Archiv für August 2, 2013

Gera: Dieter Golde hat sich vor 50 Jahren selbstständig gemacht

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Am 1. August 1963 gründete der heute 75-Jährige eine freie Werkstatt.

Gera. Ein 50-Jahre-Firmenjubiläum als Chef der ersten Stunde erleben sicherlich nicht zu viele Unternehmer. Dieter Golde hat es erreicht. Der 75-Jährige machte sich am 1. August 1963 mit seiner Werkstatt selbstständig. Und er führt noch heute – gemeinsam mit Sohn Frank – die Geschicke des Opel-Autohauses Golde, das nach mehreren Umzügen mittlerweile seit 17 Jahren in Bieblach-Ost ansässig ist.

Ein großes Jubiläum, das eigentlich auch entsprechend groß gefeiert werden sollte, wie Golde erzählt. „Wir hatten schon Räumlichkeiten für eine größere Feier gebucht“, sagt er: „Aber dann kam der Juni.“ Und mit ihm das Hochwasser. Schnell habe festgestanden, lieber in kleinerem Rahmen im Autohaus in der Otto-Hahn-Straße zu feiern. „Das Geld, was wir dadurch sparen konnten, spenden wir als Hochwasserhilfe.“ Er betont aber, dass die 5000 Euro, die zu gleichen Teilen für das Spieloval im Hofwiesenpark und die Tierpark-Eisenbahn gedacht sind, von der Familie Golde stammen, nicht von der Firma Golde. Das Geld übergab er dem neuen Leiter der Geraer Wirtschaftsförderung, Tobias Werner, der wie zahlreiche langjährige Kunden, Vertreter der Kfz-Innung und der Industrie- und Handelskammer zum Gästekreis der Feier gehörte.

Sie alle erhielten vom Firmengründer einen kleinen Abriss der Werkstatt-Geschichte. Nach Abschluss der Industrie- und der Handwerks-Meisterschule und der Entscheidung, nicht die väterliche Schmiede zu übernehmen, habe Golde den Entschluss gefasst, sein eigener Chef werden zu wollen. In der Bärengasse in der Geraer Innenstadt eröffnete er seine freie Werkstatt. Nachdem sein Betrieb 1965 Vertragswerkstatt für Saporoshez, ab 1968 für Trabant wurde, folgte im Jahr des ersten zweistelligen Firmenjubiläums der erste von drei Umzügen. Mit dem Bau des Hauses der Kultur (heute Kultur- und Kongresszentrum) mussten die Häuser in der Bärengasse weichen. So zog 1973 die Werkstatt in die Erfurtstraße, die aber schon 1979 in Richtung Kaimberger Straße verlassen wurde.

„Es kam 1990, und es stellte sich heraus, dass Eisenach interessant für Opel war“, erinnert sich Golde, der als aktiver Rallyefahrer von 1960 bis 1974 gute Kontakte nach Eisenach hatte. Er meldete sich bei dem Autobauer und wurde am 27. März 1990 zum 54. Opel-Händler in den neuen Bundesländern.

1992 schließlich wurde die Autohaus Golde GmbH mit Dieter und Frank Golde als Geschäftsführern gegründet. Da die Werkstatt in Zwötzen mittlerweile „aus allen Nähten platzte“, entschied man sich für einen Neubau in der Otto-Hahn-Straße. Hier arbeiten heute zwölf Angestellte bei dem Opel-Service-Partner. Die Krise des Autokonzerns in den vergangenen Jahren sei nicht ganz spurlos an dem Autohaus vorbeigegangen, sagt Frank Golde. „Mit der Insolvenz des Haupthändlers hier ist uns ein fünfstelliger Verlust entstanden“, sagt er. Mittlerweile sei man aber wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Quelle: otz.de

Geduld ist jetzt das Wichtigste für Hochwasseropfer aus Treben

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Thüringen

Reinhard Schimmelpfennig aus Treben im Altenburger Land erhält 1500 Euro von der Flutopferhilfe „Thüringen hilft“.

Treben. „Sind da nicht ganz andere dran, die es mehr getroffen hat“, ist die erste Reaktion von Reinhard Schimmelpfennig aus Treben, als ihm Christoph Schmidt von der Diakonie Mitteldeutschland 1500 Euro aus der Aktion „Thüringen hilft“ übergibt. Und wie zur Bestätigung seiner Zweifel berichtet der Trebener von einer Bekannten, bei der das Wasser bis zwei Meter hoch ins Haus geschossen sei. In der Wohnung von Schimmelpfennig habe die stinkende Brühe des zum reißenden Fluss gewordenen Gerstenbachs dagegen 97 Zentimeter hoch gestanden. Doch in Zentimetern ist Hilfsbedürftigkeit nicht messbar und kaum ein Fall gleicht dem anderen. Allein in Treben beklagen Privatleute fast drei Millionen Euro Schaden. 86 Betroffene des 1254-Seelen-Dorfes stehen auf der Schadensliste. Im ganzen Altenburger Land sind es über 18 Millionen Euro Flutfolgen in privaten Haushalten.

Bemerkt habe er die Gefahr erst, als er in der Nacht von Sonntag, 2. Juni, auf Montag aufstand und mit den Beinen im Wasser landete, sagt er. Mit dem Zollstock hat Schimmelpfennig die Höhe gemessen und Fotos gemacht, damit er das Unglaubliche später beweisen kann.

Der Mann brauche jetzt ein ordentliches Bett, in dem er schlafen kann und er braucht Hausrat, sagt Christoph Schmidt von der Diakonie. Seit seinem Herzinfarkt könne der Trebener nur noch schlecht Treppen steigen, bekomme schwer Luft. Und so war der 63-Jährige erst gut eine Woche vor der Flut von der ersten Etage ins Erdgeschoss seines Hauses gezogen. Ein Umzug für mehr Wohlbefinden. Doch davon ist nichts mehr zu sehen. Die Tapeten sind abgenommen, der Holzfußboden raus. Die Wände präsentieren eine alles umlaufende Staunässe. Die Möbel sind hin. „Alles Schrott“, sagt Schimmelpfennig und sitzt vor einem Plastikkasten mit zusammengekramtem Geschirr. 35 000 Euro Gebäudeschaden seien aufgenommen, etwa 10 000 Euro würde eine Neueinrichtung der Wohnung kosten. „Das ist ganz schön viel“, ist er fast selbst erschrocken. Aber es fehlt vom Kühlschrank, Stuhl und Tisch bis zur Waschmaschine alles für ein normales Leben. Der Steinfußboden müsse 20 Zentimeter heraus, die Fliesen im Bad werden abgehackt. Derweil läuft ein Trockengerät rund um die Uhr, das er von der Diakonie ausgeliehen hat und das Wasser aus den Wänden zieht. Auch die Heizung müsse neu gemacht werden, sagt Schimmelpfennig. Dafür soll das Geld verwendet werden, das die Versicherung zahlt – nach ärgerlichen Aus-einandersetzungen, schiebt er nach.

Der Trebener sieht sich in seiner Wohnung um, die jetzt eher einem nass gewordenen Rohbau gleicht. So gesehen, sind 1500 Euro aus der Flutopferhilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber Schimmelpfennig ist dankbar für jede Unterstützung.

Wenngleich er nun erst einmal Geduld haben muss. Er muss warten bis die Wände trocknen – und abwarten, ob die Aufbauhilfe des Landes zu einem Wiederaufbau reicht.

Quelle: otz.de

 

 

Bestellte Türen erst versagt: Baumarkt Bahr ruft Hochwasser-Opfer an

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Nachgehakt: Seit gestern ruft der Baumarkt Max Bahr aus Gera Kunden an, bestellte Ware abzuholen.

Wünschendorf/Gera. Noch am Mittwoch hatte eine vom Hochwasser betroffene Familie aus Wünschendorf der OTZ berichtet, dass sie die georderten und bezahlten Türen nicht erhalten könne.

„Für Kundenaufträge von Flutopfern, die unter Anzahlung oder Vollzahlung Ware bei Max Bahr mit Flutrabatt bestellt haben, möchten wir eine kundenfreundliche Lösung finden“, teilte gestern Pressesprecherin Simone Naujoks aus Hamburg auf Anfrage mit. Betroffene mögen sich deshalb bitte an ihren Marktleiter wenden, damit er individuell prüfen könne, ob eine Sonderregelung angewendet werden kann.

Grundsätzlich gelte, dass Anzahlungen von Ware, die vor dem Antrag auf vorläufige Insolvenz am 26. Juli geleistet wurden, aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angerechnet werden können.

Ausnahmen gebe es aber dann, so Frau Naujoks, wenn zum Beispiel Ware aus Kundenaufträgen, die voll gezahlt wurde, zum Zeitpunkt des Antrages auf vorläufige Insolvenz bereits im Markt war. Diese Ware könne den Kunden nun auch ausgehändigt werden.

Quelle: otz.de

Das Juni-Hochwasser hat auch die Einrichtung nicht verschont. Künftig sollen kleine Wälle vor Wasser schützen.

Schmölln. Im Schmöllner Tierheim ist wieder Normalität eingekehrt. Die Schäden, die das Hochwasser Anfang Juni auch hier angerichtet hatte und die der Tierschutzverein mit rund 5000 Euro beziffert, sind zwei Monate nach dem Unglück behoben. Wappnen will sich der Zufluchtsort für ausgesetzte oder abgegebene Tiere aber gegen ein mögliches neues Hochwasser, sagte Hans Gleitsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schmölln-Osterland. Um Vorsorge zu treffen, solle der Zaun am Limpitzbach durch Erdanhäufungen, eine Art kleiner Wall, verstärkt werden. Dann könne das Wasser nicht mehr ungehindert in die Anlage laufen. Außerdem sollen Zäune befestigt werden. Am 2. Juni hatte das Wasser des Bächleins, der direkt am Tierheim vorbeifließt, 40 Zentimeter auf den Wegen, in den Zwingern und in den Katzenhäusern gestanden. Die Katzen wurden damals ins Altenburger Tierheim evakuiert. Die Hunde fanden Zuflucht in Zwingerboxen des Hundesportvereins auf dem Pfefferberg. Vereinschef Hans Gleitsmann und Tierheim-Leiterin Bettina Krötzsch sind noch heute voller Dankbarkeit – auch über die Geld-, Sach- und Futterspenden, die das Tierheim nach der Überschwemmung erreicht haben. Nicht mit Geld zu bemessen sei auch die Hilfe von Ehrenamtlichen, die beim Aufräumen und Reparieren mit anpackten. Im Zuge dessen wurde auch die Lichtkuppel im Katzenhaus erneuert – wie sich beim Dauerregen Ende Mai, Anfang Juni herausstellte, war sie undicht.

Gewerkelt wird im Tierheim aber immer noch. Das hat aber nichts mit dem Hochwasser zu tun, erklärt Hans Gleitsmann. Die vom Deutschen Tierschutzbund zertifizierte Einrichtung an der Sommeritzer Straße muss die Katzenquarantäne erneuern. Sie zieht in den Eingangsbereich des Tierheims um, ersetzt werden dabei die hölzernen Boxen durch solche aus Edelstahl. Das kostet rund 10″000 Euro, davon schießt der Tierschutzbund 4000 Euro zu. „Den Rest müssen wir über Spenden selbst hereinbekommen“, so Hans Gleitsmann.

Das Schmöllner Tierheim kann bis zu 20 Kleintiere und zehn Hunde aufnehmen und hat 50 Plätze für Katzen. Derzeit werden aber rund 70 Stubentiger betreut, weil vor allem junge Kätzchen in den vergangenen Wochen verstärkt abgegeben oder gefunden wurden.

Quelle: otz.de

 

 

Die Druckerei Sell stand einen Meter tief unter Wasser, als die Flut kam. Jetzt haben die Firmenchefs bauliche Maßnahmen ergriffen, die Produktions- und Büroräume vor einer ähnlichen Naturkatastrophe bewahren sollen.

Caaschwitz. Auch viele Wochen nach dem Hochwasser ist im Grafischen Betrieb Sell und der GRB Verlagsdruckerei GmbH an normalen Druckbetrieb noch nicht zu denken. Als das Elsterwasser kam, standen alle Produktions- und Büroräume einen Meter tief unter Wasser. Zwar hatte man die Computer und Geschäftsunterlagen in das Obergeschoss bringen können, doch die sensiblen Druckmaschinen und das Papierlager waren nicht zu retten.

„Wir haben Mitarbeiter, Familie und Freunde zusammengezogen, um rings um das Firmengrundstück Sandsäcke zu schichten. Dass das Wasser am Ende trotzdem übergeschwappt ist, war großes Pech“, sagt Druckerei-Geschäftsführerin Ulrike Sell. Sie führt Martina Schweinsburg , Landrätin des Landkreises Greiz (CDU), durch die Räume und erinnert sich an die große Hilfsbereitschaft, die ihnen mit der Flut entgegenschwappte. Am Nachmittag des 2. Juni hatten sie noch alles, was transportabel war, auf Tische gestellt oder ins Obergeschoss gebracht. Doch das Wasser kam und hinterließ einen Schaden von rund 745 000 Euro.

Doch Jammern und Aufgeben liegt ihnen nicht. Um bei künftigen Hochwasser-Situationen gewappnet zu sein, wurden an vielen Stellen Trockenbauwände aus Gipskarton durch gemauerte ersetzt. Die Druckmaschinen, die sich nicht wegbewegen lassen, werden mit Vorrichtungen umbaut, die im Fall der Fälle das Wasser fernhalten. „Wir haben uns auch Pumpen und ein Notstromaggregat angeschafft. Außerdem machen wir das Obergeschoss fit, so dass wir dort schnell und unkompliziert alles unterbringen könnten“, erzählt die Druckereichefin von den Vorkehrungen.

Vom OG aus führen sie, ihr Sohn Robert Sell und Uwe Hartmann, die gemeinsam die GRB Verlagsdruckerei GmbH leiten, die Geschäfte – auch wenn im Erdgeschoss die Druckmaschinen noch nicht wieder laufen. Druckaufträge sichern sie noch mit Unterstützung von Partnerfirmen ab. „Wir haben uns bewusst entschieden, hier am Standort weiterzumachen. Durch das Hochwasser haben wir dazugelernt und können uns in Zukunft besser vor solchen Ereignissen schützen“, sagt Uwe Hartmann.

Die klare Entscheidung für die Region halten Dietrich Heiland, Bürgermeister von Bad Köstritz (CDU), und Dietrich Dröse, Ortsbürgermeister von Caaschwitz, für überaus wichtig. Angesichts des unerschütterlichen Optimismus der Unternehmer zeigen sie sich erfreut, von der Ankunft der neuen Druckmaschinen Ende August zu erfahren. „Die Branche ist hart umkämpft. Wir können es uns nicht leisten, mit Risiken zu leben, die durch notdürftig reparierte Maschinen entstehen könnten“, erklärt Ulrike Sell die Notwendigkeit der neuen Technik.

Martina Schweinsburg will sich jetzt die bei ihr eingetroffenen Richtlinien für Flutfolgeschäden zu Gemüte führen. Sobald das Papier bestätigt sei, hofft sie, könne man den Hochwasser-Betroffenen endlich verbindliche Zusagen zu Wiederaufbauhilfen geben.

Quelle: otz.de

VfL Wolfsburg spielt gegen FC Carl Zeiss Jena

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Am Mittwoch, dem 14. August, können die Fans des FC Carl Zeiss Jena auf einen Bundesligisten freuen: Der VfL Wolfsburg kommt zu einem Benefizspiel ins Ernst-Abbe-Sportfeld.

Jena. Anstoß ist 18 Uhr. Hintergrund der Unterstützung des niedersächsischen Bundesligisten ist laut Angaben des Vereins der Aufruf des von Hochwasser-Schäden betroffenen FC Carl Zeiss Jena, mit einem Freundschaftsspiel in Jena dem Klub bei der Bewältigung der Schäden zu helfen, und den Fußballfans der vom Hochwasser betroffenen Region ein besonderes Fußballerlebnis zu bieten.

Klaus Allofs, Geschäftsführer Sport beim VfL, erklärte dazu: „Im Rahmen unserer gesamten Unterstützung für Flutopfer, speziell für betroffene Fußballvereine, freuen wir uns, jetzt dem FC Carl Zeiss Jena helfen zu können. Die Bilder des überschwemmten Ernst-Abbe-Sportfeldes gingen durch ganz Deutschland und sind so etwas wie ein Sinnbild der Hochwasserkatastrophe geworden.“ FCc-Präsident Rainer Zipfel freut sich über die Zusage: Wir wissen, dass das bei der Enge im Terminkalender der Wolfsburger alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Dafür können wir uns nur sehr herzlich bei den Verantwortlichen des VfL bedanken und hoffen natürlich, dass dieses Engagement mit einer entsprechenden Kulisse in unserem Ernst-Abbe-Sportfeld honoriert wird.“

Der freie Vorverkauf für das Benefizspiel beginnt am Donnerstag, dem 8. August, über die bekannten Vorverkaufstellen sowie das Online-Ticketing auf http://www.fc-carlzeiss-jena.de

Zuvor können ab Montag Vereinsmitglieder und Dauerkarteninhaber des FCC ihr Vorkaufsrecht im Jenaer Ticketcenter wahrnehmen. Anfragen zum Vorkaufsrecht per Mail an ticket@fc-carlzeiss-jena.de, telefonisch (03641/765-128) und per Fax (03641/765-110) an den Verein gerichtet werden.

Die Kartenpreise für das Benefizspiel entsprechen denen zu den Regionalligaheimspielen des FC Carl Zeiss Jena.

Quelle: otz.de

 

Reservist aus Mühlhausen für Deutschen Bürgerpreis nominiert

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Mühlhausen. Björn-Guido Kirchner (36) aus Mühlhausen ist als Einziger aus dem Landkreis nominiert für den Deutschen Bürgerpreis. Die Ehrung gilt bundesweit als bedeutendste für das Ehrenamt.

„Ich bin total baff, weiß auch gar nicht, wer mich vorgeschlagen hat“, sagt der Disponent. Er sieht seine Nominierung als Anerkennung für alle aus der Reservistengemeinschaft Görmar, die Anfang Juni mitgeholfen haben im Kampf gegen Hochwasser sowohl vor Ort, in Havelberg, als auch von Mühlhausen aus.

Die Reservisten unterstützten das Deutsche Rote Kreuz Hessen/Fritzlar in Havelberg, brachten Verpflegung in eingeschlossene Gebiete, erkundeten Fahrwege zu erkunden und dienten zudem als Kartenleser

Der Deutsche Bürgerpreis ist der größte bundesweite Ehrenamtspreis. Dieses Jahr stehen unter der Überschrift „Hochwasser-Helfer“ mehr als 120 Personen und Gruppen zur Wahl. Noch bis zum 11. August kann abgestimmt werden. Aus den zehn meistgewählten Engagements bestimmt die Jury des Bürgerpreises die drei Preisträger, die am 15. August bekanntgegeben werden. Zur Preisverleihung am 2. Dezember im ZDF-Zollernhof in Berlin werden diese Helfer stellvertretend für alle in den Hochwasser-Gebieten-Engagierten geehrt.

Quelle: otz.de

Aus dem Fluthilfepaket von Bund und Ländern werden kurzfristig 100 Millionen Euro speziell für Denkmäler und Kultureinrichtungen bereitgestellt. Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Freitag mit. Wenn die Schäden konkretisiert seien, könne es schrittweise weitere Mittel geben. Besonders betroffen vom Hochwasser waren Sachsen-Anhalt und Sachsen. Allein beim Unesco-Welterbe «Gartenreich Dessau-Wörlitz» in Sachsen-Anhalt wird mit Kosten von 15 Millionen Euro gerechnet. Anlass für Neumanns Mitteilung war die Unterzeichnung der Fluthilfe-Vereinbarung mit den Ländern. Diese hatten sich mit dem Bund auf Aufbau-Hilfen von bis zu acht Milliarden Euro verständigt.

Quelle: ksta.de

Wolfsburg bestreitet Benefizspiel bei Carl Zeiss Jena

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg bestreitet am 14. August (18.00 Uhr) ein Benefizspiel beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena. Damit folgen die Niedersachsen einem Hilfe-Aufruf des thüringischen Traditionsclubs, der Anfang Juni schwer vom Saale-Hochwasser betroffen war.

«Die Bilder des überschwemmten Ernst-Abbe-Sportfeldes gingen durch ganz Deutschland und sind so etwas wie ein Sinnbild der Hochwasserkatastrophe geworden», sagte Klaus Allofs, Geschäftsführer Sport beim VfL. Die gesamten Einnahmen kommen dem FC Carl Zeiss zugute.

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld war Anfang Juni vom Hochwasser geflutet worden. Zuletzt mussten die vier Flutlichtmasten wegen massiver Rostschäden und Einsturzgefahr abgebaut werden.

Quelle: ksta.de

Murbachtal – Trotz Überflutung kein hohes Risiko

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in NRW

Im Murbachtal besteht nach Ansicht des NRW-Umweltministeriums trotz vergangener größerer Überflutungen kein besonderes Risiko. Eine Funktion der bedrohten Diepentalsperre für den Hochwasserschutz scheidet aus

Der Murbach hat sich zwar zuletzt im Januar 2011 urplötzlich in einen reißenden Strom verwandelt, der das Tal bei Wietsche überflutet, Gartenhäuser und Pferdeställe unter Wasser gesetzt, Brücken und den Skulpturenpark Sinneswald mit der Spinnerei gefährdet hat.

Auf unserem Foto von damals ist Anwohnerin Gisela Held zu sehen, die entsetzt auf den See in ihrem Garten blickt. Im Murbachtal besteht nach Ansicht des NRW-Umweltministeriums trotzdem kein besonderes Hochwasser-Risiko. Diese erstaunliche Antwort hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Wagner auf eine Anfrage erhalten. Er wollte wissen, inwieweit der Lauf des Murbachs mit den Ortschaften Wietsche und Balken im Rahmen der EU-Richtlinie zum Hochwasserrisiko-Management besonders geschützt werden müsse. Die Stadtverwaltung hat sich erkundigt. Und die Auskunft aus dem Ministerium lautet, dass am Murbach kein signifikantes Risiko bestehe, somit auch keine Vorsorge betrieben werde. Interessant ist die paradoxe Aktenlage aktuell vor allem deshalb: Eine Funktion der bedrohten Diepentalsperre für den Hochwasserschutz scheidet damit als Rettungsanker aus.

Quelle: ksta.de

Hochwasserschutz in Aken – Bürger mit Antworten unzufrieden

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Aken

Umweltminister Hermann Onko Aeikens und Ronald Günther vom LHW mussten sich bei der Bürgersprechstunde zum Thema Hochwasserschutz in Aken am Mittwoch auch viel Kritik anhören.

Drei Fragen zum Hochwasser 2013 brannten dem Akener Hans-Jürgen Herzberg am Mittwochabend unter den Nägeln – und nicht nur ihm: Wie soll künftig die Organisation mit dem Salzlandkreis am Deichabschnitt Breitenhagen ablaufen? Was geschieht bei „Mutter Sturm“ (an dieser Stelle wird von der Stadt Aken immer wieder die fehlende Zusammenarbeit mit der Dessauer Seite kritisiert) und: Wie steht das Land zu seiner Satzung zum Betreiben von Pumpwerken, in der steht, dass die Funktionstüchtigkeit der Pumpwerke jederzeit zu sichern ist?

Die letzte Frage bezog sich auf den verzögerten Einsatz des Akener Schöpfwerkes beim letzten Hochwasser durch den zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), der in Aken nach wie vor heftig in der Kritik steht. Nachdem Herzberg zusammen mit anderen über 3 500 Unterschriften für eine Petition zum Hochwasserereignis 2013 auf den Weg gebracht hatte – die Unterschriften wurden in dieser Woche an den Petitionsausschuss übergeben – wollte er von Umweltminister Hermann Onko Aeikens wissen, ob der denn „schon was bekommen hat“. „Habe ich“, bestätigte Aeikens, der am Mittwochabend auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Krause in die Akener Bierstuben gekommen war, um Fragen zu beantworten und erste Schlussfolgerungen aus der Katastrophe zu ziehen, über deren Verlauf gerade ein Bericht für den Landtag erarbeitet wird. Zur fachlichen Unterstützung hatte der Minister Ronald Günther vom Flussbereich Schönebeck des LHW mitgebracht. Über zwei Stunden wurde heftig debattiert. Stellenweise ließen aufgebrachte Akener die Gäste kaum zu Wort kommen. Hier einige der aufgeworfenen Probleme:

War es richtig, das Schöpfwerk Aken zeitweilig außer Betrieb zu nehmen?

Nein, sagten unter anderem Siegfried Mehl, Danilo Licht und Hans-Jürgen Herzberg. Ein Vorwurf lautet, man hätte das Schöpfwerk vorher sichern müssen. Ein weiterer, die Technische Einsatzleitung in Aken sei über das Abschalten nicht informiert gewesen.

„Ich weiß, dass es zum Schöpfwerk unterschiedliche Auffassungen gibt“, sagte Aeikens. Bei seiner Entscheidung habe er sich auf die Bewertung der Mitarbeiter des LHW gestützt, die eine Gefahr für Leib und Leben des Bedienungspersonals bei eindringendem Wasser nicht ausschließen konnten. Die Leistung des Schöpfwerkes sei für eine derartige Katastrophe nicht ausgelegt. Es gab einen Totalausfall der Anlage, was einen technischen Check und das Auswechseln kaputter Teile notwendig machte, daher der Stillstand.

Er verfüge über Fotos und Videos, die belegen, dass stromführende Teile im Pumpenkeller bereits unter Wasser standen, da habe es nur eine Entscheidung geben können: abschalten, ergänzte Ronald Günther vom LHW, der auch bezweifelt, dass die Wirkung des Schöpfwerkes das Stadtgebiet hätte großflächig entwässern können. Weil man zu keinem Ergebnis kam, schlug Minister Aeikens schließlich vor, bei einem Ortstermin mit Landkreis, Stadt, Technischer Einsatzleitung und Bürgerinitiative für weitere Aufklärung zu sorgen.

Was passiert am Deichabschnitt „Mutter Sturm“?

Ziel sei es, bis 2020 die Deiche im Land DIN-gerecht und sicher zu machen, sagte Minister Aeikens. Die jetzigen Höhen der Deiche beruhen auf den Fluten von 2002, das als Bemessungshochwasser genommen wurde. Die Deichhöhen entsprechen seither den 2002er Höchstwerten plus einen Meter. Vorgeschlagen wird eine neue Bemessungsgrundlage auf Basis des Hochwassers 2013 plus einen halben Meter. Am Abschnitt „Mutter Sturm“ bei Aken sollen noch in diesem Jahr dafür vorbereitende Arbeiten aufgenommen werden. Das Hochwasser werde auch Thema einer Sonderkonferenz der Bundesländer sein. Die EU wolle ebenfalls Geld für den Hochwasserschutz zur Verfügung stellen. Zu Mängeln bei der kreisübergreifenden Zusammenarbeit beim Hochwasserseinsatz sagte Aeikens, dass alle Kreise Tagebücher geführt haben, dort wolle man detailliert zu den Vorgängen recherchieren.

Wann erfolgt die Entschädigung für die vom Hochwasser Betroffenen?

Am Freitag soll zu diesem Thema eine Pressekonferenz stattfinden. Betroffene erhalten bis zu 80 Prozent Entschädigung für Häuser und Inventar. Das trifft auch auf Gewerbetreibende zu, die in besonderen Härtefällen auch bis zu 100 Prozent entschädigt werden können. Die Anträge sollen ab Montag erhältlich sein, so Aeikens. Dietmar Krause will der MZ dazu in Kürze noch konkrete Details mitteilen. Ob Besitzer von Grundstücken in Naherholungsgebieten entschädigt werden können, wie Vertreter vom Löbitzsee fragten, will der Minister nach Prüfung beantworten.

Warum werden Gräben nicht ordentlich entkrautet, was passiert mit dem vielen toten Holz und Grünschnitt nach dem Hochwasser, wie hilft das Land bei Vernässung durch Grundwasser?

Zum Thema Entkrautung an Gewässern II. Ordnung wurde an die Unterhaltungsverbände verwiesen, in denen die Kommunen Mitglieder sind. Für die Grünschnitt-entsorgung sollte der Landkreis zusammen mit den Kreiswerken Lösungen finden, wurde dorthin verwiesen. Brigitte Take appellierte an die Bürger, zu den regelmäßigen Grabenschauen zu gehen, und informierte, dass die Stadt Aken trotz Haushaltskonsolidierung Geld für ein Gutachten zum Grundwasser anfordern kann.

Fragen gab es darüber hinaus u.a. zur Verbreiterung der Taube sowie zum Wulfener Bruch und zum Akazienteich/Löbitzsee, wo man befürchtet, dass hier Polderflächen angelegt werden sollen.

Quelle: mz-web.de

23 000 Euro direkt an Hochwasser-Betroffene

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Bayern

Das Hochwasser vor einigen Wochen hat in unserer Region immense Schäden verursacht. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rosenheim unterstützen gemeinsam mit dem VR-Gewinnsparverein Bayern Hochwasser-Opfer mit 23 000 Euro. Betroffene konnten in allen Geschäftsstellen der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim bis zu 5000 Euro Soforthilfe beantragen. Aus der Region wurden insgesamt fünf Fälle von einem unabhängigen Gremium ausgewählt. Die Auszahlung erfolgt unabhängig von anderen Hilfsmaßnahmen. Unter den Empfängern sind drei Familien und zwei mittelständische Betriebe aus der Region.

Familien, die sich unter hohem finanziellem Aufwand den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllt haben, stehen vor massiven Schäden. Unternehmer müssen schnell ihren Betrieb wieder aufnehmen – und tragen dabei auch Verantwortung als Arbeitgeber. „Die Direkthilfen sind ein Zeichen unserer Solidarität für die Menschen, die in der Region vom Hochwasser betroffen waren“, sagte Konrad Irtel, Vorstandssprecher der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee eG. „Da Hilfsmittel leider nie für alle reichen, bieten wir als Bank vor Ort weitere Unterstützung auch für die, die bei dieser Maßnahme keinen Zuschlag erhalten konnten“, so Vorstandsvorsitzender Hubert Kamml und verweist auf zinsfreie Sofortkredite für sechs Monate und zinsgünstige Sonderkreditprogramme der KfW.

Aktuell ist auch die Unterstützung von Hilfsorganisationen in Stadt und Landkreis Rosenheim. Die Bürgerstiftung Rosenheimer Land nimmt, ausgestattet mit einem Budget von insgesamt 50 000 Euro, Vorschläge für einen verbesserten Schutz für die Zukunft an. Kontakt über die Bank oder direkt unter kontakt@buergerstiftung-rosenheimer-land.de. re

Quelle: ovb-online.de

Magdeburg möchte Hafen und Stadtteil Rothensee möglichst durch eine hohe Spundwand vor Hochwasser schützen. Am Dienstag wurden Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Pläne vor Ort erläutert.

Schon zur Begrüßung hielt OB Lutz Trümper den Planentwurf bereit, übergeben konnte er ihn an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) aber erst am Ende des Besuchs. Ramsauer war am Dienstag im Land unterwegs, um sich erneut über die Hochwasserschäden zu informieren. Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) hatte ihn dazu eingeladen. In Magdeburg war der Hafen das Ziel einer kurzen Stippvisite des Bundespolitikers.

Und um den Hafen ging es auch in besagtem Plan in der Hand von OB Trümper. „Wir müssen jetzt zügig handeln, um den Hafen und den Stadtteil Rothensee vor einem weiteren Hochwasser zu schützen“, sagte Trümper. Jetzt stünden möglicherweise die notwendigen Fördermittel bereit und das Problem sei bei „den Entscheidungsträgern“ in Berlin noch präsent.

Die Stadt möchte möglichst Hafen und Stadtteil durch eine massive und vor allem hoch genug gebaute Spundwand vor zukünftigem Hochwasser schützen. Von Norden aus könnte die Wand ab Rothenseer Verbindungskanal bis zum Industriehafen verlaufen. Dabei ließe sich mit der Spundwand die große Lücke zwischen Steinkopfinsel und Industriehafen schließen. Während des Hochwassers hat sich auch gezeigt, dass im Bereich von Hafenbecken I und II eine Geländemulde dem Hochwasser freien Lauf gelassen hatte. Auch diese Mulde ließe sich mit der Spundwand entschärfen, so die groben Pläne. Das sei erst einmal ein Vorschlag, meinte Trümper. Geklärt werden müsse auch, wie im Hochwasserfall der Hafenbereich hinter der Spundwand und die schiffbare Elbe voneinander „getrennt“ werden und ob dabei möglicherweise die neue Niedrigwasser-Schleuse eine Rolle spielen könnte. Der Vorteil dieser Spundwand-Lösung wäre noch, dass auch während eines Hochwassers der Magdeburger Hafen weiterhin über den Mittellandkanal zu erreichen wäre, sagte Hafen-GmbH-Chef Karl-Heinz Ehrhardt. Für ihn ist wichtig, dass der Hafen möglichst schnell hochwassersicher wird. „Wir müssen Investoren, die sich im Hafen ansiedeln wollen, eine hohe Planungssicherheit geben können, damit sie überhaupt kommen“, so Ehrhardt. Dabei hat der Hafen-Chef auch das Jahr 2019 im Blick, denn dann fallen die Transfairleistungen des Bundes für die Infrastruktur im Osten weg. „Bis dahin müssen wir es geschafft haben.“

Und darum war es auch wichtig, Verkehrsminister Ramsauer den Magdeburger Spundwand-Plan so schnell wie möglich persönlich in die Hand zu drücken. Denn das Problem ist – natürlich – die Finanzierung. 15 bis 20 Millionen Euro sind dafür eine realistische Größe, so die einhellige Meinung von Fachleuten. Das kann Magdeburg nicht allein stemmen. Und muss es auch nicht unbedingt. Die Elbe ist eine Bundes-Wasserstraße, fällt folglich in den Hoheits- und Finanzbereich von Minister Ramsauer. Hochwasserschutz wiederum ist auch Landessache, zum Teil also im Aufgabenressort von Thomas Webel. Somit ist eine Mischfinanzierung von Bund, Land und Stadt realistisch. Peter Ramsauer äußerte sich konkret am Dienstag dazu nicht. Aber: „Problem erkannt“, sagte er und er werde den Plan – den OB Trümper ihm am Schluss des Besuchs überreicht hatte – umgehend an seine Fachabteilung weiterleiten.

„Ich denke, man kann sich auch darauf verlassen“, sagte OB Trümper, nachdem Ramsauer per Hubschrauber Magdeburg wieder entschwunden war. Und auch Hafen-Chef Karl-Heinz Ehrhardt setzt auf das Wort des Ministers und war am Ende zufrieden mit dem Treffen.

Quelle: volksstimme.de

Hochwasser-Benefizabend bei den Filmnächten am Elbufer

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Dresden

Die Filmnächte am Elbufer haben am Mittwoch zu einem Hochwasser-Benefizabend eingeladen. Den Auftakt machte Jazzsängerin Marion Fiedler mit ihrer Band

Die Künstlerin lebt in Pillnitz und war selbst vom Hochwasser im Juni betroffen. Die Ereignisse inspirierten sie zum Flut-Song „It’s Raining Now“, der allen Opfern und Helfern Mut machen soll.

Im Anschluss lief der Film „Beast of the Southern Wild“, der die Flutkatastrophe in Louisiana thematisiert.

Alle Einnahmen des Abends wollen die Filmnächte für die Unterstützung von Flutgeschädigten spenden. Das Sommerkino war in diesem Jahr selbst Flutopfer, zweimal wurde der Beginn wegen dem Elbehochwasser verschoben.

Quelle: dresden-fernsehen.de

Fluthelfer-Party nach Hochwasser

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Kreis Lüneburg

Mit einer Fluthelfer-Party im Bardowicker Feuerwehrhaus hat die Samtgemeinde Bardowick (Kreis Lüneburg) nun den Helfern der neun Ortsfeuerwehren in der Gemeinde gedankt. Sie hatten rund 8.100 Einsatzstunden in zwölf Tagen geleistet.

“Ihr habt bemerkenswerte Arbeit geleistet, die Samtgemeinde ist stolz auf ihre Feuerwehr”, meint Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann während der Veranstaltung. Die Feuerwehr habe gezeigt, was sie leisten könne, so Luhmann. 224 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Während ihres Hochwasser-Einsatzes musste unter anderem die Versorgung der Helfer umstrukturiert werden. Nach vier Tagen war der Landkreis Lüneburg an Grenzen bei der Versorgung der Einsatzkräfte gestoßen. Die Feuerwehren versorgten sich kurzerhand selbst.

Quelle: feuerwehrmagazin.de

Ab sofort können Internetnutzer die zehn beeindruckendsten „Hochwasser-Helfer“ auswählen – Über 120 Bürgerinnen und Bürger nominiert

Jede Stimme zählt: Ab sofort sind alle Interessierten dazu aufgerufen, auf der Webseite des Deutschen Bürgerpreises unter den über 120 Nominierten die zehn beeindruckendsten „Hochwasser-Helfer“ zu bestimmen.

Beispiele kleiner und großer Hilfe, sei es in der Nachbarschaft oder weit entfernt, sei es Unterstützung für Freunde und Bekannte oder auch wildfremde Menschen. Das Hochwasser hat Betroffene und Helfer zusammenrücken lassen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit genutzt, um bewegende Geschichten zu erzählen, Fotos hochzuladen und den vielen freiwilligen Helfern mit einer Nominierung für den Sonderpreis öffentlich ‚Danke‘ zu sagen.

Abgestimmt werden kann vom 1. bis zum 11. August 2013. Aus den zehn meistgewählten Engagements bestimmt die Fachjury des Deutschen Bürgerpreises die drei Preisträger. Diese werden am 15. August bekanntgegeben. Bei der feierlichen Preisverleihung am 2. Dezember 2013 im ZDF Zollernhof in Berlin werden diese Helferinnen und Helfer stellvertretend für alle Engagierten in den Hochwasser-Gebieten ausgezeichnet.

Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“
Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“ ist ein Bündnis aus engagierten Bundestagsabgeordneten, den Sparkassen, den Städten, Landkreisen und Gemeinden. Seit 2003 vergeben die Partner den Deutschen Bürgerpreis – Deutschlands größten Ehrenamtspreis.

Quelle: themenportal.de

Kreisverband verteilt mit eigener Zugabe über 11″000 Euro Spenden an vom Hochwasser betroffene Familien

Der Volkssolidarität Kreisverband Gera beschenkt vom Hochwasser betroffene Familien. Obwohl eigene Objekte in Mitleidenschaft gezogen wurden, sammelten Mitarbeiter und Mitglieder mehr als 2300 Euro Spenden, die auch bei Kuchenbasaren eingenommen wurden. Zusammen mit 7500 Euro vom Bundesverband kann so eine Summe von reichlich 11000 Euro verteilt werden.

Wer das Geld bekommt, schlugen Mitgliedergruppen vor. Gestern waren zunächst sieben Familien aus Wünschendorf, Untermhaus und Heinrichsgrün zum Kaffeetrinken eingeladen. Manche fanden keine Worte, als Vorsitzende Margit Jung je 1325 Euro übergab.

„Das ist wunderbar“, sagte Brigitte Voigt aus Wünschendorf, die die untere Etage ihres Wohnhauses am Mühlgraben noch immer nicht bewohnen kann. Familie Lepis aus der Taunussteiner Straße im selben Ort rechnet damit, dass sie frühestens im Oktober in die noch unbewohnbare Bleibe ziehen kann. Ihr Mann zeigte Fotos, wie hoch der Garten unter Wasser stand. Die Zaunspitzen waren nur noch zu erahnen. „Die neue Küche ist hin“, sagt Frau Lepis traurig und will das Geldgeschenk für den Möbelkauf einsetzen. Das plant auch die 81-jährige Wanda Grötsch aus Untermhaus, die derzeit in einer Pension übernachtet und tagsüber in ihrem Garten hantiert. Dort zu übernachten, konnte ihr ihre Familie noch ausreden. Sie wollte aber unbedingt in Untermhaus bleiben, weil sie jeden Tag ab vier Uhr dort die OTZ austrägt. Ursprünglich habe sie gedacht, dass zumindest ihr Küchenbuffet überlebt habe. Doch Schimmel spross beim Wegrücken aus der Rückwand.

Frau Grötschs Optimismus ist ansteckend. „Es wird alles wieder“, sagte die alte Dame. Rosalinde Klinger (72) aus Wünschendorf ist gefasst: „Wir fangen an wie junge Leute“

Rainer Philippbaar aus Heinrichsgrün gehörte auch zu den Beschenkten. Bei aller Freude ärgert er sich, dass die Stadtverwaltung nicht reagiert. Wiederholt habe er schon wegen eines defekten Gullys in der Mozart­straße telefoniert.

„Ich hoffe, dass sie unser Motto Miteinander – Füreinander erleben können“, sagte Kreisverbandsvorsitzende Margit Jung zu den Gästen. Sie freue sich über die trotz eigener Betroffenheit durchgeführte Spendenaktion. „Das ist ein Beweis, dass wir das Wort Solidarität leben“, meinte sie.

Quelle: otz.de

Der Gimritzer Damm in Halle kann nach Angaben von Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) auch einem neuen Hochwasser standhalten. Der Deich könne verteidigt werden, wenn die Maßnahmen rechtzeitig anliefen, erklärte Aeikens am Donnerstag unter Berufung auf den Landesbetrieb für Hochwasserschutz. „Die Befürchtung der Stadt, bei einer Verzögerung eines Neubaus komme es zu einer Gefährdung der Bevölkerung, ist damit unbegründet“, erklärte Aeikens.

Die Verwaltung in Halle widersprach. „Die Stadt hält den alten Gimritzer Damm nicht für verteidigungsfähig“, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) laut Mitteilung. Der Damm sei nach dem Hochwasser 2013 völlig verschlissen. „Es besteht nach wie vor Gefahr für Leib und Leben.“

Wiegand hatte auf eigene Faust einen Deichneubau begonnen, das Verwaltungsgericht stoppte das Projekt allerdings. Nach Ansicht der Richter ist zwar ein neuer Deich notwendig, dafür sei aber das Land und nicht die Stadt zuständig.

Aeikens betonte nach einem Gespräch mit Wiegand, ein neuer Deich solle gebaut werden, zunächst müsse aber ein Genehmigungsverfahren laufen. „Die Erfahrung zeigt, dass derjenige schneller baut, der rechtssicher baut.“ Er forderte die Stadt auf, die erforderlichen Flächen zur Verfügung zu stellen. Die von der Stadt übergebenen Planungsunterlagen sollten so weit wie möglich genutzt werden.

Aeikens nannte als Ziel, den neuen Deich im kommenden Jahr zu bauen. Dies hänge aber auch von der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten ab. Wiegand hatte Mitte Juli erklärt, schon im Herbst dieses Jahres sei eine neue Überschwemmung möglich.

Noch nicht entschieden hatte das Gericht über Klagen von Anwohnern, die sich gegen den Deichneubau wehren. Sie kritisieren, dass der Neubau näher an ihre Grundstücke heranreicht als der alte Damm. Darüber können die Richter aber erst entscheiden, wenn ein Genehmigungsverfahren gelaufen ist.

Quelle: volksstimme.de

Die Stadthalle wurde vom Juni-Hochwasser doch mehr beschädigt als angenommen. Noch bis zum Herbst dauern die Reparaturarbeiten, bis dahin bleibt die Halle geschlossen.

Das Hochwasser ist weg, die Elbe führt sogar wieder Niedrigwasser, auch der modrige Geruch ist aus dem Stadtpark fast überall verschwunden – nur die Schäden, die die Fluten angerichtet haben, kommen zum Teil erst langsam ans Tageslicht. Wie in der Stadthalle.

Als die braune Brühe vor einem Monat abgeflossen war, dachte man bei der MVGM noch, die Schäden seien nicht ganz so hoch wie befürchtet. Sind sie dann aber doch. Die Halle ist nicht betriebsbereit, alle Veranstaltungen mussten verlegt, einige sogar abgesagt werden, wie etwa das große Tanz-Turnier am 19. Oktober. Und das Schiller-Konzert am 22. September findet im AMO statt. Hartmuth Schreiber, Geschäftsführer der städtischen MVGM, die die Stadthalle betreibt, erläuterte im Volksstimme-Gespräch, wo genau die Probleme in der Stadthalle liegen.

Die „gute Nachricht“ sei, so Hartmuth Schreiber, dass das Grundmauerwerk der denkmalgeschützten Backstein-Halle nicht beschädigt sei. „Eine Sorge weniger.“ Die Stadthalle ist auf Holzpfählen gegründet und die seien in Ordnung. „So weit entsprechende Untersuchungen möglich sind“, schränkt Schreiber ein. Auch könne Wasser den Stämmen nicht schaden, denn die stünden immer im Wasser und müssten auch immer feucht bleiben.

Dann aber die Probleme.

Das Mauerwerk: Im Erdgeschoss, in dem das Hochwasser stand, sei Feuchtigkeit rund 80 Zentimeter hoch in die Wände eingezogen. „Das hat dazu geführt, dass in vielen Bereichen Putz oder Paneele erneuert werden müssen“, sagte Hartmuth Schreiber. Dabei sei es wichtig, die Wände auch wieder vollständig trocken zu bekommen. Darum sind zahlreiche Luftentfeuchter rund um die Uhr im Einsatz. Und es müsse überall nach versteckten Feuchtigkeitsstellen gesucht werden. „Wenn man diese nicht findet, kann sich dort Schimmel oder Pilz bilden.“ Die Folge: Gelangen größere Mengen Schimmel- oder Pilzsporen in die Raumluft, dürfe die Halle nicht betrieben werden.

Die Fußböden: An vielen Stellen seien die Fußböden im Erdgeschoss noch feucht, durch das Wasser beschädigt und müssen ausgewechselt werden. Auch hier gelte: Erst trockenlegen, dann neue Böden einbauen.

Die Türen: Viele von den insgesamt 60 hätten sich durch die Feuchtigkeit verzogen. „Wir haben in der Stadthalle kein Türmaß, das zweimal vorkommt, jede Tür ist fast ein Unikat“, sagte Hartmuth Schreiber. Auch da wisse man noch nicht, welche wieder gangbar gemacht werden könnten und welche ausgewechselt werden müssen.

Die Technik: Große Teile der Hallen-Elektrik befinde sich im Erdgeschoss. „Wir haben dort beispielsweise mehrere Kilometer Elektrokabel, dazu Schaltkästen und Verteiler, die nass geworden sind“, sagt der MVGM-Geschäftsführer. Jedes einzelne Kabel müsste auf Feuchtigkeit kontrolliert werden.

Licht im Albinmüller-Turm, aber kein Besucherverkehr

Erst wenn alles einwandfrei sei, könne die Elektrik wieder unter Spannung gesetzt werden. Das gelte auch für die Brandschutzanlage und für die Notbeleuchtung.

Aus diesem Grunde sei der Albinmüller-Turm ebenfalls geschlossen. Die Elektrik des Turms hänge am Netz der Stadthalle. „Auch dort können wir die Brandmeldeanlage und den Fahrstuhl noch nicht wieder anschalten“, so Schreiber. Die Turmbeleuchtung funktioniere allerdings, es sei nur kein Publikumsverkehr möglich.

Bei der MVGM hofft man, dass die Stadthalle Ende Oktober/Anfang November wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. Um die Schäden zu ermitteln, hat die MVGM übrigens Unterstützung von der Messegesellschaft aus Leipzig bekommen. „Die haben Fachleute, die uns beraten haben“, sagt Hartmuth Schreiber.

Und die Kosten der Instandsetzung? „Die werden mit Sicherheit im einstelligen Millionenbereich liegen“, schätzt Schreiber. Genaues wisse man aber erst in den kommenden Tagen, dann werde eine Kostenaufstellung vorgenommen. „Glücklicherweise haben wir für die Halle eine Gebäudeversicherung abgeschlossen, die jetzt greift. Darum konnten wir auch sofort mit den Reparaturmaßnahmen anfangen“, erklärt der Geschäftsführer dazu.

Und stellt klar: Die gegenwärtigen Reparaturmaßnahmen, auch wenn sie ein, zwei oder mehr Millionen Euro kosten würden, seien keine grundsätzliche Modernisierung der Halle. Die würde rund 40 Millionen Euro kosten.

„Was wir jetzt machen, ist reine Wiederherstellung des Zustandes vor dem Hochwasser.“

Quelle: volksstimme.de

„Dämme bauen alleine reicht nicht aus“

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Bayern

Zum Thema Hochwasser veranstaltete der SPD-Ortsverein Übersee jetzt eine Informationsveranstaltung. Dabei bezog auch Landtagskandidat Dirk Reichenau Stellung

„Es reicht nicht aus, unbürokratische Hilfe bereitzustellen. Präventive Klimaschutzpolitik wäre auf lange Sicht ebenso wichtig“, so lautete das Fazit des SPD-Landtagskandidaten Dirk Reichenau bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasser in Übersee.

Zuvor hatte Franz Gnadl, Überseer SPD-Ortsvorsitzender, Reichenau und interessierten Bürgern die Schwerpunkte der Hochwassergefährdung im Achental dargestellt. „Das Ärgerliche am Jahrhunderthochwasser ist, dass es eben nicht mehr alle 100 Jahre auftritt“, begann Reichenau seine Ausführungen und erinnerte an die Flutkatastrophe vor elf Jahren: Und das nächste Hochwasser komme bestimmt. Entscheidend sei, was bis dahin geschehen werde. So müssen seit 2007 EU-weit Risikokarten für potenzielle Überschwemmungsgebiete und Managementpläne erstellt werden.

„Es reicht nicht aus, Dämme zu bauen oder anzuheben, um das Wasser flussabwärts zu verfrachten. Es müsste auch festgelegt werden, welche Gebiete auf jeden Fall zu schützen sind und welche eher nicht“, erläuterte der SPD-Landtagskandidat, der feststellen musste: „Hochwassermanagement funktioniert länderübergreifend auf dem kleinen Dienstweg zwischen den Feuerwehren, aber nicht zwischen den Bundesländern, geschweige denn zwischen den EU-Staaten.“

Bei der Flutkatastrophe 2002 hätten Politiker und Umweltverbände in seltener Einigkeit verkündet, dass Flüsse mehr Raum bekommen sollen, so Reichenau. Das Problem daran sei, dass Hochwasser vom Normalfall zur Katastrophe geworden sei, da Überflutungsflächen durch Dämme und Deiche massiv verkleinert wurden. Zudem sei der Hochwasserschutz zu einseitig, monierte der SPD-Politiker: „Es gibt oft technische Schutzmaßnahmen, aber ganz wenige Flächenprojekte, da die Genehmigungsverfahren langwierig und Landwirte sowie Anwohner schwer zu überzeugen sind.“

Überschwemmungsgebiete müssen laut Reichenau anders genutzt werden. Grünland und Wald statt Ackerland seien das Gebot, da Maisfelder leichter erodierten und durch schwere Maschinen stark verdichtet seien. Der Sozialdemokrat: „Die Differenz des Profitausfalls der Grundbesitzer muss Inhalt von Hochwasserschutz in der Fläche sein.“ Zudem müsse in amtlich festgesetzten Hochwassergebieten ein Neubauverbot greifen. So sei es seit 2005 auch im Hochwasserschutzgesetz festgeschrieben.

„Die verschiedenen Bundesländer haben dies aber in der Praxis aufgeweicht“, resümierte Reichenau. Änderungen forderte der SPD-Landtagskandidat auch im Versicherungsschutz. Es könne nicht sein, dass es keinen Versicherungsschutz für Betroffene gebe, weil alle darauf hofften, dass der Staat mit Fördergeldern einspringt.

Insgesamt stellte Dirk Reichenau bei Politikern, Umweltverbänden und Bürgern eine gewisse „Hochwasser-Demenz“ fest: „Aktuell nach einer Flutkatastrophe sind alle für Maßnahmen. Ein paar Jahre später ist alles egal – bis zum nächsten Hochwasser.“ Die beeindruckende Einsatzbereitschaft der Rettungs- und Hilfsorganisationen, der Kommunen gemeinsam mit den Menschen in den betroffenen Gebieten, um die Katastrophe zu bewältigen, dürfe laut Reichenau nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Thema Hochwasserschutz hinterfragt und es zu Langzeitstrategien kommen müsse, die auch zum Verzicht auf Bebaubarkeit von Landschaft führen könnten. „Alles andere wäre unehrlich“, so der SPD-Landtagskandidat abschließend.

Quelle: chiemgau24.de

Es ist nichts mehr, wie es vorher war

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Siegfried Schröder glaubte, er sei clever. Als die Flutwelle der Elbe Anfang Juni der Gemeinde Wust-Fischbeck näher kam, zog der gelernte Maurer kurzerhand eine Mauer vor seiner Haustür hoch. Gebracht hat es dem 63-Jährigen nichts: „Über Nacht war alles vorbei – unbegreiflich!“ Schröder kann es noch immer nicht fassen. Das Wasser ist einfach über die Mauer geschossen.

Tagelang stand der Elbe-Havel-Winkel im Norden Sachsen-Anhalts großflächig unter Wasser, ein Deich war gebrochen. Um die Lücke halbwegs zu schließen, sprengte die Bundeswehr schlagzeilenträchtig drei Lastkähne. Die Wracks landeten mittlerweile auf einem Schrottplatz in Stendal – gut 400 Tonnen Altmetall. Anstelle des geborstenen Deiches ragt nun eine Spundwand aus dem aufgeschütteten Erdwall. Die Elbe ließ hier lediglich einen Tümpel zurück.

80 Prozent der Häuser sind beschädigt

Lägen nicht immer noch Sandsäcke herum – knapp acht Wochen nach der Flut –, man könnte meinen, das Leben habe sich normalisiert. Doch für Schröder und die meisten in Fischbeck ist nichts mehr, wie es vorher war. 80 Prozent der Häuser sind beschädigt. Noch immer türmen sich Schutt- und Möbelberge in den Straßen, leben Dutzende Familien in Notunterkünften, fürchten Unternehmer um ihre Existenz. Bewohner klopfen den Putz von durchweichten Wänden und reißen faulige Dielen heraus. Aus vielen Häusern dröhnen die Trocknungsgeräte.

Und nur nahezu jeder zweite Betroffene ist versichert. „Trotzdem kommt das verfluchte Geld nicht an“, schimpft Schröder. Bereits am 5. Juli gab der Bundesrat grünes Licht für die Fluthilfe, doch die Auszahlung stockt. Der Bürgermeister der Gemeinde, Bodo Ladwig, fordert nun in einem offenen Brief im Namen aller Einwohner, dass man die Schäden in voller Höhe ersetzt bekommt. Denn in den betroffenen Gegenden haben die Menschen das Gefühl, man sei geopfert worden, um bedrohte Gebiete im Norden und Westen zu retten. Auch Sachsen, woher das Wasser der Elbe kam, kommt dabei nicht gut weg: Dort habe man sich abgeschottet, statt dem außer Rand und Band geratenen Fluss einiges von seiner Wucht zu nehmen, heißt es immer wieder.

Dieses Mal fielen die Flutschäden geringer aus als befürchtet

Am Ende vermeldete Sachsen-Anhalt mit rund 2,7 Milliarden Euro die deutlich höchsten Schäden aus jener zweiten „Jahrhundertflut“ binnen elf Jahren. Sachsen (1,9 Milliarden) und Bayern (1,3 Milliarden) folgen. In Niedersachsen, wohin die Elbe von Sachsen-Anhalt aus fließt, waren es 76,4 Millionen Euro. Dabei fielen die Flutschäden diesmal geringer als befürchtet aus. 2002 summierten sich die Verluste auf 13 Milliarden Euro.

Mithin war die Kurzvisite von Angela Merkel nicht zufällig gewählt, als sie vergangene Woche in Fischbeck einflog. Zwischen Wagner in Bayreuth, Wahlkampf an der Küste und Wandern in Südtirol gab die Kanzlerin noch einmal fix die Deichgräfin. Kurz bevor ihr Kabinett den acht Milliarden Euro schweren Fluthilfefonds von Bund und Ländern auf den Weg brachte, wollte sie sich vor Ort ein Bild machen. Sie hörte zu, gab sich betroffen, lächelte aufmunternd, doch sie versprach nichts. Lediglich die vage Zusage, „noch im August“ würde das erste Geld aus dem Fonds fließen, ließ sie zurück.

Der Bahnverkehr ist noch immer eingeschränkt

Diese Woche kam dann auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nach Fischbeck, um sich über die akuten Infrastrukturprobleme zu informieren. Dabei verkündete die Deutsche Bahn, dass sie bis Ende September ein Reparaturkonzept für die vom Juni-Hochwasser beschädigte ICE-Trasse in Sachsen-Anhalt vorlegen will. Erst dann lasse sich prognostizieren, wann die ICE-Verbindung von Hannover nach Berlin wieder in Betrieb genommen werden könne.

Unabhängig von den Zusagen aus Berlin hatte es in Sachsen-Anhalt Soforthilfen des Landes gegeben, rund 27 Millionen Euro. 90 Prozent davon erhielten Privatleute und Kommunen, etwa für das Auspumpen von Kellern oder das Säubern von Wohnraum. Erwachsene konnten ein Handgeld von 400 Euro beantragen, für Kinder gab es 250 Euro. Hinzu kamen weitere 3,3 Millionen Euro für insgesamt 161 flutgeschädigte Unternehmen.

Bund und Länder einigten sich auf die Verteilung der Fluthilfe

Dass die Flut Sachsen dieses Mal weniger schlimm erwischte als im Jahr 2002, zieht auch weniger Anträge nach Soforthilfe nach sich, die bis Ende Juni eingereicht sein mussten. Die Sächsische Aufbaubank zahlte bisher rund 14 Millionen Euro aus. Knapp drei Fünftel davon erhielten Unternehmen. Laut Wirtschaftsministerium kamen bisher 6000 Gewerbetreibende, Freiberufler, Agrar- und Forstbetriebe in den Genuss von jeweils 1500 Euro.

Immerhin einigten sich Bund und Länder nun auf die Verteilung der Fluthilfe. Konkret bedeutet das, dass zu Schaden gekommene Privathaushalte mit Zuschüssen von bis zu 80 Prozent der Schadenssumme rechnen können. Bisher lag die Höchstgrenze bei 50 Prozent.

„Geld ist indes nur das eine“, sagt Friedhelm Fürst, Vorstand der Diakonie Sachsen. Er beobachtet eine „andere Stimmung als 2002“. Damals sei man zunächst geschockt gewesen, doch es folgte der „feste Wille zum Wiederaufbau“. Nun wären jene Menschen oft schon Rentner, es fehle ihnen die Kraft für einen weiteren Neuanfang. „Sie sind deprimiert“, so Fürst, bei dem diesmal auch „deutlich weniger Spenden“ als 2002 eingegangen waren: rund 2,5 Millionen Euro. Viele Ältere bekämen auch keine Kredite mehr, zumal sich auch der Staat weniger kulant zeige.

Der BUND macht schwere Mängel in der Flusspolitik aus

Dabei nennen Umweltexperten gerade politische Fehlentscheidungen als wesentliche Ursache für die erneute schwere Katastrophe. Der Bundesvorsitzende des BUND, Hubert Weiger, entdeckt etwa in der Flusspolitik Sachsen-Anhalts „schwere Mängel“. Dass in dem Land die Schäden diesmal fast dreimal so hoch liegen wie 2002 rührt für ihn auch daher, dass man zuletzt klar den technischen Hochwasserschutz an der Elbe favorisierte. Wirkungsvoller wäre jedoch die Schaffung neuer Überflutungsflächen gewesen, erzählt Weiger. Während man hierfür 30 Millionen Euro einsetzte, sei die Ertüchtigung der Deiche eine halbe Milliarde Wert gewesen.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de