Hunderttausende Sandsäcke – kaum Helfer

Veröffentlicht: Juli 2, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

Tag und Nacht waren bis zu 3.000 Fluthelfer an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Sie füllten Sandsäcke, stopften Sickerstellen – und verhinderten dadurch schlimmere Hochwasser-Schäden. Doch nach der Flut ist die Tatkraft der Helfer abgeebbt. Seit Bundeswehr und THW nach dem Ende des Katastrophenalarms vor zwei Wochen abgezogen wurden, gerieten die Aufräumarbeiten ins Stocken. Auf den Deichen im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen noch immer Hunderttausende Sandsäcke. Diese drücken auf die Deiche und gefährden so die Deichnarben.

Eine Woche lang hatte an der Elbe zwischen Dömitz und Boizenburg Katastrophenalarm geherrrscht. Die Deiche hielten aber dank kräftiger Verstärkung mit mehr als einer Million Sandsäcke den Wassermassen stand. Der Rückbau gestaltet sich aber schwierig.

Dömitz: 900 Helfer gesucht

Deshalb veranstaltet die Stadt Dömitz eine Aufräumaktion. Gesucht werden 900 freiwillige Helfer. Sie sollen von Donnerstag bis Sonntag die Sandsäcke entsorgen. Das staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) rief seine Mitarbeiter dazu auf, einen Arbeitstag am Deich zu verbringen. Auch Mitarbeiter des Landkreises und der Stadtverwaltung wurden zur Unterstützung aufgerufen.

Im Raum Dömitz seien erst rund die Hälfte der Sandsäcke geleert und weggeräumt worden, sagte Iris Weber, Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Dömitz-Malliß. Es gebe nicht genügend Freiwillige. Zudem müssten die Stadt und umliegende Gemeinden für die Räumeinsätze Technik wie Radlader und Lastwagen zum Abtransport des Sandes zur Verfügung stellen. Dies sei für die Kommunen ein finanzieller Kraftakt, sagte die Verwaltungschefin. Der Landkreis dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Boizenburg: Ehrenamtliche Helfer fehlen

In Boizenburg konnte eine spezielle Deicherhöhung mit Sand und Folien noch nicht wieder beseitigt werden, sagte Dagmar Poltier vom Fachbereich Bau und Ordnung des Kreises. Der Deich war dort auf fünf Kilometern Länge um bis zu 50 Zentimeter aufgeschüttet und mit schwerer Technik erhöht worden. Der Rückbau sei nicht per Hand zu schaffen. Poltier: „Die Stadt kann das nicht allein bewältigen.“ Auch die Fachbereichsleiterin sieht den Kreis in der Verantwortung. Auch in Boizenburg müssten noch unzählige Sandsäcke weggeräumt werden. Viele Helfer der Freiwilligen Feuerwehren seien allerdings berufstätig oder derzeit im Sommerurlaub. Es fehle an genügend Ehrenamtlichen in den Gemeinden für die dringenden Aufräumarbeiten.

Keine Unterstützung von der Bundeswehr

Hilfe beim Aufräumen sei von der Bundeswehr nicht zu erwarten, sagte der Sprecher des Landeskommandos, Klaus Brandel. Er wisse von erheblichen Problemen mit der Sandsackrückfuhr. Zwar habe die Bundeswehr während der Flut helfen können – doch der Katastrophenalarm sei aufgehoben, eine Gefahr für Leib und Leben der Bürger bestehe nicht mehr. Die Aufräumarbeiten seien allein Aufgabe der Landkreise und Bundesländer, betonte Brandel.

Neue Hochwasserwelle erwartet

Unterdessen hat der Regen die Elbe erneut anschwellen lassen. Am Donnerstag wird die neue Hochwasserwelle in Dömitz erwartet, am Freitag in Boizenburg, wie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin am Dienstag mitteilte. Die Pegelstände steigen in Dömitz im Vergleich zum derzeitigen Wert voraussichtlich um fast 40 Zentimeter auf 4,80 Meter, in Boizenburg um fast 70 Zentimeter auf 4,65 Meter. Damit bleibe das Hochwasser aber unterhalb der Fünf-Meter-Marke für die Alarmstufe eins. In der Folgezeit werde der Wasserstand um 10 bis 20 Zentimeter pro Tag sinken.

Quelle: ndr.de

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