Zwischen Hochwasser und Hitze

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Mähdrescher brummen wieder: Nach einigen Wetterkapriolen nutzen die Bauern die Hitzephase, um die Getreideernte hereinzubringen.

Vor einem Jahr standen sie vor schlammigen Äckern und tropfnassen Halmen. Da sind viele Landwirte schon einmal froh, dass ihnen ein solcher Auftakt zur Getreideernte 2013 erspart bleibt. Sonne und hochsommerliche Temperaturen ermöglichen den Mähdreschern jetzt freie Fahrt. In manchen Regionen Deutschlands sorgen sich Bauern nach wochenlanger Trockenheit allerdings auch um ihre Erträge. Anderen machen immer noch schwere Schäden des jüngsten Hochwassers zu schaffen. Angespannt schauen viele Betriebe auch auf die Entwicklung der Preise, die maßgeblich von den Weltmärkten bestimmt wird.

Wetterkapriolen gehören für die Branche zum Berufsrisiko. Nach dem langen Winter mit schneebedeckten Feldern teils bis April und einem verregneten, kühlen Frühling klingen die Einschätzungen nun aber eher vorsichtig. „Keine Spitzenernte“ dürfte es werden, heißt es beim Deutschen Bauernverband. Wegen Vegetationsrückständen liefen die Arbeiten vielerorts erst mit zwei Wochen Verzögerung an. „Die Ernte kommt später rein, aber sie kommt gut rein“, sagt Sprecher Michael Lohse. Vor dem Lagern getrocknet werden müsse Getreide nun nicht.

Viel Stroh, wenig Korn

In manchen Gebieten bereitet die aktuelle Hitzephase den Bauern aber schon Sorgen. „Viel Stroh und wenig Korn“, beschreibt etwa der Bayerische Bauernverband die bisher enttäuschenden Erntemengen. Auch bei Mais und Kartoffeln beobachten Landwirte „Trockenstress“. Das liegt mit daran, dass Pflanzen während des nassen Frühjahrs teilweise nur flache Wurzeln gebildet haben und nun kaum Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen können. Viele Gemüsebauern können immerhin Bewässerungsanlagen einschalten, um Salatfelder zu bewässern.

Auf ihren Winterweizen – die wichtigste Getreideart der Republik – richten manche Bauern inzwischen bange Blicke. „Regional ist schon zu erkennen, dass die Weizenbestände zu schnell abreifen, also in die Notreife gehen“, erklärt der Bauernverband. Dabei hat das Wetter in der Agrarbilanz schon jetzt Spuren hinterlassen. Bei Spargel kamen nur zwei Drittel der üblichen Erntemengen zusammen. Dem Geschäft mit Erdbeeren hätte mehr Frühlingssonne gut getan. Und das Hochwasser in mehreren Bundesländern zog dann schlagartig 200 000 Hektar Acker aus der Produktion, knapp drei Prozent der gesamten Ackerfläche.

Quelle: mittelbayerische.de

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