Neue Deiche für Wünschendorf

Veröffentlicht: Juli 21, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Großes Interesse an Gemeinderatssitzung: Die Bürger erfahren, dass das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung der Schutzanlagen entlang der Weißen Elster läuft. Unterlagen liegen bis zum 8. August aus.

Wünschendorf könnte nach dem verheerenden Hochwasser die erste Thüringer Gemeinde sein, in der in einen umfangreichen neuen Hochwasserschutz investiert wird. Unabhängig von der Flut steht das Thema aber seit Jahren auf der Tagesordnung von Gemeindeverwaltung und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). Die Landesbehörde ist für den Hochwasserschutz entlang der Weißen Elster und der Weida zuständig.

Nun sind alle Planungen in Papierform gegossen. Nach Ostern hatte die TLUG den Antrag auf Planfeststellung beim Landesverwaltungsamt gestellt. Seitdem läuft das Verfahren, in dem auch die Öffentlichkeit beteiligt wird: Drei dicke Ordner liegen noch bis zum 8. August im Wünschendorfer Rathaus und im Landesverwaltungsamt in Weimar aus. Am 17. September soll dann der Erörterungstermin mit jenen stattfinden, die Stellungnahmen eingereicht haben, informierte Bürgermeister Jens“Auer (parteilos) zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Mehr als 100 Einwohner waren dazu in den großen Saal der „Elsterperle“ gekommen.

Mit Baubeginn im März wird gerechnet

Der Bürgermeister rechnet nicht damit, dass die Einsprüche das Verfahren verzögern oder die Pläne auf den Kopf stellen. „So könnte es ab Winter Baurecht geben und im Frühjahr könnte der Bau beginnen“, blickt Auer voraus. Auch die TLUG geht von einem Baubeginn im März aus. Probleme mit Eigentümern gebe es nicht, teilte Lutz Baseler von der TLUG auf Nachfrage mit.

Die TLUG plant, lediglich die Deiche entlang der Weißen Elster und auch nur in Wünschendorf zu sanieren. Veitsberg, Mildenfurth und Meilitz bleiben damit außen vor. Wie Jens Auer auf eine Bürgernachfrage antwortete, sei ein Weida-Schutz bereits in der Planung. „Die Schäden an der Turnhalle und an der Weidaer Straße zeigen, dass die Weida nicht zu unterschätzen ist“, sagte der Bürgermeister.

Doch zunächst hat die Weiße Elster Vorrang: Von der Eisenbahnbrücke in Cronschwitz bis zur Weißen Brücke in Richtung Gera werden die Hochwasserschutzanlagen saniert und zum Teil erneuert. Die Landesanstalt nutzt die bestehenden Deiche und Mauern. Sie werden erhöht und stabilisiert, teilweise werden Spundwände eingesetzt, Mauern neu begründet, besser verankert oder neu aufgebaut. Gefördert wird die rund zwei Millionen Euro teure Investition von der Europäischen Union.

Nach Ansicht von Bürgermeister und Feuerwehr ist die Gemeinde auf diesen Hochwasserschutz angewiesen. Die Juni-Flut habe gezeigt, Wünschendorf ist „nicht in der Lage, den Damm auf dieser Höhe und über diese Länge zu verteidigen“. Jens Auer will dies aber nicht als Kritik an den Einsatzkräften verstanden wissen. Er hege keine Zweifel an deren Leistungen. Aus diesem Grund sei auch dem Aufbau einer gesonderten Wasserwehr eine Absage zu erteilen. Die freiwillige Feuerwehr verfüge über die entsprechende Ausbildung und Ausrüstung. Sie brauche aber Nachwuchs.

Rund 63000 Euro auf dem Spendenkonto

Ungebrochen ist indes Spendenbereitschaft. Auf rund 63″000 Euro ist das Spendenkonto angeschwollen, das die Gemeinde für die vom Hochwasser betroffenen Privatleute eingerichtet hat. Es seien in den Wochen nach der Katastrophe Summen zwischen 10 und 20000 Euro eingezahlt worden, Die letzte größere Summe überwies die Burkersdorfer Firma Somatic GmbH, die anlässlich der Einweihung einer neuen Fertigungshalle um Spenden statt Geschenke und Blumen gebeten habe und diesen Betrag noch verdoppelte. 10000 Euro kamen am Ende zusammen. Weiterhin sind auch Sachspende bei der Wünschendorfer Verwaltung eingegangen. Jens Auer ermutigte die Betroffenen dazu, sich zu melden. „Niemand will als Bittsteller auftreten, aber ich versichere Ihnen, das nehmen wir so nicht wahr“, wandte sich Auer an die Flutopfer.

Um die Spenden gerecht zu verteilen, hat der Gemeinderat die Bildung eines Gremiums beschlossen. Ihm gehören die Gemeinderatsmitglieder Karina Lose (CDU), Otto Weber (FWG), Andreas Nerlich und Gerd Birnkammerer (BGW), Sieglinde Kloucek (OWBF) und Marco Geelhaar (Heimatverein) an. Mitglieder sind außerdem der Bürgermeister sowie als sachkundige Bürger Pfarrer Christof Schulze, Konrad Meyer, Reiner Stroh, Harald Gnebner und Martin Winter.

Quelle: otz.de

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