Deichbau »kaum eine Option»

Veröffentlicht: Juli 4, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Nach der Flut ist vor der Flut: Bis Mitte August sollen Vorschläge für einen Hochwasserschutz in Neu Darchau auf den Tisch

rg Neu Darchau. Dramatisch waren die ersten beiden Juni-Wochen in Neu Darchau. Die Rekordflut der Elbe stand hoch an den improvisierten Deichen, die die Nordkreis-Ortschaft schützten, und hektisch wurde tagelang an deren Verstärkung gearbeitet, als sie abzurutschen drohten.

Zum dritten Mal innerhalb von elf Jahren waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen nötig, um ein Überfluten großer Teile der Elbe-Ortschaft zu verhindern. Denn Neu Darchau hat keinen Deich, keinen Hochwasserschutz, keine Verteidigung gegen Hochwasserereignisse, wie sie seit 2002 bereits zwei weitere Male auftraten. Doch das soll sich nun ändern. Bis Mitte August sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie Neu Darchau und sein Ortsteil Katemin künftig dauerhaft vor hohen Elbefluten geschützt werden können. Die nötigen Ausgaben dafür segnete am Dienstagabend der Bauausschuss der Samtgemeinde Elbtalaue auf seiner Sitzung in Hitzacker ab. 25000 Euro sollen das Vermessen der hochwasserbedrohten Gebiete in Neu Darchau und Katemin sowie das Erstellen von Schutz-Konzepten kosten – gut angelegtes Geld, stellte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer heraus. Zumal ein Großteil davon über Fördermittel aufgefangen werde. Die Ergebnisse der Untersuchungen und die Vorschläge, wie Neu Darchau künftig hochwassersicher gemacht werden könnte, sollen am 22. August bei einer Bürgerversammlung im Göpelhaus vorgestellt und diskutiert werden.

Dass Neu Darchau ein Hochwasserschutzkonzept brauche, stehe außer Frage, sagt Jürgen Meyer. So wie bislang gehe es nämlich nicht weiter. Auf rund 500000 Euro schätzt die Samtgemeindeverwaltung in Dannenberg allein die Kosten für den bis dato letzten Hochwassereinsatz im nordöstlichsten Zipfel des Landkreises. »Kosten, die wir alle in der Samtgemeinde Elbtalaue tragen, die wir über die Samtgemeinde- und Kreisumlage alle schultern müssen», stellt Meyer heraus. Auf die Dauer sei das weder vermittel- noch durchhaltbar, so Meyer. Jetzt sei die Politik gefordert, es müssen Entscheidungen her, was in Neu Darchau zu geschehen habe. Und das möglichst schnell.

Klar sei allerdings schon jetzt, dass ein herkömmlicher Deich für Neu Darchau und Katemin wohl kaum in Frage komme. »Ein Deich ist kaum eine Option, der würde ja komplett den Blick auf Elbe und Elbvorland verstellen», betonte der Samtgemeindebürgermeister. Für denkbar halte man in der Verwaltung eine Konstruktion ähnlich der in Hitzacker. Eine Mauer also, mit der Möglichkeit, aufzustocken. Doch das alles werde nun erst einmal untersucht und geprüft, es gebe da noch keinerlei Festlegung, so Meyer. Klar sei nur: »Es muss passen für Neu Darchau. Und es muss finanzierbar sein.»

Genau das könnte aber zu einem Problem werden. Es könne nämlich sein, dass die passende Lösung für die Elbe-Ortschaft nicht die Kriterien erfüllt, um vom Land mit der höchstmöglichen Förderung – 100 Prozent – versehen zu werden. »Es kann sein, dass der Hochwasserschutz, den wir hier für geeignet und angebracht halten, eine Million Euro kosten würde und nicht förderfähig wäre, eine andere, umfangreichere Maßnahme zwei Millionen Euro kosten würde, die dann komplett vom Land übernommen werden würden», erläuterte der Samtgemeindebürgermeister. Auch das sei nun Bestandteil der Varianten- Entwicklung. »Und wir sind selbst gespannt, was herauskommt», so Meyer.

Für »kaum möglich» halte er es, eine Variante zu finden, mit der alle Neu Darchauer gut leben könnten, gab Bauausschussmitglied Uwe Beutler zu bedenken. Das sei richtig, konstatierte Jürgen Meyer, aber »im Zweifel gibt es dann da aber ein Verfahren und eine Planfeststellung», an denen sich jedermann beteiligen oder gegen die dann jeder, der das möchte, juristisch vorgehen kann. »Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Hier muss sich keiner etwas überstülpen lassen, wenn er damit nicht einverstanden ist.»

Quelle: ejz.de

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