Trümper will Naturschutz für Alte Elbe kippen

Veröffentlicht: Juli 1, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

Vollgelaufene Keller, Straßen und Häuser unter Wasser: Vor allem die Magdeburger Stadtteile Rothensee, Alt Salbke und Buckau waren vom Hochwasser betroffen. Die Stadt will nun ihren Hochwasserschutz verbessern. Oberbürgermeister Trümper will dafür auch den Naturschutz auf den Prüfstand stellen.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper macht Druck. In der „Magdeburger Volksstimme“ bekräftigte er seine Forderung, Alte Elbe, Zollelbe und Umflut vom Naturschutz auszunehmen. Das würde seiner Ansicht nach den Hochwasserschutz erleichtern. Diese Gebiete sind seit dem Jahr 2000 Teil eines europäischen Schutzprogramms, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH).

Nach dieser Richtlinie ist es zum Beispiel nicht erlaubt, in den geschützten Gebieten Baggerarbeiten durchzuführen, Bäume und Sträucher abzuholzen oder Brücken zu bauen. Die Stadt will nun bei der Europäischen Union einen Antrag stellen, den FFH-Status wieder zu streichen. Trümper sagte der Zeitung, da müssten auch die Naturschützer umdenken. Im Stadtrat muss der Oberbürgermeister allerdings mit Widerstand rechnen.

„Die Flussbetten müssen aus dem FFH-Gebiet raus … das ist ein Fehler gewesen, die dort reinzunehmen.“

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) Magdeburger Volksstimme

In der vergangenen Woche hatte Trümper bereits angekündigt, im Stadtteil Werder eine Betonmauer zu bauen. Außerdem sollen mobile Schutzwälle angeschafft werden. Besonders dringlich sei die Sanierung der Elbbrücken, erklärte der OB. Auch der westliche Umflutdeich soll so schnell wie möglich erneuert werden.

Magdeburg plant derzeit bis 2021 eine neue Brücke. Sie soll in Verlängerung der Strombrücke die Innenstadt und die ostelbischen Stadtgebiete verbinden. Ziel ist es, die Anna-Ebert-Brücke zu entlasten, die in einem schlechten Zustand ist. Laut „Volksstimme“ will Trümper sich dafür stark machen, dass diese Pläne schneller umgesetzt werden. Am Mittwoch werden Taucher in der Alten Elbe das Fundament der Anna-Ebert-Brücke überprüfen. Danach soll entschieden werden, ob überhaupt wieder Straßenbahnen über die Brücke fahren können.

Derzeit blicken wieder viele Magdeburger berunruhigt auf die Elbe. Nach dem schweren Hochwasser Mitte Juni erwartet die Landeshauptstadt heute nun den Scheitel einer neuen Hochwasserwelle. Mit größeren Problemen an den Deichen wird aber nicht gerechnet. Der Krisenstab der Landesregierung geht davon aus, dass der Scheitel- Pegel in Magdeburg bei 4,30 Meter liegen wird. Vor wenigen Wochen waren es 7,46 Meter.

Quelle: mdr.de

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