Archiv für August, 2013

Sachsen: Jetzt kann die Fluthilfe fließen

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen

Die sächsische Landesregierung gab gestern grünes Licht für die Hochwasserentschädigung. Bis zu 80 Prozent der Gesamtschäden schießt das Land zu. Anträge können jetzt gestellt werden.

Mit der gestern von der Landesregierung verabschiedeten Förderrichtlinie „Hochwasserschäden 2013“ sind die finanziellen Hilfen für vom Juni-Hochwasser betroffene Unternehmen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie des Gartenbaus neu geregelt. Der Zuschuss zur Schadensbeseitigung bei Unternehmen beträgt nach der neuen Richtlinie 80 Prozent der Gesamtschäden. Bei bereits eingereichten Anträgen auf finanzielle Hilfen werden die neuen Entschädigungssätze berücksichtigt.

 „Bisher sind bei der Sächsischen Aufbaubank nur wenige Anträge auf Förderung gestellt worden. Nun haben die Betriebe aber Klarheit über die endgültigen Förderkonditionen. Ich hoffe, dass die Anträge nun zügig gestellt werden und dass der nachhaltige Wiederaufbau schnell vorankommt“, so Staatsminister Frank Kupfer.

Was wird entschädigt?

Gefördert wird die Beseitigung aller Schäden, die unmittelbar durch das Hochwasser entstanden sind. Das schließt auch Schäden durch wild abfließendes Wasser, Sturzfluten, aufsteigendes Grundwasser, überlaufende Regen- und Mischwasserkanäle sowie durch Hangrutsche ein, soweit sie unmittelbar durch das Hochwasser verursacht wurden. Als Schäden gelten neben Schäden an Kulturpflanzen unter anderem auch Ausgaben für den Wiederaufbau, für Reparaturen, die Wiederbeschaffungskosten von Nutztieren, Vorräten und Lagerbeständen sowie die Kosten für Aufräumarbeiten und für die Schadensermittlung.

er Mindestschaden muss 5.000 Euro betragen. Im Bereich der Forstwirtschaft gilt eine Förderobergrenze von 200.000 Euro, in der Binnenfischerei liegt diese derzeit bei 30.000 Euro, jeweils nach den Bestimmungen des Europäischen Beihilferechts. Der Freistaat Sachsen hat bei der EU-Kommission eine Öffnung der Förderobergrenze für die Binnenfischerei beantragt. Zu Ermittlung der Schadenshöhe ist ein Gutachten erforderlich.

Zuschuss für Kleingärten

Die Förderrichtlinie regelt auch die Förderung der Schadensbeseitigung in Kleingärten und Kleingartenvereinen. Als Schäden gelten hier unter anderem Ausgaben für die Reparatur und den Wiederaufbau von Vereinsanlagen und Gartenlauben sowie die Kosten für die Schadensermittlung. Vereine bekommen einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der Schäden, wenn diese über 2 000 Euro liegen. Bei Kleingärtnern liegt der Mindestschaden bei 5 000 Euro. Auch hier ist zur Ermittlung der Schadenshöhe ein Gutachten erforderlich.

Quelle: agrarheute.com

Mit der Spende unterstützt Pitney Bowes die Arbeit der Behindertenwerkstatt Bethel und der Blindenwerkstätte Betzdorf / Sieg

 Auch in diesem Jahr hat Pitney Bowes, einer der Technologieführer im Bereich der physischen und digitalen Dokumenten- und Postbearbeitung, eine soziale Einrichtung durch eine Sachspende unterstützt. Die Wahl fiel auf die Kindertagesstätte Kinderparadies im thüringischen Gera, in der das Hochwasser zahlreiche Spiel- und Bastelmaterialien zerstört hatte. Die Verantwortlichen der Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes konnten so neue Spielsachen im Wert von 2000 Euro anschaffen. Mit der Herstellung des Spielzeugs waren die Behindertenwerkstätte der Stiftung Bethel proWerk und die Blindenwerkstätte Betzdorf / Sieg beauftragt.

Bereits seit Jahren unterstützt das Heppenheimer Unternehmen soziale Einrichtungen aus der Region Südhessen. Nach der Flutkatastrophe in der ersten Jahreshälfte 2013 entschied sich Pitney Bowes jedoch in diesem Jahr dafür, einem Kindergarten in einem vom Hochwasser besonders stark betroffenen Gebiet zu helfen.

„Wir legen Wert darauf, dass unsere Sachspenden gleich doppelt helfen: der Kita, die die Spielsachen erhält, sowie den gemeinnützigen Werkstätten, die sie produzieren“, erklärt Ralf Spielberger, Geschäftsführer von Pitney Bowes Deutschland und Österreich. „In diesem Jahr war es uns zudem ein besonderes Anliegen, unsere Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe zu zeigen.“ Die Kinder der Geraer Kita dürfen sich unter anderem über didaktisches Holzspielzeug, Bastelmaterialien und einen neuen Puppenwagen freuen.

Marianne Paukstadt, Leiterin der Kita Kinderparadies Gera: „Ausgerechnet am Vortag des diesjährigen Kindertags fanden wir den Lagerraum mit allen vorbereiteten Geschenken und Spielsachen für die Kinder völlig überflutet vor. Umso größer war die Freude der Kinder, dass es uns durch die Spende von Pitney Bowes möglich wurde, die vom Wasser zerstörten Spiel- und Bastelsachen zu ersetzen.“

Über die Pitney Bowes Deutschland GmbH

Pitney Bowes bietet innovative Technologien für Klein-, Mittelstands- und Großunternehmen. Die Software, Postbearbeitungssysteme sowie die Service- und Dienstleistungskonzepte unterstützen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, mit deren Kunden in Verbindung zu treten, die Kundenbindung zu stärken und den Umsatz zu steigern. Pitney Bowes ist das einzige Unternehmen, das physische und digitale Kommunikationskanäle in einer Lösungsplattform verbindet.

Quelle: pressebox.de

Charivari-Fluthilfe: Insgesamt 36000 Euro!

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Bayern, finanzielle Hilfen

Rosenheim/Landkreis – 25000 Euro waren schon überwiesen auf die Konten der Fluthilfe Rosenheim, jetzt kamen noch einmal 10000 Euro dazu: Nach dem Hochwasser Anfang Juni hatte Radio Charivari zu Spenden für die Hochwasseropfer in der Region aufgerufen. Unter anderem gab es eine eigene „Spendennacht“, in der sich Hörer gegen eine Spende einen Musiktitel vom Charivari-Team wünschen durften.

Als 25000 Euro zusammengekommen waren, dachten die Radioleute eigentlich, die Aktion sei beendet, doch die Spendenbereitschaft war ungebrochen. Beinahe täglich trudelten noch kleinere, mittlere und auch größere Beträge von Charivari-Hörern auf dem Konto „Leuchtfeuer“ der Diakonie Rosenheim ein. 10000 Euro konnten nun von Radio Charivari noch einmal auf die OVB-Fluthilfe-Konten von Stadt- und Landkreis Rosenheim überwiesen werden.

Aufgerundet 1000 Euro kamen außerdem noch speziell nach einem Charivari-Bericht über die Hochwasserschäden in der Orthopädischen Kinderklinik in Aschau. Dieses Geld wurde direkt an die Klinik weitergeleitet.

Quelle: ovb-online.de

Medaille für großartige Leistungen bei Fluthilfe

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg, mit Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ ausgezeichnet.

Dornburg-Camburg. Die Überraschung ist geglückt: Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes haben Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg, für die Verleihung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ vorgeschlagen.

Mit einer solchen Auszeichnung habe ich nicht gerechnet. – Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg

Am vergangenen Wochen­ende erhielt er als einziger Thüringer die Auszeichnung aus den Händen von Bundesinnen­minister Dr. Hans-Peter Friedrich in Berlin. Dieser sowie Thomas de Maizière , Bundesminister der Verteidigung, haben die Einsatzmedaille als Würdigung der großartigen Leistungen Tausender Helfer bei der Flutkatas­trophe im Frühsommer gestiftet. „Für mich waren der Besuch in Berlin und die Verleihung ein besonderes Ereignis. Der Bundesminister läuft mir schließlich nicht jeden Tag über den Weg“, sagt der 38-Jährige. Die Medaille wird er künftig an seiner Uniform tragen. Deutlich machte er, dass er die Auszeichnung stellvertretend für alle seine Kameraden in Empfang genommen hat.

Steingräber gehörte zu einer Gruppe von 40 Helfern, die sich aus Vertretern der Bundes­anstalt Technisches Hilfswerk und der Bundespolizei, sowie Angehörigen der Feuerwehr und der fünf großen Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft zusammensetzte. Die Verleihung nahmen Bundesinnen­minister Dr. Hans-Peter Friedrich und Hans-Peter Kröger, der Deutsche Feuerwehrpräsident vor. Tatsächlich war Sven Steingräber Ende Mai/Anfang Juni im Dauereinsatz. Die Feuerwehrstatistik der Stadt weißt in dieser Zeit allein 92 Einsätze aus, die mit dem Hochwasser in Verbindung standen. Hinzu kommen noch 85 Einsätze, die unter „normales Tagesgeschäft“ geführt werden. Koordiniert hat der Stadtbrandmeister dabei nicht nur die Kameraden der Feuerwehr. Gut verteilt werden mussten auch die Hilfskräfte des Technischen Hilfswerkes, die aus Suhl, Rudolstadt, Apolda und Eisenach zum Hochwasser in die Saalestadt geschickt wurden. Sie halfen dabei, Sandsäcke zu füllen, Flutwälle zu bauen und übernahmen die Pumparbeiten. Gut 20 Hilfskräfte ­waren am Tag zu Gange. Der Feuerwehrverein der Stadt half, dass die Helfer bei Kräften blieben. Im Feuerwehrgerätehaus wurden für sie Möglichkeiten zum Übernachten geschaffen.

Quelle: otz.de

 

 

Thüringer SPD will keine Arbeitslose zur Fluthilfe einsetzen

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Diese Meldung des Koalitionspartners dürfte CDU-Fraktionschef Mike Mohring geärgert haben. Die SPD werde das Thema „Einsatz von Langzeitarbeitslosen bei der Beseitigung von Flutschäden“ vorerst ad acta legen und den Entwurf eines Antrages, der von der CDU-Fraktion in der Sommerpause öffentlich gemacht wurde, nicht weiter beraten.

Erfurt. Dies ließ SPD-Fraktionschef Uwe Höhn gestern Nachmittag wissen. „Dass wir dem von der CDU vorgesehenen Vorgehen nicht zustimmen können, ist eine direkte Folge der verkorksten Arbeitsmarktpolitik von Schwarz-Gelb im Bund“, erläuterte er die Entscheidung.

Bei eingehender Prüfung des Antrags hätten sich diverse fachliche Mängel gezeigt. Beispielsweise sei der Einsatz von Arbeitslosen, wie von der CDU-Fraktion vorgesehen, wegen des sogenannten „Besserstellungsgebotes“ gar nicht möglich. Zudem gebe es hohe Auflagen für Menschen in solchen Maßnahmen. So sei die Arbeit an bestimmten technischen Vorrichtungen nur bedingt beziehungsweise gar nicht erlaubt.

„Papiere in der Arbeitsphase öffentlich gemacht“

„Es zeigt sich, dass wir die Leute, die für solch eine Maßnahme geeignet sind, gar nicht haben“, so Höhn. Viele Fragen gebe es auch mit Blick auf die „Finanzierung“ eines solchen Programms. Fakt sei, dass nicht abgerufene Wiedereingliederungsmittel für ALG-II-Empfänger dafür nicht verwendet dürften.

Dem Regierungspartner CDU warf Höhn zudem vor, mit dem Thema Wahlkampf zu machen, weil die „Papiere in der Arbeitsphase öffentlich gemacht“ worden seien. Höhn bezog sich damit offensichtlich auf ein Gespräch mit unserer Zeitung von Mohring, in dem dieser die gemeinsame Initiative angekündigt hatte und sich der Unterstützung der Sozialdemokraten sicher war. Und interessanterweise gab es bis Dienstagabend keinerlei Signale der SPD an die Union, die auf ein Scheitern der gemeinsamen Linie hätten schließen lassen.

CDU-Wirtschaftsexperte Gerhard Günther zeigte sich deshalb von der Rolle rückwärts des Koalitionspartners überrascht und verärgert zugleich: „Das sind wahltaktische Manöver zu Lasten der Menschen. Dieser Antrag war Satz für Satz mit der SPD besprochen und sollte nun gemeinsam ins Plenum eingebracht werden. Selbst Wirtschaftsminister Machnig hatte schon seinen Segen gegeben.“

Quelle: tlz.de

Einsatz der Bornheimer Feuerwehr mit 1000 Euro belohnt

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Für ihren Einsatz im Kampf gegen die Hochwasserfluten in Sachsen-Anhalt hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bornheim nun eine Spende von 1000 Euro von der Allianz Deutschland AG erhalten.

Der Versicherungskonzern spendet verschiedenen Hilfsorganisationen Geld für ihren Einsatz. Von dem Geld kann die Feuerwehr Bornheim nun Ausrüstungsgegenstände anschaffen, die während des Einsatzes kaputt gegangen sind. Die neuen Geräte können dann auch bei künftigen Hochwasser-Ereignissen von Nutzen sein.

Quelle: general-anzeiger-bonn.de

Rüsselsheimer Katholiken stiften Benzingeld für Fluthilfe-Transport

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Um ein Haar hätte sich der Albtraum des Markus Kuntzsch erfüllt. Die Rettung für den Fluthelfer und seine Mitstreiter, Spender und Helfer, kam in letzter Minute. Zwölf Pfarrgemeinden des katholischen Dekanates Rüsselsheim erklärten sich am Mittwochabend spontan bereit, die noch fehlenden 400 Euro Benzingeld aufzubringen. Damit machten sie es möglich, dass die Hilfsgüter am Donnerstag und Freitag geladen und am heutigen Samstag mit zwei Lastzügen und einem Transporter zu den Familien nach Fischbeck gebracht werden können. Der Caritasverband streckte die Summe vor und holt sich die Beiträge nun bei den Gemeinden zurück, wie Roman Kotyga erklärte. Am Freitag nahmen Kuntzsch und Markus Jonas das Geld freudestrahlend in Empfang.

Unerwartete Fügung

Gleich als die „Main-Spitze“ am Mittwoch dem Caritas-Mann die Notlage geschildert hatte, war Kotyga sicher gewesen: „Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir das nicht hinbekämen. Und der Teufel hat bekanntlich in der Kirche nichts zu suchen.“ Nicht religiöse Menschen würden es Zufall nennen, Christen erkennen so etwas als Fügung: Just für Mittwochabend war aus anderem Anlass ein Treffen Dekan Norbert Kissels, der Pfarrer und weiterer Hauptamtlicher in Groß-Gerau angesetzt. Kotyga konnte dort das Anliegen vortragen und sofort wurde einmütig beschlossen, die Flutopfer, Kuntzsch samt seinen Helfern sowie all die Menschen, die seit Wochen gute Sachspenden in die ehemalige GEL-Speditionshalle in Raunheim gebracht hatten, zu unterstützen. Damit entsprechen die Katholiken dem Ergebnis der Ermittlungen, die wie berichtet im Auftrag ihres Mainzer Bischofs exemplarisch im Dekanat vorangetrieben worden waren und bringen sich noch stärker sozial handelnd in die Gesellschaft ein, als bisher. Wie Kotyga am Freitag der „Main-Spitze“ erläuterte, haben Caritas und die Pfarrgemeinden Kuntzsch und seinen Helfern von der neuen Interessengemeinschaft „2react“ angeboten, künftig häufiger für Menschen in Not zusammenzuwirken.

Ökumenischer Beistand

Die ursprünglich von Bianca Dühnen-Schweitzbacher ins Leben gerufene große Hilfsaktion für die Fischbecker Familien hätte ohne die evangelische Bonhoeffer-Gemeinde nicht in Schwung kommen können, die Lagerraum zur Verfügung stellte sowie mitsortierte und mitbelud. Kuntzsch wirkte als Fahrer am zweiten Transport mit und übernahm schließlich die Organisation. Die Unterstützung von zwölf katholischen Gemeinden hat es nun möglich gemacht, den dritten Transport auf die Reise zu schicken. Eine ökumenische Klammer, für deren Zustandekommen Kuntzsch allen dankt. Glücklich ist er auch über die Qualität fast aller Sachspenden. Während wenige Menschen versuchten, bei ihm Sperrmüll loszuwerden, haben ihm viele so gute Sachspenden gebracht, dass er sich schon jetzt auf die Gesichter der Empfänger in Sachsen-Anhalt freuen kann. Kinderspielzeug wurde so reichlich geschenkt, dass der Fischbecker Bedarf gedeckt ist. Ja noch mehr: Mit Einverständnis der Spenderfamilien wurde der Überschuss jetzt Helfern der Rüsselsheimer „Tafel“ zur Weitergabe an bedürftige hiesige Familien überreicht. Und einige Spiele lenken nun Kinder ab, die in der Kinderstation des hiesigen Krankenhauses auf Genesung warten.

Der FC Bayern München kommt als frisch gekürter Sieger des UEFA-Supercups zum Fluthilfe-Spiel nach Passau. Die Triple-Gewinner gewannen am Freitag Abend in Prag ein „Wahnsinns-Finale“ gegen den FC Chelsea London mit 7:6 nach Elfmeterschießen. Die Bayern holten damit erstmals die europäische Supercup-Trophäe und können nun unbeschwert das Schaulaufen am Sonntag (15 Uhr) im Passauer Dreiflüssestadion gegen eine Regionalauswahl des Bayerischen Fußball-Verbandes absolvieren, bevor es für die Nationalspieler der Münchner umgehend zu den Auswahlmannschaften weitergeht.

Vor 12.000 Zuschauer werden die Münchner am Sonntag in Passau spielen. Das steht spätestens seit Freitag fest, denn wie die Stadt am Abend mitteilt, sind alle Eintrittskarten verkauft. Achtung: Deshalb wird es an der Stadionkasse keinen Restkartenverkauf geben.

Quelle: pnp.de

Der Hochwasserschutz in Deutschland muss besser koordiniert werden, fordert der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Jürgen Reinholz (CDU).

«Wir brauchen ein nationales Hochwasserschutzprogramm, aber auch Regelungen für die Kostenverteilung», sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Am 2. September treffen sich die Umweltminister zu einer Hochwasser-Sonderkonferenz.

Frage: Das Hochwasser mit Milliarden-Schäden ist fast drei Monate her. Warum erst jetzt die Sonderkonferenz der Umweltminister?

Antwort: Wir hatten uns bereits Anfang Juni in Oberhof getroffen. Damals ging es noch um die unmittelbare Hochwasserabwehr und die Hilfe für die Opfer von Überflutungen. Wir haben darum eine Sonderkonferenz zum Hochwasserschutz vereinbart. Es geht nicht um Schnellschüsse, sondern eine Fehler- und Schwachstellenanalyse, aus der Konsequenzen zu ziehen sind.

Länderübergreifende Daten und ein Bericht zum Juni-Hochwasser liegen jetzt vor. Nun müssen Verbesserungen im Hochwasserschutz und ihre Finanzierung geklärt werden. Wir brauchen nachhaltige Lösungen, ein nationales Hochwasserschutzprogramm.

Frage: Hochwasserschutz ist Ländersache. Woran hapert es?

Antwort: Wir müssen über eine einheitliche Koordination, aber auch die Anpassung von Standards reden. Das fängt bei solchen Sachen an wie der Höhe der Deiche oder der Zahl der Hochwasseralarmstufen. Thüringen hat beispielsweise drei Alarmstufen, unser Nachbar Sachsen vier.

Ich bin der Meinung, der Hochwasserschutz soll Ländersache bleiben. Aber wir brauchen deutlich mehr Abstimmung, gleiche Standards und eine Vereinbarung über die Kostenverteilung für Hochwasserschutz an den Ober- und Unterläufen der Flüsse.

Frage: Wieso eine Kostenverteilung zwischen Ländern wie Thüringen oder Bayern, mit den Oberläufen größerer Flüsse, und den Flachländern im Norden?

Antwort: An den Oberläufen haben wir die Kosten für große Stauanlagen. Aber neben dem technischen Hochwasserschutz muss den Flüssen auch mehr Raum gegeben werden, um ihre Fließgeschwindigkeit im Ernstfall zu verringern. Das ist eine Konsequenz aus den Überflutungen im Juni.

Frage: Also mit großem Aufwand Deiche zurückversetzen?

Antwort: Ja, dort wo es geht, alte Deiche abtragen und neue weiter von den Flüssen entfernt bauen. Das kostet aber viel Geld. Und da ist die Frage, wie man das gemeinsam finanziert. Ich finde, der Bund sollte mit ins Boot, aber auch die Bundesländer an den Unterläufen der Flüsse. Diskutiert wird auch über mehr Überschwemmungsflächen.

Es ist sinnvoller, gemeinsam in die Verhinderung von Schäden zu investieren als in deren Beseitigung. Polder können meiner Meinung nach auf landwirtschaftlichen Flächen ausgewiesen werden. Vom Bauernverband gibt es dazu Bereitschaft, wenn es klare Entschädigungsregelungen für mögliche Überschwemmungsschäden gibt. Ich finde, wir sollten beim Hochwasserschutz nicht nur Vorschriften machen, sondern auf Verständigung setzen.

Frage: In der Vergangenheit gab es zwischen den Umweltministern immer wieder Streit über die Prioritäten im Hochwasserschutz: Vorrang für technische oder ökologische Projekte?

Antwort: Man muss beides im Auge behalten. Es kann nicht nur darum gehen, Deiche und Dämme zu bauen. Aber man kann auch nicht überall Überschwemmungsgebiete ausweisen. Zwangsumsiedlungen sind für mich Unsinn.

Was wir aber brauchen, ist ein Beschleunigungsgesetz für die Planung und Genehmigung von Hochwasserschutzprojekten. Das ist eigentlich auch Konsens unter den Umweltministern. Knackpunkte der Konferenz sind vielmehr, wer die bundesweite Hochwasserschutz-Koordinierung übernimmt und wie die Finanzierung der nötigen Projekte erfolgt. Bestimmte Aufgaben soll der Bund übernehmen. Dafür werde ich eintreten.

Quelle: proplanta.de

Castrop-Rauxel. Auch unterhalb der Westerfilder Straße standen die Grundstücke und Keller unter Wasser

Der Donnerstag, 20. Juni, steckt den Frohlindern noch in den Gliedern. Auch gut zwei Monate nach den katastrophalen Regenfällen haben sie das Hochwasser in ihrem Stadtteil noch nicht vergessen, die Sorgen vor der nächsten Flut ist allgegenwärtig.

Mühlenbach: Sorge vor Hochwasser am Unterlauf | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/muehlenbach-sorge-vor-hochwasser-am-unterlauf-id8368480.html#553043818Castrop-Rauxel. Auch unterhalb der Westerfilder Straße standen die Grundstücke und Keller unter Wasser

 

Der Donnerstag, 20. Juni, steckt den Frohlindern noch in den Gliedern. Auch gut zwei Monate nach den katastrophalen Regenfällen haben sie das Hochwasser in ihrem Stadtteil noch nicht vergessen, die Sorgen vor der nächsten Flut ist allgegenwärtig.

 

Mühlenbach: Sorge vor Hochwasser am Unterlauf | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/muehlenbach-sorge-vor-hochwasser-am-unterlauf-id8368480.html#553043818

Castrop-Rauxel. Auch unterhalb der Westerfilder Straße standen die Grundstücke und Keller unter Wasser

 

Der Donnerstag, 20. Juni, steckt den Frohlindern noch in den Gliedern. Auch gut zwei Monate nach den katastrophalen Regenfällen haben sie das Hochwasser in ihrem Stadtteil noch nicht vergessen, die Sorgen vor der nächsten Flut ist allgegenwärtig.

 

Ministerin fordert mehr vorsorglichen Hochwasserschutz

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Vor der Sonderkonferenz der Umweltminister von Bund und Ländern zum Hochwasserschutz am Montag in Berlin hat die Mainzer Ressortchefin Ulrike Höfken (Grüne) mehr Vorsorge gefordert.

Vor der Sonderkonferenz der Umweltminister von Bund und Ländern zum Hochwasserschutz am Montag in Berlin hat die Mainzer Ressortchefin Ulrike Höfken (Grüne) mehr Vorsorge gefordert.

Ausreichende Maßnahmen gegen Überflutungen kämen im Vorfeld billiger als eine spätere Schadensbeseitigung, sagte die rheinland-pfälzische Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Dafür müsse aber auch der Bund mehr zahlen.

Der Bau von Rückhaltebecken (Poldern) und die Rückverlegung von Deichen etwa kosteten viel weniger als die Schadensbewältigung nach einem extremen Hochwasser wie im Juni. Damit hätten die Flüsse wieder mehr Raum. Höfken forderte ein Hochwasserkonzept mit einer neuen Kostenverteilung. Der Bund müsste nicht nur mit Blick auf die Bundestagswahl (22. September) den aktuellen Milliarden-Fluthilfefonds unterstützen, sondern auch etwa 60 Prozent des präventiven Hochwasserschutzes übernehmen.

Quelle: rhein-zeitung.de

Nach dem Hochwasser an der Elbe setzt sich Niedersachsen für einen umfassenden Hochwasserschutz über die Landesgrenzen hinaus ein.
Einheitliche gemeinsame Standards der Länder seien wichtig, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) mit Blick auf die Sonderkonferenz der Umweltminister am Montag in Berlin. Bei den Planungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes müsse auch eine gerechte Lastenverteilung der Anrainerstaaten gefunden werden, erklärte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Konferenz müsse zügig Mechanismen festlegen, um künftig auf ähnliche Risiken schnell zu reagieren. Den Flüssen müsse wieder mehr Raum gewidmet werden.
Quelle: focus.de

Fluthilfe für das „Zwergenland“

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Gemeinde Langenorla erhält Gelder aus Hilfsfonds, um vom Hochwasser zerstörte Kläranlage ihres Kindergartens zu erneuern

Kleindembach. Das Hochwasser Anfang Juni im Orlatal ist 13 Wochen nach dem Ereignis nach wie vor in lebendiger Erinnerung. „Das Wasser blieb wenige Zentimeter vor der Türschwelle des Kindergartens stehen“, schildert Georg Graven (Bündnis für Langenorla), Bürgermeister der Gemeinde Langenorla, die damals angespannte Situation am Kindergarten „Zwergenland“ im Ortsteil Kleindembach. Dennoch blieben teils massive Schäden nicht aus. Um diese beheben und die notwendigen Investitionen und Arbeiten vor allem finanzieren zu können, hat die Gemeinde Langenorla als Träger des Kindergartens „Zwergenland“ jetzt Gelder aus dem gemeinsamen Fluthilfefonds des Landkreises Saale-Orla, der Kreissparkasse Saale-Orla und des DRK-Kreisverbandes Saale-Orla erhalten.

„Für uns sind solche Summen immens“, verdeutlichte Steffi Mudrich, Leiterin des Kindergartens „Zwergenland“, welche Herausforderung die Schäden für die Kindereinrichtung und die Gemeinde darstellen. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 800 Euro hatte die Gemeinde beantragt und diese wird ihr in vollem Umfang aus dem Fonds ausgezahlt. Die entsprechende Bestätigung überreichte Landrat Thomas Fügmann (CDU) am Mittwochnachmittag vor Ort dem Bürgermeister.

Mit der Summe ist die Instandsetzung der vollbiologischen Kläranlage des Kindergartens finanziert. „Die Kläranlage ist durch das Hochwasser zu 100 Prozent geschädigt worden. Sie musste kurzfristig und schnell erneuert werden“, berichtete Georg Graven. Die Gemeinde hatte die Investition trotz angespannter Haushaltslage vorfinanziert und kann die Summe nun wieder ihrem Haushalt zuführen.

Insgesamt seien lediglich knapp zehn Anträge im Landratsamt auf finanzielle Unterstützung aus dem Fluthilfefonds eingegangen. Davon habe ein Antrag abgelehnt werden müssen, weil der Schaden nicht durch Hochwasser verursacht sein kann, wie es hieß. „Bis auf diesen können wir alle Anträge positiv bescheiden“, so Thomas Fügmann . Im Ergebnis werden derzeit insgesamt 15 000 Euro ausgereicht.

Knapp 90 000 Euro liegen momentan auf dem Konto des Fluthilfefonds, informierte Helmut Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla. „Daraus erwächst auch die Verpflichtung, dass die Mittel im Saale-Orla-Kreis bleiben“, sagte er. Denn die Gelder haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen aus dem Landkreis gespendet. Mit 40000 Euro habe dabei ein deutschlandweit anerkanntes Unternehmen, das nicht genannt werden möchte, die größte Spende eingezahlt. Die Kreissparkasse hatte mit 25 000 Euro die Anschubfinanzierung übernommen. Die Schadenssumme im Landkreis liege, sowohl die kommunalen als auch die privaten Schäden berücksichtigt, bei insgesamt zwei Millionen Euro, sagte der Landrat.

„Das Geld, das übrig ist, werden wir zweckgebunden auf einem Konto aufbewahren, weil uns ein solches Ereignis wieder passieren kann“, kündigte Thomas Fügmann einen sorgsamen Umgang mit den Spenden an. Die Idee eines solchen Rücklagenkontos begrüßte Georg Graven, „denn wir können davon ausgehen, dass wir langfristig nicht gefeit sind vor neuen Hochwasserereignissen“, sagte er und bedankte sich herzlich für die gerade selbst erfahrene Hilfe für die Gemeinde.

Ein Dankeschön an die spendenfreudigen Bürgerinnen und Bürger sprach Helmut Schmidt aus. „Die Spendenbereitschaft ist ein Zeichen, dass noch Anteil genommen wird am Schicksal anderer“, schätzte er ein.

Quelle: otz.de

Mobile Schutzwände an neuralgischen Punkten

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Drei Monate nach dem Echaz-Hochwasser sind viele Haus- und Grundstücksbesitzer, aber auch die Kommunen immer noch damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. In Pfullingen wird sich die Sanierung der Sporthalle des Friedrich-Schiller-Gymnasiums noch eine Weile hinziehen (siehe obenstehenden Bericht), in Lichtenstein sind zwischenzeitlich zu den Folgen der Überflutung noch gravierende Hagelschäden hinzugekommen. In den Rathäusern gibt es daher bereits erste Überlegungen, was getan werden kann, damit Überschwemmungen dieses Ausmaßes sich nicht so schnell wiederholen können.

In der Echazstadt Pfullingen sind zum Beispiel Brücken ein Thema, sagt Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle auf Nachfrage. Manche sind für derartige Wassermassen offenbar falsch dimensioniert; an anderer Stelle – zum Beispiel am Steg über die Echaz hinter dem Schloss – setzte sich jede Menge Treibgut fest, sodass eine Art Staumauer entstand. Die Flutwelle suchte sich daraufhin ihren Weg am Hindernis vorbei, das Wasser floss auch über die Fußwege ab und drang von dort schließlich sogar bis in die Kurt-App-Halle ein.

Dem Hochwasser-Schutz der Sporthallen werde künftig eine größere Bedeutung zukommen, ist sich Oehrle sicher. So könnte zum Beispiel der Erdwall hinter dem Gymnasium an der Hohen Straße erhöht werden. Überlegt wird im Stadtbauamt auch, ob vielleicht mobile Hochwasserschutzwände an neuralgischen Punkten in der Stadt eine Lösung sein könnten. »Die Ständer dafür würden dauerhaft installiert, die Wände dann bei Bedarf eingebaut«, schildert Oehrle das Prinzip. Entscheiden wird darüber letztendlich der Gemeinderat.

Echazsohle ausbaggern

Darüber hinaus ist auch die Stadt Pfullingen dabei, eine Konzeption zum Schutz vor Hochwasser zu erarbeiten, wie es das Land für die Hochwasserrisiko-Managementpläne vorschreibt. Neben den ganz konkreten Schutzprojekten für Hallen oder Gebäude sollen darin auch übergeordnete Maßnahmen, die möglicherweise gemeinsam mit anderen Echaz-Anliegern wie Lichtenstein oder Reutlingen angegangen werden müssen, dargestellt werden, sagt der Stadtbaumeister.

Auch sein Lichtensteiner Kollege Eberhard Heyd sieht die Notwendigkeit, in Sachen Hochwasserschutz tätig zu werden. »Allerdings liegen uns ja noch keine fertigen Hochwassergefahrenkarten vor«, betont er auf Nachfrage. Auf der Basis der bisherigen Berechnungen, die das Regierungspräsidium der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, und aus den eigenen Erfahrungen aus der Juni-Katastrophe müssten aber schon jetzt Konsequenzen gezogen werden, sagt er.

Ganz konkret stellt er bereits Überlegungen an, die Echazsohle ausbaggern zu lassen. »Alles, was je dort hineingefallen ist, sei es ein Fahrrad oder seien es Balken, versintert in dem kalkhaltigen Wasser mit der Zeit«, erklärt Heyd. An diesen Hindernissen lagerten sich dann weitere Schichten an, was nach und nach dazu führe, dass die Fluss-Sohle ansteige.

Alle 50 Jahre einmal

Ob darüber hinaus Maßnahmen ergriffen werden, um zum Beispiel künftig alle Überschwemmungen zu verhindern, die als sogenanntes 100-jährliches Hochwasser eingestuft werden, müsse zunächst in den Gremien diskutiert werden. »Das Juni-Hochwasser ist vom Regierungspräsidium als ein 50-jährliches Ereignis eingestuft worden«, berichtet er. Es gab große Überschwemmungsflächen, obwohl, wie Heyd betont, die Echaz tatsächlich nur an wenigen Stellen über die Ufer getreten sei.

Diese neuralgischen Punkte am Flusslauf sind jetzt bekannt. »Für diese Bereiche werden wir uns etwas überlegen müssen«, erklärt der Lichtensteiner Ortsbaumeister.

Quelle: gea.de

Zur Sonderumweltministerkonferenz am 2.9.2013 in Berlin erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. Jana Pinka:

Flüsse machen weder an Gemeindegebiets-, Landkreis-, Länder- oder Staatengrenzen halt! Es bedurfte erst einiger Hochwässer, bis die Umweltminister verstanden haben, dass vorsorgender Hochwasserschutz und eine integrierende Hochwassermanagementplanung auf einem tragfähigen und bestmöglichen Niveau nur gemeinsam mit allen Flussanrainern organisiert werden können. Ich begrüße daher das Zustandekommen dieser Sonderumweltministerkonferenz.

Dieses Treffen wird erst der Anfang einer neuen Denkweise in der Zusammenarbeit der Bundesländer sein. Ich hoffe, die Umweltminister setzen hier wichtige Impulse. So haben wir in Sachsen festgestellt, dass insbesondere die kommunalen Gewässer II. Ordnung deutliche Defizite in der Gewässerunterhaltung und im Hochwasserschutz aufweisen. Je schlechter die Kommunen aber aufgrund finanzieller, personeller und fachlicher Defizite im Oberlauf von großen Vorflutern agieren, umso schwieriger wird es, die Unterlieger zu schützen. Daher ist es an der Zeit, keine Unterteilung von Gewässerordnungen mehr vorzunehmen, und das klein-klein im Hochwasserschutz aufzugeben. Dieser Impuls könnte von Sachsen ausgehen, denn hier befinden sich wichtige Hochwasserentstehungsgebiete in den Mittelgebirgen.

Ich hoffe, dass von der Umweltministerkonferenz ein Signal für die Verbesserung des Versicherungsschutzes für Elementarschäden ausgeht. Viele Tausend Menschen sind in Sachsen nicht versicherbar. Nach Hochwässern bleibt ihnen nur die Hoffnung auf staatliche Hilfe oder Spenden. Daher ist es an der Zeit, dass Bund und Länder gegenüber der Versicherungswirtschaft auf schnellstmögliche Einführung eines bezahlbaren Versicherungsschutzes gegen Naturgewalten und Extremwetterereignisse als obligatorische Elementarschadenversicherung drängen.

Sachsen hat für seine Hochwasserschutzkonzepte Überschwemmungsgebiete ausgewiesen und plant die Darstellung von überschwemmungsgefährdeten Gebieten. Leider plant Sachsen nicht, Kommunen finanziell zu unterstützen, um bestehende Bebauungspläne in diesen Bereichen umgehend aufzuheben, um eine weitere Versieglung in Auen zu verhindern. Hinzu kommt, dass nach dem Hochwasser 2013 viele vom Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger den Wunsch geäußert haben umzusiedeln. Es zeichnet sich aber erneut ab, dass dieser Wille infolge fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen oder finanzieller Unterstützung keinen Erfolg haben wird. Aber sollten wir nicht darüber nachdenken, ob nicht manchmal ein Rückbau in einem Überschwemmungsgebiet sinnvoller ist als der (eins-zu-eins-)Wiederaufbau des Objektes, in dem Menschen wohnen, die in Angst vor dem nächsten Starkregen leben?

Quelle: http://bundespresseportal.de

Das Hochwasser hinterließ auch in der Gößnitzer Firma für Stahlrohrmöbel seine Spuren und der Produktionsausfall wirkt bis heute nach. Doch der Lärm in der Halle sendet gute Signale. Landeshilfe haben die Gößnitzer noch nicht bekommen, der Antragsaufwand macht zu schaffen.

Gößnitz. Die Funken sprühen wieder am Arbeitsplatz von Steven Kretzschmar aus Hainichen. Und in der 6000 Quadratmeter großen Maschinenhalle der Firma Stahlrohrmöbel Gößnitz herrscht auch wieder dieser optimistisch stimmende Lärm, den Produktion verursacht. Für Geschäftsführer Christoph Martsch nach dem Hochwasser und überhaupt in dieser Zeit ein Zeichen, dass es vorwärts geht.

Man sei noch ganz glimpflich davon gekommen, aber noch mal passieren darf das nicht, sagt Martsch im Gespräch mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor Ort. Linke-Bundestagsabgeordneter und wieder Kandidat Frank Tempel ist auch dabei. Es ist Wahlkampf.

Man wolle sich informieren über die Situation nach der Flut in Gößnitzer Betrieben, Hilfe anbieten, betont Sojka. Und Martsch hat die Schäden aufgelistet. Um die 100″000 Euro kommen zusammen. Allein im Stofflager seien es 19″000 Euro, auch seien Beschichtungspulver und Metallfertigteile vernichtet. Zwei Paletten Blech sind angerostet. Der neue Fußboden splittert ab. Im Musterkeller habe es die Schweißvorrichtungen und Nullserien erwischt, so Martsch. Das Wasser sei in über einem Meter Höhe angekommen und habe dann 20 Zentimeter hoch in der Produktionshalle gestanden. Da sei viel Angst gewesen um die fünf bis sechs Millionen Euro teuren Maschinen. Zwei Tage hat die Mannschaft die Folgen beseitigt, der Produktionsausfall wirkt bis heute nach.

Denn die Stahlrohrmöbel-Macher haben gefüllte Auftragsbücher. 8,5 Millionen Euro Jahresumsatz und 63 Mitarbeiter zählt die eigenständige Firma, die zur Stechert-Unternehmensgruppe gehört. Pro Jahr werden 50″000 Stühle, 20″000 Tische produziert, hinzu kommt die Lohnfertigung für andere Hersteller. 60 Prozent des Umsatzes macht die Gößnitzer Stahlrohrmöbel GmbH durch Aufträge der Bundeswehr. Europaweit sei man tätig, Konstruktionsteile aus Gößnitz stehen in der Philharmonie Paris, so Martsch stolz. Aber nicht nur die Stadien in Meuselwitz und Luzern haben die Gößnitzer bestuhlt. Ihre Stadion-Stuhl-Idee ist auch nach Brasilien verkauft worden. Ein Prototyp steht in der Ausstellung des Unternehmens. Landrätin Sojka probiert ihn aus – Brasiliengefühl in der Pleißestadt. Doch um die Spezialitäten der Gößnitzer, die vom Holzschalenstuhl über die Stadionbestuhlung bis zu Drehstuhl und Bürobestuhlung reicht, geht es fast nur nebenbei.

Dass die Firma noch keine Soforthilfe ausgezahlt bekam, verwundert. Die Beantragung endet diesen Monat. Martsch habe eine Fristverlängerung bekommen, um den Antrag dafür zu vervollständigen, sagt er. Es sei ein immenser Aufwand, um alle geforderten Unterlagen für die Beantragung zusammenzubekommen. Eine Pauschalsumme und anschließende Prüfung sei schneller wirksam, findet Martsch. Ein Unternehmer habe auch nicht immer 100-prozentige Sicherheit und müsse Risiken einrechnen, schiebt er nach.

Und offenbar stiftete das Hin und Her über die Höhe und Vergabe der unterschiedlichen Hilfsgelder viel Verwirrung. „Die Soforthilfe beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu einer Summe von maximal 100 000 Euro. Die Aufbauhilfe leistet 80 Prozent ohne Deckelung“, so Olaf Rühmeier, Pressesprecher der Thüringer Aufbaubank. Mit der Soforthilfe sollten Kosten für die Beseitigung der Schäden oder Reparaturen oder die Wiederbeschaffung von vernichteten Lagerbeständen geregelt werden.

Für den Antrag auf Aufbauhilfe hat der Unternehmer noch etwas Zeit. Bis Ende Juni 2015 muss er belegen, was das Hochwasser zerstörte und was er ersetzen oder neu investieren musste, um weiter produzieren zu können. Die bis dann gezahlte Soforthilfe wird natürlich eingerechnet. Doch dazu muss er sich durch Rechnungen und Belege wühlen und gegebenenfalls Gutachter bestellen. Da scheint der bürokratische Aufwand entgegen anderer Versprechen dann doch ziemlich groß.

Quelle: otz.de

Hochwasser 2013: Alle in einem Boot

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

WEMAG spendet Gemeinde Neu Kaliß 15.000 Euro für Behebung der Flutschäden

Rund 3000 Einsatzkräfte und ehrenamtliche Helfer waren in der Gemeinde Neu Kaliß bei der diesjährigen Elbflut im Einsatz. Das berichtete Bürgermeister Burkhart Thees, der sich über eine großzügige Spende der WEMAG freute.

Gemeinsam mit einem seiner Anteilseigner, der ebenfalls kommunalen Thüga AG, unterstützt der Energieversorger WEMAG die vom Hochwasser betroffene Gemeinde mit einem Betrag in Höhe von 15.000 Euro. „Ich finde es wichtig, dass wir nicht nur in den schweren Tagen der Flut, sondern auch darüber hinaus gemeinsam Verantwortung für unsere Region übernehmen. Wir sitzen alle in einem Boot. Die WEMAG ist mit ihren Netzen Teil der Infrastruktur. Wir sind dankbar dafür, dass durch das Engagement der vielen Helferinnen und Helfer die Deiche in der Gemeinde gehalten haben. So blieben wir von größeren Schäden verschont“, so WEMAG-Vorstandsmitglied Caspar Baumgart bei der symbolischen Scheckübergabe am 29. August in Dömitz.

Überall nach den Jahrhundertfluten 2002, 2006 und 2011 hat die Elbe im WEMAG-Netzgebiet neue Höchstmarken gesetzt. „Wir hatten großes Glück. Dass lediglich punktuell einzelne Hausanschlüsse und Stromkreise in Dömitz und Umgebung außer Betrieb genommen werden mussten, ist der Umsicht und Tatkraft unserer Kollegen in der Netzdienststelle Perleberg aber auch der Aufmerksamkeit der vielen spontanen Helfer hier vor Ort zu verdanken „, meint Andreas Casper, Koordinator des Krisenstabes der WEMAG Netz GmbH.

„Es ist von großer Bedeutung für uns, dass wir das Geld jetzt schnell einsetzen können. Viele Gehwege und Straßen haben bei uns während der Flut großen Schaden genommen. Die Spendenmittel können wir in den Wiederaufbau der Infrastruktur gut investieren“, erklärte Bürgermeister Thees zum Ende des Treffens.

Eine Spendenzahlung in gleicher Höhe erhielt auch die Gemeinde Breese. Insgesamt nehmen WEMAG und Thüga 40.000 Euro in die Hand, um Hochwasserhilfe im Netzgebiet der WEMAG zu leisten.

Über Thüga:

450 Städte und Gemeinden haben aus Verantwortung für den Lebensraum von rund acht Millionen Menschen ihre 100 kommunalen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in die Thüga-Gruppe eingebunden. Ziel ist, durch Zusammenarbeit Mehrwert für den einzelnen Lebensraum zu schaffen und kommunale Werte nachhaltig zu sichern. Insgesamt arbeiten 18.100 Mitarbeiter in der Thüga-Gruppe. Diese versorgen knapp 3,6 Millionen Kunden mit Strom, gut 2,1 Millionen Kunden mit Erdgas und 0,9 Millionen Kunden mit Trinkwasser. Der Umsatz des Thüga-Netzwerks lag 2012 bei 22,3 Milliarden Euro. Die Thüga-Gruppe ist deutschlandweit das größte kommunale Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger. In der Thüga-Gruppe sind die Rollen klar verteilt: Die 100 Partner sorgen für die aktive Marktbearbeitung mit ihren lokalen und regionalen Marken. Thüga – Kapitalpartner der Städte und Gemeinden und in dieser Funktion Minderheitsgesellschafter bei den Partnerunternehmen – ist als Kern der Gruppe mit der unternehmerischen Entwicklung beauftragt: Gewinnung neuer Partner, Wertsicherung und -entwicklung des einzelnen Unternehmens, Koordination und Moderation von Projekten sowie Steuerung der Zusammenarbeit in der Gruppe.

Quelle: pressebox.de

Die Interessenvereinigung „Wir gegen die Flut“ und der Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule veranstalten im Hofwiesenpark ein Zwölf-Stunden-Konzert für Geraer, Hochwasser-Betroffene und Helfer. Der Erlös geht an die Flutopfer.

Gera. Auf zwölf Stunden Musik und gute Laune hofft die private Initiative „Wir gegen die Flut“ gemeinsam mit ihren Partnern DRK-Kreisverband Gera und Commerzbank Gera am Sonnabend, 14. September, von 13 bis 1 Uhr morgens. Dann nämlich wird im Veranstaltungsoval des Hofwiesenparkes ein Benefizkonzert stattfinden, bei dem alle, die während des Hochwassers in der Stadt selbst betroffen waren, anderen in ihrer Not geholfen haben oder jetzt im Nachhinein noch ihren Beitrag leisten wollen, gemeinsam feiern werden.

„Während des Hochwassers hat sich über Facebook schnell die Idee entwickelt, eine Benefizveranstaltung ins Leben zu rufen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, haben sich der Sache wegen zusammengetan und haben mit dem Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule Gleichgesinnte gefunden, die die Benefizidee auf eine höhere Stufe gestellt haben“, sagte Mitinitiator Mike Fabisch zur Pressekonferenz und betont, Zusammenhalt und Wir-Gefühl untereinander fördern zu wollen.

Das Line-Up bestreiten vor allem Musiker und Bands aus der Region. Zwar habe man auch große Namen angefragt, doch deren Gagen waren für die Privatinitiative schlicht nicht zu stemmen. Doch es gehe ja auch nicht um große Namen, sondern eher um große Herzen und darum, dass überhaupt eine solche Aktion zustande kommt, betont auch Mike Grauel, der ebenfalls im Organisations-Team sitzt.

„Das Engagement der vielen Bands aus Thüringen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist auf jeden Fall ehrlich. Sie haben sich teilweise sogar selbst angeboten und verzichten allesamt auf ihre Gagen“, ist man über die Zusagen von Jesse Ritch, Revolving Door, Hella Donna, den 1. Vollmershainer Schalmeienverein und vielen anderen erfreut.

Der DRK-Kreisverband übernimmt sowohl die Abwicklung der Spendenverteilung sowie die medizinische Absicherung der Großveranstaltung. Die Geraer Commerzbankfiliale richtet ein Spendenkonto und eine Sammelstelle für Sachspenden im eigenen Haus ein. Außerdem soll es Foto-Ausstellungen, Präsentationen von Feuerwehr, DRK und Vereinen geben, dazu Angebote für Tattoos für den guten Zweck, Liveübertragungen der Veranstaltung über deutschlandweite Internetradios und Angebote für Kinder.

Die „Wir gegen die Flut“-Macher hätten liebend gern auch die Stadt Gera mit im Boot gehabt. Nach ersten Vorstellungen ihrer Idee im Büro der Oberbürgermeisterin am 24. Juni hatte es auch ganz danach ausgesehen, Viola Hahn hatte sogar Schirmherrin werden wollen. Doch irgendwie kam es nicht dazu. Die OB sagte ihre Schirmherrschaft wieder ab. Ohne Begründung, sagen die Benefiz-Veranstalter und wörtlich: „Es ist für uns unverständlich, dass trotz mehrfacher Zusage der Unterstützung durch die Stadt diese letztlich nicht zustande kam und am 21. August vom Pressebüro der Stadt zurückgezogen wurde. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und freuen uns, mittlerweile positive Zeichen in Form von finanziellen Nachlässen zu erhalten.“

Die Nachfrage unserer Zeitung im OB-Büro brachte folgende Stellungnahme: „Die Stadt Gera hat die private Initiative für eine Benefiz-Veranstaltung Wir gegen die Flut ausdrücklich begrüßt. … Für die Vorbereitung eines Vertrages fehlten bis heute (Anm. d. Redaktion: Mittwoch) noch Zuarbeiten des Veranstalters.“ Auf unser Nachhaken betreffs eines Entgegenkommens der Stadt hinsichtlich Miete des Areals, antwortet man uns: „Die Gera Kultur GmbH kann die von ihr verwalteten Flächen grundsätzlich nicht mietfrei zur Verfügung stellen.“

Sobald der Veranstalter seine Gemeinnützigkeit nachgewiesen habe, sei die Stadt bereit, das Areal mietfrei zur Verfügung zu stellen. „Die reguläre Miete für das Areal beträgt 2000 Euro, für Vereine werden üblicherweise 1000 Euro berechnet. Die Nutzung der Wiesen über das Oval hinaus ist kostenfrei. Bei den Anschlusskosten für Strom und Wasser gewähren wir 50 Prozent Rabatt.“ Wieso die Stadt die Veranstalter jedoch so lange hingehalten habe und sich nachweislich wenig um das Zustandekommen der Spenden-Veranstaltung bemüht, war auch von der Redaktion nicht in Erfahrung zu bringen.

Quelle: otz.de

Hochwasserschutz besiegelt Freibad-Aus

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dem Zschopauer Stadtrat wurde eine Liste mit zehn Vorhaben zur Flutschadensbeseitigung vorgestellt. Allein 1,49 Millionen Euro sollen ins Badgelände fließen.

Zschopau. Um die Schäden nach dem Frühjahrs-Hochwasser und dem wenige Tage später niedergegangenen Unwetter an der öffentlichen Infrastruktur in Zschopau zu beseitigen, sind reichlich 2,67 Millionen Euro nötig. Das hat das Bauamt der Stadtverwaltung ausgerechnet. Eine Liste mit zehn Maßnahmen stellte Bauamtsleiterin Kerstin Buschmann am Mittwochabend dem Stadtrat vor.

Das vom Umfang größte und zugleich umstrittenste Projekt ist die Offenlegung des verrohrten Gansbaches im Badgelände. Der Bach hatte nach Starkregen sein Bett verlassen, die Becken geflutet und die Traversen in Mitleidenschaft gezogen. Als Buschmann die Baukosten auf 1,49 Millionen Euro bezifferte, ging ein Raunen durch die Besucherreihen. „Für das Geld könnten wir doch gleich das Freibad sanieren“, flüsterte jemand. Für einige Abgeordnete hörte sich das Projekt so an, als wolle die Stadt vollendete Tatsachen schaffen und damit eine eventuell später mögliche Sanierung des Bades ausschließen. Dass der verrohrte Zulauf, der einst die Becken speiste, offengelegt werden soll, sah BFW-Fraktionschef Frieder Meyer als Widerspruch zur Bekundung des Stadtrates, dass die Freizeitstätte erhalten bleiben soll: „Für mich stellt sich das konträr dar.“ Otmar Müller (FDP) beklagte, dass sich der Ratsbeschluss, das Bad nicht abzureißen und demzufolge zu erhalten, nicht im aktuellen Haushalt widerspiegele.

Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU) bestritt, den Ratsbeschluss mit dem Abbruch der Gansbach-Verrohrung umgehen zu wollen. Schließlich müsse man zuerst den Hochwasserschutz gewährleisten. Nach der jüngsten Flut liege es ohnehin nahe, dass es für die Einrichtung keine Baugenehmigung mehr geben wird, fügte er hinzu.

Zuvor hatte Buschmann erklärt, dass nach dem Hochwasser nur ein Rückbau des Freibades konsequent sei: „Eigentlich müssten wir das Gelände an die Zschopau zurückgeben, weil es Schwemmland ist.“ Gegenüber „Freie Presse“ bestätigte sie, dass mit der Offenlegung des Gansbaches das Bad nicht mehr an dieser Stelle saniert werden könne.

Vor dem Stadtrat dämpfte sie Erwartungen, wonach Zschopau wie die Stadt Leisnig (Mittelsachsen) für die Badsanierung in den Genuss von Fördermitteln kommen könnte. Auf das Beispiel aus dem Nachbarlandkreis hatte die Freibad-Bürgerinitiative auf ihrer Internet-Seite verwiesen. Mitstreiter Frank Heyde bat Baumann zu prüfen, ob sich die Leisniger Erfahrungen auf die Motorradstadt übertragen ließen.

Theoretisch könne Zschopau zwar das Sanierungsgebiet für das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ auf ein Gebiet mit dem Bad und etwa dem Zweigwerkufer erweitern. Allerdings sei es schwierig, Entwicklungsziele zu definieren. Neben der Badsanierung müsste es im Flussgebiet gleichzeitig um den Rückbau von Gebäuden gehen. Das passe nicht zusammen, sagte Buschmann gestern der „Freien Presse“.

Vor dem Stadtrat machte sie am Mittwoch deutlich, dass die Situation von Leisnig nicht mit der von Zschopau vergleichbar sei. Die nächsten Bäder im Umfeld der 8700 Einwohner zählenden Stadt Leisnig mit 40 Ortsteilen befinden sich 12, 17 und 18 Kilometer von der Kommune entfernt. „Dagegen gibt es bei Zschopau im Umkreis von zehn Kilometern allein sieben Bäder“, so Buschmann. Das Leisniger Freibad befinde sich zudem schon mehr als 15 Jahre im Fördergebiet der Stadt.

Die Liste mit den Zschopauer Vorhaben ist laut Bauamtsleiterin inzwischen vom Landkreis geprüft und bestätigt worden. Der Gesetzgeber räumt die Möglichkeit einer 100-prozentigen Förderung ein.

Bauvorhaben im Umfang von 2,76 Millionen Euro

Zschopau hat neben der Offenlegung des Ganzbaches im Badgelände (1,49 Millionen Euro) vom Kreis neun weitere Projekte bestätigt bekommen:

 

Gewässerausbau Gräbelbach (10.000 Euro), Einlaufbauwerk und Durchlass Stadtgutbach (309.400 Euro), Sportanlage Sandgrube (408.900 Euro), Wasserstraße Krumhermersdorf (80.100 Euro), Uferweg (18.000 Euro), Wasserweg und Weg zur Bodemerkanzel (47.600 Euro), Wurzelweg (188.600 Euro), Brücke über den Nesselbach und Bachlauf am Freibad Krumhermersdorf (209.440 Euro), Altbergbauanlage „Heilige Dreifaltigkeit“ (3800 Euro).

Quelle: freiepresse.de

Camburg will nicht auf Hochwasser-Kosten sitzen bleiben

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Im Camburger Freibad sind die Hochwasserschäden längst behoben. Von der durch die Fluten zerstörten Zaunanlage direkt an der Saale und dem mit Fäkalien verschmutzten Sand der Volleyballanlage war schnell nichts mehr zu sehen.

Camburg. Jetzt hat die Stadt Dornburg-Camburg Gewissheit, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Gedeckt werden sie durch den Fluthilfefonds für Kommunen, den das Land Thüringen für den Wiederaufbau der Infrastruktur bereit gestellt hat. Den Beschluss für die außerplanmäßige Ausgabe haben die Stadträte der Stadt Dornburg-Camburg in ihrer jüngsten Sitzung getroffen. Sie stimmten der überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von rund 22 000 Euro zu.

Ebenfalls beschlossen wurde die Wiederherstellung des Brauereiplatzes in Camburg. Ein Teil des Platzes ist nach wie vor abgesperrt und gilt damit als nicht befahrbar. Schaden hatte er durch das Hochwasser, aber auch durch Einsatzfahrzeuge genommen. Unter anderem muss hier neuer Hartsteinschotter aufgebracht werden. Kosten in Höhe von 12 400 Euro wurden dafür von den Stadträten mehrheitlich abgesegnet. Auch diese Maßnahme soll durch ­Mittel des Fluthilfefonds be­glichen werden, hieß es zur Stadtratsitzung.

Quelle: otz.de

Vom Hochwasser geschädigte Privatleute, Kommunen und Wohnungsunternehmen in Brandenburg können nun Aufbauhilfen beantragen. Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) unterzeichnete am Freitag die dafür notwendige Richtlinie, wie sein Ministerium in Potsdam mitteilte. Gefördert werden Maßnahmen zur Schadensbeseitigung beispielsweise an privaten Häusern und Hausrat, sowie an der kommunalen Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Gebäuden. Anträge können bei der Investitionsbank des Landes gestellt werden. Laut Ministerium hat das Hochwasser rund 25 Millionen Euro Schaden für die Kommunen und rund 2,1 Millionen Euro Schaden für private Haushalte angerichtet. Seit Mitte August können bereits Landwirte und Gartenbaubetriebe die Hochwasser-Aufbauhilfen beantragen.

Quelle: t-online.de

Grimma – Die Situation in den Anfang Juni vom Hochwasser betroffenen Gebieten hat sich entspannt: Schutt und Schlamm wurden vielerorts weggeräumt, Arztpraxen und Geschäfte öffnen wieder, Gelder zum Wiederaufbau fließen. Auch in der 30.000 Einwohner zählenden sächsischen Stadt Grimma, die nach 2002 schon zum zweiten Mal stark von der Flutkatastrophe betroffen war, geht es weiter, wie zwei niedergelassene Ärzte dem Deutschen Ärzteblatt berichten.

„Es sind enorm viele private Spenden eingegangen. Die Hilfsbereitschaft  war einfach großartig“, sagt Arne Drews. Diese Spenden seien über die Stadt oder die Kirchengemeinden  an von der Flut stark betroffene und hilfsbedürftige Menschen verteilt worden, sofern sie nicht ganz konkret für eine bestimmte Einrichtung, bestimmt gewesen seien. Der in Grimma niedergelassene Internist und Arbeitsmediziner zählte nicht dazu. Denn er hatte Glück: Seine Praxis im ersten Stockwerk war nicht direkt betroffen.

Glücklicherweise sei diesmal die Flut langsam gekommen, und die Behörden hätten die Bevölkerung rechtzeitig informieren können, erzählt Drews: „So hatten wir noch Zeit, alle wichtigen Unterlagen aus dem Keller, in dem wir Patientenakten und Röntgenbilder aufbewahren, nach oben zu tragen.“ Auch die Apotheke, die sich im Erdgeschoss des Hauses befindet, wurde in Eigeninitiative in die Praxisräume des Arztes evakuiert. Nach drei Tagen ohne Strom konnte die Praxis von Drews bereits am 6. Juni wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Stark betroffen war hingegen Andreas Nolopp. Die Praxis des Gastroenterologen in der Altstadt von Grimma stand nun schon das zweite Mal unter Wasser. Doch während 2002 dort das Wasser bis unter die Decke reichte, waren diesmal die Wände nur im unteren Bereich  nass geworden, auch der nach 2002 geflieste Fußboden hat gehalten. „Ich denke, dass ich Mitte September die Praxis wieder eröffnen kann“, erzählt Nolopp optimistisch.

Computer und Endoskope konnte der Arzt diesmal rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dennoch sei der Schaden groß gewesen: „Alle Möbel waren aufgequollen, die Türen verzogen“, berichtet Nolopp. Glücklicherweise habe er nach der Flut 2002 eine Elementarversicherung abgeschlossen. „Ein Freund hatte mir das damals empfohlen, obwohl natürlich keiner gedacht hat, dass es so bald wieder eine Flut geben würde. Mit der Zahlung hat jetzt auch alles gut und zügig geklappt.“ Die Kosten für die Renovierung könne er so decken.

Hilfe hat Nolopp auch von vielen Kollegen bekommen. Seinen Praxisbetrieb konnte er – wenn auch reduziert in einem Raum fortsetzen, den ihm das Krankenhaus in Grimma zur Verfügung gestellt hat. „Viele zu einer Magenspiegelung angemeldete Patienten kamen aber nicht“, berichtet er. Zwar gebe es immer ein „Sommerloch“, doch in diesem Jahr hätten die Menschen vermutlich noch ganz andere Sorgen gehabt.

Den betroffenen sächsischen Ärzten hatte die Sächsische Landesärztekammer schon im Juni günstige Darlehen angeboten. „17 Ärzte haben sich nach dem Hochwasser wegen persönlicher Betroffenheit bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. 15 haben die Hilfe in Anspruch genommen“, berichtet Knut Köhler, Sprecher der Kammer. Ein Arzt muss es auch nicht zurückzahlen.

Auch der Weg für die Auszahlung der staatlichen Wiederaufbauhilfen nach der Hochwasserkatastrophe ist jetzt frei. Nachdem der Bundesrat Mitte August die rechtlichen Grundlagen geschaffen und der Verordnung über die Wiederaufbauhilfen aus dem vom Bund und den Ländern getragenen Fonds zugestimmt hatte, beschloss das sächsische Kabinett am 26. August die entsprechenden Landesregelungen.  Nach der „Richtlinie Hochwasserschäden 2013“ können Privatpersonen, Unternehmen und Vereine bis zu 80 Prozent der Schäden ersetzt bekommen. Dabei werden Schäden bis einem Betrag von 5.000 Euro berücksichtigt. Die Anträge auf Zuschüsse können sie bis zum 31. Dezember 2014 stellen.

Nach dem Verteilungsschlüssel stehen Sachsen knapp 29 Prozent der an die betroffenen Länder zu verteilenden Gelder aus dem Fonds zur Verfügung. Das sind rund 1,7 Milliarden Euro. Sachsen hat in den Verhandlungen zudem erreicht, dass es diese Förderung auch für einen Wiederaufbau an anderer, hochwassersicherer Stelle geben kann. Darüber hinaus plant Sachsen, Umsiedlungswilligen mit günstigen Darlehen in Höhe von 20 Prozent des Schadens unter die Arme zu greifen. Gefördert werden Umsiedlungen innerhalb Sachsens.

Dass viele Leute umziehen wollen, beobachten auch Nolopp und Drews. „2002 hatten die Menschen noch viel Elan und haben die Altstadt wunderbar rekonstruiert“, erzählt Nolopp. Doch jetzt werde es in der Altstadt, wo sich auch seine Praxis befindet, wohl Lücken geben werden. „Ich weiß von einigen Geschäftsleuten, die noch an dem Kredit von 2002 zu knabbern haben und jetzt aufgeben“, berichtet er.

Auch Drews erzählt von einem Ausdünnen der Altstadt: „Mietshäuser außerhalb des Flutgebiets gehen jetzt weg wie warme Semmeln. Die einfachen Leute wollen nicht mehr in der Stadtmitte wohnen. Für eine Wohnung außerhalb des Flutgebiets gibt es jetzt 80 Bewerbungen“, weiß er. Die beliebten Ausflugshotels und Restaurants an der Mulde bis Nimbschen oder Höfgen würden vermutlich erhalten bleiben, aber frühestens im Oktober, wohl aber erst im Januar wieder eröffnen können.

Quelle: aerzteblatt.de

„In Notsituationen können wir uns aufeinander verlassen. Deutschland ist eine starke Gemeinschaft.“

Gruppenbild Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich mit den geehrten Helferinnen und Helfern + Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich mit den geehrten Helferinnen und Helfern Quelle: Tanja Schnitzler; Bildschön GmbH

Als Würdigung der großartigen Leistung von tausenden von Helfern und Helferinnen bei der Flutkatastrophe im Frühsommer diesen Jahres haben der Bundesminister des Innern und der Bundesminister der Verteidigung gemeinsam die Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ gestiftet.

Im Vorgriff auf die geplante umfassende Verleihung zeichnete Bundesinnenminister Dr. Friedrich am 24. August 2013 einen kleinen Kreis von 40 Helferinnen und Helfer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und der Bundespolizei, sowie Angehörige der Feuerwehr und der fünf großen Hilfsorganisationen DRK, ASB, JUH, MHD und DLRG aus, die sich bei der Zusammenarbeit mit den Bundeskräften besonders hervorgetan hatten. Auch aus dem Kreis der nichtorganisierten Helfer wurden drei Personen geehrt. Sie alle erhielten die Urkunden und Medaillen stellvertretend für alle anderen haupt- und ehrenamtlichen Helfer.

In seiner Ansprache sagte Bundesinnenminister Dr. Friedrich: „Mich hat besonders der Zusammenhalt der Menschen beeindruckt. Die vielen tausenden ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer haben bewiesen: In Notsituationen können wir uns aufeinander verlassen. Deutschland ist eine starke Gemeinschaft.“

Im Vergleich mit der letzten Hochwasserkatastrophe stellte Herr Minister fest: „Wir waren strategisch besser aufgestellt als 2002. Bund und Länder haben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um den Bevölkerungsschutz zu verbessern. Und wir können heute feststellen: Diese Maßnahmen haben gegriffen und dazu beigetragen, dass auf die Flutkatastrophe 2013 – ungeachtet aller persönlichen Tragödien – schnell und effektiv reagiert werden konnte.“

Rückblick: Langanhaltende und ergiebige Niederschläge hatten im Zusammenspiel mit extrem ungünstigen Vorbedingungen zu einer Flutkatastrophe geführt. Das Ereignis übertraf in Ausdehnung und Gesamtstärke sogar noch das Augusthochwasser von 2002 und auch das bisherige Rekord-Hochwasser im Juli 1954.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich übergibt die Einsatzmedaille + Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich übergibt die Einsatzmedaille Quelle: Tanja Schnitzler; Bildschön GmbH

Annähernd 600.000 Menschen waren von der Flut betroffen, 8 Menschen starben, mindestens 128 Personen wurden verletzt. Die Auswirkungen erstreckten sich auf fast 1.700 Gemeinden. In 56 Landkreisen kam es zum Katastrophenalarm. Vielerorts wurden ganze Innenstädte überschwemmt. Viele Menschen fanden nach ihrer Evakuierung ein Bild der Verwüstung vor. Gebäude, Straßen und Gärten waren vom Schlamm überspült, viele Häuser nicht mehr bewohnbar. Persönliche Erinnerungen für immer verloren.

Der Bund unterstützte die Länder und Kommunen unmittelbar und massiv mit eigenen Kräften. Innerhalb der Bundesregierung koordinierte das Bundesministerium des Innern die Unterstützungskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundespolizei, das Verteidigungsministerium die Kräfte der Bundeswehr.
Die Bundeskräfte halfen bei der Deichsicherung, bauten Hochwasserstege und
-schutzwände, räumten Verkehrswege frei, bargen Treibgut, beleuchteten Einsatzstellen und halfen beim Transport und bei der Verbauung vom mehreren Millionen Sandsäcken. Die Helferinnen und Helfer pumpten Wasser und Schlamm von Straßen, aus Kanälen und Kellern, sie separierten ausgetretene Giftstoffe wie Heizöl vom Wasser, um größere Umwelt- und Gesundheitsschäden zu verhindern.

Passau bekommt Gratis-WLAN als Fluthilfe

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Bayern

Passau bekommt ein kostenfreies WLAN-Netz. Das Unternehmen The Cloud Networks sponsert das City-WiFi und trägt damit zum Wiederaufbau der vom Hochwasser 2013 stark getroffenen Kommune bei. Rund 25 Outdoor-Zugangspunkte im Innenstadtbereich sowie 50 Indoor Access Points bei lokalen Standortpartnern wie Ärzten, Restaurants oder Frisören sollen für eine optimale Funkabdeckung in der historischen Innenstadt sorgen.

Gesponsert wird das Stadtnetz Passau auch durch die Einnahmen aus den bereits existierenden Stadtnetzen „München wireless“ und „Berlin wireless“. Berliner und Münchener Bürger, die sich in diesem Zeitraum in ihr Stadtnetz einloggen, können sich mit einem Online-Kauf eines Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreszugangs an der Aktion beteiligen und die Stadt Passau bei dem Aufbau ihres WiFis unterstützen.

„Es war uns ein Anliegen, den von der Flut betroffenen Städten und Bürgern zu helfen. Auf Basis unserer langjährigen Expertise im Bereich Public WiFi entstand der Gedanke, durch den Aufbau eines kostenfreien und ganzheitlich konzipierten City WiFi nachhaltig zum Wiederaufbau einer Stadt und Stärkung ihrer Wirtschaft beizutragen“, so Achim Möhrlein, CEO bei The Cloud Networks Germany GmbH.

Quelle: mittelstandswiki.de

Pläne für Gemeindezentrum werden konkreter

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der Ort Friedeburg plant den Bau eines Gemeindezentrums. Neben der Feuerwehr sollen eine Arztpraxis, der Bauhof, das Gemeindebüro und auch die Trainingsstätte der Sportgemeinschaft Friedeburg in das Gebäude einziehen.

Ganz Friedeburg wird in den nächsten Wochen gebannt in eine Richtung schauen: zur Landeshauptstadt Magdeburg. Und hoffen. Wenn von dort grünes Licht kommt, werden die hochwassergebeutelten Einwohner des 500-Seelen-Ortes nach Wochen der Tränen und Verzweiflung mit einem Happy-End belohnt. „Wir wollen gern aus Mitteln des Fluthilfefonds ein Gemeindezentrum bauen“, bringt Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) seine Vorstellung auf den Punkt. Und seine Gedanken reichen um einiges weiter.

Wenn der Stadtrat die Idee unterstützt, soll darin Ersatz für all die kommunalen Gebäude geschaffen werden, die von der Flut heimgesucht wurden – mit Ausnahme der Kindertagesstätte. Neben der Feuerwehr sind das eine Arztpraxis, der Bauhof, das Gemeindebüro und auch die Trainingsstätte der Sportgemeinschaft Friedeburg. Dass all jene Gebäude nicht mehr zu retten sind, hat Gerbstedts Bürgermeister Schwarz bereits jetzt von einem Gutachter schriftlich. Zu groß sei bei Wiederaufbau zudem das Risiko vor einer erneuten Flut. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“, hofft Schwarz auf eine Zusage für den grob geschätzt rund eine Million teuren Neubau.

Doch bevor der Spatenstich auf der Freifläche am Markt gesetzt werden kann, dürften noch ein paar Monate ins Land gehen. Bis zum 10. September soll allerdings schon das Gutachten für die gesamten Schäden fertig und beim Land eingereicht sein – die Grundvoraussetzung für die Auszahlung aus dem Hilfsfonds für das Gemeindezentrum. Absichtlich hat sich die Stadt Gerbstedt für dieses kommunale Grundstück entschieden. „Wir haben nachgemessen: Es liegt 2,70 Meter über der Höhe des letzten Hochwasserscheitels“, sagt Schwarz.

Das beruhigt auch den Vorsitzenden des Friedeburger Sportvereins, Ralf Derra. Auch bei ihm rennt Schwarz mit seiner Idee offenen Türen ein: „Ich finde das sensationell. Das ist genau das, was das Dorf braucht und alles unter einem Dach.“ Zumal es anfangs vor allem für den Sportverein nicht danach aussah, überhaupt wieder eine Trainingsstätte im Ort zu bekommen. Gefährlich nah liegt die bisher genutzte Mehrzweckhalle in Flussnähe. Mit dem Neubau können laut Derra nicht nur die Tischtennisspieler perspektivisch ihr Training aufnehmen. Auch die Gymnastikfrauen hätten in den Wintermonaten wieder einen Anlaufpunkt im Ort, ebenso die gerade erst ins Leben gerufene, 20-köpfige Kindersportgruppe. „Alle hätten in dem Gebäude genügend Platz“, sagt Derra. Wenn das Geld tatsächlich fließt und der Zeitplan aufgeht, könnten die Sportler bereits Ende nächsten Jahres ihre Turnschuhe schnüren. Denn laut Schwarz wäre der Baustart im Frühjahr möglich.

Quelle: mz-web.de

Thedinghausen-Werder – Die Höherlegung der Landesstraße 156 zwischen der Ueser Brücke und dem Deichschart in Werder um 60 Zentimeter ist vollendet. Ziel der Erhöhung war eine Verringerung der Sperrzeiten der viel befahrenen Strecke wegen Hochwassers.

Zwischen der erhöhten Fahrbahn und dem in etwa parallel verlaufenden Sommerdeich in Richtung Werder ist durch die Maßnahme quasi eine „Riesenwanne“ (Polder) entstanden, die bei Hochwasser voll läuft – vor allem, wenn das Hochwasser auch noch die erhöhte Straße überspült.

Dieser Polder muss nach dem Hochwasser in einem vertretbaren Zeitrahmen wieder Richtung Weser leerfließen, damit die Felder und Äcker nicht zusätzlich tage- oder wochenlang unter Wasser stehen. Ein schneller Hochwasserabfluss ist natürlich auch in dem Bereich auf der anderen Straßenseite (Richtung Fährhaus am Streek) nötig. Hier wirkt die erhöhte Straße nämlich als zusätzliche Barriere.

Damit das Wasser künftig zügig und ungehindert abfließen kann, werden derzeit mächtige Durchlässe eingebaut – zwei unter der Landesstraße hindurch und zwei in der Feldmark durch den Sommerdeich. Die Durchlässe durch den Sommerdeich sind jeweils 1,50 x 1,50 Metern groß und werden zusätzlich zu den alten kleineren Durchlässen installiert. Die mögliche Wasser-Ablaufmenge wurde durch die Maßnahme deutlich mehr als verdoppelt. Der bereits vorhandene Abflussgraben braucht in seinem Querschnitt nicht vergrößert werden.

Wie berichtet, haben mögliche Hochwasserszenarien bei der Planung und Durchsetzung des Vorhabens eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Sogar das Verwaltungsgericht musste in dieser Sache tätig werden. Um die Arbeiten am Sommerdeich durchführen zu können, wurde eigens in Höhe Deichschart eine mehrere hundert Meter lange Baustraße quer durch ein Maisfeld angelegt. Der benötigte Schotter wurde dabei auf ein spezielles Vlies aufgebracht, so dass das Material in Kürze wieder problemlos entfernt werden kann.

Insgesamt kostet die Maßnahme, bezahlt von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Außenstelle Verden (Straßenbauamt), rund 140 000 Euro. Dieser Betrag war bereits in die Gesamtkosten für die Straßenhöherlegung in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro eingestellt worden.

Quelle: kreiszeitung.de

Waren Talsperren vorher zu voll?

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Halle

Seit dem Hochwasser gibt es den Verdacht, dass alles anders hätte kommen können, wären Talsperren in Sachsen und Thüringen nicht schon vor der Flut voll gewesen.

Zentimeter sind es am Ende, die Sachsen-Anhalts größte Plattenbausiedlung in Halle-Neustadt vor dem Wasser retten. „Fünf mehr und wir wären erledigt gewesen“, sagt ein Feuerwehrmann. Drei, widerspricht ihm einer seiner Kollegen. Klar ist an diesem sonnigen Tag Anfang Juni, dass nicht viel Wasser fehlt, um aus der Jahrhundertflut eine echte Katastrophe auch für die größte Stadt im Lande zu machen. Bis zur Neustädter Stadtmitte würden die Fluten strömen, bräche der Gimritzer Damm. 30 000 Menschen müssten evakuiert werden, Bauschäden in Millionenhöhe wären zu befürchten.

Die Schuldigen sind anfangs ausgemacht: Die DDR-Bauplaner, die die größte Neubaustadt der Arbeiter- und Bauernrepublik mitten in ein natürliches Überflutungsgebiet gesetzt haben. Eine Bausünde wie so viele, die später begangen wurden. Doch der frühere hallesche CDU-Fraktionschef Eberhard Doege und spätere Dezernent in der Stadtverwaltung hat als einer der ersten noch einen ganz anderen Verdacht: „Schauen Sie sich doch mal das Talsperrenmanagement in Thüringen an“, sagt er, während das Wasser noch auf den Straßen steht. Zu DDR-Zeiten habe es komischerweise zwar Hochwasser gegeben, nie aber welche mit solchen Auswirkungen wie zuletzt. „Das fällt schon auf“, so Doege.

Nicht nur dem früheren Politiker. Auch im Internet wächst schnell ein ungeheuerlicher Verdacht: Der Stromversorger Vattenfall, der die Talsperren der sogenannten Saalekaskade bewirtschaftet, heißt es da, habe ein Interesse daran, vor der Trockenzeit im Sommer möglichst viel Wasser in seinem Staubecken zurückzuhalten, um möglichst lange möglichst viel Strom erzeugen zu können. Und dieses Interesse an einer vollen Talsperre treffe sich prima mit dem Interesse der thüringischen Lokalpolitik. Denn die fürchte nichts mehr als Sommerurlauber, die sich über gähnend leere Talsperren und fehlende Bademöglichkeiten im grünen Herz Deutschlands beklagen.

Talsperren, einst als Hochwasserschutzanlagen gebaut, verwandelten sich so immer mehr in rein kommerziell genutzte Bauwerke zur Trinkwassergewinnung und zum Erzeugen von Strom, kritisierten Bauern im Burgenlandkreis. Auch der hallesche Anwalt Heinz Schmerschneider hat eigene Berechnungen angestellt, nachdem ihm aufgefallen war, dass die schlimmen, die katastrophalen Hochwasser in Mitteldeutschland alle in den vergangenen 20 Jahren auftraten: „Ich kann mich an keine gravierenden Überschwemmungen an Elbe, Saale oder Mulde in DDR-Zeiten erinnern.“

Schmerschneider verweist auf die Staukapazität der sogenannten Saalekaskade von immerhin 400 Millionen Kubikmetern (siehe auch „Warum Fluten heute….“). Wenn allerdings vor Beginn der Regenzeit im Frühjahr schon viel Wasser in den Becken stehe, wie das in Thüringen der Fall gewesen sei, wo nur rund zehn Prozent der Staubecken für mögliches Hochwasser freigehalten werden müssten, führe das zwangsläufig zum Versagen des Hochwasserschutzes im Ernstfall. Das liege dann jedoch allein am „kollektiven Vergessen, dass Talsperren zum Hochwasserschutz errichtet worden sind“.

Ein Vorwurf, den das Thüringer Landesverwaltungsamt nicht stehenlassen will. Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) habe dem Talsperrenbetreiber Vattenfall „differenzierte jahreszeitliche Vorgaben zu den Talsperreninhalten“ gemacht, erklärt Sprecher Adalbert Alexy. Diese Vorgaben seien vor und während des Sommer-Hochwassers eingehalten worden. Auch der Vorwurf, Hochwasserschutz spiele heute eine weniger wichtige Rolle als früher, sei nicht zutreffend. „Die Vorgaben für das Saaletalsperrensystem sind seit August 1987 unverändert.“ Zudem habe das Land nach dem Hochwasser von 2002 neu festgelegt, wie der Hochwasserrückhalteraum der Saaletalsperren durch die TLUG zu bewirtschaften sei.

Damals wurde die für Bleiloch- und Hohenwartestausee vorgeschriebene Reserve von zusammen 25 auf 35 Millionen Kubikmeter im Sommer und von 43 auf 55 Millionen Kubikmeter im Winter erhöht. Unglücklich nur: Einen Monat vor der Sommerflut endete die Wintervorgabe. Knapp 20 Millionen Kubikmeter zusätzlich konnten nun aufgestaut werden. Der Betreiber habe hier allerdings keineswegs freie Hand: „Im Hochwasserfall erteilt die TLUG die Steueranweisungen zur Bewirtschaftung.“

Wie die Saaletalsperren, die vor Beginn der großen Flut ein wenig mehr Hochwasserrückhalteraum frei hatten, als sie nach ihren vorgegebenen sogenannten Stauzielen hätten haben müssen, waren Anfang Juni auch die Talsperren im Einzugsgebiet der Mulde keineswegs übervoll. Frank Meyer vom sächsischen Umweltministerium verweist darauf, dass in acht der zehn größten Stauanlagen jeweils mehr als zehn Prozent mehr Platz für zusätzliches Wasser war als vorgeschrieben. Auch die Stauwerke in Cranzahl und Sosa hätten mehr als fünf Prozent Luft zu ihrem Stauziel gehabt. Insgesamt betrage der Hochwasserrückhalteraum in den landeseigenen Talsperren und Rückhaltebecken Sachsen heute 162 Millionen Kubikmeter. „2002 war es ein Viertel weniger“, erläutert Meyer, „der zusätzliche Hochwasserrückhalteraum wurde durch Neubau von Anlagen und durch geänderte Bewirtschaftung geschaffen.“

Einen Zusammenhang zwischen geänderter Bewirtschaftung und vermehrten Jahrhundertfluten kann Frank Meyer sich nicht vorstellen. „Auch vor 1990 gab es Bewirtschaftungspläne, allerdings vielfach mit wesentlich geringeren Hochwasserrückhalteräumen und mit noch stärkerem Fokus auf Trink- und Brauchwasserbereitstellung.“

Trotzdem ereigneten sich die großen Fluten ausgerechnet seit der Wende, nämlich in den Jahren 1994, 2002 und 2013, hält Kritiker Heinz Schmerschneider dieser Darstellung entgegen. Alles Zufall? Alles nur der Klimawandel, die vermehrten Niederschläge? Auch hier ist die Faktenlage unübersichtlich: Nach einer Analyse des Institutes für Meteorologie der Uni Leipzig hat die Häufigkeit von Sommer- Hochwassern an der Elbe in den letzten 150 Jahren gar nicht zugenommen. In den letzten 30 Jahren herrschten nach einer Untersuchung von Andreas Schumann von der Ruhr-Uni Bochum sogar vergleichsweise vorteilhafte Niederschlagsverhältnisse.

Andreas Schumann sieht die Hochwasserschutzfunktion generell im Konflikt mit den anderen Nutzungen von Talsperren, denn sie brauche im Gegensatz zu ihnen „einen möglichst leeren Stauraum“. Doch selbst der könne nicht verhindern, dass das Talsperrensystem wirkliche Flutlagen nur dämpfen, weiträumige Überschwemmungen aber nicht verhindern kann.

Schumann weiß nicht, wann es regnet, wie lange oder wie viel, muss aber vorher reagieren, um nachher alles richtig gemacht zu haben. Für den Wissenschaftler ein auch theoretisch unlösbarer Konflikt: „Der Betreiber findet sich hier kommunikativ grundsätzlich in der Defensive, da er auf seine zum Zeitpunkt der Steuerung beschränkte Informationsbasis verweisen muss.“

Quelle: mz-web.de

Hochwasser-Schäden: Wieder Abriss in Natternberg

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Schnelle Entscheidung wegen statischen Gründen – Ölgeschädigte warten seit Wochen

Karl Marchl junior war ein halbes Jahr alt, als er in Natternberg-Siedlung in das Anwesen Pappelweg 4 einziehen konnte. Vor 47 Jahren haben seine Eltern Karl Marchl (74) und Maria Marchl (71) dieses Haus gekauft und zu einem Nest für die damals junge Familie ausgebaut.

Vor einigen Jahren haben die Marchls dann unmittelbar hinter diesem Haus neu gebaut. Seither wohnen sie gemeinsam mit der Familie der Tochter Martina in diesem „Neubau“. Marchl jun. bewohnt seither das alte Haus alleine und hat es für seine Bedürfnisse umgebaut und gepflegt. Das Hochwasser hat die Familie nun zweifach getroffen. Das ältere Gebäude musste aus statischen Gründen jetzt abgerissen werden. Das neuere war schon höher gebaut, so dass das Erdgeschoss nicht ganz überflutet war. Es ist mit Sanierungsmaßnahmen ohne Abriss zu sanieren.

Während dem Abriss des Marchl-Hauses berichteten Passanten, die selbst betroffen sind, dass sie massive Probleme hätten, weil sie Gutachter brauchen würden, die ihnen den Ölschaden bestätigen. Doch die Gutachter sind gegenwärtig ausgelastet.

Quelle: idowa.de

Ein Fest für 2200 Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Im Landkreis hatten Feuerwehren, DLRG, THW und andere Helfer vielerorts das Schlimmste verhindert. Dafür gibt es am 4. September in Sünching ein Dankeschön

Sünching. Anfang Juni 2013 wurde der Landkreis Regensburg von einem der schlimmsten Hochwässer seit dem Jahr 2002 heimgesucht. Wegen der bedrohlichen Situation rief das Landratsamt am 4. Juni der Katastrophenfall aus. Zu diesem Zeitpunkt waren erstmals alle größeren Flüsse gleichzeitig von Hochwasser betroffen. Rund 2200 Helfer waren in diesen Tagen im Landkreis gefordert. Allein am 4. Juni waren es rund 400 Menschen an den Brennpunkten im Einsatz. Dazu kamen 70 Bundeswehrsoldaten, deren Mithilfe erst durch den Katastrophenfall möglich wurde.

Auch der technische Aufwand war beträchtlich. So beförderten im Landkreis in Spitzenzeiten über 50 Pumpen bis zu 5000 Liter Wasser pro Minute aus den Flutbereichen. Rund 60000 Sandsäcke wurden befüllt und in Position gebracht.

Die erste Bilanz des Landratsamts am 7. Juni fiel deshalb insgesamt positiv aus. Es sei richtig gewesen, den Katastrophenfall auszurufen, urteilten stellvertretender Landrat Otto Ga-scher und Kreisbrandrat Waldemar Knott damals. Sorgenkinder gab es mehrere im Landkreis. Zu ihnen gehörte Matting, wo mehrere denkmalgeschützte Häuser in Gefahr waren, überflutet zu werden. Bei Regendorf wurde die Straße nach Lorenzen unterspült, so dass sich die Teerdecke um 20 Zentimeter hob. Allein dort wurden 8000 Sandsäcke verbaut.

Die Zufahrt nach Ebenwies an der Naab war komplett abgesoffen, dort fiel zeitweise die Wasserversorgung aus. Beim Gasthaus Krieger in Mariaort stand das Wasser bis zur Türschwelle. Dramatisch entwickelte sich zeitweise die Lage in Sulzbach, wo die Helfer versuchten, den Otterbach mit Dämmen zurückzuhalten. Entgegen den Prognosen überflutete das Wasser auch in Kleinprüfening die Durchgangsstraße. Die Häuser auf beiden Straßenseiten mussten Wasser auspumpen.

Dass Sinzing und Donaustauf diesmal so glimpflich davonkommen seien, liege an dem verbesserten Hochwasserschutz, hieß es in der Bilanz des Landratsamts. Die Schäden im Landkreis blieben nach Einschätzung des Krisenstabs insgesamt überschaubar. So habe es keine Probleme mit Öltanks gegeben, die zu zusätzlichen Umweltgefährdungen führen hätten können.

Quelle: mittelbayerische.de

Erfurt/Berlin. Die Umweltminister von Bund und Ländern treffen sich am 2. September in Berlin zu einer Sonderkonferenz zum Hochwasserschutz. Der müsse künftig besser koordiniert werden, sagte der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Jürgen Reinholz (CDU).

Bei dem Treffen gehe es um Defizite und nötige Verbesserungen nach den verheerenden Überflutungen mit Milliardenschäden im Juni. Bisher ist der Hochwasserschutz Ländersache.

Den Ministern liege eine Art Schwachstellenanalyse vor, aus der Konsequenzen zu ziehen seien, sagte Reinholz. Es müssten Zuständigkeits- und Finanzierungsfragen geklärt werden. „Wir brauchen ein nationales Hochwasserschutzprogramm, aber auch Regelungen für die Kostenverteilung.“

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Fluthilfe-Spendenaktion erfolgreich

Veröffentlicht: August 28, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Dennree bedankt sich für das gute Ergebnis des Spendenaufrufs zur Fluthilfe. Durch die hohe Spendenbereitschaft der Kunden ist eine Summe von 29.315,37 € zusammengekommen, die von Dennree verdoppelt wird. Somit kann die Zukunftsstiftung BioMarkt in ihrem ersten offiziellen Projekt insgesamt 58.630,74 € zur Fluthilfe der Bio-Betriebe beitragen.

Der gesamte Betrag wird an die Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand zur Mittelvergabe übergeben. Die Zukunftsstiftung BioMarkt wurde von den Mitgliedern der BioMarkt-Verbundgruppe und der dennree Gruppe ins Leben gerufen. Seit der Gründung im Jahr 2013 unterstützt die Zukunftsstiftung BioMarkt nachhaltige und zukunftsweisende Projekte, Initiativen sowie Programme für die Weiterentwicklung der ökologischen Bewegung, insbesondere der ökologischen Landwirtschaft.

Quelle: bio-markt.info

Die Stadträte von Bitterfeld-Wolfen fordern fordern einen Feinschliff des Maßnahmekatalogs zum besseren Hochwasserschutz. Man müsse nun sämtliche Hinweise und Einwände aus allen Ausschüssen und Ortschaftsräten zusammentragen und vorberaten.

Skepsis und Stirnrunzeln: Der Maßnahmekatalog für besseren Hochwasserschutz in Bitterfeld-Wolfen hat in seiner jetzigen Form einen schweren Stand. „Betrachten wir das alles als frommen Wunsch“, macht Egbert Gueinzius (Pro Wolfen) seinem Herzen im Ausschuss für Recht, Ordnung und Verkehr Luft. Auch dort hagelt es Kritik gegen das von Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos) eingebrachte dreiseitige Papier. Ohne Feinschliff, so der Tenor im Ausschuss, wird es kaum die Hürde Stadtrat nehmen können. Den Maßnahmenkatalog hat die Verwaltung auf den Weg gebracht, weil das Juni-Hochwasser neben Erfolgen bisheriger Schutzmaßnahmen auch „schonungslos Schwachstellen aufgezeigt“ hat.

Man müsse nun sämtliche Hinweise und Einwände aus allen Ausschüssen und Ortschaftsräten zusammentragen und vorberaten, ist Detlef Pasbrig (SPD) überzeugt. Er regt eine Abstimmung der Ortsbürgermeister an, bevor der Katalog im Stadtrat diskutiert wird. Als „Alibifunktion“ sieht Joachim Sabiniarz (Freier Wähler Greppin) das Papier. Zumal nicht einmal die Schäden des Juni-Hochwassers behoben seien. „Da muss man nur mal auf den Feldherrenhügel an der Goitzsche. Dann sieht man alles.“ Die Skepsis gegenüber dem Hochwasser-Maßnahmenkatalog ist groß. Bei Fachleuten ruft das Papier reichlich Stirnrunzeln hervor.

An die erste Stelle setzt die Stadt einen Staatsvertrag zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt, der grenzüberschreitenden Schutz ermöglichen soll. Der Jurist Egbert Gueinzius sagt dazu: „Da können wir doch wirklich nichts machen“. Statt einer durchdachten und mit Prioritäten versehenen Liste sieht er ein buntes Sammelsurium an Ideen vor sich. Gedanken zur Umsetzbarkeit: Fehlanzeige.

Den „Katalog mit frommen Wünschen“ verzeihe am Ende niemand. Nach zwei Warnschüssen – Gueinzius hat die Hochwasser 2002 und 2013 im Blick – müsse nun schnell und konkret gehandelt werden. „Aber wir sind nach der Flut 2002 zur Normalität zurückgekehrt.“ Man rede, argumentiere und meine offenbar, dass Bitterfeld-Wolfen ein Hochwasser so schnell nicht wieder treffen werde. „Ein drittes Mal geht das alles nicht gut“, denkt Gueinzius und gewinnt dem Maßnahmenkatalog sogar noch eine positive Seite ab. Es sei ein vorläufiges Papier und habe keinen Anspruch auf Endgültigkeit. „Ein Wunschzettel ohne Verantwortlichkeiten“, wird Joachim Sabiniarz noch deutlicher.

Die Kritik am Papier bringt die Verwaltung kaum aus dem Tritt. Ein Staatsvertrag wäre nun einmal das wichtigste, um überhaupt etwas langfristig auf den Weg bringen zu können, betont Peter Arning, Geschäftsbereichsleiter Bauwesen. Gleichwohl räumt auch er ein, dass Prioritäten nicht festlegt worden seien und diskutiert werden können. Momentan findet sich zum Beispiel bei kommunalen Maßnahmen die Einrichtung eines dauerhaften Stabes für außergewöhnliche Ereignisse deutlich vor der Sicherung der Betriebsfähigkeit des Schöpfwerkes am Gelben Wasser.

Das Papier befindet sich derzeit auf einem langen Weg durch die Instanzen. Es wird in allen Ortschaftsräten sowie in diversen Ausschüssen vorberaten und soll am 11. September vom Stadtrat Bitterfeld-Wolfen bestätigt werden.

Quelle: mz-web.de

Landkreis Regensburg lädt zum Helferfest

Veröffentlicht: August 28, 2013 von fluthelfer in Bayern

Zwei Monate nach der Hochwasserkatastrophe hat auch der Landkreis Regensburg sein Helferfest: Landrat Herbert Mirbeth lädt die Helfer als Dank für ihr Engagement am Mittwoch (04.09.13) ab 17 Uhr ins Festzelt nach Sünching ein.

Mehr als 2.000 Helfer werden erwartet, von Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) über die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Polizei bis hin zu Behörden. Ihnen sei es zu verdanken, dass der Landkreis von noch größeren Schäden verschont geblieben sei, so Landrat Herbert Mirbeth (CSU).

Der Landkreis Regensburg hatte während des Hochwassers im Juni Katastrophenalarm ausgerufen. Besonders betroffen waren die Gemeinden Bach a. d. Donau, Donaustauf, Regenstauf, Zeitlarn, Lappersdorf, Kallmünz, Duggendorf, Pielenhofen, Pettendorf, Nittendorf, Pentling und Sünching.

Quelle: br.de

Die Flutschäden in den Kleingärten in Jeßnitz gehen in die Hunderttausende. Doch Hilfe ist kaum in Sicht. Manche der Kleingärtner klammern sich ans Prinzip Hoffnung, andere wollen aufgeben.

Dahlien, Callas, Rosen, Nelken, Astern, Purpurglöckchen – der Garten von Sybille Richter verwandelt sich im August immer in ein Blütenmeer. Doch dieses Jahr ist alles anders. Denn die grüne Oase ist abgesoffen. Statt bunter Blumen nur braun-grünes Chaos. Die Folgen der Hochwasserkatastrophe sind nicht nur im Garten der Vereinschefin zu sehen. Kein Wunder, stand doch die Anlage „Lauseborn“ in Jeßnitz komplett unter Wasser. 149 000 Euro Schaden haben die Parzellenpächter bislang gemeldet. Damit sind die Lauseborner traurige Spitzenreiter in der Schadensbilanz des Bitterfelder Regionalverbands der Gartenfreunde.

Noch immer gehen bei Verbandschef Axel Richter die Meldungen ein. Die Flutbilanz ist verheerend: 529 Gärten sind betroffen. „Die bislang gemeldeten Schäden belaufen sich auf mindestens 380 000 Euro“, so Richter. Neben „Lauseborn“ war auch die Wolfener Anlage „Am Busch“ mit 209 Gärten völlig überschwemmt. Der gemeldete Schaden: 67 000 Euro. In Bitterfeld waren am schlimmsten die Anlagen „Goldene Aue“, „Am Strengbach“, „Krautwall“ und „Kühler Grund“ betroffen. Die Schäden gehen in die Zehntausende.

Dabei seien viele Flutfolgen aber noch gar nicht abschätzbar. „Bislang geht es vor allem um Einrichtungsgegenstände, Lauben, Vereinsheime, elektrische Anlagen und Technik, die ersetzt werden müssen“, erklärt Richter. Vernichtete Pflanzen dagegen würden relativ selten gemeldet. „Dabei ist auch deren Ersatz teuer.“

Das hat Sybille Richter am eigenen Leib erfahren. Ihr Garten liegt am tiefsten Punkt der Lauseborn-Anlage, ist der letzte vor jenem Bereich, wo der schützende Deich hinkommen soll. „Doch auf den warten wir ja seit 2003 vergebens“, ärgert sich die Vereinschefin. Die Folgen sieht man in jedem der Schrebergärten. Nicht nur die Einrichtung der Lauben landete auf dem Sperrmüll: „Die Erdbeerernte fiel ebenso aus wie die jetzt anstehende Kartoffelernte. Es gibt keine Zwiebeln, keine Tomaten, keine Gurken – alles vernichtet“, so Sybille Richter. Von Blumen gar nicht zu reden. Viele Staudenpflanzen seien eingegangen. „Die Dahlien sind völlig verfault.“ Und ob sich die Beerensträucher wieder erholen, stehe in den Sternen. „Essen konnte man die Früchte nicht“, meint Richter und zeigt als nächstes auf die Koniferen. Deren braune Verfärbung zeigt, wie hoch das Wasser stand. Selbst die Obstbäume sehen aus, als hätten sie eine Krankheit. „Die Äpfel sind von Schorf befallen, die Pflaumen fallen alle ab.“ Erst nächstes Jahr wisse man, was noch verloren gegeben werden muss.

Doch wie geht es nun weiter? Der Regionalverband versucht, viele Quellen anzuzapfen. Man habe sich beim Landesverband um Mittel beworben, so Axel Richter. Auch beim Bundesverband laufe eine Spendenaktion. „Doch niemand weiß, was nach Sachsen-Anhalt kommt.“ Auch die 64 000 Euro, die die Stadt Bitterfeld-Wolfen für Sport- und Gartenvereine in Aussicht gestellt habe, reichen nicht weit. „Und Raguhn-Jeßnitz will gar nichts zahlen.“ Einen Hilferuf habe man an alle 67 Mitgliedsvereine gestartet. Bisheriges Ergebnis: 1 000 Euro. Dennoch bleibt Richter Optimist: „Schließlich hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass 80 Prozent der entstandenen Schäden reguliert werden.“

Doch längst nicht alle Pächter sind so trotzig-hoffnungsfroh. Viele haben resigniert, wollen ihre Parzelle aufgeben. Richter weiß das: „Ich habe Andeutungen von 80 Gartenfreunden, dass sie nicht weitermachen wollen.“ Natürlich versuche man, sie zu halten. Doch gerade bei älteren Leuten sei das nicht einfach. Noch aber sei keine komplette Anlage in Gefahr. Er hoffe, dass die Betroffenen den Mut haben, von vorn anzufangen. „Schließlich ist Gärtnern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Und die Solidarität unter Gartenfreunden möchte hoffentlich keiner missen.“

Auch bei Sybille Richter in Jeßnitz sind etliche Kündigungen eingegangen. Die Pflege der Außenanlagen wird immer schwieriger, weil junge Leute fehlen, die mit Hand anlegen. „Und ich befürchte, dass wir auch finanziell als Verein ein Problem bekommen.“ Denn auch wenn die Zahl der Mitglieder und damit die Höhe der Einnahmen sinke, müsse man ja Pacht an die Stadt zahlen. Aus dem Rathaus aber bekomme man null Unterstützung. Früher war „Lauseborn“ eine Großanlage mit 130 Gärten, inzwischen sind es noch 70. Und bei allem Engagement der Pächter steht die Frage im Raum: Wie viele werden es in ein, zwei Jahren noch sein?

Quelle: mz-web.de

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 28, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Die bayerische Staatsregierung hat nach dem verheerenden Hochwasser 1999 ein Aktionsprogramm auf den Weg gebracht. 1,6 Milliarden Euro sind seitdem in den Hochwasserschutz investiert worden – bis 2020 waren insgesamt Investitionen von 2,3 Milliarden Euro geplant, nach der Jahrhundertflut Anfang Juni ist die Summe auf 3,4 Milliarden aufgestockt worden.

Doch in vielen Regionen haben die Investitionen den Menschen nicht geholfen, als es vor knapp drei Monaten tagelang durchregnete. Gewaltige Flutwellen haben ganze Landstriche vernichtet und Existenzen zerstört. Ist das Geld in die falschen Maßnahmen geflossen?

Nein, sagt Daniel Skublics. Er forscht am Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU München und betont: „Ohne die Investitionen wäre es in einigen Regionen noch viel schlimmer gekommen. Das Aktionsprogramm war ein guter Wurf.“ Die Münchner beispielsweise seien von der Flut weitgehend verschont geblieben, berichtet Skublics. Wasserspeicher wie der Sylvensteinspeicher sind verbessert worden, Dämme verstärkt und Rückhaltepolder eingerichtet worden. Auch im Raum Deggendorf ist seit der letzten Flut viel passiert. Aber als Forscher sagt er auch: „Man kann nicht genug investieren.“ Entlang der Donau seien die Menschen noch relativ wenig geschützt, dort sei bisher zu wenig passiert, es müsse dringend vorangehen.

Genau das fordert auch der Bund Naturschutz Bayern immer wieder – nicht erst seit der Flutkatastrophe 2013. Während des jahrelangen Streits zum Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen sei viel Zeit verschwendet worden, sagt der BN-Regionalmanager Kurt Schmid. „Der Hochwasserschutz hätte unabhängig von der Diskussion um den Ausbau vorangehen müssen.“

Er kritisiert außerdem, dass zu viel Geld in technische Maßnahmen fließe. Der natürliche Hochwasserschutz, zum Beispiel durch Flussauen und Rückhaltebecken, sei grundsätzlich die bessere Methode.

„Extreme Wetterlagen werden durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, sagt Schmid. „Das Thema Hochwasserschutz darf nicht wieder in den Hintergrund rücken, sobald die Katastrophe vorbei ist.“ Und das, sagt er, war in der Vergangenheit eben immer wieder der Fall.

Quelle: ovb-online.de

Die Zahlen steigen noch immer

Veröffentlicht: August 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Die Jeßnitzer Anlage „Lauseborn“ mit 124 Gärten wurde komplett überflutet. Das Pumpenhaus stand unter Wasser, die Elektrik ist ausgefallen, die Einrichtung der Lauben konnte nur noch entsorgt werden. Auch Arbeitsgeräte wie Rasenmäher müssen ersetzt werden. Zäune sind noch eingedrückt. Der gemeldete Gesamtschaden liegt bislang bei 149 000 Euro.

209 Gärten wurden in der Wolfener Anlage „Am Busch“ Opfer der Fluten. Schaden bislang: 67 000 Euro. Das Vereinsheim braucht neue Technik. 50 000 Euro Schaden wurden aus der Bitterfelder Anlage „Goldene Aue“ gemeldet, wo 64 Gärten betroffen sind. Auch dort wurden das Vereinsheim und die Technik beschädigt.

30 Gärten sind im „Krautwall“ betroffen. Im Schaden von 30 000 Euro fehlen aber noch die Kosten für die Schäden am Vereinsheim, das 2012 neu aufgebaut worden war. Die Anlage am Strengbach meldet 27 000 Euro Schaden und 19 betroffene Gärten. Komplett unter Wasser stand die Anlage „Kühler Grund“. Hier stehen die Schadensmeldungen noch aus.

Quelle: mz-web.de

Erfurt. Das Gros des Geldes aus dem Fluthilfefonds zum Wiederaufbau nach dem Juni-Hochwasser geht an die Kommunen. Sie erhalten aus dem Thüringer Fonds, in dem einschließlich der Soforthilfen rund 238 Millionen Euro stecken, 60,4 Millionen Euro.

Das Geld sei für den Wiederaufbau ihrer Infrastruktur bestimmt, sagten Finanzminister Wolfgang Voß und Bauminister Christian Carius (beide CDU) am Dienstag in Erfurt. Zuvor hatte sich die Landesregierung auf die Verteilung des Geldes verständigt, das nun per Antrag abrufbar sei.

Als weitere Posten stehen 49,5 Millionen Euro für die Wirtschaft, 33 Millionen Euro für Privathaushalte und Wohnungsunternehmen oder 23,4 Millionen Euro für die Infrastruktur des Landes zur Verfügung. Auch die entsprechenden Kriterien, nach denen das Geld vergeben wird, stünden fest, hieß es.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Informieren und nicht diskutieren oder streiten – das war am Montagabend in der Realschule Nord die Marschrichtung bei der Veranstaltung der Stadtverwaltung zu den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen. Kernbotschaften: Nur der innerstädtische Deichbau kann kurzfristig realisiert werden. Geschieht gar nichts, werden weite Teile der Innenstadt offizielles Überflutungsgebiet. Das käme in weiten Teilen einem Verbot von Bauprojekten gleich. Aber: Alternativer Hochwasserschutz ober- und unterhalb der Stadt muss sein. Alllerdings später – nach dem Deichbau.Die städtische Expertenriege mit Stadtbaurat Michael Nyveld, Stadtplanerin Anette Mojik-Schneede, Eckhard Dittmer von der Stadtentwässerung und dem externen Planer Rolf Rudorffer versuchten Überzeugungsarbeit pro Deichbau zu leisten. Die Horrorpläne von einst seien vom Tisch: Der Grüngürtel entlang der Este werde nicht abgeholzt und es entstünden keine Flutbollwerke mitten in der Stadt.
Michael Nyveld: „Das Ganze ist sogar eine städtebauliche Chance.“ Er nannte etwa den Stadtpark, der so eingedeicht werden soll, dass eine Art Amphitheater entstünde. Dort, wo es möglich ist – etwa an der Este in Höhe der Hansesteaße – bilden Straßen die Deiche, mitunter sollen sogar Häuser als Bollwerke gegen eine drohende Überflutung herhalten. Ein Teil der Vivergärten könnte nach der Baumaßnahme den Stadtpark vergrößern und überall dort, wo Spundwerke gebaut werden müssen, werden sie gestaltet. Etwa begrünt und verklinkert.
Verzichtet Buxtehude auf den Hochwasserschutz, wird das Land – das Verfahren ist auf der planerischen ielgeraden – förmlich Überflutungsflächen festsetzen. Das beträfe weite Teile der Innenstadt. Dort dürfen keine neuen Bebauungspläne mehr entwickelt werden und selbst ein schlichter Anbau an ein bestehendes Haus sei kaum noch möglich.

Eckhard Dittmer hatte sich mit den Alternativen zum Deichbau befasst. Mit Auffangflächen vor und hinter Buxtehude sei dem Hochwasserschutz tatsächlich Genüge getan. Die dafür notwendige Fläche von 9,4 Hektar für den Deichbau befinden sich aber auch auf Neu Wulmstorfer oder Jorker Gebiet. Buxtehude könne daher nicht einfach loslegen. Die Kosten für einen Polder unterhalb der Stadt stünden noch nicht fest. Überflutungsflachen oberhalb würden rund 7,7 Millionen Euro kosten. Das Investitionsvolumen für die innerstädtischen Deiche beziffert Dittmer auf rund 6,3 Millionen Euro.
Bürgermeister Jürgen Badur geht davon aus, dass 2014 das Vorhaben geplant werde. 2015 könnten die Deichbaumaßnahmen beginnen. Sie würden drei bis vier Jahre dauern. Während der Planungsphase könnten sich zudem Bürger alle mit Kritik und Vorschlägen einbringen.
Die Spitzen der Stadtverwaltung haben am Montagabend über die Deichbaupläne informiert und von vielen der rund 250 Zuhörer sogar Beifall bekommen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Deichbaugegner gewillt sind, die Stadt mit alternativen Maßnahmen vor Überflutung zu schützen. Sie wollen unter anderem ober- und unterhalb Buxtehudes weitläufige Überflutungsflächen schaffen.
Ihr Instrument ist das Bürgerbegehren. Dass es zu diesem Votum kommt, findet Bürgermeister Jürgen Badur, selbst überzeugter Befürworter des Deichbaus, richtig: „Das ist ein urdemokratisches Element“

Quelle: kreiszeitung-wochenblatt.de

Hilfsprogramm wird gut angenommen

Veröffentlicht: August 27, 2013 von fluthelfer in Bayern, finanzielle Hilfen

Seit knapp drei Wochen können Flutopfer Hilfen aus dem Bund-Länder-Aufbauprogramm beantragen. In den vom Juni-Hochwasser betroffenen Städten und Gemeinden wird das Programm gut angenommen.

Alleine bei der Stadt Passau sind in den letzten Tagen knapp 120 Anträge für die Aufbauhilfe eingegangen. Die ersten Bescheide wurden schon bewilligt.

Mehr als 380.000 Euro ausgezahlt

Mehr als 380.000 Euro wurden bereits ausgezahlt, teilte eine Sprecherin mit. Das Programm ist speziell für die Beseitigung von Gebäudeschäden gedacht. Bis zu 80 Prozent der Instandsetzungskosten werden aus dem Topf bezahlt. Für die restlichen 20 Prozent können Hochwasseropfer übrigens Darlehen bei der Förderbank Bayern-Landesbodenkreditanstalt zu einem Zinssatz von 0,25 Prozent beantragen.

Tausend Anträge in Passau erwartet

In Passau rechnen die Verantwortlichen damit, dass in den kommenden Wochen insgesamt bis zu 1.000 Anträge für die Aufbauhilfe eingehen werden. Im Landratsamt Deggendorf sind bereits mehr als 350 Anträge aufgelaufen, in dieser Woche soll hier das erste Geld fließen. In der Stadt Regensburg werden bis zu 100 Anträge erwartet, rund ein Fünftel davon ging bereits ein.

Allerdings zeigen sich jetzt auch erste Schwierigkeiten: Zahlreiche Unterlagen wurden unvollständig abgegeben und mussten zurückgeschickt werden, hieß es bei den Verantwortlichen in Deggendorf oder auch in Regensburg.

Quelle: br.de

Die Folgen der Flut für die Menschen

Veröffentlicht: August 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der Wiederaufbau nach dem Hochwasser geht nur langsam voran

Die überfluteten Städte und Gemeinden kämpfen ihren Weg zurück in die Normalität. Der Aufbau ist aber teuer und geht nur quälend langsam voran. Und währenddessen stellen sich die Menschen die bange Frage: Lohnt sich das überhaupt? Oder sollte man die Orte besser aufgeben?

Auch wenn das Erdgeschoß inzwischen wieder schlammfrei ist und der neue Kühlschrank in der Küche steht, sind die Probleme für die vom Hochwasser Betroffenen damit nicht vom Tisch. Wie sieht es aus mit den Versicherungen? Zahlen sie auch beim zweiten großen Hochwasser? Kommt die finanzielle Unterstützung von Länder und Gemeinden bei den Menschen an? War die Unterstützung beim Aufräumen so groß wie beim Sandsäcke schleppen? Überlegt sich manch einer, aus der Gegend wegzuziehen, weil er nicht noch mal in seinem Haus im Wasser waten will? Diesen Fragen gehen unsere Korrespondenten in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt nach.

Millionen für den Wiederaufbau
von Christoph Richter

Die brauen Elb-Fluten des Juni-Hochwassers haben in Elster bei Wittenberg eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Neben zwei Schulen hat es besonders die ortseigene KITA, das „Haus der kleinen Elbspatzen“, erwischt. Kniehoch stand das Wasser in dem verwinkelten blaufarbenen Flachbau. Kopfkissen, Teddys, Spielzeug und Möbel: Alles schwamm Anfang Juni in der stinkenden Brühe. Jetzt wird die einst 2,9 Millionen teure KITA von etwa 20 Hilfskräften mit Spitzhacke, Axt und Vorschlaghammer völlig entkernt.

„Hier wird alles rausgerissen. Muss alles neu gemacht werden. Fliesen, Fußböden, Heizung, Wände: Alles neu. Ist unten alles noch feucht.“

Auch der Gartenboden rund um die KITA muss möglicherweise ausgetauscht werden, so Bürgermeister Peter Müller. Denn niemand wisse, welche Schadstoffe die braune Brühe der Elbe eventuell mit angeschwemmt habe.

„Also wir machen jetzt noch viel in Eigenleistung. Ich geh davon aus, dass wir unter einer Million Euro liegen werden.“

Versicherungen gegen das Hochwasser gab es nicht

Der parteilose Bürgermeister Peter Müller rechnet die Schadenssumme klein. Ganz anders die Gutachter. Sie sprechen von Kosten in einer Höhe von etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Euro, die auf die Verbandsgemeinde Zahna-Elster zukämen. Peter Müller kennt die Zahlen und nickt.

„So isses.“

Eine Hochwasser-Versicherung gab es nicht. Die Sanierung wird daher aus Mitteln des Fluthilfefonds, Spenden und EU-Geldern finanziert. Peter Müller garantiert aber:

„Wir werden die Einrichtung wieder sanieren und wieder herrichten so wie sie war.“

Vor einem Jahr erst wurde die Integrations-KITA nach einer mehr als 5-jährigen Planungs -und Bauzeit eröffnet. Gebaut wurde sie nach modernsten Standards, hier konnten 160 Kinder mit oder ohne Behinderung betreut werden. Die Böden waren mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, neben einer Kinder-Werkstatt gab es im „Haus der kleinen Elbspatzen“ sogar einen sogenannten Snoezelraum. Das kommt aus den Niederlanden und ist so was wie ein meditativer Rückzugsraum, der die Sinneswahrnehmung der Kinder anregen soll.

Bereits beim Bau der KITA haben viele Anwohner mit dem Kopf geschüttelt. Umso verwunderter sind sie heute, warum man eine derart moderne und topausgestattete KITA in eine 30 Zentimeter tiefe Kuhle, also in das Flutungsgebiet der Elbe gebaut hat. Wo man doch wisse, dass der Ort in den letzten 10 Jahren bereits viermal geflutet wurde, ergänzt die ehemalige Lehrerin Gerda Röder, die nur ein paar Gehminuten von der KITA entfernt wohnt.

„In eine Senke hinein, in der immer schon Wasser stand. Das hätte ja ein bisschen teurer werden müssen, wenn man es hoch baut. Aber das Geld war dann nicht mehr da. Aber dafür gibt man jetzt die Millionen wieder aus, um zu sanieren. Das ist traurig.“

Absurd. Bekloppt sagen andere. Aber erst wenn das Mikrofon aus ist. In Elster herrscht ein Klima der Angst, denn kaum einer will sich zu diesem Thema öffentlich äußern. Der parteilose Bürgermeister Peter Müller kann die Kritik dagegen überhaupt nicht verstehen. Von einem Versagen könne keine Rede sein, sagt er.

„Eigentlich waren wir der Meinung, diese Einrichtung ist hochwassersicher gebaut worden. Aber letztendlich mussten wir feststellen, dass wir dort 30 Zentimeter unter dem Hochwasserniveau von 2002 waren. Wenn jetzt Leute sagen, warum habt ihr dahin gebaut? Ganz einfach: Da ist die Grundschule, wir haben die Sporteinrichtungen, wir haben das Veranstaltungshaus, den Jugendclub, wir haben Freizeiteinrichtungen: Alles in einem komplexen Bereich. Und deswegen war es der Standort, der von Anfang an vorgesehen war.“

Stoisch wird wieder auf den überfluteten Flächen gebaut

Gebaut wurde die KITA unter anderem von der Planerin Sabine Panier. Nach deren Angaben sei es rechtlich völlig in Ordnung gewesen, in Überschwemmungsflächen zu bauen. Bürgermeister Peter Müller gesteht aber:

„Nichtsdestotrotz hätte die Einrichtung höher gebaut werden müssen. Das müssen wir eindeutig so sagen.“

Trotzdem hält er stoisch an der Sanierung fest. Obwohl es in Elster bei Wittenberg bis jetzt lediglich ein Hochufer und keinen Deich gibt. Der soll erst gebaut werden und soll frühestens 2015 fertig sein. Würde allerdings bereits im kommenden Winter oder Frühjahr das nächste Hochwasser kommen, dürfte es erneut um die KITA geschehen sein. Weswegen man in Elster hofft und betet, in naher Zukunft vom Hochwasser verschont zu bleiben. Doch ganz teilnahmslos will man nicht auf die nächste Flut warten, verspricht Bürgermeister Peter Müller.

„Das erste Wasser, das in die Einrichtung kam, ist durch den Abwasserkanal in die Einrichtung gekommen. Wir werden dort einen Schieber vorsehen, damit kann das Wasser nicht durch den Abwasserkanal kommen. Und wir werden dann, um die Einrichtung rundum entsprechende Maßnahmen treffen, dass das Wasser nicht an die Einrichtung herankommt.“

Welche Maßnahmen das konkret seien, wisse man aber noch nicht. Im kommenden Frühjahr jedenfalls soll die KITA „Haus der kleinen Elbspatzen“ im idyllischen Elster bei Wittenberg wieder seine Pforten öffnen. Aber vielleicht sollten die Knirpse einfach in der alten KITA bleiben, wo sie derzeit übergangsweise betreut werden. Denn diese liegt höher und wurde daher – das ist die etwas andere Fußnote – trotz des hohen Elb-Pegels von dem Juni-Hochwasser nicht geflutet.

In Grimma sind die Flutschäden noch sichtbar
von Ronny Arnold

„Hellere? Nein, hellere soll ich nicht nehmen. Das ist ein fast schwarzer Anzug, das würde nichts werden. Okay. Ich bedanke mich. Tschüss.“

Eng ist es im kleinen Schuhladen von Beate Mätzold. Laden ist eigentlich gar nicht das richtige Wort, die Mitte 50-Jährige nennt die paar Regale im 1. Stock ihres Hauses schlicht Notverkauf.

„Unten im Geschäft hatten wir jede Menge Platz und das musste immer hoch, hoch, hochgeräumt werden. Selbst in unserer Wohnung ist alles Büromaterial, Hefter, Kopierer.“

Seit Wochen berät Beate Mätzold ihre Kunden auf diesen wenigen Quadratmetern, an den dicht aneinander gereihten Schuhpaaren kleben Discountzettel.

„Im Moment haben wir alles reduziert und das ist schon ein Einbruch. Also wir geben die Ware im Prinzip weiter, ohne Gewinn einzufahren. Also dass wir etwas Geld haben, das tun wir natürlich sparen und aufheben für den Wiederaufbau. Wie lange halten Sie das noch durch? Ja, wir haben ein Ziel, Oktober, November, zur Wiedereröffnung. Und leben tun wir einfach und schlicht, ohne Komfort. Also die Lebensqualität ist schon unten.“

Ob die Hilfsgelder kommen, wissen sie nicht

Zwei Häuser besitzt Familie Mätzold direkt in der Grimmaer Innenstadt, beide haben Schuhgeschäfte im Erdgeschoss – und beide hat die Flut nach 2002 nun erneut verwüstet.

„Also die Ausmaße sind dieselben wie vor elf Jahren. Die Wände und Fußböden sind genauso nass wie damals. Das Wasser stand zwar nicht so hoch, aber wir machen dieselben Baumaßnahmen wie damals. Es musste alles raus, die Wände mussten abgehackt werden, Trockenbauwände raus und der Fußboden. Wir hatten die ganze Zeit Bautrockner an, um Nässe zu sammeln in Eimern. Und im Moment haben wir mehr diese Ventilatoren an, damit die Luft sich bewegt.“

Den Gesamtschaden schätzt Beate Mätzold auf mehrere Hunderttausend Euro. In den nächsten Tagen wollen sie und ihr Mann einen Antrag auf Hilfsgelder bei der Sächsischen Aufbaubank stellen. Ob und wenn ja wann sie etwas bekommen, wissen sie nicht.

Gleich gegenüber in der Langen Straße, Grimmas Einkaufsmeile, kniet Horst Fischer neben der Eingangstür von Fischers Wäschetruhe. Das Modegeschäft ist leer, nur ein paar Regale stehen noch herum – unermüdlich kratzt der 70-Jährige die Wände ab.

„Jetzt mach ich hier die Farbe ab, weil das 2002 mit Sanierputz geputzt worden ist. Die Bohrung hat ergeben, dass die Steine trocken sind. Ich mache viel selber, in Eigenleistung und das hilft doch schon ein bisschen.“

Den Schaden am Haus, das der Familie gehört, schätzt Fischer auf etwa 45.000 Euro, was seine Frau Brigitte neben ihm durch ein Nicken bestätigt. Sie ist die Geschäftsinhaberin.

„Er steht von früh bis Abend im Laden, macht, was er machen kann, damit wir die Kosten nach unten senken können. So sieht das aus. Wir sind beide 70, machen trotzdem weiter. Was wollen sie machen? Die Häuser müssen vermietet werden, ist ja überall noch Kredit drauf und dann noch den Aufbau, das ist schon schwer.“

„Man ist auf sich selbst gestellt.“‚

Auch die Fischers wollen im Herbst wiedereröffnen, einen Antrag bei der Aufbaubank haben sie bereits gestellt. Nun warten sie ungeduldig auf Geld aus dem Hilfsfonds des Bundes, in den nächsten Tagen sollen die ersten Bescheide verschickt werden. Ob sie etwas bekommen, wissen auch die Fischers nicht.

Das Hauptthema: Wer bleibt, wer geht weg

Nur sehr langsam kehrt das Leben in die nach 2002 abermals heftig vom Hochwasser getroffene Grimmaer Innenstadt zurück. Nur wenige Geschäfte hat die Flut verschont, etwa 300 Einzelhändler sind direkt betroffen. Immer wieder bleiben Passanten und Nachbarn vor Fischers Wäschetruhe stehen. Die Flut und ihre Folgen ist das Hauptthema in der Langen Straße – wer macht weiter, wer will weg.

„Also der Eismann wollte ganz weggehen, aber er macht auch Straßenverkauf. Der Friseur geht weg, es sind schon etliche weg. Das Herrengeschäft, die kann auch nicht, das ist ein Riesenladen, steht alleine da. Das Kino hinten, der hat ja noch von 2002 Kredit. Also die sind wirklich darauf angewiesen, dass jetzt was kommt. Was bedeutet das für Grimma? Ja, das bedeutet, dass immer weniger Kunden in die Stadt kommen. Die zieht es immer weiter, nach Leipzig, das wird für uns dann traurig. Da müssen wir dann auch zumachen, wenn wir keine Umsätze mehr haben.“

Doch noch geben sie in Grimma nicht auf. Und immer wieder erklimmen vereinzelt Kunden die Treppen hinauf in die provisorischen Geschäfte der Händler. Auch auf dem Markt stehen ein paar Verkaufsstände, dazwischen offensichtliche Gäste der Kleinstadt, zu erkennen an umgehängten Digitalkameras. Ob er vielleicht ein verspäteter Katastrophentourist sei? Klaus Brause aus der Schweiz verneint.

„1957 bin ich hier weg und meine Gattin, die ist hier geboren in Grimma. Wir waren zum Beispiel da jetzt in dem Blumenladen, wenn man mit denen redet, es ist schon schrecklich, dass das jetzt nach 2002 schon wieder passiert. Ist schon Aufbruchstimmung oder ist es eher vorbei? Nein, ich denke nicht. Wir waren 2004 hier und da haben wir gesehen, dass die diese Kraft schon gebracht haben, das wieder aufzubauen. Und ich nehme an, es wird auch wieder aufgebaut werden.“
Die Schutzwand soll erst in drei Jahren fertig sein

Es wird aufgebaut, bis Ende des Jahres wollen viele Händler wieder in ihre trockengelegten Geschäfte einziehen. Wichtig sei nun vor allem, so hört man an fast jeder Ecke der Innenstadt, dass die Schutzwand endlich fertig wird. Die soll Grimma in Zukunft vor Hochwasser schützen, in gut drei Jahren könnte sie fertig sein – wenn es keine weiteren Verzögerungen gibt, sei es aus Geldmangel oder weil wieder irgendwer dagegen klagt. Horst Fischer ist optimistisch, dass es jetzt endlich vorwärts geht.

„Wir haben eine Interessengemeinschaft gebildet in Grimma und die sind dafür, dass so schnell wie möglich die Schutzwand gemacht wird. Ich denke, wenn das noch mal kommt, dann können sie aus Grimma-Altstadt ein Museum machen.“

Flutopfer-Tourismus in Brandenburg
von Axel Flemming

Die alte Ölmühle in Wittenberge im Nordwesten Brandenburg, hinter den roten Backsteinbauten fließt die Elbe. Heute Hotel und Veranstaltungsort, ehemals Industrie und Handelsplatz. Seit 1856 wurden hier Lebensmittel umgeschlagen, die das Industriestädtchen und die Region versorgten. Rohstoffe wie Lein, Raps und Rüben kommen aus der ländlichen Umgebung. Die Fabrik überlebt die Wende nur kurz, wird 1991 geschlossen, seit 2006 wird das Gebäudeensemble touristisch genutzt – nach und nach. Eine Idee von Gesellschafter Lutz Lange:

„Sobald irgendetwas fertig war, haben wir auch sofort mit dem Betrieb angefangen. Wir hatten erst nur den Turm, dann den Speicher, dann das Brauhaus dann das Hotel und dann den Kletterturm und jetzt folgt der Tauchturm. Wir haben eine tolle Lage: Elberadweg/ Elbe, das zweite ist: Wir haben ein total geschichtsträchtiges ehrwürdiges Gebäude, das dritte ist, wir brauen eigenes Bier wir werden auch eigenen Schnaps brennen und das vierte sind die Aktivitäten…“

…zum Beispiel die Elblandfestspiele, eine beliebte Musikveranstaltung, die in diesem Jahr fast ins Wasser gefallen wäre, und das im wörtlichen Sinne, hätte sich das Elbehochwasser um einen Monat verspätet.

Auch die Kanzlerin kam

Denn im Juni 2013 ist direkt hinter der Ölmühle der Platz, an dem Sandsäcke gefüllt werden. Brauhaus und Hotel versorgen die Helfer, täglich bis zu tausend Freiwillige aus Wittenberge, der Prignitz und ganz Deutschland. Die füllen von Sonnenaufgang bis tief in die Nacht hunderttausende Sandsäcke mit Kies, der eigentlich für das angrenzende Baugebiet vorgesehen ist.

Am 10. Juni kommt sogar die Kanzlerin, um sich über die Situation im Hochwassergebiet in der Prignitz zu informieren.

„Der Ministerpräsident hat gesagt, dass dies die Sandabfüllstelle mit der besten Stimmung ist, das kann er durch seine wirklich lange Erfahrung sehr gut einschätzen und das …“

„Wurde bestätigt“

„…ist auf sehr viel Zuspruch gestoßen, dass dann sofort gejubelt wurde.“

Gemeinsam mit Matthias Platzeck spricht sie mit Helfern und Verantwortlichen.

„Dankeschön, dass ich mit hier auch das anschauen kann und das ist beeindruckend erst mal, was die Menschen anbelangt. Sowohl die freiwilligen Helfer, aber natürlich auch die, die das professionell organisieren: Landrat, Bürgermeister, die Wehren, die Bundeswehr, die – alles was dabei ist. Leider gibt es ja schon Erfahrungswerte, aber man muss auch sagen, man hat die Lehren gezogen, und gerade hier zeigt sich das ja ganz eindrücklich, das es gelungen ist in so kurzer Zeit hier diesen hoben Deich doch aufzuschütten ist ein Wunderwerk, muss man sagen und wenn man überlegt…“

„Und die Rückverlegung“

„Brandenburg hat eben in den letzten Jahren die Schlussfolgerungen gezogen, Deiche rückverlegt, dem Fluss Raum gegeben und das zahlt sich jetzt aus.“

Wegen des Hochwassers blieben die Touristen aus

Das Gute: Größere Schäden können verhindert werden. Das Schlechte: Die Bilder vom Elbe-Hochwasser gehen durchs Fernsehen in die Welt, viele Urlauber stornieren ihre schon gebuchten Reisen in die Region. Dieter Hütte, Chef der Tourismus Marketing Brandenburg:

„Was wir sicherlich belastbar sagen können, dass insbesondere die Gastronomie auf jeden Fall gelitten hat, weil schlichtweg einfach in der Zeit des Hochwassers kein Tourismus stattfinden konnte.“

Allerdings bleiben die Gäste auch darüber hinaus weg. Die Tourismusbranche als Hochwasser-Opfer:

„Ein Zweifaches: direkt, aber was uns am meisten überrascht hat, dass wir doch feststellen mussten, dass bundesweit doch die geografischen Kenntnisse noch durchaus ausgebaut werden können. Also wir haben also auch Stornierungen gehabt in Bereichen, wo definitiv kein Hochwasser war, beispielsweise am Oder-Neiße-Radweg. Aber das war eben nicht nur ein Phänomen, was wir in Brandenburg gehabt haben, sondern was unsere Kollegen auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und auch in Mecklenburg-Vorpommern feststellen mussten. Ja, sogar die deutschen Zentrale für Tourismus hat ja Anfragen gehabt in Japan, ob ganz Deutschland unter Hochwasser sei.“

Aus der Not eine Tugend machen: Werbung mit dem Hochwasser

Gegen Desorientierung und schlechte Information hilft nur: Information. Die Tourismus-Marketing Brandenburg dreht Videos und verbreitet sie im Internet:

„Man macht zwei Dinge: Erst mal die Touristen informieren, wie sieht es wirklich aus, wir haben sofort mit den Kollegen vor Ort auch reagiert und haben die modernen Medien wie Blogs drüber berichtet, welcher Radweg ist gerade aktuell gesperrt, wo kann man eine Alternative anbieten. Und das Zweite war, dass wir dann auch sofort auch aufgezeigt haben, man kann jetzt wieder alles nutzen, und die Leute darüber aufzuklären, wenn sie jetzt Urlaub machen, sie auch 100 Prozent Urlaub in Brandenburg bzw. in der Prignitz bekommen.“

Lutz Lange hat in der Ölmühle Wittenberge aus der Not eine Tugend gemacht, seinen eigenen Weg gefunden, Tourismus und Hochwasser wieder zu vereinen. Die Erinnerung an den Kampf gegen das Elbehochwasser, Katastrophenalarm und Teilevakuierung dokumentiert er im Getreidespeicher direkt am Wasser. Er zeigt auf ein Foto an der Wand und blickt dann aus dem Fenster:

„Das Gebäude sehen wir genau drüben auf der anderen Seite. Und das war bis über die Fenster voll. Und jetzt schauen Sie mal raus, dann sehen Sie mal, wie viel Wasser hier auch drinne war, Das ist also enorm – jetzt sind sogar oben die Stelzen frei.“

„Symbol für das Zusammenstehen der Menschen“

Glas-Tischplatten liegen auf Big-Packs, die Hubschrauber sonst aus der Luft abwerfen. Die Gäste sitzen im Sandsack, schlürfen Cocktails und gucken Filme über das Hochwasser:

„Wir haben also alte Sandsäcke gewaschen, gereinigt, mit Papier gefüllt, so dass also bedient wird. Hier ist Service und nebenbei haben wir informiert über das was kommt, haben hier noch mal so eine Sandschippe-Aktion dargestellt. Das heißt, wir haben wirklich so unsere Sandsäcke gefüllt und können auch mal probieren. Und gerade die von weiter weg vom Hochwasser kommen für die ist es was ganz Neues.“

Ein bisschen pathetisch schreibt er auf der Internetseite des Hotels: „In dieser Zeit hat sich die ‚Alte Ölmühle‘ als ein Zentrum der Deichverteidigung und als Symbol für das Zusammenstehen und für die Hoffnung an das Gute für Prignitzer und Menschen aus ganz Deutschland entwickelt.“

Sogar kleine Sandsäcke aus Jute hat er nähen lassen. Aufschrift: „Flutkatastrophe 2013“.

Quelle: dradio.de

Eine alte Idee lebt wieder auf: Ein internationaler Fonds soll für Klimaschäden aufkommen. Das klingt zunächst gut, doch der Nachweis ist schwer zu führen.

Das Hochwasser entlang von Elbe, Donau und ihrer Nebenflüsse ist abgeflossen. Nach aktuellen Schätzungen hinterlässt es in Deutschland Schäden von knapp sieben Milliarden Euro. Zahlen werden die öffentliche Hand, Versicherungen, natürlich die Betroffenen selbst und viele Spender. Da wäre es doch gut, wenn auch der Internationale Entschädigungsfonds für die Folgen des Klimawandels zahlen würde.

Noch nicht gehört? Tatsächlich diskutieren Klimapolitiker seit Jahren eine solche Idee: Die großen Kohlendioxidproduzenten zahlen Geld in einen großen Topf.

Daraus werden dann, zumindest teilweise, Schäden bezahlt, die dem Klimawandel zuzuschreiben sind. Wie so ein zentraler Fonds funktionieren könnte, dazu gibt es immer wieder Vorschläge. Erst neulich haben Detlef Sprinz und Steffen von Bünau vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ein Konzept veröffentlicht.

Es funktioniert wie eine Versicherung. Wer viel CO2 ausstößt, zahlt viel ein, was im Gegenzug die Minderung der Emissionen attraktiv machen soll. Jedes Land, das mitmacht, hat zugleich Anspruch auf Entschädigungen. Deren Höhe orientiert sich am „CO2-Gepäck“ der Fonds-Mitglieder. Wenn also die teilnehmenden Länder nur für 30 Prozent des globalen Kohlendioxidausstoßes verantwortlich sind, übernimmt er nur 30 Prozent der benötigten Summe.

Das klingt alles fair. Nur, kann das funktionieren? Wie schwer es ist, gute Absichten zur Tat werden zu lassen, zeigt das Beispiel der jüngsten Flut. Da ist es keineswegs klar, ob sie tatsächlich eine Folge des Klimawandels ist oder doch „nur“ ein Hochwasser war, wie es sie bereits in vorindustrieller Zeit gab. Sie reichte an vielen Stellen höher als viele Fluten vor ihr, an anderen aber nicht. Waren die neuen Rekordpegel das Plus, das der Klimawandel auf ein „normales Hochwasser“ draufgelegt hat, oder war es ein ungünstiges Zusammenspiel natürlicher Faktoren, das die reale Welt nun einmal ausmacht? Keiner kann diese Fragen verlässlich beantworten. Aber genau das wird von dem „Klimagericht“ gefordert, das dem Konzept zufolge darüber entscheidet, ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Klimawandel gibt.

 

Klimaschäden schwer beweisbar

Es hätte sich nicht nur mit Flusshochwassern zu befassen, sondern auch mit Stürmen oder Dürren, die Simulationen zufolge häufiger auftreten werden. Doch der statistische Nachweis ist bei so extremen (und damit seltenen) Ereignissen schwer zu führen, vor allem nicht für alle Regionen der Erde. Dafür sind der Beobachtungszeitraum häufig zu kurz und die Ursachen zu komplex. So ist die Häufung von Hurrikanen im Nordatlantik nicht allein mit der Erderwärmung verknüpft. Seit die Luftverschmutzung durch die Industrie zurückgeht, gibt es weniger Aerosole, was letztlich die Entwicklung von Hurrikanen begünstigt, wie kürzlich britische Forscher berichteten.

Bemerkenswert an dem Konzept des Klimafonds ist, dass er nicht nur nach Schadensfällen zahlen, sondern auch Vorsorgemaßnahmen finanzieren soll. Ein Ansinnen, das unbedingt zu unterstützen ist. Wenn etwa Bangladesch seinen Küstenschutz verbessert, um dem steigenden Meeresspiegel zu begegnen, ist der Gewinn offensichtlich. Auch der Zusammenhang mit der Erderwärmung ist bei den steigenden Pegeln einfach zu führen. Wie beschrieben, ist das bei anderen Naturereignissen komplizierter. Dürfen die Anwohner großer Flüsse darum kein Geld aus dem Fonds für ihren Hochwasserschutz erhalten? Das wäre ungerecht. Selbst wenn, was soll damit bezahlt werden? Höhere Deiche, die den Schaden flussab vergrößern, oder die Renaturierung von Siedlungsflächen, um Platz für die Wassermassen zu schaffen?

Offensichtlich sind die Folgen des Klimawandels und die Möglichkeiten, ihm zu begegnen, zu komplex, um sie über einen zentralen Fonds zu managen. So lange sind überschaubare, bürokratiearme Projekte, die jeweils auf eine bestimmte Region zugeschnitten sind, die bessere Wahl. Für die Betroffenen, weil ihnen zügig geholfen wird, aber auch für die Geber, die sehen, dass ihr Geld sinnvoll eingesetzt wird – oder es künftig in andere Projekte investieren.

Quelle: tagesspiegel.de

Dorint hilft, wo es am nötigsten gebraucht wird: Das Dorint Hotel Dresden ermöglicht den Hortkindern der 95. Grundschule „Caroline Neuber“ neuen Platz zum Spielen. Die Einrichtung im Stadtteil Laubegast hatte das Hochwasser im Juni besonders stark getroffen. Schulgelände und Kellerräume waren nahezu komplett überflutet, in der Turnhalle stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch.

Als Übergangslösung waren die Kinder in umliegenden Schulen untergebracht worden. Jetzt wurde in den Ferien unter Hochdruck daran gearbeitet, die Flutschäden im Schulgebäude und auf dem Außen- und Spielgelände zu beheben.
Nach der ersten Krisenmeldungen von Oder und Neiße hat Dorint nicht lange gezögert, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. 5.000€ der gesammelten Spenden durfte heute Hoteldirektor Michael Mollau, dessen Haus glücklicherweise nicht von der Flut betroffen war, Hortleiterin Carola Pietruschka zur Verfügung stellen. „Wir haben uns sehr über die große Solidarität der Menschen gefreut und möchten uns noch einmal herzlich bei all den unermüdlichen Helfern und großzügigen Spendern bedanken. Die Kinder sollten am wenigstens unter den Folgen der Fluten leiden und ihren Spaß nach der Schule haben“, sagte Michael Mollau anlässlich der Spendenübergabe auf dem Schulgelände.

Zusätzlich bedankte Michael Mollau sich bei drei Fluthelfern, die aktiv unter Beweis gestellt haben, wie Zusammenhalt gelebt werden kann. Als kleine Entschädigung für ihren unermüdlichen Einsatz, ihren

Verzicht auf Komfort und Schlaf erhielten sie Gutscheine für Kurzurlaube in den Dorint Hotels in Bad Brückenau, Ostseebad Wustrow und am Nürburgring.

Initiiert wurde die Spendenaktion von den Dorint Hotel & Resorts mit Sitz in Köln. Insgesamt 10.000 Euro kamen zusammen, die jetzt verschiedenen Einrichtungen in den Hochwasserregionen zu Gute kommen. Darüber hinaus freuen sich über 50 Flut-Helfer auf die Einladung von Dorint zu einem Kurzurlaub in eines der 41 Dorint Hotels & Resorts im Gesamtwert von rund 15.000 Euro.

Quelle: pregas.de

Akens Bürgermeister Hansjochen Müller will es klargestellt wissen: Gegen Verantwortliche vor Ort hat die Staatsanwaltschaft nie ermittelt. Die Anzeige vom 13. Juni habe sich vielmehr gegen den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gerichtet, so Müller

„Ermittlungen gegen Akener eingestellt“ – selten hat eine Überschrift in der MZ Akens Bürgermeister Hansjochen Müller so geärgert. „Weil sie nicht richtig ist“, benennt das Stadtoberhaupt den Grund seiner Verärgerung. Es habe nie eine Anzeige gegen die Technische Einsatzleitung der Stadt Aken gegeben, stellt Müller einen MZ-Beitrag vom 14. August richtig. Die Anzeige vom 13. Juni habe sich vielmehr gegen den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gerichtet „und die Ermittlungen wurden eingestellt“.

Aus gutem Grund, wie einem Schreiben des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft Dessau, Christian Preissner, an den Akener Bürgermeister zu entnehmen ist. Die Ermittlungen, führt Preissner aus, hatten „keine Hinweise auf mögliche strafrechtlich relevante Pflichtverletzungen des seinerzeit amtierenden Landrats ergeben“. Im Verlauf der Ermittlungen sei der Anzeigenerstatter, ein Akener Bürger, als Zeuge vernommen worden. Fehler der kommunalen Kräfte habe der Mann dabei nicht behauptet „insbesondere keine der vor Ort eingesetzten Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, THW, Zivilpersonen)“, betont Staatsanwalt Preissner. „Gegen Verantwortliche der Stadt Aken haben sich die Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gerichtet. Als Ziel der Anzeigenerstattung hatte der Zeuge „die Aufklärung der Ereignisse um das Hochwasser 2013“ benannt.

Daran ist auch Hansjochen Müller interessiert. Und umso mehr ärgert er sich darüber, dass er zwar schon am 29. Juli ein Schreiben an André Schröder, Chef der CDU-Fraktion im Landtag gerichtet habe, bis gestern darauf aber keine Antwort bekommen hat.

In dem Schreiben an Schröder geht es um die Pressemitteilung der CDU-Landtagsfraktion vom 20. Juni – und um die Bitte um Aufklärung darüber. Wie die MZ damals berichtete, hatte in dieser Pressemitteilung der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, der aus Dessau stammende Jens Kolze, die ihm „aus Medienberichten“ bekannt gewordenen „staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der vor Ort in Aken (Elbe) handelnden Einsatzkräfte“ begrüßt. Man habe als Fraktion davon Kenntnis erhalten, so Kolze damals, „dass ausgebildete Einsatzkräfte und Fachexperten für Hochwasserschutz vor Ort von der Einsatzleitung wieder weggeschickt wurden.“ Sollte dieses Vorgehen der Wahrheit entsprechen, könne die Verantwortlichkeit für fehlerhafte Vorgänge in Aken nicht auf Landesebene gesucht werden.

Dies hatte in Aken (nicht nur bei den Verantwortlichen vor Ort) für viel Aufsehen und viel Ärger gesorgt. „Wir fühlen uns durch die Pressemitteilung, deren Inhalt nicht der Wahrheit entsprach, diffamiert“, schreib Müller an Schröder. In Aken hätte man nach Feststellung der Wahrheit ein Dementi bzw. eine Entschuldigung erwartet.

Damit Schröder auch weiß, worum es geht, hat Müller in einem Schreiben eine gedrängte, aber gut verständliche Beschreibung der Vorgänge zwischen dem 8. Juni als gleich zwei Deichbrüche Aken von Ost und West bedrohten, und den Tagen danach gegeben – sozusagen als faktischer Unterbau für die Feststellung

„Es wäre leicht gewesen, vor Abgabe der Pressemitteilung durch Rückfrage bei der Staatsanwaltschaft oder im Justizministerium zu klären, ob überhaupt gegen die Verantwortlichen in Aken (Elbe) eine Anzeige vorliegt.“

Die Pressemitteilung, so betont Müller in seinem Schreiben, habe das Vertrauen der Akener in die Landespolitik erschüttert, „und das ist nicht gut für die Demokratie“.

Quelle: mz-web.de

Charity-Aktion bringt 22.500 Euro Ecom hilft Hochwasser-Opfern

Veröffentlicht: August 26, 2013 von fluthelfer in Hilfe

Mit einer Spende von 50 Euro für jeden verkauften PC der Eigenmarke Captiva unterstützt Ecom die Opfer des Juni-Hochwassers.

Mit deutschen PCs gegen die Hochwasserschäden: Nachdem das Hochwasser im Juni tausenden Menschen in Deutschland die Existenz geraubt hatte, beschloss die Ecom Trading GmbH, sich an der Wiederaufbauhilfe zu beteiligen. In den letzten Wochen spendete der Komponenten-Distributor für jeden verkauften PC der in München assemblierten Eigenmarke Captiva 50 Euro. Insgesamt sind auf diesem Wege in den letzten Wochen 22.500 Euro zusammen gekommen, die nun an Hilfsverbände verteilt werden konnten.

»Für unser Unternehmen mit Sitz in Bayern ist es selbstverständlich, den Löwenanteil der Summe den Betroffenen in der Region zukommen zu lassen«, unterstrich Gerhard Ellinger, geschäftsführender Gesellschafter von Ecom, die Heimatverbundenheit seines Unternehmens. 15.000 Euro werden deshalb an die Fluthilfe-Aktion der regionalen Tageszeitung »Passauer Neue Presse« überwiesen, die sich besonders um Flutopfer in den Landkreisen Passau und Deggendorf kümmert.

Aber auch der nicht-bayerische Teil Deutschlands soll nicht vergessen werden, weshalb das restliche Drittel von 7.500 Euro laut Ellinger an die landesweit agierende »Aktion Deutschland hilft« gespendet werden.

Quelle: crn.de

Bleckede feiert seine Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: August 26, 2013 von fluthelfer in Niedersachsen

Ausgelassene Partystimmung hat am Sonnabend dort geherrscht, wo es noch vor einigen Wochen Katastrophenalarm gab: In Bleckede ist das Hochwasser überstanden. Vor rund zwei Monaten stand die Elbe dort mit 10,79 Metern so hoch wie noch nie. Tausende Freiwillige von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Freiwilliger Feuerwehr und viele andere unterstützten die Stadt im Landkreis Lüneburg im Kampf gegen die Flut, füllten Tag und Nacht Sandsäcke, sicherten die Deiche und versorgten die Helfer. Zum Dank hat Bleckede für sie eine große Feier veranstaltet.

Getränke als Dank für ein trockenes Haus

Die Bleckeder zeigten sich auf unterschiedliche Weise erkenntlich. Heike Reinberger zum Beispiel zapfte auf der Feier ein Bier nach dem anderen. Sie ist dankbar, dass es den Helfern gelungen ist, ihr Zuhause vor dem Wasser zu schützen. „Das Haus war bis zum Eingang unter Wasser, ein Zentimeter hat gefehlt, dann wäre es in die Wohnung gelaufen“, erinnert sie sich. Eine, die während des Hochwassers im Einsatz war, ist Silke Albrecht. Sie hat zusammen mit anderen Frauen Essen für die vielen Helfer gekocht. Über die Dankeschön-Party freut sie sich: „Das ist einfach noch mal eine Anerkennung für alle, die zusammengehalten und mitgeholfen haben.“

Bürgermeister lobt Solidarität

Die Hilfe der zahlreichen Freiwilligen sei „bewegend und beeindruckend“ gewesen, sagte Bürgermeister Jens Böther (CDU) am Samstagabend. Ein besonders großes Dankeschön und Geschenke hatte er für die Bundeswehr – gelbe Ortsschilder von den Orten, in denen die Soldaten geholfen haben: Alt Garge, Wendewisch, Walmsburg, Radegast und Bleckede. „Das ist großartig“, sagte Oberstleutnant Stefan Willer, „weil es das widerspiegelt, was wir im Juni erlebt haben. Sich jetzt wiederzusehen und zusammen zu feiern ist sehr schön.“

„Die Solidarität, die wir hier erlebt haben, die habe ich so noch nicht gesehen“, lobte der Bürgermeister seine Bleckeder ebenso wie die Helfer. „Ich glaube, viele haben gedacht, dass es so etwas nicht mehr gibt, aber die Solidarität gibt es und das stimmt auch zuversichtlich.“

Erlös kommt Flutopfern in Fischbeck zugute

Der Erlös aus dem Speisen- und Getränkeverkauf geht teilweise an die Jugendfeuerwehr Bleckede. Mit dem Gros des Geldes sollen aber Hochwasser-Geschädigte in Fischbeck in Sachsen-Anhalt unterstützt werden. Dort war während des Hochwassers ein Deich gebrochen. Für Fischbeck eine Katastrophe, für Bleckede ein Glück. Denn sonst hätten die Wassermassen in der nördlich gelegenen Kleinstadt noch viel größeren Schaden angerichtet.

Quelle: ndr.de

Sie waren Tag und Nacht im Einsatz, um die Einwohner des Landkreises Lüneburg vor den Wassermassen zu schützen: die zahlreichen Helferinnen und Helfer aus Stadt und Landkreis Lüneburg. Der Landkreis Lüneburg veranstaltet deswegen am Freitag, den 30. August 2013, ab 18 Uhr eine Helferparty im Kulturforum Gut Wienebüttel. „Die Menschen haben unermüdlich gegen die Flut gekämpft, dafür wollen wir jetzt einfach mal Danke sagen“, erklärt Landrat Manfred Nahrstedt.

Eingeladen sind die Helferinnen und Helfer von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, DRK, ASB, THW, DLRG, weiteren Hilfsorganisationen, den Deichverbänden und dem NLWKN, also die Verbände und Organisationen, die im Katastrophenfall auch offiziell mit dem Landkreis Lüneburg zusammenarbeiten. „Die besondere Situation während des Hochwassers hat allen Beteiligten sehr viel abverlangt, und das nicht nur organisatorisch“, meint der Landrat. Über 4.800 Menschen waren in Höchstzeiten parallel im Einsatz und haben dafür gesorgt, dass die Deiche gehalten haben. „Was die Menschen in dem fast zweiwöchigen Katastrophenalarm körperlich und mental geleistet haben, verdient höchste Anerkennung“, so Nahrstedt.

Deswegen freut er sich ganz besonders, dass auch Ministerpräsident Stephan Weil zur Helferparty nach Lüneburg kommen wird. „Wir wollen uns in dem Rahmen ganz offiziell für den Einsatz bedanken. Gleichzeitig wollen wir den Abend auch nutzen, um mit den zahlreichen Helferinnen und Helfern ins Gespräch zu kommen.“ Denn neben dem erfolgreichen Einsatz gegen das Hochwasser dürfe man nicht die Augen vor dem verschließen, was zukünftig besser laufen könne.

Ministerpräsident Stephan Weil ist es wichtig, persönlich zur Helferparty zu kommen: „Die vielen tausend ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer haben während des Hochwassers in Niedersachsen Großartiges geleistet. Ihrer harten Arbeit ist es zu verdanken, dass Niedersachsen vergleichsweise glimpflich die Naturkatastrophe überstanden hat. Im Namen des ganzen Landes möchte ich deshalb den Frauen und Männern Dank sagen für die durchgearbeiteten Tage und Nächte, für das klaglose Hinnehmen von Schwielen und Blasen an den Händen, für die dramatischen Einsätze unter Zeitdruck, auch für die kräftezehrende Bereitschaftszeit – und vor allem für die gelebte Solidarität mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Die Helferinnen und Helfer haben es verdient, dass man sie feiert.“

Etwas weniger dramatisch verlief ein weiterer Einsatz im Frühjahr dieses Jahres – der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Auch diejenigen, die quer durch den Landkreis gefahren sind um die gesundheitliche Gefährdung durch die Raupe einzudämmen, wurden zur Helferparty eingeladen.

Quelle: .lueneburg.de

Linderbach hat Hochwasserstress

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Erfurt. Der Ortsteil Linderbach ist vom Hochwasser am 31. Mai und am 20. Juni besonders betroffen gewesen. Das ist aber schon der einzige Punkt, in dem sich Wasserexperten und Anwohner einig sind.

Über die Ursachen und daraus abzuleitenden Maßnahmen gehen die Meinungen weit ausein­ander. Das Umwelt- und das Gartenamt meinen, der Vorsorgepflicht Genüge getan zu haben. Zudem sei der Starkregen – zumindest am 20. Juni – meteorologisch belegt eine weit von der Jahrhundert-Statistik abweichende Katastrophe gewesen.

 

Anwohner Wolfgang Lippe aus Linderbach schrieb allerdings schon 2007 ans Umweltamt: „Bei der Planung der Entwässerungseinleitung an der Brücke am Ende der Lindenstraße (jetzt: Zur Steinhohle) sind die in Extremfällen aufkommenden Wassermassen nicht berücksichtigt worden.“

 

Wolfgang Lippe ergänzt nun, fünf Jahre später: „Auch das Oberflächenwasser aus dem GVZ und den neugebauten Wohnsiedlungen wurde unterschätzt.“ Im Gespräch mit TA verweist er darauf, dass durch versiegelte Oberflächen bis hin zur Ostumfahrung und B“7 immer mehr Oberflächenwasser zum Linderbach fließen würde, die dieser nicht aufnehmen kann. Schon gar nicht bei Starkregen. Derweil ist in Urbich ein weiteres Gewerbegebiet geplant (TA berichtete), ohne dass am Flusslauf Änderungen für eine verstärkte Aufnahme sorgen.

 

Fluß kann zunehmende Menge nicht aufnehmen

Die Überflutungen im Mai und Juni diesen Jahres zeigten, wie begründet die Sorgen der Anwohner sind. „Früher floss das Wasser in unser Grundstück vorne rein und hinten raus“, sagte Wolfgang Lippe. Diesmal stand es im Haus. „Wir schauen bei jedem kräftigen Regen besorgt zum Himmel – und dann zum Bach und in den Keller“, sagt seine Frau.

 

Die Nachbarn haben sich jetzt zum Eigenschutz Betonspundwände liefern lassen. Wolfgang Lippe sagt sachlich: „Wir wissen, dass es kein Rund-um-Sorglospaket gibt. Aber was machbar ist, sollte auch getan werden. Dabei wollen wir als Ortskundige unsere Kenntnisse und Erfahrungen einbringen.“

Für das neue Wohngebiet „Im großen Garten“ erfolgte eine Geländeanhebung um 80 Zentimeter. Diese wirkt wie ein Wall. Bei der Anlegung eines künstlichen Biotops gab es ebenfalls Geländeaufschüttungen. Der erhöhte Weg zwischen dem Linderbach und der Azmannsdorfer Straße bildet einen Damm und verursacht einen Rückstau in den Ort. „Die Entwässerung wurde hier völlig vergessen“, belegt Wolfgang Lippe mit Fotos. Selbst die Brücke über den Linderbach war überflutet.

 

Lippes Vorwürfe von Fehlplanungen und Versäumnissen weist man allerdings bei den Ämtern zurück. So listete die städtische Abteilung Gewässerunterhaltung eine lange Beispielliste mit umgesetzten Maßnahmen seit 2009 auf: unter anderem im März 2013 die Gehölzpflege am Linderbach zur Vorbereitung der Aufweitung des Abflussprofils unterhalb der Furt sowie die Müllberäumung zwischen Azmannsdorf und Linderbach.

 

Im April folgte die Bruchholzbeseitigung am Peterbach zwischen Büßleben und Linderbach sowie die Müll- und Schwemmgutbeseitigung am Wasserlauf zwischen Linderbach, Azmannsdorf, Töttleben.

 

„Die Hinweise zu Abflusshindernissen wurden bei der Schadensbeseitigung beachtet“, reagierte Jörg Lummitsch, Leiter vom Umwelt- und Naturschutzamt, auf Lippes Schreiben. Mit regelmäßigen Überflutungen und dem Argument eines statistischen Ausreißers wollen sich die Linderbacher nicht abfinden, fordern eine aktuelle Analyse. Wolfram Thiele hat als Sachverständiger für Wassermengenwirtschaft vor 15 Jahren Linderbach begutachtet – vor den Bauveränderungen. Eine neu­trale Neuberechnung anhand der aktuellen Wassermengen-Statistik wäre eine solide Basis für den Schutz Linderbachs und künftige Bauentscheidungen.

 

 Quelle: otz.de

Zwölf Wochen nach dem Hochwasser und fünf Wochen vor der Bundestagswahl durchleben wir eine Wasserwoche. Zumindest drehten sich viele Themen um dieses Element.

Endlich ist klar, unter welchen Voraussetzungen Betroffene die Aufbauhilfe des Landes erhalten können. Doch schaut man sich die Formulare an, offenbart sich der Weg dahin als beschwerlich. Zum Glück wird zumindest den Unternehmen Zeit zum Rechnen und Zusammenstellen der Papiere gelassen. Denn ihre Anträge können bis zum Juni 2015 gestellt werden. Derweil entbrennt ein Streit zwischen der Landrätin des Altenburger Landes und Geras Oberbürgermeisterin um die Servicestelle des Landes am Puschkinplatz 7. Viola Hahn fühlt sich zu unrecht angegriffen und ist es nach ihrer heutigen Erklärung auch.

 

Die Weiße Elster, die längst wieder leise vor sich hin murmelt, ist noch kein Paradies für Fische, wie beim Werkstattgespräch zur Gewässerentwicklung konstatiert wurde. Gerade an sie soll mit dem Wiederaufbau einer Fischtreppe am Zwötzener Wehr gedacht werden. Die SPD-Landtagsfraktion besuchte es diese Woche und paddelte auf dem Fluss – ohne Baden zu gehen.

 

Das Wasser als Lebensmittel soll nächstes Jahr nicht teurer werden. Aus dem Zweckverband „Mittleres Elstertal“ verlautete diese Woche diese Nachricht. Ob die Preise allerdings darüber hinaus stabil bleiben, hängt auch von den Kosten für das Fernwasser ab.

 

 

Die Folgen der Flut zu beseitigen, reißt der Spendenstrom nicht ab. Große Summen wechselten diese Woche die Besitzer. Für den Hofwiesenpark gab es einen 10 000 Euro-Scheck. Damit hat das Spendenaufkommen hier über 50 000 Euro erreicht. Weil der Katastrophenschutzzug aus Sonneberg in den Hochwassertagen in Caaschwitz im Einsatz war, spendete die Stadt Sonneberg für die Kindertagesstätte Märchenbuche jetzt über 26 000 Euro.

 

Hochwasserschäden werden den Montag beginnenden Schulalltag noch keine Normalität gönnen. Doch heute wird hoffentlich normal Schuleinführung gefeiert. Mit dem Schuljahr starten auch wieder die Kommunalpolitiker voll durch. Und dann ist Wahlkampfzeit. Mal sehen, in welche Höhen der Bundestagswahlkampf noch vordringt, zumindest was die Plakate an den Lichtmasten betrifft.

Quelle: otz.de

Betriebskosten aus Spenden bezahlt

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Die hohe Spendenbereitschaft hat in Bitterfeld-Wolfen über 100.000 Euro in die Kassen gespült. Die Gelder sollen an die Antragsteller verteilt werden. Für Einsatz der Pumpen während des Hochwassers sollen außerdem 12.500 Euro umgelegt werden.

Bitterfeld-WOlfen Nach der Juni-Flut ist in der Stadt Bitterfeld-Wolfen eine Spendenwelle eingegangen. Mehr als 116.000 Euro sind nach Verwaltungsangaben von Privatpersonen und Unternehmen bislang zusammengekommen. In Abstimmung mit den Ortsbürgermeistern und dem Haupt- und Finanzausschuss sollen diese Gelder nun an die Antragsteller verteilt werden.

Darunter befinden sich neben knapp 500 Kleingärtnern auch Vereine, Feuer- und Wasserwehren sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. Zudem bezahlt die Stadt aus dem Spendentopf die Betriebskosten für die Pumpen der Tiefbrunnen. Diese belaufen sich auf 12.500 Euro. Das sind knapp elf Prozent der gesamten Spendensumme. Begründung der Stadtverwaltung: „Das Hochwasser hat zu einem erheblichen Anstieg der Grundwasserstände im Ortsteil Bitterfeld geführt.“

Zusätzlicher Einsatz von Pumpen trotz neuer Brunnen

Bereits am 12. Juni sei ein im Auftrag des Landkreises erstelltes Konzept zum Umgang mit hohen Grundwasserständen vorgelegt worden. Dessen Schwerpunkt stellte die gezielte Inbetriebnahme zusätzlicher Brunnen dar. Diese Brunnen seien nach dem Hochwasser 2002 errichtet worden, um eben solche Verhältnisse zu beherrschen. Die zusätzlich erforderliche Maßnahme sei für den Zeitraum des Katastrophenzustandes durch den Landkreis finanziert worden. Die Kosten ab dem 25. Juni habe dann die Stadt Bitterfeld-Wolfen übernommen.

Obwohl diese Maßnahme einem Großteil der knapp 200 von Grundwasserproblemen betroffenen Bitterfelder Gebäuden genutzt hat, stellt sich die Frage, ob die Verwendung von Spendenmitteln für die Betriebskosten der Pumpen zweckentsprechend ist. Von Seiten der Stadtverwaltung lautet die Antwort: Ja.

Quelle: mz-web.de

Camburger Hochwasser-Geschichte in zwölf Kalenderblättern

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Juni-Hochwasser ist in Camburg noch immer in vieler Munde. Für Margrit Herzog, Leiterin des Stadt­museums, war dies der Grund, im Archiv nach weiteren Hochwasserereignissen in der Stadt zu suchen.

Camburg. Schwer fiel ihr das nicht, in den fast 30 Jahren, in denen sie im Museum den Hut auf hat, hat sie alles gut geordnet. „Zum Thema Hochwasser gibt es eine Kiste mit unzähligen Fotos“, sagt sie. Damit war die Idee für den neuen Camburg-Kalender 2014 geboren.

 

Beleuchtet werden auf den zwölf Kalenderblättern Hochwasserereignisse von 1890 bis 2013. Das Titelblatt zeigt das Foto der Hochwassermarken am Wohnhaus in der Schmiedhäuser Straße 1 in Camburg und gibt damit einen ersten Vor­geschmack, was den Betrachter erwartet. Ausgewiesen ist da das Jahr 1890, als der Pegel 7,18 Meter erreichte. Ein Foto von damals samt einer Erläuterung liefert der Januar. Zu erfahren ist da, dass die Saale an jenem 25.November von 5 bis 8 Uhr so rasant stieg, dass das Wasser in der Mühle und Apotheke sämt­liche untere Stockwerke füllte. In der Kirche reichten die Fluten bis zum Altar. Die Schützenloge und die Schießmauer auf dem Schießplatz wurden weggerissen. 82 Häuser waren durch das Hochwasser schwer beschädigt worden. Der Gebäudeschäden sind seinerzeit auf eine halbe Million Mark geschätzt worden.

 

Zu leiden hatten auch die Grafschaftsdörfer Wichmar, Döbritschen, Stöben, Weichau und Kaatschen. „Häuser stürzten ein, Menschen und Vieh ertranken, Erntevorräte wurden vernichtet“, heißt es dazu im Februar-Kalenderblatt.

März und April schildern die Situation nach dem Hochwasser vom 5. und 6. Februar 1909. Der Marienplatz, die Brückenstraße, ein Teil der Naumburger Straße, die Bach- , die Brauhaus und die Mühlenstraße standen unter Wasser. Da das Hochwasser starke Eisblöcke mit sich führte, waren viele Obstbäume beschädigt worden. Der Steg wurde polizeilich gesperrt. Der Verkehr wurde durch Kähne aufrechterhalten.

 

Dass ein vierjährige Mädchen Opfer des Hochwassers vom 29. April 1961 wurde, ist im Juli nachzulesen. Das Kind war durch die Wucht des Wassers aus den Händen des Vaters gerissen worden. Von Wasser- und Schlammmassen, die sich bis zu einem halben Meter über die Wonnitzer Straße zur Jenaer Straße türmten, erfährt der Leser im August. Berichtet wird da über das Hochwasser von 1970.

 

Die Bilder des Kalenders stammen allesamt aus dem ­Museumsbestand. Dieter Haase scannte und bearbeitete sie am Computer. Gedruckt wurde der neue Kalender in einer Auflage von 350 Stück. Erhältlich ist er ab sofort im Museum, in Antjes Postlädchen, auf der Burg, in der Stadtverwaltung, Im Blumen­geschäft Annett Grüttner sowie im „Residenzcafé“ in der ­AWO-Seniorenresidenz.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser von 1954: Als die Brücke den Bach runter ging

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Eine OTZ-Rezension hat Ulrich Götze aus Greiz veranlasst, seine Fotos von der 1954-er Flut hervor zu kramen. Damals war er Schüler und als Kurierfahrer im Hochwassereinsatz.

Greiz. Für ein Buch würden seine Bilder vom 1954-er Hochwasser nicht reichen, gibt Ulrich Götze zu verstehen. Aber er habe welche, die noch nirgendwo zu sehen waren, sagt der 77-jährige Greizer und packt ein Fotoalbumblatt aus. Die OTZ-Rezension von Gero Fehlhauers jüngstem Bildband „Hochwasser im Vogtland 1954 und 2013“ habe ihn animiert, mal wieder nach seinen bald 60 Jahre alten Fotos zu schauen. Acht Schwarzweißaufnahmen sind auf dem Karton im A4-Format aufgeklebt und die Beschriftungen spannen so richtig einen Bogen – von „Der harmlose Anfang“ bis „Die Hainbergbrücke kam am Sonnabend früh gegen 5 Uhr vorbeigeschwommen“. Wobei Letzteres nur eine Notiz zur Erinnerung an so nie wieder Erlebtes sei. Denn just in dem Moment, als die Brücke buchstäblich den Bach runter ging, habe er nicht an seine Kamera gedacht.

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Fast immer habe er sie in den Tagen des 1954-er Hochwassers am Mann gehabt. „Ich war damals Oberschüler, stand kurz vor dem Abitur“, erzählt Ulrich Götze. „Auf einmal hieß es: Der Schulbetrieb ist eingestellt und du wirst eingesetzt als Kurier­fahrer. Ich hatte mit 16 bei der GST“, der Massenorganisation Gesellschaft für Sport und Technik, „meinen Motorradführerschein gemacht, und mit meinem Fahrlehrer Horst Sommer und einigen anderen Kameraden waren wir nun im Hoch­wassereinsatz. Damals war ja so ziemlich alles zusammen­gebrochen und es gab ja viel weniger Kommunikationsmöglichkeiten als heute, da waren wir viel wert.“ Vom Rat der Stadt oder des Kreises habe er die verschiedensten Anweisungen entgegen genommen, die er dann mit seiner EMW 350 oder – bei zu hohem Wasser für das Krad – auch zu Fuß mündlich überbrachte. Als Legitimation seines offiziellen Ein­satzes habe allein die GST-Uniform gedient. „Einmal musste ich in den Laagweg“und dem Elektriker sagen: Du musst sofort antraben, wie auch immer“, nennt Götze ein Einsatzbeispiel. Der Elektriker habe auf ihn gehört.

 

Mit seiner Kamera aus den Dresdner Pentacon-Werken hat er den überfluteten Burgplatz abgelichtet. Die Bahnhofstraße als Seeweg und der Goethepark“als Lagune sind unter seinen historischen Aufnahmen. Besonders dramatisch erscheinen Bilder der total abgesoffenen ehemaligen Gärtnerei Giesler, die einst im Bereich des heutigen Schlossgartens stand. Auf einem seiner Brücken-Fotos zeigt Götze einen schwarzen Fleck, von dem man annimmt, dass es ein Baumstamm sein könnte. „Das war eine Hundehütte“, klärt Ulrich Götze auf. Um nach einer Kunstpause hinzu zu fügen: „Der Hund war noch an der Kette. Und tot.“

Vielleicht eine Woche sei er als Kurierfahrer im Hoch­wassereinsatz gewesen, überschlägt Ulrich Götze. Über­nachtet wurde in einem Klassenzimmer in der heutigen Lessing-Regelschule – „mit dem besten Blick auf die Elster“. Angst habe er keine gehabt, ebensowenig seine Eltern, die ihn in seinem Tun bestärkt hätten. „Wir haben das getan, weil es getan werden musste. Uns zur Verfügung zu stellen, war selbstverständlich.“

Nach der 1954-er Flut sei zwar „Einiges getan worden“ zum Hochwasserschutz, blickt der Dipl.-Ing.-Ökonom zurück, der sein Arbeitsleben u. a. bei der Wismut, in der Papierfabrik, beim VEB Hauswirtschaftliche Dienstleistungen und Reparaturen, im Chemiewerk, nach der Wende im Landratsamt verbracht hat. Aber seine Meinung sei da immer gewesen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Ulrich Götze ist überzeugt: „Wenn die Weiße Elster und die Göltzsch gemeinsam kommen, kann man so viel Staudamm gar nicht bauen.“ Die 2013-er Flut habe ihm da leider Recht gegeben. Seiner Meinung nach wären „mehr Überflutungsflächen beziehungsweise überhaupt welche“ der beste Hochwasserschutz. „Aber wo will man sie im Elstertal machen?“ Die Antwort auf diese Frage überlässt er kundigeren jüngeren Leuten.

 

Quelle: otz.de