Nach der Flut kam der Hagel und zerstörte den wenigen Rest

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das wenige, das das Hochwasser heil gelassen hat, zerstörte jetzt der Hagel. Guderjahns in Schönhausen haben wie andere auch die Kraft der Natur am Sonnabend erneut zu spüren bekommen. Die taubeneigroßen Hagelkörner schlugen das Glas des Gewächshauses ein, übersäten das gerade mal zwei Jahre alte Auto mit unzähligen Dellen, durchschlugen Dachrinnen und hinterließen in der Fassade Löcher im Putz. Und im Haus, das gerade mit offenen Fenstern mühsam trocknet, stand nach dem Schauer wieder das Wasser. „Das ist alles kaum zu glauben. Erst die Flut, jetzt der Hagel – mehr geht nicht!“ Christel und Frank Guderjahns Wohnhaus in der Märsche stand nach dem Deichbruch 1,30 Meter hoch im Wasser, auch ihre Mietwohnungen haben enormen Schaden erlitten und sind unbewohnbar.

Mit der Familie, mit Freunden und unbekannten Helfern haben sie in den zurückliegenden Wochen alle Wohnungen entkernt, „allein hätten wir das niemals geschafft“, ist das Ehepaar froh über die tatkräftige Unterstützung.

Auch betriebliche Folgen für den Landhandel

Auch betrieblich hat die Flut Folgen. Denn zu ihrem BHG-Landhandel gehört die Annahme von Getreide. „90 Prozent meiner langjährigen Kunden können dieses Jahr nichts ernten und demzufolge auch kein Getreide abliefern. Nur einige Bauern aus dem Bereich Wust/Melkow bringen ein paar Fuhren“, denkt Frank Guderjahn daran, dass jetzt eigentlich Haupterntezeit ist.

Aber er resigniert nicht. „Jammern hilft ja nichts! Wir hatten eine andere Lebensplanung und müssen nun von vorn anfangen. Bis zum 10. Juni war alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Und dann mussten wir hilflos zusehen, wie das Wasser kam und alles vernichtet hat.“ Nur wenige Dinge konnten Guderjahns retten. In der Nacht des Deichbruches hatten sie noch das Getreide aus dem Lager abholen lassen – dieser Bereich ist trocken geblieben. Dinge, die zu Hause höhergestellt wurden, sind aufgrund der Höhe auch unbrauchbar geworden. Umso größer war die Freude, als verschiedene Dinge, die weggespült worden waren, irgendwo in der Nähe wieder auftauchten, beispielsweise zu Sitzmöbeln umgearbeitete Wurzeln, die sich im Zaun verfangen hatten.

Das Gewächshaus wollte Christel Guderjahn jetzt eigentlich wieder bepflanzen – nach dem Hagel ist auch dieses Stück Erinnerung vernichtet.

Quelle: volksstimme.de

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