Konnten sich die Badeseen inzwischen erholen?

Veröffentlicht: Juli 14, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Auch wenn das Sommerwetter im Moment eher zurückhaltend ist: In der kommenden Woche wird es wieder richtig warm. Dann liegt es Nahe, sich im Freibad zu erfrischen oder eben draußen am Badesee. Doch einige Gewässer wurden durch doch Hochwasser verunreinigt. Baden war dort teilweise streng verboten. Wir haben uns in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen informiert, ob baden inzwischen wieder erlaubt ist.

 

von Christopher Gaube

Sachsen

Wenn Schlieren auf der Wasseroberfläche treiben, dann ist das kein gutes Zeichen. Durch das Hochwasser sind allerlei unerwünschte Stoffe in die überschwemmten Seen und Teiche gespült worden. Gülle von den Feldern oder Heizöl aus fortgespülten Tanks. Noch bedenklicher ist das, was der Mensch gar nicht sehen kann, sagt Axel Bobbe von der sächsischen Landestalsperrenverwaltung: „Im See finden natürlich Stoffumsetzungsprozesse statt. Kritisch für uns Menschen ist die bakteriologische Belastung, vor allem Coli-Bakterien. Das dauert einige Wochen bis das im See umgesetzt ist und man wieder baden kann.“

Das heißt, dass viele Badegewässer nach wie vor gesperrt bleiben müssen. Doch in Sachsen ist nicht nur die Wasserqualität an sich ein Problem: „Das Speicherbecken Witznitz und das Speicherbecken Borna, die sogenannte Adria, sind noch relativ stark belastet. Am Speicherbecken Borna darf man auch noch nicht baden wegen der Böschungsrutschungsgefahr und am Speicherbecken Witznitz kommt erschwerend dazu, dass wir jetzt eine Blaualgenentwicklung im See haben.“

Die Algen reizen die Haut, baden ist dort dann sowieso verboten. Unbedenklich ist der Sprung ins Wasser allerdings am Cospudener und Markkleeberger See bei Leipzig.

Sachsen-Anhalt

Probleme gibt es auch an vielen Seen in Sachsen-Anhalt, sagt Cristiane Hoffmann vom Sachsen-Anhaltischen Landesamt für Verbraucherschutz: „Auf keinen Fall kann man in Kamern, Schönfeld und Klietz baden gehen. Dort sind die Badeseen noch nicht freigegeben und wahrscheinlich ist die Badesaison dort auch für dieses Jahr gestorben, würde ich sagen.“

Das betrifft auch den Akazienteich bei Aken. Übrigens brauchen kleine Gewässer in der Regel länger, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ein Grund ist, dass in flachen Seen bei einer Überflutung mehr Schlamm aufgewühlt wird.

Die tiefe Goitzsche bei Bitterfeld hatte dieses Problem nicht. Sie ist inzwischen wieder freigegeben. Vorsicht ist aber dennoch geboten: „Dort sollte man noch aufpassen, weil noch nicht wieder alle Badestellen soweit gesichert sind. Da ist der Wasserstand noch sehr hoch. Und man sollte aufpassen, wenn man ins Wasser springt: Da könnte in den Unterwasserbereichen einiges nicht ganz ok sein, sodass man also dort auf Hindernisse stoßen könnte. Also Vorsicht.“

Thüringen

In Thüringen sieht es dagegen besser aus, sagt der Sprecher des Gesundheitsministerium Uwe Büchner: „Die öffentlichen natürlichen Badegewässer in Thüringen sind derzeit fast alle wieder für Besucher geöffnet. Wir haben noch ein Badegewässer, in Breitungen der Kiessee, dort ist das Baden im Moment noch nicht möglich. Aber alle anderen Gewässer sind wieder zugänglich und haben auch von den Messwerten gute bis sehr gute Ergebnisse.“

Da die Gesundheitsämter der Kreise regelmäßig Wasserproben entnehmen, sind sie auch Ansprechpartner. Ist man sich also unsicher, ob in einem See gebadet werden kann, sollte man einfach dort nachfragen.

Quelle: mdr.de

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