Papierfabrik Greiz: Schäden erst nach Hochwasser aufgetaucht

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Hochwasser in der Göltzsch hat Gebäude der Koehler Greiz GmbH zwar verschont, aber das für die Produktion wichtige Wehr zerstört. Papierfabrik rechnet mit Schaden von weit über 100 000 Euro.

Der Schock kam erst, als das Hochwasser weg war: Die Göltzsch hat in der Koehler Greiz GmbH großen Schaden angerichtet. Mit weit über 100.000 Euro rechnet Werkleiter Holger Palm, der „Bauchschmerzen“ hat, wenn er an die am Donnerstag wieder startende Produktion denkt.

Derzeit stehen die Maschinen in der Papierfabrik planmäßig still, Wartungsarbeiten werden dort jedes Jahr um diese Zeit durchgeführt. Die Produktion kann übermorgen nur mit Hilfe eines Provisoriums aufgenommen werden. Denn das 50 Zentimeter hohe Wehr, das die Firma 1996 errichtet hat, wurde vom Hochwasser zerstört. Palm erklärt, warum der Bau des Wehrs notwendig war: „Wir haben das Problem bei Niedrigwasser, das Göltzschwasser in die Fabrik zu bekommen.“ Mit dem Wehr war es jedoch möglich, die 60 Kubikmeter Brauchwasser pro Stunde in die Produktionshallen zu leiten.

Bis Donnerstag ist die notwendige Reparatur auf keinen Fall erledigt, so dass eine Übergangslösung gefunden werden muss, damit die Arbeit weiter gehen kann. „Im Extremfall müssen wir eine Pumpe reinstellen“, so Holger Palm, nicht glücklich über die Situation, die das Unternehmen zusätzlich Geld kosten wird. Am meisten ärgert den Papierfabrik-Werkleiter aber das: „Ich habe jetzt ein Genehmigungsverfahren am Hals.“ Und das kann sich hinziehen, fürchtet er. Planungsbüro und Fachfirma für die Bauausführung gilt es zu finden, was jetzt auch nicht so einfach sein – nach dem Hochwasser haben die gut zu tun.

Dennoch sollen die Maschinen am Donnerstag wieder laufen, selbst während des Hochwasser standen sie lediglich einen Tag still. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Zwar war die Situation vor allem dann kritisch, als das Wasser fast die Brücken am Firmengelände überspülte, aber ins Gebäude ist es nicht eingedrungen. So ging die Produktion wieder an den Start.

„Aber es ist kein Lkw an uns rangekommen“, beschreibt der Greizer Koehler-Chef die nächste Herausforderung. Denn sowohl auf Hilfsstoffe, als auch auf den Braunkohlenstaub für das firmeneigene Heizkraftwerk ist die Papierfabrik angewiesen. Dank der Unterstützung der Stadt und der Polizei sei es gelungen, die Laster dennoch in das Werk zu leiten. „Wir mussten nur zwei Termine verschieben, alle anderen haben wir eingehalten“, erzählt Holger Palm, der Schlimmeres befürchtet hatte. Denn wenn sein Unternehmen nicht hätte liefern können, hätte die Gefahr bestanden, dass die Kunden zur Konkurrenz abwandern. „Da sind wir glimpflich davon gekommen“, freut sich Palm.

Kein Grund zur Freude ist allerdings der Blick auf die Schadensbilanz. Zu dem Wehr, das zu reparieren wohl allein über 100″000″Euro kosten wird, kommen weitere Reparaturen. Die gepflasterte Löschwasserentnahmestelle muss befestigt werden, auch der Auslauf der Kläranlage wurde unterspült und muss wieder in den alten Zustand versetzt werden. Zudem muss ein Hang wieder stabilisiert werden. „Ganz ehrlich: Ich habe das erst unterschätzt“, gibt der Werkleiter zu.

Quelle: tlz.de

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