Archiv für Juli 17, 2013

Die Gastgeber rund um den Europa-Park und die Tourist Office Rust GmbH wollen vom betroffenen Familien in Ost- und Süddeutschland etwas Gutes tun. Die Gastgeber spenden eine Übernachtung an Familien mit Kindern und wollen ihnen damit die Möglichkeit geben, „aus dem Alltag zu fliehen und die Akkus wieder aufzuladen“.

Rund 500 kostenlose Übernachtungen sind nach Auskunft der Initiatoren zusammengekommen. Betroffene Familien aus den Hochwassergebieten können sich bei der Tourist Office Rust GmbH für eine Gratis-Übernachtung melden. Die Familien werden für eine Nacht in einer der Unterkünfte des Ortes untergebracht. Die Zimmer werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Der Eintritt in den Europa-Park ist nicht in der Gratis-Übernachtung enthalten. red/sr

Quelle: ahgz.de

Auch Spiegelau hat das Hochwasser getroffen

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Auf Antrag von Gemeinderat Erhard Wawrzek hatte Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation, bei der Gemeinderatssitzung am Montag die Halbjahresbilanz vorgelegt. Bei den Übernachtungen gibt es ein Minus von rund fünf Prozent, bei den Gästeankünften von sechs Prozent. „Gravierende Einbrüche hat es im Juni gegeben. Auch uns hat das Hochwasser getroffen, denn viele Gäste scheuten die Anreise“, musste Resch berichten.

Sie hofft natürlich, dass ein weiter beständiger Sommer und vor allem ein schöner Herbst Touristen in die Nationalparkgemeinde locken, aber eine Prognose sei schwierig, denn: „Die Zeitspanne zwischen Anmeldung und Anreise wird immer kürzer.“

Positive Ergebnisse brachte das Inserieren in fünf auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften, darunter die „Apotheken-Umschau“. „Dadurch konnten 1300 neue Adressen gewonnen werden. Das sind nicht automatisch gleich Gäste, aber ein guter Ansatz“, sagte die Touristinfoleiterin.

Der Mai/Juni-Ausgabe des Magazins „Landlust“ war eine vierseitige Beilage über die Nationalparkgemeinde beigefügt. Verteilt wurden die 80 000 Exemplare überwiegend im bayerischen und baden-württembergischen Raum, woher die meisten Besucher Spiegelaus kommen. Vier Gastgeber haben sich an der 7000 Euro teuren Werbemaßnahme beteiligt. „Von einem Anbieter weiß ich, dass er in der Folge die Gästeankünfte um 5,5 Prozent steigern konnte“, freute sich Resch.

Über die Erlebnisakademie und ihre Einrichtungen (z.B. der Baumwipfelpfad in Neuschönau) wird das Naturbad in Spiegelau beworben und das Gymnasium Parsberg, mit dem die Touristinformaton schon länger zusammenarbeitet, hat eine Broschüre über Spiegelau entworfen und an andere Gymnasien verteilt.

Quelle: pnp.de

Auf Antrag von Gemeinderat Erhard Wawrzek hatte Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation, bei der Gemeinderatssitzung am Montag die Halbjahresbilanz vorgelegt. Bei den Übernachtungen gibt es ein Minus von rund fünf Prozent, bei den Gästeankünften von sechs Prozent. „Gravierende Einbrüche hat es im Juni gegeben. Auch uns hat das Hochwasser getroffen, denn viele Gäste scheuten die Anreise“, musste Resch berichten.

Sie hofft natürlich, dass ein weiter beständiger Sommer und vor allem ein schöner Herbst Touristen in die Nationalparkgemeinde locken, aber eine Prognose sei schwierig, denn: „Die Zeitspanne zwischen Anmeldung und Anreise wird immer kürzer.“

Positive Ergebnisse brachte das Inserieren in fünf auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften, darunter die „Apotheken-Umschau“. „Dadurch konnten 1300 neue Adressen gewonnen werden. Das sind nicht automatisch gleich Gäste, aber ein guter Ansatz“, sagte die Touristinfoleiterin.

Der Mai/Juni-Ausgabe des Magazins „Landlust“ war eine vierseitige Beilage über die Nationalparkgemeinde beigefügt. Verteilt wurden die 80 000 Exemplare überwiegend im bayerischen und baden-württembergischen Raum, woher die meisten Besucher Spiegelaus kommen. Vier Gastgeber haben sich an der 7000 Euro teuren Werbemaßnahme beteiligt. „Von einem Anbieter weiß ich, dass er in der Folge die Gästeankünfte um 5,5 Prozent steigern konnte“, freute sich Resch.

Über die Erlebnisakademie und ihre Einrichtungen (z.B. der Baumwipfelpfad in Neuschönau) wird das Naturbad in Spiegelau beworben und das Gymnasium Parsberg, mit dem die Touristinformaton schon länger zusammenarbeitet, hat eine Broschüre über Spiegelau entworfen und an andere Gymnasien verteilt.

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_freyung_grafenau/grafenau/867684_Auch-Spiegelau-hat-das-Hochwasser-getroffen.html#629717309Auf Antrag von Gemeinderat Erhard Wawrzek hatte Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation, bei der Gemeinderatssitzung am Montag die Halbjahresbilanz vorgelegt. Bei den Übernachtungen gibt es ein Minus von rund fünf Prozent, bei den Gästeankünften von sechs Prozent. „Gravierende Einbrüche hat es im Juni gegeben. Auch uns hat das Hochwasser getroffen, denn viele Gäste scheuten die Anreise“, musste Resch berichten.

 

Sie hofft natürlich, dass ein weiter beständiger Sommer und vor allem ein schöner Herbst Touristen in die Nationalparkgemeinde locken, aber eine Prognose sei schwierig, denn: „Die Zeitspanne zwischen Anmeldung und Anreise wird immer kürzer.“

 

Positive Ergebnisse brachte das Inserieren in fünf auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften, darunter die „Apotheken-Umschau“. „Dadurch konnten 1300 neue Adressen gewonnen werden. Das sind nicht automatisch gleich Gäste, aber ein guter Ansatz“, sagte die Touristinfoleiterin.

 

Der Mai/Juni-Ausgabe des Magazins „Landlust“ war eine vierseitige Beilage über die Nationalparkgemeinde beigefügt. Verteilt wurden die 80 000 Exemplare überwiegend im bayerischen und baden-württembergischen Raum, woher die meisten Besucher Spiegelaus kommen. Vier Gastgeber haben sich an der 7000 Euro teuren Werbemaßnahme beteiligt. „Von einem Anbieter weiß ich, dass er in der Folge die Gästeankünfte um 5,5 Prozent steigern konnte“, freute sich Resch.

 

Über die Erlebnisakademie und ihre Einrichtungen (z.B. der Baumwipfelpfad in Neuschönau) wird das Naturbad in Spiegelau beworben und das Gymnasium Parsberg, mit dem die Touristinformaton schon länger zusammenarbeitet, hat eine Broschüre über Spiegelau entworfen und an andere Gymnasien verteilt.

 

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Sonderpreis für Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

SPD-MdB Thönnes wirbt für Vorschläge aus dem Kreisen Segeberg und Stormarn

„Ganze Städte und Gemeinden in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen überflutet. Zehntausende kämpften gemeinsam gegen das Hochwasser an. Darunter viele Freiwillige – auch aus unserer Region“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes. Für diese Menschen, die mit ihrem selbstlosen Engagement helfen oder geholfen haben, wurde jetzt der Sonderpreis des Deutschen Bürgerpreises ausgelobt, den auch der SPD-Politiker unterstützt und sich deshalb über Vorschläge hierfür freuen würde.

Für den Sonderpreis können Einzelpersonen oder Gruppen vorgeschlagen werden, die während des Hochwassers ehrenamtlich vor Ort im Einsatz waren und mit außergewöhnlichem Engagement Existenzen gesichert, den sozialen Zusammenhalt gestärkt oder Gemeinschaft gestiftet haben und so den Betroffenen zur Seite standen.

Und so geht´s: Auf www.deutscher-buergerpreis.de haben Bürgerinnen und Bürger bis zum 31. Juli 2013 die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen, Fotos hochzuladen und den vielen, freiwilligen Helfern mit einer Nominierung die verdiente Anerkennung zukommen zu lassen.

Ab dem 1. August kann dann auf der genannten Homepage jeder die zehn beeindruckendsten Hochwasser-Helfer auswählen. Die Jury des Deutschen Bürgerpreises bestimmt daraus die Preisträger, die schließlich am 2. Dezember im ZDF-Zollernhof in Berlin stellvertretend für alle Engagierten in den Hochwassergebieten ausgezeichnet werden.

„Das beherzte Kämpfen gegen das Hochwasser hat einmal mehr deutlich gemacht, welche Kraft Solidarität hat. Der Mensch braucht den Menschen. Solche Katastrophen können nur gemeinsam, in einer Gesellschaft mit Zusammenhalt bewältigt werden. Es würde mich freuen, wenn auch aus unserer Region Helferinnen und Helfer nominiert werden“, so Thönnes.

Der Deutsche Bürgerpreis ist der größte, bundesweite Ehrenamtspreis. Er wird seit 2003 von den Partnern der Initiative „für mich. für uns. für alle.“, einem Bündnis aus engagierten Bundestagsabgeordneten, Sparkassen, Städten, Landkreisen und Gemeinden vergeben.

Quelle: bargteheideaktuell.de

Kellerwände sollten mit klarem Wasser und gegebenenfalls mit Isoliersalz oder Fluat abgewaschen werden. Nachdem die Wände oberflächlich trocken sind, sollten diese mit einem Kalkanstrich versehen werden

Gut einen Monat nach dem Hochwasser im Juni pegelt sich das Grundwasser langsam und flächendeckend wieder im üblichen Schwankungsbereich ein. In den meisten betroffenen Kellern steht nun kein Wasser mehr.

Das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden weist darauf hin, dass mit einem tatsächlichen Austrocknen der Keller erst im Laufe des Winters zu rechnen ist. Bei oberirdisch durchnässtem Mauerwerk helfen hingegen die sommerlichen Temperaturen. Voraussetzung hierfür ist ein ständiger Luftaustausch. Aber auch hier ist mit einem vollständigen Durchtrocknen des Massivmauerwerks erst in der kommenden Heizperiode zu rechnen.

Das Umweltamt gibt folgende Tipps und Hinweise zum Vorrichten von durchfeuchteten Innenräumen: Kellerwände sollten mit klarem Wasser und gegebenenfalls mit Isoliersalz oder Fluat (im Fachhandel erhältlich – Arbeitsschutz beachten) abgewaschen werden. Nachdem die Wände oberflächlich trocken sind, sollten diese mit einem Kalkanstrich versehen werden. Der Handel bietet preiswerten, streichfertigen, rein mineralischen Kalkanstrich von einem sächsischen Hersteller, der wischfeste Oberflächen ergibt. Kalk bindet ferner Gerüche, ist feuchtigkeitsbeständig, wirkt antibakteriell und schimmelt nicht.

In hochwassergefährdeten Räumen sollten Trockenbau, Tapeten und Anstriche mit Dispersionsfarben konsequent vermieden werden. Die Wände sollten von alten Anstrichen gesäubert, mit Isoliersalz oder Fluat vorbehandelt und entweder ebenfalls mit Kalk oder mit Silikatfarben gestrichen beziehungsweise gerollt werden. Diese rein mineralischen Farben gehen eine feste Verbindung mit dem Putz ein und unterbinden nicht den Feuchtigkeitstransport. Problematisch sind Fußböden, die eine Wärmedämmschicht (in der Regel aus Schaumpolystyrol) enthalten. Ist in diese Schicht Wasser in größerer Menge eingedrungen, erweist sich eine vollständige Trocknung als schwierig bis unmöglich. Hier ist ein Abriss und Neuaufbau ab der Dämmlage meist unumgänglich.

Anders ist es bei herkömmlichen Holzfußböden. Hier ist eine Trocknung mit entsprechenden Geräten durchaus Erfolg versprechend. Fragen hierzu beantworten Fachfirmen für Bautenschutz und Bauwerkstrockenlegung. Kontaktdaten finden Betroffene in den üblichen Branchenverzeichnissen, bei der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer.

Quelle: Handwerkskammer Dresden

Warme Mahlzeit aus der Notkantine

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

In Fischbeck, das von der Elbflut überrollt wurde, beginnt der Wiederaufbau oft mit einem Abriss. Die Einwohner fragen sich, ob sie dem Deichbruch geopfert worden sind.

Die beiden Weidenbäumchen vor dem Backsteinhaus in der Kabelitzer Straße 7 erhalten eine neue Kugelkopffrisur. Ein Mann setzt die elektrische Heckenschere immer wieder an, damit aus der Kugel kein Ei wird. Als ob es nichts Wichtigeres gäbe, wo man in Fischbeck Hand anlegen könnte!

Nein, gibt es nicht. „Es soll ordentlich aussehen“, sagt die 73 Jahre alte Karin Standke. Denn sonst ist in ihrem Haus und in ihrer Welt nichts mehr in Ordnung. Das Erdgeschoss ist leer geräumt, alle Möbel und Einrichtungsgegenstände sind abtransportiert und auf dem Sperrmüll gelandet. Von den Wänden ist eineinhalb Meter hoch der Putz abgeklopft. Die Reste lassen noch erkennen, dass dies mal ein gepflegtes Haus war. In allen Räumen stehen Trocknungsgeräte. 1300 Liter Wasser haben sie in zehn Tagen aus dem Gemäuer geholt, sagt der Mann mit der Heckenschere. Karin Standke hofft, dass die Versicherung auch die Stromrechnung übernimmt, sie hat den Zählerstand aufgeschrieben. Fünf Wochen nach dem Bruch des Elbe-Deichs hat der Wiederaufbau begonnen, der zunächst oft ein Abriss ist.

In der ganzen Kabelitzer Straße sieht es so aus. Niemand kann in seiner Wohnung leben. Joachim Klemm ist froh, dass das Wasser nur bis zur Fensterlaibung gestiegen ist – die Fenster können drinbleiben. Um ihn herum aber sieht es schlimm aus. Stellenweise steht nur noch das Fachwerk zwischen den Zimmern – die Lehmfüllung hat das Wasser ausgespült. Schräg gegenüber ein ähnliches Haus, auch aus Lehm gebaut. Das Stroh, das den Lehm mehr als 100 Jahre zusammenhielt, hängt jetzt innen aus den Wänden heraus. Das Haus ist nicht zu retten und muss abgerissen werden. Guido Lüdtke, wieder ein Stück weiter, hat damit begonnen, einen Stall hinter seinem Haus abzureißen. Das Wasser, das 14 Tage stand, hat das alte Gemäuer instabil werden lassen. Da bleibt nur der Abriss.

„Die Menschen funktionieren nur“

Bei Gernot Quaschny, dem einzigen Elbfischer in der Gegend, hat ein Bagger damit begonnen, sein Elternhaus – gut zwei Kilometer von der Elbe entfernt – abzureißen. Die Bausubstanz ist zu stark beschädigt. Er möchte einen Hügel von 2,50 Meter Höhe zusammenschieben und darauf ein Holzhaus errichten. Das geht schnell, dann soll es weitergehen. Derweil wohnt er bei seiner Lebensgefährtin. Während der Flut hat Quaschny mit seinem Fischerboot Menschen und Sachen transportiert, weil anderer Verkehr gar nicht möglich war. Er zeigt auf seinen etwa zwei Meter hohen Zaun: „Da bin ich mit dem Boot drübergefahren.“

Überall in Fischbeck, Kabelitz und Wust wird angepackt. Sie wollen nicht weg von ihren Häusern und aus ihrer Heimat. Warum auch? Fischbeck liegt nicht im Überschwemmungsgebiet. „Das letzte Hochwasser liegt mehr als 100 Jahre zurück“, sagt einer. Wenn der Deich nicht gebrochen wäre – Fischbeck wäre auch dieses Mal trocken geblieben. Nun steht in allen Kellern das Wasser. Das Grundwasser, das mit der Elbe steigt, ist durch die Wände eingedrungen. Es soll jetzt nicht abgepumpt werden, weil das die Statik des Hauses gefährden würde.

Der Optimismus der Leute täuscht. „Die Menschen funktionieren nur“, sagt Pfarrer Enders vom Kirchenkreis Stendal, zu dem Fischbeck gehört. Wie recht er hat! Schon bei der vorsichtigen Frage „Und wie geht es Ihnen dabei?“ wird die Stimme brüchig, und die Tränen laufen. Viele stehen vor dem Scherbenhaufen ihres Lebenswerks.

Die Ernte ist mit untergegangen

Die meisten sind irgendwie versichert, die einen für das gesamte Gebäude, andere nur für den Hausrat. Die Versicherungsgutachter waren schon da und haben den Schaden aufgenommen. Aber das Geld lässt auf sich warten. „Wir brauchen das Geld jetzt, wenigstens eine Zahlungszusicherung“, sagt Guido Lüdtke. Jede Fuhre vom Baumarkt, jeder Sack Zement, jeder Spaten kostet Geld. Bei dem Thema kommt Ärger auf. Sie wissen nicht, wann, wie und wo sie die Anträge für die staatliche Hilfe stellen können. Es gebe keine Informationen. Sie fürchten, dass alles viel bürokratischer ist als angekündigt. Sie haben auch Sorge, dass von den acht Milliarden Euro nur Straßen, Brücken und öffentliche Einrichtungen repariert werden.

Auch von den Spenden ist noch nichts bei ihnen angekommen. In Fischbeck hat man nun einen „Runden Tisch“ gebildet. Der Gemeinderat berät, wie die Spenden verteilt werden, die bei der Gemeinde oder beim Kirchenkreis angekommen sind. Es soll schnell gehen und den Leuten Mut machen. „Du stehst mit deinem Schaden nicht allein da“, sagt Pfarrer Enders, „und gerecht soll es zugehen.“ Die beste Vorkehrung, dass keiner übervorteilt wird: „Wir kennen uns hier.“

Die Fäden laufen beim ehrenamtlichen Bürgermeister Bodo Ladwig zusammen. Ihn hat die Flut dreifach getroffen. Im Hauptberuf gehört der 59 Jahre alte Mann zur Leitung der örtlichen Agrargenossenschaft. Schon damit hätte er genug zu tun, denn noch immer stehen die Felder teilweise unter Wasser, die Ernte ist in diesem Jahr mit untergegangen, und was im nächsten Jahr wird, weiß noch niemand. Außerdem ist er selbst Geschädigter und muss sich um das eigene Haus kümmern. Schließlich muss er als Bürgermeister die Notlage in seinem Ortsteil bewältigen. Seit fünf Wochen tut er nichts anderes. Zunächst galt es, die gefährdeten Straßenzüge zu evakuieren, dann waren die Tierkadaver zu beseitigen, denn viele Haustiere, vom Esel bis zum Huhn, die hinter den Häusern und auf Wiesen gehalten wurden, waren verendet.

Die Menschen fürchten, alleingelassen zu werden

Die Stromversorgung war sicherzustellen und eine Notversorgung für die Menschen zu organisieren. Die ist noch heute aktiv. In einer Scheune werden Sachspenden, Waschpulver, Hundefutter, Nahrungsmittel, ausgegeben. In Fischbeck gibt es keinen Kaufladen. Eine Art Notkantine sorgt für eine warme Mahlzeit, da ja auch die Kücheneinrichtungen im Wasser untergegangen sind. Ein großer koreanischer Hersteller von Elektrogeräten hat zehn Waschmaschinen und zehn Trockner zur Verfügung gestellt, dort wäscht Dorte Steuern aus dem Nachbarort die Wäsche für das halbe Dorf.

Quelle: faz.net

Regierung appelliert: Hochwasserschäden nachhaltig beheben

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Sachsens Regierung hat Betroffene der Flutkatastrophe davor gewarnt, Schäden nur „eins zu eins“ zu beheben und allein den alten Zustand wiederherzustellen.
Bei einem neuerlichen Hochwasser müssten dieselben Schäden möglichst vermieden werden, betonten Umweltminister Frank Kupfer und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) am Mittwoch in einem gemeinsamen Appell. Wo eine besondere Hochwassergefahr vorliege, sollten Anlagen wie Versorgungstechnik ganz aus dem gefährdeten Bereich verlegt werden. Das sei nicht nur ein Appell an den gesunden Menschenverstand, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Vor der Instandsetzung solle unbedingt fachlicher Rat eingeholt werden.
Quelle: focus.de

Hochwasser: Schüler spenden über 3000 Euro

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Neutraublinger Realschüler sammelten für die Flutopfer des Landkreises

„Ihr habt euer Taschengeld für die Betroffenen des Juni-Hochwassers hergegeben. Eure Solidarität mit den Hochwasseropfern verdient höchste Anerkennung“, bedankte sich Landrat Herbert Mirbeth bei den Schülerinnen und Schülern der Realschule Neutraubling. Der Elternbeirat der Schule hat unterstützt durch die Lehrerinnen und Lehrer eine Spendenaktion ins Leben gerufen und die Schülerinnen und Schüler der Schule sammelten daraufhin 3.036,36 Euro für die Flutopfer des Landkreises Regensburg.

Anfang Juni 2013 wurde der Landkreis Regensburg von einem der schlimmsten Hochwässer seit dem Jahr 2002 heimgesucht. Aufgrund der bedrohlichen Situation musste der Landkreis am 4. Juni den Katastrophenfall ausrufen. Vom Hochwasser besonders betroffen waren die Ortschaften Matting und Mariaort, Ebenwies sowie Regendorf. An den kleinen Gewässern waren insbesondere Bach a. d. Donau sowie Sulzbach intensiv betroffen.

Die von den Schülerinnen und Schülern gesammelten Spendengelder sollen den Menschen zu Gute kommen, die am meisten vom Hochwasser betroffen waren. Eine Spendenkommission des Landkreises wird die Verteilung der Mittel vornehmen. „Derzeit laufen die Schadensermittlungen und die Auszahlung von staatlichen Mitteln für die Flutopfer auf Hochtouren“, erklärte Landrat Herbert Mirbeth. Rund 1.230.000 Euro staatliches Sofortgeld wurde mittlerweile an 537 Betroffene im Landkreis ausgezahlt. Die Spendengelder sollen dann bei den Härtefällen zum Einsatz kommen, nachdem die staatlichen Mittel abgeschöpft sind. „Um gerecht zu verteilen muss man aber erst wissen, wie viel Förderung jeder einzelner Härtefall vom Staat bekommt. Dann wissen wir, welche Differenz die Betroffenen noch selbst zu tragen haben und können eine weitere Förderung durch die Spendengelder drauflegen“, so Mirbeth. Nachdem vorgeschrieben ist, jeden einzelnen Härtefall genau zu überprüfen, nehme dies noch Zeit in Anspruch. Im Landratsamt ist bereits wenige Tage nach dem Hochwasser im Juni extra die Projektgruppe „Hochwasser 2013“ eingerichtet worden um die verschiedenen Hilfsprogramme für die Betroffenen möglichst schnell abzuwickeln. „Wir werden von unserer Seite alles dafür tun, dass die Hilfen und später auch die Spenden schnell bei den Betroffenen ankommen“, so der Landrat.

Quelle: regensburg-digital.de

 

 

Gebäudeeigentümer, bei denen das Hochwasser Schäden am Gebäude verursacht hat, können aus dem Härtefonds Zuschüsse als Notstandsbeihilfen erhalten. Voraussetzung ist, dass Wohngebäude der Betroffenen beschädigt wurden und dass die Geschädigten ohne staatliche finanzielle Unterstützung in eine existentielle Notlage zu geraten drohen. Die Gewährung setzt daher eine Prüfung der finanziellen Verhältnisse der Geschädigten voraus. Schäden unter 3000 Euro sind als zumutbare Eigenbelastung anzusehen und können nicht berücksichtigt werden.

 

Anträge zu den Notstandsbeihilfen sind ab 18. Juli 2013 im Internet auf der Seite der Stadt Regensburg http://www.regensburg.de zu finden und bei den Bürgerbüros erhältlich. Die Anträge sind persönlich zu unterschreiben und mit Unterlagen zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen sowie Kostenangeboten an das Amt für Stadtentwicklung zu senden.

 

Nähere Informationen sind auch unter den Telefonnummern 507-5660, -5661 und -5662 abrufbar.

Quelle: regensburg-digital.de

Landesregierung will Tempo beim Deichbau erhöhen

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Als Konsequenz aus dem Juni-Hochwasser will die Landesregierung nun alle Deiche in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2020 und damit schneller als geplant auf Vordermann bringen. Das kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in einem Gespräch mit der „Magdeburger Volksstimme“ (Mittwoch) an. In die Modernisierung sowie in die Schaffung von Überflutungsflächen und Poldern sollen bis 2020 fast 600 Millionen Euro investiert werden.
„Eine bislang klaffende Finanzlücke von 270 Millionen Euro werden wir schließen.“, sagte Haseloff. 100 Millionen Euro könnten aus dem aktuell aufgelegten Fluthilfefonds kommen, weiteres Geld fließe aus Fördertöpfen der EU und des Bundes. Auch die Landesregierung werde die nötigen Mittel zur Verfügung stellen.

„Am Hochwasserschutz wird nicht gespart“, sagte der Regierungschef. Derzeit sind etwa die Hälfte der 1300 Kilometer langen Deiche an Elbe, Saale, Mulde und den kleineren Flüssen in Sachsen-Anhalt noch nicht auf dem neuesten technischen Stand.

Quelle: focus.de

Renaturierung als Hochwasserschutz

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach dem Auslaufen des Tagebaus Hambach wird der Grundwasserspiegel wieder. Vor Hochwasser müssen sich die Erftanlieger dennoch nicht fürchten. Bereits jetzt gibt es Rückhaltebecken für die Zeit nach dem Tagebau.  Von Dennis Vlaminck

Ein Hochwasser wie zuletzt an Main, Donau und Elbe brauchen die Bewohner an einem Flüsschen wie der Erft wohl nicht zu fürchten. Oder doch? „Hätten wir hier solche Niederschläge gehabt wie in den betroffenen Gebieten im Osten, dann hätten wir auch ganz schön alt ausgesehen.“ Wulf Lindner, im September scheidender Vorstand des Erftverbands, redet beim Jahrespressetreff in der Bergheimer Verbandszentrale offen. „Die Erft würde gewiss nicht so über die Ufer treten wie die großen Flüsse. Aber die Kanalisation wäre überlastet, viele Keller würden volllaufen.“

Damit sich die Erftanlieger selbst vor Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwassern nicht fürchten müssen, setzt der Erftverband einiges in Bewegung. Zuletzt wurde das Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf zwischen Bedburg und Bergheim eingerichtet. „Wir brauchen es jetzt eigentlich noch nicht“, sagt Lindner. Gedacht sei es für die Zeit nach dem Braunkohlenabbau, wenn RWE Power kein Grundwasser mehr abpumpe und kein Sümpfungswasser mehr bei Kenten in die Erft gegeben werde. „Dann steigt der Grundwasserspiegel wieder. Der Kerpener Bruch etwa wird dann nicht mehr so viel Wasser aufnehmen können.“

Ebenfalls dem Hochwasserschutz und der Zeit nach dem Tagebau Hambach geschuldet sei die Renaturierung der Erft. „Sie muss wieder ein kleines Flüsschen werden“, sagt Lindner. Und wenn sie sich wieder wie in alten Zeiten durch die Landschaft schlängelt, gebe man dem Fluss auch wieder mehr Raum.

Von Kenten an erftabwärts will der Erftverband in den nächsten Jahrzehnten überall mit Renaturierungsmaßnahmen tätig werden. Die derzeit wohl prominenteste Baustelle befindet sich in Höhe des Vogelwäldchens bei Kenten, wo aus rund 900 Metern Erftflutkanal in diesem Jahr 1300 Meter entfesselte Erft werden. In Schlangenlinien wird sich die Erft dann durch Wald und Flur winden. Da die Erft ihren Lauf dann auch selbst beeinflussen kann und auch ihr Bett verlassen darf, wird es keine Spazierwege direkt neben dem Fluss geben. „Wir sehen den Menschen aber auch als Bestandteil der Natur, daher soll er die renaturierte Erft auch genießen dürfen“, sagt Linder. Immer wieder würden daher Wege dort, so nah es geht, an die Erft herangeführt.

Mit der Arbeit seines Verbands ist Lindner, dem Anfang Oktober sein bisheriger Stellvertreter Norbert Engelhardt als Vorstand nachfolgen wird, hoch zufrieden. „Es war ein solides Jahr“, sagt Lindner. Dank Sonnenenergie und Windkraft wolle man zukünftig immer mehr Strom für die eigenen Anlagen selbst erzeugen und zugleich den Strombedarf durch Sanierungen senken. „Das Ziel ist, autark zu werden“, sagt Lindner.

Kosten will der Erftverband durch Umsetzung seines „Masterplans Abwasser 2025“ sparen. In den nächsten Jahren sollen demnach bis zu 19 der 40 Kläranlagen des Erftverbands stillgelegt werden. Im Rhein-Erft-Kreis ist allerdings keine Kläranlage betroffen. „Je kleiner eine Anlage ist, desto teurer ist sie in der Unterhaltung“, erläutert Lindner. Die anderen Kläranlagen würden aufgerüstet oder seien schon jetzt in der Lage, Kapazitäten aufzunehmen.

Engelhardt wiederum warb um Auszubildende. Die Arbeit beim Erftverband sei spannend und abwechslungsreich. Elf Ausbildungsberufe würden angeboten, derzeit gebe es 20 Azubis.

www.ausbildung.erftverband.de

www.erftverband.de

Quelle: ksta.de

Nach der Flut beginnt der Wiederaufbau. Milliarden von Euro stehen dafür bereit. Doch das ganze Ausmaß wird erst jetzt sichtbar. Wie schnell erholen sich die Katastrophengebiete?

Die Bilder der braunen Fluten sind erst wenige Wochen alt. Trotzdem herrscht in den meisten Hochwasserregionen in Deutschland schon wieder Aufbaustimmung. Häuser werden geschrubbt, Fundamente getrocknet. Erste belastbare Zahlen lassen das ganze Ausmaß der Flut 2013 erahnen. Und auch die finanziellen Hilfen sind längst angelaufen. Dennoch wird es Jahre dauern, bis die Folgen der Flut nicht mehr sichtbar sind.

Wie hoch sind die Schäden?

Geringer als befürchtet.

Die von der Flut betroffenen Bundesländer haben erstmals Bilanz gezogen und vorläufige Schadensmeldungen an den Bund geschickt. Demnach beläuft sich der Gesamtschaden in Deutschland auf rund 6, 68 Milliarden Euro. Der Hilfsfonds, den die Bundesregierung zusammen mit den Ländern aufgelegt hätte sogar bis zu acht Milliarden Euro abdecken können. Der Bund streckt das Geld bisher vor und macht dafür neue Schulden. Bis 2020 haben die Länder dann Zeit, ihren Anteil von etwa drei Milliarden abzustottern. Momentan sieht es also so aus, als würde die Fluthilfe ausreichen. Es ist jedoch gut möglich, dass sich die Schadenssumme noch deutlich erhöht.
Zum einen kommen auch auf den Bund weitere Kosten zu – für Schäden an Bundesstraßen, Liegenschaften und für die Einsätze des Technischen Hilfswerks sind das etwa 1,48 Milliarden Euro. Zum anderen wies ein Sprecher des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt darauf hin, dass in einigen Regionen das Wasser noch immer nicht vollständig zurückgegangen sei. „Dadurch können weitere Kosten entstehen, die sich jetzt noch gar nicht abschätzen lassen.“, sagte der Sprecher. Auch die übrigen Bundesländer hatten die Bilanz in aller Eile gezogen, um pünktlich zum Stichtag am 9. Juli die Zahlen an das Bundesinnenministerium melden zu können. Von dort wird die Gesamtbilanz nach Brüssel weitergegeben, denn auch von der EU soll Hilfe kommen. Deutschland dürfte noch einigermaßen glimpflich davon gekommen sein. Die Ratingagentur Fitch hatte den Schaden auf rund zwölf Milliarden Euro geschätzt. Bei der letzten großen Flut im Jahr 2002 lag der Gesamtschaden in Deutschland bei rund 13 Milliarden Euro.

Quelle: tagesspiegel.de

Das schlimmste Hochwasser, das Kassel jemals traf, ereignete sich am 5. Januar 1643. An einem historischen Torbogen an der Mühlengasse kann man die Markierung noch lesen. Die ist fast zwei Meter höher als der Pegel nach der Zerstörung der Edertalsperre 1943.

Vor 370 Jahren wurde das gesamte Gebiet der heutigen Unterneustadt überspült. Die Fluten stauten sich vor der alten Fuldabrücke mit ihren vier relativ engen Bögen. Acht Häuser wurden damals zerstört, Informationen über Verletzte oder Tote gibt es nicht.

Die älteste bekannte hohe Flut liegt noch 300 Jahre weiter zurück. Am 22. Juli 1342 setzte die Fulda die noch junge Unterneustadt unter Wasser. Sogar der Hochaltar der Maria-Magdalena-Kirche auf dem relativ hoch gelegenen Holzmarkt soll damals überflutet worden sein.

„Kleinigkeiten summieren sich“

Wie hoch das Wasser in früheren Jahren stand, macht eine Karte deutlich, die das Regierungspräsidium zusammen mit der Kasseler Universität entwickelt hat. Dort sind die Überflutungen aus den Jahren 1643, 1841 und das ebenfalls sehr gravierende Hochwasser aus dem Jahr 1946 – die Edertalsperre konnte noch nicht wieder voll genutzt werden – dokumentiert.

Anlass dafür ist eine Vorgabe der Europäischen Union zum Risikomanagement. Ziel ist es, die Schäden durch Hochwasser so gering wie möglich zu halten. Dafür muss man wissen, was im Extremfall zu erwarten ist.

Wichtige Flutmulde

Auch wenn Kassel bei der jüngsten Flutkatastrophe glimpflich davongekommen ist, kann das beim nächsten Mal schon ganz anders sein. „Kleinigkeiten summieren sich“, sagt Albert Kreil, der für den Hochwasserschutz beim Regierungspräsidium zuständig ist. Er setzt sich dafür ein, dass zum Beispiel beim anstehenden Umbau des Großen Kreisels (Platz der Deutschen Einheit) auf optimale Abflussmöglichkeiten für das Wasser geachtet wird.

Zuletzt stand der Platz im Jahr 1995 komplett unter Wasser. Auch die Vorgaben für den Abbau der Zäune am Fuldauferweg und des Geländers der neuen Ahnebrücke in der Flutmulde seien keine Schikane, sondern wichtige Bausteine des Hochwasserschutzes. Jedes Hindernis, in dem sich Treibgut verfangen könne, wirke als Barriere.

Etwa zwei Tage Vorwarnzeit hat Kassel, wenn sich im Oberlauf der Fulda eine Flutwelle zum Beispiel nach starken Regenfällen aufbaut. Die Berufsfeuerwehr werde dann sofort informiert. In den vergangenen Jahren habe man an vielen Stellen verhindert, dass Überschwemmungsgebiete weiter bebaut werden, sagt Kreil.

Wer in Kassel zum Beispiel in Fuldanähe am Bleichenweg wohnt, hat in der Regel vorgesorgt. Abgeschottete Kellerräume und mit Diesel betriebene Wasserpumpen haben dort viele.

Von Thomas Siemon

Quelle: hna.de

Nach der Flut ist vor der Flut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Obwohl Sachsen schon viel Geld in den Hochwasserschutz investiert hat, haben die Überschwemmungen im Juni viel Schaden angerichtet. Die betroffenen Gemeinden stellen sich bereits die Frage, wie sie sich vor dem nächsten Hochwasser schützen.
Astrid Pawassar, Dresden

Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz hat es wieder hart erwischt. Das noble Schwimmbad mit grossem Wellnessbereich ist die Lebensader des Kur- und Freizeitbetriebes. Nach der «Jahrhundertflut» im Jahre 2002 haben die Betreiber knapp eine Million Euro in Flutschutzanlagen investiert, damit die Hauptattraktion des Ortes nicht wieder im Wasser versinkt. Doch diesmal brachte nicht die Elbe, sondern das rapide gestiegene Grundwasser das vorläufige Aus. Das Bad ist für Bad Schandau unerlässlich, deshalb wird es auch wieder instand gesetzt. «Aber allzu oft können wir so etwas nicht verkraften», sagt der Bürgermeister Andreas Eggert.

Schutz für Menschen geht vor

Jede Flut ist anders, lautet eine der Lehren aus den Überschwemmungen der letzten elf Jahre. Waren es 2002 die kleinen Erzgebirgsflüsschen, die als reissende Ströme die Täler fluteten, so kämpften die Katastrophendienste vor wenigen Wochen mit einem sieben Tage anhaltenden Hochwasserscheitel der Elbe. Nach dem Dauerregen im Mai waren die Böden gesättigt, die durchweichten Deiche konnten dem anhaltenden Wasserdruck mancherorts nicht mehr standhalten. Dennoch waren die diesjährigen Überschwemmungen in Sachsen bei weitem nicht so desaströs wie vor elf Jahren.

Seit 2002 hat der Freistaat Sachsen viel für den Hochwasserschutz getan. 120 Kilometer Deiche wurden saniert, 23 Kilometer neu gebaut. Durch Deichrückverlegungen sind gut 100 Hektaren zusätzlicher Überschwemmungsflächen für die Flüsse geschaffen worden. Mehr als 64 000 Hektaren Fläche sind als Überschwemmungsgebiete eingestuft worden, das heisst, dass dort nicht gebaut oder der Abfluss von Wasser nicht behindert werden darf. Die Kritik von Naturschutzverbänden, dies reiche nicht aus, es müssten noch viel mehr Retentionsgebiete ausgewiesen werden, kontert der zuständige Landwirtschafts- und Umweltminister, Frank Kupfer: «Die oberste Priorität ist der Schutz für die Menschen, die Polder kommen später dran.»

Dresden hat von dieser Gewichtung profitiert. 16 Millionen Euro investierte das Land Sachsen in Schutzmauern und Fluttore. Die Altstadt mit Semperoper und Kunstsammlungen blieb diesmal trocken. Anders sah es in den Aussenbezirken im Osten und Westen aus. Der östliche Stadtteil Laubegast wurde abermals zur Insel, weil sich im Nu der bebaute alte Elbarm wieder mit Wasser füllte. Stadt und Land konnten sich hier über Art, Umfang und Zuständigkeit für den Hochwasserschutz bisher nicht einigen. Im westlich gelegenen Gohlis war der neue Deich noch nicht fertiggestellt, weil sich durch Einsprüche das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren in die Länge zog.

Die Praxis zur Genehmigung von Hochwasserschutzmassnahmen ist nicht nur den Politikern ein Dorn im Auge. Der Weg vom Planfeststellungsantrag bis zur Realisierung des Projektes ist lang und bietet mit Anhörungen, Auslegungen der Pläne und Klagemöglichkeiten viel Raum für Verzögerungen. «Es gibt Verfahren, die mehr als 20 Jahre dauern», weiss Jürgen Stamm, Professor für Wasserbau an der Technischen Universität Dresden. «Da stellt sich die Frage, ob man für einen Polder das gleiche Planfeststellungsverfahren braucht wie für ein Atommüllendlager.» Braucht man nicht, befand die Staatsregierung und liess sich soeben vom Sächsischen Landtag ein neues Wassergesetz verabschieden, das die Genehmigung öffentlicher Hochwasserschutzanlagen deutlich beschleunigen soll.

Begehrlichkeiten

Die Politik habe sich in den vergangenen Jahren ohnehin als lernfähig erwiesen, befindet Professor Stamm: «Die 2007 verabschiedete Richtlinie der Europäischen Union zum Risikomanagement in hochwassergefährdeten Gebieten ist richtungweisend.» Sie verschiebt den Akzent vom reinen Schutzgedanken hin zur Vorsorge. So will auch Sachsen mit neuen Restriktionen für überschwemmungsgefährdete Gebiete dafür sorgen, dass künftig noch mehr flussnahe Bereiche von Bebauung freigehalten werden.

Ob sich die gesetzgeberischen Bemühungen in der Praxis bewähren, muss sich erweisen. Denn die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass zeitgleich mit der Beseitigung von Hochwasserschäden bei manchen politischen Entscheidungsträgern ein Verdrängungsprozess einsetzt. Landwirtschafts- und Umweltminister Kupfer berichtete der Presse unlängst von Kommunalpolitikern in Dresden, die sich hinter einem neuen Deich ein Gewerbegebiet vorstellen konnten.

Noch viel grösser ist das Bauvorhaben, das Eingang in einen Masterplan zur Entwicklung des Gebietes rund um den alten Stadthafen gefunden hat. Nach Hamburger Vorbild soll hier – im Überschwemmungsgebiet – auf einem 40 Hektaren grossen Gelände eine «Hafen-City» mit exklusiver Wohnbebauung entstehen. Diese soll angeblich hochwassersicher bis zu einem Pegelstand der Elbe von 9,24 Metern werden, weil Tiefgaragen als Auffangbecken dienen sollen. Das Umweltministerium hat protestiert, kann aber gegen die Begehrlichkeiten der Stadt nur auf Überzeugungskraft setzen, denn das Gebiet ist kommunales Eigentum.

Mauer in Meissen zu tief

Weiter elbabwärts, in Meissen, ist man aus Schaden klug geworden. «Den letzten sturen Hausbesitzern ist nun klargeworden, dass sie ihre Heizungen und Elektroanlagen nach oben verlagern müssen», sagt der Oberbürgermeister Olaf Raschke. Denn Meissen hatte auch 2006 und 2010 mit Hochwasser zu kämpfen; diesmal war wieder die gesamte Altstadt geflutet. Die Schutzmauer an der Elbe hält nur kleinere Hochwasser ab; für das diesjährige hätte sie auf einer Länge von 25 Kilometern zwei Meter höher sein müssen. «Man kann nicht alles verbarrikadieren, wir müssen mit Überschwemmungen leben und den Neuaufbau so organisieren, dass die Gebäude dem Wasser standhalten», lautet Raschkes Schlussfolgerung. Nun gilt es, Schäden in Höhe von 53,9 Millionen Euro zu beseitigen. Das Theater, ein am tiefsten Punkt der Stadt gelegener Bau aus dem 16. Jahrhundert, wird künftig ohne Holz und mit Baustoffen ohne Dämmung auskommen müssen. Gartenanlagen in Elbnähe werden zu Feuchtwiesen umgewandelt, damit der Fluss mehr Raum bekommt.

Eine Sorge wird der Oberbürgermeister allerdings nicht so schnell los: Die Angst, dass die Touristen ausbleiben. Wie so viele Elbanrainer in Sachsen ist die Stadt, bekannt für ihre Porzellanmanufaktur, auf Gäste angewiesen. «Hier ist kein Hotelbett nass geworden, die Händler konnten rechtzeitig ihre Waren und das Inventar in Sicherheit bringen, und unsere Touristenattraktionen wie Porzellanmanufaktur, Burg und die Weinberge sind ohnehin nicht gefährdet», fasst Raschke die Situation zusammen. Er selbst hat aus Solidarität mit anderen Flutopfern diesmal seine Ferien in Deggendorf und Passau verbracht.

Quelle: nzz.ch

Warme Mahlzeit aus der Notkantine

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

In Fischbeck, das von der Elbflut überrollt wurde, beginnt der Wiederaufbau oft mit einem Abriss. Die Einwohner fragen sich, ob sie dem Deichbruch geopfert worden sind.

Die beiden Weidenbäumchen vor dem Backsteinhaus in der Kabelitzer Straße 7 erhalten eine neue Kugelkopffrisur. Ein Mann setzt die elektrische Heckenschere immer wieder an, damit aus der Kugel kein Ei wird. Als ob es nichts Wichtigeres gäbe, wo man in Fischbeck Hand anlegen könnte!

Nein, gibt es nicht. „Es soll ordentlich aussehen“, sagt die 73 Jahre alte Karin Standke. Denn sonst ist in ihrem Haus und in ihrer Welt nichts mehr in Ordnung. Das Erdgeschoss ist leer geräumt, alle Möbel und Einrichtungsgegenstände sind abtransportiert und auf dem Sperrmüll gelandet. Von den Wänden ist eineinhalb Meter hoch der Putz abgeklopft. Die Reste lassen noch erkennen, dass dies mal ein gepflegtes Haus war. In allen Räumen stehen Trocknungsgeräte. 1300 Liter Wasser haben sie in zehn Tagen aus dem Gemäuer geholt, sagt der Mann mit der Heckenschere. Karin Standke hofft, dass die Versicherung auch die Stromrechnung übernimmt, sie hat den Zählerstand aufgeschrieben. Fünf Wochen nach dem Bruch des Elbe-Deichs hat der Wiederaufbau begonnen, der zunächst oft ein Abriss ist.

In der ganzen Kabelitzer Straße sieht es so aus. Niemand kann in seiner Wohnung leben. Joachim Klemm ist froh, dass das Wasser nur bis zur Fensterlaibung gestiegen ist – die Fenster können drinbleiben. Um ihn herum aber sieht es schlimm aus. Stellenweise steht nur noch das Fachwerk zwischen den Zimmern – die Lehmfüllung hat das Wasser ausgespült. Schräg gegenüber ein ähnliches Haus, auch aus Lehm gebaut. Das Stroh, das den Lehm mehr als 100 Jahre zusammenhielt, hängt jetzt innen aus den Wänden heraus. Das Haus ist nicht zu retten und muss abgerissen werden. Guido Lüdtke, wieder ein Stück weiter, hat damit begonnen, einen Stall hinter seinem Haus abzureißen. Das Wasser, das 14 Tage stand, hat das alte Gemäuer instabil werden lassen. Da bleibt nur der Abriss.

„Die Menschen funktionieren nur“

Bei Gernot Quaschny, dem einzigen Elbfischer in der Gegend, hat ein Bagger damit begonnen, sein Elternhaus – gut zwei Kilometer von der Elbe entfernt – abzureißen. Die Bausubstanz ist zu stark beschädigt. Er möchte einen Hügel von 2,50 Meter Höhe zusammenschieben und darauf ein Holzhaus errichten. Das geht schnell, dann soll es weitergehen. Derweil wohnt er bei seiner Lebensgefährtin. Während der Flut hat Quaschny mit seinem Fischerboot Menschen und Sachen transportiert, weil anderer Verkehr gar nicht möglich war. Er zeigt auf seinen etwa zwei Meter hohen Zaun: „Da bin ich mit dem Boot drübergefahren.“

Überall in Fischbeck, Kabelitz und Wust wird angepackt. Sie wollen nicht weg von ihren Häusern und aus ihrer Heimat. Warum auch? Fischbeck liegt nicht im Überschwemmungsgebiet. „Das letzte Hochwasser liegt mehr als 100 Jahre zurück“, sagt einer. Wenn der Deich nicht gebrochen wäre – Fischbeck wäre auch dieses Mal trocken geblieben. Nun steht in allen Kellern das Wasser. Das Grundwasser, das mit der Elbe steigt, ist durch die Wände eingedrungen. Es soll jetzt nicht abgepumpt werden, weil das die Statik des Hauses gefährden würde.

Der Optimismus der Leute täuscht. „Die Menschen funktionieren nur“, sagt Pfarrer Enders vom Kirchenkreis Stendal, zu dem Fischbeck gehört. Wie recht er hat! Schon bei der vorsichtigen Frage „Und wie geht es Ihnen dabei?“ wird die Stimme brüchig, und die Tränen laufen. Viele stehen vor dem Scherbenhaufen ihres Lebenswerks.

Die Ernte ist mit untergegangen

Die meisten sind irgendwie versichert, die einen für das gesamte Gebäude, andere nur für den Hausrat. Die Versicherungsgutachter waren schon da und haben den Schaden aufgenommen. Aber das Geld lässt auf sich warten. „Wir brauchen das Geld jetzt, wenigstens eine Zahlungszusicherung“, sagt Guido Lüdtke. Jede Fuhre vom Baumarkt, jeder Sack Zement, jeder Spaten kostet Geld. Bei dem Thema kommt Ärger auf. Sie wissen nicht, wann, wie und wo sie die Anträge für die staatliche Hilfe stellen können. Es gebe keine Informationen. Sie fürchten, dass alles viel bürokratischer ist als angekündigt. Sie haben auch Sorge, dass von den acht Milliarden Euro nur Straßen, Brücken und öffentliche Einrichtungen repariert werden.

Auch von den Spenden ist noch nichts bei ihnen angekommen. In Fischbeck hat man nun einen „Runden Tisch“ gebildet. Der Gemeinderat berät, wie die Spenden verteilt werden, die bei der Gemeinde oder beim Kirchenkreis angekommen sind. Es soll schnell gehen und den Leuten Mut machen. „Du stehst mit deinem Schaden nicht allein da“, sagt Pfarrer Enders, „und gerecht soll es zugehen.“ Die beste Vorkehrung, dass keiner übervorteilt wird: „Wir kennen uns hier.“

Die Fäden laufen beim ehrenamtlichen Bürgermeister Bodo Ladwig zusammen. Ihn hat die Flut dreifach getroffen. Im Hauptberuf gehört der 59 Jahre alte Mann zur Leitung der örtlichen Agrargenossenschaft. Schon damit hätte er genug zu tun, denn noch immer stehen die Felder teilweise unter Wasser, die Ernte ist in diesem Jahr mit untergegangen, und was im nächsten Jahr wird, weiß noch niemand. Außerdem ist er selbst Geschädigter und muss sich um das eigene Haus kümmern. Schließlich muss er als Bürgermeister die Notlage in seinem Ortsteil bewältigen. Seit fünf Wochen tut er nichts anderes. Zunächst galt es, die gefährdeten Straßenzüge zu evakuieren, dann waren die Tierkadaver zu beseitigen, denn viele Haustiere, vom Esel bis zum Huhn, die hinter den Häusern und auf Wiesen gehalten wurden, waren verendet.

Die Menschen fürchten, alleingelassen zu werden

Die Stromversorgung war sicherzustellen und eine Notversorgung für die Menschen zu organisieren. Die ist noch heute aktiv. In einer Scheune werden Sachspenden, Waschpulver, Hundefutter, Nahrungsmittel, ausgegeben. In Fischbeck gibt es keinen Kaufladen. Eine Art Notkantine sorgt für eine warme Mahlzeit, da ja auch die Kücheneinrichtungen im Wasser untergegangen sind. Ein großer koreanischer Hersteller von Elektrogeräten hat zehn Waschmaschinen und zehn Trockner zur Verfügung gestellt, dort wäscht Dorte Steuern aus dem Nachbarort die Wäsche für das halbe Dorf.

Niemand hat hier etwas gegen Bürgermeister Ladwig. Aber hartnäckig hält sich die Überzeugung, dass Fischbeck geopfert worden sei. Das Wasser, das sich über Weiden und Felder ergoss, hat die Scheitelwelle um etwa 30 Zentimeter gesenkt und zum Beispiel Hitzacker gerettet. Die Verbandsgemeinde Wust-Fischbeck hat insgesamt 1600 Einwohner und besteht aus acht Ortsteilen. Nur drei davon, Wust, Kabelitz und Fischbeck, sind von der Elbeflut getroffen. Da wird das, was im Juni als „nationale Katastrophe“ beschworen wurde, ganz klein. Die Menschen fürchten, mit ihren großen Sorgen alleingelassen zu werden. „Wir brauchen die Klarheit, ob wir geopfert wurden, um hier weiterzuleben“, sagt Pfarrer Enders.

Inzwischen rollt der Verkehr wieder über die Hauptstraße in Fischbeck. Der eilige Autofahrer nimmt kaum etwas von dem wahr, was in Fischbeck passiert ist.

Quelle: faz.net

Schüler in Lohmar – Sponsorenlauf der Hauptschule

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in NRW

2750,86 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Lohmar bei einem Sponsorenlauf eingenommen. Die Einnahmen kommen der Nikolaschule in Passau zugute, die von dem Hochwasser besonders hart getroffen wurde.

Lohmar  Bei strahlendem Sonnenschein sind Jungen und Mädchen der Abschlussklassen der Hauptschule zum Sponsorenlauf gestartet. Das Rennen für den guten Zweck wurde in diesem Jahr zugunsten der Nikolaschule in Passau veranstaltet, die es nach Angaben der Veranstalter beim Hochwasser besonders hart getroffen hat.

„Obwohl Lohmar zwischenzeitlich selber Opfer eines Hochwassers geworden war, fanden sich Sponsoren, die die zirka 200 Schüler unterstützten“, teilten die Organisatoren mit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Exakt 2750,86 Euro wurden für die Schule im bayrischen Passau erlaufen. Besonders lobten die Veranstalter die Leistung von Zehntklässler Niklas Görke, der beachtliche 60 Runden zurücklegte, und die strammen Waden der Klasse 7 a, die – nicht zuletzt durch eine hervorragende Einzelleistung von Schülerin Sofia Mosig – alleine bereits rund 800 Euro einnahm.

Allen Sponsoren und jungen Sportler gratuliert die Schule zum Ergebnis.

Quelle: ksta.de

Renaturierung als Hochwasserschutz

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Nach dem Auslaufen des Tagebaus Hambach wird der Grundwasserspiegel wieder. Vor Hochwasser müssen sich die Erftanlieger dennoch nicht fürchten. Bereits jetzt gibt es Rückhaltebecken für die Zeit nach dem Tagebau.

Bergheim/Rhein-Erft-Kreis. 

Ein Hochwasser wie zuletzt an Main, Donau und Elbe brauchen die Bewohner an einem Flüsschen wie der Erft wohl nicht zu fürchten. Oder doch? „Hätten wir hier solche Niederschläge gehabt wie in den betroffenen Gebieten im Osten, dann hätten wir auch ganz schön alt ausgesehen.“ Wulf Lindner, im September scheidender Vorstand des Erftverbands, redet beim Jahrespressetreff in der Bergheimer Verbandszentrale offen. „Die Erft würde gewiss nicht so über die Ufer treten wie die großen Flüsse. Aber die Kanalisation wäre überlastet, viele Keller würden volllaufen.“

Damit sich die Erftanlieger selbst vor Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwassern nicht fürchten müssen, setzt der Erftverband einiges in Bewegung. Zuletzt wurde das Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf zwischen Bedburg und Bergheim eingerichtet. „Wir brauchen es jetzt eigentlich noch nicht“, sagt Lindner. Gedacht sei es für die Zeit nach dem Braunkohlenabbau, wenn RWE Power kein Grundwasser mehr abpumpe und kein Sümpfungswasser mehr bei Kenten in die Erft gegeben werde. „Dann steigt der Grundwasserspiegel wieder. Der Kerpener Bruch etwa wird dann nicht mehr so viel Wasser aufnehmen können.“

Ebenfalls dem Hochwasserschutz und der Zeit nach dem Tagebau Hambach geschuldet sei die Renaturierung der Erft. „Sie muss wieder ein kleines Flüsschen werden“, sagt Lindner. Und wenn sie sich wieder wie in alten Zeiten durch die Landschaft schlängelt, gebe man dem Fluss auch wieder mehr Raum.

Von Kenten an erftabwärts will der Erftverband in den nächsten Jahrzehnten überall mit Renaturierungsmaßnahmen tätig werden. Die derzeit wohl prominenteste Baustelle befindet sich in Höhe des Vogelwäldchens bei Kenten, wo aus rund 900 Metern Erftflutkanal in diesem Jahr 1300 Meter entfesselte Erft werden. In Schlangenlinien wird sich die Erft dann durch Wald und Flur winden. Da die Erft ihren Lauf dann auch selbst beeinflussen kann und auch ihr Bett verlassen darf, wird es keine Spazierwege direkt neben dem Fluss geben. „Wir sehen den Menschen aber auch als Bestandteil der Natur, daher soll er die renaturierte Erft auch genießen dürfen“, sagt Linder. Immer wieder würden daher Wege dort, so nah es geht, an die Erft herangeführt.

Mit der Arbeit seines Verbands ist Lindner, dem Anfang Oktober sein bisheriger Stellvertreter Norbert Engelhardt als Vorstand nachfolgen wird, hoch zufrieden. „Es war ein solides Jahr“, sagt Lindner. Dank Sonnenenergie und Windkraft wolle man zukünftig immer mehr Strom für die eigenen Anlagen selbst erzeugen und zugleich den Strombedarf durch Sanierungen senken. „Das Ziel ist, autark zu werden“, sagt Lindner.

Kosten will der Erftverband durch Umsetzung seines „Masterplans Abwasser 2025“ sparen. In den nächsten Jahren sollen demnach bis zu 19 der 40 Kläranlagen des Erftverbands stillgelegt werden. Im Rhein-Erft-Kreis ist allerdings keine Kläranlage betroffen. „Je kleiner eine Anlage ist, desto teurer ist sie in der Unterhaltung“, erläutert Lindner. Die anderen Kläranlagen würden aufgerüstet oder seien schon jetzt in der Lage, Kapazitäten aufzunehmen.

Engelhardt wiederum warb um Auszubildende. Die Arbeit beim Erftverband sei spannend und abwechslungsreich. Elf Ausbildungsberufe würden angeboten, derzeit gebe es 20 Azubis.

Quelle: ksta.de

 

Kontaktpflege und Begegnungen stehen im Mittelpunkt der alljährigen Schachtelfahrt der Donaufreunde. Dieses Mal besonders: in den Hochwassergebieten und erstmals seit Jahren wieder im Main-Donau-Kanal.

CHIRIN KOLB

Eigentlich war der Edlhof in Obernzell fest gebucht. Zwölf Teilnehmer der diesjährigen Schachtelfahrt der Gesellschaft der Donaufreunde hätten in dem Landgasthof übernachten sollen. Sie wurden kurzfristig woanders untergebracht.

Der Edlhof war vier Wochen zuvor vom Donau-Hochwasser betroffen, die Fluten standen vier Meter hoch. Als das Wasser längst wieder abgeflossen war, war an Übernachtungen im Edlhof jedoch immer noch nicht zu denken. „Um den Verdienstausfall und den Wiederaufbau zu unterstützen, spendeten die Schachtelfahrt-Teilnehmer spontan 1000 Euro“, berichtet Wolf-Dieter Hepach.

Vor der Fahrt hatten die Donaufreunde darüber diskutiert, ob sie angesichts der Hochwasserschäden überhaupt starten sollen. Sie beschlossen: Jetzt erst recht. „Wir wollten den vom Hochwasser betroffenen Menschen Mut machen und sie unterstützen“, sagt der Vorsitzende Martin Grimmeiß. Das hat prima geklappt.

Die Donaufreunde wurden überall gut aufgenommen. „Die Leute haben sich gefreut, dass wir gekommen sind, zu ihnen stehen und sie nicht im Stich lassen.“ Denn der Tourismus, gerade auch entlang des Donauradwanderwegs, liege am Boden, die Touristen bleiben weg. Da war es gut, dass immerhin die Donaufreunde da waren, eingekauft und übernachtet haben und Essen gegangen sind.

Die Tour führte in diesem Jahr von Ulm nach Kelheim, dann den Main-Donau-Kanal hinauf bis Bamberg, zurück nach Kelheim und weiter über Linz bis Krems. Und das auf drei Etappen mit jeweils anderer Besatzung.

Auf der letzten von Linz bis Krems gingen erstmals Neu-Ulmer Stadträte an Bord.

Auf der Fahrt pflegten die Donaufreunde langjährige Kontakte entlang des Flusses, wurden von Bürgermeistern empfangen, unternahmen Stadtführungen und trugen zur Verbundenheit der Donaustädte und -gemeinden bei. In Neuburg kam es sogar zu einem Gipfeltreffen: Die Oberbürgermeister von Donauwörth und Neuburg, Armin Neudert und Bernhard Gmehling, waren gemeinsam auf der Schachtel. „OB-Treffen auf der Ulmer Schachtel“ titelte daraufhin der Donaukurier.

Ohnehin war das Medienecho groß, berichtet Grimmeiß. Einige Zeitungen begnügten sich nicht mit Nachberichten, sondern kündigten das Eintreffen der Schachtel an, so dass dann neben dem offiziellen Empfangskomitee etliche Neugierige am Ufer auf die Ulmer warteten. In Donauwörth waren sie besonders gefragt. Die aufstrebende Stadt wolle die Donau besser in die Stadt integrieren, sie erlebbarer machen, erzählt Grimmeiß. Da waren die Verantwortlichen neugierig, was die Ulmer darüber zu berichten hatten: über Ruderer, Lichterserenade, Donaufest und mehr.

Wie groß die Verbundenheit inzwischen ist, zeigt sich auch an einer kleinen Begebenheit. „Vor ein paar Jahren hat die Frau des Bürgermeisters von Kelheim unsere Handtücher und Küchenjacken über Nacht gewaschen und gebügelt.“ So war es auch diesmal wieder. Mit einem Unterschied: Jetzt übernahm die Tourismusmanagerin diesen Service.

Erstmals seit 20 Jahren waren die Schachtelfahrer wieder im Main-Donau-Kanal unterwegs. Selbst im Kanal hat die Schachtel das Donauwasser nicht verlassen, sagt Grimmeiß. In den Kanal wird Donauwasser gepumpt, er überwindet sogar die Wasserscheide.

Die Tour im nächsten Jahr wird etwas kürzer, denn im übernächsten Jahr haben die Donaufreunde Großes vor: Sie wollen mit der Schachtel wieder bis zum Schwarzen Meer fahren.

Quelle: swp.de

Vier Wochen nach dem Elbe-Hochwasser zieht Niedersachsens Innenminister Pistorius erste Bilanz. Sein Fazit: Auch Dank der Einsatzbereitschaft von 8880 Helfern ist das Land glimpflich davon gekommen. Zugleich warnt er den Bund vor finanziellen Kürzungen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat den Bund vor Kürzungen im Etat des Katastrophenschutzes gewarnt. „Das wäre ein schlechtes Signal“, sagte der SPD-Politiker am Montag in Hannover. Derzeit seien – noch bis 2020 – jährlich 57 Millionen Euro Bundesmittel festgeschrieben. Etwa zehn Prozent davon fließen nach Niedersachsen. „Wir hören aber, dass es Bestrebungen gibt, dort zu kürzen.“ Pistorius zufolge ist es das Mindeste, dass die Mittel aus Berlin stabil bleiben.

Das Land schießt laut Pistorius jährlich zwei Millionen Euro hinzu. Niedersachsen will im Herbst nach der Abschlussbewertung des Elbe-Hochwassers entscheiden, ob der Etat erhöht werden muss. Auch in den kommenden Jahren müsse geschaut werden, inwiefern – etwa durch eine zunehmende Zahl an größeren Naturkatastrophen – die Mittel den Anforderungen angepasst werden müssten.

Ungeachtet der Sorge um Mittelkürzungen und trotz einer vorläufigen Schadenshöhe von 80 Millionen Euro zog Pistorius rund vier Wochen nach dem Ende des Elbe-Hochwassers ein positives Fazit. „Alle Beteiligte haben einen richtig guten Job gemacht“, sagte er. Insgesamt seien abseits der zahllosen Freiwilligen zu Stoßzeiten 8880 Helfer von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg im Einsatz gewesen.

Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass Niedersachsen auch deshalb so glimpflich davon gekommen sei, weil in anderen Regionen an der Elbe Deiche gebrochen seien, so Pistorius weiter. Entgegen etwa der Prognose von 8,80 Metern für Hitzacker, seien dort am Ende nur 8,18 Meter erreicht worden.

Bei allem Grund zur Freude über das hohe Engagement gebe es aber auch Grund zur Sorge. „Insbesondere einige Arbeitgeber, die weiter weg von den betroffenen Gebieten ansässig sind, waren nicht bereit, ihre Mitarbeiter für ehrenamtliche Einsätze freizustellen“, sagte Pistorius. Es sei aber wichtig, dass die Wirtschaft mehr Verständnis dafür aufbringe. „Die Belastungen der Mitglieder von Feuerwehr und THW wird zunehmen“, betonte er in Anspielung auf den demografischen Wandel und die allgegenwärtigen Nachwuchsprobleme.

Eine gesetzliche Lösung, die den Ehrenämtlern einfachere Einsätze erlaubt, hält Pistorius für schwierig, auch weil es ein Bundesgesetz sein müsse. Ein Blick auf die Einsatzzahlen zeige das große Engagement, betonte er. Insgesamt seien die Deiche auf einer Länge von 130 Kilometern mit 4,5 Millionen Sandsäcken – darunter 1,3 Millionen Säcke aus Dänemark und den Benelux-Staaten, verstärkt worden.

Rund 285 Raummeter Treibgut, darunter ganze Baumstämme und verendete Tiere, seien aus den Fluten gefischt worden. Auch außerhalb der eigenen Landesgrenze hätten in Spitzenzeiten bis zu 1800 niedersächsische Einsatzkräfte gegen die Wassermassen gekämpft. (dpa)

Quelle: hna.de

Hoch­wasser: Hilfe nach der Flut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Steuerschuld. Hoch­wasser­geschädigte können Steuerschulden zinslos stunden lassen, wenn sie bis zum 30. September 2013 einen Antrag beim Finanz­amt einreichen.

Papiere. Die Finanz­ämter sind groß­zügig, wenn Belege verloren gegangen sind. Der Verlust von Buch­führungs­unterlagen im Hoch­wasser soll nicht zu Nach­teilen für die Betroffenen führen.

Hausrat. Die Kosten für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung sind als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetz­bar, sofern keine Versicherung den Schaden ersetzt. Steuerlich begüns­tigt sind aber nur Ausgaben für Neukauf und Reparatur von existenziellen Dingen wie Wohnung, Möbel, Hausrat und Kleidung. Nicht berück­sichtigt werden Aufwendungen für Außen­anlagen, die Garage, das Auto oder das Wochen­endhaus.

Geld. Arbeitnehmer können vom Chef finanzielle Unterstüt­zung bekommen. Das Extrageld ist steuerfrei.

Vermieter. Ausgaben für die Schaden­beseitigung an vermieteten Gebäuden und Grund und Boden werden ohne große Nach­prüfung als sofort abzugs­fähige Werbungs­kosten behandelt, wenn sie den Betrag von 45 000 Euro nicht über­steigen. Für den Wieder­aufbau von Gebäuden gibt es auf Antrag Sonder­abschreibungen bis zu 30 Prozent.

Betrieb. Für die Neuanschaffung von betrieblichem Hab und Gut wie Fahr­zeugen und EDV-Anlagen gibt es Sonder­abschreibungen bis zu 50 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungs­kosten.

Tipp: Wenden Sie sich an Ihr Finanz­amt, wenn Sie durch das Hoch­wasser viel verloren haben. Die Behörde ist die Anlauf­stelle für steuerliche Hilfe. Umfassende Informationen bietet das Special zum Thema Hochwasser auf test.de.

Quelle: test.de

Springer Science+Business Media hat 25.000 Euro für Hochwasser-Opfer gespendet. Wie die Fachverlagsgruppe mitteilt, stamme das Geld aus dem Springer Hilfsfonds und sei an die ‚Aktion Deutschland Hilft‘ gegangen.

 

„Springer hat sich zu dieser Spende entschlossen, weil wir uns an den aufwändigen Beseitigungen der Folgen durch das Hochwasser beteiligen wollen. Wir sind überzeugt, mit ‚Aktion Deutschland Hilft‘ das richtige Bündnis für schnelle und unbürokratische Verwendung der Mittel gefunden zu haben“, so Ralph Knüchel, stellvertretender Vorsitzender des Springer Hilfsfonds.

Der Springer Science+Business Media – Hilfsfonds bietet hilfsbedürftigen Menschen in Not Unterstützung. Es könne sich hierbei sowohl um Mitarbeiter der Fachverlagsgruppe und deren Angehörige als auch um Dritte handeln. Voraussetzung sei, „dass die Personen unverschuldet oder aus besonderen Gründen in eine Notlage geraten sind und diese Notlage weder mit eigenen bzw. fremden Mitteln bewältigen können, noch das soziale Netz diese Personen trägt oder ausreichend trägt“, so die Statuten.

Quelle: boersenblatt.net

Die KfW hat im Juni einen Aktionsplan Hochwasser 2013 gestartet. Auch Kommunen können eine Förderung für Investitionen zur Beseitigung von Hochwasserschäden beantragen.

Für „Investitionen zur Beseitigung von Hochwasserschäden im Bereich der kommunalen und sozialen Infrastruktur“ wird bis auf weiteres ein Sollzins von 1,00 % p.a. angeboten. Dieser wird in allen Laufzeitvarianten für 10 Jahre festgeschrieben.

Die übrigen Bedingungen (insbesondere Kreditlaufzeiten, tilgungsfreie Anlaufjahre, Kreis der Antragsberechtigten, notwendige Unterlagen und Antragsverfahren) entsprechen den bestehenden Regelungen im Programm IKK-Investitionskredit Kommunen (Programm Nr. 208).

Anträge können bis 30. Juni 2014 gestellt werden. Neben den üblichen programmspezifischen Angaben ist der Hinweis „Hochwasser 2013“ erforderlich. Außerdem ist unter „Vorhabensbeschreibung“ zu bestätigen, dass es sich um Investitionen zur Beseitigung von Hochwasserschäden handelt.

Die aktuelle Zinskonditionenübersicht steht unter www.kfw.de/konditionen

Quelle: geb-info.de

Kloster Niederalteich: Hochwasser weg, Schäden bleiben

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Bayern

Das Hochwasser, das Anfang Juni Deutschland heimgesucht hat, hat sich mittlerweile verzogen – doch die Folgen sind nach wie vor unübersehbar. Auch das bayerische Benediktinerkloster Niederalteich ist betroffen: Auf mehr als eine Million Euro schätzt der stellvertretende Abt Vinzenz Proz die Schäden am Kloster, das auch ein Gymnasium beherbergt. Im Interview mit dem Domradio berichtet er über die aktuelle Lage:

„Das gleicht im Moment einem Rohbau, überall laufen Trockner um die Wände, den Boden und so weiter wieder trocken zu bringen. Die Rehgipswände sind ausgerissen, also es gleicht im Prinzip wieder einer Baustelle, Die Schule hat ihre Ausweichräume, wo wir den Betrieb nach zwei Wochen wieder aufnehmen konnten. Der Klosterkeller war auch betroffen, da war es aber vor allem Grundwasser, das eineinhalb Meter hoch stand, wo vor allem die Technik betroffen war. Da werden wir bald mit dem Trockenen aufhören können und müssen dann schauen, was an den Räumen herzurichten ist.“

Das Kloster sei besonders hart betroffen, da eine Versicherung gegen Hochwasser in diesem Gebiet nicht möglich gewesen sei. Mut mache aber die Welle der Solidarität, die die Mönche erfahren hätten, so Pater Vincenz:

„Die Hilfsbereitschaft und die Solidarität waren unglaublich groß, die der professionellen Helfer, aber auch die der Freiwilligen. Alle haben mit großem Engagement geholfen. Eine unglaublich positive Erfahrung innerhalb der gesamten Katastrophensituation.“

Quelle: radiovaticana.va

Nach dem Hochwasser sind sie überall. Deutschland erlebt im Sommer 2013 eine Mückenplage. Anti-Mücken-Sprays wie Autan werden bereits knapp. Zum Glück gibt es auch Hausmittel gegen die lästigen Blutsauger, zum Beispiel Zitronen und Nelken.

Statt der chemischen Keule können einige Hausmittel Stechmücken vom Haus fernhalten. Den Geruch von Zitrone mögen die Plagegeister gar nicht. Bewohner sollten Scheiben des Obstes dicht mit Nelken bestecken, erläutert Bärbel Holl vom Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VFöS) in Düsseldorf. „Auch Zitronella, das verdampft wird, kann Mücken vom Körper fernhalten.“ Das ätherisches Öl kann man zusammen mit Wasser in einer Duftlampe verdunsten lassen.

Wie gut sind elektrisch betriebene Verdampfer?

Von elektrisch betriebenen Verdampfern mit Insektiziden rät Holl dagegen vehement ab: Sie enthalten in der Regel die Chemikalie Permethrin. „Ich warne davor. Das ist ein starker Stoff, der der Gesundheit schaden kann.“ Zumindest vorübergehend könne der Dampf die Atemwege beeinträchtigen und die Schleimhäute reizen.

Aufgrund des Hochwassers in Süd- und Ostdeutschland gibt es in diesem Sommer besonders viele Stechmücken. Sie hatten dort ideale Bedingungen zur Fortpflanzung: Schon ein wenig verschmutztes Wasser reicht Mücken, um sich hundertfach zu vermehren. Aber auch wenn die Plagegeister lästig sind, um ihre Gesundheit müssen sich die Anwohner in den betroffenen Gebieten nicht sorgen. Darauf weist Nikolaus Frühwein von der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen hin.

Wie hoch ist die Gefahr von Malaria und Dengue-Fieber?

Theoretisch könnten die stechenden Insekten zwar auch in Deutschland tropische Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber übertragen. Aber dazu müsste es hierzulande etliche Menschen geben, die die Erreger in sich tragen und von Mücken gestochen werden, die ihrerseits andere Menschen mit den Erregern infizieren, erläuterte Frühwein. „Das ist unwahrscheinlich.“ Wer mit Malaria von einer Tropenreise zurückkehrt, werde in der Regel im Krankenhaus behandelt. Es gebe auch kaum Patienten in Deutschland, die das Dengue-Virus im Blut haben.

Dennoch stören die Insekten, besonders wenn sie in großer Zahl auftreten. Die Schädlingsbekämpferin Bärbel Holl sieht wenig Chancen, dass der Einzelne der drohenden Plage Herr wird. Sie empfiehlt aber, als erstes Fliegengitter an allen Fenstern anzubringen. „Das ist immer gut.“ Außerdem rät sie, als Schutz vor der Mückenplage wie im Urlaub nachts unter einem Moskitonetz zu schlafen. Das sei in nordeuropäischen Regionen, die regelmäßig von großen Mückenscharen heimgesucht werden, gang und gäbe.

Opfer werden am Geruch erkannt

Nur ein paar Stunden wirksam, aber dennoch sinnvoll sind Holl zufolge Insektenabwehrmittel zum Auftragen auf die Haut. Denn Stechmücken werden vom Geruch des menschlichen Körpers besonders angezogen. Aus diesem Grund hält die Expertin es auch für wenig sinnvoll, nur im Dunklen zu lüften. Licht ziehe zwar fliegende Insekten an, aber Mücken würden ihre Opfer anhand des Geruchs auch ohne Beleuchtung finden.

Allerdings werden Insektensprays aufgrund der Mückenplage vielerorts knapp. Der Verbrauch sei „außergewöhnlich hoch“, lokal könne es deshalb zu Engpässen kommen, heißt es etwa bei der Marke Autan.

Quelle: berliner-kurier.de

Schwemmholz führt zu Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Nachlese zu den Hochwasserschäden: In der Raubeckstraße in Dürnau war am 1. Juni Land unter. Dies soll künftig möglichst verhindert werden.

 INGE CZEMMEL

Mitten durch Dürnau fließt der teilweise verdolte, teilweise offene Sachsentobelbach. Beim Starkregen am 1. Juni trat er in der Raubeckstraße über die Ufer und verursachte mehrere Schäden. Das Wasser spülte die Pflasterung entlang der Raubeckstraße weg, unterspülte Hofeinfahrten und Gehwegbereiche und ergoss sich in verschiedene Keller und auch Wohnräume.

 

Ursächlich war Schwemmholz, das den Bacheinlauf im Bereich der Raubeckstraße 15 verstopft hatte. Die örtliche Feuerwehr musste mehrere Stunden Hilfe leisten und beim Versuch ein großes Stück Holz aus dem Doleneingang zu entfernen kam es auch zu gefährlichen Situationen.

 

Einige Anwohner äußerten sich im Nachhinein kritisch darüber, dass der Bach hinsichtlich der Gefahr von Bruch- und Schwemmholz zu wenig kontrolliert werde. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit betroffenen Anwohnern, Vertretern der Feuerwehr und Verbandsingenieur Wolfgang Scheiring wurde deshalb über geeignete Maßnahmen diskutiert.

 

Als in der jüngsten Sitzung die Ergebnisse dem Gemeinderat vorgestellt wurden, fand sich auch eine Gruppe von Hochwassergeschädigten ein. Ihr Sprecher machte deutlich, dass in den vergangenen 20 Jahren der Bach bereits dreimal über die Böschung trat und Schäden verursachte. Er erklärte die Bereitschaft der Anwohner, gemeinsam mit der Gemeinde geeignete Maßnahmen zu treffen um Probleme dieser Art künftig zu vermeiden. So ist beispielsweise eine Bachpatenschaft angedacht mit regelmäßigen Kontrollen des Bachlaufes angedacht.

 

Gemeinderat Manfred Maier wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass am Sachsentobelbach Bachholz gelagert werde und die Bürger darauf hingewiesen werden müssten, dass es weiter vom Ufer entfernt werden müsse. Die Gemeinde sagte zu, die Rechen an den Bacheinläufen zu überprüfen und gegebenenfalls erneuern. Es soll zudem geprüft werden, ob und wo weitere Rechen sinnvoll und möglich sind. Nachdenken will man auch darüber, ob fertig vorbereitete Sandsäcke angeschafft werden könnten. Die Feuerwehr will sich besser mit der Situation in der Raubeckstraße vertraut machen und dort künftig regelmäßig Übungen machen.

 

Da die Gitterrostanlage und die Bachbefestigung am Einlauf in der Raubeckstraße in Privateigentum stehen, sollen Maßnahmen in enger Kooperation zwischen Gemeinde und Eigentümern erfolgen. „Eine abschließende Sicherheit vor Hochwasser im Bereich des Baches wird es nicht geben“, erklärte Bürgermeister Friedrich Buchmaier, „aber wir werden alles was uns möglich ist tun“.

Quelle: swp.de

Keine Gebührenbefreiung für Hochwasser-Sperrmüll

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Bayern

In der Folge des Juni-Hochwassers sind auf dem Gebiet des Zweckverbands Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) knapp 900 Tonnen Sperrmüll angefallen, insbesondere in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Von den Landräten der beiden letztgenannten Kreise war an den ZAS der Wunsch herangetragen worden, diesen Sperrmüll kostenfrei zu entsorgen. Das Nein der ZAS-Spitze zu diesem Vorschlag begründete Verbandsvorsitzender Erwin Schneider am Montag in der Werkausschusssitzung – was eine teilweise emotional geführte Diskussion nach sich zog.

 

Rudolf Schaupp als Vertreter für den verhinderten Landrat Georg Grabner (BGL) appellierte, der Zweckverband sei eine Solidargemeinschaft, die „miteinander füreinander einstehen“ müsse. Er sagte, der Landkreis Oberallgäu habe 500 Tonnen kostenfrei angenommen. „Der ZAS wäre gut beraten, ein Angebot wie das Allgäu zu machen.“ Es gehe um die Kosten, die nicht durch staatliche Hilfen gedeckt sind. „Auch Traunstein hat andere gefunden, die gnädiger waren als der ZAS“, sekundierte der Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl. Er wünschte sich eine solidarische Erklärung. Selbst das Innenministerium sage, man könnte im Ausnahmefall eine kostenlose Annahme vertreten.

 

Verbandsvorsitzender Erwin Schneider widersprach: „Ihr habt schon interessante Ideen.“ Seiner Meinung nach drängte sich der Verdacht der Untreue auf, wenn alle Mitgliedslandkreise für den Hochwasserschaden einiger aufkommen müssten; schließlich sei das ZAS-System gebührenfinanziert. „Wenn wir das so entscheiden würden, wäre das ein rechtswidriger Beschluss“, zeigte sich Schneider überzeugt. Immerhin: Wie bei früheren Katastrophen sollen die betroffenen Landkreise durch reduzierte Anlieferpreise für die Schadensmengen unterstützt werden. Eigentlich liege der Tonnenpreis bei 143 Euro, die Annahme erfolge zum Selbstkostenpreis von 95 Euro.

 

Quelle: pnp.de

In der Folge des Juni-Hochwassers sind auf dem Gebiet des Zweckverbands Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) knapp 900 Tonnen Sperrmüll angefallen, insbesondere in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Von den Landräten der beiden letztgenannten Kreise war an den ZAS der Wunsch herangetragen worden, diesen Sperrmüll kostenfrei zu entsorgen. Das Nein der ZAS-Spitze zu diesem Vorschlag begründete Verbandsvorsitzender Erwin Schneider am Montag in der Werkausschusssitzung – was eine teilweise emotional geführte Diskussion nach sich zog.

Rudolf Schaupp als Vertreter für den verhinderten Landrat Georg Grabner (BGL) appellierte, der Zweckverband sei eine Solidargemeinschaft, die „miteinander füreinander einstehen“ müsse. Er sagte, der Landkreis Oberallgäu habe 500 Tonnen kostenfrei angenommen. „Der ZAS wäre gut beraten, ein Angebot wie das Allgäu zu machen.“ Es gehe um die Kosten, die nicht durch staatliche Hilfen gedeckt sind. „Auch Traunstein hat andere gefunden, die gnädiger waren als der ZAS“, sekundierte der Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl. Er wünschte sich eine solidarische Erklärung. Selbst das Innenministerium sage, man könnte im Ausnahmefall eine kostenlose Annahme vertreten.

Verbandsvorsitzender Erwin Schneider widersprach: „Ihr habt schon interessante Ideen.“ Seiner Meinung nach drängte sich der Verdacht der Untreue auf, wenn alle Mitgliedslandkreise für den Hochwasserschaden einiger aufkommen müssten; schließlich sei das ZAS-System gebührenfinanziert. „Wenn wir das so entscheiden würden, wäre das ein rechtswidriger Beschluss“, zeigte sich Schneider überzeugt. Immerhin: Wie bei früheren Katastrophen sollen die betroffenen Landkreise durch reduzierte Anlieferpreise für die Schadensmengen unterstützt werden. Eigentlich liege der Tonnenpreis bei 143 Euro, die Annahme erfolge zum Selbstkostenpreis von 95 Euro.

Lesen Sie mehr auf:
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burgkirchen_garching/865758_Keine-Gebuehrenbefreiung-fuer-Hochwasser-Sperrmuell.html#762904012

Am neuen Saale-Deich in Halle wird schon gebaut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Halle

Die Stadt Halle hat am Montag damit begonnen einen neuen Hochwasserschutz-Deich zu bauen. Der neue Schutzwall am Gimritzer Damm verläuft parallel zur Halle-Saale-Schleife und soll etwa 1500 Meter lang werden. Dabei prüft das Umweltministerium das Projekt noch.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) gibt sich beim Hochwasserschutz als Mann der Tat: Am Montag haben die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau eines Deichs am Gimritzer Damm begonnen. „Am Freitag, 18 Uhr, habe ich die Arbeiten in Auftrag gegeben“, sagte Wiegand am Montag. Getan habe er dies im Alleingang, ohne Einbeziehung des Stadtrats. „Dieser Bau duldet keinen Aufschub, es besteht Gefahr für Leib und Leben. Deshalb habe ich das im Eilverfahren entschieden – um die Bürger zu schützen.

Der alte Deich am Gimritzer Damm wäre bei der jüngsten Saale-Flut beinahe gebrochen. Um ein Haar hätte das Hochwasser die Neustadt überschwemmt. Der Damm gilt als unbrauchbar. Der neue Wall soll näher an das Saale-Ufer heranrücken und in etwa dem Verlauf der Straße „Halle-Saale-Schleife“ folgen. Wie Planer Uwe Heyner auf einer von Wiegand eigens einberufenen Pressekonferenz erläuterte, wird der neue Deich 1.500 Meter lang, drei Meter hoch und bis zu 30 Meter breit. Fertigstellung: etwa Oktober, also rechtzeitig vor einem möglichen Herbst-Hochwasser. An den Zufahrten zum Gut Gimritz, zur Peißnitz und in Höhe des Abwasserpumpwerks werde der Damm unterbrochen und dort mit mobilen beziehungsweise festen Hochwasserschutzwänden ausgestattet. „Die Halle-Saale-Schleife wird zur Hälfte überbaut“, so Heyner. Die Schleife, auf der früher Auto- und Motorradrennen stattfanden, reiche künftig nur noch bis zum Festplatz vor der Eissporthalle. Die Zufahrt zur Peißnitz (etwa für Rettungsdienst und Lieferanten) ist über die sogenannten Deichverteidigungswege möglich, die beidseits des Walls verlaufen sollen. Die Eissporthalle liegt künftig von der Saale aus hinterm Deich. Heyner: „Sie ist so besser geschützt.“

Bauen wird die neue Flutbarriere die Firma Papenburg. „Das waren die Einzigen, die in der Lage waren, den Auftrag noch in diesem Jahr auszuführen“, sagte Wiegand. Am Montag sind die ersten von insgesamt 100 Bäumen für den neuen Deich gefällt worden. Der alte, nur rund 1,50 Meter hohe Schutzwall soll stehen bleiben. Auf ihm stehen etwa 600 Bäume.

„Das wird eine dauerhafte und sichere Anlage“, lobte Hans-Werner Uhlmann, Vizechef des Landeshochwasserbetriebs, das Deichprojekt. Mit drei Metern Höhe sei die neue Anlage auch gegen jene extremen Fluten gewappnet, die statistisch alle 150 Jahre auftreten. „Ein 150-jähriges Hochwasser entspricht einem Pegel von 8,70 Metern“, so Uhlmann. Dann stehe das Wasser noch 79 Zentimeter unter der Krone des neuen Deichs. Die jüngste Flut kam auf 8,10 Meter.

Die Kosten für das Hauruck-Projekt belaufen sich laut Wiegand auf 4,9 Millionen Euro. Der OB, der als Chef des Hochwasser-Krisenstabs von Einsatzkräften scherzhaft „Deichgraf“ genannt wird, rechnet dafür mit Geld aus dem Hochwasserfonds des Bundes. Sein Alleingang bei dem Auftrag sei durch Notstands-Passagen im Landesrecht gedeckt, so Wiegand. Allerdings warf das Umweltministerium am Montag Fragen auf. Laut einem Sprecher sei man vom zügigen Baubeginn in Halle überrascht. Das gesamte Projekt werde erst noch rechtlich geprüft. Wiegand wollte sich dazu nicht äußern.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser-Spenden: Bernreiter verspricht faire Verteilung

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hat viele Menschen hart getroffen. Für die große Mehrheit der Betroffenen ist der finanzielle Schaden nicht aus eigener Tasche zu begleichen. Neben den staatlichen Soforthilfen kommen jetzt auch die Spendengelder zur Verteilung. Dafür wurde jetzt eine Spendenkommission gegründet. Wie viel Geld zur Verfügung steht und nach welchem Schlüssel es aufgeteilt wird, das gab Landrat Christian Bernreiter am Dienstag bei einem Pressegespräch bekannt.

Hier zum Interview

 

Quelle: idowa.de

Aussagen zu vier Schwerpunkten in Weißenfels

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das Hochwasser 2013 hat verschiedene Fragen aufgeworfen, auf die jetzt auch in Weißenfels Antworten gesucht werden müssen. Was wirklich verändert werden kann, das wird nicht zuletzt auch von finanziellen Möglichkeiten abhängen, die die Stadt nicht allein stemmen kann.

Muss der Damm, der unter anderem Uichteritz und Markwerben schützen soll, anders gelegt werden ?

In der Stadtverwaltung ist man jedenfalls nach den Worten von Oberbürgermeister Robby Risch der Meinung, dass dort Veränderungen vorgenommen werden müssen. Der Deich von etwa 1,50 Meter Höhe auf dem linken Saaleufer liegt derzeit unmittelbar am Fluss. Als günstiger könnte sich erweisen, wenn er näher an die Ortschaften herangelegt würde, dann könnte sich das Wasser besser ausbreiten. Uichteritzer selbst haben den Vorschlag unterbreitet. In diesem Jahr ist der Damm überspült worden und hatte Häuser in Markwerben und Uichteritz überflutet. Die Maßnahme könnte auch das Wasserwerk Markwerbener Wiesen sowie die Fischerei und Bereiche am Weg nach der Marienmühle sowie an der Markwerbener Straße schützen.

Wie kann die Stadthalle, die bei der Flut 2013 beträchtlichen Schaden genommen hat, besser gesichert werden?

Hier fehlt bislang ein schlüssiges Konzept. Bisherige Beratungen haben laut Risch lediglich die Erkenntnis gebracht, dass gegen das aus dem Boden aufsteigende Wasser in dem Gebiet vorerst nichts unternommen werden kann. Damit ist auch klar, dass die Bewohner der umliegenden Straßen auch künftig bei Hochwasser damit rechnen müssen, Wasser im Keller zu haben.

Welche Möglichkeiten gibt es, die in diesem Jahr gefluteten Innenstadtstraßen wie Dammstraße oder Saalstraße vor weiteren Überflutungen zu bewahren?

Hier soll der Bau der Regenüberlaufbecken zumindest teilweise für eine Entlastung in Hochwasserfall sorgen. Nach den Worten des Vorstands der Abwasserbeseitigung Weißenfels Andreas Dittmann gibt es dann die Möglichkeit, auf den Straßen stehendes Wasser wieder in die Saale abzuleiten. Wobei er klarstellt, dass eine Überflutung der Innenstadtstraßen durch aus dem Untergrund drückendes Wasser nicht grundsätzlich verhindert werden kann.

Wie gefährdet sind die Dämme im Norden von Weißenfels zum Beispiel bei Schkortleben?

Die betreffenden Deiche sind zwar bei der Flut nicht gebrochen, sondern überspült worden, aber bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie aufgrund der Durchwurzelung bei einem weiteren Hochwasser auch brechen könnten. Hier wird seitens der Stadtverwaltung dafür plädiert, Bäume zu beseitigen und die Deiche dadurch und durch weitere Maßnahmen zu stabilisieren. Seitens des Umweltministers Hermann Onko Aeikens gab es die Zusage, dass man sich intensiv mit dem Problem beschäftigen werde, weil es im Land auch noch andere ähnliche Schwerpunkte gebe. (ze)

Quelle: mz-web.de

Finanzielle Hilfe für Landwirte

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg beabsichtigt, land- und forstwirtschaftliche Unternehmen inklusive Gartenbau, die im Zeitraum vom 30. Mai bis 26. Juni 2013 vom Hochwasser betroffen waren, nach einem Hilfsprogramm zu entschädigen. Eine Schadensmeldung muss bis Mittwoch, 31. Juli, eingereicht sein. Das teilt das Landratsamt Karlsruhe in einer Pressemitteilung mit.

Entschädigung könne erhalten werden für Schäden, die durch Ausuferung von oberirdischen Gewässern oder durch Druckwasser infolge des Hochwassers entstanden seien, heißt es in der Pressemitteilung. Schäden durch Starkregen seien jedoch ausgeschlossen.

Es sei beabsichtigt, Aufwuchs-, Ernte- und Flurschäden mit bis zu 50 Prozent des Schadens anhand von Pauschalsätzen zu entschädigen. Betroffene Landwirte werden aufgefordert, Schadensmeldungen mit einem speziellen Meldevordruck beim Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Karlsruhe bis Ende des Monats abzugeben.

Der Meldevordruck kann im Internet unter www.karlsruhe.landwirtschaft-bw.de abgerufen werden und ist auch beim Landwirtschaftsamt erhältlich. Das Meldeformular muss ausgedruckt und unterschrieben bis spätestens Mittwoch, 31. Juli, bei folgender Adresse eingegangen sein: Landwirtschaftsamt Bruchsal, z. Hd. Herrn Weissert, Am Viehmarkt 1, 76646 Bruchsal. Alternativ kann das unterschriebene Formular auch per Fax an die Nummer 07251/741705 gesendet werden. Ansprechpartner im Landwirtschaftsamt ist Markus Weissert, telefonisch erreichbar unter 07251/741820.

Die Schäden des Juni-Hochwassers in Deutschland sind aber wohl geringer als zunächst angenommen. Nach einer dpa vorliegenden Übersicht haben die Länder dem Bund Schäden von insgesamt rund 6,68 Milliarden Euro gemeldet. Das Bundesinnenministerium bestätigte die Angaben. Allerdings sind das vorläufige Zahlen. Experten hatten nach dem Hochwasser Schäden im zweistelligen Milliardenbereich nicht ausgeschlossen. Bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002 lag der Gesamtschaden in Deutschland bei rund 13 Milliarden Euro.

Quelle:ka-news.de

Wird der Grundsatzbeschluss des Rates zum Hochwasserschutz gekipppt? Die Wahrscheinlichkeit dafür wächst. Das „Buxtehuder Aktionsbündnis für nachhaltigen Hochwasserschutz“ will ein Bürgerbegehren starten. Das Ziel: Die Entscheidung des Rates für den Bau von Deichen in Buxtehude soll fallen. Statt dessen soll die Este im Ober- und Unterlauf mit nachhaltigen Maßnahmen wie Poldern und Rücknahme der Begradigung den Wassermassen Raum bieten. Ein Bürgerbegehren könnte die jüngste Ratsentscheidung aushebeln.Der Hintergrund: Über den Buxtehuder Hochwasserschutz wird seit rund drei Jahren kontrovers diskutiert. Die ursprünglichen Pläne des Deichverbands sind vom Tisch. Diese radikale Eindeichung hätte zur Folge gehabt, dass der innerstädtische Grüngürtel größtenteils abgeholzt worden wäre.
Statt des Deichverbandes plant nun die Stadt. Mit einer moderateren Form der Eindeichung soll Buxtehude vor Überflutung durch Starkregen geschützt werden. Der Stadtrat hat den Grundsatzbeschluss für den Deichbau vor kurzem gefasst (das WOCHENBLATT berichtete).
Seit dem über Hochwasserschutz diskutiert wird, argumentieren die Deichbaugegner, dass eine andere Form des Schutzes vor Hochwasser sinnvoller wäre. Es sollten Überflutungsflächen geschaffen werden, der Fluss müsse wieder mäandrieren können, die Sandfracht solle verringert werden.
Das Aktionsbündnis will nicht nur diese alternative Form des Hochwasserschutzes durchsetzen, sondern gleichzeitig auch mehr Mitsprachterecht für die Buxtehuder Bürger erreichen. Auch darüber wurde im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung kontrovers gestritten. Grüne und FDP wollten einen Bürgerentscheid, den eine Mehrheit aus CDU und SPD abgelehnt hat.
Jetzt tritt das Aktionsbündnis auf den Plan. Das pointierte Motto: „Wir müssen den Flüssen mehr Raum und den Menschen mehr Mitsprache geben.“ Aktionsbündnis-Sprecher Dennis Williamson ist optimistisch. Für ein Bürgerbegehren müssen rund 3.200 Unterschriften zusammenkommen. Das dürfte kein Problem sein, denn zu Beginn der Hochwaser-Debatte vor gut zwei Jahren hatten die Deichbaugegner bereits mehr als 4.000 Unterschriften gesammelt. Kommen genug Unterstützer zusammen, würde das Bürgerbegehren in einen Bürgerentscheid münden. Williamson könnte sich vorstellen, dieses Votum der Buxtehuder parallel zur Bundestagswahl am 22. September stattfinden zu lassen.
Wenn sich dann mindestens 25 Prozent der wahlberechtigten Buxtehuder beteiligen, entscheidet die Mehrheit der Stimmen: für oder gegen den Deichbau. Dieses Votum wäre für zwei Jahre bindend.
• Ein Problem, das sich beim Bürgerbegehren ergeben könnte: Es ist nicht zulässig, wenn es ein Planfeststellungsverfahren aufheben soll. Das schließt das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz aus. Es könnte nach der Sommerpause zu einem Wettrennen kommen. Wer ist schneller? Der Rat mit der Einleitung des Verfahrens oder das Aktionsbündnis mit dem Bürgerbegehren? Fragt sich, wer bei dieser Ausgangslage, der Hase und wer der Igel ist.

Quelle: kreiszeitung-wochenblatt.de