Archiv für August 1, 2013

360 000 Euro für Hochwasserschutz sowie der Entwicklung von Flora und Fauna investiert. Thüringer Aufbaubank trägt 70 Prozent der Kosten.

Laasdorf. In die frohe Botschaft über den Abschluss der umfangreichen Renaturierungsarbeiten entlang der Roda in Laasdorf, die sowohl dem Hochwasserschutz dient als auch Raum für die Entwicklung von Flora und Fauna einräumt, mixte Bürgermeister Jürgen Bösemann zugleich einen Appell. „Wir dürfen bei der Renaturierung nicht alleine bleiben, auch flussauf- und flussabwärts muss etwas bei der Renaturierung getan werden. Für sinnvoll erachte ich, dass die Anrainerorte einen Roda-Zweckverband gründen, um den Belangen des Hochwasserschutzes sowie der Flora und Fauna gemeinsam gerecht werden zu können“, regte er an.

Gestern feierte die kleine Gemeinde Laasdorf, die gerade rund 550 Einwohner zählt, den Abschluss der Renaturierungsarbeiten. Rund 360 000 Euro sind in das Projekt geflossen, in dem Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie Beachtung fanden, in der Belange des Hochwasserschutzes sowie Vorgaben für Flora und Fauna enthalten sind.

„70 Prozent der Kosten hat die Thüringer Aufbaubank zur Verfügung gestellt. Laasdorf steuerte Eigenmittel von 108 000 Euro bei“, erläutert Bösemann.

Erkenntnisse durch Hochwasser umgesetzt

Nach dem sich die Gemeinderäte zum ersten Mal im Jahre 2007 mit der Thematik Renaturierung beschäftigt hatten, begann das Großprojekt im ersten Bauabschnitt 2010. Jeweils in zwei Bauabschnitten über zwei Jahre verteilt, sei das Vorhaben realisiert worden. Entlang der Roda sind dabei auf einer Länge von insgesamt rund 1,7 Kilometern an den Uferrändern unter anderem so genannte Faschinen – das sind walzenförmige Reisig- oder Rutenbündel, die zur Befestigung der Uferbereiche in die Böschungen eingezogen werden – gesetzt worden. Dazu sind über 20 Steinbuhnen im Flussbett aufgeschichtet worden, um Fließgeschwindigkeiten und Strömungen zu drosseln.

Erste Erkenntnisse habe man schon während der Bauphase, ganz speziell zu den Buhnen gewinnen können, merkte der Bürgermeister an. „Die ersten Steinbuhnen waren an neuralgischen Stellen in der Roda schon errichtet, als auch Laasdorf das Hochwasser Ende Mai erreichte. Die Erfahrung lehrte uns, die Anzahl der zu errichtenden Steinbuhnen an einer Stelle zu erhöhen, um noch mehr Sicherheit vor Ausspülungen erreichen zu können. Insgesamt ist Laasdorf beim Hochwasser glimpflich davon gekommen, weil zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten für einen Durchlauf der Roda ohne Hindernisse schon erreicht war“, so Bösemann.

Neu entstanden sei entlang des Ufers ein befestigter Weg, der sowohl als kleiner Wanderweg genutzt werden kann aber in erster Linie als Zugang diene, um Pflegemaßnahmen ausführen zu können. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, habe man mit den Pächtern einer kleinen Gartenanlage einen Kompromiss finden. „Die Pächter mussten ein Stück Pachtland abgeben und etwas nach hinten rücken, damit die Renaturierung in diesem Bereich fortgesetzt werden konnte. Dafür konnte die Gartenanlage als Ganzes erhalten bleiben“, erläutert der Bürgermeister.

Im ersten Bauabschnitt im Bereich des ehemaligen Mühlgrabens, hier stehen unmittelbar am Flusslauf Wohnanlagen, sei es gelungen, Überreste der alten Mühle im Flussbett zu beseitigen und das Bett tiefer zu legen. Damit sei eine ungehinderte Durchflussfähigkeit gesichert worden. Ein weiterer wichtiger Punkt der Renaturierung sei die Beseitigung des alten Wehrs oberhalb des ehemaligen Mühlgrabens gewesen. „Dadurch kann die Roda über zwei Flussstränge fließen. Und auch hier hat sich während des Hochwassers gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war. Denn beim letzten Hochwasser im Jahre 2007 war Wasser über die Ufer getreten und schwappte damals dicht an die Häuser heran“, berichtet der Bürgermeister.

Zum Abschluss der Maßnahme hatte Bürgermeister Jürgen Bösemann alle an dem Projekt Beteiligten, darunter Vertreter der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal, des Planungsbüros, die Baufirma, die Aufbaubank sowie die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie eingeladen, um ihnen Dank für das Gelingen des Vorhabens zu sagen.

Quelle: otz.de

 

 

In 18 bis 20 Monaten soll die neue Sportstätte neben der Eisbahn in Greiz eingeweiht werden. Bis zu 1000 Zuschauer sollen Platz finden. Landrätin will Kreisräte bitten, einem Zuschuss zuzustimmen.

Greiz. Zehn Schaufeln wurden gestern vor dem Spatenstich für die Zweifelder-Sporthalle, die neben der Eisbahn in Aubachtal entsteht, verteilt. Um zu zeigen, dass die als „Ringerhalle“ bekannt gewordene Sportstätte eben nicht nur von den RSV-Athleten, sondern auch von diversen anderen Vereinen und der Polizei genutzt werden soll, durften deren Vertreter mit schaufeln.

Hochwasserschutz ab September im Aubachtal

Rund 3,75 Millionen Euro wird der Neubau, der in 18 bis 20″Monaten eingeweiht werden soll, kosten. Das sind 750″000″Euro mehr als ursprünglich geplant. Womit das zusammenhängt, erklärt Frank Böttger, Geschäftsführer der kommunalen Bauherrin Greizer Freizeit- und Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG. Zunächst einmal wird aus Hochwasserschutzgründen – der unmittelbar in der Nähe befindliche Aubach hatte Anfang Juni beträchtlichen Schaden angerichtet – die Grundfläche um zirka einen Meter aufgeschüttet. Begonnen wird zunächst mit 4000 Kubikmetern, die dann lagenweise verdichtet werden. Wie viele Kubikmeter insgesamt für die Aufschüttung gebraucht werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Ebenfalls mit Hochwasserschutz begründet wird der Bau eines Regenrückhaltebeckens, das bei Starkregen dafür sorge, dass nur eine bestimmte Literzahl in den Aubach abgegeben wird. Zudem hätten Brandschutzmaßnahmen und ein Blockheizkraftwerk zu den Mehrkosten geführt.

Die zuständige Ministerin Heike Taubert (SPD), die im Vorfeld den 1,2-Millionen-Fördermittelbescheid für die Halle überreicht hatte, sieht trotz der Aussage von Seiten der Landesregierung, dass Neubauten in Hochwassergebieten nicht unterstützt werden, den Zuschuss nicht in Gefahr. „Das war eher eine grundsätzliche Bemerkung“, sagt Taubert, die überzeugt ist, dass die entsprechenden Schutzvorkehrungen getroffen werden. Ein gutes Gewissen habe sie schon allein deshalb, weil sie sich nicht erinnern könne, dass von der Stadt Greiz jemals eine Maßnahme in Angriff genommen wurde, die nicht durchdacht gewesen wäre.

Auch wenn Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) gestern davon sprach, dass das Aubachtal „kein Hochwassergebiet“ sei, wies er auf die im September startenden Schutzmaßnahmen hin, bei denen unter anderem „die Staumauerbrücke bei Caspar“ verschwinden soll. Wenn die entsprechenden Bauarbeiten abgeschlossen sind, mache er sich bei einer Flut wie Anfang Juni keine Sorge um die neue Halle. Grüner und Böttger wiesen darauf hin, dass das Hochwasser in der benachbarten Eishalle lediglich eine Betonrampe weggespült habe und das Wasser nur wenige Zentimeter hoch gestanden habe – der Schaden sei gering.

Die neue Mehrzweckhalle wird eine Grundfläche von 68 mal 38 Meter haben, das Spielfeld ist 40 mal 20 Meter groß. Neben Foyer, Sanitäranlagen und Kraftraum für alle Vereine wird es einen Trainingsraum mit Ringermatte geben. Bis zu 1000″Zuschauer dürfen in den Flachbau gelassen werden, 500 – einschließlich sechs Rollstuhlfahrer – finden auf der Zuschauertribüne Platz.

Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) findet es „richtig, dass die Mehrzweckhalle in Aubachtal gebaut wird“, sagte sie. Die neue Sportstätte biete „optimale Möglichkeiten für Sportvereine“, so dass sie die Kreisräte darum bitten will, dass sich der Landkreis finanziell beteilige – auch mit Blick auf die ausgereizten Kapazitäten in den vorhandenen Turnhallen, die bis zu 95 Prozent allein durch den Schulsport ausgelastet seien. Geht es nach Schweinsburg, wird im Doppelhaushalt 2014/2015 ein Zuschuss für die Aubachtaler Halle zu finden sein.

Quelle: otz.de

Der Volkssolidarität Kreisverband Gera wird nach dem Hochwasser mit 80″000 Euro bedacht. Davon ist die Spielfläche im „Spatzennest“ schon wieder hergestellt. Auch der Auszug aus dem Haus „Drei Birken“ wird davon finanziert.

Gera-Zwötzen. „Danke für das Geld!“. Die fünfjährige Clara aus der Kindertagesstätte „Spatzennest“ des Volkssolidarität Kreisverbandes Gera e.“V. kommt auf Geschäftsführerin Karin Senf zugerannt. Fast immer wenn die Chefin in den letzten Wochen zu Besuch war, waren Spender dabei. Diesmal aber will sie zeigen, wie geholfen wurde.

Fast 80.000 Euro von 34 Spendern erreichten bislang den Kreisverband. 22 Einzelpersonen gaben zwischen 10 und 500 Euro. Darunter sind auch die 66,22 Euro aus der Sparbüchse des achtjährigen Matteo, die er im „Spatzennest“ vorbeibrachte. Die größte Firmenspende kam mit 20″000 Euro von Möbel Rieger. 5000 Euro Lottomittel erhielt der Verband auf Initiative von OTZ und Kultusministerium und nach einer Spendengala überwies der Bundesverband der Volkssolidarität nach Gera 37″500 Euro. „25“000 Euro davon flossen in die Freiflächen im Spatzennest und 5000 Euro ins Comma. Den Rest stiften wir mit eigenen Zulagen betroffenen Familien“, sagt Karin Senf.

Auf 285.000 Euro wird Schaden bislang geschätzt

Auf insgesamt 285″000 Euro schätzt der Volkssolidarität Kreisverband den Schaden an vier Objekten. Am ärgsten betroffen ist das Wohnheim für Demenzpatienten „Drei Birken“ gleich neben dem „Spatzennest“. 175000 Euro beträgt hier der Schaden. Der Fußboden muss komplett erneuert, der Keller getrocknet werden. Das geht nur mit einem Auszug. Voraussichtlich im September ziehen die 14 Bewohner auf eine Station im Altbau des SRH Wald-Klinikums. „Noch müssen wir eine Firma finden, die in vier bis acht Wochen durchziehen kann“, sagt Frau Senf. Für Umzug und Miete werde die Rieger-Spende gebraucht. Die baulichen Schäden trage die Versicherung. Noch. Denn zum 15. August 2013 sei die Elementarversicherung für beide Objekte in Zwötzen gekündigt.

Der Schaden am „Spatzennest“, in dem 190 Kinder betreut werden, beträgt 50″000 Euro. Außer dem Mutterboden, der im Herbst ersetzt werden soll, gibt es schon neuen Sand und ein neues Baumhaus. Im Comma wurden 5000 Euro und in der De-Smit-Straße 34 noch einmal 50000 Euro Schaden registriert.

„Ohne die Spenden hätten wir nicht so schnell wieder Alltag für die Kinder herstellen können“, ist Karin Senf dankbar. Sie betont ebenso, dass es ohne Ehrenamtliche, Eltern und Nachbarn und ohne die Eigenleistungen der Mitarbeiter nicht geschafft worden wäre. Inzwischen sind neue Spenden angekündigt. „Das ist faszinierend“, meint die Volkssolidarität-Chefin.

 Quelle: otz.de

 

Freisinger Schüler starten Hilfsaktion für Hochwasser-Geschädigte

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Bayern

 Eine Hilfstombola für hochwassergeschädigte Freisinger hat die Grundschule St. Lantbert organisiert. Insgesamt kamen 1000 Euro zusammen.

Lerchenfelds Rektor Rudolf Weichs erläuterte dem Tagblatt die Beweggründe für die Sammlung: „Bei der Katastrophe im Juni dachte man hauptsächlich nur an die Betroffenen der schwerbetroffenen Überschwemmungsgebiete wie Deggendorf oder Passau. Dabei wurde oft übersehen, dass auch Freisinger von der Flut betroffen waren.“

Also brauchte es schnelle Hilfe, wie die Sofortzahlungen in der Stadtverwaltung – oder eben die 750 Euro der Tombola. Aber auch die Firma „Umwelt – Geräte – Technik GmbH“ wollte helfen und ergänzte den Betrag auf stolze 1000 Euro.

Eine andere Idee zu helfen hatten die Grund- und Mittelschule Neustift und die Grundschule St. Korbinian. Hier opferten die Schüler einen „Solidaritätseuro“ von ihrem Taschengeld für die betroffenen Familien hier in Freising. Dadurch kam ein Betrag von knapp 400 Euro zusammen. Das Geld wurde der Diakonie zur Weitergabe an die betroffenen Familien übergeben. Stellvertretend nahm den Betrag der evangelische Religionspädagoge und Mitinitiator der Aktion, Gunter Roth, entgegen.

Quelle: merkur-online.de

Wälder in Jessen – Meldefrist für Hochwasser-Schäden läuft

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Eine Informationsveranstaltung im Jessener Bergschlösschen sollte Waldbesitzer über mögliche Schäden durch das Juni-Hochwasser in Kenntnis setzen. Doch das Interesse der Flächenbesitzer hielt sich in Grenzen.

Es hätten um die 100 sein können. Doch der große Saal vom Bergschlösschen blieb fast leer. Nur acht Waldbesitzer waren gekommen, um sich zu informieren, welche Schäden das Hochwasser seit Juni in ihren Beständen anrichten könnte und wie darauf zu reagieren ist.

„Keiner weiß im Moment wirklich, was passieren wird“, meinte Frank Ackermann, Leiter des Betreuungsforstamtes Annaburg, zu den Waldbesitzern. Denn Flutschaden heiße keineswegs, dass das Wasser auf den Flächen unbedingt blank stehen müsse. Maßstab ist, was im Wurzelbereich der Bäume passiert, auch wenn oberflächlich gar kein Wasser (mehr) da ist.

Auf 37 Millionen Euro ist bislang der Anteil für Schäden am Wald an dem Acht-Milliarden-Fluthilfe-Paket der Bundesregierung veranschlagt. Bis Jahresende läuft zunächst die Frist zum Beantragen von finanzieller Unterstützung für mögliche Wasserschäden. „Ich glaube aber, dass diese Frist erweitert wird. Weil sich manche Schäden erst im kommenden Jahr erweisen werden“, zeigt sich Ackermann überzeugt. Bei Kiefern würde es wohl etwas schneller gehen, Eichen zum Beispiel würden etwas mehr vertragen, könnten aber langfristig eben auch Reaktionen zeigen. Stehen die Baumwurzeln lange im Wasser, sinke kontinuierlich der Sauerstoffgehalt, so der Forstamtsleiter. Eine Schädigung des Stoffwechsels der Bäume sei aber nur eine der möglichen Folgen. Geschwächte Bäume werden anfälliger für andere Einflüsse, Sturm etwa. Und nicht zuletzt böten geschwächte Bäume Schädlingen und Pilzen ein gutes Betätigungsfeld. Weil die „hauseigene“ Abwehr eben nicht mehr ausreichend funktioniert.

Ackermann riet, die entsprechenden Schadensmeldungen einzureichen, sobald sich erste Anzeichen zeigen. „Wir müssen bestätigen, dass die Fläche im Hochwassergebiet liegt“, erklärte er. Dann werde die Meldung an das Landwirtschaftsamt in Dessau weitergegeben. Er bot an, jedem beratend zur Seite zu stehen, wenn das gewünscht wird. Eine Inaugenscheinnahme der Situation vor Ort erlaube meist schon erste Anhaltspunkte, ob es sich um Wasserschäden handeln könnte. Im Bedarfsfall werden Proben an ein Forstinstitut nach Göttingen geschickt. Ackermann bat auch darum, andere Waldbesitzer zu informieren.

Quelle: mz-web.de

Stadt will Bodenproben nehmen

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Friedeburgs Kita ist erst im Spätherbst bezugsfertig. Die Stadt Gerbstedt lässt den Boden auf mögliche Schadstoffe untersuchen, die vom Hochwasser stammen könnten.

Die Stadt Gerbstedt will bei der überschwemmten Kita Spatzennest in Friedeburg auf Nummer sicher gehen. „Wir werden Bodenproben vom Spielplatz nehmen.“ Das gab Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) bei der jüngsten Stadtratssitzung bekannt. Erst wenn auf der Rasenfläche keine Hinterlassenschaften vom ausgelaufenen Heizöl aus den Tanks zu finden sind, sollen die rund 40 Kinder wieder darauf spielen können. „Wir wollen uns absichern“, begründete Schwarz, warum er das Umweltamt des Landkreises um eine Untersuchung gebeten hat.

Kita-Wiederöffnung im November

Unterdessen müssen sich die Jungen und Mädchen der einzigen Kita im Ort mit ihrer Rückkehr noch etwas gedulden. Bürgermeister Schwarz geht derzeit davon aus, dass sie erst im November wieder in die Einrichtung zurückkehren können. Derzeit sind sie in der stillgelegten Einrichtung im benachbarten Zickeritz untergekommen. Denn der Kindergarten in Friedeburg gleicht noch immer einer Baustelle. Die Böden im Erdgeschoss mussten komplett ausgebaut, die Tapeten von den Wänden gerissen werden. Mitte August soll laut Schwarz der Auftrag für die Sanierung des Gebäudes ausgeschrieben werden.

Flüssiggas statt Heizöl

Rund 50 000 Euro Schaden hatte das Hochwasser der Saale allein in dem städtischen Gebäude angerichtet. Nachdem der Keller mit Wasser vollgelaufen war, drückten die Öltanks an die Decke und platzten. Daraufhin verteilte sich das Öl auch im Mauerwerk (die MZ berichtete).

Schon jetzt hat die Stadt Gerbstedt deshalb erste Konsequenzen für den Kindergarten gezogen. Künftig soll die Einrichtung nicht mehr mit Öl, sondern mit Flüssiggas beheizt werden. Auch um zu verhindern, dass es bei einem weiteren Hochwasser ein zweites Mal zum Auslaufen von Heizöl kommt und das Gebäude über Monate nicht mehr nutzbar ist.

Quelle: mz-web.de

Eine Familie genießt die Auszeit nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

An Urlaub war für Familie Brink aus Calbe in Sachsen-Anhalt eigentlich gar nicht zu denken. Der Keller ihres Hauses an der Saale wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Juni überflutet. Freunde der Familie Brink sammelten Geld, um ihr eine Auszeit zu ermöglichen. Den Urlaub genießen die vier nun in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Brinks sind beeindruckt von so viel Anteilnahme.

Petra Lindhorst-Köster blättert in Gedanken versunken in einer Broschüre. Heino Brink sitzt daneben, erklärt die Bilder, erzählt, wie es in seinem Haus ausgesehen hat und zeigt Lindhorst-Köster, Geschäftsführerin des Vereins Tourismus Kirchlinteln, Fotos. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni, erzählen Heino Brink und seine Frau Birgit, sei das Wasser der Saale erst in ihren Garten, dann in den Keller gelaufen.

Innerhalb von 30 Minuten, erinnert sich das Paar, hätte das Wasser den Garten überflutet. „Das kam rasend schnell“, sagt Birgit Brink. Nur die Schornsteinspitze des gemauerten Grills ragte aus dem Wasser, das ist auf den Bildern deutlich zu sehen. Mannshoch, schätzt Heino Brink, habe das Wasser im Keller gestanden – nachdem es vorbei an Barrieren ins Haus geschossen kam und den Keller dann fast bis unter die Decke füllte.

14 Jahre hat die Familie in dem Haus in Sachsen-Anhalt gelebt. Grundwasser stand immer mal wieder im Keller, das sei aber nicht vergleichbar mit dem jüngsten Hochwasser gewesen, sagt Birgit Brink.

Geschenk für Besucher

Inzwischen erholt sich die vierköpfige Familie bei einem Mini-Urlaub in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Nachrichten aus den Überschwemmungsgebieten hätten sie mitgenommen, erzählt Lindhorst-Köster. Zusammen mit Vermieterin Christine Kundun habe sie überlegt, wie man den Menschen helfen könnte. Als dann Kundun erzählte, dass sich just aus diesem Gebiet eine Familie für Ferien auf dem Bauernhof angemeldet hätte, wurde beschlossen, dass die Touristinformation die Familie wenigstens mit einer Geste aufmuntern wolle.

Gestern überreichte Lindhorst-Köster dann einen Präsentkorb sowie einen Essensgutschein für das Restaurant Heidkrug in Holtum (Geest). „Uns war klar, dass wir etwas tun müssen“, sagen die beiden Frauen. Birgit Brink ist überwältigt von so viel Anteilnahme. Gefasst erzählt das Paar noch einmal, wie der Keller volllief, der Stromanschluss abgestellt werden musste, die gesamte Straße unter Wasser stand. Die Töchter Sara und Alexa brachten sie zu den Großeltern. „Die wohnen auf einem Berg“, erzählt die 45-Jährige. In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis seien sie die einzigen, die das Wasser so erwischt habe. Umso mehr freuen sie sich, wie sehr Freunde und Familie helfen.

Ihnen haben sie auch den Kurzurlaub in Kirchlinteln zu verdanken. „Wir wollten mal wieder Zeit als Familie, weg von der Baustelle“, sagt die 45-Jährige. Die Töchter wollten gern in den Heidepark. Durch die Nähe dazu seien sie auf die Gemeinde gekommen und freuen sich, dass sie so herzlich bei Familie Kundun aufgenommen wurden. Trotzdem kommen bei Heino Brink auch Frust und Enttäuschung auf. Die Politiker hätten wenig Fingerspitzengefühl gezeigt und die Betroffenen erst spät informiert, sagt er. Lobend erwähnt er seine Versicherung, die die Familie unterstütze. „Uns geht’s ja noch gut, weiter flussabwärts ist das Wasser durch die Wohnstube gerauscht“, erzählt er.

Inzwischen wohnt die Familie wieder in ihrem Haus. Statiker prüfen derzeit, welche Konsequenzen das Absenken der Bodenplatte hat. Klar ist, dass die Brinks umbauen müssen. Stromversorgung, Therme, Wohnzimmer müssen verlegt und renoviert werden. Weil sie daheim kein warmes Wasser haben, war die erste Aktion im Feriendomizil ein heißes Bad, erzählt Birgit Brink lachend. Bis morgen noch werden die Töchter sich mit den Tieren beschäftigen, natürlich in Soltau Karussell fahren, in Seen baden und Heidelbeeren pflücken. Tipps hat Vermieterin Kundun parat. Vor drei Jahren habe sie den Hof in Deelsen gekauft. Die Gegend kannte sie vorher schon gut. „Zwölf Jahre haben wir hier Urlaub gemacht, weil es landschaftlich so schön ist.“ Dieses Wissen gibt sie jetzt an die Gäste weiter.

Die wollen vor allem Luft holen. Zurück in Calbe müssen sie sich wieder um die Renovierung kümmern. Und hoffen sehr, dass die Heizung bis Herbst wieder funktioniert.

Quelle: weser-kurier.de

Carius: Aufbauteams in Gera und drei Kreisen nach Hochwasser

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Thüringen
In den vier am schwersten vom Juni-Hochwasser getroffenen Thüringer Regionen sollen regionale Aufbauteams etabliert werden. Das kündigte Bauminister Christian Carius (CDU) am Mittwoch an. Zuvor hatte das Kabinett den rechtlichen Regelungen von Bund und Ländern zur Koordinierung der Hochwasserhilfe zugestimmt. Regionale Aufbauteams soll es in Gera sowie den Kreisen Saale-Holzland, Greiz und Altenburger Land geben. Dort war während des Hochwassers Katastrophenalarm ausgerufen worden. Insgesamt…
Mit der Verwaltungsvereinbarung und den erforderlichen Richtlinien würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ab August in Thüringen Anträge auf Gelder zur Schadensbeseitigung gestellt werden können, sagte Carius. In seinem Ministerium sei zudem eine Koordinierungsstelle Hochwasser eingerichtet worden. Geplant sei eine Wiederaufbaukonferenz mit Vertretern der Kommunen.

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche auf einen Schlüssel verständigt, nach dem die Mittel aus dem milliardenschweren Fluthilfefonds verteilt werden. Auf Thüringen entfallen demnach rund 6,8 Prozent. In einem ersten Schritt könnte das Land einen Betrag in der Größenordnung von etwa 200 Millionen Euro bekommen, hieß es. Hochwasser-Opfer erhalten nach dem Beschluss von Bund und Ländern bis zu 80 Prozent des Schadens aus dem Hilfsfonds erstattet. Versicherungsleistungen und andere Hilfen werden dabei angerechnet. Thüringen hatte unmittelbar nach den Überflutungen auch Soforthilfen gezahlt.

Quelle: focus.de

Nach dem Hochwasser – Warten auf Touristen

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Hotels, Gaststätten und Cafés der Hochwassergebiete warten nach dem Ende der Flut wieder auf Touristen. Schnell und mit hohem Einsatz hat sich die Sächsische Schweiz wieder herausgeputzt. Doch reicht das?

Der kleine sächsische Ort Schmilka liegt direkt an der deutsch-tschechischen Grenze zwischen der Elbe und den steil aufragenden Felsen des Elbsandsteingebirges. Hier kann Bäcker Matthias Deußig Gästen wieder seine historische Bäckerei und Wassermühle erklären. Sie liegt ein Stück den Hang hinauf, direkt an einem Wanderweg.

Nur die Touristen, die zu ihm kommen, sind nach dem Hochwasser deutlich weniger geworden. „Wenn ich nachts um 24 Uhr anheize, kann ich frühestens um 4 Uhr anfangen zu backen“, erklärt er, während er stolz auf seinen Ofen zeigt, der noch genau wie im 18. Jahrhundert mit Holz befeuert wird. „Wir bereiten alles immer frisch zu. Deswegen brauchen wir genauso viel Zeit, wie der Ofen auch benötigt“, sagt Bäcker Deußig.

Die gesamte Bäckerei kommt vollständig ohne Strom aus. Ein großer Vorteil, denn vor etwa einem Monat konnte Deußig die Schmilkaer so mit frischem Brot versorgen. Denn auf dem Höhepunkt des Hochwassers stand der halbe Ort unter Wasser und die komplette Stromversorgung fiel aus. Die einzige Straße von Schmilka in das benachbarte Bad Schandau war nicht mehr passierbar. Das kleine Dorf war von der Außenwelt abgeschnitten.

Wiederöffnung so schnell wie möglich

Deußigs Brote und Kuchen werden auch den Gästen im Bio-Hotel „Helvetia“ angeboten. Es liegt am unteren Ende des Ortes direkt an der Elbe. „Wir haben hier über zwei Etagen im Wasser gestanden“, berichtet Inhaber Sven-Erik Hitzer. „Wir haben das Wasser zehn Tage lang ohne Pause im Erdgeschoss drin gehabt.“ Trotzdem fasste Hitzer genau zu dieser Zeit einen mutigen Entschluss: „Es ging erst einmal darum, dass wir ein Datum setzen. Wir haben uns dann den 1. Juli vorgenommen.“ Für ihn war das Datum erst einmal „patriotisch an die Wand genagelt“, doch mit rund 80 Helfern und hohem persönlichen Einsatz konnte er sein Hotel pünktlich zum vorgenommenen Termin wieder eröffnen.

Infrarot sorgt für trockene Wände

Einen besonderen Vorteil verschaffte Betreiber Sven-Erik Hitzer dabei eine neue Trocknungstechnik. Mit neuartigen Infrarottrocknern bekam er die Feuchtigkeit schnell aus den Wänden. Die Geräte werden dabei direkt vor die betroffenen Stellen gestellt und das Wasser kann wirkungsvoll verdampfen.

„Wir haben noch freie Zimmer“, antwortet Sven-Erik Hitzer auf die Frage nach der aktuellen Auslastung seines Hauses. Die Zahlen vor dem Hochwasser hat er noch nicht wieder erreicht, auch wenn die Bio-Touristen besonders treue Gäste sind. Aber bereits im August ist das Hotel fast wieder voll. Andere Hotels haben es da nach seiner Ansicht wesentlich schwerer.

Sorgen machen Hitzer aber vor allem die Tagestouristen. Am linken Elbufer von Schmilka verläuft der Elberadweg, der vor allem viele Radfahrer in den Ort führt. Der Radweg ist auch schon wieder durchgehend für die Radler befahrbar, aber dennoch „bleiben sie trotzdem aus“, bilanziert Hitzer. Die Radfahrer fehlen als wichtige Gäste im Café, Restaurant und der Bäckerei.

Kaffee und Kuchen aus dem Verkaufswagen

Im benachbarten Bad Schandau gleicht der historische Markt einer großen Baustelle. Die Geschäfte hier sind zwar zum Teil noch geschlossen, doch Terrassen und Cafés haben schon wieder geöffnet. Die Besitzer behelfen sich mit mobilen Verkaufswägen, solange die Läden noch nicht wieder benutzbar sind. Auch die ersten Hotels direkt an der Elbe öffnen wieder.

Auch das Land Sachsen hat die Not der Tourismusbranche erkannt. Mit rund 1,8 Millionen Euro zusätzlich will Sachsen wieder Gäste ins Land locken und damit die betroffenen Hochwasserregionen unterstützen. Mit den Tourismusbetrieben sind auch die regionalen Produzenten betroffen, die unter anderem die Hotels beliefern. Auch sie verzeichnen herbe Umsatzeinbrüche. „Andererseits sind wir als Verein Landschaft Zukunft e.V. dazu da, jetzt wieder Werbung zu machen und eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen“, zeigt sich Joachim Oswald vom regionalen Vermarktungsverein kämpferisch.

Die große Sanierung kommt erst noch

Im Garten des Hotels „Helvetia“ ist bereits alles wieder grün. Vom Hochwasser ist kaum noch etwas zu sehen. Die Stühle stehen im Gras direkt an der Elbe und eine große Schaukel hängt in den Bäumen. Doch so unbeschadet wie es scheint, hat das Hotel das Hochwasser dann doch nicht überstanden. Dennoch hatte man Glück im Unglück. „Es war wichtig, dass es nicht während der Hauptsaison passiert ist“, sagt Sven-Erik Hitzer. Sonst hätten sie jetzt während der Sommermonate ihr Hotel für den großen Umbau schließen müssen. Die anstehende gründliche Sanierung kommt erst noch. Dafür will Hitzer sich Zeit nehmen, wenn es wirtschaftlich am besten zu verkraften ist. Im Winter soll es soweit sein, denn dann kommen kaum Touristen in die Sächsische Schweiz.

Quelle: dw.de

Europäische Wochen – Hochwasser drückt Besucherzahlen

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die Europäischen Wochen sind vorbei: Das Festival hat wegen des Hochwassers Anfang Juni einen regelrechten Einbruch beim Kartenvorerkauf erlebt, teilten die Veranstalter mit. Es kamen deutlich weniger Zuschauer, als erwartet.

Insgesamt seien bei der 61. Ausgabe der Europäischen Wochen etwas mehr als 16.000 Besucher gezählt worden. Die Veranstalter hatten mit mehr gerechnet. Wie hoch die entstandenen finanziellen Einbußen sind, steht laut dem Intendanten der Europäischen Wochen, Peter Baumgardt, noch nicht fest.

„Wir hatten nach dem Jahrhunderthochwasser ab dem 3. Juni für rund zwei Wochen einen regelrechten Einbruch bei den Kartenverkäufen. Das hat uns besonders geschmerzt, da wir davor deutlich über den Einnahmen aus dem Vorjahr gelegen hatten.“

Intendant Peter Baumgardt

Aus künstlerischer Sicht hätten die Europäischen Wochen aber auf voller Linie überzeugt, so der Intendant. Die begeisterten Zuschauer, die er und sein Team erlebt haben und die positiven Rezensionen der Presse, hätten keinen anderen Schluss zugelassen.

Baumgardt hatte vor zwei Jahren als Intendant unter der Prämisse angefangen, das Festival für eine breitere Öffentlichkeit attraktiv zu gestalten. Inzwischen gibt es die unterschiedlichsten Spielstätten und neben Klassik auch Jazz, Rock und Pop im Programm.
2014 finden die 62. Europäischen Wochen statt. Das Motto: „Ohne Grenzen – Bis an den Bosporus.“

Quelle: br.de

Schutz an Selke bleibt Thema

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Laut Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt geht die Arbeit an den Projekten zum Hochwasserschutz weiter. Im Bereich der Selke in Güntersberge sollen ab August Baumaßnahmen in der Ortslage erfolgen.

Auch nach der Hochwasserkatastrophe an Saale und Elbe und ihren Nebenflüssen laufen die Maßnahmen des Talsperrenbetriebes Sachsen-Anhalt für den Hochwasserschutz an der Selke weiter. „Wir arbeiten intensiv daran“, sagte Joachim Schimrosczyk, Geschäftsbereichsleiter Bau und Betrieb, im Stadtrat Harzgerode. „Wir haben auch die Signale aus Magdeburg so empfangen, dass es hier weitergeht.“

Angeregt durch den Ortschaftsrat Harzgerode, hatte die Stadt Vertreter des Talsperrenbetriebes und des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft eingeladen, um sich über den aktuellen Stand zum Hochwasserschutz im Bereich der Selke informieren zu lassen. Roland Möhring vom Flussbereich Halberstadt des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft konnte hier eine konkrete Maßnahme in Aussicht stellen: Für Arbeiten an der Ufermauer in Güntersberge stehen die finanziellen Mittel zur Verfügung. Die Maßnahmen sind ausgeschrieben. „Wir wollen noch im August anfangen zu bauen“, sagte Möhring.

Auch Optik spielt Rolle

Erfolgen soll das in drei Abschnitten: In einem ersten Abschnitt soll im Bereich Georg-Freytag-Straße bis Klausstraße auf einer Länge von etwa 320 Metern die alte, marode und den Gewässerquerschnitt einengende Mauer durch eine neue, etwas höhere aus Winkelelementen ersetzt werden. „Damit wollen wir die Abflusssituation verbessern“, erläutert Roland Möhring. Auch an die Optik ist gedacht: Die Winkelstützelemente aus Stahlbeton sollen auf der Sichtfläche eine Struktur erhalten, die sich den örtlichen Gegebenheiten anpasst und deren Aussehen spätestens gemeinsam mit der Kommune bei der Bauanlaufberatung festgelegt werden soll, sagte Möhring weiter.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen an der vorhandenen Bruchsteinmauer unterhalb der Brücke am Bahnhof auf etwa 50 Metern Länge Instandhaltungsarbeiten erfolgen. Vorgesehen ist hier außerdem, Neuaustriebe aus in der Mauer befindlichen Stubben zurückzuschneiden.

Unmittelbar an diesen zweiten schließt sich der dritten Bauabschnitt an, der bis zur nächsten Brücke reicht: Hier soll auf einer Länge von ebenfalls 50 Metern die vorhandene Ufermaurer, die erhebliche Schäden aufweist, durch eine so genannte Schwergewichtsmauer ersetzt werden. Diese wird aus Bruchsteinen bestehen und bis zu 40 Zentimeter höher sein als die bisherige Mauer, um die Bebauung im Ort zu schützen. Dabei sollen die vorhandenen Natursteine wiederverwendet und so gesetzt werden, „dass es von der Ansicht her gut aussieht“, beschreibt Roland Möhring.

Knappes Zeitfenster

In welcher Reihenfolge die Abschnitte abgearbeitet werden, das wird sich ergeben, wenn die Firma ihren Bauablaufplan vorlegt. „Wir haben einen knappen Zeithorizont. Wir wollen vor dem Winter fertig werden.“ Die Arbeiten werden zum überwiegenden Teil aus EU-Mitteln finanziert. Die genaue Investitionssumme laut Kostenberechnung nannte Roland Möhring unter Verweis auf die laufende Ausschreibung nicht.

Zahlen nannte dagegen Frank Puschendorf vom Landesbetrieb, in dessen Händen die Projektsteuerung für den Bereich Selke liegt. Seit 2003 seien fünf Millionen Euro in das Gesamtkonzept investiert worden – für Planungen, Untersuchungen, aber auch Baumaßnahmen wie in Gatersleben. In diesem Jahr seien weitere 600 000 Euro eingestellt, in denen auch die Baumaßnahmen in Güntersberge enthalten sind. Die Besonderheit im Bereich der Selke bestehe darin, dass Fluss wie Fläche Flora-Fauna-Habitat-Gebiet seien. Das bedeute „tiefgreifende, naturschutzfachliche Detailuntersuchungen, die nicht nur Geld kosten, sondern auch zeitintensiv sind“, so Puschendorf. In Güntersberge könnten die Arbeiten jetzt erfolgen, weil man hier den Einfluss der geplanten Hochwasserrückhaltebecken nicht habe. Als nächste Ortslage werde Straßberg folgen, wo in diesem Jahr die Ausführungsplanung erstellt werden solle.

Quelle: mz-web.de

Bäume bedrohen die Schutzwand

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Zuerst ging es nur um drei Pappeln, nun droht auch acht weiteren Bäumen entlang der Hitdorfer Rheinwiesen die Fällung. Die Bezirksregierung Köln fordert die Beseitigung der Pappeln, weil sie die Hochwasserschutzwand gefährden.

Nicht nur die drei schiefen Pappeln, sondern auch acht weitere Bäume auf den Hitdorfer Rheinwiesen sollen nach dem Willen der Kölner Bezirksregierung weichen. Über eine entsprechende Anweisung hat Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn jetzt die Spitzen von Rat und Verwaltung informiert. Wie schon bei den Pappeln (wir berichteten) bestehe auch bei den anderen acht Bäumen die Gefahr, dass sie bei Sturm und Hochwasser auf die Schutzwand stürzen und diese so beschädigen, dass das dahinterliegende Gebiet an der Rheinstraße „innerhalb von Minuten geflutet“ werde.

Dies gelte schon allein aufgrund des Winddrucks, dem aufgeweichtes Erdreich nicht genug Widerstand entgegensetze. Je höher und ausladender ein Baum – auch ein kerngesunder – sei, desto größer sei dieses Risiko wegen der sprunghaft wachsenden Hebelkräfte. Ein geeignetes Mittel, diese Gefahr zu beseitigen, erklärt die Bezirksregierung, sei es, die Bäume zu fällen.

Wegen ihres landschaftsprägenden Charakters soll die Stadt aber zunächst prüfen, ob – zumindest vorübergehend – auch weniger einschneidende Maßnahmen ausreichen. Diese könnten darin bestehen, die acht Bäume nur zu stutzen und Ersatz in sicherer Entfernung zu pflanzen. Sobald die neuen Bäume groß genug sind, müssen ihre Vorgänger dann aber umgehend entfernt werden.

Quelle: ksta.de

Noch sind die Schäden des verheerenden Hochwassers 2013 nicht bis ins letzte Detail erfasst. Aber schon jetzt sind die Schadenssummen gewaltig. Schadensermittlung und Schadensregulierung stehen in den betroffenen Gebieten noch immer ganz oben auf der Tagesordnung. Aber auch Prävention und ein zuverlässiger Versicherungsschutz gegen das nächste Hochwasser sind jetzt schon wichtig. Das betont auch der Vorstandsvorsitzende der ZURICH Versicherung, Ralph Brand.

Kundennahe Beratung ist insbesondere in hochwassergefährdeten Gebieten auch aus Sicht der Versicherer dringend erforderlich. Die ZURICH Versicherung berät ihre Kunden in den betroffenen Regionen möglichst zeitnah und unbürokratisch. Das gilt sowohl für Maßnahmen zur Schadensbegrenzung als auch zur Schadensermittlung und Schadensregulierung, so Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der ZURICH Versicherung.

Es wird noch lange dauern, bis die Schäden der so genannten Jahrhundertflut 2013 beseitigt sind. Das Ausmaß der Zerstörungen, die das Hochwasser angerichtet hat, lassen sich aber bereits annähernd beziffern. Versicherer und Ratingagenturen gehen von gesamtwirtschaftlichen Schäden in Höhe von bis zu 12 Milliarden Euro aus. Es könnte die teuerste Naturkatastrophe Deutschlands werden.

Von den andauernden Regenfällen Ende Mai und Anfang Juni waren vor allem Bundesländer im Osten und Süden betroffen. Besonders viele und schwere Schäden waren in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu beklagen. Insgesamt musste in 54 Landkreisen Katastrophenalarm ausgerufen werden, in vielen Orten erreichten die über die Ufer getretenen Flüsse Rekordpegel. Neben den wirtschaftlichen und strukturellen Schäden, die Privathaushalte, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen treffen, forderte die Flut allein in Deutschland acht Todesopfer.

Auch wenn bisher noch nicht alle Schäden bilanziert werden konnten, besteht unter Fachleuten kein Zweifel, dass das finanzielle Ausmaß der Katastrophe sogar die Elbe-Flut 2002 in den Schatten stellen wird. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird auf etwa 12 Milliarden Euro taxiert, rund 400 Millionen Euro mehr als damals. In einer ersten Schadensbilanz erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass im Vergleich rund 30.000 Schadensfälle mehr verzeichnet wurden. Insgesamt seien bei der Flut 2013 bisher etwa 180.000 versicherte Schäden in Höhe von fast zwei Milliarden Euro entstanden. Fachleute gehen davon aus, dass das Hochwasser die Versicherungen unter dem Strich 2,5 bis 3 Milliarden Euro kosten könnte.

Die gestiegene Anzahl der Schadensfälle sind nach Angaben des GDV auch darauf zurückzuführen, dass viele Menschen nach der Flut im Jahr 2002 ihre Gebäude gegen Überschwemmung versichert hätten. Die Quote der Gebäude mit Versicherungsschutz gegen Naturgefahren stieg im Zeitraum zwischen den beiden Fluten von 19 auf 32 Prozent.

Dennoch muss vielerorts der Versicherungsschutz noch optimiert, angepasst oder verbessert werden. Auch das ist Prävention zum Schutz gegen das nächste Hochwasser. Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der ZURICH Versicherung: Fragen zur Prävention gegen zukünftige Schäden durch Hochwasser werden, partnerschaftlich beratend, mit den Kunden der ZURICH Versicherung erörtert. Hierzu gehören auch Fragen zu Umfang und Grenzen des jeweiligen Versicherungsschutzes. Denn genau das sollten Versicherungskunden wissen. Hier leisten die Experten der ZURICH Versicherung für ihre Kunden wichtige Aufklärungsarbeit für einen zuverlässigen Versicherungsschutz.

Dass die Kosten für Einzelschäden dieses Mal niedriger liegen ist, nach Meinung von Experten, auf staatliche und individuelle Schutzmaßnahmen zurückzuführen. Viele Betroffene waren besser auf die Katastrophe vorbereitet als 2002, erklärte GDV-Präsident Alexander Erdland. Allerdings wurde auch die Infrastruktur in den betroffenen Bundesländern teilweise empfindlich getroffen. Bei der Deutschen Bahn beispielsweise rechnet man mit flutbedingten Kosten im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Um die Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen, beschlossen Bundestag und Bundesrat Anfang Juli das Aufbauhilfegesetz. Damit wurde unter anderem ein mit acht Milliarden Euro ausgestatteter Hilfsfonds aufgelegt. Das Geld kommt jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern, wird aber über eine Erhöhung der Neuverschuldung komplett vom Bund vorfinanziert. Aus dem Fonds werden nicht nur die Kosten der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Soforthilfen erstattet, sondern auch weitere Maßnahmen finanziert.

So können vom Hochwasser betroffene Unternehmen beispielsweise Kurzarbeitergeld beantragen, die Sozialversicherungsbeiträge werden vom Staat übernommen. Außerdem wurde die Insolvenzantragspflicht für Betriebe, die wegen des Hochwassers in Zahlungsnot geraten sind, vorübergehend ausgesetzt. Damit soll ihnen genügend Zeit eingeräumt werden, um einen eventuell drohenden Konkurs abwenden zu können.

Quelle: finanznachrichten.de

Auf seiner Sommertour besucht der Tübinger Abgeordnete der Grünen, Daniel Lede-Abal, auch seinen Betreuungswahlkreis. Zum Auftakt seiner siebentägigen Tour war er auch in Stetten zu Gast. Zunächst besuchte er das Salzbergwerk Stetten der Wacker-Chemie. Dabei interessierte Lede Abal sich nicht nur dafür, wo das in Stetten geförderte Salz zum Einsatz kommt. Er wollte auch Wissen welche Auswirkung die Förderung auf die Umgebung habe und wie die Stollen derzeit und in Zukunft wieder zu füllen sind. Auch die Frage nach den Transportmitteln wurde erörtert, wobei Landrat Pauli versprach das Thema Gütertransport im Hinterkopf zu behalten. Bürgermeister Götz sprach in diesem Zusammenhang etwa die Probleme auf der B463 an, die aus seiner Sicht häufig als Mautausweichstrecke benutzt wird und daher verkehrlich stark beansprucht sei. Ortsvorsteher Wiget berichtete von einem runden Tisch der den Austausch zwischen Bergwerksbetreiber und der Bevölkerung fördere

Beim anschließenden Geländerundgang nutzte Ortsvorsteher Wiget die Gelegenheit, um den Abgeordneten auf die problematische Radweg-Situation aufmerksam zu machen und die besehende Planung in Frage zu stellen. Schließlich konnte Lede Abal sich selbst einen Eindruck von der Situation unter Tage verschaffen.

Bei den anschließen Firmenbesuchen stand das Thema Hochwasser im Vordergrund. Hatten etwa das Salzbergwerk die Wassermassen nicht unvorbereitet getroffen sah dies bei der Firma Schwörer Fertighausbau schon etwas anders aus. Hier ließ sich der Abgeordnete zunächst anhand von Fotos die Situation während des Hochwassers zeigen und erläutern.

Beim anschließenden Betriebsrundgang konnte sich ein Bild von den Produktionsstätten und der Zerstörung durch das Hochwasser machen . Nur durch den Einsatz von Spezialfirmen konnte nach drei Wochen die Produktion wieder aufgenommen werden. Ein anderes Bild bot sich beim Getränkemarkt Uno gegenüber, hier war nur Dank der Solidarität vieler einheimischer Helfer der betriebliche Schaden für den Eigentümer zu verkraften. Eindrücklich schilderten die Betroffenen, wie das Wasser buchstäblich innerhalb von Minuten stieg.

Bei der Firma Ivo Lavetti schließlich war der Schaden nahezu ruinös. Hier wird die Firma nur mit Einschränkungen und persönlichem finanziellen Einsatz des Eigentümers weiter bestehen können, da auch dessen zweites Lager in Rangendingen vom Hochwasser betroffen war. Kritik wurde an den bisher noch nicht umgesetzten finanziellen Hilfszusagen laut..

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Eine einzige Hitzewelle ist noch kein Indiz für die Erderwärmung – doch sie passt ins Bild, sagt Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe. „Der gesamte Globus erlebt Extreme.“ Von Sabine Ränsch

Deutschland hat zwei Hitzewellen innerhalb weniger Wochen hinter sich – und die nächste steht bevor. Für sich genommen sei eine einzelne Hitzewelle noch kein Indiz für die Erderwärmung, aber das Wettergeschehen hierzulande passe ins Bild, sagte Professor Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Wie auf der ganzen Welt steige die Wahrscheinlichkeit für Extreme.

Frage: Sind die Hitzewellen Indiz für die globale Erderwärmung?

Gerstengarbe: Eine einzelne Hitzewelle ist überhaupt kein Zeichen für eine Klimaänderung. Die gab es früher schon, und die wird es auch in Zukunft geben. Hitzewellen sind Teil des Geschehens, aber sie sind nur ein ganz kleines Puzzlesteinchen. Wetter ist immer Teil des Klimageschehens. Man muss aber vorsichtig sein, aus einem Extremereignis Schlüsse zu ziehen. Wir sprechen von globaler Erwärmung. Aber wenn das Klima instabiler wird, werden die Extreme zunehmen, das ist lange bekannt. Das heißt aber auch, Sie müssen über den Tellerrand schauen, und wenn man von globaler Erwärmung spricht, muss man sich die Sache global ansehen.

Frage: Was bedeutet das?

Gerstengarbe: Das bedeutet, dass man sich global nicht nur Hitzewellen ansehen muss, sondern auch andere Extreme wie Dürren, Hochwasser, Stürme und so weiter. Es wird dann schon recht deutlich, dass sich innerhalb der letzten 30 Jahre die Zahl der Extreme global fast verdoppelt hat. Das ist dann zusammen mit dem Temperaturanstieg ein sehr starkes Indiz dafür, dass wir mitten im Klimawandel sind. Der gesamte Globus erlebt Extreme, Hitzewellen haben beispielsweise dieses Jahr auch Indien und die USA getroffen.

Frage: Wie betroffen ist Deutschland?

Gerstengarbe: Wir sind auf einem Planeten, der sich erwärmt, und kriegen natürlich auch etwas davon ab, das ist völlig klar. In den letzten 60 Jahren ist die Jahresmitteltemperatur in Deutschland um mehr als ein Grad angestiegen, in manchen Regionen sogar um zwei Grad. Das ist schon ganz schön viel.

Frage: Deutschland hat einen kalten Winter erlebt – spricht das nicht gegen Klimawandel?

Gerstengarbe: So kalt war der Winter nicht. Er war kalt, aber nicht über eine längere Zeit – da hat es auch während der Periode der Erwärmung schon deutlich kältere Winter gegeben. Wir sind bloß verwöhnt durch die warmen Winter vor einigen Jahren. Und es gibt auch Regionen im Rahmen der globalen Erwärmung, die sich zeitweise abkühlen. Es geht eben nicht überall gleichmäßig mit der Temperatur nach oben. Aber wir hatten voriges Jahr in der Arktis den stärksten Eisrückgang, der bisher beobachtet wurde. Deutschland allein reicht überhaupt nicht aus, um eine globale Aussage zu machen.

Frage: Werden sich starke Hochwasser in Zukunft häufen?

Gerstengarbe: Für das Hochwasser war eine sogenannte 5b-Wetterlage verantwortlich. Das hatten wir 1997 mit dem Oderhochwasser, das hatten wir 2002 mit dem Elbehochwasser und jetzt wieder. Das ist eine Wetterlage, die Anfang bis Mitte des vorigen Jahrhunderts relativ selten war. Die hat einfach zugenommen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass solche Extreme auftreten, weil die Wetterlage häufiger auftritt. Wie viele kommen und wie oft das in nächster Zeit passiert, lässt sich nicht vorhersagen.

Quelle: welt.de