Über 44 Millionen Euro Privatschäden

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Stendal

879 Häuser standen im Wasser / Zehn Gebäude müssen abgerissen werden / Viertel versichert 

Die Schäden, die durch das Hochwasser an Privatgebäuden entstanden, sind immens. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) hat sie erfassen lassen. Gestern stellte er die Ergebnisse vor. „Insgesamt standen 879 Gebäude im Wasser, 431 davon sind in den vergangenen Tagen auf statische Schäden überprüft worden“, sagte Wulfänger. Das sei nicht bei jedem Haus notwendig, in dessen Keller Wasser gestanden hat.

Für zehn Häuser besteht keine Chance mehr, sie müssen abgerissen werden. Zusätzlich haben zwei Häuser so große Ölschäden davongetragen, dass auch sie abgerissen werden sollen. Bei vier weiteren Häusern ist es noch fraglich, ob sie saniert oder abgerissen werden sollen. Zudem wurden sieben Nebengebäude dem Erdboden gleichgemacht.

Rund ein Viertelder Schäden durchVersicherungen gedeckt

Und das ist noch nicht die komplette Bilanz. „Durch das sinkende Grundwasser treten nach und nach weitere Schäden zu Tage“, sagte Wulfänger. So sind an 18 Wohngebäuden Risse festgestellt worden, ebenso an vier Nebengebäuden. Vier Häuser sind abgesackt. „Da muss man beobachten, ob sie stabil bleiben oder noch weiter absacken“, meinte der Landrat. Außerdem werden 20 Ausspülungen im Auge behalten.

Die finanziellen Schäden sind immens. An den 879 Häusern entstanden Schäden in Höhe von rund 44,7 Millionen Euro. Der entstandene Schaden pro Haus beläuft sich damit auf 50900 Euro. Allerdings ist die Schadenshöhe regional sehr unterschiedlich. „In Fischbeck beträgt der Schaden im Durchschnitt 85000 Euro“, erläuterte Wulfänger. Die meisten Häuser, 210, wurden in Schönhausen beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf rund 10,8 Millionen Euro. Es folgt Wust-Fischbeck mit 196 und rund 13,8 Millionen Euro Schaden. Allerdings wurden nicht nur Gebäude im ostelbischen Raum in Mitleidenschaft gezogen.

So gibt es in Tangerhütte 75 beschädigte Wohngebäude mit einem Gesamtschaden von rund drei Millionen Euro, in der Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Goldbeck sind es immerhin noch elf Gebäude, an denen Schaden in Höhe von rund 272000 Euro entstand.

Rund ein Viertel der Schäden, etwa 10,2 Millionen Euro, sind durch Versicherungen abgedeckt. Bislang wurden im Landkreis 1403 Anträge auf Soforthilfe gestellt. Dies taten sowohl Einwohner als auch Eigenheimbesitzer. Jeder erwachsene Einwohner erhält 400 Euro, jedes minderjährige Kind 250 Euro. Pro Haushalt werden maximal 2000 Euro gewährt. Jeder betroffene Hauseigentümer kann bis zu 2000 Euro für entstandene Flutschäden erhalten. Mit diesem Geld sollen Kosten wie das Auspumpen von Kellern oder das Trocknen und Säubern von Wohnräumen erstattet werden. Allerdings wird gezahlte Einwohner-Soforthilfe mit der Eigentümer-Soforthilfe verrechnet.

Bis zu 80 Prozent der Schadenssumme bekommen die Menschen im Überflutungsgebiet von staatlicher Hand erstattet. Beträge, die von Versicherungen geleistet wurden, werden angerechnet. „Ab dem 5. August werden Mitarbeiter der Investitionsbank vor Ort sein, um die Schäden zu begutachten“, kündigte Wulfänger an. Er rechnet damit, dass das bei der großen Anzahl der Geschädigten einige Zeit in Anspruch nehmen wird. „Da wird es Schlangen geben“, vermutet er.

Bei Hausabrissgibt es keineSoforthilfe

Das Netz der Hilfe fängt zunächst aber nicht alle auf. „Für die Menschen, deren Häuser abgerissen werden, gibt es keine Soforthilfe, das ist bedauerlich“, erklärte Wulfänger. So habe er sich mit einem Schreiben an das Finanzministerium gewandt und um eine Lockerung der Richtlinien gebeten. Aus dem Bullerjahn-Ministerium kam dann aber die Antwort, dass die Richtlinie so bestehen bleibt. Es werde in Magdeburg an einer neuen Richtlinie gearbeitet. „Letztlich ist es wichtig, dass die Menschen das Geld bekommen“, meinte Wulfänger abschließend , „aufgrund welcher Richtlinie wird ihnen dabei egal sein“.

Quelle: volksstimme.de

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