Am neuen Saale-Deich in Halle wird schon gebaut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Halle

Die Stadt Halle hat am Montag damit begonnen einen neuen Hochwasserschutz-Deich zu bauen. Der neue Schutzwall am Gimritzer Damm verläuft parallel zur Halle-Saale-Schleife und soll etwa 1500 Meter lang werden. Dabei prüft das Umweltministerium das Projekt noch.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) gibt sich beim Hochwasserschutz als Mann der Tat: Am Montag haben die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau eines Deichs am Gimritzer Damm begonnen. „Am Freitag, 18 Uhr, habe ich die Arbeiten in Auftrag gegeben“, sagte Wiegand am Montag. Getan habe er dies im Alleingang, ohne Einbeziehung des Stadtrats. „Dieser Bau duldet keinen Aufschub, es besteht Gefahr für Leib und Leben. Deshalb habe ich das im Eilverfahren entschieden – um die Bürger zu schützen.

Der alte Deich am Gimritzer Damm wäre bei der jüngsten Saale-Flut beinahe gebrochen. Um ein Haar hätte das Hochwasser die Neustadt überschwemmt. Der Damm gilt als unbrauchbar. Der neue Wall soll näher an das Saale-Ufer heranrücken und in etwa dem Verlauf der Straße „Halle-Saale-Schleife“ folgen. Wie Planer Uwe Heyner auf einer von Wiegand eigens einberufenen Pressekonferenz erläuterte, wird der neue Deich 1.500 Meter lang, drei Meter hoch und bis zu 30 Meter breit. Fertigstellung: etwa Oktober, also rechtzeitig vor einem möglichen Herbst-Hochwasser. An den Zufahrten zum Gut Gimritz, zur Peißnitz und in Höhe des Abwasserpumpwerks werde der Damm unterbrochen und dort mit mobilen beziehungsweise festen Hochwasserschutzwänden ausgestattet. „Die Halle-Saale-Schleife wird zur Hälfte überbaut“, so Heyner. Die Schleife, auf der früher Auto- und Motorradrennen stattfanden, reiche künftig nur noch bis zum Festplatz vor der Eissporthalle. Die Zufahrt zur Peißnitz (etwa für Rettungsdienst und Lieferanten) ist über die sogenannten Deichverteidigungswege möglich, die beidseits des Walls verlaufen sollen. Die Eissporthalle liegt künftig von der Saale aus hinterm Deich. Heyner: „Sie ist so besser geschützt.“

Bauen wird die neue Flutbarriere die Firma Papenburg. „Das waren die Einzigen, die in der Lage waren, den Auftrag noch in diesem Jahr auszuführen“, sagte Wiegand. Am Montag sind die ersten von insgesamt 100 Bäumen für den neuen Deich gefällt worden. Der alte, nur rund 1,50 Meter hohe Schutzwall soll stehen bleiben. Auf ihm stehen etwa 600 Bäume.

„Das wird eine dauerhafte und sichere Anlage“, lobte Hans-Werner Uhlmann, Vizechef des Landeshochwasserbetriebs, das Deichprojekt. Mit drei Metern Höhe sei die neue Anlage auch gegen jene extremen Fluten gewappnet, die statistisch alle 150 Jahre auftreten. „Ein 150-jähriges Hochwasser entspricht einem Pegel von 8,70 Metern“, so Uhlmann. Dann stehe das Wasser noch 79 Zentimeter unter der Krone des neuen Deichs. Die jüngste Flut kam auf 8,10 Meter.

Die Kosten für das Hauruck-Projekt belaufen sich laut Wiegand auf 4,9 Millionen Euro. Der OB, der als Chef des Hochwasser-Krisenstabs von Einsatzkräften scherzhaft „Deichgraf“ genannt wird, rechnet dafür mit Geld aus dem Hochwasserfonds des Bundes. Sein Alleingang bei dem Auftrag sei durch Notstands-Passagen im Landesrecht gedeckt, so Wiegand. Allerdings warf das Umweltministerium am Montag Fragen auf. Laut einem Sprecher sei man vom zügigen Baubeginn in Halle überrascht. Das gesamte Projekt werde erst noch rechtlich geprüft. Wiegand wollte sich dazu nicht äußern.

Quelle: mz-web.de

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