Archiv für Juli 15, 2013

Möllring testet Elberadweg: «Es macht Spaß»

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Schönebeck. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) hat am Montag zum ersten Mal den Elberadweg mit einem E-Bike getestet. «Wir wollten deutlich machen, der Radweg ist völlig befahrbar», sagte er nach der Tour im Schönebecker Ortsteil Ranies unweit von Magdeburg. Der Weg war nach dem Elbehochwasser nicht nutzbar, inzwischen kann an der Elbe aber wieder geradelt werden.

Der Radtourismus sei ein riesiger Wirtschaftsfaktor, sagte Möllring. 150 000 Radfahrer machten entlang der Wasserstraße Urlaub, hinzu kämen die Tagesausflügler. Die Umsätze betrügen sicherlich 100 Millionen Euro im Jahr. Auch nach dem Hochwasser sei der Radtourismus als Aufbauhilfe wichtig. Man merke gar nicht mehr, dass das Hochwasser viele Flächen überflutet habe, sagte er unweit des Pretziener Wehrs.

Möllring nutzte zum ersten Mal ein Fahrrad mit Elektro-Motor. «Ich bin zum ersten Mal mit dem E-Bike gefahren. Bisher habe ich das für ein Alte-Leute-Fahrrad gehalten. Aber ich bin ja nun auch schon über 60», sagte der Minister und ergänzte: «Es macht Spaß.»

Quelle: ksta.de

Schicksale, die an die Nieren gehen

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Flutkatastrophe ist aus den TV-Nachrichten verschwunden, aber die Not in den betroffenen Gebieten ist geblieben. Der Weilerswister Bernhard Mandt hat Schäden im Auftrag der Versicherungen vor Ort begutachtet.  Von Joachim Sprothen

Die Flutkatastrophe ist aus den TV-Nachrichten verschwunden, die allermeisten Helfer aus den neuen Bundesländern sitzen wieder daheim im Trockenen. Die Pegel der Elbe sind in Dresden, Pirna, Riesa und im Havelland gesunken.

Das Wasser ist zurückgegangen, die Ausmaße der Schäden sind erst jetzt richtig zu erkennen. Aber gewisse Stammtischparolen werden mit konstanter Hartnäckigkeit wiederholt: „Jetzt gehen schon wieder Milliarden in den Osten.“ Vollkommen zu Unrecht, versteht sich.

„Daraus spricht reine Unkenntnis“

Bernhard Mandt gehen derartige Sprüche auf die Nerven: „Daraus spricht reine Unkenntnis.“ Wenn sich die Leute selbst ein Bild von dem Leid und Elend der Flutopfer machen würden, kämen ihnen solche Sätze nicht über die Lippen. Mandt ist die Lage vor Ort bekannt. 40 Jahre lang war er Schadensregulierer in Diensten diverser Versicherungskonzerne.

Im Januar suchte der Weilerswister im zarten Alter von 63 eine neue berufliche Herausforderung und machte sich mit einem Büro für Schadenmanagement selbstständig.

Seither nimmt er Schäden für Versicherungsgesellschaften, aber auch im Auftrag der Leidtragenden unter die Lupe. Der Versicherungsbetriebswirt betreut in Sachsen rund 25 „Fälle“, hinter denen häufig menschliche Schicksale stehen, die Mandt selbst nach vier Jahrzehnten Berufspraxis noch an die Nieren gehen.

80 Prozent der Schäden abgedeckt

Bei der „Jahrhunderflut“ vor elf Jahren seien rund 80 Prozent der Schäden durch Versicherungen oder staatliche Leistungen abgedeckt worden. Mit einer ähnlichen Quote rechnet Mandt auch jetzt.

Aber die finanzielle Entschädigung für das mit viel Herzblut neu aufgebaute und eingerichtete Einfamilienheim, das nun zum zweiten Mal von den Fluten fortgerissen wurde, könne längst nicht über jedes Leid hinwegtrösten.

Erst vor wenigen Tagen ist Mandt von seiner dritten Reise in die Überschwemmungsgebiete an der Elbe zurückgekehrt. Besonderen Eindruck hinterließ bei ihm eine Frau, die vor den Trümmern ihrer Existenz stand und ihm weinend berichtete, dass ihrem Ehemann am nächsten Tag ein Bein amputiert werden müsse.

Mandt: „Sie ist jetzt mit ihren Kindern allein auf sich gestellt und weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

„Wie bei jeder Katastrophe gibt es auch jetzt Profiteure“

Die Müllberge mit dem aussortierten zerstörten Mobiliar seien fast weggeräumt, jetzt sei „Kärchern“ das geflügelte Wort in den Überschwemmungsgebieten.

Wo man hinsehe, werde mit Hochdruckreinigern der Versuch unternommen, die Hauswände von den schmierigen Überresten der Plörre zu befreien.

Mauern würden aufgestemmt und mit Gebläsen so weit möglich getrocknet, um es nicht wieder wie vor elf Jahren zu Schimmelbildung kommen zu lassen. Während einige Helfer aus den neuen Bundesländern aus der Aktion ein „Happening“ gemacht und nur vor laufenden TV-Kameras Sandsäcke gefüllt hätten, sei die Solidarität unter den Betroffenen in Sachsen beeindruckend.

Man helfe sich gegenseitig mit allen zur Verfügung stehenden Kräften. Wenngleich es hier beklagenswerte Ausnahmen gebe: „Wie bei jeder Katastrophe gibt es auch jetzt Profiteure.“

Geräte teuer vermietet

Für ein Leih-Gebläse, das normalerweise 60 Euro pro Woche koste, würden nun astronomische 400 Euro verlangt. Auch einige Handwerker, deren Auftragsbücher aus allen Nähten platzten, hätten die Gunst der Stunde erkannt.

Wer nicht bereit sei, Wahnsinnspreise zu bezahlen, sitze womöglich noch einige Wochen mit Kind und Kegel in einem engen Hotelzimmer oder sei notdürftig bei Bekannten untergebracht. Ganz zu schweigen von Industriebetrieben, denen der komplette Maschinenpark abgesoffen sei. Bestenfalls könnten sie ihre Aufträge nicht rechtzeitig erledigen und kämen mit Konventionalstrafen davon, schlimmstenfalls müssten sie ihre Unternehmen schließen.

Mandt: „Wer einmal als Lieferant ausgefallen ist, hat es schwer, wieder mit den Kunden ins Geschäft zu kommen.“ Handwerker und Einzelhändler, deren Geschäftsräume geflutet worden seien, würden sich jetzt notgedrungen als fliegende Händler auf Marktplätzen mehr schlecht als recht durchschlagen, um dem ansonsten sicheren Konkurs zu entgehen. Versicherungsschutz gegen Firmenpleiten gebe es nämlich nicht.

Nur selten versichert

Aber es seien auch nur 15 bis 25 Prozent aller Privathäuser gegen naturbedingte Elementarschäden etwa durch Hochwasser versichert. Einigen sei die Versicherung nach der Flut im Jahr 2002 gekündigt worden, und fänden keinen neuen Versicherungskonzern.

Andere hätten freiwillig auf einen Versicherungsschutz verzichtet.

Dabei koste die Versicherung eines Hauses mit einem Wert von 230 000 Euro nur etwa 400 Euro pro Jahr, der Anteil, der auf Elementarschäden entfalle, liege bei 70 Euro – bei einer Selbstbeteiligung im Schadensfall von allenfalls 2500 Euro.

Mandt: „Dafür kriegt man kaum eine vernünftige private Haftpflichtversicheruing.“

Aber da die Katastrophe vor elf Jahren als „Jahrhundertflut“ bezeichnet worden sei, hätten die Menschen nicht damit gerechnet, so schnell erneut heimgesucht zu werden.

Eine Risikobewertung, die Mandt aufgrund seiner Berufserfahrung als durchaus üblich und völlig normal einschätzt.

Quelle: ksta.de

Wer zahlt für Schutz gegen Hochwasser?

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach dem bayerischen Wassergesetz sind Kommunen für kleine Gewässer zuständig – Ständecke opponiert

Die Michelauer sollen die Quelle des Übels sein, das das Hochwasser der Volkach verursacht. Bürgermeister Siegfried Ständecke: „Ich bekam schon öfters von Landwirten aus Dörfern an der Volkach böse Anrufe, weil wir an dem Hochwasser schuld sein sollen.“

Der momentanen Situation Abhilfe zu schaffen, daran ist der Bürgermeister auch, aber nicht nur im Interesse seiner Gemeinde interessiert. Mit seinen bachabwärts regierenden Bürgermeister-Kollegen Thorsten Wozniak (Gerolzhofen)und Robert Finster (Frankenwinheim) will er die Initiative zu einem gemeindeübergreifenden Hochwasserschutz ergreifen. Die Frage ist aber wieder einmal: Wer kommt für die Kosten von neuen Hochwasserschutzmaßnahmen auf?

Schon vor Jahren hatte sich Ständecke an das Wasserwirtschaftsamt gewandt und auf die sich stetig verschlechternde Hochwassersituation in Michelau aufmerksam gemacht. „Anscheinend wird das dort nicht besonders ernst genommen“, kritisiert er jetzt.

Obwohl nach Ansicht des Bürgermeisters der vorbeugende Hochwasserschutz dort anfangen sollte, wo das Problem entsteht, hat sich bisher nichts getan. Ein Großteil des Wassers kommt nach seiner Einschätzung aus dem großen Einzugsgebiet um Michelau mit den Wäldern des Staatsforstbetriebs Ebrach und dem Gemeinsamen Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen. Das sind alles Gebiete, die gemeindefrei sind, also nicht zu Michelau gehören.

Bisher bekam der Bürgermeister vom Wasserwirtschaftsamt nur die Empfehlung, die Michelauer sollten ein Ingenieurbüro damit beauftragen, den Einzugsbereich des Wassers ermitteln zu lassen, um Zahlen zu bekommen. Und danach sollen dann Hochwasserschutzprojekte entwickelt werden, die die Gemeinde durchführen soll. Welchen Kostenumfang diese Maßnahmen haben werden, wurde Ständecke auch schon signalisiert: über eine Million Euro.

Der Ansatz des Wasserwirtschaftsamts ist für Ständecke nicht nachvollziehbar: Das Wasser komme in der Masse aus außermärkischem Gebiet und zum Beispiel von der Staatsstraße nach Geusfeld.

Die Gemeinde Michelau habe und hatte keinen Einfluss auf Baumaßnahmen dort, die in der Vergangenheit die Abflussmengen und -geschwindigkeit erhöht haben, argumentiert Ständecke. Die Beeinträchtigungen durch Hochwasser in Michelau treffe ausschließlich die beiden Staatsstraßen durch den Ort. Schließlich würden von Hochwasserschutzmaßnahmen zwischen Wald und Michelau auch die anderen Gemeinden längs der Volkach profitieren – von Dingolshausen bis Volkach.

Von Gemeindeseite aus sind einige Maßnahmen vorgesehen, die dafür sorgen werden, dass weniger Wasser in die Ortsmitte von Michelau läuft. Das werde aber nicht dazu führen, dass die nachfolgenden Ortschaften auch einen Vorteil davon haben. Ständecke: „Wir leiten das Wasser nur um, halten es aber nicht zurück.“ Es ist deshalb nach Ständeckes Meinung eine Aufgabe der staatlichen Behörden beziehungsweise des Staates, sich um eine griffige Lösung zu kümmern.

Nun ist die Volkach von der Quelle bis Zeilitzheim in der Kategorisierung des bayerischen Wassergesetzes nur ein sogenanntes kleines Gewässer oder Gewässer dritter Ordnung. Schutz, Pflege und Entwicklung (inklusive Hochwasserschutz) dieser Gewässer (in Bayern sind das über 90 Prozent aller Gewässer) sind in der Regel Pflichtaufgaben der Gemeinden, heißt es in dem Gesetz. Darauf beruft sich auch Leonhard Rosentritt, der aus Gerolzhofen stammende Leiter des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen. Die Volkach sei erst ab Zeilitzheim bis zur Mündung ein Gewässer zweiter Ordnung, für die der Staat zuständig ist.

Rosentritt widerspricht allerdings Ständeckes Auffassung, der Staat und das Amt kümmerten sich nicht ausreichend um kleine Gewässer. „Es gibt kommunale Hochwasserschutzmaßnahmen, die der Staat mit bis zu 75 Prozent fördert.“ Das gilt allerdings nur für Maßnahmen, für die ein „ordentlicher Plan“ vorliegt und die einem 100-Jahre-Hochwasser standhalten. Für den Planungsauftrag sind ebenfalls die Gemeinden zuständig.

Dazu Ständecke: Das Problem mit dem Hinweis auf eventuelle staatliche Zuschüsse auf eine kleine Kommune abzuwälzen, werde zu keiner optimalen Lösung führen.

Rekord-Hochwasser

Rein von den Wassermengen her, die die Volkach beim Hochwasserereignis vom 31. Mai beförderte, kann kaum ernsthaft behauptet werden, die Michelauer seien schuld an der Misere. An der Messstelle bei Dingolshausen wurden sieben Kubikmeter Wasser pro Sekunde registriert, bei Brünnstadt aber schon 25. Diese Zahlen bestätigte Leonhard Rosentritt, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen. Das heißt, die Wassermenge der Volkach nahm auf Gerolzhöfer Stadtgebiet um das Dreieinhalbfache zu. An der Messstelle bei Brünnstadt reichte der Pegel übrigens nicht aus, um den Hochwasserstand zu messen. Das ist laut Rosentritt noch nie vorgekommen und damit Beweis für ein Rekordhochwasser.

Quelle: mainpost.de

5. Bauetappe erfolgreich abgeschlossen / Weitere 4 Millionen Euro investiert

Die Region Rosenheim gehört zu den am stärksten betroffenen Gebieten des aktuellen Hochwassers. Mit umfangreichen Hochwasserschutzprojekten setzt sich der Freistaat deshalb auch hier für einen bestmöglichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Naturgefahren ein. Dies betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der offiziellen Einweihung des Bauabschnittes 5 der Hochwasserschutzmaßnahmen in Kolbermoor. Huber: “Schlimmes Leid, wie es viele Menschen hier erfahren haben, muss bestmöglich verhindert werden. Effektiver Hochwasserschutz ist deshalb hier, genauso wie in anderen gefährdeten Regionen, eine entscheidende Aufgabe. Dieser generationenübergreifenden Herausforderung stellen wir uns mit größtmöglichem Einsatz.” Dem diesjährigen Hochwasser haben die sanierten Deiche in Kolbermoor Stand gehalten, dennoch war die Situation zwischenzeitlich angespannt. “Der Schutz von Menschen und bedeutenden Sachwerten vor Hochwasser hat oberste Priorität. Umso wichtiger ist es, den Hochwasserschutz vor Ort weiter zu verbessern”, unterstrich Huber. In nur zwei Jahren wurde in Kolbermoor der jüngste Bauabschnitt umgesetzt und dadurch das Überschwemmungsgebiet von etwa 5 km2 auf 2,3 km2 reduziert. Anwohner und Industrie mit einem Schadenspotential von etwa 60 Millionen Euro werden auf diese Weise vor Hochwasser geschützt. Insgesamt wurden bei der Deichsanierung 12.500 m² Erdbetonwand als Innendichtung und 5.200 Tonnen Wasserbausteine eingebaut. Auf der etwa 30 Hektar großen Spinnereiinsel in Kolbermoor wurden durch Deichrückverlegungen etwa 1,6 Kilometer an neuen Deichen errichtet. Außerdem wurde 5.000 m² Wasserfläche geschaffen und ein altes Grabensystem auf einer Länge von knapp 3 Kilometern reaktiviert. Beim vergangenen Juni-Hochwasser wurde die geschaffene Retentionsfläche bereits vollständig geflutet. In insgesamt sechs Bauabschnitten werden die Deiche in Kolbermoor saniert. Bereits vier Maßnahmen davon sind erfolgreich abgeschlossen. Im Zuge der bereits abgeschlossenen Baumaßnahmen sind insbesondere Deichinnendichtungen eingebaut sowie Deichrückverlegungen und eine damit verbundene ökologische Aufwertung der Mangfall realisiert worden.

In die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Mangfall hat der Freistaat in den letzten Jahren bereits rund 40 Millionen Euro investiert. Nach dem diesjährigen Hochwasser hat Bayern schnell und konsequent reagiert und zur beschleunigten Umsetzung des Hochwasserschutzes das Aktionsprogramm 2020plus beschlossen. Dieses sieht eine Verdopplung der bisherigen finanziellen Mittel für den Hochwasserschutz vor. In dem Zeitraum von 2001 bis 2020 investiert der Freistaat somit nun insgesamt 3,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter: www.wasser.bayern.de

Quelle: 02elf.net

Alle Schwachstellen wurden sichtbar

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Entlang der Traun wird es sichtbar: Der Hochwasserschutz hatte sich zwar bewährt, gleichzeitig wurden aber alle Schwachstellen deutlich sichtbar.

Als die Pegel der Traun und der Bäche sanken, die Überflutungen zurückgingen und die ersten Schäden sichtbar wurden, begann das große Aufräumen. An der Traun sind vom Seiboldsdorfer Wehr bis zum Kraftwerk Triftweg erhebliche Uferschäden durch Ausschwemmungen entstanden, die teils bis zum Fußgängerweg reichen.

Im gleichen Streckenabschnitt gingen Muren von der Warthberghöhe ins Trauntal nieder. Die Bahnstrecke war hier über eine Woche ausgefallen.

Das angestaute Kiesgeschiebe auf der Traunsohle wird nun wieder beseitigt und gleichzeitig für die Ufersanierung verwendet. Im Flußbett wird der Kiestransport ausgeführt. Beim unterspülten Schwimmbadsteg konnte der fehlende Kies mittlerweile aufgefüllt werden und die Brücke ist wieder frei zur Benutzung.

Quelle: chiemgau24.de

Etwas mehr als einen Monat nach der großen Flut Anfang Juni hat die SparkassenVersicherung (SV), der nach eigenen Angaben in Baden-Württemberg größte Versicherer gegen Elementar- und Hochwasserschäden, eine erste Bilanz der bei ihr angezeigten Hochwasserschäden sowie der Schadenshöhe vorgelegt. Der Zollernalbkreis liegt, gemessen an den Schadenszahlen, auf Platz drei in Baden-Württemberg.

Im Kreis seien der SV bislang 303 Schadensfälle (Stand: 10. Juli) gemeldet worden, teilte die SV gestern auf Nachfrage unserer Zeitung mit; diese betreffen neben privaten Wohngebäuden auch Gewerbeobjekte sowie öffentliche Einrichtungen. Den Schadensaufwand beziffert die Versicherung auf derzeit rund 1,4 Millionen Euro. Noch mehr durch das Hochwasser angerichtete Schadensfälle wurden im Land nur noch im Enzkreis und im Landkreis Karlsruhe gemeldet.

Die Auswertung der der SV gemeldeten Fälle ergab, dass die weit überwiegende Zahl der Schäden in Baden-Württemberg – 93 Prozent – an Gebäuden entstand, die in den vermeintlich von Hochwasser ungefährdeten Zonen stehen; 87 Prozent der Schadenszahlungen von seiten der SV fließen dorthin.

Die Flut habe damit in ungewöhnlich starken Maße auch „vermeintlich sichere Lagen“ getroffen, so Klaus Zehner, Vorstand für das Ressort Schaden/Unfall bei der SV. Entsprechend stark gefordert ist nun die SV, die nach eigenen Angaben bei Versicherungen gegen Elementarschäden und Hochwasser einen Marktanteil von 70 Prozent in Baden-Württemberg hat. Im Südwesten sind rund 95 Prozent der Hausbesitzer gegen Elementar- und Hochwasserschäden versichert.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

„Am Abend war ich gegen 23 Uhr nochmal beim Mühlbach und dachte, diese Nacht passiert bei dem wenigen Wasser garantiert nichts. Nur wenige Stunden später dachte ich: Das wars. Wir saufen ab.“

Auch Wochen nach der verheerenden Flut gehen Müller Manfred Wollnitzke aus Hainbücht und seiner Lebensgefährtin Ramona Ullrich die Bilder von damals nicht aus dem Kopf. Sie sehen die Wassermassen der Roda, die unzähligen Helfer, die teilweise bis zum Bauch im Wasser versuchen, das Hab und Gut der Mühle zu retten und den Wassermassen irgendwie Einhalt zu gebieten. Sie sehen den Schlamm, die Verwüstungen, die langsam sichtbar wurden, als sich das Wasser wieder in die Roda zurückzog. „Ganz ehrlich: Wenn wir die ganzen Helfer nicht gehabt hätten, wenn wir diese unglaubliche Unterstützung nicht erfahren hätten, wer weiß, ob wir nach der zweiten Überflutung binnen weniger Jahre den Entschluss gefasst hätten, weiterzumachen“, sagt Wollnitzke. Dass sich seit gestern das Mühlrad mehr schlecht als recht wieder dreht, dass Kundschaft nach Produkten aus der Hainbüchter Mühle verlangte – all dies, sagt der Müller, wäre ohne die Unterstützung von Freunden, Bekannten, Verwandten, von Betrieben aus der Region, vom Bistum Meißen und zahllosen anderen Helfern nicht möglich gewesen. Inzwischen weiß das Müllerpaar auch, welch immensen Schaden das Hochwasser an der Mühle, dem Betrieb und am Wohngebäude anrichtete: Auf über 100.000 Euro kommt der Hainbüchter Müller inzwischen. Dabei erfuhr das insgesamt 14 Mann starke Unternehmen eine Hilfe, die ihresgleichen sucht: Im Gasthof „Zu Hainbücht“ wurde Essen kostenlos zubereitet, das Agrarunternehmen „Wöllmisse“ und andere Firmen stellten Lagerraum sowie Technik zur Verfügung, die katholische Kirche richtete für die Mühle ein eigenes Spendenkonto ein. „Dass Bischof Dr. Heiner Koch sich persönlich bei uns ein Bild von den Hochwasserschäden machte, hat mich tief gerührt“, sagt Wollnitzke. Das alles sei ja nichts Selbstverständliches. Ramona Ullrich weiß auch die Unterstützung der Mitarbeiter nicht hoch genug zu würdigen. „Unsere Arbeiter haben Tag und Nacht hinter uns gestanden. Die haben gesagt: Wenn ihr anruft, sind wir da!“ Das habe eine Gemeinschaft zusammengeschweißt.

Wollnitzke ist froh, dass auch die Politik die Hainbüchter Mühle nicht im Stich gelassen hat. „Durch Landrat Andreas Heller , Landtagsabgeordneten Wolfgang Fiedler und Stadtrodas Bürgermeister Klaus Hempel wurde auf dem schnellsten Wege und unbürokratisch die Beräumung und Instandsetzung der Ufer der Roda sowie der Einrichtungen zwischen dem Wehr und der Brücke in Auftrag gegeben.“

Seit vergangenem Freitag schon sind Mitarbeiter des Stadtrodaer Unternehmens Titzmann beim Aufräumen. „Das Wasser hat tonnenweise Sand, Geröll, Wurzeln, Astwerk sowie jede Menge Haushalt angespült“, zeigt der Müller auf ein noch unberäumtes Gelände. „Wir müssen so rasch wie möglich die Durchgängigkeit der Roda wieder herstellen.“ Dabei weiß Wollnitzke, dass dies nur der Anfang sein darf. Bei einer Inspektion flussaufwärts standen dem Müller die Haare zu Berge. „Da liegen mindestens zehn Bäume in der Roda. Ganz zu schweigen von dem Müll. Reifen, Überreste eines Betonmischers und anderer Zivilisationsdreck liegen in der Roda. „Wenn hier nichts passiert und das nächste Wasser kommt, dann waren die Mühen im Mühlenbereich umsonst“, ist sich Wollnitzke sicher. Er und seine Lebensgefährtin plädieren deshalb dafür, nach grundsätzlichen Lösungen zu suchen. „Die Roda muss auch oberhalb der Mühle und anderswo beräumt werden, ein Schutzwehr müsste errichtet werden, damit es nicht wieder dazu kommt, dass Bäume an der Brücke quer liegen und die Roda weiter anstauen.“ Zudem müsse man sich ernsthaft Gedanken machen, wie zusätzliches Überschwemmungsgebiet freigehalten werden kann. „Die Wiese hinter dem Roda-Markt ist so ein Gebiet“, meint der Müller, der inzwischen einen Antrag auf Vorsorgemaßnahmen stellte. Aus eigener Kraft bekommt das der Müller aber nicht mehr hin. „Den Notgroschen habe ich nach dem Hochwasser von 2007 bereits ausgegeben“, zeigt der auf die Spundwände. Auch den Mühlgraben habe er damals selbst gesäubert. Eine Überraschung brachte die Sanierung der Roda inzwischen. Ein Arbeiter fand im Flussbett eine alte Trinkflasche der Amerikaner aus dem 2. Weltkrieg.

Quelle: otz.de

Auch Staatsstraße ist wieder frei

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hochwasserschäden an der A8-Anschlussstelle Grabenstätt sind beseitigt, auch die Staatsstraße zwischen Grabenstätt und Übersee ist mittlerweile wieder befahrbar.

Seit Freitagvormittag ist die Anschlussstelle Grabenstätt wieder auf allen Ästen befahrbar.

Aufgrund der massiven Hochwasserschäden an der Autobahn mussten Teile des Autobahndamms und der Zufahrtsrampen neu aufgebaut und die herausgerissenen Entwässerungsleitungen neu verlegt werden. Um zukünftige Hochwasserschäden zu vermeiden, hat die Autobahndirektion Südbayern die Randbereiche zusätzlich mit Beton befestigt.

Die vom Hochwasser zerstörten Regenrückhaltebecken werden derzeit neu geplant und zu einem späteren Zeitpunkt ohne Beeinträchtigung des Verkehrs außerhalb der Autobahn neu gebaut.

Laut Informationen der Bayernwelle ist mittlerweile auch die Staatsstraße zwischen Grabenstätt und Übersee wieder befahrbar. Die Straße wurden bei Juni-Hochwasser stark beschädigt, teilweise sogar komplett weggeschwemmt. Laut dem Bauamt Traunstein ist man froh, dass nun der Verkehr in diesem Bereich wieder rollen kann.

Quelle: chiemgau24.de

Schüler danken Bundeswehr für ihren Einsatz

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Von Ute Nicklisch
Akener Schüler dankten in einer Veranstaltung Bundeswehr-Logistikern für Hilfe. Die vierte Klasse der Nolopp-Schule präsentierte ein Programm aus Gesang, Tanz und Musik. Rund 150 Soldaten aus Beelitz, halfen Aken vor der Flut zu retten.

„Ohne die Hilfe der Bundeswehr hätten wir das sicherlich nicht geschafft“, erklärte Akens Bürgermeister Hansjochen Müller. Während der Hochwasserkatastrophe halfen 150 Soldaten vom Logistikbataillon 172 aus Beelitz, Aken vor der Flut zu retten. Während dieses Einsatzes übernachtete die gesamte Truppe in der Turnhalle der Sekundarschule am Burgtor.

Zehn Tage lang kämpfte die Beelitzer Einheit in Aken gegen die Katastrophe und der Kontakt zwischen der Sportlehrerin Birgit Diedering und den Soldaten baute sich auf. So wie zahlreiche Akener war auch sie unglaublich dankbar.

Diesen Dank wollte die Lehrerin, die als Sport- und als Klassenlehrerin an der Akener Nolopp-Schule agiert, mit einer besonderen Überraschung für die Soldaten ausdrücken. Gemeinsam mit ihrer vierten Klasse stellte sie ein Programm auf die Beine, welches für die Soldaten in Beelitz aufgeführt werden sollte. Sie charterte einen Reisebus und trommelte dafür großzügige Spendengelder unter anderem vom Akener Didierwerk und der Köthener Regenbogenapotheke zusammen.

Als bekannt wurde, dass die Akener kommen, war die Freude in der ersten Einsatzkompanie von Hauptmann Torsten Juch groß. So einiges wurde für die Gäste vorbereitet. Zusammen mit den Schülern kamen Bürgermeister Hansjochen Müller, Stadtwehrleiter Danilo Licht und Steve Elzschich vom Akener Didierwerk in die Beelitzer Kaserne. Zuerst wurde ein Video mit Bildern aus dem Hochwassergebiet eingespielt. Der Kommandeur des Logistik-Bataillons, Oberstleutnant Alexander Röpke: „Hier konnten wir zeigen, dass wir dafür da sind, unserem Land zu dienen und zu helfen“.

Bürgermeister Müller brachte als Geschenk einen originalen Sandsack und die Akener Stadtchronik mit. Birgit Diedering stellte jene Kinder vor, „die immer noch nicht in ihren Kinderzimmern schlafen können“. So erzählte jeder von ihnen seine Geschichte. Aaron Dorand aus dem Forsthaus in Kühren wohnt zum Beispiel noch in einer Pension.

Dann boten die Schüler ein Programm aus Gesang, Tanz, Witz und Musik dar und animierten alle zum Mitmachen. Am Ende des fast zweistündigen Programms überreichten die Kinder selbst gestalteten Plakate, an denen auch die Elbeschüler mitwirkten, an ihre Helden. Die Soldaten füllten ein letztes Mal einen Sandsack. Dieses Mal jedoch nicht mit Sand, sondern gefüllt mit einer Geldspende.

Nach einem Imbiss mit Grillwurst und Erbsensuppe erlebten die Kinder eine Fahrzeugschau, konnten auch in Panzer hineinklettern. Der zehnjährige Patrick Frank war beeindruckt. „Ich möchte auch mal zur Bundeswehr“, erklärte der Schüler. „Nur nach Afghanistan möchte ich nicht“.

Quelle: mz-web.de

Risikokarten für ein extremes Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Landesamt für Umwelt gibt Kommunen wichtige Informationen, um die richtigen Vorkehrungen gegen Hochwasser treffen zu können. Hochwassergefahrenkarten werden erstellt. Von Dorothea Schuster

Die Bilder vom überfluteten Deggendorf hat jeder noch vor Augen. „Hochwasser sind Naturereignisse, die können wir nicht verhindern“, sagte Anna Röder gestern beim Gewässer-Nachbarschaftstag in Bobingen (Kreis Augsburg). Menschen siedeln heute dort, wo sie naturgegeben nicht sollten. Also kommt es auf den richtigen Umgang mit Hochwasser an.

Auch kleinere Gewässer können Hochwasser bringen

Doch nicht nur an Donau und Inn muss mit großen Hochwasserereignissen gerechnet werden, sondern auch an kleineren Gewässern. Und selbst dann, wenn ein technischer Hochwasserschutz vorhanden ist, kann es zu Überschwemmungen kommen. Deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten – Katastrophenschutz, Städte und Gemeinden – auf ein solches Szenario vorbereitet sind, sagte Marc Daniel Heintz vom Landesamt für Umwelt in Augsburg. Ein wichtiger Baustein ist das Hochwasser-Risikomanagement, an dem das LfU derzeit arbeitet.

Zunächst wurde eine Risikobewertung im Umfeld der großen und größeren Flüsse (I. und II. Ordnung) vorgenommen. „Man muss das Flusseinzugsgebiet betrachten.“ Denn ein Hochwasser macht nicht an Gemeindegrenzen halt.

Bis zum Jahresende sollen Hochwassergefahrenkarten für Bayern vorliegen

Die Risikobewertung kann nicht das komplette Gewässernetz umfassen. Denn in Bayern gibt es über 100.000 Kilometer Fließgewässer. Deshalb wurden die Abschnitte mit einem besonders hohen Risiko ermittelt. Das sind 7.650 Kilometer. 1.150 Städte und Gemeinden liegen an diesen Gewässern. In Stadt und Landkreis Augsburg beispielsweise liegen Lech, Wertach und Singold auf ihrer gesamten Länge in der Gewässerkulisse.

Bis Dezember sollen die Hochwassergefahren- und Risikokarten für Bayern vorliegen, sagt Heintz. Für den Main gibt es sie, am Donaugebiet wird mit Hochdruck gearbeitet. Die Karten zeigen, wer und welche Gebiete betroffen sein können, wie häufig und wie stark. Bei Extremhochwasser sind es in Würzburg 100.000 Einwohner.

Unesco-Welterbe und europäische Naturschutzgebiete

Verzeichnet sind Kulturgüter wie Unesco-Welterbe, europäische Naturschutzgebiete und Industrieanlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen arbeiten. Dazu kommen Hochwasserschutzeinrichtungen. Bis Ende 2015 sollen dann die dazugehörigen Hochwasserrisiko-Managementpläne vorliegen. Er enthält Ziele und Maßnahmen, wie Gefahren verringert werden können. Die Risikokarten sind ein Angebot der Wasserwirtschaftsverwaltung an die Kommunen und eine Entscheidungshilfe für Planer, sagte Heintz. Gegebenenfalls muss ein Gewerbegebiet woanders angesiedelt werden. Fachkundige Beratung finden sie bei den Wasserwirtschaftsämtern. Das gilt auch für Gemeinden, für die keine Karten vorliegen.

Auf lokaler Ebene wird dann anhand eines Fragenkatalogs eine detaillierte Risikobewertung gemacht. Neuralgische Punkte wie Kindergärten oder Seniorenheime, die das Wasserwirtschaftsamt nicht kennt, können zusätzlich markiert werden.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Risikokarten für ein extremes Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Risikokarten-fuer-ein-extremes-Hochwasser-id26008601.html

Risikokarten für ein extremes Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Risikokarten-fuer-ein-extremes-Hochwasser-id26008601.html

Risikokarten für ein extremes Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Risikokarten-fuer-ein-extremes-Hochwasser-id26008601.html

 

Banken in Brandenburg bieten hochwassergeschädigten Unternehmen jetzt zusätzliche Hilfen an. Die Investitionsbank (ILB) stellt zinsgünstige Darlehen bereit, die Bürgschaftsbank übernimmt zusätzlich Risiken, teilten die Banken am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Die ILB bietet außerdem für bereits bestehende Kredite Hilfen an, wie zum Beispiel die nachträgliche Verlängerung der Laufzeit.

Die Angebote richten sich an Unternehmen, die nicht mit direkten Wasserschäden, sondern mit indirekten Folgen zu kämpfen haben. Das betrifft beispielsweise Firmen, die ihre Gebäude aus Sicherheitsgründen während des Hochwassers räumen mussten und dadurch Verdienstausfälle haben. Betroffene können sich im Internet informieren oder die Hochwasser-Hotline der ILB anrufen. Firmen mit direkten Wasserschäden können Unterstützung aus dem bereits zuvor gestarteten Soforthilfeprogramm beantragen.

Quelle: neues-deutschland.de

Der Anfang ist schon getan

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Von HEIKE RIEDEL
Dank einer Hilfsaktion verfügt Familie Krause aus Schkortleben nach dem Hochwasser wieder über einen kompletten Hausstand und viel Spielzeug für die Kinder.

Sonnabend, 21.30 Uhr. Die Schirmmütze verdeckt die Müdigkeit in Peter Lampings Gesicht. Ein anstrengender Tag liegt hinter dem Feuerwehrmann aus Emstek, einem Ortsteil von Cloppenburg, und seiner Arbeitskollegin Yvonne Grote. Seit 7.30 Uhr sind die beiden auf den Beinen, haben einen 7,5-Tonner Lkw und einen kleineren geschlossenen Transporter mit Hilfsgütern beladen. Über Facebook hatte sich eine Spendengemeinschaft von Emstek über Kassel bis hin nach Leimbach bei Bad Salzungen gefunden, die helfen wollte, dass die Hochwasserfolgen in Weißenfels im Alltag betroffener Familien schnell überwunden werden. Die beiden machten sich am Morgen auf den Weg, einzusammeln, was an den verschiedenen Orten dafür zusammengetragen wurde.

„Sie bringen einen kompletten Hausstand“, kündigt Susanne Stieler an, die Bad Dürrenbergerin, die mit ihrem Mann Heiko den Anstoß für die Aktion gegeben hat. „Da muss man einfach helfen“, stand für sie fest, als sie während eines Hilfseinsatzes in Schkortleben gesehen hatte, dass das Wasser 40 bis 50 Zentimeter hoch in der Wohnung von Inge und Siegfried Krause stand. In Schlafzimmer und Küche hatten Krauses nichts mehr vor dem Wasser retten können.

Also wurde der Hilfstranport jetzt erst einmal nach Schkortleben geschickt. Krauses leben zwischenzeitlich eine Etage höher in dem Haus bei der Familie ihrer Tochter mit. Gemeinsam mit ihr hatten sie sich das Häuschen schön gemacht hatten. „Die Fassade war gerade im Sommer letzten Jahres fertig geworden“, berichtet Schwiegersohn Bernd Hobritz. Selbst an seinem Geburtstag – er wurde am Sonnabend 54 – steckt er nun wieder in Arbeitsklamotten.

„Ich sehe für dieses Jahr kein Land“, schätzt Inge Krause (67) trotz aller Mühen ein. Ihr Mann ist schwer krank. Die Wohnung ist zu einer großen Baustelle geworden. Die gesamte Holzdielung musste raus, 40 Zentimeter tief wurde ausgeschachtet, um den Fußboden neu aufzubauen. Der Putz ist von den Wänden gehackt, nächste Woche kommen Trocknungsgeräte zum Einsatz. Peter Lamping und Yvonne Grote sind beeindruckt von den Schäden, aber auch von der Tatkraft, mit der die ganze Familie sich der Aufgabe stellt, wieder Normalität ins Leben zu bringen. Der Garten ist bereits wieder eine Wohlfühloase. Gewöhnlich werden hier mit 20 bis 30 Leuten Geburtstage gefeiert, doch am Sonnabend hat die gesamte Familie Krause/Hobritz nebst Enkel Kevin und einem Freund den ganzen Abend auf den Transport gewartet. Mit jedem Halt zum Aufladen unterwegs schob sich die Ankunftszeit nach hinten.

Als die Fahrzeuge endlich vor der Tür stehen, ist die Freude groß. Aus der Nachbarschaft kommt Hilfe zum Abladen. Eine nagelneue Waschmaschine ist dabei. Ansonsten gebrauchte Geräte vom Herd, über Fernseher, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Staubsauger, auch Geschirr, Bettwäsche, Möbel, selbst Bett und Schränke… An Sortieren ist angesichts der aufziehenden Dunkelheit kaum zu denken. Bis 23.30 Uhr wird abgeladen.

„Wir haben wieder etwas für den Anfang“, weiß Siegfried Krause die Hilfe zu schätzen. Wofür gleich keine Verwendung in Schkortleben zu erkennen ist, das bleibt auf den Fahrzeugen und wird nach Weißenfels gebracht. Dort haben die Helfer am Sonntag noch einmal am E-Werk abzuladen, von wo aus die Sachen an Bedürftige in der Stadt gehen sollen. Viel Spielzeug, sogar etliche Kinderfahrräder sind darunter.

Quelle: mz-web.de

Nach der zweiten Überflutung binnen elf Jahren gibt das erste Unternehmen an der Mulde seinen Standort auf. Die Papierfabrik Golzern östlich von Grimma schließt angesichts des erneuten Millionenschadens. Nach vierwöchiger Bedenkzeit habe er sich entschlossen, die Produktion auslaufen zu lassen, sagte Geschäftsführer Stephan Schröter.

„Wir müssen damit rechnen, dass wir immer wieder überflutet werden.“ Den 65 Mitarbeitern der traditionsreichen Papierfabrik werde er kündigen. Die Stadt Grimma habe ein autobahnnahes, hochwassersicheres Grundstück im Gewerbegebiet Mutzschen angeboten, sagt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Rund um seine Stadt ist ihm kein weiteres Unternehmen bekannt, dass nach der Flut den Standort aufgibt.

Quelle: lvz-online.de

Plan gegen Hochwasser fehlt

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Noch immer gibt es keine Mitteilung aus dem Umweltministerium über Zuschüsse für die Dammsanierung

 

Der Hochwasserschutz ist entlang des Schwarzbaches noch weithin in der Planungsphase. Auch über die Maindämme wird demnächst nur gesprochen.

Immer, wenn es in Deutschland größere Hochwasserkatastrophen gegeben hat, wird in Hattersheim auch über die Sicherheit der örtlichen Deiche gesprochen. Das Regierungspräsidium hat schon Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Sanierung des Eddersheimer Maindammes empfohlen, allerdings gab es keine gesicherten Erkenntnisse über die Sicherheit des Deichs. Nach den damaligen Schätzungen wäre mit Kosten von 10 Millionen Euro zu rechnen. Die Stadt hat sich daher darum bemüht, dass der Damm, wie die anderen Deiche an Rhein und Main, in den Besitz des Landes übergehen, in Wiesbaden lehnte man dies allerdings ab.

Lange blieb es ruhig um das Thema, bis das Regierungspräsidium (RP) eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Deiche in Hattersheim, Flörsheim und Hochheim in Auftrag gab. Die Ergebnisse liegen zwar vor, wurden aber noch nicht veröffentlicht. Die drei Kommunen haben vereinbart, zunächst mit dem Umweltministerium über Möglichkeiten zu sprechen, Zuschüsse zu bekommen, heißt es in der Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der CDU in der Stadtverordnetenversammlung. Erst wenn es verbindliche Zusagen aus Wiesbaden gebe, könnten die Gremien umfassend informiert werden und Beschlüsse fassen, heißt es.

Nach schnellen Entscheidungen sieht es allerdings nicht aus. Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen zur Hochwasservorsorge nämlich hervorgeht, wird jetzt an einem so genannten Hochwasserrisiko-Plan für den Main gearbeitet. Die Landesbehörden versuchen, mit solchen Plänen landesweit an allen problematischen Gewässern Vorsorgemaßnahmen anzustoßen. Allerdings wird es offensichtlich noch eine Weile dauern, bis dieser Plan für den Main fertig ist. Und erst danach werde über die Deichsanierungen entschieden, heißt es.

Wohnhäuser in Gefahr

Dass die Realisierung all dieser Planungen noch eine Weile auf sich warten lässt, heißt aber nicht, dass in der Zwischenzeit nichts passiert. Die Feuerwehr beobachte die Pegelstände bei drohender Hochwassergefahr sehr genau, heißt es. Je nach Pegelstand werde reagiert, Sandsäcke befüllt, kritische Bereiche kontrolliert, Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört auch die Abstimmung mit übergeordneten Behörden.

Der Hochwasser-Risikomanagementplan für den Schwarzbach ist übrigens schon fertig. Der beschreibt für den gesamten Bachlauf, welche Gebiete bei einem so genannten hundertjährigen Hochwasser überschwemmt würden – das ist ein Hochwasser, das statistisch in 100 Jahren ein Mal vorkommt. Unter Wasser stünden in Hattersheim dann das Freibad, der Sportplatz, Teile der Mainzer Landstraße und der angrenzenden Wohnhäuser. Auch im weiteren Verlauf sind immer wieder Wohngebäude hochwassergefährdet, der Bach kann einen streckenweise mehr als 500 Meter breiten Streifen überfluten. Natürlich kommt ein hundertjähriges Hochwasser nicht oft vor. Aber auch bei einem zehnjährigen Hochwasser sind alleine in Hattersheim 20 Hektar Siedlungsflächen, fünf Hektar Gewerbegebiet und 117 Hektar landwirtschaftliche Flächen betroffen. Von einem zehnjährigen Hochwasser sind „nur“ etwa 110 Einwohner, von einem hundertjährigen Hochwasser 1200 Einwohner betroffen. Alle Details finden sich in dem 121 Seiten umfassenden Papier, das im Internetauftritt des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter der Adresse www.hlug.de einsehbar ist.

Dort sind auch alle Maßnahmen aufgelistet, die für Hattersheim vorgeschlagen werden – die Umsetzung allerdings falle, heißt es, in die Zuständigkeit der Kommune. Mit im Spiel ist aber auch der Abwasserverband Taunus, der am Schwarzbach für den Hochwasserschutz zuständig ist. Der hat mit den weiteren Arbeiten an seinem Hochwasserschutzkonzept für den Hochwasserrisikomanagementplan gewartet – und muss beides jetzt aufeinander abstimmen.

Quelle: fnp.de

Zuschuss bis zur Hälfte der Flut-Schäden

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Auch nichtversicherte Unternehmen müssen nicht allein für ihre Hochwasserschäden aufkommen: Ein Zuschuss von 50 Prozent der Schadensumme soll möglich sein. Die Anträge für die Soforthilfe werden nun bearbeitet.

Nichtversicherte Unternehmen müssen bei einem Hochwasser nicht allein für den Schaden aufkommen. Das war von Stefanie Pötzsch von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zu erfahren. Sie könnten vielmehr aus dem Soforthilfeprogramm einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe bis zu 50 Prozent der Schadenssumme erhalten. Das betreffe sowohl flutgeschädigte Gebäude als auch Grundstücke, Maschinen, Anlagen oder Vorräte.

Allein 21 Anträge aus Elster

Ein entsprechender Antrag sei relativ leicht zu erstellen, führte sie weiter aus. Trotzdem habe die Investitionsbank in allen von der Flut betroffenen Landkreisen Beratungstermine angeboten. Bislang liegen ihres Wissens nach 21 Anträge allein aus Elster und 24 aus dem gesamten Landkreis vor. Stefanie Pötzsch vermutet, dass es noch wesentlich mehr werden, denn viele Unternehmen könnten aus mehreren Gründen den Schaden derzeit noch nicht abschätzen.

Warten auf Geld

Mario Letz, Möbelhändler aus Elster, monierte, dass es zu lange dauere, bis das Geld ausgezahlt werde. Wer kein entsprechendes Kapital im Hintergrund habe, würde daran scheitern. Er sei einer der Ersten gewesen, der einen Antrag gestellt hat, und selbst zwei Wochen später sei das Geld noch nicht auf dem Konto.

Dass müsste sich eigentlich innerhalb kurzer Zeit ändern, meinte die Bankangestellte. Seit einer Woche würden Zuwendungsbescheide abgeschickt und dann natürlich auch das Geld überwiesen. Die Prüfung der Anträge brauche allerdings ihre Zeit.

Quelle: mz-web.de

Die Branche und das Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Juni 2013: Land unter in Süd‐ und Mitteldeutschland. In Deggendorf schauen nur noch Hausdächer aus den Fluten, im Elbsandsteingebirge sind abgetauchte Dörfer ein Dejá‐Vu der unschönen Art. Das noch so junge Jahrhundert hat schon zwei Jahrhundertfluten hinter sich. Und mittendrin hat auch die Mineralölbranche alle Hände voll zu tun.

„Das ging alles irre schnell“, sagen Johann Berger und Lutz Winkler. An unterschiedlichen Ecken Deutschlands sind die beiden Mineralölhändler zu Flutopfern geworden. Und zwar auf dramatische Weise:

Es ist der 2. Juni. Ein Sonntagabend. Gegen 18 Uhr klingelt bei Maier|Korduletsch Energie in Vilshofen das Telefon. Der Ort liegt an der Donau, ist aber gut geschützt. Der Firmensitz ist weit weg vom hohen Pegel, ungefährdet. Trotzdem verheißt der Anruf nichts Gutes. „Das waren die Österreicher“, sagt Geschäftsführer Johann Berger: „Alarm für unsere freie Tankstelle in Schärding.“ Die liegt nur 100 Meter hinter der deutschen Grenze. Ungünstig: Die Grenze wird durch den Inn markiert – und auch der ist proppenvoll. Berger trommelt Leute zusammen. Wenig später brechen 15 kräftige Männer per Lastwagen ins 40 Kilometer entfernte Schärding auf. Kurz nach Mitternacht haben es die Mitarbeiter immerhin geschafft, Kassen, Kühlaggregate und sonstige Elektronik abzubauen. Die Waren aus dem Shop werden auf die Lkw verladen und in die Firmenzentrale nach Vilshofen gebracht. Mehr geht nicht, die Stadtwerke haben lange gewartet, schalten nun den Strom ab. Im Dunkeln überlässt der Trupp die Station dem Wasser. Und das kommt gewaltig, wie Berger schildert: Montag 6 Uhr steht die Tankstelle bereits 1,20 Meter unter Wasser, am Nachmittag ist mit etwa 1,60 Meter der Scheitel erreicht. „Und am Dienstagmorgen war alles weg“. Mal abgesehen von einer 30‐Zentimeter‐Schlammschicht! Da war das Einsatzkommando gleich noch einmal gefragt.

Ortwechsel nach Sachsen, wo das Hochwasser bereits 2002 erbarmungslos zuschlug. Lutz Winkler unterhält im idyllischen Amtsberg einen gutgehenden Brennstoffhandel. Das ehemalige Fabrikgelände wurde einst mit Wasserkraft betrieben, liegt direkt an der Wilisch. Das Bächlein führt unter normalen Umständen 20 Zentimeter Wasser. Nicht so an jenem 2. Juni. „Erst einmal sah es so aus, als hätte sich die Lage stabilisiert“, sagt Winkler, der den Firmensitz mit Sandsäcken verbarrikadiert hatte und sich sicher wähnte. Aber dann stieg das Wasser innerhalb von 30 Minuten um 50 Zentimeter, habe die Säcke einfach weggespült. Auf 3 Meter, schätzt der Händler, sei der Pegel vor seiner Haustür gestiegen – einfach zu viel. Eingebüßt haben die Winklers Holzbriketts, die eigene Ölheizung, und auch ein Tankanhänger und ein Multicar standen im Wasser. Kritiker würden fragen: Warum rettet der Mann nicht sein Inventar, schafft die Fahrzeuge weg? Winkler: „Das ging dann nicht mehr. Wenn man den Hof so schützt, dass nichts herein kommt, dann ist er natürlich auch in die andere Richtung dicht.“

Wie im österreichischen Schärding war auch das Wasser im sächsischen Amtsberg schnell wieder weg. „Das war gut für die Psyche. Außerdem hatten wir viele Helfer“, sagt Winkler. Die Unterstützung sei großartig gewesen, berichten beide Händler. Bei Maier|Korduletsch zum Beispiel hat ein befreundetes Unternehmen aus Franken angerufen, hätte gern mit einem Tankwagen ausgeholfen. In Sachsen registriert Winkler sogar so etwas wie „solidarische Heizölbestellungen“ von treuen Kunden. Von „seinem“ Wärmemarkt‐Verband, dem SBMV, hat der Händler 500 Euro bekommen. Auch die staatlichen Gelder fließen unbürokratisch, Winkler hält bereits 1.500 Euro Soforthilfe in Händen. Ein reiches Land kann derlei Probleme offenbar schultern. „Vor allem, wenn Wahlen sind“, sagt Winkler mit Augenzwinkern.

Kein Vorwurf an die Behörden

Aber haben die Behörden in punkto Informationen versagt? Beide Firmenchefs schütteln den Kopf. Trotz geringer Vorwarnzeit kein Vorwurf – das mögliche Ausmaß war ja zumindest zu ahnen, nur die schnelle Abfolge habe schlichtweg alle völlig überrascht. „Es gibt in Sachsen gute Info‐Netzwerke“, sagt Winkler, der ans Meldezentrum Hochwasser angeschlossen ist und per SMS über die aktuellen Gefahrenstufen stets informiert war. Allerdings hätten sich die SMS eben überschlagen.

Übrig geblieben sind Schlamm und Verwüstung – die bodennahen Bereiche sind in beiden Unternehmen komplett hinüber. Trotz allen Ärgers überwiegt bei den „Flutopfern“ im Gespräch mit dem Brennstoffspiegel eher die Aufbruchsstimmung als die Trauer. Man darf sich auch aufs Glück im Unglück konzentrieren: Vilshofen liegt direkt an der Donau. Dennoch habe es neben der Firma auch keinen der Angestellten persönlich erwischt, freut sich Berger. Und auch aus Sachsen kommen optimistische Töne: „Für uns ist das kein Untergang“, sagt Winkler. Zwar rechnet der Händler mit etwa 15.000 Euro Aufwendungen, die ihm keine Versicherung ersetzen wird.

Enthalten seien da aber auch Posten, die ohnehin wegen Modernisierung früher oder später angefallen wären. Auch habe Winkler angeregt, andere bei der Verteilung von Flutgeldern zu bevorzugen: „Als langjährig erfolgreicher Händler hier vor Ort können wir die Katastrophe vermutlich besser schultern als so mancher, dessen ganzes Hab und Gut im Wasser stand.“ Und auch Johann Berger sagt: „Wir müssen jetzt eins nach dem anderen machen und die Tankstelle möglichst schnell wieder ans Netz bringen.“ Sprach’s, obwohl zu dem Zeitpunkt noch nicht feststeht, ob die Elektronik in den Zapfsäulen der Station in Schärding noch zu retten war. Hohe Selbstbeteiligungen im mittleren fünfstelligen Bereich seien durchaus üblich. Nun müsse man abwarten, wie hoch der Schaden ist. Der Ausfall der Einnahmen sei jedenfalls nicht versichert. Wieder öffnen will Maier|Korduletsch seine Ösi‐Tankstelle binnen zweier Wochen: „Quasi provisorisch: Tisch mit Kasse, erst einmal ohne Shop. Denn da muss der Boden raus.“

Um dieses Szenario ist Herwarth Zickler gerade noch herumgekommen. Die freie Tankstelle in Bad Köstritz habe „wie eine Insel“ im Hochwasser der Weißen Elster gethront. „Am Ende hat nur ein Zentimeter bis zu den Zapfsäulen gefehlt“, schildert der FTB‐Mitarbeiter. Einfach Glück gehabt? „Nee, echte Baukunst“, scherzt Zickler, dem weiteres Ungemach erspart blieb: kein wesentlicher Schaden, keine Umweltverschmutzung. Zur Sicherheit hatten die Verantwortlichen nicht nur ihre Erdtanks füllen lassen, sondern auch einen Bauschutt‐Container darauf platziert.

„Ein leerer Tank ist wie ein Schiff im Sturm.“

Sicherungsmaßnahmen wie diese sind wichtig – allzu häufig wird die gewaltige Kraft des Wassers unterschätzt. „Allerdings haben wir den Eindruck, als hätte das schlimme Hochwasser von 2002 die Menschen sensibilisiert“, sagt Gerd Germo, der technische Leiter von Tankstellenbauer und Contractor Tokheim in der Region um Halle/Saale. Bundesweit wurden Zapfsäulen vorher demontiert und Tanks gefüllt, damit diese nicht bei steigendem Grundwasser aufschwimmen. Kraftstoff ist zwar leichter als Wasser, aber schwerer als Luft. So wird der Spielraum größer, letztlich eine Formel aus dem Physik‐Unterricht: Auftrieb. „Einen leeren Tank können Sie sich vorstellen wie ein Schiff im Sturm“, sagt Tokheim‐ Kollege Edmund Brück.

Das ist natürlich auch bei Heizöltanks so. Trotzdem: Wenn Fernsehhubschrauber über den Krisenregionen kreisen, zeigen sie ab und zu nicht nur braunes Wasser, sondern auch regenbogenbuntes. Ausgelaufenes Mineralöl. Allerdings nicht nur aus Heizöl‐, sondern ebenso aus Fahrzeug‐ und Gewerbetanks. Aus Lostau, einem betroffenen Elbedorf, erfahren wir: Nicht überall stehen sichere Tanks – das sei auch eine Frage des Geldes. Wehrleiter Dirk Jeitner nimmt die Verursacher in Schutz: „Die können nix dafür. Das hätte niemand erwartet.“ Karin Pirl von der Kreisverwaltung Jerichower Land bestätigt: „Es gibt dort keine besonderen Anforderungen an Heizöltanks.“

Wo es die gibt, kann es für Schadenverursacher teuer werden. In ausgewiesenen Hochwassergebieten sind Aufschwimmsicherungen verpflichtend, geregelt auf Landesebene in den VAwS. Der auf Umweltschäden spezialisierte Anwalt Hans‐ Peter Vierhaus verweist auf ein BGH-Urteil von 1985, demzufolge man sich bei Hochwasser nicht zwingend auf höhere Gewalt berufen kann. Es komme darauf an, ob das Ereignis „nach menschlicher Einsicht und Erfahrung nicht vorhersehbar ist“. Der Rechtsexperte meint: „Wenn jemand im Hochwassergebiet siedelt oder sein Gewerbe betreibt, dürfte – gerade nach den Erfahrungen von 2002 – allerdings vorhersehbar sein, dass sich so etwas wiederholt.“ Folgerichtig empfiehlt Helmuth Schmücker, Experte für Gewässerschäden aus Henstedt‐Ulzburg: „Jeder, der in einem überflutungsgefährdeten Gebiet lebt, sollte entsprechend einschlägiger Vorschriften seinen Heizöltank so sichern, dass nach menschlichem Ermessen auch im Überflutungsfall keine Freisetzung von Heizöl erfolgen kann – etwa durch Verankern, Abdichtung des Tankraumes oder Auftriebssicherung.“

Für die Branche wichtig ist Schmückers Rat, mit Präventions‐Hinweisen gleich Kundenbindung zu betreiben: „Es ist ja auch ein nützlicher und hilfreicher Service, wenn der Mineralölhändler seine betroffenen Kunden darauf hinweist. Dieser muss das dann aber auch beherzigen.“

Damit Heizölhändler besser auf ihre Kunden zugehen können, hat sich ziemlich rasch ein großes Räderwerk in Bewegung gesetzt. Das Institut für Wärme und Oeltechnik hat eine Checkliste veröffentlicht, die Wärmemarkt‐Verbände fungierten als Multiplikator. Obwohl dabei nicht der Endverbraucher adressiert war, dürfte sich dieser Schritt als wichtig erwiesen haben, gilt doch der Händler in den Augen des Kunden auch als möglicher Helfer in der Not. Und so ist es zwar auch ein Marketinginstrument, aber dennoch kaum verwerflich, dass Maier|Korduletsch mit einer Anzeige in der Regionalpresse reagiert hat. Sinngemäß: „Probleme bei der Lagerung? Wir beraten und helfen gerne!“

Hersteller bieten Sonderaktionen

Solidarisch zeigen sich auch noch ganz andere Kreise. Man helfe sich sogar unter Konkurrenten, wenn es um Notfall‐Befüllung von gefährdeten Tanks geht, heißt es bei einer der großen Mineralölgesellschaften. Auch betroffene Pächter könnten Hilfe erfragen und würden nicht allein gelassen. Und dann sind da noch die Kesselhersteller, die mit Sonderaktionen für diejenigen aufwarten, die ihre Heizungsanlage in Folge von Hochwasser eingebüßt haben. Manche Hersteller lösen dies über Wertgutscheine, andere gewähren einen prozentualen Nachlass, wieder andere bieten eine Null‐Prozent‐ Finanzierung an. Die Liste der Aktionen und Anbieter ist lang, Heizölhändler können ihre betroffenen Kunden darüber informieren und damit eventuell die Neuanschaffung erleichtern. Wichtig ist unbedingt der Hinweis, dass sich in gefährdeten Gebieten die Mehrinvestitionen in auftriebssichere Tanks lohnt und die Flucht zu anderen Energieträgern dann unnötig ist, wenn die Wahrscheinlichkeit für ein Aufschwimmen gegen Null geht.

Sand gefahren, Wasserwerk verteidigt

Auch wo die Mineralölbranche nicht selbst zu nah am Wasser gebaut hat, gibt es berichtenswerte Hochwassergeschichten. Zwei Beispiele, die wahrscheinlich für eine viel größere Solidarität stehen:

Am 3. Juni wird es auch für Leipzig kritisch. Mineralölhändler Vogel ist als Teilnehmer unserer werktäglichen Heizöl‐Preiserhebung telefonisch nicht zu erreichen. Durch Zufall erfahren wir: Jens und Andreas Vogel sind auf Abwegen, fahren Sand an die Deiche der randvollen Weißen Elster. Kurzfristig ist Geschäftssinn zweitrangig und Solidarität zählt. „Nicht ganz uneigennützig, denn der Fluss ist nur 600 Meter weg, ein Deichbruch hätte uns auch geschadet“, sagt Jens Vogel. Erst habe man den eigenen Hof gesichert, aber als dann ein Haufen Fluthelfer am Hof entlang Richtung Fluss eilten, schnappten sich die Händler kurzerhand den Kohlelaster und fuhren hinterher.

Aus Berlin erfahren wir Ähnliches: Von dort aus ist Frithjof Engelke, Juniorchef von Engelke Energie, kurzerhand mit dem Technischen Hilfswerk als Fluthelfer ins sächsische Grimma aufgebrochen. Die Stadt, bereits 2002 Lieferant prägender Flutbilder, ist erneut besonders betroffen vom Hochwasser.

Engelke ist aus freien Stücken dabei, wie schon 2002 in der Prignitz. „Das war katastrophal. Selbst die Leute im ersten Stock waren betroffen“, schildert Engelke. acht Tage lang schlief der Trupp in Turnhallen, war an mehreren Orten im Einsatz. „Bei Wurzen haben wir ein Wasserwerk erfolgreich verteidigt“, sagt Engelke nicht ohne Stolz. Kein Wunder: Anderenfalls hätten 680.000 Haushalte in und um Leipzig ohne Trinkwasser dagestanden. In Pegau kommt der Heizölhändler sozusagen direkt mit seiner Branche in Berührung: „Dort trafen wir auf ausgelaufenes Heizöl, haben 36.000 Liter Wasser‐Öl‐Gemisch gereinigt.“ Und die Arbeit in Berlin? „Ach was, wir sind ein super Team. Die kümmern sich hier, damit ich mich um andere kümmern kann!“

SPEZIAL: Überschwemmung und Schäden an Tankstellen

Interview mit Uwe Meyer (energy Assekuranzmakler, Hamburg)

Sind die Waren üblicherweise versichert, wenn in Tankstellen der Shop geflutet wird?

Falls eine Versicherung gegen Elementarschaden besteht, wären grundsätzlich Überflutungsschäden am Gebäude und im Shop (Ware und Einrichtung) im Rahmen des jeweiligen Vertrages versichert.

Gibt es Ausfallzahlungen für die Tage, an denen die Station bedingt durch Wiederaufbau geschlossen bleiben muss?

Entgangener Gewinn und laufende Kosten wären nur dann abgesichert, wenn der Betroffene eine Elementar‐Betriebsunterbrechungs‐Versicherung abgeschlossen hat.

Kann man eigentlich auch Plünderungen versichern?

Plünderung setzt grundsätzlich voraus, dass das Gebäude nicht verschlossen ist. Ein Einstieg und die anschließende Entwendung von Sachen wäre demnach kein Einbruchdiebstahl, sondern einfacher Diebstahl. Versicherungsschutz für solche Fälle wäre nur über eine spezielle Allgefahrendeckung möglich.

Welche Schäden werden durch welche Versicherungen abgedeckt?

Die Elementarschadenversicherung befasst sich mit Schäden an versicherten Gebäuden einschließlich der technischen und kaufmännischen Einrichtung sowie der Waren, die Teilkaskoversicherung mit Schäden an den Kraftfahrzeugen. Bei einer Inanspruchnahme durch Dritte oder durch die Behörde kommt eventuell die Umwelthaftpflicht‐ und/ oder die Umweltschadensversicherung zum Zuge. Hier wären zunächst die Haftung und anschließend die Deckung im Rahmen der Versicherungsverträge zu prüfen. Liegt höhere Gewalt vor, ist nicht von einer Haftung auszugehen. Liegt keine höhere Gewalt vor, dann haftet der Tankstellenbetreiber grundsätzlich für seine Anlagen. Dann könnte sich eine Deckung aus der Umwelthaftpflicht‐ und/oder der Umweltschadensversicherung ergeben. Wie so oft, steckt der Teufel im Detail oder im Kleingedruckten. Das wichtigste ist, dass Sie einen sehr guten Berater haben, der Ihnen auch im Schadenfall kompetent zur Seite steht.

Sind die Selbstbeteiligungen hoch?

Grundsätzlich sind Selbstbeteiligungen frei verhandelbar. Sie können bei besonderer Risikosituation hoch sein. Die individuelle Einschätzung des Versicherers hängt vom Standort, dem Vorschadenverlauf und dem Risiko ab.

Quelle: brennstoffspiegel.de



Das Drama sacken lassen

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Von KARINA BLÜTHGEN

 

Die Stadt Kemberg richtet auf dem Sportplatz in Dabrun ein Fest als Dank für die Hochwasser-Helfer aus. Diese tauschen sich über das Erlebte aus.

„Loben? Alle muss man loben“, sagt Frank Wessel. „Man kann nicht einen Sack Sand nehmen und sagen: Ich hab den Damm gerettet.“ Egal, ob am Deich, am Sandplatz beim Säcke füllen oder Stullen schmieren in den Gerätehäusern, der Dabruner Wehrleiter Wessel schließt in seinen Dank alle ein, die in irgend einer Form dabei waren. Vier Wochen nach dem Elbe-Hochwasser bleibt den Helfern nur eines: Das Ganze sacken lassen. Dafür hatte die Stadt Kemberg ein Fest organisiert.

Feuerwehrleute, Anwohner in den Orten entlang der Elbe, Krisenstab-Mitarbeiter und Bürgermeister kamen am Sonnabend auf dem Dabruner Sportplatz zusammen. Im Gespräch reflektierten sie die Tage im Juni, die Nerven gekostet haben. Aufgeben? „So einen Gedanken hat es nie gegeben. Nicht mal als Hintergedanken“, meinte Thomas Kebernik, der vor elf Jahren selbst am Deich stand. Der Kemberger aus der Stadtwehrleitung fungierte tagelang im Gerätehaus Dabrun als Bindeglied zwischen Einsatzort und Krisenstab. „Egal was wir brauchten, Sand, Schotter oder Sonnencreme, es hat funktioniert“, dankte er allen. „Und wenn es die Küchenfrauen waren, die für uns gekocht haben.“

Eines hat ihnen dieses Mal mehr abverlangt. Durch die sozialen Netzwerke kamen teilweise zu viele Helfer. „Die wollten alle etwas tun und waren sogar beleidigt, wenn wir nicht sofort eine Aufgabe hatten“, so der Dabruner Wehrleiter. Bei allem Optimismus – am Sonntagnachmittag war ihnen allen mulmig. Da ging zweimal die Sirene. Viele Leute seien sofort da gewesen, wollten wissen, was los war. „Das war der Moment, wo man dachte, jetzt ist die Grobe Sau gekommen“, erinnerte sich Wessel an die Schwierigkeiten an dem Wartenburger Abschnitt. Doch letztlich war es ein Fehlalarm.

Da war Roy Kallin nicht im Einsatz, der Dabruner Feuerwehrmann übernahm eine ganze Woche die Nachtschichten im Gerätehaus. „Ich war freigestellt, mein Chef ist sehr kulant“, betonte er. Dammläufer versorgen und bei Problemen Alarm schlagen, das war seine Aufgabe. „Im Großen und Ganzen ist es ruhig geblieben“, zeigte er sich heilfroh darüber. 14 Tage nach dem Hochwasser, „da habe ich dann nicht richtig schlafen können“, machte er deutlich, was das Wasser ausgelöst hat. Für Ortsbürgermeisterin Cornelia Bachmann (parteilos) war die viele Hilfe überwältigend, etwa die Lkw von Edeka Minden mit 2 500 Sandsäcken, die nachts ankamen und die man umgehend nach Wartenburg weiter schickte. Sie hatte im Vorfeld des Festes vor allem bei den Älteren geworben, zum Sportplatz zu kommen. Geholfen haben auch sie, so wie die über 80-jährige Anneliese Fritz und ihre Schwester, die fast pausenlos Kaffee gekocht hatte.

Quelle: mz-web.de

Extremes Hochwasser hat mehrere Gründe

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Bürgerversammlung in Veringenstadt offenbart großen Informationsbedarf

Von Heinz Thumm

Seit 1647 hat es kein solches Hochwasser an der Lauchert in Veringenstadt gegeben wie zum Monatswechsel Mai/Juni dieses Jahres. „Viele Bürger sind sehr betroffen von dem, was hier passiert ist, betonte Bürgermeister Armin Christ bei der Bürgerversammlung zum Hochwasser in der Turn- und Festhalle.

Über 260 Bürger aus Veringenstadt und seinen Teilorten sind zur Bürgerversammlung gekommen. Darunter waren sogar einige Einwohner von Jungnau mit ihrem Ortsvorsteher Anton Fetscher. Sie alle wollten sich gemeinsam an der Aufarbeitung des Extrem-Hochwassers beteiligen, wollten Fakten hören, Informationen erhalten, Fragen stellen und etwas über geplante Maßnahmen hören.

Armin Christ lobte: „Eine Vielzahl von Hilfskräften aus allen Bereichen hat enorm viel geleistet und bis zum Rande der Erschöpfung gearbeitet. Dafür danken wir allen Helfern ganz herzlich.“ Er freute sich auch über den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter den Bürgern, die ein intaktes Gemeinwesen zeigten.

In einer ersten Runde informierten Experten zum Sachstand. Der Gesamtkommandant der Feuerwehr Veringenstadt gab einen Überblick der Situation. Kreisbrandmeister Michael Hack sprach aus, was viele Bürger erst jetzt richtig einordnen können: „Hochwassergebiete können geschützt werden, an der Lauchert war es sehr schwierig. Alle Hilfsorganisationen haben das Mögliche getan!“

Mit Spannung wurden die Ausführungen vom Sachgebietsleiter für Oberirdische Gewässer im Fachbereich Umwelt beim Landratsamt Sigmaringen, Wilhelm Claus, erwartet. Er begann mit einer Nachbetrachtung über die vorausgegangenen Starkregenereignisse in den Oberläufen der Lauchert und ihren Nebenflüssen.

Die Lauchert fließt bei Veringen sehr träge

Ein Problem verursachen die Eigenheiten der Lauchert unterhalb von Veringenstadt. Die Lauchert fließt dort sehr träge mit einem Gefälle von zwei Metern auf 2,5 Kilometern Länge. Zwischen Hermentingen und Veringenstadt beträgt das Gefälle zwei bis drei Meter je Kilometer. Er verwies auch auf die Stör- und Engstellen durch Totholz und Bewuchs und lobte die Tauchergruppe, die unter hohen persönlichen Risiken alles ausgeräumt habe.

Claus forderte ein besseres Hochwassermanagement mit Vorsorge zum Wasserrückhalt auf der Fläche, Überprüfung der technischen Einrichtungen sowie Hochwasservorsorge für Bau-, Verhaltens- und Risikovorsorge. Für ganz dringend hält er eine bessere Vorbeugung und Alarmierung. In die aktuell entstehenden Hochwasser-Gefahrenkarten müssten die Hochwasserwerte aus 2013 sofort eingearbeitet werden.

Fragen hatte eine Interessengemeinschaft Hochwasser aus acht Familien aus Veringenstadt gesammelt. Harald Branz trug die Fragen an die Experten vor. Anschließend äußerten sich eine Vielzahl von Bürgern. Unter anderem war zu erfahren: Massive Regenfälle trafen auf bereits hohe Grundwasserstände und damit flossen bisher nicht vorstellbare Wassermengen in die Lauchert. Dort trafen sie auf verschiedene Missstände wie zum Beispiel starke Bachverkrautung, Bäume und Gebüsch, Verlandungen, einzelne Störungen an Zuleitungssammlern und auf Engstellen durch Brücken, besonders entlang der Bahnlinie.

Und weiterer Handlungsbedarf wird gesehen bei der Auswertung aller Erhebungen. Bachbegehungen sollten organisiert werden und die Wasserläufe verbreitert und vertieft werden. Ferner gelte es, Gewässerrandflächen zu kaufen oder zu tauschen. Auch die Anbringung einer Pegellatte an jeder Brücke wäre sinnvoll. Die Verbesserung der Vernetzung mit anderen Landkreisen und die Dokumentation aller geplanten Maßnahmen im Amtsblatt und auf der Homepage der Stadt Veringenstadt, schlug Branz ebenfalls vor.

Darüber hinaus wurden viele Einzelpunkte vorgetragen. Angesprochen wurde die Versicherungsproblematik, die Bisam- und Biberentwicklung, ein Hochwasserdamm im Fehlatal sowie eine Überprüfung der Regelungen im Kraftwerk Veringendorf und anderes. Auch wurde ein sensibler Umgang mit älteren Menschen bei der Evakuierung angemahnt.

Zum Schluss war Bürgermeister Armin Christ sehr zufrieden. Er wusste zwar: „Es gibt noch viel zu tun!“ Er erkannte aber auch, dass bei dieser Bürgerversammlung „viele Punkte aus fachlichem Hintergrund erklärt werden konnten.“

Quelle: schwaebische.de