Wälder in Jessen – Meldefrist für Hochwasser-Schäden läuft

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Eine Informationsveranstaltung im Jessener Bergschlösschen sollte Waldbesitzer über mögliche Schäden durch das Juni-Hochwasser in Kenntnis setzen. Doch das Interesse der Flächenbesitzer hielt sich in Grenzen.

Es hätten um die 100 sein können. Doch der große Saal vom Bergschlösschen blieb fast leer. Nur acht Waldbesitzer waren gekommen, um sich zu informieren, welche Schäden das Hochwasser seit Juni in ihren Beständen anrichten könnte und wie darauf zu reagieren ist.

„Keiner weiß im Moment wirklich, was passieren wird“, meinte Frank Ackermann, Leiter des Betreuungsforstamtes Annaburg, zu den Waldbesitzern. Denn Flutschaden heiße keineswegs, dass das Wasser auf den Flächen unbedingt blank stehen müsse. Maßstab ist, was im Wurzelbereich der Bäume passiert, auch wenn oberflächlich gar kein Wasser (mehr) da ist.

Auf 37 Millionen Euro ist bislang der Anteil für Schäden am Wald an dem Acht-Milliarden-Fluthilfe-Paket der Bundesregierung veranschlagt. Bis Jahresende läuft zunächst die Frist zum Beantragen von finanzieller Unterstützung für mögliche Wasserschäden. „Ich glaube aber, dass diese Frist erweitert wird. Weil sich manche Schäden erst im kommenden Jahr erweisen werden“, zeigt sich Ackermann überzeugt. Bei Kiefern würde es wohl etwas schneller gehen, Eichen zum Beispiel würden etwas mehr vertragen, könnten aber langfristig eben auch Reaktionen zeigen. Stehen die Baumwurzeln lange im Wasser, sinke kontinuierlich der Sauerstoffgehalt, so der Forstamtsleiter. Eine Schädigung des Stoffwechsels der Bäume sei aber nur eine der möglichen Folgen. Geschwächte Bäume werden anfälliger für andere Einflüsse, Sturm etwa. Und nicht zuletzt böten geschwächte Bäume Schädlingen und Pilzen ein gutes Betätigungsfeld. Weil die „hauseigene“ Abwehr eben nicht mehr ausreichend funktioniert.

Ackermann riet, die entsprechenden Schadensmeldungen einzureichen, sobald sich erste Anzeichen zeigen. „Wir müssen bestätigen, dass die Fläche im Hochwassergebiet liegt“, erklärte er. Dann werde die Meldung an das Landwirtschaftsamt in Dessau weitergegeben. Er bot an, jedem beratend zur Seite zu stehen, wenn das gewünscht wird. Eine Inaugenscheinnahme der Situation vor Ort erlaube meist schon erste Anhaltspunkte, ob es sich um Wasserschäden handeln könnte. Im Bedarfsfall werden Proben an ein Forstinstitut nach Göttingen geschickt. Ackermann bat auch darum, andere Waldbesitzer zu informieren.

Quelle: mz-web.de

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