Ins Thema Hochwasserschutz im Starzeltal kommt Bewegung.

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Wegweisende Entscheidungen fällte der Zweckverband Hechingen-Rangendingen gestern Abend. Schon in den nächsten Wochen sollen erste Rückhaltebecken gebaut werden.

Die Runde, der die beiden Bürgermeister Dorothea Bachman und Johann Widmaier sowie Gemeinderäte beider Kommunen angehören, steigt jetzt ein ins Geschäft. Der Haushaltsplan für 2013 steht, die Landeszuschüsse sind zugesagt, die ersten Bauaufträge vergeben. Noch im Sommer sollen das Drosselbauwerk Katzenloch bei Boll und die beiden kleineren Rückhaltebecken St. Luzen an der B 27 in Hechingen umgesetzt werden. Die Aufträge gingen für 114 000 Euro an die Firma Hirt aus Villingendorf und für 350 000 Euro an Dehner und Dieringer aus Rangendingen.

Baubeschlüsse fasste der Zweckverband auch für zwei Projekte in Rangendingen: Der Stausee, Puffer gegen Hochwasser, und das Rückhaltebecken Wolfental sollen saniert werden. Wie Johann Widmaier erklärte, erfolge dies jedoch frühestens 2014. Der Stausee muss abgelassen werden, um die Schäden untersuchen zu können; dies soll erst nach der Badesaison erfolgen. Rangendingen hat aber auch Nutzen von den Hechinger Becken. Wasser, das gedrosselt in die Starzel fließt, richtet auch flussabwärts keinen Schaden an.

Nächstes Jahr könnte es in Stetten weitergehen. Am Uttenbach soll ein kleineres Rückhaltebecken die Wohnsiedlung schützen und den Reichenbach entlasten. Schwieriger könnte es werden, das geplante Großbecken Reichenbach zu bauen. Es soll 185 000 Kubikmeter fassen und das »Herzstück« im Gesamtkonzept bilden. Ein Baubeginn wäre 2014 möglich, aber nur, wenn die Anlieger mitspielen. Denn die Fläche gehört vier Privateigentümern. Die Runde appellierte an sie eindringlich, die Flächen zu verkaufen. Planer Markus Heberle aus Rottenburg ist überzeugt, dass das Konzept funktioniert. In Hemmendorf wurde ein vergleichbares System umgesetzt, der Ort sei beim jüngsten Hochwasser schadlos davongekommen. Die Becken fügen sich laut Heberle gut in die Landschaft ein. Genutzt werden sollen Dämme, wie ohnehin schon da sind, etwa die Trasse B 27 bei St. Luzen. Auch das natürliche Gelände mit Mulden werde ausgenutzt. Der Zweckverband will noch eine ganze Reihe weiterer Verbesserungen umsetzen, darunter Dämme und höhere Bachmauern in den Ortschaften, um gefährdete Bereiche zu schützen. Wie das konkret aussieht, soll der Planer noch untersuchen. Er erhielt dafür den Planungsauftrag für 232 000 Euro. Außerdem soll er ein Frühwarnsystem entwickeln, das beispielsweise Pegelmesser an neuralgischen Punkten wie Brücken vorsieht.

Das Gesamtkonzept wird derzeit mit 4,8 Millionen Euro beziffert, wobei die Kosten noch steigen können. Laut Michael Dehner von der Stadtkasse Hechingen zeichne sich bereits bei den ersten Projekten eine Überschreitung des Budgets ab. Bürgermeisterin Bachmann ist zuversichtlich, dass es die beiden Kommunen trotzdem gut stemmen können. Die Investition wird über mehrere Jahre verteilt umgesetzt und teils über Darlehen finanziert. Der jährliche Aufwand sei »überschaubar«.

Erfrischender Moment: Bachmann hatte den Ingenieur gebeten, sich kurz zu fassen und auf Fachchinesisch zu verzichten. Als der Planer umgehend wieder mit Kürzeln, Rechengrößen und Spezialtermini um sich warf, hob die Bürgermeisterin den Finger: »Ich sag’s ganz ehrlich: Ich verstehe kein Wort.« Danach konnten auch die Laien halbwegs folgen.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

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