Nach Flut ganz neue Sicht auf Hochwasser-Schutz in Bad Köstritz

Veröffentlicht: Juli 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Nach dem Hochwasser hat der Stadtrat in Bad Köstritz eine ganz neue Sicht auf Sinn und Unsinn von Hochwasserschutzmaßnahmen gewonnen. Mobile Dammbalken sind ein Vorschlag, der umgesetzt werden soll.

Die Anfang Juni Hochwasser führende Weiße Elster bescherte auch Geras Nachbarstadt Schäden an Straßen, Bauwerken und Gewässern zweiter Ordnung. So befasste sich der Bad Köstritzer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema und beschloss sein Einvernehmen zu im Rahmen der Überschwemmung ausgelösten Eilentscheidungen.

Insgesamt 100″000 Euro waren der Stadt für Soforthilfen an private Haushalte und Kleinunternehmen vom Landratsamt Greiz zugesagt worden. Wie Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) informierte, waren ganze 79 Anträge auf Soforthilfe eingegangen. Vor allem die Bereiche am Mühlgraben, an der Elster­aue, in der Dahlienstraße und hinter der Tankstelle hatten unter den Wassermassen zu leiden gehabt. „61 Privathaushalte und 18 Firmen hatten Schäden über jeweils 2000 Euro gemeldet. Für die Umsetzung von Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen sind bereits 84″850 Euro vom Landkreis Greiz ausgezahlt worden“, bestätigte Heiland. Er gehe davon aus, dass in der Abrechnung des Katastrophenschutzes alle angefallenen Kosten durch Fördermittel ersetzt werden, unterstreicht aber: „Dafür gibt es jedoch keinen Rechtsanspruch und auch keine Garantie.“

Vom Landratsamt seien zudem unkompliziert und kurzfristig 170000 Euro Soforthilfe für Kommunen bereitgestellt worden, wovon im Moment schon 87700 Euro auf dem städtischen Konto eingegangen seien. Nach Auskunft des Bürgermeisters bemühe sich Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) um weitere finanzielle Unterstützung. Er dankte in diesem Zusammenhang seinem Stellvertreter Uli Gelbrich und Bauamtsmitarbeiterin Manuela­ ­Boigs dafür, dass sie eine schnelle Schadensbehebung möglich gemacht hätten.

Zu unserem Glück war im neuen Sportlerheim noch kein Fußbodenbelag verlegt worden. Dietrich Heiland, Bürgermeister Bad Köstritz

Eines der vom Hochwasser umspülten Gebäude war die unmittelbar vor ihrer Einweihung stehende Sportstätte Am Drehling. Das Hochwasser hatte den Fußboden überflutet und war unter die Bodenplatte gelaufen. „Zu unserem Glück war noch kein Fußbodenbelag verlegt worden“, spricht der Bürgermeister erleichtert von den unabwendbaren Arbeiten zur Schadensbeseitigung. Da das sich zurückziehende Wasser keine großen Schlammreste hinterlassen hatte, ist man seitdem daran, das Gebäude zu trocknen. Gipsbetonplatten wurden entfernt oder ausgewechselt und spezielle Trocknungstechnik sorgt noch immer für die Hinterlüftung der Bodenplatte.

Die Soforthilfen für kommunale Liegenschaften fanden bereits Verwendung für die Reparatur von Wegen und Straßen, für neue Einlaufrechen am Goldbach und für Bankette landwirtschaftlicher Wege. Auch am Kanal unter der Eleonorenstraße habe man einen neuen Einlaufrechen eingesetzt

Im Rückblick, meint der Bürgermeister, habe man jetzt eine ganz andere Sicht auf Hochwasserschutzvorkehrungen gewonnen. Kleine bauliche Maßnahmen, zum Beispiel zum Schutz des Vereinshauses Am Drehling durch Dammbalken, die im Hochwasserfall in feststehende Ständer eingesetzt werden, seien in Planung. Um den Schutz ihres Eigentums müssten sich private Hausbesitzer und Unternehmer jedoch selbst kümmern.

Ein Sorgenkind der Kommune sei nun noch die Wirtschaftsbrücke. Hier habe das Hochwasser eine Vertiefung hinterlassen, die die landwirtschaftliche Nutzung der Brücke unmöglich mache. Und, ob die große Menge angespülter Kiesel im Flussbett der Elster entfernt werden dürfen, sei noch nicht klar.

Quelle: otz.de

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