Plan gegen Hochwasser fehlt

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Noch immer gibt es keine Mitteilung aus dem Umweltministerium über Zuschüsse für die Dammsanierung

 

Der Hochwasserschutz ist entlang des Schwarzbaches noch weithin in der Planungsphase. Auch über die Maindämme wird demnächst nur gesprochen.

Immer, wenn es in Deutschland größere Hochwasserkatastrophen gegeben hat, wird in Hattersheim auch über die Sicherheit der örtlichen Deiche gesprochen. Das Regierungspräsidium hat schon Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Sanierung des Eddersheimer Maindammes empfohlen, allerdings gab es keine gesicherten Erkenntnisse über die Sicherheit des Deichs. Nach den damaligen Schätzungen wäre mit Kosten von 10 Millionen Euro zu rechnen. Die Stadt hat sich daher darum bemüht, dass der Damm, wie die anderen Deiche an Rhein und Main, in den Besitz des Landes übergehen, in Wiesbaden lehnte man dies allerdings ab.

Lange blieb es ruhig um das Thema, bis das Regierungspräsidium (RP) eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Deiche in Hattersheim, Flörsheim und Hochheim in Auftrag gab. Die Ergebnisse liegen zwar vor, wurden aber noch nicht veröffentlicht. Die drei Kommunen haben vereinbart, zunächst mit dem Umweltministerium über Möglichkeiten zu sprechen, Zuschüsse zu bekommen, heißt es in der Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der CDU in der Stadtverordnetenversammlung. Erst wenn es verbindliche Zusagen aus Wiesbaden gebe, könnten die Gremien umfassend informiert werden und Beschlüsse fassen, heißt es.

Nach schnellen Entscheidungen sieht es allerdings nicht aus. Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen zur Hochwasservorsorge nämlich hervorgeht, wird jetzt an einem so genannten Hochwasserrisiko-Plan für den Main gearbeitet. Die Landesbehörden versuchen, mit solchen Plänen landesweit an allen problematischen Gewässern Vorsorgemaßnahmen anzustoßen. Allerdings wird es offensichtlich noch eine Weile dauern, bis dieser Plan für den Main fertig ist. Und erst danach werde über die Deichsanierungen entschieden, heißt es.

Wohnhäuser in Gefahr

Dass die Realisierung all dieser Planungen noch eine Weile auf sich warten lässt, heißt aber nicht, dass in der Zwischenzeit nichts passiert. Die Feuerwehr beobachte die Pegelstände bei drohender Hochwassergefahr sehr genau, heißt es. Je nach Pegelstand werde reagiert, Sandsäcke befüllt, kritische Bereiche kontrolliert, Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört auch die Abstimmung mit übergeordneten Behörden.

Der Hochwasser-Risikomanagementplan für den Schwarzbach ist übrigens schon fertig. Der beschreibt für den gesamten Bachlauf, welche Gebiete bei einem so genannten hundertjährigen Hochwasser überschwemmt würden – das ist ein Hochwasser, das statistisch in 100 Jahren ein Mal vorkommt. Unter Wasser stünden in Hattersheim dann das Freibad, der Sportplatz, Teile der Mainzer Landstraße und der angrenzenden Wohnhäuser. Auch im weiteren Verlauf sind immer wieder Wohngebäude hochwassergefährdet, der Bach kann einen streckenweise mehr als 500 Meter breiten Streifen überfluten. Natürlich kommt ein hundertjähriges Hochwasser nicht oft vor. Aber auch bei einem zehnjährigen Hochwasser sind alleine in Hattersheim 20 Hektar Siedlungsflächen, fünf Hektar Gewerbegebiet und 117 Hektar landwirtschaftliche Flächen betroffen. Von einem zehnjährigen Hochwasser sind „nur“ etwa 110 Einwohner, von einem hundertjährigen Hochwasser 1200 Einwohner betroffen. Alle Details finden sich in dem 121 Seiten umfassenden Papier, das im Internetauftritt des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter der Adresse www.hlug.de einsehbar ist.

Dort sind auch alle Maßnahmen aufgelistet, die für Hattersheim vorgeschlagen werden – die Umsetzung allerdings falle, heißt es, in die Zuständigkeit der Kommune. Mit im Spiel ist aber auch der Abwasserverband Taunus, der am Schwarzbach für den Hochwasserschutz zuständig ist. Der hat mit den weiteren Arbeiten an seinem Hochwasserschutzkonzept für den Hochwasserrisikomanagementplan gewartet – und muss beides jetzt aufeinander abstimmen.

Quelle: fnp.de

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