Hochwasser hätte noch schlimmer kommen können

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in Bayern

Sechs Wochen ist es her, dass das Juni-Hochwasser ganz Bayern in Atem gehalten hat. Martin Grambow vom bayerischen Umweltministerium sagt, dass es noch hätte schlimmer kommen können.

Tagelange Wolkenbrüche, eine wahre Sintflut vom Himmel – und Flüsse, die im rasenden Tempo Rekordhöhen erreichten. Sechs Wochen ist es erst her, dass Bayern von einem nie dagewesenen Hochwasser heimgesucht wurde. Und dabei hätte alles noch viel schlimmer kommen können!

„Es waren alle Ingredienzien gegeben für eine noch größere Katastrophe“, berichtete Martin Grambow, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im bayerischen Umweltministerium, vergangene Woche im Umweltausschuss des Landtags. Der Hintergrund laut Ministeriumssprecher Thomas Marzahn: „Erste Niederschlagsprognosen für Anfang Juni hatten anfangs noch schlimmere Niederschläge vorhergesagt. Diese Regenmengen wurden jedoch nicht erreicht.“ Noch heftigere Regengüsse? Man will es angesichts der Ereignisse kaum glauben …

Dennoch überraschte die Heftigkeit der einsetzenden Flut alle Experten. Martin Grambow sagte laut SZ : „Die Wassermengen haben sich jenseits jeder Vorstellung bewegt, die wir hatten.“ Es war ein Zusammenspiel einiger Faktoren, die zur Katastrophe führten. Der Regen im April und Mai, bereits vollgesogene Böden, schließlich – Ende Mai – fürchterliche Wetterprognosen. Grambow: „Es war klar, dass es gefährlich wird.“ Am 29. Mai wurden die Warnsysteme hochgefahren, am 30. Mai, an Fronleichnam, erhöhten Ingenieure die Ablaufmenge am Sylvenstein. Es galt, Platz zu schaffen für das, was da kommen könnte, um Isar-Anrainer und die Landeshauptstadt zu schützen. Als dann der Dauerwolkenbruch einsetzte, musste München nur Wassermassen überstehen, die nördlich des Stausees in Isar und Loisach flossen. In der Spitze, am 3. Juni, wälzten sich so fast 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde am Deutschen Museum vorbei. Fast so viel gingen in den Sylvenstenstein speicher hinein, doch nur 60 Kubikmeter pro Sekunde mussten dank der Vorkehrungen abgelassen werden. Grambow beobachtete gleichwohl alles mit Sorge, schließlich füllte sich der Stausee immer schneller: Er erreichte seine Grenze, am Ende sei es um Zentimeter gegangen. „Das war eine ganz heiße Kiste.“ Mehr Regen, wie im schlimmsten Szenario angenommen, hätte auch mehr Ablassmenge aus dem Sylvensteinspeicher bedeutet, doch dazu kam es gottlob nicht.

Für Thomas Marzahn vom Ministerium ist klar: „Der Sylvensteinspeicher hat verhindert, dass München bis zu einem Meter unter Wasser stand.“ U-Bahn-Schächte unter Wasser, Schifferlfahren am Marienplatz – fast wäre es an Anfang Juni dazu gekommen.

Quelle: tz-online.de

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