Archiv für Juli 12, 2013

Verwaltung analysiert Ursache

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in NRW

Die Kürtener Verwaltung betreibt nach dem Unwetter, als das Wasser über eine Betonwand rauschte, Ursachenforschung an der Gesamtschule. Dafür wird eine digitale Geländeform erstellt, mit deren Hilfe das Fließverhalten rekonstruiert werden kann.

 

Sintflutartig rauscht das Wasser während des Unwetters am 20. Juni über die Betonwand hinter der Mensa der Kürtener Gesamtschule. Das Handyvideo ist Jürgen Piltz, Fraktionschef der BfB, zugesendet worden. Jetzt betreibt die Verwaltung Ursachenforschung. „Wir untersuchen die Geländesituation oberhalb der Mauer“, erklärt Bauamtsleiter Willi Heider. Dafür wird eine digitale Geländeform erstellt, mit deren Hilfe das Fließverhalten rekonstruiert werden kann. „Dann können wir entscheiden, was wir machen können“, so Heider. Doch das gehe nicht von heute auf morgen. „So etwas muss vorbereitet und vernünftig gemacht werden.“

Das Unwetter und seine Folgen wird auch den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in seiner nächsten Sitzung, Mittwoch, 17. Juli, ab 17.30 Uhr, beschäftigen. Hier will die Verwaltung die Fragen der BfB beantworten. Diese befürchtet unter anderem, dass das geplante Regenrückhaltebecken in Bechen-Unterfeld nicht ausreichend dimensioniert ist. Hierzu sollte auch das Ingenieurbüro eingeladen werden. „Die Mitarbeiter können leider nicht kommen, sind aber gerne bereit, an einem anderen Termin Rede und Antwort zu stehen“, sagt Heider. Sie seien auch bereit, in einer Bürgerversammlung oder im Ausschuss Fragen zu beantworten.

Inzwischen hat auch die FDP eine Stellungnahme zu den Überschwemmungen abgegeben. Im Nachgang zum Hochwasser-Ereignis müsse es darum gehen, die Schäden akribisch aufzuarbeiten, um für die Zukunft Schwerpunkte bei den Schutzmaßnahmen setzen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung. Die in Umlauf befindlichen Bilder und Videos werden als teilweise erschreckend bezeichnet. „Wir alle müssen aus den Ereignissen lernen“, sagt Fraktionsvorsitzender Mario Bredow. Anschuldigungen und Polemik bringe dabei nichts und Hochwasserschutz sei nicht geeignet, um Wahlkampf zu machen. „Das Schüren von Ängsten ist bei einer Problembewältigung selten ein guter Ratgeber“, so Bredow.

 

Quelle: ksta.de

Verwaiste Bambis – Rehkitze nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Tier Fluthilfe

 

Für viele heimische Wildtierarten war dieses Jahr eine Katastrophe – wegen des schlechten Wetters. Rehgeißen bekamen weniger Kitze. Und dann kam auch noch das Hochwasser …

Zuerst war es im Frühjahr kalt, dann hat es unaufhörlich geregnet. Die Schwalben haben nicht genügend Insekten gefunden, um ihre Jungen satt zu kriegen, ähnlich schlecht erging es dem Hasennachwuchs.

Auch für den Rehnachwuchs war dieses Jahr ungünstig, relativ wenige Rehgeißen hatten dieses Frühjahr ein Kitz. Als die Flut kam, gerieten viele Tiere in Lebensgefahr …

„Wir versuchen, die Straßen frühzeitig zu sperren, damit die Tiere die Chance haben, höher gelegene Orte zu erreichen, um zur Ruhe zu kommen, Kräfte zu sammeln und wenn es weiter geht, weiter zu schwimmen.  Das Problem, das wir immer wieder haben, sind Hochwasser-Gaffer, denen nicht bewusst ist, wenn sie da reinfahren, zum Anschauen, dass sie die Tiere zurück ins Wasser drängen und die nicht mehr zur Ruhe kommen, keine Kräfte mehr haben und dann quasi ertrinken.“

Rudi Sanladerer, freiwillige Feuerwehr

Elisabeth Leeb aus Neuhaus am Inn ist seit sechs Wochen Ersatzmama von drei Rehwaisen, die die Flut überlebt haben. Liebevoll kümmert sie sich um die drei Kitze Franzi, Franziska und Fleckerl, die von Bekannten und Feuerwehrleuten gebracht wurden, und zieht sie mit Schafaufzuchtmilch groß. Mittlerweile sind sie aus dem Gröbsten heraus, im nächsten Frühjahr sollen sie ausgewildert werden.

Quelle:br.de

Katastrophale Folgeschäden – Sedimente nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Der Inn bei Neuhaus fließt ruhig dahin. Von den Hochwasserschäden ist kaum noch etwas zu erkennen, zumindest nicht für den Laien. Doch der Schein trügt: Denn die Maisfelder gleichen eher versandeten Mondlandschaften.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unser-land/sedimente-nach-dem-hochwasser-102.html

Quelle: br.de

AWO-Kita eröffnet „Café Hochwasser“

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Westerkappeln – im Münsterland

2010 hat die AWO-Kindertagesstätte Am Königsteich mit dem Café Haiti Erdbebenopfer unterstützt. Jetzt will sie mit dem Erlös aus einem „Café Hochwasser“ einer Kindertagesstätte in Sachsen helfen.

 

Die AWO-Kindertagesstätte Am Königsteich öffnet in der kommenden ein „Café Hochwasser“. Dort herrscht aber nicht Land unter, sondern die Einrichtung will mit dem Erlös aus Kaffee und Kuchen die AWO-Kita „Zitronenbäumchen“ in Elsterberg (Sachsen) unterstützen, die laut Mitteilung durch das Elbe-Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde.

„Im Jahr 2010 haben mit dem Café Haiti den Erdbebenopfern geholfen. Da diese Idee seinerzeit so gut angekommen ist, wollen wir in diesem Jahr unsere Hilfe ganz gezielt anbieten und mit dem Erlös eine vom Hochwasser betroffene Kita direkt unterstützen“, betont Elke Ursinus, Leiterin des Westerkappelner AWO-Kindergartens.

In der AWO-Kita „Zitronenbäumchen“ habe das Erdgeschoss unter Wasser gestanden, so dass beispielsweise die Schlafräume für die U3-Kinder und auch der Turnraum zurzeit nicht genutzt werden könnten, berichtet Ursinus. Außerdem sei das gesamte Außengelände überflutet worden. Laut Aussage der dortigen Leitung Sylvia Blei fühlten sich dort zwar die Enten wohl. Für die Kinder sei der Platz zum Spielen vorerst tabu.

Mit vereinten Kräften helfe die AWO den Flutopfern. So haben der Bezirksverband Westliches Westfalen der Arbeiterwohlfahrt laut Mitteilung und seine Gesellschaften 10 000 Euro für die Opfer in den Hochwassergebieten zur Verfügung gestellt. Zusätzlich stellten AWO und AWO Jugendwerk im westlichen Westfalen für Kinder und Jugendliche aus den betroffenen Regionen unentgeltlich Plätze in Ferienfreizeiten zur Verfügung. In den AWO Senioren-Erholungseinrichtungen an der Ostsee böte die AW Kur- und Erholungs- GmbH außerdem älteren Betroffenen kostenlose Ferienmöglichkeiten, um so zum Beispiel pflegende Angehörige zu entlasten.

„Schon beim Verteilen der Plakate haben wir Lob für diese Idee bekommen. Jetzt müssen nur noch viele Gäste ins ,Café Hochwasser´ kommen“, hofft Elke Ursinus auch im Namen des Elternbeirates und des Mitarbeiterteams.

Geöffnet ist das Café nur vom Dienstag, 16. Juli, bis Donnerstag, 18. Juli, jeweils in der Zeit von 14.30 Uhr bis 17 Uhr.

Quelle: wn.de

Waldstetten – Nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Bayern

Waldstetten zählte zu den im Landkreis am schlimmsten betroffenen Kommunen. Jetzt will die Marktgemeinde Vorsorge für zukünftige Hochwasserereignisse treffen. Von Adalbert Zimmermann

Das Hochwasser am 10. und 11. Juni hat in Waldstetten teilweise gravierende Schäden an öffentlichen und privaten Gebäuden hinterlassen. Im Marktgemeinderat war man sich darüber einig, dass nachhaltige Maßnahmen zur Eindämmung von Hochwasserproblemen getroffen werden müssen. Mit Bürgermeister Emil Konrad und Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth und des Landratsamtes Günzburg fand am Dienstag eine Ortsbegehung statt, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und Lösungen für die Zukunft zu finden.

Die hochwassergefährdeten Bereiche Waldstettens liegen vorwiegend entlang des Ellerbaches (örtlich auch als Erlenbach bezeichnet). Durch die mehrfache Verrohrung des Ellerbaches und den Zulauf des Kälberbaches spitzt sich die Situation an den Engstellen nochmals zu. Die Beteiligten waren sich darüber einig, dass eine Vergrößerung der Durchlasse keine Lösung bringt.

„Um Hochwasserprobleme wirksam in den Griff zu bekommen, sind nachhaltige Maßnahmen erforderlich“, so die Aussage von Ulrich Kost vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Eine wirksame Maßnahme könne ein Rückhaltebecken zwischen der Nachbargemeinde Hausen und Waldstetten mit einer entsprechenden Wasserdammvorrichtung sein.

„Dabei sind provisorische Maßnahmen, beispielsweise das Aufschütten eines einfachen Erddammes, nicht zielführend“, ergänzte Peter Kaufmann vom Landratsamt Günzburg. Ausgehend von den Erfahrungen anderer Gemeinden werden solche Dämme oft weggeschwemmt, wobei der Schaden dann noch größer werde. Vielmehr müsse eine statisch sauber ausgeführte Baumaßnahme erfolgen, die im Wasserrechtsverfahren geprüft wird.

Wegen der komplexen Materie empfahl Ulrich Kost vom Wasserwirtschaftsamt, ein Ingenieurbüro mit der Planung zu beauftragen. Bürgermeister Konrad hat auch schon einen Flurbereich im Blickfeld, der für ein Rückhaltebecken und einen Wasserdamm geeignet wäre. Diese Maßnahmen werden mit bis zu 45 Prozent bezuschusst, erklärt Kost.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Hochwasserstudie in Auftrag zu geben, die dann anschließend Schutzmaßnahmen vorschlägt. Die Studie wird mit 75 Prozent und die daran anschließende Maßnahme mit 65 Prozent bezuschusst. Über das weitere Vorgehen wird der Gemeinderat Waldstetten in eine der nächsten Sitzungen beraten, so Bürgermeister Konrad.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Nach dem Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Nach-dem-Hochwasser-id25999951.html

Nach dem Hochwasser – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Nach-dem-Hochwasser-id25999951.html

Werner von Helden erinnert sich noch gut an den Januar von vor zwei Jahren. Die Schneeschmelze hatte den Pegel der Rur, in deren direkter Nachbarschaft er sein Eigenheim gebaut hat, um viele Zentimeter ansteigen lassen.

Der marode Damm der Rur-auen in Ophoven, so versichert er, hätte das Wasser nicht halten können, wenn nicht die Anwohner mit Hilfe der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks mehr als 500 Sandsäcke gestapelt und damit die Lecks am Deich abgedichtet hätten. Nur so hätte der Deichbruch damals verhindert werden können. „Wir haben wieder einmal Glück gehabt. Aber noch ein Hochwasser hält der Damm nicht aus“, sagt von Helden.

Wie viele Anwohner ärgert er sich, dass der Deich vor der Haustüre noch nicht saniert wurde: „Im Moment schauen alle in die Hochwassergebiete im Osten. Aber wir könnten jederzeit ebenso betroffen sein. Nun sind nach dem letzten Hochwasser, aus dem sich dringender Handlungsbedarf ergeben hat, zwei Jahre vergangen. Wie lange sollen wir denn noch warten?“, fragt von Helden.

Jetzt aber tut sich etwas in der Hochwasserfrage. In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Wassenberg stand das Thema auf der Tagesordnung. Ophovens Ortsvorsteher Dirk Jennissen brachte einen Antrag ein, in dem er forderte, den Hochwasserschutz zeitnah anzugehen. „Der mangelhafte Zustand des Ophovener Deichs ist uns allen mittlerweile seit mehr als zehn Jahren bekannt und macht mir und vor allem den Ophovenern Angst“, sagte Jennissen.

Der Ausschuss hat nun beschlossen, dass die Verwaltung alle erdenklichen Schritte in die Wege leitet, um den Deich wieder in einen funktionstüchtigen Zustand zu bringen.

Dringenden Handlungsbedarf sah nach dem letzten Hochwasser der Rur auch die Stadt Wassenberg und ging die Deichsanierung zeitnah nach dem Hochwasser an. Doch die damals von der Verwaltung zeitnah eingeschätzte Umsetzung der Sanierung erhielt aus verschiedenen Gründen bald einen Dämpfer.

„Die erste Planung ist am hohen Landbedarf gescheitert, denn die Stadt besitzt dort kein eigenes Land. Und der Erwerb des Landes ist gescheitert“, erklärt Ophovens Ortsvorsteher Dirk Jennissen.

Und auch die Höhere Landschaftsbehörde verpasste den Planungen einen Dämpfer. Denn zur Sanierung der Deiche wäre die Fällung von Bäumen notwendig gewesen – und das lehnten Behörde der Bezirksregierung Köln rigoros ab. Sie forderten stattdessen, die in diesem Bereich vorkommenden Fledermausarten zunächst zu beobachten und über einen längeren Zeitraum zu kartieren. „Die Katalogisierung von Flugbahnen der dort lebenden Fledermäuse kostete uns circa ein Jahr Planungszeit, in der nichts geschehen ist“, so Jennissen.

Innerhalb des Kartierungszeitraumes wurden jedoch ergänzende Vorplanungen eines Fachbüros mehrfach unter den beteiligten Behörden abgestimmt.

Doch aufgrund der Kartierungsergebnisse ist nach Einschätzung der Behörde die Erhaltung des durchgängigen Baumbestandes an der Ruraue in Ophoven zwingend erforderlich, um in diesem Bereich den Fledermausbestand dauerhaft zu garantieren.

„Ich bin ja immer für Artenschutz. Aber es kann doch nicht sein, dass Anwohner dafür ihre Häuser verlieren“, sagt Werner von Helden. „Insbesondere, wenn man im Schadensfall alleine da steht. Denn in diesem Bereich bieten Versicherungen keine Versicherung gegen Hochwasser mehr an“, so der Anwohner.

„Die Belange des Natur- und Landschaftschutzes werden hier über die Grundrechte Gesundheit, Leben und Eigentum gestellt. Ein explizites Menschenschutzgesetz gibt es ja offensichtlich nicht“, sagte auch der Ortsvorsteher Jennissen im Ausschuss und fügt hinzu: „Die Hinhaltestrategie der Bezirksregierung ist aus meiner Sicht nicht mehr nachvollziehbar. Die einschlägigen Erfahrungen aus dem Elbhochwasser haben uns gelehrt, dass zur Verkürzung des üblichen Verfahrensprozesses auch unkonventionelle und innovative Schritte nötig sind.“

Nun gibt es aber für die betroffenen Anwohner Grund zum Hoffen: Eine angepasste Planvariante will die Verwaltung in Kürze mit den betroffenen Grundstückseigentümern erörtern. Sobald konkrete Ergebnisse vorliegen, werde der Planungs- und Umweltausschuss bzw. der Stadtrat entsprechend in die neuen Planungen einbezogen.

Vielleicht können die Bewohner Ophovens also zumindest leicht aufatmen. Denn es kommt offenbar Bewegung in der Hochwasserschutzfrage.

Quelle: aachener-zeitung.de

Schwierige Zeiten für Schäfer nach Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Elbe

Das Jahrhunderthochwasser vom Juni macht den Schäfern an der Elbe immer noch schwer zu schaffen. Da das Wasser auch einen Monat nach der Flut weiter an den Deichen steht und Sandsäcke und Treibgut viele Wege unpassierbar gemacht haben, können sie ihre Tiere nur an wenigen Stellen wieder auf die Deiche treiben. Dabei sind die Wiesen die wichtigsten Weiden für norddeutsche Elbschafe. Inzwischen wird sogar das Futter knapp, die Lämmer bekommen zu wenig Milch von ihren Müttern, wie Schäfer sagen.

Quelle: rhein-zeitung.de

Auch die Fische sind Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Bayern

An der Vier-Meter-Marke kratzte die Isar am 4. Juni. Der Pegel erreichte damit auch in der Isarstadt einen Jahrhundertrekord. Die meisten Opfer der Hochwasserkatastrophe sind inzwischen bekannt – auch die Tierwelt zählt dazu. Die Plattlinger Fischer untersuchen derzeit, wie sehr die Wassertiere durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Es war gerade Laichzeit, als das Wasser über die Ufer trat, Wiesen und Felder überschwemmte. Karpfen, Brachsen oder Nerflingen boten die Überschwemmungsgebiete, viele mit geringer Wassertiefe und krautigem Boden, scheinbar ideale Voraussetzungen zum Ablaichen. Doch als das Hochwasser zurückging, lag der Laich auf dem Trockenen. Bereits geschlüpfte Brut war in den Tümpeln gefangen und verendete.

„Erst in einigen Jahren werden wir wissen, wie tragisch sich der Ausfall der diesjährigen Brut auf unseren Fischbestand auswirkt“, erklärte dazu am Mittwoch Johannes Lehner, Vorsitzender des Plattlinger Fischereivereins.

Weitere Informationen über die Auswirkungen des Hochwassers auf die Plattlinger Fischgewässer können die Petrijünger des Fischereivereins am Freitag,12. Juli, erfahren. In den gerade neu eröffneten Fischerstuben beginnt um 19 Uhr die Mitgliederversammlung. Der Höhepunkt des Abends wird ein Film sein, den ein Taucherteam im Danglweiher drehte. Er dokumentiert die derzeitige aktuelle Entwicklung der Unterwasserwelt im Weiher des Vereins und zeigt den dort reichlich vorhandenen Fischbestand.

Am Sonntag, 14. Juli, findet das vereinsinterne Königsfischen statt. Gefischt werden darf mit zwei Handangeln (nur eine für Raubfische) vom 6 bis 11 Uhr in allen Vereinsgewässern außer der Ettlinger Strecke von Kilometer 18,2 bis Stau Ettling und dem Isararm. Ab 11.30 Uhr müssen die Fische geschuppt und ausgenommen am Vereinsheim zur Waage gebracht werden. Schonzeiten und Maße sind zu beachten. Das sonstige Mindestmaß beträgt 30 Zentimeter.

Quelle: pnp.de

 

Baby-Biber Momo wird aufgepäppelt

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Biber Momo hat beim Elbhochwasser seine Eltern verloren. Diese Rolle übernehmen nun die Pfleger einer Wildtierstation in Elmshorn diese Rolle für den Baby-Nager. Dieser soll später in die freie Wildbahn zurückkehren

Das Biber-Baby Momo hat im Hochwasser der Elbe seine gesamte Familie verloren – nun päppeln Pfleger der Wildtierstation Hamburg bei Elmshorn den kleinen Nager wieder auf. Im Gehege bei Pinneberg stehen schwimmen, nagen und viel Schlaf auf Momos Programm.

„Momo kann schon viel. Letztens hat er sogar eine Möhre gefällt“, sagt Stationsleiter Christian Erdmann. Für einen richtigen Baumstamm reiche es noch nicht. Aber er sei schon kräftiger geworden.

Momo soll in der Wildtierstation alles lernen, was ein Biber für das Leben in der freien Natur wissen muss. Der Plan ist, dass der junge Biber in Zukunft zusammen mit anderen Artgenossen leben soll. Infrage kommen dafür drei Biber, um die Tierschützer sich nach der Flut in Dessau kümmern.

Später soll die Biber-Gruppe wieder in die Natur ausgesetzt werden. Neben Momo werden noch fünf weitere Flutopfer in der Wildtierstation aufgepäppelt: zwei Rehkitze, zwei Hasen und ein Waschbär-Baby. (dpa)

Quelle: ksta.de

Sedimente nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Bayern

Der Inn bei Neuhaus fließt ruhig dahin. Von den Hochwasserschäden ist kaum noch etwas zu erkennen, zumindest nicht für den Laien. Doch der Schein trügt: Denn die Maisfelder gleichen eher versandeten Mondlandschaften.

Von: Doris Fenske

Sedimente | Bild: BR

Bei Neuhaus ist etwas passiert, mit dem Franz Gerauer und andere betroffene Landwirte nicht ernsthaft gerechnet hätten: Die Maispflanzen, die hier noch bis Anfang Juni gewachsen sind, wurden von den Hinterlassenschaften der Flut derart tief begraben, dass mancher Maisacker nun einer Mondlandschaft gleicht.

Ein halber Meter Sand

„Wir kennen des Problem schon, aber im Normalfall haben wir so drei, vier, fünf Zentimeter. Das ist nicht schädlich und da haben wir kein Problem, aber so in Stärken von einem halben Meter und mehr, das ist natürlich ungewöhnlich“

Landwirt Franz G., Neuhaus am Inn, Lkr. Passau

Zerstörte Erde

Das Fatale an der Situation: Nicht nur die komplette Ernte ist vernichtet, sondern auch der Ackerboden. Denn der Humus ist unter dem Sand regelrecht eingesperrt. Eine Luftzufuhr ist nicht mehr gegeben, und darunter leidet die Fruchtbarkeit des Bodens.

Liegt es am Wasserkraftwerk?

Wie aber ist es möglich, dass das Inn-Hochwasser solch dicke Schichten hinterlässt? In Ufernähe sind es sogar meterhohe Sandberge. Kann ein einzelner Fluss tatsächlich so viel Material mit sich führen, selbst dann, wenn er von Haus aus viel Sand mit sich führt? Oder spielt das Wasserkraftwerk bei Neuhaus-Schärding ebenfalls eine Rolle? Denn dort, wo der Inn aufgestaut ist, lagert sich viel Material ab. Und die Flut hat Sand und Schlamm, die möglicherweise jahrzehntelang im Staubecken angereichert waren, mitgerissen.

Der Sand muss weg

Metertiefe Sandberge am Flussufer

2.000 Hektar Ackerfläche im Landkreis haben nun Wüstencharakter. Einzelne Flächen sind metertief unter Sand begraben. Die Sedimente mit einem Bagger abzuschieben, wäre extrem teuer und nur mit enormem Aufwand zu realisieren. Wie und ob die Flächen saniert werden können, ist daher noch völlig unklar. Bei Franz Gerauer ist die Auflage mittlerweile hart wie Stein. Nur eines scheint klar: Dass dieser Zustand behoben werden muss – für Agraringenieur Robert Schnellhammer eine ganz besondere Herausforderung:

„Da wissen wir auch nicht recht, wie sich das hier entwickelt, und deswegen wollen wir das nicht so lassen, denn unter Luftabschluss wird des Ganze silieren, das wird blau, wird stinken, und ist dann natürlich kein Pflanzenstandort mehr.“

Agraringenieur Robert S., Amt für Landwirtschaft, Passau

Erst die Fräse …

Die Landwirte improvisieren: Sie bearbeiten den Boden mit einer gewaltigen Fräse, die tiefer in den Boden eindringen kann als ein Pflug, obwohl es einen ganzen Arbeitstag dauert, bis die Fräse einen Hektar bearbeitet hat. Doch die Fräse bleibt im schmierigen Boden stecken. Auch wenn die Schollen trocken aussehen, im Boden steckt noch immer viel Feuchtigkeit.

… dann der Grubber

Damit der Boden besser abtrocknen kann, muss die Schlammauflage belüftet, also gelockert werden. Dafür kommt jetzt ein Grubber zum Einsatz. Ein paar Tage später wird die Fräse dann ein zweites Mal getestet. Diesmal versinken die Räder nicht in den Schlamm-Auflagen. Die Maschine kommt zwar langsam voran, aber es ist möglich, die grauen Schollen einzuarbeiten, zumindest auf den Flächen, die nicht zu stark mit Sedimenten des Inns bedeckt sind.

Die Mühe scheint sich auszuzahlen.

Die Messer der Fräse graben sich 60 Zentimeter tief ein und bringen den verlorenen Humus wieder nach oben. Franz Gerauer ist mit dem Ergebnis zufrieden. Zumindest einen Teil seiner Flächen kann er so bearbeiten lassen. Einziger Nachteil: Die Leistung kostet pro Hektar etwa 3.500 Euro.

Landwirtschaft und Hochwasser

Wer in Flussnähe Ackerbau betreibt,  lebt mit dem Hochwasser. Ungefähr alle zehn Jahre werden bei Neuhaus Äcker überspült, ein Risiko, das die Landwirte in Kauf nehmen. Erst die Flut 2013 hat deutlich gemacht, dass es nicht immer einfach ist, zum Alltag zurückzukehren: Statt ertragreicher Nutzpflanzen gehen hier sofort Weiden auf und erinnern die Landwirte daran, dass sie dort wirtschaften, wo von Natur aus Auwald stehen würde.

Quelle: br.de