Archiv für Juli 23, 2013

Wasserabsenkung mittelfristig möglich

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Ortsbürgermeister Kurtze unterbreitet Vorschläge zum Schutz von Uichteritz. Das Überflutungsgebiet müsste vergrößert und der Damm rückverlegt werden.

Das Hochwasser spielte im Uichteritzer Ortschaftsrat noch einmal eine Rolle. Bürgermeister Wolfgang Kurtze (FDP) verlas ein Schreiben, das er an Weißenfels’ Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) gesendet hatte. Er machte darin darauf aufmerksam, dass die seit 1994 mehrfach überfluteten Häuser in der Lobitzscher Straße und der Weißenfelser Landstraße nur durch einen Damm sinnvoll geschützt werden könnten. Der sei aber teuer und würde teilweise über Privatland führen.

Laut Kurtze gebe es jedoch einige mittelfristige Maßnahmen, die zu einer Senkung des Wasserspiegels zwischen zehn und 15 Zentimetern führen könnten. Dabei geht es um eine Vergrößerung des Überflutungsgebietes durch den Rückbau eines ehemaligen Wasservorratsbeckens für das Mineralölwerk Lützkendorf, die in der Saaleaue entstandenen Bauten der Firma Göpfert, die ehemalige Pumpstation der Sauenzuchtanlage Mücheln sowie den Damm am Ex-Übungsplatz der Armee auf der rechten Fluss-Seite. Zudem müsste der Saaledamm bis an die Grundstücke in Markwerben und das Wasserwerk der Midewa rückverlegt werden. Notwendig sei es, den Damm am Graben zwischen beiden Orten zurückzubauen und installiert werden müssten Verschlussvorrichtungen für Kanaldeckel und Kastenrinnen. Der wegen der überfluteten Lobitzscher Straße abgeschnittene Ortsteil Lobitzsch braucht eine zweite Zufahrt, die derzeit nur unbefestigt existiert. Von den Räten wurde außerdem das Beuditzwehr in seiner jetzigen Form wegen des Wasserrückstaus in Frage gestellt.

Wolfgang Kurtze sagte: „Auf jeden Fall muss sich bald etwas tun.“ Und er verwies darauf, dass Maßnahmen bereits in der Vergangenheit umgesetzt worden sind. Er nannte die Rohre unter der Weißenfelser Landstraße, mit denen der Wiesenweg zuletzt teilweise mit drei Pumpen rund um die Uhr entwässert wurde, und einen Schieber am Abzweig zum Sportplatz, der aber nur etwas gebracht hat, solange die Straße nicht überflutet war. Gut sei gewesen, dass man im Bauhof noch Sand und 10 000 Sandsäcke gelagert hatte, mit denen auch der Stadt geholfen werden konnte.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser-Audit ist ein Thema

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 Die Chancen, dass demnächst auch in Königswinter ein Hochwasser-Audit stattfinden wird, sind gestiegen. Nach dem Haupt-, Personal- und Finanzausschuss hat auch der Stadtrat den Antrag der Fraktion Freie und Linke (FFL) in den Planungs- und Umweltausschuss als zuständigen Fachausschuss verwiesen.

Bei einem Hochwasser-Audit geht es um die Frage, wie gut Kommunen auf Hochwasser- und Starkregenereignisse vorbereitet sind. Trägerin ist die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Hochwasser-Experte Reinhard Vogt von der Kölner Hochwasserzentrale, der die Audits seit Jahren selbst durchführt, hatte in einem Interview mit dem General-Anzeiger die Meinung vertreten, jede gefährdete Kommune sollte eine solche Überprüfung durchführen lassen. Das gelte auch für Königswinter.

In ihrem Antrag fordert die FFL, so bald wie möglich eine Überprüfung der denkbaren Hochwassersituationen in den rheinnahen Ortsteilen, der Risiken und der möglichen Abwehrmaßnahmen gegen extreme Hochwasserereignisse zu veranstalten.

Das Hochwasser-Audit solle von der Kölner Hochwasserzentrale, der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall oder – bei terminlichen Schwierigkeiten dieser – von einer fachlich entsprechend ausgewiesenen Stelle für die rheinanliegenden Ortsteile Altstadt sowie Nieder- und Oberdollendorf durchgeführt werden.

Außerdem wird die Verwaltung gebeten, zeitnah, jedenfalls aber noch vor dem kommenden Winter, das Hochwassermobil der Kölner Hochwasserschutzzentrale zu einer Informationsveranstaltung für die Betroffenen zu erbitten und in eine solche Veranstaltung auch die Betroffenen beziehungsweise Vertreter der Bürgerinitiativen einzubinden.

„Wir halten das Anliegen des FFL-Antrages für gerechtfertigt“, sagte Lutz Wagner, der Fraktionschef der Königswinterer Wählerinitiative (Köwi).

Seine Fraktion erwartet, dass die Verwaltung einen Vorschlag für das Audit erarbeitet, in dem der zeitliche und finanzielle Aufwand beziffert wird. Dezernent Theo Krämer sagte dies der Politik zu. Mit dem Experten Reinhard Vogt soll nach dessen Rückkehr aus dem Urlaub das Gespräch gesucht werden

Quelle: general-anzeiger-bonn.de

Gedenk- und Dankgottesdienst nach der Hochwasserkatastrophe

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Stendal
Zu einem Gottesdienst im Zeichen der Hochwasserkatastrophe lädt heute der Kirchenkreis Stendal nach Schönhausen ein.
Er steht unter dem Motto „Des Geschehenen gedenken – den Helfern danken“. Dazu werden auch Vertreter aus der Kommunalpolitik, der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und der Bundeswehr erwartet. Den Gottesdienst leiten Regionalbischof Christoph Hackbeil und der Superintendent des Kirchenkreises Stendal, Michael Kleemann. Die Predigt hält der Schönhauser Pfarrer Ralf Euker. Für Kinder wird zeitgleich ein eigener Gottesdienst angeboten.
Quelle: focus.de

CDU-Agrarexperte fordert weitere Fördermöglichkeiten für Flutopfer

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der Agrarexperte der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Heinz, hält die Förderung für vom Juni-Hochwasser geschädigte Landwirte und Winzer für nicht ausreichend.
Gerade kleine Betriebe müssten umfangreicher unterstützt werden, sagte er am Sonntag in Dresden. Er forderte weitere Lösungen und hält etwa eine Erhöhung der Förderquote „angesichts der massiven Schäden“ für sinnvoll. Heinz verwies zur Begründung auf massive Schlammablagerungen auf Äckern, Bodenerosion, Zerstörungen von Grünland und Feldfrüchten sowie Reben und Trockenmauern an Weinbauhängen. Die Schäden in der Landwirtschaft waren vorläufig mit 35,4 Millionen Euro beziffert worden. Bisher werden 50 Prozent der Schäden auf Antrag ersetzt.
Quelle: focus.de

Helferfest: der Zusammenhalt beim Hochwasser war unglaublich!

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Bayern

„Unglaublich“ fand das der Freisinger OB: Unglaublich, was da Anfang Juni passiert ist, als das Wasser kam. Und unglaublich, welchen Einsatz die Hilfskräfte dabei gezeigt hatten. Der Lohn der Mühen: ein Helferfest am Samstag.

Er war auch ein Floriansjünger. Allerdings einer aus der Oberpfalz, der nur zufällig am Samstagabend die bayerische Blasmusik der Stadtkapelle in der Hauptfeuerwache hörte und fragte, was denn hier los sei. Die Antwort von OB Tobias Eschenbacher: Helferfest für alle, die Anfang Juni die Stadt Freising mit ihrem Einsatz beim Hochwasser vor Schlimmerem bewahrt hatten. Und weil es auf einen Feuerwehrler mehr oder weniger nicht ankam, mischte sich der Gast aus der Oberpfalz unter die Floriansjünger, die THW-Kräfte, die Ehrenamtlichen der Rettungsdienste, unter die Polizeibeamten und alle anderen, die zum Dankeschön von der Stadt eingeladen worden waren. Das Bier kam vom Hofbrauhaus, für das üppige Büfett und das Fleisch vom Grill hatten die Freisinger Wirte gesorgt.

Und weil es um das gemeinsame Feiern ging, wurden die Ansprachen an jenem Abend kurz gehalten: Eschenbacher sprach von einem „schwierigen Einsatz“ – sowohl körperlich als auch psychisch. Denn weil „das Wasser überall war“, habe man eben nicht immer helfen können. Aber: Ohne den Einsatz der Hilfskräfte wäre es „noch viel schlimmer“ gewesen, so Eschenbacher. Es sei „ein gutes Gefühl“, zu wissen, dass so viele Menschen da seien, um zu helfen.

Bevor es „Essen fassen!“ hieß, sprach Stadtbrandinspektor Anton Frankl von einem „wunderbaren Erlebnis“, weil alle Hilfsorganisationen so gut und reibungslos zusammengearbeitet hätten.

Sein THW-Kollege Michael Wüst drückte das so aus: „Wenn es hart auf hart kommt, wird nicht lange gefragt, welche Farbe das Auto hat.“ Für Wüst war allerdings klar, dass das nächste Hochwasser und der nächste Großeinsatz kommen werden. Deshalb: „Wir lassen unsere Gummistiefel in Fluchtrichtung vor dem Spind stehen.“

Die Zahlen, die es inzwischen zu dem Hochwasser-Einsatz zwischen dem 3. und 5. Juni im Landkreis gibt, sind durchaus beeindruckend: 770 Frauen und Männer waren insgesamt rund 20 000 Stunden im Einsatz, 506 Einsätze wurden von der Kreiseinsatzzentrale koordiniert, allein 275 davon im Stadtgebiet Freising. 86 Feuerwehren waren alarmiert worden. Die gesamte Pumpleistung des THW, die im Einsatz war, betrug 85 000 Liter pro Minute. Und schließlich wurden zur Deichverstärkung im Landkreis geschätzte 100 000 Sandsäcke auf einer Länge von 40 Kilometern verbaut.

Quelle: merkur-online.de

Die Angst bleibt

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Aken
Von Sylke hermann

 

Eine Bürgerinitiative fordert eine „moralische Instanz“ für Aken. Regelmäßig soll darüber informiert werden, welche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant sind.

Das Hochwasser ist weg, aber der Frust bleibt. Bei vielen, vor allem älteren Menschen in Aken sei deutlich zu spüren, wie verunsichert, wie ängstlich sie sind. Droht uns so eine Naturkatastrophe womöglich wieder? „Das fragen sich einige“, bestätigt Klaus Dieter Brömmel. Brömmel ist Mitglied der Akener Bürgerinitiative „Wasser in den Kellern“, die sich schon viele Monate vor dem Hochwasser mit dem Thema befasst hat, und für die spricht er auch, wenn er sagt: „Nachdem, was uns im Juni hier widerfahren ist, brauchen wir künftig mehr Informationen zum vorbeugenden Hochwasserschutz.“

Gremium gefordert

Der Bürgermeister, so die Forderung der Initiative, müsse ein Gremium bilden, mit allen in der Krise Beteiligten: Stadt, Kreis und Land, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft und berufenen Akener Bürgern natürlich. Es dürfe in der Runde nicht darum gehen, nachträglich um Kompetenzen zu streiten oder Schuldfragen zu diskutieren. „Hier darf es ausschließlich um die Frage gehen: Was muss getan werden, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert“, formuliert Brömmel.

Moralische Verantwortung

Ein solches Gremium, findet die Bürgerinitiative, müsse schon allein „aus einer moralischen Verantwortung für diese Stadt“ einberufen werden. Die Akener bräuchten ihren inneren Frieden zurück, das Gefühl, dass sie sich in dieser, in ihrer Stadt sicher und wohl fühlen können und eine vernünftige Lebensqualität vorfinden. Brömmel: „Die Akener müssen wissen, dass sie wieder ruhig schlafen können.“

Für Brömmel scheint unausweichlich, dass diese Runde die Öffentlichkeit regelmäßig informiert, welche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant sind, worauf man sich verständigt hat. Ausgewählte, anerkannte Persönlichkeiten könnten den engen Kontakt zwischen der Expertenrunde und interessierten Akenern halten – mit dem Ziel, dass jeder, der das möchte, gut informiert ist. Wie wichtig das ist, macht Brömmel rückblickend an einer konkreten Situation fest: „Es reicht eben nicht zu sagen, Aken wird evakuiert.“ Kurz zuvor hatte es noch geheißen: Aken sei sicher. So etwas verwirre unnötig.

Die von der Akener Bürgerinitiative angeregte Expertenrunde sollte sich nach deren Einschätzung auf eines konzentrieren, wie Brömmel sagt: „harmonisch und miteinander nach vorne blicken“

Quelle: mz-web.de

 

 

Dorf muss Hochwasserschutz weichen – „Jetzt geht’s dahin“

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Bayern

Isarmünd, ein idyllisches Fleckchen Erde am Zusammenfluss von Isar und Donau, muss dem Hochwasserschutz weichen. Die Anwesen der Einwohner werden abgerissen. Doch nicht allen ist der Entschluss zum Umzug leicht gefallen.

Von Wolfgang Wittl

Ruhig war es hier schon immer, auf diesem idyllischen Fleckchen Erde, wo die Isar sanft in die Donau mündet. Doch an diesem Tag ist die Stille trügerisch. Umschlossen von Äckern und Wäldern brütet Isarmünd in der Mittagssonne, der nächste Ort liegt Kilometer entfernt. Nichts ist zu hören außer dem Surren eines Abrissbaggers, der sich alle paar Minuten in die Balken und Mauern eines Bauernhofes frisst. An der Hauptstraße, gleich hinter der Kapelle, warnt ein Schild vor Baustellenfahrzeugen. „Jetzt geht’s dahin“, sagt Johann Nepomuk Bauer, den alle hier nur Muk nannten. Isarmünd, seine Heimat, wird dem Erdboden gleichgemacht.

Muk Bauer und seine Frau Franziska sind die einzigen Bewohner von Isarmünd, die an diesem Nachmittag zusehen, wie das erste von sieben Anwesen zerstört wird. Schon vor drei Jahren wurde der Plan entworfen, der Donau mehr Raum zu geben. Für den Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter ist es ein „Paradebeispiel“, wie Hochwasserschutz einvernehmlich umgesetzt werden kann. Für Michael Kühberger, den Leiter des Deggendorfer Wasserwirtschaftsamtes, ist es ein Projekt mit „Modellcharakter“. Für Isarmünd ist es der Anfang vom Ende.

Mehr als 800 Jahre soll der kleine Ort bereits bestehen, er war eine Anlaufstelle für Reisende, die auf die andere Uferseite übersetzen wollten. Im neuen Hochwasserschutzkonzept jedoch fand sich kein Platz mehr für ihn. Der Damm bei Isarmünd bietet lediglich Schutz vor einem 30-jährlichen Hochwasser. Um ihn für ein 100-jährliches Hochwasser auszubauen, wäre wohl ein zweistelliger Millionenbetrag nötig gewesen. „Ein ungünstiges Kosten-/Nutzenverhältnis“, sagt Amtschef Kühberger.

Den Freistaat kam es billiger, die etwa 20 Einwohner zum Umsiedeln zu bewegen. Nun kann auch der dringend benötigte Polder mit einem Fassungsvermögen für etwa zehn Millionen Kubikmeter Wasser entstehen. „Die Bürger, der Staat – alle sind zufrieden“, sagt Landrat Bernreiter.

Alle? „Wir hätten hier nicht weg wollen“, sagt Muk Bauer. Den Jüngeren im Ort sei die Entscheidung leichter gefallen. 91 Jahre zählt Bauer, wie seine sechs Geschwister wurde er in Isarmünd geboren. Bis auf den Zweiten Weltkrieg und die Zeit in sowjetischer Gefangenschaft hat er sein Leben hier verbracht, hat den Bauernhof seiner Eltern übernommen, hat Viehwirtschaft und Ackerbau betrieben.

Heute dienen die einst stolzen Höfe allenfalls als Nebenerwerbsgrundlage, die Kinder und Enkel arbeiten bei meist großen Unternehmen in der Region. Oder die Höfe sind zum Refugium für wohlhabende Auswärtige wie jenen Münchner geworden, der hier an seiner Traktoren-Sammlung herumschrauben wollte. Eine Glaskuppel habe der Besitzer in das Haupthaus einbauen lassen wollen, die Nebengebäude waren bereits für teures Geld saniert worden. Nun zeugt nur noch ein Haufen Steine von ihrer Existenz. „Dabei war es so stabil gebaut“, sagt Muk Bauer, „so stabil.“

Die Macht des Wassers

Der Mann aus München hat bereits einen anderen Bauernhof in der Umgebung gekauft, die meisten Isarmünder werden ins benachbarte Moos ziehen. Die Gemeinde und der Landkreis haben ihnen großzügig Baurecht gewährt. Gerade für die Jüngeren bietet sich nun die Chance, die Häuser nach ihrem tatsächlichen Bedarf zu gestalten.

Erst herrschte Skepsis im Ort, ob man sich darauf einlassen solle. Bis einer sich vom Freistaat ein Angebot unterbreiten ließ. Sechs der sieben Hofbesitzer sind inzwischen darauf eingegangen, auch beim letzten sehe es gut aus, sagt Kühberger. Was ihm wichtig ist: „Alle Anwohner haben freiwillig entschieden.“ Über die Höhe des Kaufpreises will niemand etwas sagen. Nur so viel: Der Freistaat habe den Schätzwert des unabhängigen Gutachters nicht überschritten. Muk Bauer sagt: „So viel Geld gibt es nicht, dass man die Heimat aufgibt.“ Andererseits weiß auch er, dass sich die Zeiten ändern.

Bauer war der letzte Fährmann von Isarmünd, er kann sich gut erinnern, wie am Weihnachtstag 1961 nach einer Kollision mit einer Eisscholle das Fährseil riss, danach war Schluss. Er weiß, wie einst 70 Menschen im Ort lebten, als die Landwirte noch Dienstboten beschäftigten. Wie die Männer Karten spielten, die Frauen gemeinsam strickten oder wie getanzt wurde. „So einen Zusammenhalt hat’s woanders nicht gegeben.“ Vor 25 Jahren haben sie ihr Haus schon einmal abgerissen, fast alles mit eigenen Händen, ein Gebäude anno 1783. Doch das war etwas anderes, sie blieben ja in Isarmünd. Nun wird auch Muk Bauer nach Moos ziehen, dieses Jahr oder nächstes, „wenn ich es noch erlebe“.

Die Bauers haben über Jahrzehnte gelernt, mit der Gewalt des Wassers zurechtzukommen. Das Hochwasser im Juni hat allerdings auch sie beeindruckt. Zum ersten Mal überhaupt wurde der Damm überspült, Isarmünd musste als erster Ort im Landkreis Deggendorf evakuiert werden. Eines von ihren vier Hühnern ist in den Fluten ertrunken, erzählt Franziska Bauer. Wären nicht bereits oberhalb zwei Dämme gebrochen, Isarmünd wäre es wohl ergangen wie Fischerdorf, das metertief in den Fluten versank. Das Hochwasser habe viele in ihrer Entscheidung bestätigt, den Ort zu verlassen. Zwei Familien sind gar nicht mehr zurückgekommen, sondern in ihre halb fertigen Neubauten eingezogen.

An einer Scheune hängt eine alte Ortstafel, als Isarmünd noch zum Landkreis Vilshofen gehörte. Auf einem Schild darunter steht: „Das sterbende Dorf.“ Etwa 25 bis 30 Höfe zwischen Straubing und Vilshofen sollen dem Beispiel von Isarmünd folgen, auch sie sollen dem Hochwasserschutz weichen. Die Eigentümer bekämen einen Kaufpreis zum Wert vor dem Hochwasser angeboten, auch hier hoffe man auf einvernehmliche Lösungen, sagt der Chef des Wasserwirtschaftsamtes. Isarmünd sei jedoch die größte Siedlung gewesen.

Franziska Bauer wischt gerade die Kapelle feucht durch. Tags darauf wird hier eine Andacht stattfinden, ein Mal im Jahr kommt der Dorfpfarrer. Die Kapelle wird das einzige Bauwerk sein, das als Erinnerung an Isarmünd überdauern wird. Geweiht ist sie dem Heiligen Nepomuk, dem Schutzpatron gegen Wassergefahren.

Quelle: sueddeutsche.de

Neun Sparten arg betroffen

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Dessau

Nach dem Hochwasser 2002 hatte die Mehrzahl der betroffenen Kleingärtner damit begonnen, die Anlagen wieder herzurichten. Elf Jahre später haben viele der Vereinsmitglieder die Kraft nicht für einen Neubeginn oder auch Angst, dass das nächste Jahrhunderthochwasser nicht lange auf sich warten lassen könnte. In anderen Sparten profitiert man davon. Neben der „Freundschaft“ erhalten unter anderem leer stehende Parzellen des Kleingartenparks „An den Kümmerlingen“ wieder eine Zukunft. Vom Hochwasser arg betroffen waren im Juni folgende Gartensparten: Küchengarten, Am Schillerpark – Abteilung 3, Eschenweg, Stillinge, Gänseanger, Landhaus, Braunsche Lache, Scheplake und Waldfrieden. Die Schäden liegen den Schätzungen des Stadtverbandes der Gartenfreunde in Millionenhöhe. Nach dem Juni-Hochwasser wird – anders als noch nach der Katastrophe vor elf Jahren – darüber diskutiert, ob man Land an die Natur zurückgibt und Mitglieder in anderen Anlagen ansiedeln kann.

Quelle: mz-web.de

Rückschlag für Primigenius

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Saale-Fluten fügen dem Nabu-Projekt im Wulfener Bruch schweren Schaden zu. Der Tierbestand soll nach und nach wiederaufgebaut werden.

Diese Bilder werden noch lange im Gedächtnis der Augenzeugen bleiben: Erschöpfte Heckrinder werden von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerkes (THW) und freiwilligen Helfern mit Booten von einer überfluteten Wiese zwischen Wulfen und Diebzig zur ebenfalls unter Wasser stehenden Straße bugsiert und auf einem Traktoranhänger ins Trockene gebracht. Von den Fluten überrascht, hatten die Tiere tagelang bis zum Hals im Wasser gestanden, gehungert und gefroren. Für etliche kam die Rettungsaktion zu spät. Fünf Pferde und 13 Heckrinder sind tot.

Insgesamt 57 Heckrinder und 15 Pferde grasten vor dem Hochwasser auf den Flächen der Primigenius gGmbH im Wulfener Bruch. Heute sind es nur noch fünf Pferde und elf Rinder. Die anderen am Leben gebliebenen Tiere wurden verkauft bzw. in ähnliche Areale in Oranienbaum und Schwedt geschafft. Im Wulfener Bruch gibt es gegenwärtig kaum grüne Weideflächen, Schlamm und faulendes Gras, wohin das Auge blickt.

Wiesen könnten kontaminiert sein

Unter diesen Bedingungen ist es für die Primigenius gGmbH nicht leicht, die Entwicklung des Nabu-Vorzeige-Projektes im Wulfener Bruch in den nächsten Zeit vorauszusagen. „Wir müssen erst einmal sehen, wie sich die Situation mit dem Futter entwickelt“, sagt Geschäftsführer Andreas Wenk. „Wir wissen noch nicht, ob die überfluteten Wiesen kontaminiert sind.“

Keinen Zweifel gibt es daran, dass das Projekt im vollen Umfang weiter laufen wird. Wenk zufolge soll der Tierbestand nach und nach wiederaufgebaut werden. Dies sei die Aufgabe der nächsten zwei Jahre. Die Tierverluste machen Wenk sehr zu schaffen, zumal ihm in Diebzig und Wulfen vorgeworfen wird, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben. Es ist gar zu Anfeindungen ihm gegenüber gekommen.

Der Geschäftsführer gibt zu, die Gefahr unterschätzt zu haben. „Wie manche anderen auch“, sagt er. Schließlich habe niemand mit einem Dammbruch bei Groß Rosenburg und mit Saale-Fluten gerechnet. Doch am Tag danach habe man angefangen, die Tiere wegzubringen. Es sei übrigens nicht einfach, scheue Rinder oder Pferde einzufangen. Das koste viel Zeit.

Helfer haben die Verluste eingegrenzt

Fest steht, dass die Verluste ohne den Einsatz freiwilliger Helfer hätten noch höher sein können. Gleich zu Beginn der Überschwemmung im Wulfener Bruch wurden zum Beispiel zwei Rinderherden mit Hilfe hilfsbereiter Anwohner ins Trockene getrieben. Das sind jene Tiere, die heute an der alten Zuckefabrik bei Wulfen „stationiert“ sind und eine Basis für den Wiederaufbau der Bestände bilden.

Eine der Lehren, die Wenk aus den Hochwasser-Erfahrungen zog, betrifft das Verhalten der halbwilden Tiere. „Wir werden sie künftig jeden Tag mit Futter in der Hand locken, damit sie nicht mehr so scheu sind und sich leichter fangen lassen“, sagt er.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser: Millionen Euro für Behinderte

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Aktion Mensch stellt in einem befristeten Förderprogramm fünf Millionen Euro für hochwassergeschädigte Behinderteneinrichtungen zur Verfügung. Beratungsstellen, Integrationsbetriebe, Sonderkindergärten, Förderschulen und Werkstätten können für die Sanierung bis 31. Dezember einen Förderantrag stellen, wie Armin von Buttlar vom Vorstand der Aktion Mensch am Montag ankündigte.

Quelle: neues-deutschland.de

Der Spendenaufruf des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Bauernfamilien, aber auch der Landwirtschaft nahestehenden Personen, landwirtschaftliche Organisationen und Verbände wie Unternehmen der Agrarbranche haben großzügig Spenden auf das vom DBV eingerichtete Konto für Hochwasserhilfen bei der Schorlemer Stiftung eingezahlt. „Diese breite Solidarität der gesamten Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft beeindruckt mich ungemein. Für die Betroffenen ist die großartige Spendenbereitschaft für die Hochwasserhilfe ein nicht zu unterschätzendes Zeichen, dass man in schwierigen Zeiten in unserer Branche füreinander einsteht“, schreibt DBV-Präsident Joachim Rukwied. Er dankt allen bisherigen Spendern für ihre finanzielle Unterstützung. Mit den Spenden werde unbürokratisch eine umgehende erste Sofort- und Starthilfe für die Beseitigung der Schäden und des Wiederaufbaus der durch das Hochwasser geschädigten Bauernfamilien ermöglicht.

Bisher konnten fast 200 Höfe, die einen Antrag an die Schorlemer Stiftung gestellt haben, eine Soforthilfe erhalten. Die Höhe der Hilfe wird nach Schadenskriterien vom Kuratorium der Schorlemer Stiftung festgelegt; die eingegangenen Spenden werden zu 100 % ausgezahlt, da der DBV die Verwaltungskosten übernimmt.

2,3 Mio. Euro an Spendengeldern sind bis zum 18. Juli 2013, also innerhalb von vier Wochen, eingezahlt worden. Täglich erhöht sich die Zahl der bisherigen über 3.000 Spendern. In den Landesbauernverbänden sind zudem Futterbörsen eingerichtet worden, um die Versorgung der Nutztiere in den vom Hochwasser betroffenen Tierhaltungsbetrieben sicherzustellen.

Insgesamt schätzt der DBV die Hochwasserschäden auf über 430 Mio. Euro. 200.000 ha Ackerland und 130.000 ha Grünland in zehn Bundesländern sind überflutet und zahlreiche Hofgebäude und Stallungen beschädigt worden. (ad)

Quelle: topagrar.com

Sächsische Aufbaubank geht nochmals in die Hochwasser-Regionen

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) geht von diesem Montag an nochmals in die besonders vom Hochwasser betroffenen Regionen. „Zwei Wochen lang wollen wir Unternehmen, Privatleute und Vereine über die Fördermöglichkeiten für den Wiederaufbau gezielt informieren“, sagte SAB-Sprecherin Beate Bartsch. Geplant seien Vorträge, im Anschluss würden Fragen beantwortet. „Wir rechnen mit großem Interesse“, sagte Bartsch. Es habe nach der Veröffentlichung der Förderrichtlinien schließlich zahlreiche Anfragen gegeben.

 

 

Die ersten Stationen der Informationsveranstaltungen sind Döbeln Grimma, Meißen, Zeithain und Pirna. In der darauffolgenden Woche geht es nach Bad Schandau, Riesa, Crimmitschau und Bennewitz.

 

 

Seit einer knappen Woche können in Sachsen Fördermittel für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser beantragt werden. Die Anträge dafür sind sehr umfangreich, es müssen Gutachten eingeholt und etliche Nachweise erbracht werden. Antragsformulare können auf der Homepage der SAB unter http://www.sab.sachsen.de abgerufen werden. Das Geld kommt aus dem nationalen Wiederaufbaufonds. Sachsen rechnet mit 1,7 Milliarden Euro. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Betriebe warten auf neuen Aufschwung

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In den Hochwassergebieten hoffen Handwerksbetriebe auf Folgeaufträge. Denn einige von ihnen konnten auch von den Überschwemmungen profitieren – aber nicht alle.

Das Hochwasser, das im Juni Bayern und die ostdeutschen Länder überschwemmte, „wird sich am Jahresende schon in unserer Bilanz sichtbar machen“, sagt Frank Sachse. Und freut sich darüber. Denn Sachse ist Miteigentümer der Verpackungsfirma Muhesa. Das brandenburgische Unternehmen vertreibt unter anderem Sandsäcke. „Als die Flut kam, hat sich unser Absatz verfünffacht.“ Vor allem nach Halle und nach Hamburg gingen die Säcke, als die Flutwelle Bayern, Sachsen und Thüringen bereits überschwemmt hatte.

Unternehmen wie Muhesa konnten unmittelbar von der Katastrophe profitieren. Viele andere – Malerbetriebe, Baufirmen, Elektroingenieure – werden nun gebraucht.

Die Wirtschaft hofft bei allem Schaden, den die Flut brachte, auf einen kräftigen Konjunkturschub. „Es wird Impulse geben“, sagt Jürgen Rogahn, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) in Halle. Erst habe die Baubranche mit einem langen Winter gekämpft, dann kam die Flut: „Nun werden die Aufträge reinrauschen.“

Das Dresdner Ifo-Institut geht davon aus, dass mit dem Wiederaufbau eine zusätzliche Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in Höhe von sechs Milliarden Euro einhergeht. In neuen Jobs werde sich das allerdings nicht widerspiegeln. Vielmehr werde es darauf hinauslaufen, dass das bestehende Personal Überstunden mache. Auch die Handwerkskammern warnen vor Euphorie: Wo die einen Betriebe mit einem Auftragsaufschwung rechnen können, werden vom Wasser geschädigte Firmen lange brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Allein in Halle waren 150 Handwerksbetriebe direkt betroffen. „Wer durch Stromausfälle oder Lieferengpässe während der Flut Umsatzeinbußen hinnehmen musste, der erholt sich nun nicht so schnell“, sagt Rogahn. Bund und Länder haben zwar eine Soforthilfe in Höhe von acht Milliarden Euro zugesagt. Allerdings greift diese nur bei Sachschäden. Bezuschusst werden nicht versicherte Hochwasserschäden mit 50 Prozent der Ausgaben. Für indirekte Schäden gibt es kein Geld.

„Da kommt noch einiges auf uns zu“

Abgewickelt wird die Soforthilfe in Sachsen-Anhalt von der Investitionsbank (IB). Bis Mitte Juli gingen dort 505 Anträge auf Unterstützung ein – mit einem Volumen von rund 11,1 Millionen Euro. Bei der IB geht man jedoch davon aus, dass bis Jahresende insgesamt 800 bis 1000 Fördermittelanfragen gestellt werden. Aus der Gastronomiebranche kamen bislang die meisten Anträge.

Sabine Matzke von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Magdeburg hat ähnliche Beobachtungen gemacht. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, sagt sie mit Blick auf die Nachwirkungen der Flut. Vor allem Gastro- und Tourismusbetriebe würden nun nachhaltig leiden. Die Kammern leisten nun gemeinsam „viel Imagearbeit“, um wieder Gäste in die betroffenen Länder zu holen. Eine positive Auswirkung auf die Konjunktur sehen IHK und HWK frühestens im dritten Jahresquartal.

Auch Dirk Leckscheid rechnet nur mit einem langsamen Konjunkturaufschwung. Leckscheid ist Leiter der Kundendienstabteilung bei FB Aufzüge, einem Fahrstuhlhersteller aus Dresden. Wie schon 2002 hat die Flut viele Lifte der mittelständischen Firma ruiniert. Vor allem Aufzüge mit hydraulischem Antrieb – hier liegen meistens Steuerung und Antrieb im Untergeschoss – sind betroffen. „Der Vorteil gegenüber 2002 ist, dass wir aus der Flut gelernt haben. Damals waren wir weit über unseren Kapazitäten, jedem Kunden unmittelbar helfen zu können. Dieses Mal sind alle besser vorbereitet.“ Dennoch rechnet Leckscheid damit, dass alle Reparaturen erst in rund einem Jahr abgeschlossen sind. Das hänge davon ab, wie schnell der Kunde nun zu dem Unternehmen komme: „Die ersten betroffenen Aufzugsanlagen laufen bereits wieder.“

Quelle: tagesspiegel.de

Auf Celles derzeit größter städtischer Baustelle geht es voran. Gemeint ist nicht die Ostumgehung, denn die ist weder städtisch, noch gibt es dort nennenswerte Fortschritte. Die Rede ist vom zweiten Abschnitt des Celler Hochwasser­schutzprogramms. Hier werden bis Ende August die Flutschutzmauern fertig sein. Insgesamt 5,2 Millionen Euro werden in diesem Sektor verbaut.

Um ihren Besitz fürchten mussten Ende Mai die Anwohner der Fuhse nahe ihrer Mündung in die Aller: Das Hochwasser drohte massive Schäden zu verursachen. Das soll es künftig nicht mehr geben. Mit einer massiven Investition nimmt die Stadt Celle den Flussanliegern die Angst vor einer Jahrhundertflut. Eine Mauer wird gebaut. Ein Wall hätte hier nicht hingepasst, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: „Verwallungen erfordern nämlich bei einer Höhe von 1,50 Meter nach den Regeln der Technik einen Flächenbedarf von rund 15 Metern Breite. So musste man zum Beispiel in den Bereichen Gehrkengasse und Allergarten auf Mauern zurückgreifen.“

Deren Sinnhaftigkeit habe sich nun auch Zweiflern erschlossen, berichtet Fischer: „Hochwasserschutzanlagen werden bei sonnigem Wetter und Niedrigwasserständen gern in Frage gestellt. Die Leute auf der Baustelle hören oft den Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern. Die letzten Starkregenereignisse mit dem nachfolgenden Hochwasser haben jedoch mehr als deutlich gemacht, dass die Maßnahmen sehr wohl Sinn machen und Schäden verhindern.“ Angesichts der jüngsten Überflutungen hätten dieselben Bürger dann bezweifelt, dass die Mauern wirklich hoch genug seien, so Fischer: „Waren sie allerdings auch nicht. Die Arbeiten waren ja noch nicht fertig und mussten unterbrochen werden. Wasserschäden wie im Bereich Neustadt sind nach ihrem Abschluss zukünftig nicht mehr zu erwarten.“

Auf Länge von rund 320 Metern parallel zur Gehrkengasse auf der Grenze zwischen privaten und öffentlichen Flächen entsteht die Mauer. Außerdem werden in der Nähe der Guizettistraße, des Allergartens, der Kläranlage und Nienburger Straße sowie des Tribünenbuschs und der Straße „Texas“ Hochwasserschutzmauern gebaut. Errichtet werden zusätzlich insgesamt vier Schöpfwerke, die das Wasser aus Wohngebieten herauspumpen, falls es nicht mehr auf natürlichem Wege zum Fluss gelangen kann.

„Insgesamt muss man sagen, dass die Eigentümer, deren Grundstücke etwa auf einer Tiefe von drei Metern betroffen sind, die Arbeiten mit großer Geduld ertragen“, sagt Fischer: „Auch vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass das Ziel, die Fertigstellung der Hochwasserschutzmauern dank der Leistungsfähigkeit der beauftragten Firma – aktuell sind rund 25 Beschäftige auf den Baustellen aktiv – bis Ende August mit größter Sicherheit erreicht werden kann.“

Der Bau der Schutzmauern erfordert Investitionen in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Fischer: „Wenn dann alle Maßnahmen im zweiten Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt sind, hat die Stadt Celle in diesem Sektor bei Baukosten von insgesamt 5,2 Millionen Euro und einer etwa 70-prozentigen Förderung durch das Land und die EU 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert.“ Im Falle eines Falles dürfte sich diese Investition rechnen. Wenn der dritte Abschnitzt des Hochwasserschutzes bis zur Wehranlage an der Allerinsel fertig ist, soll ein Hochwasser bis zu 60 Zentimeter niedriger ausfallen. Niedriger ausfallen werden dann auch die Flutschäden, die Experten im Falle eines Jahrhunderthochwassers in Celle auf 105 Millionen Euro geschätzt haben.

Quelle: cellesche-zeitung.de

Hochwasser erfordert Nachtrag im Haushalt in Wünschendorf

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Auch wegen der Hochwasser-Schäden muss die Gemeinde Wünschendorf einen Nachtragshaushalt erlassen.

Wie der Gemeinderat kürzlich entschieden hat, steigt der Verwaltungshaushalt demnach von 3,27 Millionen Euro auf fast vier Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt wird nahezu verdoppelt und umfasst nun 1,5 Millionen Euro. Einstimmig votierten die Gemeinderäte für den Nachtrag.

Wie Finanzausschussvorsitzender Harald Caba (FWG) erläuterte, summieren sich die kommunalen Schäden und Kosten für den Hochwassereinsatz auf rund 637″000 Euro. Darunter 216″000 Euro an Brücken, Straßen und Beleuchtung, 150″000 Euro an der Veitsberger Turnhalle, 85″000 Euro an den Gewässern und 61″000 Euro am Wegebau. „Wir rechnen mit einer Erstattung von 232″000 Euro“, sagte Caba

Zudem muss die Gemeinde höhere Kosten bei der Schul- und Kreisumlage, bei den Kindergärten und beim Bauhof verkraften. Auch bei Steuereinnahmen und Landeszuweisungen gibt es Veränderungen: So sinkt der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, gleichzeitig gibt es aber mehr Geld vom Land, etwa aus dem Garantiefonds. Eingestellt wurden in den Haushalt zudem zusätzliche 15″000 Euro für die Sanierung des Mainsebachs, 400″000 Euro für die Sanierung von Straße und Hang Am Gessner und Geld für den geplanten Grundstückskauf im Märchenwald.

All diese Veränderungen machen es notwendig, dass die Gemeinde rund 976″000 Euro aus der Rücklage, also dem Sparstrumpf, entnehmen muss. „Es ist die höchste Entnahme der vergangenen Jahren. Die Rücklage zehrt sich auf“, urteilte Harald Caba.

Quelle: otz.de

Die Flut geht ins Geld

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Der Weißenfelser Stadtrat gibt 300 000 Euro für die Beseitigung der Schäden frei. Derweil hat eine Debatte um die Konsequenzen aus der Flut begonnen.

Das Hochwasser im Juni hat an Gebäuden und Straßen der Stadt Weißenfels einen Schaden von rund 960 000 Euro verursacht. Darüber hat Maik Trauer, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste bei der Stadt, während der jüngsten Sitzung des Stadtrates, informiert. Allein an kommunalen Gebäuden sei ein Schaden in Höhe von rund 300 000 Euro entstanden. Größter Brocken ist dabei das Gebäude Promenade 35-39, in dem die Weißenfelser Geschäftsstelle der Volkshochschule ihren Sitz hat. Dort sind nach Berechnungen der Stadt allein rund 115 000 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden notwendig.

Um die finanziellen Grundlagen für die weitere Beseitigung der Flutfolgen zu legen, hat der Stadtrat mit großer Mehrheit einer außerplanmäßigen Ausgabe aus dem Haushalt in Höhe von knapp 300 000 Euro zugestimmt. Trauer verwies darauf, dass das Land ein Soforthilfeprogramm für hochwassergeschädigte Kommunen aufgelegt hat. Die Stadt habe die entsprechenden Anträge gestellt. Bis zu 100 000 Euro könnten nach Einschätzung Trauers über dieses Programm nach Weißenfels fließen.

Unterdessen ist in Weißenfels eine Diskussion über Konsequenzen aus dem Juni-Hochwasser in Gang gekommen. Im Stadtrat deutete Trauer erste Schwerpunkte an, die sich aus der bisherigen Auswertung der Flut ergeben hätten. So soll die Machbarkeit einer Verlegung des Damms in Uichteritz und Markwerben geprüft werden. In Erwägung gezogen wird die Entfernung der Bäume auf dem Deich im Ortsteil Schkortleben. Bereits während einer jüngsten rollenden Bürgersprechstunde hatte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) darauf hingewiesen, dass die Wurzeln der Bäume den Damm für den Hochwasserschutz nach und nach zerstören.

Im Mittelpunkt der Diskussion zu den Hochwasserfolgen standen im Stadtrat die nur wenige Meter vom Saaleufer entfernt gelegene Kindertagesstätte „Haus unserer Kinder“, die Stadthalle sowie der Bootsverleih an der Pfennigbrücke. Allein an der Kita ist einschließlich Inventar und Außenanlagen nach jüngsten Berechnungen ein Schaden von rund 105 000 Euro entstanden. „Ist denn schon mal darüber nachgedacht worden, die Kinder dauerhaft woanders unterzubringen?“, fragte Peter Kungl (CDU-Fraktion) angesichts der sich nahezu regelmäßig wiederholenden Hochwasserereignisse. Derzeit sei dies nicht der Fall, entgegnete Trauer. Carmen Rex vom Bereich Hochbau der Stadtverwaltung machte deutlich, dass bei der Instandsetzung der Kita „Haus unserer Kinder“ Vorkehrungen getroffen werden, um ähnlichen Ereignissen wie im Juni künftig besser begegnen zu können. Das betreffe die elektrischen Hausanschlüsse ebenso wie die Heizungsanlage.

Wenig einleuchtend erschien einigen Stadträten, dass für die Instandsetzung der hölzernen Baracke am Bootsverleih an der Saale 30 000 Euro locker gemacht werden sollen. Derzeit ist das Gebäude für den am Wochenende geöffneten Bootsverleih nur provisorisch nutzbar. Rex verwies darauf, dass das Hochwasser in der Baracke mehr Schäden angerichtet habe, als das von außen sichtbar wird. Das treffe unter anderem auf die elektrischen Anlagen und die Telefonanlage zu.

Auf mittlerweile rund 400 000 Euro wird der Schaden geschätzt, den während des Hochwassers vor allem Druckwasser von unten an der Stadthalle verursacht hat.

Quelle: mz-web.de