Archiv für Juli 27, 2013

Deich bei Fischbeck wird 2014 neu gebaut

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Der Elbedeich bei Fischbeck soll zügig neu gebaut werden. Das hat der Chef des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, auf einem Forum von MDR SACHSEN-ANHALT in Schönhausen angekündigt. Der Deich werde DIN-gerecht auf einer Länge von acht Kilometern erneuert, hieß es. Dies betreffe den Abschnitt von Jerichow in Richtung Norden bis zur Bundesstraße 188. Auch die übrigen, unsicheren Deichgebiete sollten so schnell wie möglich angepackt werden, kündigte Henning an. Der Bürgermeister der Gemeinde Elbe-Havel-Land, Bernd Witt, sagte, es seien Nägel mit Köpfen gemacht worden.

Unsanierter Deich brach durch Hochwasser

Der unsanierte Elbedeich bei Fischbeck hatte dem Hochwasser nicht standgehalten und war gebrochen. Weite Teile des Elb-Havel-Winkels liefen mit Wasser voll. In gut 20 Ortschaften wurden enorme Schäden verursacht. Erst nach einer Woche konnte das Leck im Deich wieder geschlossen werden. Dazu wurden Lastkähne versenkt. Mittlerweile wurden die Schiffe wieder entfernt. Eine Spundwand dichtet nun den Deich ab.

Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Hochwassergebiet in der Altmark besucht. Dabei sagte die Regierungschefin den Opfern im Elb-Havel-Winkel schnelle Hilfe zu. Noch im August solle erstes Geld aus dem Hilfsfonds von Bund und Ländern fließen.

Quelle: mdr.de

Deiche oder Auen? Das ist hier die Frage

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach der Juni-Flut an Elbe und Donau ist ein Streit über den richtigen Hochwasserschutz entbrannt. Naturschützer wollen den Flüssen vor allem wieder mehr Raum geben, die Politik will Polder anlegen.

 

Mit der Hitze steigt die Waldbrandgefahr zwischen Elbe und Havel. Dort, wo vor wenigen Wochen noch 150 Quadratkilometer Land unter Wasser standen, herrscht derzeit die höchste Alarmstufe. Und doch ist Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) ganz froh über das trockene Wetter. Solange keine Sturzregen niedergehen, ist kein neues Hochwasser zu befürchten.

Der geborstene Elbdeich bei Fischbeck im Landkreis Stendal ist lediglich mit einer Spundwand provisorisch repariert. Der Deichbau steht daher ganz oben auf der Prioritätenliste des Landes. „Das muss jetzt sehr schnell gehen“, sagt Haseloff und versichert: „Am Hochwasserschutz wird nicht gespart.“

Bis 2020 will allein Sachsen-Anhalt weitere 600 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investieren. Das Land kann mit der Unterstützung aus Fördertöpfen der Europäischen Union und des Bundes rechnen und hofft zudem auf etwa 100 Millionen Euro aus dem aktuellen Fluthilfefonds.

Auch Bayern hat nach dem verheerenden Juni-Hochwasser an der Donau sein Aktionsprogramm zum Hochwasserschutz überarbeitet und die Gelder für die notwendigen Maßnahmen aufgestockt. Bis 2020 will das Land insgesamt 3,4 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investieren. Die notwendigen Planungsverfahren sollen verkürzt werden. Um die Arbeiten zu beschleunigen, wurden bereits 150 neue Stellen geschaffen.

Mehr Überflutungsräume schaffen

Über die richtigen Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen wird jedoch heftig gestritten – zwischen den Parteien, aber auch zwischen Politik und Naturschutz. Einig sind sich alle Beteiligten lediglich, dass es nicht mehr ausreicht, immer höhere Deiche und Flutmauern zu bauen.

Auf die Kombination von technischem und ökologischem Hochwasserschutz kommt es an. Doch da gehen die Vorstellungen auseinander. Die Naturschutzverbände fordern, den Flüssen in erster Linie wieder mehr Raum zu geben.

Nabu-Präsident Olaf Tschimpke verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem sich Union und FDP zum Ziel gesetzt hätten, natürliche Auen zu reaktivieren und Flusstäler zu renaturieren. Passiert sei aber nicht viel, kritisiert Tschimpke. Das 2005 noch von Rot-Grün verabschiedete Hochwasserschutzgesetz sei vom Bundesrat „massiv verwässert“ worden – indem es etwa Ausnahmeregelungen für das Bauverbot in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten gibt.

Die Naturschützer fordern als Konsequenz aus dem jüngsten Hochwasser, entlang der Flüsse „naturnahe Überflutungsräume“ zu schaffen. Dabei haben sie vor allem die Bundeswasserstraßen im Blick. Diese sollten auf ihren volkswirtschaftlichen Nutzen überprüft werden. Ineffiziente Schifffahrtswege sollten aufgegeben und renaturiert werden. Eine Renaturierung bringe für eine Region mehr als etwa marode Schleusen zu unterhalten, argumentiert Tschimpke.

Zwei Drittel der Auen sind verschwunden

Zur Renaturierung gehört, den Flüssen ihre natürlichen Überschwemmungsflächen zurückzugeben. Eine Studie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) hat ergeben, dass entlang der Flüsse in Deutschland zwei Drittel der ursprünglichen Auen ausgedeicht wurden.

Nur noch ein Drittel dieser Auenflächen ist erhalten – und wird zu einem großen Teil landwirtschaftlich genutzt. Nach Einschätzung von BfN-Präsidentin Beate Jessel gehören diese intensiv genutzten Ackerflächen aber nicht dorthin. Sie plädiert für Flächentausch oder veränderte Nutzungskonzepte.

Jessel rechnet vor, dass die 15.000 Quadratkilometer Auenflächen an insgesamt 79 Flüssen einen großen Nutzen für die Gesellschaft erbringen. Bei Hochwasser schützen sie als natürliche Überschwemmungsflächen entlang von Flüssen Vermögenswerte von mehr als 300 Milliarden Euro.

Sie filtern Jahr für Jahr 42.000 Tonnen Stickstoff und mehr als 1000 Tonnen Phosphor aus dem Wasser und leisten so einen Beitrag zur Reinhaltung der Flüsse. Diese Filterleistung der Auen entspricht einem Betrag von 500 Millionen Euro, der eingesetzt werden müsste, um das Wasser mit technischen Maßnahmen zu reinigen.

Strenge Vorschriften an den Deichbau

Um neue Auen zu schaffen, müssten Deiche zurückverlegt werden. An der mittleren Elbe bei Dessau wurde eine solche Deichrückverlegung durchgeführt. Beim jüngsten Hochwasser hat sich der neue Deich bewährt. Die Elbe konnte sich auf einer zusätzlichen Fläche von 140 Hektar ausbreiten – was den Pegel an diesem Flussabschnitt um einige Zentimeter absenkte und so die Ortschaften hinter dem Deich vor einer möglichen Überflutung bewahrte.

Solche Beispiele sind auch für Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn eine Beleg dafür, dass es „der technische Hochwasserschutz allein“ nicht bringe. „Das Wasser muss sich wieder in die Auenwälder ausbreiten dürfen, sonst wird es sich seinen Weg beim nächsten Mal wieder durch die Innenstädte suchen.“

In der Praxis stoßen Deichrückverlegungen jedoch auf erhebliche Konflikte, weil Landwirte bereit sein müssen, die dafür notwendigen Flächen bereitzustellen. Der Bau neuer Deiche erfordert seit dem Hochwasserschutzgesetz von 2005 ohnehin schon mehr Fläche. So muss an der landwärtigen Seite ein Deichverteidigungsweg angelegt werden, der auch mit Schwerlastern befahren werden kann.

Auf der Wasserseite wird ein gehölzfreier Streifen verlangt. Entsprechend breiter müssen die Deiche an der Basis sein. Aus bislang 20 Metern werden so schnell 55 Meter und mehr. Rund eine Millione Euro kostet es heute, einen Kilometer neuen Deich zu bauen.

Treffen der Umweltminister im September

Wie es mit dem Hochwasserschutz weitergehen soll, wollen die Umweltminister von Bund und Ländern am 2. September beraten. So müssen die Maßnahmen am Oberlauf eines Flusses mit den sogenannten Unterliegers abgestimmt werden.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte bereits einen länderübergreifenden „Masterplan“ angemahnt. Die Konferenz der Ministerpräsidenten hat sich auf ein „Nationales Hochwasserschutzprogramm“ verständigt, für das die Länder nun konkrete Vorschläge machen müssen. Die Erfahrungen aus dem jüngsten Hochwasser sollen in dieses Konzept einfließen.

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeiken ist in diese Tagen entlang der Elbe unterwegs, um mit Bürgermeistern und Bauern zu sprechen. So sollen auch Flächen eingeeicht werden, um Polder zuschaffen. Sie können gezielt geflutet werden, um einem Hochwasser die gefährliche Spitze zu nehmen. Die Arbeiten an der Deichbruchstelle in Fischbeck sollen im kommenden Frühjahr beginnen.

Die Planungen haben bereits begonnen. Der Deich soll dort auf einer Länge von mehreren Kilometern eine ganz neuen Verlauf erhalten, sagt Aeiken. Vor allem aber soll der „gefährliche Knick“ verschwinden, an dem die Strömung der Elbe ein so zerstörerische Kraft entwickeln konnte, dass der Deich schließlich dem Druck nicht mehr standhielt und brach.

Quelle: welt.de

Lob für 20.000 Soldaten

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Sie haben Menschen gerettet, Deiche gesichert und Sandsäcke abgeworfen. Ohne die Soldaten der Bundeswehr wäre die verheerende Flut noch schlimmer ausgegangen. Bei einem zentralen Appell lobte der Verteidigungsminister seine Truppe.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Bundeswehrsoldaten und zivilen Helfern für ihren Hochwassereinsatz gedankt. An der zentralen Dankveranstaltung in der Clausewitz-Kaserne in Burg (Jerichower Land) nahmen am Donnerstag 700 Soldaten stellvertretend für ihre mehr als 20.000 Kameraden teil, die gegen die Flut gekämpft hatten. „Sie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Bundeswehr neben Auslandseinsätzen auch in der Heimat Hervorragendes leisten kann. Sie haben eine Haltung gezeigt, die das ganze Land tief beeindruckt hat“, sagte der Minister. Auch 300 Vertreter ziviler Hilfsorganisationen waren dabei.

„Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr haben aufopferungsvoll und mit hoher Professionalität am Schutz von Menschen und Eigentum mitgewirkt und an vielen Orten noch größere Schäden verhindert“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Auch bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe seien die Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit außergewöhnlich gewesen und weit über Sachsen-Anhalt hinausgegangen.

Nach Angaben der Bundeswehr waren während der Flut entlang an Elbe und Donau unter Führung des in Berlin stationierten „Kommandos Territoriale Aufgaben“ an insgesamt 22 Tagen Soldaten von Heer, Luftwaffe, Marine und Sanitätsdienst in Bayern, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Einsatz. Flugzeuge und Hubschrauber aller Teilstreitkräfte absolvierten mehr als 1400 Flugstunden, um Menschen zu evakuieren oder Sandsäcke zur Deichsicherung zu transportieren.

Quelle: mz-web.de

Nach Hochwasser 3 Millionen Euro verschlammt!

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Jörn Bender
Es klingt zunächst komisch, aber: Die Bundesbank hat nach dem Hochwasser vom Juni alle Hände voll zu tun. Es gilt, Euroreste aufzuspüren und verschlammtes und verdrecktes Geld zu tauschen. Ein Puzzle-Spiel.

Frank Herzog sitzt vor einem Häuflein Asche. Darin – angeblich – Reste von Geldscheinen im Wert von 150 Euro. Es ist einer der kniffligen Fälle, die bei den Experten im Mainzer Analysezentrum der Deutschen Bundesbank landen.

In den vergangenen Wochen hatten es die 13 Fachleute für beschädigtes Bargeld vor allem mit eher feuchter Ware zu tun: Nach dem Hochwasser im Juni im Süden und Osten Deutschlands wurde die Bundesbank mit schlammdurchweichten Banknoten geradezu überschwemmt.

Rund drei Millionen Euro Schlammgeld

«Die erste große Welle Flutgeld ist abgearbeitet. Die Anträge kamen vor allem von Banken und Firmen», bilanziert Horst Werner Hofmann, stellvertretender Leiter des Nationalen Analysezentrums.

100.000 schlammdurchweichte Banknoten im Wert von rund drei Millionen Euro habe die Bundesbank inzwischen durch neue Scheine ersetzt. Zum Vergleich: Üblicherweise kommen pro Monat durchschnittlich 70.000 beschädigte Banknoten in Mainz an. Im Jahr 2012 waren es insgesamt 840.000 im Wert von 32 Millionen Euro.

Experten puzzeln 5-Euro-Scheine zusammen

Beschädigtes Bargeld wird von der Notenbank erstattet – sofern zweifelsfrei geklärt ist, dass es echte Euro-Scheine sind. Und das kann mitunter dauern. Mit einem feinen Messer hebt Gutachter Herzog vorsichtig einen millimeterkleinen, verrußten Partikel aus der Asche und legt ihn unter ein Stereomikroskop.

Auf einem angeschlossenen Bildschirm sieht der Fachmann sofort: Eindeutig ein Rest eines Fünf-Euro-Scheins. Doch bis das komplette Puzzle zusammengefügt ist – mindestens die Hälfte des Scheins sollte idealerweise noch vorhanden sein – können Wochen oder gar Monate vergehen.

Geldscheine verschimmeln und vermodern

So viel Zeit hatten die Bundesbank-Prüfer im Falle des Geldes aus den Hochwassergebieten nicht. «Es war wichtig, dass wir die Flutgeld-Fälle schnell bearbeiten: Irgendwann fangen die Scheine an zu modern und zu schimmeln», erklärt Herzogs Kollege Uwe Holz. «Wenn die Scheinbündel komplett nass sind, ist das besser für uns. Sind sie erst einmal getrocknet, sind sie hart wie ein Betonklotz.»

Über zwei Männern summt eine überdimensionale Dunstabzugshaube. Darunter auf einem Tisch Bündel tintenverschmierter 50 Euro-Scheine. Mögliche Giftstoffe in der Farbe sollen schnell abgesogen werden. Vor kurzem wurden hier verschlammte Scheine aus Mulde und Elbe von Fachleuten in Augenschein genommen. Diese Geld – durchweicht und zusammengepappt – kam fast ausschließlich aus Sachsen und Sachsen-Anhalt, vor allem aus Grimma, Dresden und Magdeburg.

«Man riecht sofort, woher dieses Geld kommt: Es riecht vermodert», beschreibt es Damian Machura, stellvertretender Gruppenleiter im Bereich beschädigtes Bargeld des Analysezentrums. Behutsam muss Schein für Schein gelöst und gezählt werden. Stets zählen zwei Mitarbeiter, fällen unabhängig voneinander ihr Urteil. Gibt es dann noch Unklarheiten, wird ein dritter Fachmann zurate gezogen.

Es wird die Summe erstattet, die die Bundesbank ermittelt

Letztlich wird die Summe erstattet, die die Bundesbank ermittelt hat oder ein Erstattungsantrag wird abgelehnt. Weil gegen diese Entscheidung Klagen möglich sind, bewahrt die Bundesbank die beschädigten Scheine – gut verpackt – so lange in ihren Tresoren auf, bis Klagefristen verstrichen sind. Dann werden die Reste verbrannt.

«Oft fehlen wichtige Angaben, zum Beispiel zur Beschädigungsursache. Daher kommt es immer wieder zu Nachfragen beim Einreicher», sagt Machura. Nicht alle Fälle sind so offensichtlich wie der, den Uwe Holz gerade bearbeitet: Fein säuberlich liegen in gezackte Streifen geschnittene Fünf-, Zehn- und Zwanzig-Euro-Scheine nebeneinander auf Brettern im DIN-A-4-Format. Die Tageseinnahmen einer Bäckerei aus Bayern waren in die Brotschneidemaschine geraten.

Flutgeld aus Bayern ist bislang nicht bei der Bundesbank zur Erstattung eingereicht worden. Es könnte aber durchaus noch etwas nachkleckern. «Wir erwarten, dass in nächster Zeit noch einiges von Privatleuten aus den Hochwassergebieten kommen wird. Die Menschen hatten zunächst andere Sorgen», sagt Hofmann. «Die Erfahrungen früherer Hochwasser zeigen, dass sich das über einen längeren Zeitraum hinziehen kann.»

Quelle: news.de

Wegweisende Entscheidungen fällte der Zweckverband Hechingen-Rangendingen gestern Abend. Schon in den nächsten Wochen sollen erste Rückhaltebecken gebaut werden.

Die Runde, der die beiden Bürgermeister Dorothea Bachman und Johann Widmaier sowie Gemeinderäte beider Kommunen angehören, steigt jetzt ein ins Geschäft. Der Haushaltsplan für 2013 steht, die Landeszuschüsse sind zugesagt, die ersten Bauaufträge vergeben. Noch im Sommer sollen das Drosselbauwerk Katzenloch bei Boll und die beiden kleineren Rückhaltebecken St. Luzen an der B 27 in Hechingen umgesetzt werden. Die Aufträge gingen für 114 000 Euro an die Firma Hirt aus Villingendorf und für 350 000 Euro an Dehner und Dieringer aus Rangendingen.

Baubeschlüsse fasste der Zweckverband auch für zwei Projekte in Rangendingen: Der Stausee, Puffer gegen Hochwasser, und das Rückhaltebecken Wolfental sollen saniert werden. Wie Johann Widmaier erklärte, erfolge dies jedoch frühestens 2014. Der Stausee muss abgelassen werden, um die Schäden untersuchen zu können; dies soll erst nach der Badesaison erfolgen. Rangendingen hat aber auch Nutzen von den Hechinger Becken. Wasser, das gedrosselt in die Starzel fließt, richtet auch flussabwärts keinen Schaden an.

Nächstes Jahr könnte es in Stetten weitergehen. Am Uttenbach soll ein kleineres Rückhaltebecken die Wohnsiedlung schützen und den Reichenbach entlasten. Schwieriger könnte es werden, das geplante Großbecken Reichenbach zu bauen. Es soll 185 000 Kubikmeter fassen und das »Herzstück« im Gesamtkonzept bilden. Ein Baubeginn wäre 2014 möglich, aber nur, wenn die Anlieger mitspielen. Denn die Fläche gehört vier Privateigentümern. Die Runde appellierte an sie eindringlich, die Flächen zu verkaufen. Planer Markus Heberle aus Rottenburg ist überzeugt, dass das Konzept funktioniert. In Hemmendorf wurde ein vergleichbares System umgesetzt, der Ort sei beim jüngsten Hochwasser schadlos davongekommen. Die Becken fügen sich laut Heberle gut in die Landschaft ein. Genutzt werden sollen Dämme, wie ohnehin schon da sind, etwa die Trasse B 27 bei St. Luzen. Auch das natürliche Gelände mit Mulden werde ausgenutzt. Der Zweckverband will noch eine ganze Reihe weiterer Verbesserungen umsetzen, darunter Dämme und höhere Bachmauern in den Ortschaften, um gefährdete Bereiche zu schützen. Wie das konkret aussieht, soll der Planer noch untersuchen. Er erhielt dafür den Planungsauftrag für 232 000 Euro. Außerdem soll er ein Frühwarnsystem entwickeln, das beispielsweise Pegelmesser an neuralgischen Punkten wie Brücken vorsieht.

Das Gesamtkonzept wird derzeit mit 4,8 Millionen Euro beziffert, wobei die Kosten noch steigen können. Laut Michael Dehner von der Stadtkasse Hechingen zeichne sich bereits bei den ersten Projekten eine Überschreitung des Budgets ab. Bürgermeisterin Bachmann ist zuversichtlich, dass es die beiden Kommunen trotzdem gut stemmen können. Die Investition wird über mehrere Jahre verteilt umgesetzt und teils über Darlehen finanziert. Der jährliche Aufwand sei »überschaubar«.

Erfrischender Moment: Bachmann hatte den Ingenieur gebeten, sich kurz zu fassen und auf Fachchinesisch zu verzichten. Als der Planer umgehend wieder mit Kürzeln, Rechengrößen und Spezialtermini um sich warf, hob die Bürgermeisterin den Finger: »Ich sag’s ganz ehrlich: Ich verstehe kein Wort.« Danach konnten auch die Laien halbwegs folgen.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Hochwasser bringt Hang in Bewegung

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Schäden nach dem Juni-Hochwasser speziell in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide hatten die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses im Fokus, als sie nach Loitsche kamen. Es zeigte sich, neben Loitsche hat es auch Rogätz arg getroffen.

„Es war erst nicht offensichtlich, aber auch uns hat es diesmal arg getroffen“, fasste Wolfgang Großmann als Bürgermeister von Rogätz zusammen. Erst kurz vor der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses am Donnerstag hatte er erfahren, dass der Hang in der Nähe der Steinortstraße nach dem Hochwasser in Bewegung geraten sei. „Mich hat ein Anwohner angerufen, dessen Gartenhaus steht jetzt schief“, beschrieb er die prekäre Situation, die zum Handeln zwingt. Er erhoffte sich auch seitens des Kreises schnelle unbürokratische Hilfe, ehe noch mehr passiert. Doch das Ereignis hat ihn gleich noch weiterdenken lassen. Der andere Hang oberhalb der Stützmauer ist zwar noch nicht ins Rutschen gekommen, aber auch dieser war trotz des Sandsackverbaus an der Stützmauer durchweicht.

In diesem Zusammenhang monierte er auch, dass die Schäden bereits gemeldet werden mussten, kurz nachdem das Elbewasser zurückgegangen war. „Diese und andere Schäden waren nach dem Sinken des Elbewassers noch gar nicht sichtbar und müssen nachgemeldet werden können“, sagte er.

In Loitsche, wo 19 Häuser vom Hochwasser direkt betroffen waren, hat die Gemeinde bereits eine kommunale Soforthilfe gestartet. Bettina Seidewitz als Bürgermeisterin von Loitsche-Heinrichsberg erklärte, das die Gemeinde nicht nur 200000 Euro für die Betroffenen zur Verfügung stellt, sondern auch einen Gutachter, der den Betroffenen hilft, bestellt hat. Ein Planungsbüro soll jetzt ein Konzept erstellen, das die Möglichkeiten des künftigen Hochwasserschutzes aufzeigt. „Doppelplanungen sollten wir aber vermeiden, deshalb sind Absprachen zwischen Kommune, Landkreis und Land wichtig“, erklärte sie. Das Konzept begrüßten die Mitglieder des Kreis-Umweltausschuss.

Ebenso wie Glindenbergs Ortsbürgermeister Alfons Hesse hoffte Bettina Seidewitz außerdem, dass der Elbdeich zwischen Glindenberg und Heinrichsberg weiter ausgebaut wird. Bürgern von Loitsche waren außerdem noch individuelle Lösungen, die unter anderem auch die Stromversorgung im Hochwasserfall absichern, wichtig. Die Versorger müssten sich den Gegebenheiten und nicht den Standards anpassen, meinte beispielsweise der stellvertretende Loitscher Ortswehrleiter Andreas Stübner, der tagelang mit seinen Kameraden unter Lebensgefahr das Stromhäuschen vor dem Eintritt des Hochwassers bewahrt hat. Außerdem waren sich die Loitscher Betroffenen einig, dass Soforthilfen wichtig seien, wichtiger aber noch seien Maßnahmen, dass so eine schlimme Situation gar nicht erst wieder eintritt.

Die Mitglieder des Umweltausschusses versprachen an der Sache zu bleiben und sie möglichst zum Erfolg führen zu wollen.

Quelle: volksstimme.de

Hochwasser schwemmt Einsparungen davon

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Eichenwaldschule braucht auch einen neuen Kanal. Generalsanierung kostet deshalb immer noch über zehn Millionen Euro Von Angela David

Neusäß Architekt Helmut Schuler war guten Willens – trotzdem kostet die Generalsanierung der Eichenwaldschule in Neusäß immer noch über zehn Millionen Euro. Ein Betrag, der die Mitglieder des Planungsausschusses vor wenigen Wochen noch leicht erschüttert hatte. Lagen die Kostenschätzungen vor einem Jahr noch bei rund sieben Millionen Euro.

Architekt Schuler stellte dem Bauausschuss in der jüngsten Sitzung zwar etliche Einsparmöglichkeiten vor. Aber seit dem Unwetter vom 25. Juni ist klar, dass die Schule neue Kanäle braucht. Bei diesem Starkregen stand die Schule unter Wasser. Auch für einige andere Posten sind Kosten hinzugekommen. „Diese Zusatzkosten und die Einsparungen neutralisieren sich weitgehend gegenseitig“, fasste Schuler zusammen. Die Kostenaufstellung zeigte zum Schluss 10,2 Millionen Euro, immerhin eine halbe Million weniger als noch in der Planungsausschusssitzung Ende Juni. „Das Ziel, unter die Schallmauer von zehn Millionen zu kommen, haben Sie nicht erreicht“, stellte Wilhelm Kugelmann (CSU) ohne Wertung fest. Dennoch stimmte der Bauausschuss dieser vorläufigen Planung einstimmig zu, um den Zuschussantrag bei der Regierung von Schwaben stellen zu können und die Baugenehmigung zu beantragen.

Der Architekt hatte nun eine Lösung erarbeitet, wie die Stadt mit zwei statt mit acht Containern als Ausweichquartiere für die Klassen während der Bauphase auskommen könnte. Dafür werden aus dem Physiksaal sowie aus dem Handarbeitssaal mithilfe von Zwischenwänden je zwei Klassenräume gemacht, auch die Schulbücherei im Untergeschoss kann dafür genutzt werden, die Bücherei zieht dann ins Hausmeisterhaus um. Besonders schwer lagen den Stadträten die Kosten für die 280 Fenster im Magen. Hier hat Architekt Schuler nun Angebote eingeholt und danach seine Kostenkalkulation um 300000 Euro nach unten korrigieren können. Jörg Roehring (CSU) fragte nach, ob es bei einem Raumüberangebot von 600 Quadratmetern nicht denkbar wäre, in der Schule noch einen Hort einzurichten. Immerhin würden in der Stadt Hortplätze für Schulkinder fehlen. Schuler erklärte, dass die Bauweise der Eichenwaldschule diese Pläne schwer umsetzbar macht, da viele tragende Wände eingezogen seien, die sich nicht versetzen lassen.

Emmaus-Kindertagesstätte Nach einem weiteren Gespräch der Architektin Regina Schineis mit dem Bauexperten der SPD-Fraktion, Ulrich Englaender, wird die Planung für die neue Kindertagesstätte an der Etzelstraße nur geringfügig geändert (wir berichteten). „Obwohl wir die Gestaltung für nicht besonders gelungen halten, müssen wir in den sauren Apfel beißen“, meinte Englaender. Eine Abweichung von der Planung sei nicht zu erreichen gewesen. Lediglich der Spielbereich für die Kinder wird nun hinter das Gebäude verlegt. Nicht abgewichen sind die Stadträte von der Forderung nach fünf weiteren Parkplätzen an der Etzelstraße auf öffentlichem Grund, die der Bauherr laut Verwaltung auf eigene Kosten errichten wird. Somit gibt es an der Kita insgesamt 21 Stellplätze. Unter diesen Voraussetzungen stimmte der Bauausschuss dem Vorhaben einstimmig zu.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Hochwasser schwemmt Einsparungen davon – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Hochwasser-schwemmt-Einsparungen-davon-id26406381.html

Hochwasser schwemmt Einsparungen davon – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Hochwasser-schwemmt-Einsparungen-davon-id26406381.html

“Abreißen” um Schutz vor dem Hochwasser zu bieten

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

Poldergebiete sollen ein Pufferbereich zwischen Wasser und Häusern schaffen

Die Hochwasser-Katastrophe ist noch allen im Gedächtnis. Vor drei Jahren wurde in Isarmünd eine Fläche geschaffen, auf der sich das Hochwasser ausbreiten kann ohne Schaden anzurichten. Zugunsten dieser Maßnahmen wurden jetzt die Abbrucharbeiten gestartet.

Poldergebiete nennt man große Flächen Land, die nicht bewohnt sind und auf denen sich im Fall von Hochwasser die Flut ausbreiten kann. Der Nachteil an einer solchen Schutzfunktion ist, dass ihr auf den geplanten Gebieten, mitunter Häuser und Wohnungen zum Opfer fallen. Im Landkreis Deggendorf, in Isarmünd, sind die Abbrucharbeiten nun gestartet.

Insgesamt 7 Anwesen müssen dem Poldergebiet weichen. Vor drei Jahren haben sich die 20 Einwohner geschlossen bereit erklärt zu gehen. Allerdings gehen sie nicht leer aus. Ihnen wurden die Häuser abgekauft und fast alle ziehen in das 5 km entfernte Moos. Für den Freistaat ist eine solche Umsiedlung billiger als ein Dammbau. Und für die Bewohner der Risikogebiete ihr Heim in Zukunft geschützt.

Quelle: sat1bayern.de

Zum Dank für ihren Einsatz in den Hochwassergebieten sind rund 400 freiwillige Helfer aus dem Saarland von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) empfangen worden.
„Sie haben den betroffenen Menschen einen großen Dienst erwiesen, diesen mit Taten zur Seite gestanden und das Saarland in bester Weise vertreten“, sagte sie am Freitag laut vorab verbreiteter Mitteilung. Die Helfer waren vor allem in der zweiten Juni-Woche in Sachsen-Anhalt und Sachsen im Einsatz gewesen, die meisten von ihnen gehören zum Technischen Hilfswerk (THW). Das Saarland hatte den betroffenen Gebieten außerdem rund 90 000 Sandsäcke geschickt.
 
Quelle: focus.de

Zwischen Hochwasser und Hitze

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Mähdrescher brummen wieder: Nach einigen Wetterkapriolen nutzen die Bauern die Hitzephase, um die Getreideernte hereinzubringen.

Vor einem Jahr standen sie vor schlammigen Äckern und tropfnassen Halmen. Da sind viele Landwirte schon einmal froh, dass ihnen ein solcher Auftakt zur Getreideernte 2013 erspart bleibt. Sonne und hochsommerliche Temperaturen ermöglichen den Mähdreschern jetzt freie Fahrt. In manchen Regionen Deutschlands sorgen sich Bauern nach wochenlanger Trockenheit allerdings auch um ihre Erträge. Anderen machen immer noch schwere Schäden des jüngsten Hochwassers zu schaffen. Angespannt schauen viele Betriebe auch auf die Entwicklung der Preise, die maßgeblich von den Weltmärkten bestimmt wird.

Wetterkapriolen gehören für die Branche zum Berufsrisiko. Nach dem langen Winter mit schneebedeckten Feldern teils bis April und einem verregneten, kühlen Frühling klingen die Einschätzungen nun aber eher vorsichtig. „Keine Spitzenernte“ dürfte es werden, heißt es beim Deutschen Bauernverband. Wegen Vegetationsrückständen liefen die Arbeiten vielerorts erst mit zwei Wochen Verzögerung an. „Die Ernte kommt später rein, aber sie kommt gut rein“, sagt Sprecher Michael Lohse. Vor dem Lagern getrocknet werden müsse Getreide nun nicht.

Viel Stroh, wenig Korn

In manchen Gebieten bereitet die aktuelle Hitzephase den Bauern aber schon Sorgen. „Viel Stroh und wenig Korn“, beschreibt etwa der Bayerische Bauernverband die bisher enttäuschenden Erntemengen. Auch bei Mais und Kartoffeln beobachten Landwirte „Trockenstress“. Das liegt mit daran, dass Pflanzen während des nassen Frühjahrs teilweise nur flache Wurzeln gebildet haben und nun kaum Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen können. Viele Gemüsebauern können immerhin Bewässerungsanlagen einschalten, um Salatfelder zu bewässern.

Auf ihren Winterweizen – die wichtigste Getreideart der Republik – richten manche Bauern inzwischen bange Blicke. „Regional ist schon zu erkennen, dass die Weizenbestände zu schnell abreifen, also in die Notreife gehen“, erklärt der Bauernverband. Dabei hat das Wetter in der Agrarbilanz schon jetzt Spuren hinterlassen. Bei Spargel kamen nur zwei Drittel der üblichen Erntemengen zusammen. Dem Geschäft mit Erdbeeren hätte mehr Frühlingssonne gut getan. Und das Hochwasser in mehreren Bundesländern zog dann schlagartig 200 000 Hektar Acker aus der Produktion, knapp drei Prozent der gesamten Ackerfläche.

Quelle: mittelbayerische.de

Experten wollen Pflichtversicherung

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach dem verheerenden Hochwasser vom Juni regen Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ Leipzig eine Versicherungspflicht für Naturkatastrophen an. In einem am Donnerstag auf der Website der Helmholtz-Gemeinschaft veröffentlichten Essay betonen der Sozialgeograf Christian Kuhlicke und der Wirtschaftsgeograf Volker Meyer, individuelle Versicherungen für Betroffene in Hochrisikogebieten seien nicht verfügbar oder sehr teuer. „Eine solidarische Pflichtversicherung für alle könnte eine umfangreiche Entschädigung gewährleisten, so dass nicht nur die Opfer großer medienwirksamer Hochwasser abgesichert wären“, hieß es.

Die Politik müsse zudem ehrlich sein und den Bürgern offen sagen, dass es keinen Schutz gleichermaßen für alle geben könne. Als Konsequenz aus der jüngsten Flut fordern die Wissenschaftler eine Förderung privater Bauvorsorge. Das gelte vor allem dort, wo jetzt wieder aufgebaut und saniert werde. Es müsse so gebaut und saniert werden, dass Hochwasser die Gebäude nicht wesentlich schädige. Nach dem Hochwasser legten Bund und Länder einen Hilfsfonds in Höhe von acht Milliarden Euro auf

Quelle: finanzen.net

Über 44 Millionen Euro Privatschäden

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Stendal

879 Häuser standen im Wasser / Zehn Gebäude müssen abgerissen werden / Viertel versichert 

Die Schäden, die durch das Hochwasser an Privatgebäuden entstanden, sind immens. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) hat sie erfassen lassen. Gestern stellte er die Ergebnisse vor. „Insgesamt standen 879 Gebäude im Wasser, 431 davon sind in den vergangenen Tagen auf statische Schäden überprüft worden“, sagte Wulfänger. Das sei nicht bei jedem Haus notwendig, in dessen Keller Wasser gestanden hat.

Für zehn Häuser besteht keine Chance mehr, sie müssen abgerissen werden. Zusätzlich haben zwei Häuser so große Ölschäden davongetragen, dass auch sie abgerissen werden sollen. Bei vier weiteren Häusern ist es noch fraglich, ob sie saniert oder abgerissen werden sollen. Zudem wurden sieben Nebengebäude dem Erdboden gleichgemacht.

Rund ein Viertelder Schäden durchVersicherungen gedeckt

Und das ist noch nicht die komplette Bilanz. „Durch das sinkende Grundwasser treten nach und nach weitere Schäden zu Tage“, sagte Wulfänger. So sind an 18 Wohngebäuden Risse festgestellt worden, ebenso an vier Nebengebäuden. Vier Häuser sind abgesackt. „Da muss man beobachten, ob sie stabil bleiben oder noch weiter absacken“, meinte der Landrat. Außerdem werden 20 Ausspülungen im Auge behalten.

Die finanziellen Schäden sind immens. An den 879 Häusern entstanden Schäden in Höhe von rund 44,7 Millionen Euro. Der entstandene Schaden pro Haus beläuft sich damit auf 50900 Euro. Allerdings ist die Schadenshöhe regional sehr unterschiedlich. „In Fischbeck beträgt der Schaden im Durchschnitt 85000 Euro“, erläuterte Wulfänger. Die meisten Häuser, 210, wurden in Schönhausen beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf rund 10,8 Millionen Euro. Es folgt Wust-Fischbeck mit 196 und rund 13,8 Millionen Euro Schaden. Allerdings wurden nicht nur Gebäude im ostelbischen Raum in Mitleidenschaft gezogen.

So gibt es in Tangerhütte 75 beschädigte Wohngebäude mit einem Gesamtschaden von rund drei Millionen Euro, in der Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Goldbeck sind es immerhin noch elf Gebäude, an denen Schaden in Höhe von rund 272000 Euro entstand.

Rund ein Viertel der Schäden, etwa 10,2 Millionen Euro, sind durch Versicherungen abgedeckt. Bislang wurden im Landkreis 1403 Anträge auf Soforthilfe gestellt. Dies taten sowohl Einwohner als auch Eigenheimbesitzer. Jeder erwachsene Einwohner erhält 400 Euro, jedes minderjährige Kind 250 Euro. Pro Haushalt werden maximal 2000 Euro gewährt. Jeder betroffene Hauseigentümer kann bis zu 2000 Euro für entstandene Flutschäden erhalten. Mit diesem Geld sollen Kosten wie das Auspumpen von Kellern oder das Trocknen und Säubern von Wohnräumen erstattet werden. Allerdings wird gezahlte Einwohner-Soforthilfe mit der Eigentümer-Soforthilfe verrechnet.

Bis zu 80 Prozent der Schadenssumme bekommen die Menschen im Überflutungsgebiet von staatlicher Hand erstattet. Beträge, die von Versicherungen geleistet wurden, werden angerechnet. „Ab dem 5. August werden Mitarbeiter der Investitionsbank vor Ort sein, um die Schäden zu begutachten“, kündigte Wulfänger an. Er rechnet damit, dass das bei der großen Anzahl der Geschädigten einige Zeit in Anspruch nehmen wird. „Da wird es Schlangen geben“, vermutet er.

Bei Hausabrissgibt es keineSoforthilfe

Das Netz der Hilfe fängt zunächst aber nicht alle auf. „Für die Menschen, deren Häuser abgerissen werden, gibt es keine Soforthilfe, das ist bedauerlich“, erklärte Wulfänger. So habe er sich mit einem Schreiben an das Finanzministerium gewandt und um eine Lockerung der Richtlinien gebeten. Aus dem Bullerjahn-Ministerium kam dann aber die Antwort, dass die Richtlinie so bestehen bleibt. Es werde in Magdeburg an einer neuen Richtlinie gearbeitet. „Letztlich ist es wichtig, dass die Menschen das Geld bekommen“, meinte Wulfänger abschließend , „aufgrund welcher Richtlinie wird ihnen dabei egal sein“.

Quelle: volksstimme.de

Sanacorp übergibt Scheck an Hilfswerk APOTHEKER HELFEN e.V.

Die Sanacorp hat vor einigen Wochen gemeinsam mit der Bayerischen Apothekerkammer und dem Bayerischen Apothekerverband einen Spendenaufruf für Apotheker gestartet, die vom Hochwasser betroffen sind. Darüber hinaus hat das Unternehmen zusätzlich einen eigenen Beitrag in Höhe von 50.000.- Euro geleistet und dazu am 19. Juli einen entsprechenden Scheck an das Hilfswerk APOTHEKER HELFEN e.V. übergeben. „Das zentrale Merkmal unserer Genossenschaft ist die Solidarität. Als Apotheker-Unternehmen haben wir uns daher dazu entschlossen, die Spendenaktion auch finanziell zu unterstützen“, so Dr. Herbert Lang, Vorstandsvorsitzender der Sanacorp.

Die Spendengelder sollen betroffenen Apotheken in den Hochwassergebieten zugute kommen und sie dabei unterstützen, ihre Umsatzverluste auszugleichen und Schäden möglichst schnell zu beheben. „Für manche Apotheken in Risiko-Hochwassergebieten ist es oft schwierig, sich gegen ein solches Ereignis zu versichern“, erklärt Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Apothekerkammer und erster Vorsitzender von APOTHEKER HELFEN e.V.. Umso wichtiger sei eine schnelle und unbürokratische Hilfe.

Die Sanacorp hat die rund 8.000 Apotheken, die sie im gesamten Bundesgebiet beliefert, in den vergangenen Wochen per Wannenbeilage auf die Spendenaktion aufmerksam gemacht. Die Spenden werden vom Hilfswerk APOTHEKER HELFEN e.V. gesammelt und an Betroffene weitergeleitet, wobei sichergestellt wird, dass die finanzielle Hilfe zielgenau dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird.

Wer die Aktion weiter unterstützen möchte, kann seine Spende auf das dafür eingerichtete Spendenkonto „APOTHEKER HELFEN e.V.“ überweisen:
APOTHEKER HELFEN e.V.
Kennwort „Flut“
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Kontonummer: 0104793765
BLZ: 300 606 01

Die Sanacorp steht mit ihren Gesellschaften für einen im operativen Geschäft erzielten Jahresumsatz von 3,7 Mrd. Euro in 2012 und ist eines der größten apothekerbestimmten Pharma-Großhandelsunternehmen in Deutschland. Mit rund 3.000 Mitarbeitern in 16 Niederlassungen sorgt das Apothekerunternehmen dafür, dass ca. 8.000 Apotheken im gesamten Bundesgebiet rund um die Uhr sicher und zuverlässig mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten beliefert werden. An der Spitze der Unternehmensgruppe steht die Sanacorp eG Pharmazeutische Großhandlung und damit alle Mitglieder der Apothekergenossenschaft. Das Unternehmen setzt sich nachdrücklich für die Stärkung der inhabergeführten Individualapotheke in Deutschland ein.

Quelle: apotheke-adhoc.de

Erste Hochwasser-Soforthilfe geht an Gartenbaubetrieb

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Thüringen

 

Die erste Soforthilfe für Agrar- und Forstbetriebe in Thüringen wird ausgezahlt: Für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser im Frühsommer bekommt eine Staudengärtnerei in Erfurt-Bischleben mehr als 21.000 Euro. Der Betrieb war Ende Mai komplett von Flusswasser aus der Gera überschwemmt worden.

Wie Agrar- und Umweltminister Jürgen Reinholz am Donnerstag mitteilte, liegt der Schaden in der Gärtnerei bei fast 46.000 Euro. Er werde – nach Berücksichtigung von Spenden und anderen Hilfsprogrammen – etwa zu 50 Prozent durch Land und Bund ausgeglichen. Der Betrieb baut auf 1,7 Hektar jährlich bis zu 450.000 Gartenstauden an.

Die Staudengärtnerei gehörte zu den Betrieben, welche die bisher ersten 30 Hilfsanträge gestellt haben. Damit haben sich jedoch erst weniger als ein Viertel der Geschädigten gemeldet, die von der Agrarverwaltung im Juni erfasst wurden. Das Hochwasser hat laut Schätzungen 14,5 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft verursacht. Betroffene können seit 1. Juli Soforthilfe beantragen. Die Frist endet am 30. August.

Quelle: mdr.de

Deutschland hofft auf Gelder aus Brüssel

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Deutschland hat bei der EU Finanzhilfen aus dem Europäischen Solidaritätsfonds (EUSF) zur Bewältigung der Milliarden-Schäden des Hochwasser vom Mai und Juni beantragt.

Bei einem inzwischen ermittelten Gesamtschaden von rund acht Milliarden Euro könnte die europäische Finanzhilfe bis zu 363 Millionen Euro betragen, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. „Diese Mittel könnten unter anderem dafür eingesetzt werden, zerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen, die betroffenen Gebiete zu säubern oder Ausgaben aus Notunterkünften zu decken“, hieß es. Über den Antrag muss die EU-Kommission entscheiden. Deutschland hatte schon bei früheren Naturkatastrophen Hilfen aus Brüssel erhalten. Die Bundesregierung rechnet mit einer Entscheidung über ihren Antrag nicht vor Jahresende.

„Wir haben den Solidaritätsfonds der Europäischen Union im Jahr 2002 gemeinsam geschaffen, um der von Katastrophen dieses Ausmaßes betroffenen Bevölkerung solidarisch beizusteuern“, schrieb Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble an den zuständigen EU-Regionalkommissar Johannes Hahn.

Hilfen aus dem Solidaritätsfonds werden nur bei großen nationalen Katastrophen gewährt. Für Deutschland kommt eine EU-Hilfe erst ab einer Höhe des Gesamtschadens von 3,67 Milliarden Euro in Frage. Bund und Länder haben gemeinsam einen Hilfsfonds geschaffen, der bis zu acht Milliarden Euro an Schäden abdecken soll. Finanziert wird er über neue Schulden.

Quelle: reuters.com

Wenn Bund und Länder um Finanzen verhandeln, ist das meist mit monatelangem Streit verbunden. Nach dem schweren Hochwasser klappt die Hilfe für die Betroffenen allerdings – zwei Monate vor der Bundestagswahl – praktisch reibungslos.

 

Nach dem schweren Juni-Hochwasser erhalten betroffene Bürger auf Beschluss von Bund und Ländern bis zu 80 Prozent des Schadens aus dem Hilfsfonds erstattet. Versicherungsleistungen und andere Hilfen würden dabei angerechnet, teilte das Bundesfinanzministerium gestern Abend mit. Die Verhandlungen über die Verteilung der acht Milliarden Euro seien damit abgeschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Anfang der Woche erklärt, erste Zahlungen aus dem Hilfspaket sollten noch im August fließen. Auch die EU will sich beteiligen.

Sachsen-Anhalt, das am stärksten von der Flut betroffene Bundesland, erhält demnach aus der Hälfte der auf die Länder entfallenden Mittel 40,40 Prozent. Sachsen wird mit 28,78 Prozent beteiligt, Bayern mit 19,57 Prozent und Thüringen mit 6,76 Prozent. Weitere Mittel erhalten Brandenburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Die Verteilung der übrigen Mittel soll erst erfolgen, wenn die Schäden endgültig festgestellt sind.

Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe sagte, voraussichtlich in der kommenden Woche würden in Sachsen-Anhalt die Einzelheiten der Hilfe veröffentlicht. Dann soll jeder Bürger, Unternehmer oder Landwirt im Land wissen, was genau er erwarten könne. Dabei geht es auch um Höchstgrenzen. Die genaue Ausgestaltung sei Aufgabe der Länder und könne je nach Bundesland variieren. Nach früheren Angaben des Magdeburger Finanzministeriums waren allein in Sachsen-Anhalt Hochwasserschäden von 2,7 Milliarden Euro entstanden.

„Wir haben heute den Weg frei gemacht, dass nach den bereits jetzt ausgezahlten Soforthilfen sehr schnell auch Hilfen für den Wiederaufbau von den Ländern an die Betroffenen geleistet werden können“, sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Werner Gatzer.

Unterdessen haben gestern Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) den Soldaten der Bundeswehr für ihre Hilfe bei der Eindämmung des zurück liegenden Hochwassers sowie der Bekämpfung seiner Folgen gedankt. Zu Spitzenzeiten waren knapp 17 500 Soldaten im Einsatz, davon allein 7 500 in Sachsen-Anhalt. Die Streitkräfte erbrachten 12 000 einzelne Unterstützungsleistungen. De Maizière sagte: „Sie haben eine Haltung gezeigt, die unser Land tief beeindruckt hat.“ Die Soldaten seien mit Feuer und Flamme bei der Sache gewesen. Das würden die Menschen ihnen nie vergessen. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Der Zusammenhalt in Deutschland ist viel besser als gedacht.“ Er frage sich, warum das immer erst in Notsituationen so richtig spürbar werde.

Quelle: mz-web.de

Der Gemeinderat in Kaisheim hat den Bau von zwei Regenrückhaltebecken beschlossen. Das eine soll oberhalb des Baugebiets „Krumfeld III“ errichtet werden, das andere am Baugebiet „Nagelgasse“ bei Leitheim. Dadurch soll verhindert werden, dass die Gemeinde nochmals von einem Hochwasser derart böse überrascht wird, wie es am 10. Juni der Fall war.

„Da kam das Wasser einfach rüber“, erinnert sich der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Kastner. An diesem Tag hatte sich mitten im Ortskern ein See gebildet, weil die Böden keine Feuchtigkeit mehr aufnahmen und das Wasser einfach talwärts schoss. Das bestehende Becken am Krumfeld wird von 150 auf eine Fläche von 700 Kubikmetern vergrößert. Das Wasser soll von einer 150 Meter langen Rigole, einem unterirdischen Pufferspeicher mit Rollkies, dorthin geleitet werden. Am Becken in Leitheim (320 Kubikmeter Fassungsvermögen) soll dies mit einem 170 Meter langen Graben gelingen

Die Gesamtkosten schätzt Kastner auf knapp 50000 Euro. Den genauen Betrag wird die Gemeinde aber erst wissen, wenn das Ingenieurbüro Eckmeier&Geyer mit der Feinplanung fertig ist und das Vorhaben ausgeschrieben hat.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Doppelter Schutz vor Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Doppelter-Schutz-vor-Hochwasser-id26392191.html

Doppelter Schutz vor Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Doppelter-Schutz-vor-Hochwasser-id26392191.html