Die Flut geht ins Geld

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Der Weißenfelser Stadtrat gibt 300 000 Euro für die Beseitigung der Schäden frei. Derweil hat eine Debatte um die Konsequenzen aus der Flut begonnen.

Das Hochwasser im Juni hat an Gebäuden und Straßen der Stadt Weißenfels einen Schaden von rund 960 000 Euro verursacht. Darüber hat Maik Trauer, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste bei der Stadt, während der jüngsten Sitzung des Stadtrates, informiert. Allein an kommunalen Gebäuden sei ein Schaden in Höhe von rund 300 000 Euro entstanden. Größter Brocken ist dabei das Gebäude Promenade 35-39, in dem die Weißenfelser Geschäftsstelle der Volkshochschule ihren Sitz hat. Dort sind nach Berechnungen der Stadt allein rund 115 000 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden notwendig.

Um die finanziellen Grundlagen für die weitere Beseitigung der Flutfolgen zu legen, hat der Stadtrat mit großer Mehrheit einer außerplanmäßigen Ausgabe aus dem Haushalt in Höhe von knapp 300 000 Euro zugestimmt. Trauer verwies darauf, dass das Land ein Soforthilfeprogramm für hochwassergeschädigte Kommunen aufgelegt hat. Die Stadt habe die entsprechenden Anträge gestellt. Bis zu 100 000 Euro könnten nach Einschätzung Trauers über dieses Programm nach Weißenfels fließen.

Unterdessen ist in Weißenfels eine Diskussion über Konsequenzen aus dem Juni-Hochwasser in Gang gekommen. Im Stadtrat deutete Trauer erste Schwerpunkte an, die sich aus der bisherigen Auswertung der Flut ergeben hätten. So soll die Machbarkeit einer Verlegung des Damms in Uichteritz und Markwerben geprüft werden. In Erwägung gezogen wird die Entfernung der Bäume auf dem Deich im Ortsteil Schkortleben. Bereits während einer jüngsten rollenden Bürgersprechstunde hatte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) darauf hingewiesen, dass die Wurzeln der Bäume den Damm für den Hochwasserschutz nach und nach zerstören.

Im Mittelpunkt der Diskussion zu den Hochwasserfolgen standen im Stadtrat die nur wenige Meter vom Saaleufer entfernt gelegene Kindertagesstätte „Haus unserer Kinder“, die Stadthalle sowie der Bootsverleih an der Pfennigbrücke. Allein an der Kita ist einschließlich Inventar und Außenanlagen nach jüngsten Berechnungen ein Schaden von rund 105 000 Euro entstanden. „Ist denn schon mal darüber nachgedacht worden, die Kinder dauerhaft woanders unterzubringen?“, fragte Peter Kungl (CDU-Fraktion) angesichts der sich nahezu regelmäßig wiederholenden Hochwasserereignisse. Derzeit sei dies nicht der Fall, entgegnete Trauer. Carmen Rex vom Bereich Hochbau der Stadtverwaltung machte deutlich, dass bei der Instandsetzung der Kita „Haus unserer Kinder“ Vorkehrungen getroffen werden, um ähnlichen Ereignissen wie im Juni künftig besser begegnen zu können. Das betreffe die elektrischen Hausanschlüsse ebenso wie die Heizungsanlage.

Wenig einleuchtend erschien einigen Stadträten, dass für die Instandsetzung der hölzernen Baracke am Bootsverleih an der Saale 30 000 Euro locker gemacht werden sollen. Derzeit ist das Gebäude für den am Wochenende geöffneten Bootsverleih nur provisorisch nutzbar. Rex verwies darauf, dass das Hochwasser in der Baracke mehr Schäden angerichtet habe, als das von außen sichtbar wird. Das treffe unter anderem auf die elektrischen Anlagen und die Telefonanlage zu.

Auf mittlerweile rund 400 000 Euro wird der Schaden geschätzt, den während des Hochwassers vor allem Druckwasser von unten an der Stadthalle verursacht hat.

Quelle: mz-web.de

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