, zumindest nach den Ankündigungen in dieser Woche. Eine mögliche Kultur- und Erlebnisgastronomie kam beim Unternehmertreff des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft in der alten Vereinsbrauerei zur Sprache, in der zuletzt Gerana-Kosmetik hergestellt wurde. Ein Stück weiter ist man in der Schloßstraße. Da steht fest, dass ein Gastronom einzieht. Hoffentlich denkt man beim Bauen auch an klimatisierte Räume. Am vergangenen Sahara-Wochenende gaben sich zwei Restaurants im Stadtzentrum hitzefrei, wie unser Leser Lutz Stein mit Fotos von Aushängen dokumentierte.

Quelle: otz.de

Seit rund zwei Wochen brennen in der Stahlgießerei wieder die Öfen. Ende Oktober muss die Produktion aber erneut kurzzeitig stillgelegt werden, um alle Hochwasser-Schäden beheben zu können.

Silbitz. Auf dem Betriebsgelände von Silbitz Guss ist (fast) wieder Normalität eingekehrt. Wie der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Torsten Tiefel am Freitag auf Nachfrage mitteilte, produziert die Stahlgießerei seit rund zwei Wochen wieder vollständig. „Wir besetzen derzeit alle Schichten voll, um die verlorene Zeit aufzuholen und einen Vorlauf zu schaffen“, erklärte er.

 

Denn Ende Oktober muss die Produktion erneut für zwei Wochen still gelegt werden. „Das ist einfach notwendig, um alle ­Reparaturen abzuschließen“, so Torsten Tiefel. Bisher hätten einige Maschinen nur provisorisch repariert werden können, da einzelne Ersatzteile bis zu drei Monate Lieferzeit benö­tigen. „Die komplette Befundung der Maschinenschäden ist auch noch nicht abgeschlossen.“ Totalschäden seien immer noch möglich. Von den bis zu 200″Mitarbeitern, die nach dem Produktionsstopp Anfang Juni wegen des Hochwassers in Kurzarbeit geschickt werden mussten, seien alle wieder voll im Unternehmen beschäftigt.

 

In der Nacht zum 3. Juni musste das Betriebsgelände von Silbitz Guss aufgrund der dramatisch steigenden Weißen Elster vollständig evakuiert werden. Die Schäden, die Wasser und Schlamm an den technischen Anlagen anrichteten, und die durch den Produktionsstillstand entstanden, summierte die Geschäftsleitung auf mindestens 14 Millionen Euro.

 

Von der schnellen Hilfe, die Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) zum Firmen­besuch Ende Juni in Silbitz versprach, hat das Unternehmen ­indes noch nichts gespürt. „Bisher haben wir noch keine Soforthilfen oder andere Unterstützung seitens des Landes erhalten“, sagte Torsten Tiefel.

Quelle: otz.de

 

 

Landrat würdigt Hilfskräfte beim Hochwasser

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Apolda, 600 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des THW in unentgeltlich zur Verfügung gestellte Festhalle der Brauerei eingeladen.

Schätzungsweise 600 Feuerwehrleute aus dem gesamten Weimarer Land und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW) trafen sich gestern in der Festhalle der Vereinsbrauerei Apolda. Anlass dazu gab die Einladung von Landrat Hans-Helmut Münchberg (parteilos), der den Hilfskräften so für ihren Einsatz beim jüngsten Hochwasser im Weimarer Land, aber auch darüber hinaus danken wollte und sie herzlich einlud.

In einer kurzen Rede würdigte Münchberg das große Engagement und die Einsatzbereitschaft im Dienste des Eigentums und der Gesundheit Dritter. Das sei nicht selbstverständlich und entsprechend zu würdigen. „Wenn anderer in der Hollywood-Schaukel dem Feierabend entgegen schaukeln, geht ihr zur Übung oder bei Bedarf in den Einsatz“, so Münchberg.

Im Namen des Thüringer Innenministers wurden Marco Müller aus Niederroßla, Udo Hartmann aus Oberroßla und Frank Langemann aus Jena (alle THW) mit der Katastrophenschutzmedaille ausgezeichnet. Diese Ehre wurde zudem den Apoldaer Feuerwehrmännern Michael Nöckel und Andreas Ebert zuteil.

Nach der Rede des Landrates saß man gemütlich bei Bier und Gebratenem zusammen. Die Festhalle hatte die Vereinsbrauerei unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Günter Ramthor erhielt entsprechende heftigen Applaus für diese Geste.

Quelle: otz.de

12 000 Euro für Opfer der Flutkatastrophe an der Elbe

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Hilfe
Regelschüler aus Treffurt organisierten Spendenlauf und wollen das Geld demnächst in Fischbeck in Sachsen-Anhalt übergeben.

Treffurt. Beim Spendenlauf der Regelschule für Opfer der Flutkatastrophe sind über 12 000 Euro zusammengekommen. Darüber berichtete Bürgermeister Michael Reinz (pl) im jüngsten Stadtrat. „Das ist ein fantastisches Ergebnis“, kommentierte der passionierte Läufer. Voraussichtlich am 28. August wird eine Delegation aus Feuerwehrleuten, Regelschülern und Bürgermeister nach Fischbeck in Sachsen-Anhalt fahren, das besonders vom Hochwasser der Elbe betroffen war. Die Treffurter wollen das Geld vor Ort übergeben.

Quelle: otz.de