Helfer unterstützen beim Wiederaufbau

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Aken

Die Gemeinschaft „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“ unterstützt eine junge Familie aus Aken beim Wiederaufbau ihres erst im Vorjahr neu bezogenen Hauses. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75.000 Euro.

 

Erst im November vergangenen Jahres zogen Andrea Miethig und Mario Elß mit ihren Kindern Adrian (7) und Maria (2) in ihr neu gebautes Haus in der Kleinzerbster Straße in Aken ein. „Es ist unser Traumhaus. Den Bautyp Bungalow haben wir bewusst gewählt, mit Blick auf das Alter“, sagt sie. In diesem Sommer nun sollten die Außenanlagen in Angriff genommen werden.

Daraus wird aber vorerst nichts. Das Haus der jungen Familie wurde während des Hochwassers überflutet. Das Wasser stand mehrere Tage lang einen halben Meter hoch in allen Räumen – mit verheerenden Folgen. Sämtliche Möbel, Haustechnik, Fliesen, Fußbodenheizung, alles war hinüber. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75 000 Euro. „Ich habe zwei Wochen neben mir gestanden und nur geweint“, blickt Andrea Miethig zurück. Sie musste sich ärztlich behandeln lassen.

Ihrem Mann erging es kaum anders, auch er war geschockt, als er durch das überflutete Haus waten musste und die Verwüstungen sah. Beide haben inzwischen wieder neuen Lebensmut gefasst, was in großem Maße auch den Helfern aus Quedlinburg und Umgebung zuzuschreiben ist, die beim Wiederaufbau des Hauses tatkräftig anpacken.

Initiator des Ganzen ist Karsten Dannenberg, Chef einer Dach- und Fassadenbaufirma in Quedlinburg. „Ich habe im Fernsehen viele Berichte über die Flut und helfende Menschen gesehen. In einer solchen Situation nichts zu tun, da hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen“, begründet der 41-Jährige seine Hilfsbereitschaft, der sich noch viele andere Menschen anschlossen. Entstanden ist ein Netzwerk mit dem Namen „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“. Mehr als 150 Menschen sind laut Karsten Dannenberg inzwischen dabei, tauschen sich zumeist über Facebook und E-Mails aus, haben entweder Geld und Dinge für das Haus gespendet oder haben in Aken mit angepackt.

Ihren Anfang machte die „Flutopferhilfe“ am 8. Juni, als man 3000 Liter Getränke nach Magdeburg brachte und dort Sand schippte. Von der ersten Aktion blieben 25 Euro übrig, die Helfergemeinschaft beschloss, weiter Geld zu sammeln. Einer aus der Runde regte schließlich an, sich auf eine vom Hochwasser betroffene Familie zu konzentrieren. „Man kann vielen Betroffenen mit kleinen Beträgen zwar etwas helfen, aber eben nicht sonderlich erfolgreich“, sagt Karsten Dannenberg. Aus dem Netzwerk heraus kam auch der Vorschlag, Andrea Miethig und Mario Elß zu unterstützen.

Karsten Dannenberg machte sich mit Andreas Grosser, einem Geschäftspartner, am 22. Juni auf den Weg nach Aken. Die in Baufragen bewanderten Männer schauten sich die Schäden an und legten fest, was alles zu tun ist. Ein erster Arbeitseinsatz fand am 29. Juni statt, 20 Leute waren in die Elbestadt gekommen. „Wir haben 145 Quadratmeter Fußboden rausgestemmt, Fußbodenheizung und Dämmung herausgerissen“, schildert Karsten Dannenberg. Beim zweiten Einsatz am vergangenen Sonnabend rückten 16 Quedlinburger an, um im gesamten Haus den Putz wegzustemmen – in etwa von der Höhe, in der das Wasser stand. Nicht nur Männer packten an, auch einige Frauen waren mitgekommen. Carmen Hoffmann war eine von ihnen. „Ich möchte einfach nur helfen“, sagte die Mitarbeiterin des Quedlinburger VHS-Bildungswerkes, die über Facebook auf die „Flutopferhilfe“ aufmerksam geworden war.

Auch die Hausherren stemmten Putz weg, schleppten ihn in Eimern nach draußen in einen Container. „Ich empfinde die Hilfe als großes Glück und bin diesen Menschen unglaublich dankbar“, äußert Andrea Miethig. Schon seit dem 8. Juni, als die Akener wegen des Hochwassers evakuiert wurden, lebt sie mit ihrer Familie im Elternhaus in Wulfen, beengt zwar, aber das muss eben gehen. Sie freut sich bereits auf den Tag, an dem sie wieder in ihr Haus einziehen kann.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Familie bis Oktober, spätestens aber zu Weihnachten im Haus zu haben“, sagt Karsten Dannenberg. So lange werde die „Flutopferhilfe“ die Werbetrommel für das Projekt rühren.

Quelle: mz-web.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s