Archiv für Juli 19, 2013

Der tiefe Fall der Hochwasser-Lieblinge

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

In Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg sorgen rund 700.000 übrig gebliebene Sandsäcke für Ärger. Sie waren während des Hochwassers im Juni zu einem Notdeich verbaut worden. Viele Anwohner in Neu Darchau sind nun verstimmt, denn ihre Terrassen grenzen genau an diesen provisorischen Deich, den 1.200 Helfer errichtet hatten. „Wir alle, sämtliche Anlieger waren froh, dass die hier waren und dass die Sandsäcke hier waren. Aber jetzt wird’s langsam Zeit, dass die wegkommen“, findet Anwohner Bernhard Gliemann.

Elbvorland noch nicht trocken genug

Gliemann hat sich bereits an die zuständige Samtgemeinde Elbtalaue gewandt. Bislang wurde er aber vertröstet. Noch sei das Elbvorland nicht trocken genug, um dort mit Baggern anzurollen, so Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer (parteilos). Er will sich bald mit Anwohnern und Experten zusammensetzen, um eine Lösung zu suchen. Die könnte heißen, dass der Notdeich zumindest in Teilen erhalten bleibt, so Meyer.

Säcke bleiben mindestens bis Ende August

„Ich kann nicht ausschließen, dass wir im Frühjahr, im Herbst oder im Winter wieder ein Hochwasser haben und wir das Ganze wieder komplett neu aufbauen müssen“, fürchtet Meyer. Eine Entscheidung über den Hochwasserschutz in Neu Darchau soll Ende August fallen. Bis dahin werden laut Samtgemeinde auf jeden Fall auch die Sandsäcke liegen bleiben.

Quelle: ndr.de

Die Flut war nicht braun

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Spree

von Andreas Staindl

Greenpeace gibt für den Spreewald nach dem Hochwasser vorerst Entwarnung. Die Brühe aus alten Tagebauen war weniger umweltbelastend als erwartet

 Es klingt beruhigend, was Niklas Schinerl berichtet. Beruhigend für den Tourismus und die Wirtschaft im Spreewald, für die Menschen, die in und mit der Lagunenlandschaft im Süden Brandenburgs leben: Das Hochwasser im Juni dieses Jahres hat die Verockerung der Spree nicht weiter vorangetrieben.

Schinerl, Klima- und Energieexperte bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace, gibt dennoch keine dauerhafte Entwarnung: „Eisenhaltiges Wasser drängt weiter in die Fließgewässer rund um die Spree“, sagte er am Donnerstag in Lübben bei der Vorstellung von Messergebnissen von Wasserproben aus der Region. Denn Flüsschen wie die Wuderitz bei Ragow (Oberspreewald-Lausitz) ist ein Paradebeispiel, quasi der Supergau, wie auch die Spree mal aussehen könnte. Das kleine Fließ – das Wasser aus dem wieder gefluteten Tagebaurestloch bei Schlabendorf (Dahme-Spreewald) führt – ist total verschlammt. Bis zu einem halben Meter, wie Schinerl sagt. Nur wenige Zentimeter Wasser stehen noch über dem rostroten Schlamm. Kahnfahrten sind dort nicht mehr möglich. Die Fährleute laden die Gäste ins Sammeltaxi und fahren sie vom Naturhafen in Richtung Spree. „Dort“, sagt der Greenpeace-Experte, „sind die Werte in etwa so, wie sie auch vor dem Hochwasser waren.“ Ihm zufolge gibt es rostroten Schlamm in der Wuderitz seit vielen Jahren. „Doch der war nach ein paar Wochen immer weg.“ Jetzt aber bleibt diese ockerne Masse. Und gefährdet das Ökosystem. „Wir haben tote Fische gefunden, Wasservögel, die im Schlamm gefangen waren“, warnt der Umwelt-Aktivist. „Unsere Ergebnisse decken sich mit denen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Das eisenreiche Grundwasser, eine Folge des Bergbaus, hat negative Folgen für die Wasserqualität des Spreewalds.“

Greenpeace hatte schon vor dem jüngsten Hochwasser Messproben hinter der Talsperre in Spremberg und an der Grenze zum Spreewald entnommen. Um das Ausmaß der Verockerung, bei der eisenhaltiges Wasser aus ehemaligen Tagebauen in Sachsen und Brandenburg in die Fließgewässer drängt, zu untersuchen. Die Eisenverbindungen trüben das Wasser. Sie setzen sich als Schlamm am Flussgrund und an den Ufern ab. „Unsere damaligen Laborergebnisse haben die erhöhten Werte der LMBV bestätigt“, sagt Schinerl. Er befürchtete: „Wenn wegen des Hochwassers Wasser aus der Talsperre abgelassen wird, spült es dort abgelagerten Schlamm mit und in den Spreewald.“ An 100 Messpunkten haben Umwelt-Aktivsten deshalb jetzt erneut Proben gezogen. Das Ergebnis des Schnelltests: Die Hauptspree ist nicht verockert, die Belastung noch nicht dramatisch. Offenbar hat sich die braune Brühe mit dem klaren Wasser vermischt.

Auf diesen Effekt will Greenpeace nicht dauerhaft setzen. Die Umweltschutzorganisation fordert den Ausstieg aus dem Braunkohleabbau bis 2030. „Nur so“, sagt Schinerl, „lässt sich eine Ausweitung der Verockerung verhindern. Immer neue Tagebaue verschärfen das Problem. Zudem muss der Schlamm ausgebaggert und fachgerecht entsorgt werden. Bisher haben die eingeleiteten Maßnahmen der Brandenburger Landesregierung noch nicht gegriffen.“ Andreas Staindl

Quelle: pnn.de

 

Acht Milliarden Euro wurden den Hochwassergebieten von Bund und Ländern zugesagt. Das Geld wurde zwar schnell versprochen, ausgezahlt wurde aber noch nichts. Angela Merkel nennt nun „Herbst“ als zeitlichen Rahmen.

Der Grund für die verzögerte Auszahlung ist, dass an der notwendigen Auszahlungsrichtlinie noch immer gearbeitet wird. Bereits am 5. Juli hatte der Bundesrat dem entsprechenden Gesetz zugestimmt.

Lage in Passau

Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks warten in der Stadt Passau derzeit rund 1.500 Hausbesitzer auf konkrete Hilfszusagen.

Wieviel Geld kommt? Und wann? Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich dazu am Freitag (19.7.) in der Bundespressekonferenz. Sie betonte, dass sie die Menschen „in so einer existenziellen Situation nicht allein lassen wolle“ – gleichzeitg spricht sie davon, dass die Verordnungen zur Auszahlung der Fluthilfen von Bund und Ländern von acht Milliarden Euro erst im Herbst in Kraft treten soll.

Den Vorwurf der Gemütlichkeit will die Regierung jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und selbst Passauer, sieht jeden Tag vor seiner Haustür, wie sehr die Zeit drängt.

„Die ganzen Verordnungen sollen bis zum 25.7. fertig sein und wir haben auch das Ziel, dass wir schon ab dem 25.7. faktische Planungssicherheit haben, so dass auch Geld fließen kann.“

Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium

Dann wäre es an den Bundesländern, auf Basis dieser Verordnung bereits Abschlagszahlungen zu leisten – auch wenn das Kabinett und der Bundesrat die Regeln erst Mitte August beschliesst. Bis dahin bleiben aber viele Passauer und andere Hochwassergeschädigte auf ihren Handwerkerrechnungen sitzen – oder müssen zusehen, wie die Schäden immer größer werden.

„In vielen Gebäuden setzt mittlerweile Schimmelbildung ein“

Sabine Aschenbrenner, Diakonisches Werk Passau

Das Haus von Carmen Hildschober mit sieben vermieteten Wohnungen ist noch immer zum Teil unbewohnbar. 136 Euro kosten die nun eingesetzten Lüfter pro Tag, um die warmfeuchte Luft herauszubringen. 20.000 Euro an Handwerker-Rechnungen sind bereits aufgelaufen. Und so geht es vielen.

Auszahlungs-Regelung dauert

Mehr als 300 Menschen nahmen in den vergangenen Wochen die Hilfe des Diakonischen Werkes in Passau in Anspruch. Manche erleiden mitten im Gespräch Nervenzusammenbrüche, erzählt die zuständige Sozialpädagogin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich gegenüber der Passauer Neuen Presse abwehrend. Bei der Auszahlung hake nichts. Bei der Erstellung der Rechtsverordnung zur Auszahlung der Staatshilfen müssten sich eben 16 Länder miteinander abstimmen – das brauche seine Zeit, so Schäuble. Verkehrsstaatssekretär Andreas Scheuer (CSU) versprach eine Fertigstellung der Richtlinien bis spätestens Ende nächster Woche. Bevor diese in Kraft treten, müssen sie aber noch beschlossen werden.

Quelle: br.de

Auszahlungs-Regelung dauert

– BMWi stellt 1 Mio. EUR „Sonderfonds Runder Tisch – Hochwasser 2013“ zur Verfügung – Kostenübernahme für Unternehmensberatung durch qualifizierte Berater

Die KfW Bankengruppe hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ihr Beratungsprogramm „Runder Tisch“ für Unternehmen, die durch das Mai/Juni-Hochwasser 2013 geschädigt wurden, aufgestockt. Der Sonderfonds aus Mitteln des BMWi ist mit 1 Mio. EUR ausgestattet: Kleine und mittelständische, durch das Hochwasser geschädigte Unternehmen können einen Zuschuss zu den Kosten von Beraterdienstleistungen zu den nun notwendigen Maßnahmen erhalten, damit die Schäden möglichst effizient behoben werden können. Wie beim bereits bestehenden Produkt „Runder Tisch“ wird auch der „Runde Tisch Hochwasser“ bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern beantragt.

Die Förderung durch den Sonderfonds „Hochwasser“ beinhaltet die Kostenübernahme einer Unternehmensberatung mit einer Höchstförderung von 1.600 EUR und läuft bis zum Ende dieses Jahres. Antragsberechtigt sind nun auch die Unternehmen, die bereits einen Runden Tisch beantragt haben. Die Unternehmen wählen dazu eine Beraterin/einen Berater aus, die/der in der KfW-Beraterbörse für das Programm zugelassen ist. Durch die Schwachstellenanalyse und Beratung wird den Unternehmen geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Seit 1995 hat die KfW über 45.000 Unternehmen mit dem Programm „Runder Tisch“ gefördert.

Insgesamt stelle die KfW im Rahmen des Zehn-Punkte-Programms der Bundesregierung zur Unterstützung bei der Behebung von Hochwasserschäden privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen Kredite in einem Gesamtvolumen von zunächst 100 Mio. EUR zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung. Zusätzlich erklärt sich die KfW dazu bereit, bei Bedarf die Förderbanken betroffener Bundesländer preiswert zu refinanzieren. Weitere Infos:

Informationen zum Programm „Runder Tisch“ erhalten Sie auf der Website der KfW in der Rubrik für Unternehmen „Erweitern und Festlegen, „Alle Förderprodukte auf einen Blick“ unter http://www.kfw.de/Unternehmen. Für das Programm „Runder Tisch“ zugelassene Berater können unter http://www.kfw-beraterboerse.de recherchiert werden. Zusätzlich bietet die KfW ein kostenfreies Servicetelefon unter der Rufnummer: 0800 – 539 90 01 an.

Zusätzliche Informationen zum KfW-Aktionsplan Hochwasser 2013 erhalten Sie unter http://www.kfw.de/hochwasser.

Originaltext: KfW Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/41193 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_41193.rss2

Pressekontakt: KfW, Palmengartenstr. 5 – 9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt, Tel. +49 (0)69 7431 1778, Fax: +49 (0)69 7431 3266, E-Mail: presse@kfw.de, Internet: http://www.kfw.de

Quelle: finanznachrichten.de

Reporter aus Passau – Folgen des Hochwassers

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Nicht nur die Bewohner der Krisengebiete kämpfen noch mit den Folgen der Flut, sondern auch die Wasserkraftwerke. Unsere Live-Reporterin meldet sich heute aus dem Kachlet. Dort hat das Hochwasser auch seine Spuren hinterlassen.

Reportage

Quelle: br.de

Über 75.000 Euro an Spenden aus dem gärtnerischen Berufsstand sind inzwischen auf dem Sonderkonto der Spendenaktion „Gärtner helfen Gärtnern“ zugunsten der Opfer des verheerenden Hochwassers eingegangen, informiert der Zentralverband Gartenbau (ZVG). Einstimmig habe sich jetzt das Kuratorium der Ernst-Schröder-Stiftung in Grünberg hinter die Beschlüsse des Stiftungsvorstandes zur Spendenaktion 2013 gestellt.

So sei es richtig gewesen, kurz nach Bekanntwerden der verheerenden Hochwasserschäden die Voraussetzungen für eine Spendensammlung als Solidarleistung der Gärtner untereinander zu schaffen.

Auch weiterhin gebe es entsprechende Überweisungen, die dazu beitragen, die Not zu lindern, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Die Mitglieder des Kuratoriums dankten allen Spendern, die im Laufe des Jahres von der Stiftung eine Spendenbescheinigung erhalten werden. Gleichzeitig wird um weitere Spenden gebeten: Zentralverband Gartenbau, Sonderkonto 1700 033 046, BLZ 380 601 86 bei der Volksbank Bonn Rhein-Sieg unter dem Stichwort „Gärtner helfen Gärtnern“.

In Grünberg wurde auch über die Zusammensetzung der Kommission zur Vergabe der Spendengelder entschieden. Ihr gehören neben dem Stiftungsvorstand Vertreter des ZVG, des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) und der Gartenbau-Versicherung an. Hinzukommen die Gartenbau-Landesverbände, in deren Gebiet geschädigte Gartenbaubetriebe registriert sind.

Die Geschäftsführung der Ernst-Schröder-Stiftung wird ab dem 1. September Franz-J. Jäger übernehmen. Er folgt auf Walter Holbeck, der Ende 2013 in Ruhestand gehen wird. (zvg/ts)

Quelle: http://taspo.de

Erfurter Ärzte helfen vom Hochwasser betroffenen Kollegen

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Geld- und Sachspenden gehen nach Ostthüringen

In den Fluten des Hochwassers im Juni versanken thüringenweit nicht nur Fabrikanlagen, Hausrat, Heizkessel oder Gartenlauben. Das Wasser holte sich auch die Ausstattungen kompletter Arztpraxen, ließ Ul­traschallgeräte, Faxe oder Mobiliar zerstört zurück. Zahlreiche Thüringer Ärzte waren betroffen. „Die Bilder im Fernsehen waren sehr bedrückend“, sagt die Erfurter Frauenärztin Dr. Ellen Marzotko. „Trotzdem haben viele Ärzte mit dem Notdürftigsten gleich weiter praktiziert.“

Sie schloss sich mit ihren hiesigen Kollegen kurz, über das Erfurter Ärztenetz starteten sie einen Hilfsaufruf unter den Mitgliedspraxen. Im Ärztenetz Erfurt sind mehr als 200 Ärzte zusammengeschlossen, sie nutzen die Internetplattform für fachliche Debatten und für Organisatorisches.

Geldspenden oder gebrauchte Geräte wurden erbeten. „Wir waren erfreut, wie schnell viele Kollegen reagierten. Ein herzliches Danke an alle.“ Knapp 8 000 Euro kamen zusammen, dazu Rechner, Drucker, Ultraschallgeräte, EKG und andere Technik. Die Geräte werden jetzt von der Medizintechnikfirma Knorre und Molder aus Kersp­leben geprüft, dann gehen sie auf Reisen.

23 von Hochwasser betroffene Praxen aus Gera, Greiz oder Zeulenroda werden von den Erfurter Ärzten unterstützt. „Die Kontakte haben wir mit Hilfe der kassenärztlichen Vereinigung geknüpft“, sagt Ellen Marzotko.

Sie freut sich über den Einsatz der Kollegen. „Auf diese Weise haben wir uns auch untereinander besser kennengelernt“, sagt sie. Außerdem gebe es einen weiteren guten Nebeneffekt: Auch die Nordhäuser Kollegen starten jetzt über das Internet eine Hilfsaktion.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Bald wieder freie Fahrt zwischen Aken und Dessau?

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Aken

Das Aufräumen auf den Straßen nach Aken und Diebzig hat begonnen. Der Behelfsdamm auf der L 63 zwischen Aken und Dessau wird mit Baggern abgetragen. 15.000 Tonnen Schotter müssen abtransportiert werden.

 

In Windeseile schaffen die schweren Lkw den Schutt von der Landesstraße 63 zwischen Aken und Dessau. Das während des Hochwassers eiligst erbaute Wasserschloss hat seine Schuldigkeit getan und verschwindet jetzt. „Wir haben etwa zehn Werktage eingeplant“, sagt Siegfried Mehl, Gesellschafter der Firma KTSB Bau GmbH in Köthen. Seit Ende letzter Woche ist man nun dabei, den Behelfsdamm mitten auf der Straße abzutragen. Rund 15 000 Tonnen Schotter.

Danach ist die Landesstraßenbaubehörde in Dessau gefragt. Hier muss man abwarten, was ein Vor-Ort-Termin mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Polizei ergibt. Der soll kurzfristig, wie der amtierende Regionalbereichsleiter Oliver Grafe auf MZ-Nachfrage erklärt, organisiert werden. Genauso kurzfristig werde dann entschieden, wie es weiter geht: Kann man die Straße ohne Weiteres befahren oder aber mit Einschränkungen oder müssen erst noch Schäden behoben werden?

Auf der Straße zwischen Wulfen und Diebzig kommen nur noch Fußgänger durch – vorausgesetzt, sie haben flinke Beine. Denn sie müssen einen Graben überwinden, der am 21. Juni während des Hochwassers wegen Unterspülung ausgebaggert worden ist. Die Diebziger fragen sich, wann die Straße endlich gemacht wird und ob bis dahin zumindest ein Provisorium errichtet werden könnte. Denn zurzeit müssen sie einen Umweg fahren.

Wie lange noch, kann niemand sagen. Auch nicht die zuständige Landesstraßenbaubehörde. Auf MZ-Anfrage spricht der Regionalbereichsleiter von notwendigen Abstimmungen und Genehmigungen, der Erkundung des Baugrunds, die für die Baumaßnahme „zwingend erforderlich“ seien. Er weist außerdem darauf hin, dass mit den Mitteln des Landes „verantwortungsbewusst“ umgegangen werden müsse.

Eine ähnliche Antwort erhielt auch der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Krause vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, würden die Arbeiten kurzfristig vergeben. Das Wichtigste, was die Diebziger interessiert, war aber weder in Dessau noch in Magdeburg zu erfahren: Wann konkret ist die Straße wieder befahrbar? Von „drei bis vier Wochen“ war beim Landkreis mal die Rede. „Möglichst kurzfristig“, meinte zeitgleich Grafe. Deshalb lohne es auch nicht, ein Provisorium zu errichten. Das allerdings war vor drei Wochen.

Quelle: mz-web.de

Wegen Hochwasserschäden bleiben zu Beginn des neuen Schuljahres am 26. August mehrere Turnhallen und das Hofwiesenbad in Gera geschlossen, teilte die Stadt mit. Die aktuelle Schadensbilanz weist für die Sportstätten in Gera mehr als 7 Millionen Euro aus.

Zu Beginn des Schul- und Sportjahres werden wichtige Sportstätten, wie die Panndorfhalle und das Hofwiesenbad, aber auch die Schulsporthallen der Regelschule „Otto-Dix„, der Grundschule „Otto-Dix“ und der Debschwitzer Regelschule für den Sportunterricht und das Training nicht zur Verfügung stehen, teilte die Stadt mit. Darüber hinaus sind neben den Sporthallen im Sportzentrum Vollersdorfer Straße und im Karl-Harnisch-Stadion die Sportplätze Stadion am Steg und Karl-Harnisch-Stadion massiv betroffen.

Etwa 40 Prozent der Kapazitäten könnten derzeit nicht genutzt werden. Ob für die Schüler zum Schuljahresbeginn Sportunterricht ausfällt, ist momentan noch nicht klar.

Mit den betroffenen Schulen und Vertretern des Schulamtes Ostthüringen wurden am vergangenen Donnerstag intensive Gespräche zur Belegungssituation für den Sportunterricht geführt. „Wir haben versucht, den Belegungsplan für die Panndorfhalle zu verdichten, aber leider ist es aufgrund der dort entstandenen Schäden nicht möglich“, sagt Thomas Seidel vom Fachdienst Bildung und Sport in der Mitteilung der Stadt. Neben der Situation in den betroffenen Schulturnhallen würden sich die Schäden im Hofwiesenbad besonders auf die Grundschulen auswirken, für die es aktuell kein Angebot zur Absicherung des Schwimmunterrichts gibt.

Unter Federführung des Schulamtes stimmen aktuell die Schulleiter Belegungsvarianten ab, um den Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten, heißt es weiter.

Eine Reihe von Sportvereinen ist besonders hart betroffen. „Wir arbeiten mit Hochdruck in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund an Lösungen für die aktuellen Belegungsprobleme der Vereine“, so Thomas Seidel. Ziel des Fachdienstes ist, vor allem Lösungsansätze für den Kinder- und Jugendsport zu entwickeln.

Die Sportstättenkommission hat am 3. Juli dem Vorschlag zugestimmt, die Belegung der Sportstätten im neuen Schul- und Sportjahr zunächst mit einem „Sommerbelegungsplan“ bis zum 18. Oktober vorzunehmen. Alle Sportvereine erhalten demnach zunächst einen Belegungsvertrag bis zu den Herbstferien. Im Sommerbelegungsplan ist der Bedarf der Freiluftsportarten für das Wintertraining noch nicht enthalten. Einer Reihe von Freizeitsportgruppen wird der Fachdienst Bildung und Sport nur Trainingszeiten an den Wochenenden anbieten können. Ein Winterbelegungsplan soll ab 4. November 2013 vor dem Hintergrund gelten, dass dann konkrete Termine für die Wiedernutzung der Sportstätten vorliegen.

Nach der Beratung der Stadt mit dem Stadtsportbund Gera e.V. und den vom Hochwasser direkt betroffenen Sportvereinen zum Thema Schadensbilanz am 1. Juli 2013 wurden vom Fachdienst Bildung und Sport Einzelbegehungen in den Sportstätten durchgeführt.

Im Stadion der Freundschaft sind die leichtathletischen Anlagen ab sofort, die Weitsprunganlage nach Austausch des Sandes für das Training wieder nutzbar. Einschränkungen bestehen bei der Nutzung der Sanitäranlagen im Außenbereich des Stadions. Aktuell wird der Rasenplatz erneuert. Der Platz soll am 9. August wieder freigegeben werden.

Zwischen Reitverein und der Stadt wurden Detailmaßnahmen zu Herstellung von Bereichen des Reitstadions vereinbart. So bemühen sich Verein und Stadt aktuell um eine Lösung für die Beseitigung des verunreinigten Bodenbelages in der Reithalle. Es wird eine neue Zähleranschlusssäule gesetzt und die Pumpen und Regner zur Platzbewässerung funktionstüchtig hergestellt, sodass der Platz nach der Renovation bewässert werden kann.

Auf Grund der weiter aufsteigenden Durchfeuchtung und des zunehmendem Schimmelbefalls im Sportzentrum Vollersdorfer Straße mussten die Gebäude neben der Sporthallensperrung auch für Internats-, Büro- und Gewerbenutzungen gesperrt werden. Betroffene Sportvereine erhielten ein Angebot zur Nutzung adäquater Büroräume in der Ernst-Toller-Straße. Die Nutzung der Beachvolleyballanlage und des Rasenplatzes ist möglich, bezüglich der Nutzung der Umkleide- und Sanitärbereiche muss auf die Tschaikowskistraße 39 a und das Stadion der Freundschaft ausgewichen werden.

Die Stadt beauftragt kurzfristig einen Gutachter zur Prüfung der bautechnischen Schäden im Karl-Harnisch-Stadion in Zwötzen. Dabei wird unter anderem geprüft, ob die Sanitäreinrichtungen kurzfristig Instand gesetzt werden können, um nach der Sportplatzrenovation die Nutzung des Rasenplatzes zu ermöglichen.

Der Rasenplatz im Stadion am Steg ist nach abgeschlossener Renovation wieder nutzbar. Die Instandsetzungsarbeiten am Tennenplatz ruhen bis zur Klarheit der Stadt über die Details der Thüringer Wiederaufbaurichtlinie. Die Stadt kann aktuell noch nicht abschätzen, wann die Wiederaufbauarbeiten von Sportstätten beginnen können, da die Richtlinie mit entsprechenden Durchführungsbestimmungen noch nicht aufgelegt ist.

Quelle: otz.de

 

Zum Sommerferienbeginn in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg startet Sachsen eine bundesweite Tourismuskampagne. 750.000 Euro zusätzlich investiere das Land, um Besucher nach dem Hochwasser anzuwerben, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Infolge der Überschwemmungen im Juni seien Reisebuchungen storniert und weniger neue abgeschlossen worden; die meisten Sehenswürdigkeiten hätten aber keinen Hochwasserschaden genommen.

Das Geld fließt nach Angaben des Ministeriums unter anderem in Werbebeilagen in überregionalen Zeitungen und Magazinen. Tourismusbotschafter ist Michael Ballack. Die Kampagne läuft vom 21. Juli bis zum 17. August.

Quelle: lvz-online.de

Hochwasser-Opfer wollen weg

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Sachsen

 

Viele von denen, die schon 2002 das sogenannte erste Jahrhundert-Hochwasser erwischt hatte, mussten in diesem Juni wieder mit ansehen, wie ihre Häuser nach dem Wiederaufbau in den Fluten versanken. Und viele haben die Nase voll, wollen nur noch weg.

 

von Hanno Griess

Es geht um 50 Häuser in Nünchritz bei Riesa. Zum wiederholten Male wurden sie vom Hochwasser erwischt. Den meisten reicht es jetzt. 90 Prozent der Anwohner würden gerne absiedeln, wie es heißt. Die Anwohner sagen, sie fühlten sich nicht mehr sicher. Deshalb fordere man eine Lösung wie im Fall der Siedlung Röderau Süd.

Umsiedlung auf Kosten des Steuerzahlers

Röderau-Süd ist das Stichwort. Die ehemalige Siedlung in direkter Nachbarschaft, die nie hätte gebaut werden dürfen, wurde nach 2002 komplett umgesiedelt. Auf Kosten des Steuerzahlers. Auf die Forderung, so etwas zu wiederholen, hatte der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann, in der vergangenen Woche eine kurze, aber klare Ansage parat: „Nein.“

Kritik von der Opposition

An diesem kategorischen Nein gibt es Kritik, beispielsweise von Martin Dulig, Chef der oppositionellen Sozialdemokraten. Er hatte bereits im Landtag die Idee eines Umsiedlungsfonds ins Spiel gebracht: „Ich halte das Thema Umsiedelung nach wie vor für eine Option, die man bei dem Thema Hochwasserschutz und Konsequenzen aus der Flut auf der politischen Tagesordnung besprechen und auch organisieren muss – als eine Option. Ich höre nur nicht sehr viel Positives aus der Staatskanzlei. Die Leute wollen aber jetzt wissen, lohnt es sich, an der selben Stelle wieder aufzubauen. Oder lohnt es sich nicht.“

Ob es sich aber lohnt, müsse jeder selbst entscheiden, sagt dagegen Staatsminister Johannes Beermann, die Regelung laute: „Bei denjenigen, die von dem Standort, wo sie gebaut und gewohnt haben, weg möchten, weil sie sagen, wir halten es einfach nicht mehr aus, wir sind zum dritten Mal jetzt unter Wasser geraten und wir möchten gern woanders ein neues Haus bauen, sind wir uns mit dem Bund und den anderen Ländern einig, dass auch dort grundsätzlich nur so viel Geld gegeben wird, wie derjenige bekommen hätte, wenn er an Ort und Stelle wieder aufgebaut hätte.“

Die Proteste der Anwohner in Nünchritz, aber auch beispielsweise in Grimma, im Muldental haben also bisher nichts genützt. Das einzige Zugeständnis der sächsischen Landesregierung: ein Lenkungsausschuss soll laut Beermann zumindest prüfen: „Mal darüber nachzudenken, denn es sind ja doch erhebliche Summen, wenn sie ein neues Haus bauen, ob da nicht ein entsprechendes Kreditprogramm oder Kreditvergünstigungsprogramm des Landes als Kompensation noch hilfreich wäre, um dort einzugreifen. Das werden wir jetzt in Ruhe prüfen und (…) bis zum 25. Juli noch nachsteuern.“

Ein neues Haus an anderer Stelle, wie damals in Röderau-Süd, bekommen Umsiedlungswillige also auf keinen Fall, und von einem Umsiedlungsfonds, wie ihn die SPD vorschlägt, ist auch weiterhin keine Rede.

Quelle: mdr.de

Vietze: Einigkeit über den Hochwasserschutz?

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Zu einer ersten Besprechung über Möglichkeiten des Hochwasserschutzes trafen sich vergangenen Samstag rund 50 Vietzer Bürger. Als Berater nahmen Ernst-August Schulz, Fachdienstleiter Wasserwirtschaft beim Landkreis sowie Gartows Deichverbands-Vorsitzender Ulrich Flöter ebenso teil wie große Teile des Gemeinderates.

 

 

Bei der aktuellen Flut sind insgesamt 30 Häuser durch das Hochwasser teilweise massiv beschädigt worden. Anders als bei vorher gehenden Hochwasser-Ereignissen waren dieses Mal auch Häuser betroffen, die zur sogenannten „alten“ Substanz des Dorfes gehören. Daneben wurden auch der Friedhof sowie zentrale Versorgungseinrichtungen wie z.B. die Pumpstation zum Klärwerk überflutet. Bisher gibt es in Vietze keinen Hochwasserschutz.

 

Einig war sich die Versammlung darüber, dass das Dorf angesichts der immer höher eintretenden Wasserstände einen effektiven Hochwasserschutz braucht. Fachleute befürchten, dass künftige Hochwasser-Ereignisse sogar noch höhere Wasserstände bringen könnten.

 

Welche Form von Hochwasserschutz wollen wir?

 

In der Versammlung wurde deutlich, dass es hierüber durchaus unterschiedliche Vorstellungen gibt. Sowohl Bürgermeister Schenk als auch Deichverbands-Vorsteher Ulrich Flöter machten den Anwesenden deutlich, dass es ohne die Abgabe von Grundstücksanteilen an der Seegeseite keinen effektiven Hochwasserschutz geben wird. Wie breit die abzugebenden Streifen allerdings sein müssen, „das hängt natürlich von der Bauweise der Schutzverwallung ab, für die Sie sich entscheiden werden“, so Flöter.

 

Neben Bürgermeister Schenk gab es in der Versammlung viele andere Stimmen, die sich gegen einen gewidmeten Deich aussprachen, welcher eine Deichfuß-Breite von rund 15 Meter beanspruchen würde. „Für die Finanzierung eines echten Deiches gibt es von Landesseite eindeutige Vorgaben, die Höhe, Breite und Bauweise festlegen,“ erläuterte Ernst-August Schulz. Zum Beispiel schreibt das Land für einen gewidmeten Deich ein Freibord von 1,20 m vor, was für Vietze bedeuten würde, dass der Wall/Deich ca. 2,70 m hoch werden müsste – eine Höhe, die von den an der Wasserseite gelegenen Grundstückseigentümern niemand will, da der Blick auf die Elbe vollständig versperrt würde, abgesehen von den laufenden Unterhaltungs- und Pflegekosten.

 

Eine mobile Lösung, z.B. mit einer Spundwand, wie sie in Hitzacker gebaut wurde, würde allerdings rund doppelt so viel kosten wie ein Gründeich, darauf wies nicht nur Ernst-August Schulz hin. Sowohl Schulz als auch Flöter äußerten massive Zweifel daran, ob das Land eine so teure Maßnahme für Vietze mitfinanzieren würde.

 

„Doch egal für welche Lösung Sie sich entscheiden, Sie werden mit einer Anteilsfinanzierung rechnen müssen,“ betonten die Fachleute. Derzeit finanziert das Land 70 % der Kosten, 30 % müssen von den Grundstückseignern bzw. der Gemeinde getragen werden. Ob es eine andere Kostenverteilung geben kann, das müssen Verhandlungen mit Land, Samtgemeinde und Gemeinde zeigen.

 

Die Gemeinde will nun den Diskussionsprozess weiter führen. Zunächst sollen Fachleute beauftragt werden, verschiedene Modelle zu erarbeiten, die dann in der Gemeinde weiter besprochen werden.

 

BU: Wie dieses Haus waren während der Flut in Vietze rund 30 Häuser vom Hochwasser betroffen. Nun diskutiert die Gemeinde über geeignete Hochwasserschutz-Maßnahmen.

  Quelle: http://wendland-net.de