Laasdorf: Renaturierung für 360.000 Euro an Roda beendet

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

360 000 Euro für Hochwasserschutz sowie der Entwicklung von Flora und Fauna investiert. Thüringer Aufbaubank trägt 70 Prozent der Kosten.

Laasdorf. In die frohe Botschaft über den Abschluss der umfangreichen Renaturierungsarbeiten entlang der Roda in Laasdorf, die sowohl dem Hochwasserschutz dient als auch Raum für die Entwicklung von Flora und Fauna einräumt, mixte Bürgermeister Jürgen Bösemann zugleich einen Appell. „Wir dürfen bei der Renaturierung nicht alleine bleiben, auch flussauf- und flussabwärts muss etwas bei der Renaturierung getan werden. Für sinnvoll erachte ich, dass die Anrainerorte einen Roda-Zweckverband gründen, um den Belangen des Hochwasserschutzes sowie der Flora und Fauna gemeinsam gerecht werden zu können“, regte er an.

Gestern feierte die kleine Gemeinde Laasdorf, die gerade rund 550 Einwohner zählt, den Abschluss der Renaturierungsarbeiten. Rund 360 000 Euro sind in das Projekt geflossen, in dem Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie Beachtung fanden, in der Belange des Hochwasserschutzes sowie Vorgaben für Flora und Fauna enthalten sind.

„70 Prozent der Kosten hat die Thüringer Aufbaubank zur Verfügung gestellt. Laasdorf steuerte Eigenmittel von 108 000 Euro bei“, erläutert Bösemann.

Erkenntnisse durch Hochwasser umgesetzt

Nach dem sich die Gemeinderäte zum ersten Mal im Jahre 2007 mit der Thematik Renaturierung beschäftigt hatten, begann das Großprojekt im ersten Bauabschnitt 2010. Jeweils in zwei Bauabschnitten über zwei Jahre verteilt, sei das Vorhaben realisiert worden. Entlang der Roda sind dabei auf einer Länge von insgesamt rund 1,7 Kilometern an den Uferrändern unter anderem so genannte Faschinen – das sind walzenförmige Reisig- oder Rutenbündel, die zur Befestigung der Uferbereiche in die Böschungen eingezogen werden – gesetzt worden. Dazu sind über 20 Steinbuhnen im Flussbett aufgeschichtet worden, um Fließgeschwindigkeiten und Strömungen zu drosseln.

Erste Erkenntnisse habe man schon während der Bauphase, ganz speziell zu den Buhnen gewinnen können, merkte der Bürgermeister an. „Die ersten Steinbuhnen waren an neuralgischen Stellen in der Roda schon errichtet, als auch Laasdorf das Hochwasser Ende Mai erreichte. Die Erfahrung lehrte uns, die Anzahl der zu errichtenden Steinbuhnen an einer Stelle zu erhöhen, um noch mehr Sicherheit vor Ausspülungen erreichen zu können. Insgesamt ist Laasdorf beim Hochwasser glimpflich davon gekommen, weil zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten für einen Durchlauf der Roda ohne Hindernisse schon erreicht war“, so Bösemann.

Neu entstanden sei entlang des Ufers ein befestigter Weg, der sowohl als kleiner Wanderweg genutzt werden kann aber in erster Linie als Zugang diene, um Pflegemaßnahmen ausführen zu können. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, habe man mit den Pächtern einer kleinen Gartenanlage einen Kompromiss finden. „Die Pächter mussten ein Stück Pachtland abgeben und etwas nach hinten rücken, damit die Renaturierung in diesem Bereich fortgesetzt werden konnte. Dafür konnte die Gartenanlage als Ganzes erhalten bleiben“, erläutert der Bürgermeister.

Im ersten Bauabschnitt im Bereich des ehemaligen Mühlgrabens, hier stehen unmittelbar am Flusslauf Wohnanlagen, sei es gelungen, Überreste der alten Mühle im Flussbett zu beseitigen und das Bett tiefer zu legen. Damit sei eine ungehinderte Durchflussfähigkeit gesichert worden. Ein weiterer wichtiger Punkt der Renaturierung sei die Beseitigung des alten Wehrs oberhalb des ehemaligen Mühlgrabens gewesen. „Dadurch kann die Roda über zwei Flussstränge fließen. Und auch hier hat sich während des Hochwassers gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war. Denn beim letzten Hochwasser im Jahre 2007 war Wasser über die Ufer getreten und schwappte damals dicht an die Häuser heran“, berichtet der Bürgermeister.

Zum Abschluss der Maßnahme hatte Bürgermeister Jürgen Bösemann alle an dem Projekt Beteiligten, darunter Vertreter der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal, des Planungsbüros, die Baufirma, die Aufbaubank sowie die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie eingeladen, um ihnen Dank für das Gelingen des Vorhabens zu sagen.

Quelle: otz.de

 

 

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