Defizite in der Abstimmung eingeräumt

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Obwohl während des Hochwassers jede Hilfe gebraucht wurde, durften die Feuerwehrleute aus Akens Partnerstadt Erwitte nicht zu dem freiwilligen Einsatz. Die Bezirksregierung hatte dies verboten. Nun räumt der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, Fehler ein.

Sie saßen schon in ihren Fahrzeugen und wollten losfahren nach Aken, wo sich die Hochwasserlage dramatisch zuspitzte und jede helfende Hand gebraucht wurde. Doch die Feuerwehrleute aus der Partnerstadt Erwitte mussten zu Hause bleiben, weil die Bezirksregierung für den Hilfseinsatz ein Verbot aussprach. Dieser Vorfall sorgte für viele Diskussionen, bei den Erwitter Kameraden ebenso wie an der Elbe. Auch Jan Korte erfuhr davon, als er während der Hochwassertage bei der Technischen Einsatzleitung in Aken vorbeischaute. „Ich fand das schon hochgradig bedenklich. Da wollen Leute helfen, doch es wird ihnen untersagt“, äußerte der Bundestagsabgeordnete der Linken. Er habe daher dem Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), einen Brief geschrieben und nach den Hintergründen der damaligen Entscheidung gefragt.

Korte hat jetzt Antwort bekommen. Er bedauere es sehr, so Jäger, dass die Entscheidung zu großer Enttäuschung bei den Betroffenen geführt habe. „Die Stadt Erwitte, die Bezirksregierung Arnsberg, der Kreis Soest mit den Vertretern der Feuerwehr haben zwischenzeitlich die Abläufe und Kommunikationswege in einem konstruktiven Gespräch diskutiert. Sie stimmen überein, dass es Defizite gegeben habe“, schrieb der Innenminister. Eine wesentliche Ursache sei gewesen, dass die Stadt Erwitte „keine Kenntnis von ihrer Einbindung in die Gesamtkoordinierung gehabt habe“.

Als Schlussfolgerung des Elbehochwassers im Jahr 2002 sei in Nordrhein-Westfalen ein System der gegenseitigen überörtlichen Hilfe entwickelt worden, um bei größeren Schadenereignissen helfen zu können. Auf dieses System wurde jetzt zurückgegriffen unter der Vorgabe, Hilfsleistungen über das Innenministerium zu koordinieren. „Wir konnten auf dieser Grundlage allen betroffenen Ländern auf ihre Hilfeleistungsersuchen umfangreiche Hilfe anbieten. Sie wurde von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angenommen, wo in der Spitze 4300 Einsatzkräfte gleichzeitig und insgesamt 10000 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen bei der Deichverteidigung, der Betreuung und Versorgung sowie der Wasserrettung geholfen haben“, informierte der Innenminister.

Jan Korte hat aus dem Schreiben herausgelesen, aus den Erfahrungen dieses Hochwassers lernen zu wollen und Hilfsaktionen künftig besser zu regeln. „Wenn Menschen sich einander helfen wollen, darf diese Geste der Solidarität nicht an der Bürokratie scheitern“, sagte Jan Korte.

Quelle: mz-web.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s