Spenden haben Flutopfer meist noch nicht erreicht

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Bei Landkreisen und Städten in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut große Spenden angekommen. Doch vielerorts ist das Geld noch nicht an die Betroffenen ausgezahlt worden – aus gutem Grund.

Nach dem Rekordhochwasser in Sachsen-Anhalt haben viele Menschen Geld gespendet. Mindestens 2,1 Millionen Euro sind bei betroffenen Landkreisen und Städten Sachsen-Anhalts eingegangen. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, wurde in vielen Fällen allerdings noch nicht mit der Auszahlung begonnen – oder es wurden nur Sofortmaßnahmen ergriffen. Man wolle sich erst einen Überblick über die Zahl der Betroffenen verschaffen und staatliche Hilfen abwarten, hieß es bei vielen Stellen. So sollen unter anderem Mehrfachauszahlungen oder eine ungerechte Verteilung vermieden werden.

Hohe Spendenbereitschaft

Auf dem Spendenkonto der Landeshauptstadt Magdeburg sind inzwischen mehr als 450 000 Euro eingegangen, wie eine Sprecherin sagte. Es kämen immer noch Beträge hinzu, auch größere etwa aus Benefizveranstaltungen. Mit der Auszahlung werde die Stadt voraussichtlich Mitte bis Ende August beginnen. Derzeit würden Anträge gesammelt. Bei der Stadt Halle sind laut Verwaltung bisher mehr als 683 000 Euro eingegangen. Anträge würden noch bis Mitte August angenommen. „Wann mit der Auszahlung begonnen wird, steht im Moment noch nicht fest“, hieß es.

In Dessau-Roßlau liegen die Spenden bei knapp 70 000 Euro. Zu welchem Zeitpunkt sie ausgeteilt werden, könne er momentan nicht mitteilen, sagte ein Sprecher der Stadt. Beim Landkreis Stendal sind laut Landratsamt etwa 460 000 Euro Spenden eingegangen. Auch hier wartet der Kreis noch mit der Auszahlung.

Auch der Landkreis Wittenberg hat die Spenden in Höhe von knapp 70 000 Euro noch auf dem Konto. Sprecher Peter Gauert bezeichnete es als unstrittig, dass sie für solche Fälle eingesetzt werden sollen, in denen keine andere Hilfe greife – weder staatliche Soforthilfen noch Versicherungen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld soll eine Arbeitsgruppe über die Vergabe der Spenden entscheiden, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt seien auf dem Konto des Kreises knapp 40 000 Euro eingegangen.

Saalekreis hat Spenden schon verteilt

Der Salzlandkreis hat bis jetzt mehr als 108 000 Euro Spenden erhalten. Mit der Verteilung soll laut Landratsamt noch gewartet werden, bis ein bestimmtes Computerprogramm verfügbar ist. Damit sollen beispielsweise Mehrfachauszahlungen vermieden werden. Der Burgenlandkreis hat bislang 118 000 Euro gesammelt, wie Kämmerin Simone Husemann sagte. Es sei noch unklar, wann das Geld ausgezahlt werde.

Der Saalekreis dagegen hat die rund 100 000 Euro Spenden, die er eingenommen hatte, schon verteilt. „Wir haben das Geld zu gleichen Teilen an die acht betroffenen Kommunen weitergegeben“, sagte Sprecherin Kerstin Küpperbusch. Der Kreistag habe das entschieden. Die Bürgermeister wüssten am besten, wie das Geld eingesetzt werden sollte. Der Landkreis Jerichower Land verzeichnete aktuell keinen Eingang von Geldspenden. „Wir gehen davon aus, dass etwaige Spenden direkt an die Gemeinden gezahlt worden sind“, sagte Henry Liebe von der Pressestelle des Landkreises.

Auch bei den sozialen Organisationen in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut viele Spenden eingegangen. Das Deutsche Rote Kreuz hatte bis Mitte Juli für die Flutopfer in Deutschland bundesweit knapp 18,8 Millionen Euro gesammelt. Wieviel davon genau nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben von Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs müsse man dazu erst die genaue Zahl der Flutopfer in Sachsen-Anhalt abwarten. Dennoch habe man bereits geschätzte 100 000 Euro an etwa 100 Fälle ausgezahlt, die es besonders schlimm getroffen hat.

Finanzministerium hat bereits sieben Millionen ausgezahlt

Auch die Diakonie hatte bundesweit gesammelt und so gut 20 Millionen Euro an Spenden zusammenbekommen. Davon seien bisher 1,7 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen verteilt worden. Wieviel von den Spenden nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland nicht fest. Es werde immer im Einzelfall entschieden.

Die Caritas hat bundesweit etwa 12 Millionen Euro gesammelt. Zudem seien bei der Caritas für das Bistum Magdeburg rund 180 000 Euro eingegangen, sagte Klaus Skalitz, Caritas-Direktor der Diözese. Bisher seien Haushaltsbeihilfen gezahlt worden. Voraussichtlich ab Anfang September werden Anträge Betroffener angenommen. Beim Paritätischen in Sachsen-Anhalt sind es nach eigenen Angaben aktuell knapp 623 000 Euro. Mit der schrittweisen Auszahlung des Geldes habe man bereits am 11. Juli begonnen.

Beim Finanzministerium in Sachsen-Anhalt ist die Auszahlung der Soforthilfe in vollem Gange. Nach Angaben von Sprecher Wolfgang Borchert sind bisher mehr als sieben Millionen Euro an Soforthilfe ausgezahlt worden. Zusätzlich seien noch einmal knapp 2,9 Millionen Euro Sofortmaßnahmen für Hauseigentümer geflossen, beispielsweise für das Auspumpen von Kellern. Noch bis Mitte August sollen Soforthilfen ausgezahlt werden.

Quelle: mz-web.de

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