Hochwasser bedroht Bilanz des Reisesommers

Veröffentlicht: Juli 14, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Folgen der Überflutungen in Deutschland bringen viele Hotels und Restaurants in Schwierigkeiten. Die führenden Vertreter der deutschen Reisebranche sehen die Jahresbilanz des Tourismus in Gefahr.

Das Wasser ist abgeflossen, doch die Folgen der Überschwemmungen und Deichbrüche werden die Menschen in den betroffenen Gebieten noch eine Weile beschäftigen. Die Flut hinterlässt in Deutschland nicht nur nur eine Menge Aufräumarbeit, sondern nach Ansicht führender Vertreter der Branche auch Probleme für den Tourismus in den Regionen.

Das Beratungsunternehmen Trendscope befragte im Auftrag des Travel Industry Club Deutschlands wichtigste Reisemanager zu den Flut-Folgen für das Reiseland. Demnach erwarten 80 Prozent der Branchenkenner, dass das Hochwasser in den betroffenen Regionen die Bilanz für den Reisesommer 2013 verhageln werde.

Darüber hinaus geht mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) davon aus, dass die Überflutungen sich negativ auf die Gesamtbilanz des Reiselandes Deutschland auswirken werden.

Dabei machen sich die Manager weniger Sorgen um die ausländischen Gäste als um die Heimaturlauber: Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) glauben nicht, dass internationale Reisende durch die Berichterstattung verunsichert wurden und daraufhin einen Bogen um Deutschland oder die von der Flut betroffenen Gebiete machen werden.

Bei deutschen Urlaubern sind die Tourismus-Experten skeptischer: 64 Prozent gehen davon aus, dass das Hochwasser und seine Folgen die Reiseentscheidungen der Deutschen beeinflussen.

Starke Einbußen für den Tourismus in Sachsen

Im von der Flut stark betroffenen Sachsen rechnet man ebenfalls mit starken Einbußen durch das Hochwasser. Die Flut und ihre Folgen belasten nach Angaben des Landestourismusverbandes Sachsen die gesamte Saisonbilanz 2013.

„Aber noch ist nicht alles verloren“, sagte Präsident Andreas Lämmel vergangene Woche in Dresden. Konkrete Angaben dazu seien erst im Winter möglich. „Das Hochwasser ist weg, es gibt natürlich Schäden an der Infrastruktur, aber alle Urlaubsregionen können bereist werden“, betonte Lämmel.

Von der Flut betroffene Gastgeber versuchten, die Zahl der Stornierungen so gering wie möglich zu halten. Andere machten provisorisch auf und verlegten die Generalsanierung in den Winter, berichtete Lämmel.

Alle Flussradwege sind wieder befahrbar

Die Flut hat auch den Fahrradtourismus an den Flüssen zum Erliegen gebracht. Doch inzwischen sind fast alle Flussradwege in Deutschland wieder befahrbar.

Nur auf wenigen Abschnitten würden Radtouristen noch umgeleitet, teilt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit. Auch die meisten Hotels und Gaststätten hätten wieder geöffnet, fast alle Sehenswürdigkeiten entlang der Strecken seien problemlos erreichbar.

Bevor sie aus Sorge ihre geplante Reise stornieren, sollten Urlauber sich auf den Internetseiten der Radfernwege über die aktuelle Lage informieren, rät der ADFC. Denn Hoteliers beklagen viele Stornierungen, auch wenn ihre Häuser gar nicht betroffen oder schon wiedereröffnet seien. Die Gäste fehlen – gerade jetzt nach dem Hochwasser.

Manager machen Politik verantwortlich

So rechnen die Entscheider der Reisebranche dann auch mit denen ab, die sie für verantwortlich halten: Neun von zehn Befragten meinen, dass die erneute „Jahrhundertflut“ auf die Kappe der Politik gehe.

Die Ausmaße der Hochwasser-Schäden seien Beleg für die mangelhaften Flutschutz-Politik, die auf die „Kleinstaaterei“ in den Bundesländern zurückgehe. Die Manager fordern ein einheitliches, länderübergreifendes Konzept.

Extremwetterereignisse wie Stürme, Überflutungen oder Dürreperioden treten in vielen Ländern immer häufiger auf. Das beeinflusst auch die Urlauber, meinen die Befragten: 59 Prozent der Reisemanager sind der Meinung, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen zunehmend ein Faktor bei der Urlaubsentscheidung sein werden.

Quelle: welt.de

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