Archiv für Juli 18, 2013

Nach dem Hochwasser: Viel Hilfe für Aken

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Geld aus Markranstädt und Köthen für Beseitigung von Schäden. Geldspenden vom CHC. Abschalten im Heidepark

Aken  Spenden in Höhe von knapp 1.300 Euro hat Köthens Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander (rechts) dem Akener Bürgermeister Hans-Jochen Müller überreicht. Das Geld war während des Hochwassers für die betroffenen Akener in Köthen abgegeben worden. Es stammt aus Markranstädt (bei Leipzig), wo Bürger mit Suppe- und Kuchenverkauf Spenden gesammelt hatten. Ein weiterer Teil kommt von Markrankstädter Geschäftsleuten und aus dem Verfügungsfonds des Bürgermeisters.

Auch die Stadt Köthen hatte ein Spendenkonto eingerichtet. Auf diesem sind 1.175 Euro eingegangen, die ebenfalls in Aken eintreffen sollen.
Alle Spenden würden zunächst auf ein dafür eingerichtetes Konto eingezahlt, so Akens Bürgermeister Hans-Jochen Müller. Wenn alle Schäden erhoben sind, soll es dann an die Betroffenen weitergegeben werden.

Köthen/Aken  In der Sparkassenarena des Cöthener Hockey-Clubs (CHC) 02 in Köthen fand jetzt die Übergabe der beim Benefiz-Wuselturnier gesammelten Spenden statt. Hierzu kamen der Präsident des TSV Aken und die Wuselkinder zusammen, um den Scheck mit stattlichen 4.016 Euro feierlich zu überreichen. Die Spenden setzen sich wie folgt zusammen:

1.600 Euro Nadja Spiehl (HC Hannover) und das Chorensemble Nordstadt. Hiermit hier werden zwei ausgewählte Familien aus Aken unterstützt.
Die restlichen gesammelten Spenden von 2.416 Euro kommen dem TSV Aken, der bei der Flut arg gebeutelt wurde, zugute.

So kamen die Gelder zusammen: 1.307 Euro von TSV Bemerode und Hannover 78; 50 Euro Fam. G. & V. Heuer (Hannover); 1.059 Euro gesammelte Gelder vom Wuselturnier.

Aken  Noch bis 25. Juli können sich vom Hochwasser betroffene Familien aus Aken und Umgebung zu einem ganz besonderen Erlebnis anmelden. Der Heidepark Soltau bietet 120 Teilnehmern einen unvergesslichen Tag voller Spaß und guter Laune.

Die Busfahrt nach Soltau und der Eintritt in den Heidepark sind für alle Teilnehmer kostenfrei. Das Ferienerlebnis startet am frühen Morgen des 5. August vom Feuerwehrgerätehaus in Aken.

Anmeldungen werden vom Jugendfeuerwehrwart der Stadt Aken Michael Kiel entgegen genommen. Möglich per E-Mail unter der Adresse jugendfeuerwehr-aken@gmx.de oder mittels SMS an die Nummer 0178 8848016.

Quelle: wochenspiegel-web.de

Hochwasserschutz: Wasserwirtschaftsamt informiert die Bürger

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Bayern

Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim lädt am Donnerstag, 25. Juli, alle Bürger zu einer Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in den Gmunder Neureuthersaal ein. Beginn: 19 Uhr.

Der Tegernsee soll als Rückhaltebecken genutzt werden. Dazu wird das vorhandene Schuhmacherwehr auf Höhe der Gmunder Papierfabrik durch einen Neubau ersetzt und das Bett der Mangfall in diesem Bereich vertieft. Das Wehr ermöglicht es, den Wasserstand des Tegernsees vor einem drohenden Hochwasser abzusenken und so dessen Rückhaltevolumen zu erhöhen.

Dieses Konzept hatte das Wasserwirtschaftsamt im November 2010 vorgestellt. Jetzt informiert die Behörde über den Sachstand. Zudem stehen die Mitarbeiter den Bürgern Rede und Antwort. Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe Anfang Juni hat das Amt berechnen lassen, wie sehr ein neues Wehr die Überschwemmung im Tegernseer Tal gemindert hätte.

Das zehn Millionen Euro teure Konzept ist nicht unumstritten. Vom Wehrbau unmittelbar betroffene Anwohner haben Bedenken, weil auf ihren Grundstücken Hochwasserschutzmauern entstehen sollen. Zudem gibt’s die Befürchtung, dass man im Ernstfall den Tegernseee überlaufen lässt, um die zahlreichen Unterlieger der Mangfall zu schützen. Dies ist nach Aussage von Paul Geisenhofer, Chef des Wasserwirtschaftsamtes, gar nicht möglich. Die Situation verbessere sich sowohl für die Seeanlieger als auch für die Unterlieger.

Quelle: merkur-online.de

Heiße Rhythmen und kühle Drinks

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

Erst zusammen gegen das Hochwasser, jetzt zusammen für eine spritzige Flussparty: Das ist das Credo der Magdeburger Elbegastronomen Tino Bredau (Mückenwirt), Stefan Pauli (Strandbar), Uli Bittner (Mückenwirt), Marko Dietel (Elbelandhaus), Jens Burkart (Le Frog/Montego Beach Club), Angelo Locorotondo (L~BE), Paul-Gerhard Stieger und Alex Ninow (Strandbar), die am 3. August die neunte Auflage der „Riverside at Night“ organisieren.

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Haben sie vor wenigen Wochen noch gemeinsam mit Sandsäcken gegen die übers Ufer tretenden Wassermassen der Elbe gekämpft, gibt es nun ein neues Ziel: Endlich wieder am Flussufer zusammen eine Party feiern.

Und so spielt an sieben Bars und Restaurants entlang der Elbe die Musik. Einen Rhythmus, der mitreißt und einen Sound, der die Seele massiert: Das versprechen die Musiker der Magdeburger Band „Crossfire“, sobald sie ihre Instrumente auspacken. Die Band, die sich vorrangig handgemachter Rockmusik der 1970er Jahre verschrieben hat, macht die Bühne am Elbelandhaus zur Rockarena für eine Nacht. „Smoke On The Water“, „Knocking On Heavens Door“, „Rockin‘ All Over The World“ oder „Sweet Home Alabama“ sind einige der großen Welthits, mit denen Sänger Michael Isensee und seine Mannen den Gästen einheizen. Darüber hinaus bastelt die Band gerade an einigen eigenen Stücken, von denen sie ihrem Publikum mit etwas Glück eine Kostprobe gibt.

Ebenfalls live präsentiert sich der Musiker John Simmens auf der Bühne am Mückenwirt. Der erfahrene Entertainer wird mit eigenen Songs sowie Rock und Pop der 1980er und 1990er Jahre aufwarten. Ihm zur Seite steht Dirk Gorka alias DJ Dicky.

Freunde der gefühlvollen Popmusik empfängt Sonja Fritzsche alias „Sonjas Cosmos“ an der Strandbar. In den Texten der SWM-MusiCids-Finalistin geht es um Lebenserfahrungen, Liebe und um viel Gefühl. Am Montego Beach Club im Stadtpark legt DJ LilSaint Black Music auf die Plattenteller. DJ Taucher präsentiert seinen Gästen an der „Württemberg“ feinsten Electro-Sound als Begleitmusik zur untergehenden Sonne. Oldie-Freunde sind im Biergarten am Le Frog genau richtig. Hier sorgt die Band um Max Nehring mit Hits von früher für Partystimmung.

Die Besucher haben die Wahl, den Weg zwischen den einzelnen Partystationen gegen einen Beitrag von zwei Euro entweder mit dem Bus oder mit einem Schiffsshuttle zu überbrücken. Für gutes Wetter empfehlen die Veranstalter das Fahrrad. (kae)

Riverside at Night: 3. August, ab 19 Uhr, an der Strandbar, am Montego Beach, dem L-BE, dem Elbelandhaus, dem Mückenwirt, auf der Württemberg und im Biergarten am Le Frog.

Quelle: volksstimme.de

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Haben sie vor wenigen Wochen noch

„Willkommen in Sachsen“ – auch nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Rund 750.000 Euro extra investiert das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in eine bundesweite Kampagne zugunsten des Reiselandes Sachsen. Mit Michael Ballack als Standortbotschafter beginnt am 21. Juli 2013 eine Serie von Beilagen in überregionalen Tageszeitungen. Die Auflagenhöhe liegt bei 3,7 Millionen Druckexemplaren. Ergänzend kommen Schaltungen auf verschiedenen Online-Portalen mit einer Reichweite von 4,2 Millionen Seitenaufrufen hinzu. Ziel der Kampagne ist es, die Leser und Reisenden davon zu überzeugen, dass Sachsen weiterhin eine Reise wert und ein Großteil der touristischen Reiseziele mühelos erreichbar und unversehrt ist.

Staatsminister Morlok: „Kurz vor den Sommerferien in den drei bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, wollen wir zeigen, dass man in Sachsen problemlos die schönsten Tage des Jahres verbringen kann.“

Als „Land von Welt“ wirbt der Freistaat mit Sonderveröffentlichungen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der Welt am Sonntag, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sowie im Magazin stern für eine Reise nach Sachsen. Standortbotschafter Michael Ballack hebt in seinem Gastbeitrag den Fleiß, die Herzlichkeit und die Hartnäckigkeit der Sachsen hervor, die ihre Heimat schon kurz nach dem Juni-Hochwasser wieder zum Schmuckstück gemacht haben.

Die bundesweite Tourismuskampagne des Freistaates läuft vom 21. Juli bis 17. August 2013.

Quelle: 02elf.net

Das Hochwasser hat nicht nur Menschen Schaden zugefügt. Die Flut und ihre Folgen belasten Tiere und Pflanzenwelt. Viele Fische sind verendet, Brackwasser steht auf Flächen. Der Kreis bittet jetzt Angler um Hilfe.

 

Nach dem Hochwasser hofft der Landkreis auf die Unterstützung der Angelverbände

Um die verbliebenen Fische zu retten, seien nun die Angelverbände gefragt, so Christiane von Wagner. „Durch Abfischen der Restlöcher und Umsetzen in die umliegenden Seen und Flüsse, kann ein großflächiges Verenden der Fische verhindert werden.“ Die notwendige Genehmigung zum Elektro-Abfischen würden schnell und unbürokratisch von der Oberen Fischereibehörde im Landesverwaltungsamt erteilt, sagt die Fachdienstleiterin.

Die Vereine könnten zudem weiterhin hilfreich wirken, wenn sie prüfen und festhalten, wie sich die Bestände entwickeln. „Etwaige Populationseinbrüche in den Beständen der Fischarten sind durch die Angelverbände zu erfassen. Nach deren Auswertung werden die zukünftigen Besatzmaßnahmen abgestimmt und gegebenenfalls durch die Fischereiabgabe gestützt, wie es auch nach anderen großen Hochwasserereignissen geschehen ist“, sagt Christiane von Wagner.

Schönebeck hat keine Probleme mit toten Fischen

Nach Leserauskünften sind besonders die Flächen rund um den Umflutkanal betroffen (Volksstimme berichtete). In Schönebeck gibt es nach Angaben der Pressestelle der Stadt keine Probleme. „Derzeit stellt sich das Problem als beherrschbar dar. Es ist ein mittlerer Anfall toter Fische festzustellen, der jedoch keinen massiven Charakter hat“, sagt Stadtsprecher Hans-Peter-Wannewitz. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben entsprechende Begehungen durchgeführt. Die städtischen Fachbereiche stünden im Gespräch mit der Unteren Wasserbehörde des Salzlandkreises. Kreis und Stadt sind sich einig, dass es auch eine „natürliche Erledigung des Problems“ gab und gibt, etwa durch Vogelfraß.

Nicht nur tote Fische, auch das stehende Wasser selbst belastet die Umwelt. Hier, das sagen die Behörden, könne man nur abwarten, bis sich die Natur regeneriere. „Die überstauten Acker-, Wiesen- und Waldflächen entwässern sich ebenfalls und bringen dabei stark sedimenthaltiges Wasser in die Flüsse ein. Das ist ein natürlicher Prozess nach einem solchen Hochwasser. „Die überstauten Acker-, Wiesen- und Waldflächen entwässern sich und bringen dabei stark sedimenthaltiges Wasser in die Flüsse ein. Das ist aber ein natürlicher Prozess nach einem solchen Hochwasser“, beschreibt Christiane von Wagner. Und Hans-Peter Wannewitz geht auf die Eintrübungen des Wassers ein. „Die braune Verfärbung des Brackwassers und sein Geruch hängen mit Sauerstoffmangel und der Bildung von Schwefeldioxid bei der Zersetzung des pflanzlichen Materials zusammen, was aber unproblematisch ist.“ Das sei zum Teil auch Grund für das Fischsterben, denn die Tiere würden ersticken. Sollten sich Probleme mit der Biomasse ergeben, würden die Behörden handeln, sagt Hans-Peter Wannewitz.

Landesbetrieb meint: Natur regelt das selbst

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz kennt das Problem, besonders am Umflutkanal. Ein Mitarbeiter spricht von „natürlichen Erscheinungen, die sich selbst regulieren“ würden. In der Zeit des Hochwassers habe man der Kontrolle wegen tägliche Untersuchungen des Wassers vornehmen lassen, besonders im Elbe-Saale-Winkel und in der Altmark.

Quelle: volksstimme.de

de, wenn es um das Retten von Fischen und die Entsorgung von verendeten Schuppentieren geht. Das sagt Christiane von Wagner, die Fachdienstleiterin des Umweltamtes im Salzlandkreis. Immer wieder melden sich Hobbyangler und Verbände bei ihr, aber auch bei der Volksstimme. Die Ressortchefin beschreibt das Problem. „Bei abfließendem Hochwasser verbleibt in Tiefstellen und Senken im Überschwemmungsgebiet vielfach Restwasser, welches nur langsam verdunstet. In diesen ¿Restlöchern‘ verbleiben auch immer Fische, die nicht rechtzeitig den Weg  in den Fluss zurückgefunden haben.“

 

Rund 58,4 Millionen Euro beträgt die Schadensbilanz der Stadt Gera nach der Hochwasserkatastrophe, teilte die Stadt mit. Mit 4,58 Meter sei der Wasserstand der Weißen Elster um einen Meter höher gewesen als zunächst von Experten prognostiziert.

Gera. Allein an Gebäuden, Sportanlagen, der Infrastruktur wie Straßen und Leitungssystemen der Stadt und des Zweckverbandes Wasser/Abwasser sind Schäden von insgesamt 18,7 Millionen Euro entstanden. Private Haushalte sind mit 29 Millionen Euro betroffen. Davon sind 25,3 Millionen Euro, bezogen auf Schäden ab 2000 Euro, die im Rahmen der Soforthilfe gemeldet wurde. 7,6 Millionen Euro Schäden gibt es bei gewerblichen Unternehmen und Freiberuflern. Freie Träger, Vereine und Verbände haben Schäden in Höhe von 3,1 Millionen Euro zu verzeichnen. Durch die Flutkatastrophe waren 812 Hektar des Stadtgebietes überschwemmt. Zirka 15.000 Einwohner in zirka 8.000 Haushalten gehörten zu den Leidtragenden. Das Land Thüringen habe laut Mitteilung sehr schnell reagiert und eine finanzielle Soforthilfe zügig auf den Weg gebracht. Diese zielgerichtete Hilfe für die Geschädigten habe große positive Resonanz hervorgerufen.

Im Rahmen der Soforthilfe für Kommunen hat Gera eine Million Euro erhalten. Um Schlamm und Unrat zu beräumen und zu beseitigen sowie zu entsorgen, entstanden Kosten von 0,7 Millionen Euro. Die sehr hohe Summe ist vor allem auf die extrem umfangreiche Entsorgung von Hausrat in Höhe von zirka 470.000 Euro zurückzuführen. Die durch die Hochwasserkatastrophe entstandene Menge an Müll entspricht etwa der sonst üblichen Jahresmenge im ganzen Stadtgebiet.

Für erste Instandsetzungen wichtiger kommunaler Infrastruktureinrichtungen veranschlagt die Stadt zirka 0,6 Millionen Euro. Ein Großteil kommunaler Einrichtungen wie Theater, Hofwiesenbad, Otto-Dix-Haus, Stadion, Hofwiesenpark, Schulen wurde unmittelbar durch Überflutungen geschädigt. Zahlreiche Sofortmaßnahmen mussten eingeleitet werden, auch um weitere Folgeschäden zu vermeiden oder zumindest in Grenzen zu halten.

Quelle: otz.de

Vereinsgelände wird nach Hochwasser weiter genutzt

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Schützengilde in Dessau beräumt nach dem Hochwasser ihr Vereinsheim im Vorderen Tiergarten. Schon mehrfach war der Verein vom Mulde-Hochwasser betroffen.

„Schließt zu. Hier machen wir nicht weiter.“ Das war die erste Reaktion, nachdem die Fluten der Mulde das Vereinsgelände der Schützengilde im Vorderen Tiergarten überspült hatten, erinnert sich Klaus Hiltrop an das Jahr 2002. Doch dann sammelten die Schützen ihre Kräfte und brachten ihr Gelände wieder auf Vordermann, in dem guten Glauben, dass es zu ihren Lebzeiten nicht wieder so schlimm werden würde. Doch die Natur hat den Verein eines Besseren belehrt.

Anfang Juni trat die Mulde noch stärker über die Ufer als vor elf Jahren. „90 Zentimeter stand das Wasser im Gebäude und bis zu 1,40 Meter in den tiefer gelegenen Schießständen“, skizziert Hiltrop die Situation. Es war ein Rekordpegel, seit die Schützengilde 1990 das Vereinsgelände hinter der Mulde bezogen hat. Auch diesmal bot sich ein Bild der Zerstörung. Und wieder gab es Überlegungen, aufzugeben. Doch die sind abgehakt.

„Wir wollen, dass die Anlage wieder schön wird“

„Wir wollen, dass die Anlage wieder schön wird“, gibt sich Hiltrop mit den anderen rund 90 Mitgliedern kämpferisch. Im Wissen, dass sie leben müssen mit den Launen der benachbarten Mulde, die in Zukunft wahrscheinlich in immer kürzeren Abständen heftiger werden. „Es gab ja nicht nur diese beiden extremen Hochwasser. Das Thema ist bei uns immer präsent“, sagt Ulf Koch, der 1. stellvertretende Vereinsvorsitzende. Eine Standortdiskussion wollen sie nicht führen, weil es mit allen schutz- und versicherungsrechtlichen Bestimmungen schwer würde, in der Stadt einen angemessenen Alternativ-Standort zu finden.

Also bleiben sie – und fangen quasi wieder bei Null an. Denn das Hochwasser hat dem Verein einen Schaden von fast 50 000 Euro beschert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold, Landesinnenminister Holger Stahlknecht, Oberbürgermeister Klemens Koschig und Sportamtschef Ralph Hirsch haben ihre Unterstützung zugesagt. Und die Schützengilde hat Fördermittelanträge bei der Stadt, beim Landes- und Stadtsportbund und dem Landesschützenverband gestellt. Derzeit bestreitet der Verein seine Ausgaben zur Behebung der Hochwasserschäden aus Spenden, Sponsor-Einnahmen und der eigenen finanziellen Substanz.

Eines erweist sich beim Neuanfang als besonders hilfreich. „Viele unserer Mitglieder sind Spezialisten auf Gebieten, die wir hier dringend gebrauchen können“, erzählt Hiltrop. So haben sie die vom Hochwasser betroffenen Sportwaffen auseinander genommen, gereinigt und wieder einsatzfähig gemacht. „Nur 15 Prozent unseres Waffenbestandes mussten wir unter Aufsicht des Ordnungsamtes vernichten“, bilanziert Koch. Die Dämmplatten an den Schießständen haben die Vereinsmitglieder auch selbst abmontiert und getrocknet. Holz, wenn möglich, behandelt. Doch vor allem Mobiliar und Fußböden sind durch die Überschwemmung unbrauchbar geworden. „Siebeneinhalb Container Sperrmüll haben wir in den letzten vier Wochen gefüllt“, sagt Hiltrop.

Mobiliar und Fußböden sind durch das Hochwasser unbrauchbar geworden

Das Gelände und das Vereinsheim gleichen derzeit einer großen Baustelle. „Ans Schießen denkt hier derzeit niemand. Unser Sport ist auch noch die nächsten sechs bis acht Wochen das Aufräumen“, sagt Hiltrop. Jeder der 90 Mitglieder bringt sich nach Zeit und Kräften ein. Auch von anderen kommt Unterstützung. Bautrockner vom DRK und der Stadt laufen in vielen Räumen. Die Bahn AG hat dem Verein Mobiliar überlassen. Ein Baumarkt hat 30 Prozent Nachlass auf den Einkauf gewährt.

In den nächsten Wochen will der Verein die Böden aller Räume und die Wände 90 Zentimeter hoch fliesen. „Nach dem nächsten Hochwasser brauchen wir dann nur noch mit dem Hochdruckeiniger durchgehen“, hofft Koch. Zudem hofft er auf eine Lösung, um Mobiliar und Elektrogeräte künftig schneller hochzustellen. An den Sport will sich die Gilde spätestens im September auf dem eigenen Gelände mit einem Wettkampf um den Hochwasserpokal 2013 rantasten.

Quelle: mz-web.de

 

Beim Hochwasser Anfang Juni ist Geislingen noch gut weggekommen. Dennoch summieren sich auf Gemarkung der Fünftälerstadt die Hochwasserschäden an Wegen und Hängen auf 240.000 Euro.

Auf diese Summe kommt eine Auflistung des Bauhofs und der Tiefbauabteilung. Allein der große Hangrutsch am Tegelberg wird mit 100.000 Euro Schaden angesetzt. Insgesamt 21 Positionen umfasst die städtische Liste. Weitere wesentliche Punkte sind:

Rutschung beim Eybbett im Bereich des Tennisvereins 22.000 Euro

Der Kinderspielplatz beim TVA, der überflutet war, 12.000 Euro

Weitere kleine Erdrutsche am Tegelberg / im Längental 10.000 Euro

Hangrutsch im Bereich DRK und Bauhof 7500 Euro

Im Neubaugebiet in Eybach Auswaschungen u.a. 7500 Euro

Dolen und Einlaufschächte reinigen 7500 Euro.

Feldweg in der Auchtweide, Komplettsanierung 6900 Euro

Entschädigungszahlungen an ehrenamtliche Feuerwehrleute betragen gut 7000 Euro.

Fachbereichsleiter Peter Lecjaks hat die Auflistung ans Landratsamt geschickt. Im Raum stehen Entschädigungen der EU. Wobei Lecjaks die Hoffnungen dämpft: „Ob die Stadt Mittel erwarten kann, ist fraglich, wenn man sich vor Augen hält, in welchem Umfang Hochwasserschäden im Osten und Norden zu beklagen waren.“

Quelle: swp.de

Sturmlauf gegen Aussagen nach Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Gevelsberg. Der Bericht über das Schicksal der Familie Goldbach schlug hohe Wellen und trieb Bürgermeister Claus Jacobi, Vermieter Dr. Thomas Schmidt-Hansen und der 1. Vorsitzenden des Gevelsberger Kinderschutzbunds, Barbara Lützenbürger, die Zornesröte ins Gesicht. Ihr gemeinsamer Vorwurf – auch wenn es sich um unterschiedliche Bereiche handelt: Marion Goldbacher erzähle Unwahrheiten und habe angebotene Hilfen nicht angenommen.

Ursachenforschung betreiben

„Frau Goldbachs subjektives Empfinden entspricht einfach nicht der Wahrheit“, sagt Dr. Schmidt-Hansen. Im Gegenteil: Am Überflutungstag habe eine unglaubliche Solidarität geherrscht. THW, Feuerwehr, seine eigenen Angestellten und Familienmitgliedern sowie sämtliche Nachbarn aus dem Neubaugebiet hätten den abgesoffenen Menschen aus dem Gut Rocholz geholfen. Zudem habe die Kloake lediglich 15 Zentimeter hoch in den Räumen gestanden. „Frau Goldbach hingegen konnte sich im Innenhof aufhalten, während die vielen Helfer ihre Wohnung leer geräumt haben. Die Solidarität war einfach vorbildlich.“

Zum Thema nicht abgeholter Müll marschieren der Vermieter und Bürgermeister Claus Jacobi im Gleichschritt. „Ich bin am Unglückstag und am Tag danach vor Ort gewesen und habe angeboten, einen Container bereitzustellen“, sagt Claus Jacobi. Dort hätten Anwohner und Vermieter gesagt, sie wollten erst einmal durchschauen, was tatsächlich unbrauchbar geworden sei. „Ich habe gesagt, bei Bedarf kann ich angerufen werden. Dieser Anruf ist nie erfolgt.“ Das bestätigt Dr. Thomas Schmidt-Hansen. Er habe bereits einen Teil des Mülls durch seine eigenen Leute entsorgen lassen. „Ich habe angeboten, dass mich die Mieter anrufen möchten, wenn neuer Müll anfällt. Dann wird die Sache erledigt. Das ist bisher nicht passiert.“

Für ihn steht die Ursachenforschung auf der Prioritätenliste ganz oben. Gemeinsam mit dem Bürgermeister sei eine mehrstündige Begehung erfolgt, es stehe ziemlich sicher fest, dass ein künstliches Ereignis zur Überflutung führte. „Wenn das Gutachten in sechs Wochen vorliegt, werden wir alle empfohlene Maßnahmen umsetzen, um so etwas in Zukunft zu vermeiden.“

Deutlich aufgebrachter ist Barbara Lützenbürger vom Kinderschutzbund: „Familie Goldbach hat sich niemals bei uns gemeldet, ich bin auf sie zugegangen.“ Es sei richtig, dass sie Marion Goldbach kein Bargeld angeboten habe. Aber: „Die Kinder hätten sich komplett neu einrichten können, und ich habe bereits mit der Firma Engelhardt gesprochen, dass sie über uns neues Laminat im Kinderzimmer verlegt.“ Auf dieses Angebot habe es bis heute keine Reaktion gegeben.

Alle wollen den Goldbachs weiterhin helfen, wenn diese Initiative zeigen würden.

Stefan Scherer

Sturmlauf gegen Aussagen nach Hochwasser – Gevelsberg | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gevelsberg/sturmlauf-gegen-aussagen-nach-hochwasser-id8202404.html#514691467

Ursachenforschung betreiben

„Frau Goldbachs subjektives Empfinden entspricht einfach nicht der Wahrheit“, sagt Dr. Schmidt-Hansen. Im Gegenteil: Am Überflutungstag habe eine unglaubliche Solidarität geherrscht. THW, Feuerwehr, seine eigenen Angestellten und Familienmitgliedern sowie sämtliche Nachbarn aus dem Neubaugebiet hätten den abgesoffenen Menschen aus dem Gut Rocholz geholfen. Zudem habe die Kloake lediglich 15 Zentimeter hoch in den Räumen gestanden. „Frau Goldbach hingegen konnte sich im Innenhof aufhalten, während die vielen Helfer ihre Wohnung leer geräumt haben. Die Solidarität war einfach vorbildlich.“

Zum Thema nicht abgeholter Müll marschieren der Vermieter und Bürgermeister Claus Jacobi im Gleichschritt. „Ich bin am Unglückstag und am Tag danach vor Ort gewesen und habe angeboten, einen Container bereitzustellen“, sagt Claus Jacobi. Dort hätten Anwohner und Vermieter gesagt, sie wollten erst einmal durchschauen, was tatsächlich unbrauchbar geworden sei. „Ich habe gesagt, bei Bedarf kann ich angerufen werden. Dieser Anruf ist nie erfolgt.“ Das bestätigt Dr. Thomas Schmidt-Hansen. Er habe bereits einen Teil des Mülls durch seine eigenen Leute entsorgen lassen. „Ich habe angeboten, dass mich die Mieter anrufen möchten, wenn neuer Müll anfällt. Dann wird die Sache erledigt. Das ist bisher nicht passiert.“

Für ihn steht die Ursachenforschung auf der Prioritätenliste ganz oben. Gemeinsam mit dem Bürgermeister sei eine mehrstündige Begehung erfolgt, es stehe ziemlich sicher fest, dass ein künstliches Ereignis zur Überflutung führte. „Wenn das Gutachten in sechs Wochen vorliegt, werden wir alle empfohlene Maßnahmen umsetzen, um so etwas in Zukunft zu vermeiden.“

Deutlich aufgebrachter ist Barbara Lützenbürger vom Kinderschutzbund: „Familie Goldbach hat sich niemals bei uns gemeldet, ich bin auf sie zugegangen.“ Es sei richtig, dass sie Marion Goldbach kein Bargeld angeboten habe. Aber: „Die Kinder hätten sich komplett neu einrichten können, und ich habe bereits mit der Firma Engelhardt gesprochen, dass sie über uns neues Laminat im Kinderzimmer verlegt.“ Auf dieses Angebot habe es bis heute keine Reaktion gegeben.

Alle wollen den Goldbachs weiterhin helfen, wenn diese Initiative zeigen würden.

Stefan Scherer

Quelle: derwesten.de
Gevelsberg. Der Bericht über das Schicksal der Familie Goldbach schlug hohe Wellen und trieb Bürgermeister Claus Jacobi, Vermieter Dr. Thomas Schmidt-Hansen und der 1. Vorsitzenden des Gevelsberger Kinderschutzbunds, Barbara Lützenbürger, die Zornesröte ins Gesicht. Ihr gemeinsamer Vorwurf – auch wenn es sich um unterschiedliche Bereiche handelt: Marion Goldbacher erzähle Unwahrheiten und habe angebotene Hilfen nicht angenommen.

Sturmlauf gegen Aussagen nach Hochwasser – Gevelsberg | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gevelsberg/sturmlauf-gegen-aussagen-nach-hochwasser-id8202404.html#236465986Gevelsberg. Der Bericht über das Schicksal der Familie Goldbach schlug hohe Wellen und trieb Bürgermeister Claus Jacobi, Vermieter Dr. Thomas Schmidt-Hansen und der 1. Vorsitzenden des Gevelsberger Kinderschutzbunds, Barbara Lützenbürger, die Zornesröte ins Gesicht. Ihr gemeinsamer Vorwurf – auch wenn es sich um unterschiedliche Bereiche handelt: Marion Goldbacher erzähle Unwahrheiten und habe angebotene Hilfen nicht angenommen.

 

Sturmlauf gegen Aussagen nach Hochwasser – Gevelsberg | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/gevelsberg/sturmlauf-gegen-aussagen-nach-hochwasser-id8202404.html#236465986

Rhein-Sieg-Kreis will Hochwasser-Opfern helfen

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Kommunen und Bürger, die nach den jüngsten Unwettern Schäden zu beklagen hatten, können mit finanzieller Hilfe des Rhein-Sieg-Kreises rechnen. Darauf verständigten sich jetzt die Fraktionen im Kreisausschuss.

Die Höhe ist noch nicht festgelegt. Mit dem Beschluss werde zunächst die grundsätzliche Bereitschaft des Kreises dokumentiert, sagte Landrat Frithjof Kühn. „Wir stimmen mit den Kommunen ab, wo und in welchem Umfang Hilfe erforderlich ist.“

Die Stadt Lohmar hatte beim Kreis um Unterstützung für jene Bürger gebeten, die vom Hochwasser am 20. Juni betroffen waren. Die genaue Schadenshöhe stehe noch nicht fest, so Bürgermeister Wolfgang Röger in seinem Schreiben.

Aber allein die Stadt Lohmar habe Schäden an Gebäuden und Infrastruktur in Höhe von 800.000 Euro hinnehmen müssen. Nach dem letzten großen Starkregen von 2005 habe die Stadt zwei Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, so Röger weiter. Trotzdem sei es im Juni wieder zu folgenschweren Überflutungen gekommen. Allein in Lohmar musste die Feuerwehr am 20. Juni 164 Mal ausrücken.

Der Kreis hat nach Unwetterschäden immer wieder finanzielle Hilfen gewährt. Er zahlte in den vergangenen elf Jahren Kreismittel in Höhe von über 100.000 Euro an Eitorf, Lohmar, Windeck und Wachtberg. Außerdem wurden betroffene Bürger über Spendenkonten unterstützt.

Quelle: general-anzeiger-bonn.de

Gera: 7000 Stunden im Kampf gegen das Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Gewerkschaft komba dankt Helfern in Gera.

Gera. Bis 19 Uhr kämpfte Uwe Schübl am 3. Juni mit gegen das Hochwasser in Gera. Dann kam ein Anruf von seiner Frau: Am eigenen Haus in Bad Köstritz stand das Wasser vor der Tür. Als er nach Hause kam, war das Haus geflutet. Einen Tag lang hatte er daheim gepumpt. Dann ging der Feuerwehrmann zurück nach Gera, um anderen im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen. Sein Haus ist noch nicht wieder nutzbar. Die Familie lebt noch im Wohnwagen. Uwe Schübl ist einer von 150 Helfern, die zusammengerechnet 7000 Stunden in Gera

Den Geraer Fluthelfern haben gestern die Gewerkschaft komba und der Thüringer Beamtenbund mit einer feierlichen Runde auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache in der Berliner Straße gedankt. „Es war eine schwere Zeit während der Katastrophe“, erinnerte der komba-Landesvorsitzende Burkhard Zamboni, während an der Wand hinter ihm Bilder aus Heinrichsgrün, Untermhaus, Debschwitz und anderen überschwemmten Stadtteilen die Flutkatastrophe noch einmal ins Gedächtnis riefen. „Das war echt krass“, erinnerte sich am Mittwoch auch der Pioniersoldat Ralf Neubert, der mit fast 400″Soldaten erst in Gera, dann in Dresden im Einsatz war.

„Die Fluthelfer haben selbst persönliche Rückschläge nicht gelten lassen und anderen in der Not geholfen,“ sagte Zamboni. Er forderte gegenüber Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos) auch dazu auf, Bilanz zu ziehen, dazu, was im Katastropheneinsatz geklappt habe oder noch nicht, ob das Personal entsprechend ausgebildet ist und die Technik ausreichend oder die richtige gewesen sei. „Das muss alles durchleuchtet werden.“ Er und auch der Vorsitzende des Thüringer Beamtenbundes Helmut Liebermann forderten zudem, dass die Einsatzkräfte gemäß ihrer Leistung bezahlt und Berufsfeuerwehrleute auch befördert werden.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser bringt Problempflanze zurück

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Schweiz

 

Der Japanknöterich wird in den Thurauen aufwendig bekämpft. Das Hochwasser von Anfang Juni brachte neue Pflanzen in das sensible Gebiet. Fachleute und Baudirektion suchen nach einer Lösung.

Das Hochwasser von Anfang Juni überschwemmte Teile der Thurauen, das Gebiet oberhalb der Mündung der Thur in den Rhein. Genau das ist die Idee des Projekts «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung». Der Fluss erhält so sein natürliches, ­unbegradigtes Bett zurück, und in die Keller stromabwärts fliesst weniger Wasser. Doch die Flut hat neben der knapp abgewendeten Mückenplage ein zweites unerwünschtes Geschenk gebracht. Es wurde nicht nur Holz angeschwemmt, sondern auch Pflanzen, die man in den Thurauen zuvor aufwendig bekämpft hatte: der Japanische Staudenknöterich. Diese Pflanze steht in der Schweiz auf der Schwarzen Liste der «invasiven Neophyten», der gebietsfremden Pflanzen, die sich stark ausbreiten, einheimische Arten verdrängen und Schäden an Bauwerken verursachen (siehe Text unten).

«Knöterichtaufe der Thurauen» 

Der «Japanknöterich», wie er auch genannt wird, verbreitet sich über Pflanzenteile. Das macht ihn so erfolgreich. Ein zentimetergrosses Stück, irgendwo auf den Erdboden geworfen, genügt, um eine neue Pflanze entstehen zu lassen. Die Staude wächst aus Abfallsäcken heraus und durch Kellergitter hindurch. Sich von Fliessgewässern forttragen zu lassen und an anderer Stelle neu auszutreiben, gehört zur Fortpflanzungsstrategie des Knöterichs. «Faszinierend, wie widerstandsfähig diese Pflanze ist», findet Andrea De Micheli. Der Forstingenieur hat sich auf invasive gebietsfremde Pflanzen spezialisiert und ist externer Koordinator der Neophytenbekämpfung in den Thurauen.

Förster Beat Gisler erkannte sofort, was da angeschwemmt worden war, als er die Auenwälder am Thurufer nach dem Hochwasser inspizierte. Die hellgrünen Blätter des Japanknöterichs leuchteten förmlich aus den Schwemmholzhaufen heraus. Er informierte De Micheli, und dieser dokumentierte die Si­tua­tion und orientierte die Verantwortlichen der Thurauen. Das Problem war offensichtlich. Vier Wochen nach dem Hochwasser ragten bereits 30 Zentimeter hohe Triebe aus den Holzhaufen.

«Das ist die Knöterichtaufe der Thurauen», ordnet De Micheli das Geschehene ein. Seit Beginn des Thur- auenprojekts gab es noch keine Flut dieses Ausmasses. Die kantonale Baudirektion, die in letzter Instanz für die Thurauen zuständig ist, meldet auf Anfrage: «Diese Si­tua­tion ist neu, wird zurzeit analysiert und kann noch nicht abschliessend beurteilt werden. Insbesondere ist die Überlebensrate der angeschwemmten Pflanzen noch unklar.» Wie man mit den angeschwemmten Stauden fertig wird, ist richtungsweisend für künftige Hochwasser.

Es stellt sich die Frage, ob man nicht besser thuraufwärts gegen den Schädling vorgehen würde, damit nicht dauernd neue Pflanzen angespült werden. Selbst bei normalem Wasserstand gelangen immer wieder Japanknöteriche in die Auen. Die Verantwortlichen der Baudirektion stimmen im Grundsatz zu, verweisen aber auf ein nationales Projekt zur Entwicklung der besten Bekämpfungsmethode, welches noch im Gang sei und dessen Resultate man abwarte. Ob Hochwasser die mit viel Aufwand betriebene Bekämpfung des Japanknöterichs in den Thurauen gefährden? Die Baudirektion antwortet kurz und knapp mit «Ja». Die aus ihrer Sicht günstigste Methode ist der Einsatz von Pflanzengift. Doch dieses ist in Wäldern und in Gewässernähe verboten.

Mit Säge, Pickel und Hebeisen 

Um in den Thurauen Problempflanzen loszuwerden, muss man sie von Hand ausreissen oder – wie beim Japanknöterich am effektivsten – den Boden samt den Wurzeln ausbaggern. In den «Geschwemmselhaufen», so der Fachbegriff, hilft aber nur Handarbeit. Einer der günstigsten Anbieter dafür in der Region ist Naturnetz. Der Verein setzt Zivildienstleistende für die Knochenarbeit ein. Mit dem Budget von 10 000 Franken werden acht «Zivis» während sieben Tagen vom Förster definierte Haufen vom Knöterich befreien, verteilt über fünf Kilometer Flussufer. «Sieben Arbeitstage sind nicht viel Zeit», dämpft Einsatzleiter Dominik Hofer die Erwartungen, «zudem sind die Haufen extrem kompakt und in den unteren Lagen inzwischen hart wie Beton. Wir haben Kettensägen, Pickel und Hebeisen. Trotzdem wird es schwierig sein, tief sitzende Pflanzen herauszulösen.»

Genau das ist aber nötig, um den Japanknöterich daran zu hindern, neu auszuschlagen. Hofer verweist darauf, dass schon jetzt einige der angeschwemmten Pflanzen abgestorben seien und nicht mehr austreiben werden. Dar­auf hofft auch die Baudirektion, wenn sie auf die noch unbekannte Überlebensrate verweist.

Die Beseitigungsaktion durch Naturnetz findet Mitte August statt. Dann werden die noch lebenden Stauden neue Triebe gebildet haben. So sind sie leichter zu finden. «Wir sehen dann auch, welche der Pflanzenstücke tot sind», erklärt Ho­fer. Es sind jedoch Fälle belegt, in denen der Japanknöterich nach mehr als einem Jahr im Boden den Weg ans Licht gefunden hat. Kon­trollgänge zu einem späteren Zeitpunkt sind vorgesehen. Niemand rechnet ernsthaft damit, dass sieben Tage Zivi-Einsatz genügen, um das Problem des angeschwemmten Knöterichs zu lösen.

Die Baudirektion stellt in ihren schriftlichen Antworten die gewählte Massnahme als einzige Möglichkeit dar, da eine chemische Bekämpfung in den Auen nicht erlaubt ist. Im Gespräch mit Fachleuten wie Hofer und De Micheli wird klar, dass die Beseitigung von Hand ein Versuch ist. Dieser wird erst zeigen, wie aufwendig und erfolgsversprechend es ist, die angeschwemmten Knöteriche auf diese Art loszuwerden.

Bleibt die eingangs gestellte Frage nach kantonsübergreifender Zusammenarbeit thuraufwärts. Dazu ist niemandem eine konkrete Aussage zu entlocken. Gespräche scheinen stattzufinden. Bis zu einer Lösung, so es denn eine gibt, werden noch viele Knöterichstauden die Thur hinuntertreiben – nicht nur aus dem Thurgau in die Thur­auen, sondern auch von da weiter den Rhein abwärts.

Stefan Michel

Quelle: landbote.ch

Versenkte Schiffe aus Fischbeck landen auf dem Schrott

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Am gebrochenen Elbdeich bei Fischbeck gab es während der Elbeflut keine andere Lösung: Es wurden Schiffe versenkt, um die Region zu retten. Jetzt landen sie auf dem Schrott

Schiffeversenken gegen die Elbeflut: Von der spektakulärsten Aktion des Juni-Hochwassers am Deichbruch bei Fischbeck sind nur noch handliche Schrottteile übrig. Vor fünf Wochen waren auf einer Länge von rund 100 Metern drei Lastkähne gesprengt und auf Grund gesetzt worden, um den Elbe-Havelwinkel vor weiteren Elbefluten zu schützen. Sachsen-Anhalt hatte die ausgedienten, riesigen Wannen für die deutschlandweit beispiellose Sprengung kurzerhand für mehrere Hunderttausend Euro gekauft. Die Aktion gelang. Die Wassermassen wurden gestoppt. Zurück blieb der Schrott.

Abbau in meterhohem Wasser

„An den ersten Tagen standen wir noch im meterhohen Wasser“, erinnert sich der Magdeburger Abbruchunternehmer Siegward Geistlinger. Sein Unternehmen beseitigt die Altlast der Flut seit dem 27. Juni. Drei Mitarbeiter rückten den Kolossen mit Bagger und hydraulischer Schrottschere zu Leibe

Übrig blieben Schrottteile von weniger als 1,50 Meter Länge sowie 50 Zentimetern Breite und Tiefe. Zusammen seien das etwa 400 Tonnen Altmetall, die auf einen Stendaler Schrottplatz transportiert wurden, berichtet Geistlinger. Der 70-jährige Unternehmer war zu den Hoch-Zeiten immer mit im Einsatz in Fischbeck.

Inzwischen sind nur noch ein paar Schrotthaufen übrig. Für Geistlinger ist es schwierig, einen Transportunternehmer zu finden, der ihm die verbliebenen Überreste der Kähne wegschafft. Bis Ende der Woche soll es geschafft sein. Dann widmet sich der Abbruchunternehmer wieder dem klassischen Abriss von Gebäuden.

Unkonventionelle Idee kam von der Bundeswehr

Die unkonventionelle Idee, die Lastkähne als Barriere gegen das Elbehochwasser zu versenken, kam aus den Reihen der Bundeswehr. Der Chef des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi, brachte sie in den Krisenstab der Landesregierung ein. Niemand wollte weiter zusehen, wie die Elbefluten wasserfallartig in den Elbe-Havel-Winkel hineinströmten. Körbi sagte vorher: „Ob das funktioniert, können wir so zurzeit noch nicht sagen.“ Es klappte. In einem nächsten Schritt muss der gebrochene Deich wieder hergestellt werden.

Den Wunsch, sich ein Stück der Schiffe zu sichern – ob für den Garten oder den Schreibtisch – scheint es nicht zu geben. „Anfragen zur Sicherung eventueller Erinnerungsstücke haben dem Landkreis nicht vorgelegen“, hieß es im Landratsamt in Stendal. Abbruchunternehmer Geistlinger allerdings sind fünf Anker in Fischbeck geklaut worden. Das dürften aber eher Schrottdiebe gewesen sein.

Quelle: mz-web.de

Bürgerveranstaltung zum Hochwasser: Der genervte Fachmann

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Bayern

Bergkirchen/Günding – Es war eine Bürgerversammlung der besonderen Art: Als brisantes Thema stand das Juni-Hochwasser zur Diskussion, von dem Gröbenried durch den Gröbenbach betroffen war und in besonderem Maße Neu-Günding durch die Maisach. Die Zuhörer bekamen viel Information geliefert. Aber auch einen genervten Fachmann.

Das Thema zog. Wegen des großen Interesses fand die Veranstaltung im voll besetzten Zelt beim SV Günding statt, dessen Gelände und Räume gleichfalls überschwemmt worden waren. Bürgermeister Simon Landmann zog zunächst Bilanz und dankte den Einsatzkräften aus der Gemeinde, dem Landkreis und München für den unermüdlichen Einsatz.

Solche Hochwassermengen mit Abflüssen von 46 Kubikmeter/Sekunde habe es zuvor nie gegeben (1940 waren es 44 Kubikmeter/Sekunde gewesen). Der Staat, die Gemeinde und die Bürger seien nun gefragt, um Vorkehrungen zu treffen.

Als erste wertvolle Informationsquelle könne Bürgern die Hochwasserschutzfibel dienen, die als Sammelbestellung über die Gemeinde zu beziehen sei, ansonsten per Internet. Von staatlicher Seite sei die bessere Einstufung (bisher Stufe 4) als Überschwemmungsgebiet entscheidend. Die St.-Vitus-Straße samt Bulachgraben werde durch die Gemeinde neu vermessen. Geplant sei, das Niveau der Straße anzuheben und eine Mulde zu bauen. Dabei müsse man aber im Auge zu behalten, dass „anderswo kein Schaden entsteht“. Als Soforthilfe seien bereits 600 000 Euro an Betroffene in der Gemeinde ausgezahlt worden.

Dr. Richard Müller vom Wasserwirtschaftsamt München sollte über die möglichen Vorgehensweisen zum Hochwasserschutz informieren. Müller blieb in seinen Erklärungen jedoch sehr vage. Die Aussage, „wir müssen uns überlegen, was zu verändern ist“, reichte den betroffenen Gündingern nicht aus. Sie wollten konkrete Lösungsvorschläge hören und keine Erläuterungen über bisherige Basisstudien und detaillierte Verfahren der Berechnung. Das Prozedere könne dauern, so Müller, es sei abhängig vom Planungsfeststellungsverfahren, von Einwänden und Klagen durch mehrere Instanzen. Nach erneuten Nachfrage fügte er genervt hinzu: „Das geht nicht so schnell – schnell geht es nur in Diktaturen.“

Ob das Kraftwerk an der Amper zum Hochwasser beigetragen habe, wollten Zuhörer vom Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes wissen. Die Frage beantwortete Müller zunächst lapidar mit: „keine Ahnung!“ Auf weiteres Insistieren, räumte er ein, dass das Kraftwerk „ein neuralgischer Punkt ist“. Genau das wollten die Bürger hören, die sich nicht zufrieden gaben mit Müllers Ausführungen. Etwa, dass das 1913 erbaute Wasserkraftwerk ältere Rechte habe, das Wasser zu stauen, um Strom zu erzeugen, lange bevor es die Bebauung mit Häusern gegeben habe. Er räumte ein, dass sich mit der im Jahr 2000 eingebauten größeren Turbine der größere Durchfluss negativ auswirke.

Die Anlieger fragten nach den Ursachen. Eine Hausbesitzerin wurde konkret: „Wieso haben wir nach 25 Jahren plötzlich 1,25 Meter Wasser im Keller?“ Früher sei das Wasser flussabwärts links der Maisach aufgefangen worden, heute fließe es ins Wohngebiet. Als Gründe vermutete ein anderer Anlieger den Schlamm unter der Maisachbrücke – er sprach von ein er „Fehlkonstruktion“ Fußgängersteg -, den überlasteten Bulachgraben und die zu kleine Schleuse. Es gebe einfache Möglichkeiten, diese Mängel zu beheben.

Bürgermeister Landmann versprach, alle Vorschläge aufzunehmen und nach der Entscheidung der Fachleute Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Versicherungstechnisch ist Günding in die Kategorie „zehnjähriges Hochwasser“ eingestuft.

Bis auf die Eigentümer von zwei Gebäuden in der Gemeinde Bergkirchen, so die Auskunft eines Vertreters der Bayerischen Versicherungskammer, können sich alle Bürger durch eine Elementarversicherung schützen. Grundwasserschäden werden hierbei allerdings nicht versichert. (ink)

Quelle: merkur-online.de

Balingen – Hochwasser: 660.000 Euro Schaden

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Erste, heftige Bilanz: Die heftigen Regenfälle und das daraus resultierende Hochwasser haben in Balingen im Tiefbaubereich sowie an den Waldwegen Schäden mit einem Volumen von rund 660.000 Euro angerichtet. Die einzelnen Schadensstellen – insgesamt 39 – hat nun das Tiefbauamt detailliert aufgelistet.

Die Beseitigung aller Schäden werde, je nach Dringlichkeit, wohl die nächsten ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen, schreibt Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler. Abhängig sei dies auch davon, ob die Stadt Geld aus dem Hochwasserfonds erhält.

Der größte und teuerste Einzelschaden ist an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Balingen und Streichen entstanden. Dort ist infolge der Wassermassen ein Hang an zwei Stellen abgerutscht. Die Wiederherstellung der Straße kostet voraussichtlich und unplanmäßig 100 000 Euro. Ebenfalls kräftig kosten die Schäden im und rund um das Balinger Au-Stadion. Hier haben der Regen und das Hochwasser Rasen- und den Kunstrasenplatz sowie die Laufbahn ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadenbeseitigung kostet rund 89 000 Euro; dazu stehen 25 000 Euro für „unvorhergesehene Maßnahmen“ bereit. Ein weiterer dicker Brocken ist die Rutschung nahe der Hütte der Roßwangener Wanderfreunde (70 000 Euro).

Viele Wege im Stadtwald sind gesperrt

Dazu kommen zahlreiche weitere Rutschungen, Ausspülungen und Abschwemmungen, durch die Straßen und Wege im gesamten Stadtgebiet beschädigt wurden. Die Schadenssumme beläuft sich auf geschätzt 615.000 Euro.

Und auch die Wege im Balinger Stadtwald sind durch die heftigen Niederschläge arg betroffen. Hier schätzt Stadtkämmerer Jürgen Eberle die Kosten für die Ausbesserung der Schäden auf rund 44 000 Euro. Zahlreiche Waldwege – in Roßwangen, Frommern, Zillhausen, Laufen – sind gesperrt; teilweise müssen sie wegen der starken Beschädigungen verlegt werden.

Die Hochwasserschäden im Tiefbaubereich und die jeweiligen Kosten im Überblick:

Balingen: Regenüberlaufbecken Wolfstraße, Zufahrtsweg ausgewaschen, 10 000 Euro; Au-Stadion, Kunstrasenplatz, 32.000 Euro; Au-Stadion, Laufbahn, 6500 Euro; Au-Stadion, Rasenplatz, 35.800 Euro; Au-Stadion, Aufwand Bauhof, 15.000 Euro; Au-Stadion, unvorhergesehene Maßnahmen, 25 000 Euro; Gemeindeverbindungsstraße Streichen, 100.000 Euro; Feldweg Äustüble/Tal­straße, Ausspülung, 3000 Euro; Feldweg ab Kronenstraße, Ausspülung, 20.000 Euro; Feldweg Reichenbacher Hof, Ab- und Unterspülung, 3000 Euro; Steinach, Böschungssicherung im Bereich Schillerstraße, 8000 Euro.

Dürrwangen: Stockenhausener Straße, Setzung Fahrbahnrand, 10.000 Euro.

Endingen: Zufahrt Feuerlöschteich, Ausspülungen, 2000 Euro.

Engstlatt: Wertenbach nahe Caspar-Nagel-Straße, Bachbett ausgespült, Natursteinmauern hinterspült, 17.000 Euro; Wertenbach nahe Wassertretanlage, Böschung aus Natursteinmauern hinterspült, 10.000 Euro.

Erzingen: Aischbach, Wegherstellung, Schwemmmaterial, 8000 Euro.

Frommern: Schützenhaus, Hangrutschung, Fangmauer aus Flussbausteinen, 32.000 Euro.

Heselwangen: Feldweg am Reichenbach, Ausspülung, 15 000 Euro.

Ostdorf: Grubenweg, Wegeausspülung, 10.000 Euro; Feldweg Balgenau, Wegeausspülung, 2000 Euro; Feldweg Egartenweg, Wegeausspülung, 1000 Euro.

Roßwangen: Wettbach, Rutschung bei Wanderfreunde-Hütte, 70.000 Euro.

Streichen: Feldweg Aspenstraße, Rutschung, 35 000 Euro; Feldweg nahe Alte Lindenstraße, Rutschung und Ausspülung, 3000 Euro; Vogelsbergstraße, Schwemmgutentfernung, 2000 Euro; Schwemmgutentfernung an mehreren Dolen, 3000 Euro.

Weilstetten: Hochwassermulde Jäuchle, Weg abgeschwemmt, 500 Euro; Lochenbad, Sicherung Sammlerleitung abgeschwemmt, 5000 Euro; Lochenbad, Querriegel in Bachsohle aufgelöst, 3000 Euro; Lochstraße, Dole zugesetzt, 1000 Euro; Feldweg nach Roßwangen, Rutschung, 3000 Euro; Köstental, Wege- und Grabenausspülung, 30.000 Euro.

Zillhausen: Feldweg nahe Obstlehrpfad, Hangrutschung, 15 000 Euro; Feldweg Braunen, Ausspülung, 15 000 Euro; Ortseingang, Schlammbeseitigung, 1000 Euro; Haldenweg, Rutschung, 6000 Euro; Spielplatz Auchten, ausgeschwemmte Gräben, 4000 Euro.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Hochwasser war höhere Gewalt

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Überschwemmungen in Zukunft zu verhindern? Diese Frage stand im Vordergrund bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses in Kürten.

Sehr sachlich und zielorientiert verlief in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses die Diskussion über die Überschwemmungen nach dem sintflutartigen Wolkenbruch vom 20. Juni. Im Vordergrund stand die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Überschwemmungen zukünftig zu verhindern. Am Ende waren sich die Ausschussmitglieder einig, dass der Starkregen und seine Folgen von der Verwaltung aufgearbeitet werden soll, auch mit Hilfe von Fachingenieuren. Die Ergebnisse sollen dann im Werkausschuss vorgestellt werden.  Einen Zusammenhang zwischen den Überschwemmungen durch den Pohler Bach und den Bauarbeiten in Kürten Unterfeld schloss die Gemeindeverwaltung aus. Auch ohne die Bautätigkeit wäre es zu den Überschwemmungen gekommen, sagte Bauamtsleiter Willig Heider. „Zeitweise war die die Niederschlagsmenge sogar höher als bei einem 500-jährigen Regenereignis gewesen. Das war höhere Gewalt.“

Die BfB hatte zu der Sitzung einen Fragenkatalog erstellt. Konkrete Antworten gab es allerdings nicht. „Die Fragen sind schwer zu beantworten, weil es sich hier um eine Vermengung von Schmutz- und Regenwasser und Hochwasserschutz handelt“, sagte Heider. Dass Handlungsbedarf besteht, leugnete er nicht. „Speziell im Bereich der Gesamtschule müssen wir etwas tun.“

Damit sich die Gemeinde ein genaues Bild von den Überschwemmungen und entstandenen Schäden machen kann, werden die betroffenen Anwohner gebeten, sich im Rathaus zu melden. (lan)

Quelle: ksta.de

Forstschäden werden erfasst

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

 

Die Forstbehörden schätzen den Hochwasserschaden in den Wäldern Sachsen-Anhalts auf bis zu 38 Millionen Euro. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Durch den Rückgang des Wassers werde das eigentliche Ausmaß der Schäden an Forstkulturen, Zäunen, Wegen und Brücken erst nach und nach sichtbar.

Umweltminister Herman Onko Aeikens sagte, erkennbare Schäden im Privatwald müssten jetzt unverzüglich erfasst und angezeigt werden. Für einige Waldflächen bestehe sogar eine Anzeigepflicht des Waldbesitzers. Es gehe um solche Flächen, die mit einer forstlichen Förderung bezuschusst worden sind. Erst dann können mögliche Ansprüche auf Entschädigungszahlungen aus dem Aufbauhilfefonds oder Beihilfen zur Wiederbewaldung gesichert werden.

Schwierig gestaltet sich die Erfassung von Folgeschäden bei nicht geförderten Waldflächen und Wäldern mit älteren Bäumen. Es sei damit zu rechnen, dass Wälder, die jetzt noch grün sind, in einigen Monaten teilweise oder möglicherweise erst im kommenden Jahr absterben werden, sagte Aeikens. Die Ermittlung dieser Gebiete soll erst erfolgen, wenn Absterbeerscheinungen in den Wäldern sichtbar werden.

Hochwasserhilfen vom Bund kommen zu spät

Bei einem Hochwasser-Forum von MDR SACHSEN-ANHALT hatte Aeikens am Mittwoch angekündigt, dass die langersehnten Hilfszahlungen aus dem Acht-Milliarden-Euro-Fonds des Bundes ab August fließen sollen. Davon profitierten Privathaushalte, die Wirtschaft sowie die kommunale Infrastruktur vom Rathaus bis zum Sportplatz. Im Moment werde noch beraten, wie die Gelder aus dem Milliarden-Fonds auf die betroffenen Bundesländer verteilt werden sollen.

Im Elbe-Saale-Winkel wächst bereits der Frust über die schleppende Auszahlung der Bundeshilfen. Der Bürgermeister von Barby, Jens Strube, kritisierte beim Hochwasser-Forum, die Hilfszahlungen ab nächstem Monat kämen zu spät. Schon im September müssten zum Beispiel defekte Heizungsanlagen ersetzt sein. Das sei kaum zu schaffen.