Celler Hochwasser-Mauern fast fertig

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Niedersachsen, Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Auf Celles derzeit größter städtischer Baustelle geht es voran. Gemeint ist nicht die Ostumgehung, denn die ist weder städtisch, noch gibt es dort nennenswerte Fortschritte. Die Rede ist vom zweiten Abschnitt des Celler Hochwasser­schutzprogramms. Hier werden bis Ende August die Flutschutzmauern fertig sein. Insgesamt 5,2 Millionen Euro werden in diesem Sektor verbaut.

Um ihren Besitz fürchten mussten Ende Mai die Anwohner der Fuhse nahe ihrer Mündung in die Aller: Das Hochwasser drohte massive Schäden zu verursachen. Das soll es künftig nicht mehr geben. Mit einer massiven Investition nimmt die Stadt Celle den Flussanliegern die Angst vor einer Jahrhundertflut. Eine Mauer wird gebaut. Ein Wall hätte hier nicht hingepasst, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: „Verwallungen erfordern nämlich bei einer Höhe von 1,50 Meter nach den Regeln der Technik einen Flächenbedarf von rund 15 Metern Breite. So musste man zum Beispiel in den Bereichen Gehrkengasse und Allergarten auf Mauern zurückgreifen.“

Deren Sinnhaftigkeit habe sich nun auch Zweiflern erschlossen, berichtet Fischer: „Hochwasserschutzanlagen werden bei sonnigem Wetter und Niedrigwasserständen gern in Frage gestellt. Die Leute auf der Baustelle hören oft den Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern. Die letzten Starkregenereignisse mit dem nachfolgenden Hochwasser haben jedoch mehr als deutlich gemacht, dass die Maßnahmen sehr wohl Sinn machen und Schäden verhindern.“ Angesichts der jüngsten Überflutungen hätten dieselben Bürger dann bezweifelt, dass die Mauern wirklich hoch genug seien, so Fischer: „Waren sie allerdings auch nicht. Die Arbeiten waren ja noch nicht fertig und mussten unterbrochen werden. Wasserschäden wie im Bereich Neustadt sind nach ihrem Abschluss zukünftig nicht mehr zu erwarten.“

Auf Länge von rund 320 Metern parallel zur Gehrkengasse auf der Grenze zwischen privaten und öffentlichen Flächen entsteht die Mauer. Außerdem werden in der Nähe der Guizettistraße, des Allergartens, der Kläranlage und Nienburger Straße sowie des Tribünenbuschs und der Straße „Texas“ Hochwasserschutzmauern gebaut. Errichtet werden zusätzlich insgesamt vier Schöpfwerke, die das Wasser aus Wohngebieten herauspumpen, falls es nicht mehr auf natürlichem Wege zum Fluss gelangen kann.

„Insgesamt muss man sagen, dass die Eigentümer, deren Grundstücke etwa auf einer Tiefe von drei Metern betroffen sind, die Arbeiten mit großer Geduld ertragen“, sagt Fischer: „Auch vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass das Ziel, die Fertigstellung der Hochwasserschutzmauern dank der Leistungsfähigkeit der beauftragten Firma – aktuell sind rund 25 Beschäftige auf den Baustellen aktiv – bis Ende August mit größter Sicherheit erreicht werden kann.“

Der Bau der Schutzmauern erfordert Investitionen in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Fischer: „Wenn dann alle Maßnahmen im zweiten Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt sind, hat die Stadt Celle in diesem Sektor bei Baukosten von insgesamt 5,2 Millionen Euro und einer etwa 70-prozentigen Förderung durch das Land und die EU 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert.“ Im Falle eines Falles dürfte sich diese Investition rechnen. Wenn der dritte Abschnitzt des Hochwasserschutzes bis zur Wehranlage an der Allerinsel fertig ist, soll ein Hochwasser bis zu 60 Zentimeter niedriger ausfallen. Niedriger ausfallen werden dann auch die Flutschäden, die Experten im Falle eines Jahrhunderthochwassers in Celle auf 105 Millionen Euro geschätzt haben.

Quelle: cellesche-zeitung.de

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