Archiv für Juli, 2013

Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von Generaldirektor in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Tillich stiftet „Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013“

Vorschläge ab 1. August möglich

Dresden (31. Juli 2013) – Ab morgen (1. August 2013) können die Vorschläge für den „Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013“ eingereicht werden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich stiftet den Orden als Anerkennung für die vielen Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer, die selbstlos und unkompliziert bei der Hochwasser-Katastrophe im Juni 2013 die Menschen in Sachsen unterstützt haben.

„Ich möchte mich im Namen aller Sachsen für die Solidarität, den Zusammenhalt in schweren Zeiten und die aufopfernde Hilfe der vielen Einsatzkräfte und Helfer auch aus anderen Ländern bedanken. Im Juni haben so viele Menschen ein gemeinsames Ziel gehabt. Sie wollten helfen. Ich freue mich sehr darüber, dass wir im Notfall in unserer Gesellschaft füreinander einstehen“, sagte Tillich.

Vorschläge für den „Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013“ kann jeder machen. Vorraussetzung für die Annahme des Vorschlags ist, dass die vorgeschlagenen Helferinnen und Helfer mindestens einen ganzen Tag (24 Stunden) im Fluthelfer-Einsatz waren.

Um die Vorschläge einzureichen, gibt es zwei mögliche Wege:

Zum einen können die Vorschläge ab morgen bei den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern in Listen eingetragen werden. Die Gemeinden leiten die Listen an die zentrale Mail-Adresse des Sächsischen Ministerium des Innern (fluthelferorden@smi.sachsen.de) weiter. Zum anderen können Bürgerinnen und Bürger sich direkt an diese Mail-Adresse wenden. Dazu müssen sie ein entsprechendes Formblatt ausdrucken, ausfüllen und mit ihrer leserlichen Unterschrift versehen eingescannt per Mail einreichen. Das Formblatt kann unter http://www.sachsen.de abgerufen und dann an die zentrale Adresse fluthelferorden@smi.sachsen.de gesendet werden. Ein Vorschlag ist nur gültig, wenn er die Unterschrift des Einreichenden trägt.

Das Verfahren wird morgen, 1. August 2013, im Amtsblatt bekannt gegeben und kann dann auch unter http://www.sachsen.de nachgelesen werden.

Vorschläge können bis zum Jahresende 2015 eingereicht werden.

Der „Sächsische Fluthelfer-Orden 2013“ besteht aus einer runden, silberfarbenen Medaille. Er wird an einem Band in den Farben des Freistaates Sachen getragen. Die Vorderseite des Ordens zeigt in der Mitte das Wappen des Freistaates mit der Umschrift „Freistaat Sachsen – Hochwasser 2013 – Sie haben geholfen“. Die Rückseite zeigt die Landkarte von Sachsen. Der Orden ist hat einen Durchmesser von 35 mm und ist 2 mm stark. Er wird zunächst in einer ersten Auflage von 60.000 Stück hergestellt. An Stelle des Ordens kann auch eine Miniaturausführung getragen werden, die insbesondere auch für Uniformträger geeignet ist.

Der „Sächsische Fluthelfer-Orden“ wurde bereits 2002 nach der großen Flut an Helfer und Freiwillige verliehen.

Luxusgut Lebensmittel? Preise für Nahrung ziehen kräftig an

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Erst der kalte Winter, dann das Hochwasser, dazu schlechte Ernten in anderen Ländern: Das Wetter lässt die Preise für Nahrungsmittel klettern. Obst, Gemüse oder Fleisch kosten seit Monaten ständig mehr Geld.

So zahlt man für Obst und Gemüse, Fleisch, Milch oder Eier  5,7 Prozent mehr, berichtet das Statistische Bundesamt. So dramatisch hatten die Preise in diesem lebenswichtigen Bereich zuletzt im September 2008 zugelegt.

Keine Frage: Missernten, Naturkatastrophen und Schwankungen am Weltmarkt machen sich zunehmend auf den Preisschildern an den Regalen des Lebensmittelhandels bemerkbar. «Neben der Witterung in Deutschland dürften dafür auch schlechte Ernten in anderen Ländern verantwortlich sein», betont Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf.

Doch auch Produktinnovationen und verstärkte Kontrollen haben ihren Preis, wie Branchenbeobachter meinen. Verbraucherschützer raten daher zu einem noch genaueren und breiteren Preisvergleich.

Zwar bleibt die Inflation insgesamt im Rahmen. Und die hohe Beschäftigung sowie steigende Einkommen befeuern die Kauflust der Verbraucher. Doch hohe Preise für Brot, Paprika und Bier treffen Menschen umso härter, je weniger Geld sie zur Verfügung haben.

Bier verteuerte sich  binnen eines Monats um 5,2 Prozent.

Bei einzelnen Produkte wurden noch viel heftigere Ausschläge verzeichnet. So ist Paprika aktuell fast 45 Prozent teurer als vor einem Jahr. Bei Äpfeln kletterte die Preise um fast 32 Prozent.

Wenn die Lage angespannt bleibt, sind weitere Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen, wie etwa der Milchindustrie-Verband (MIV) am Dienstag (30. Juli) ankündigt: «Zunächst hatte der lange Winter die Milchproduktion eingeschränkt, der nasse Frühling verzögerte die erste Futterbergung und nun brennt die Sonne den Maisanbau weg.» Dabei sinke die Nachfrage bereits, und die Konsumenten nutzten ausgiebig Sonderangebote: «Der Verbraucher hält sich zurück und für ihn bleibt es bei „Geiz ist geil“.»

Laut der Konsumforscher GfK greifen die Verbraucher aber für wichtige Waren des täglichen Bedarfs auch tiefer in die Tasche. Demnach stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte für Obst und Gemüse im ersten Halbjahr 2013 um 6,4 Prozent.

Wenn die Preise zu hoch sind, kaufen die Verbraucher im Schnitt etwas geringere Mengen ein – ohne aber dadurch den Anstieg ganz auszugleichen. Beispiel Kartoffeln: Dafür hätten Verbraucher etwa 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres bezahlen müssen. Die gekaufte Menge ging laut der Studie «nur» um fünf Prozent zurück – schließlich geht es um ein Grundnahrungsmittel.

Verbraucherschützer raten Konsumenten, sich beim Einkauf von Obst und Gemüse auch auf Wochenmärkten oder direkt bei Erzeugern umzuschauen. «Regional und saisonal kann man durchaus günstige Produkte einkaufen», sagt Lebensmittel-Experte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Jetzt in der Erntesaison lohne es sich besonders, beispielsweise Beeren auf dem Markt einzukaufen. Auch Äpfel könnten bei Obsthändlern billiger sein als bei Handelsketten. (dpa)

Quelle: ksta.de

IHK: Firmen im Norden im verhaltenen Stimmungshoch

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Die Unternehmen im Norden Sachsen-Anhalts verharren in einem verhaltenen Stimmungshoch. Es dominiere der Eindruck der Stagnation, wirtschaftlich positive Effekte durch das Juni-Hochwasser kämen erst noch, geht aus der am Mittwoch veröffentlichen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg für das zweite Quartal 2013 hervor.

Im Bau- und Verkehrsgewerbe und im Einzelhandel habe sich die Stimmung zwischen April und Juni aufgehellt, das Dienstleistungsgewerbe verliere an Fahrt, hieß es. Das Gastgewerbe befinde sich im typischen Saisonverlauf, die Industrie spüre kaum konjunkturelle Dynamik. Die Umsätze im Großhandel haben sich den Angaben zufolge auf einem niedrigen Niveau eingepegelt.

Branchenübergreifend seien die Geschäftserwartungen getrübt. Vor allem die Entwicklung im Energie- und Rohstoffbereich sei für 60 Prozent der Unternehmen ein Risiko. Auch die Binnennachfrage und die politischen Rahmenbedingungen würden kritisch betrachtet. Jedes dritte Unternehmen schätze den Engpass bei den Fachkräften als risikoreich ein, Finanzierungsfragen und das Auslandsgeschäft stellten dagegen keine Probleme dar.

Zum Kammerbezirk der IHK Magdeburg gehören gut 51 000 Betriebe. Befragt wurden 1000 Unternehmen aller Branchen. (dpa/sa)

Quelle: ksta.de

Elsteraner eröffnen Geschäft in Wittenberg

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Wittenberg

Das jüngste Hochwasser hat bereits zum zweiten Mal die Existenz von Familie Lechelt in Elster zerstört. Bis es dort weitergehen kann öffnen sie ein Übergangsgeschäft in Wittenberg. Von ihrem neuen Domizil ist die Familie begeistert.

 

Glück im Unglück hatten Andrea und Reiner Lechelt sowie deren Tochter Sissy Gärtner. Das jüngste Hochwasser zerstörte nach 2002 zum zweiten Mal ihre Existenz in Elster. Es wird wohl noch einige Monate dauern, bis es dort weitergehen kann. Für die Zwischenzeit haben sie ein Geschäft in Wittenberg gesucht, denn viele treue Kunden kommen aus der Lutherstadt. Und dieser Laden wird am Donnerstag in der Collegienstraße 23 (gleich neben dem Durchbruch) eröffnet.

Wenn sie ihr neues Domizil zeigen, dann kommt ein Lächeln in ihr Gesicht. Das geschah seit den verheerenden Tagen Anfang Juni nur sehr selten. Eigentlich hatten sie nicht mehr geglaubt, in Wittenberg etwas zu finden und dann noch zu bezahlbarer Miete.

Das Schmuckstück ist weniger der Laden an sich, sondern dessen Keller. Mehrere schicke, kleine Tonnengewölbe – teilweise verputzt, teilweise ist das Mauerwerk sichtbar – bieten sich an für Ausstellungen der Bilder, die Lechelts hier verkaufen wollen. Kunden haben hier auch Zeit, um in Katalogen etwas zu suchen, was ihnen gefällt. Sollte das Geschäft laufen, dann kann sich Andrea Lechelt auch vorstellen, es weiter zu betreiben. Zunächst ist dies bis April kommenden Jahres vorgesehen.

Lechelts handeln nicht nur mit gerahmten Bildern, sondern sie bieten ebenso Kunstdruckkaschierungen, Oberflächenveredelungen an, schneiden Passepartout und Glas zu und rahmen Gobelins und andere Kostbarkeiten. Diese Dienstleistungen können sie natürlich in Wittenberg nicht vornehmen, aber Aufträge werden angenommen und dann in Elster realisiert.

Die Halle im Elsteraner Gewerbegebiet, dort hat das Unternehmen seit 1997 seinen Sitz, ist mittlerweile entkernt. Das war für Reiner Lechelt doppelt bitter, hat er die Einbauten doch selbst realisiert. Nun muss alles austrocknen. „Das wird wohl noch vier Monate dauern“, schätzt Andrea Lechelt ein. Dann kann es an das Wiedereinrichten gehen.

Eigentlich hatten Lechelts nach dem jüngsten Hochwasser gedacht: „Das war’s“. Immerhin waren die Kredite, die noch Folgen aus dem Jahre 2002 waren, gerade abgezahlt. Doch die Hoffnung, es erneut zu schaffen, hat die Skepsis mittlerweile verdrängt. Schließlich haben auch die Industrie- und Handelskammer und das Land Hilfe angekündigt. Die Anträge sind gestellt. Aber vor Ende des Jahres, da sind sich Lechelts einig, wird es in Elster wohl kaum weitergehen.

Quelle: mz-web.de

Als die Saale Anfang Juni über die Ufer trat, haben auch die Mitglieder des SV Orlamünde Sandsäcke geschleppt. Ihr Domizil steht nur wenige Meter vom Flussufer entfernt, der Fußballplatz auch. Doch der Schaden hielt sich in Grenzen.

Ein Blick auf die Fotos zeigt es: An Fußballspielen und an Spielen überhaupt war auf den Wiesen an der Saale zwischen Orlamünde und Freienorla im Juni nicht zu denken. Das Juni-Hochwasser, das die Saale an ihrem gesamten Lauf über die Ufer treten ließ, machte auch um Orlamünde keinen Bogen, zumindest nicht um jene Teile des Ortes, die nicht auf dem Berg liegen.

Und das Gelände des Orlamünder Sportvereins liegt ganz nah dran am Wasser. Was die meiste Zeit des Jahres den ­besonderen Reiz des Areals ausmacht – wenn die Saalewellen quasi die Entspannungsmusik für ausgepowerte Kicker oder Kegler liefern – war in den ersten Junitagen das große Manko des Sportlerdomizils. Von Fußballrasen keine Spur mehr, die Tore ragten nur noch zur Hälfte aus dem Wasser. Der hinter dem Fußballplatz direkt am Saaleradweg angelegte und mit neuen Geräten ausgestattete Spielplatz wurde ebenso überflutet.

Heute, knapp zwei Monate später, ist der Fußballrasen wieder grün und kurz geschoren, aber ein Schild macht klar: Platz gesperrt. „Wir haben zwar mit dem Training wieder begonnen, aber der Rasen braucht dringend eine Auffrischung“, erklärt Hagen Gruner, seit dem Frühjahr neuer Vorsitzender des Sportvereins. Ein Fachmann ­habe sich auf dem Platz umgeschaut und eine Tiefenbelüftung empfohlen. Der Schaden am Fußballplatz wurde auf rund 8000 Euro geschätzt. „Da sind wir aber insgesamt glimpflich davon gekommen“, sagt Gruner. Denn auch das eigentliche Vereins-Domizil, das Keglerheim mit Gaststätte und Zwei-Bahnen-Kegelanlage hat nur überschaubar Schaden genommen. „Wir hatten Wasser in der ­Kugelfanganlage, aber das konnten wir abpumpen“. Wenn das Mauerwerk getrocknet sei, würden auch die Stockflecken verschwinden. Allerdings werden die Sportler ein wachsames ­Auge auf das Objekte haben müssen. „Denn wir wissen nicht, ob es noch Spätschäden im ­Anlaufbereich der Kegelbahn gibt durch Wasser von unten“, erklärt der Vereinschef. Dass den Vereinsmitgliedern ihr ­Domizil am Herzen liegt hat ­guten Grund – nicht nur die Sportler der 1950er-Jahre haben viel Kraft in das Haus gesteckt, auch ihre Nachfolger. Derzeit gehören rund 120 Fußballer dazu, 40 Kegler, 15 Volleyballer ­sowie neuerdings auch Tänzer. Viele haben kräftig mit Hand ­angelegt. „In den vergangenen Jahren haben wir die Kegelbahn in Eigenleistung saniert, haben beispielsweise das Dach ­gedeckt. Die Stadt hatte ABM-Kräfte bereit gestellt“, berichtet Bürgermeister Uwe Nitsche. Das Land habe nicht allzu viel Mittel für die Sportstätten übrig gehabt, sagt er. Doch 2000 Euro aus dem Fluthilfefonds habe man immerhin sofort zugesagt bekommen, für den Spielplatz. Dort musste der Sand komplett ausgetauscht werden.

Wenn der Fußballrasen ­demnächst seine Auffrischung ­bekommt, können die beiden Orlamünder Männermannschaften wieder fleißig trainieren. Und wenn es dem Verein ­gelingt, demnächst einen ­Jugendtrainer zu bekommen, dann könnten auch die vielen ­interessierten Jungen hier ­Basti“Schweinsteiger und ­Manuel Neuer nacheifern. Sie müssen bisher nämlich andernorts Fußball spielen.

Quelle: otz.de

Circa 400 Euro sind so zusammen gekommen.

Etwa 400 Euro konnten auf Initiative von Yvonne Schuster und Anne Seiler vom Geschäft „Der grüne Laden“ in Zeulenroda kürzlich an Peer Salden und seine Familie in Clodra übergeben werden, in­formierte gestern auf Nachfrage Geschäftsinhaberin Yvonne Schuster.

Peer Salden und seine Familie betreiben an der Clodramühle einen Hof mit Käserei und sind vom Hochwasser Ende Mai/ Anfang Juni stark betroffen. So lief allein ihr Wohnzimmer eineinhalb Meter hoch mit Wasser voll.

„Von meiner Nichte, die die selbe Schule besucht wie eines der Kinder der Saldens, haben wir von der Not der Familie erfahren. Die Schüler der Elstertalschule haben deshalb die Spendenaktion ins Leben gerufen und wir sie darin nur unterstützt“, sagte Yvonne Schuster, die sich auch noch einmal bei ­allen Geldgebern herzlich bedanken möchte.

Bereits Ende Juni konnten die Schüler der Familie in Clodra das Geld überreichen. 550 Euro hatten sie unter ihren Eltern und Mitschülern gesammelt, griffen auf die Klassenkassen und auch auf das eigene Taschengeld zurück. „Ich finde es toll, was die Kinder damit bewegt haben und würde so etwas jeder Zeit wieder unterstützen“, sagte Yvonne Schuster.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasserschutz für Altstadt abgeschlossen

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Der Hochwasserschutz für die Würzburger Altstadt ist fertiggestellt. Mit einem Festakt unterhalb der Würzburger Löwenbrücke hat die Stadt am Dienstag (30.07.13) offiziell die Neugestaltung des rechten Mainufers im Stadtzentrum eingeweiht, die 23 Millionen Euro gekostet hat.

Entlang des rechten Mainufers sind in den vergangenen sechs Jahren etliche Hochwasserschutzmaßnahmen entstanden, unter anderem Vorrichtungen für mobile Dämme, die im Ernstfall rasch errichtet werden können, um die Würzburger Altstadt vor Hochwasser zu schützen. Außerdem wurde die Verstärkung einer etwa 300 Meter langen Schutzwand am sogenannten „Stadtbalkon“ dazu genutzt, um die dortige Uferpromenade komplett umzugestalten und für Spaziergänge attraktiv zu machen.

Architektonische Aufwertung des Stadtbildes

Die Gesamtkosten für den rechtsmainischen Hochwasserschutz belaufen sich auf über 23 Millionen Euro, für etwa 80 Prozent der Kosten erhielt die Stadt eine Förderung durch den Freistaat. Die Maßnahme wurde 2012 von architektonischen Fachleuten wie der Jury des Deutschen Städtebaupreises gelobt, weil sie Hochwasserschutz „vorbildlich als Gestaltungsaufgabe genutzt“ habe.

Quelle: br.de

Fischbach: Schutzwall leitet Hochwasser um

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

  Der installierte Hochwasserschutz in der Fischbacher Ortsmitte war des einen Freund und des anderen Leid: Während die starken Regenfälle vom „Vogelsang“ abgehalten wurden, flossen sie beim Hochwasser am Montag in Richtung Gasthaus Mohren und setzten den dortigen Keller unter Wasser. Nun geht der Niedereschacher Teilort daran, aufzuräumen und die Schäden zu begutachten.
Relativ glimpflich verlief das Hochwasser in Fischbach. Die Feuerwehr musste nach eigenen Angaben zwar einige Keller und Garagen auspumpen, doch insgesamt hielten sich nach Angaben der Anwohner die Schäden in Grenzen. Völlig „verschlammt“ wurden die Schächte in der Fischbacher Ortsmitte, in der Schramberger Straße und im „Vogelsang“. Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde schafften am Dienstag Abhilfe.
Sehr unterschiedlich fielen die Beurteilungen von den betroffenen Anwohnern aus. Das lag wohl auch am in der Fischbacher Ortsmitte installierten Hochwasserschutz. Durch ihn drückten bei diesem ersten Hochwasser seit der Maßnahme die Wassermassen nicht mehr so stark in die Schramberger Straße und von dort durch die Ortsmitte in Richtung „Vogelsang“, sondern nun in Richtung der Mohrenbrücke.

Hannelore und Otto Roth im Vogelsang erklärten, dass sie vor der Installation schlimmer von Hochwasser betroffen waren. Mohrenwirt Berthold Weißer traf es dafür nun „so schlimm wie noch nie“. Im Mohren drang das Wasser nicht nur in den Keller ein, sondern zum ersten Mal auch in den Heizungsraum. „Das hat es selbst bei dem großen Hochwasser 1990 nicht gegeben“, so der Mohrenwirt. Größere Schäden habe sein Gasthaus nicht erlitten.

Gerlinde Schlenker, die Frau des Fischbacher Feuerwehrehrenkommandanten, berichtete, dass die Wasser selten einmal so schnell an ihrer Haustüre angekommen sind. Die dort eilends verlegten Sandsäcke haben ein Eindringen des Wassers ins Haus weitgehend verhindert.

Bei Gerlinde und Roland Schlenker musste die Feuerwehr lediglich die Garage auspumpen.
Beim Anwesen von Angelika und Franz Link unterhalb des „Mohren“ drangen das Wasser zwar gefährlich nahe an das Wohnhaus und die Stallungen und die Feuerwehren aus Niedereschach und Fischbach legten dort bereits vorsorglich Sandsäcke aus, letztlich blieben aber Haus und Stall verschont.

Glück hatte man auch im Kindergarten in Fischbach. Dort drohten die Wasser zwar kurzzeitig den Spielplatz zu erreichen, die Mauern hielten jedoch zentimetergenau das Wasser ab.

Quelle: suedkurier.de

Nach der Flut kam der Hagel und zerstörte den wenigen Rest

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das wenige, das das Hochwasser heil gelassen hat, zerstörte jetzt der Hagel. Guderjahns in Schönhausen haben wie andere auch die Kraft der Natur am Sonnabend erneut zu spüren bekommen. Die taubeneigroßen Hagelkörner schlugen das Glas des Gewächshauses ein, übersäten das gerade mal zwei Jahre alte Auto mit unzähligen Dellen, durchschlugen Dachrinnen und hinterließen in der Fassade Löcher im Putz. Und im Haus, das gerade mit offenen Fenstern mühsam trocknet, stand nach dem Schauer wieder das Wasser. „Das ist alles kaum zu glauben. Erst die Flut, jetzt der Hagel – mehr geht nicht!“ Christel und Frank Guderjahns Wohnhaus in der Märsche stand nach dem Deichbruch 1,30 Meter hoch im Wasser, auch ihre Mietwohnungen haben enormen Schaden erlitten und sind unbewohnbar.

Mit der Familie, mit Freunden und unbekannten Helfern haben sie in den zurückliegenden Wochen alle Wohnungen entkernt, „allein hätten wir das niemals geschafft“, ist das Ehepaar froh über die tatkräftige Unterstützung.

Auch betriebliche Folgen für den Landhandel

Auch betrieblich hat die Flut Folgen. Denn zu ihrem BHG-Landhandel gehört die Annahme von Getreide. „90 Prozent meiner langjährigen Kunden können dieses Jahr nichts ernten und demzufolge auch kein Getreide abliefern. Nur einige Bauern aus dem Bereich Wust/Melkow bringen ein paar Fuhren“, denkt Frank Guderjahn daran, dass jetzt eigentlich Haupterntezeit ist.

Aber er resigniert nicht. „Jammern hilft ja nichts! Wir hatten eine andere Lebensplanung und müssen nun von vorn anfangen. Bis zum 10. Juni war alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Und dann mussten wir hilflos zusehen, wie das Wasser kam und alles vernichtet hat.“ Nur wenige Dinge konnten Guderjahns retten. In der Nacht des Deichbruches hatten sie noch das Getreide aus dem Lager abholen lassen – dieser Bereich ist trocken geblieben. Dinge, die zu Hause höhergestellt wurden, sind aufgrund der Höhe auch unbrauchbar geworden. Umso größer war die Freude, als verschiedene Dinge, die weggespült worden waren, irgendwo in der Nähe wieder auftauchten, beispielsweise zu Sitzmöbeln umgearbeitete Wurzeln, die sich im Zaun verfangen hatten.

Das Gewächshaus wollte Christel Guderjahn jetzt eigentlich wieder bepflanzen – nach dem Hagel ist auch dieses Stück Erinnerung vernichtet.

Quelle: volksstimme.de

Ramsauer lobt professionellen Wiederaufbau

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Innerhalb von nur wenigen Tagen hatte das Hochwasser im Juni nach einem Deichbruch große Gebiete nördlich von Fischbeck überflutet. Die Reparaturen an der Infrastruktur dauern dagegen Monate.

Die Deutsche Bahn will bis Ende September ein Reparaturkonzept für die vom Hochwasser beschädigte ICE-Trasse nördlich von Fischbeck vorlegen. Erst dann könne prognostiziert werden, wann die Trasse für die ICE-Verbindung von Hannover nach Berlin wieder in Betrieb genommen werde, sagte der Infrastruktur-Vorstand der Bahn, Volker Kefer, am Dienstag bei einem Besuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in der vom Hochwasser besonders betroffenen Region um Fischbeck. Die ICEs werden derzeit umgeleitet, was zu deutlichen längeren Fahrzeiten führt.

Derzeit wird mit Radarmessungen untersucht, ob sich tief unter der überspülten Trasse Hohlräume gebildet haben. „Wir brauchen Sicherheit, was den Untergrund angeht“, sagte Kefer. Die Bahn demonstrierte mit einem langsam fahrenden Bauzug, dass derzeit Wasser aus dem Beton der Trasse quillt, sobald sie belastet wird. Hohlräume wurden bei den bisherigen Radarmessungen allerdings noch nicht gefunden.

Ramsauer lobte den Wiederaufbau nach dem Hochwasser. „Ich bin wirklich überrascht, mit welchem Hochdruck und mit welcher Professionalität man mit den Schäden umgeht“, sagte er. In Fischbeck war ein Elbedeich gebrochen, wodurch riesige Landstriche unter Wasser gesetzt wurden. Erst an der Bruchstelle versenkte Lastkähne stoppten die Wassermassen.

Inzwischen grasen wieder Schafe auf dem Deich, der mit Spundwänden provisorisch repariert wurde. In der Region sind aber noch zahlreiche Felder gelb, weil die Pflanzen das Hochwasser nicht überlebten. Viele Menschen entrümpeln noch ihre überfluteten Keller, teilweise liegt meterhoch der Sperrmüll am Straßenrand.

Ramsauer besichtigte auch eine vom Hochwasser zerstörte Straßenbrücke bei Klietz. Hier soll in Kürze eine provisorische Brücke errichtet werden, erst 2015 wird eine neue Brücke fertig sein, wie Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) erklärte.

Ramsauer sagte weiter, die Voraussetzungen für die Aufbauhilfe seien nun geschaffen worden. In der kommenden Woche werde das Kabinett die von Bund und Ländern vereinbarte Acht-Milliarden-Hilfe verabschieden.

Quelle: mz-web.de

Acht Wochen nach dem Hochwasser ist das Blumengeschäft Leiterer & Rödel in der Greizer Brückenstraße seit Dienstag wieder eröffnet. Für die Treue der Kunden bedankte sich das Team mit selbst gefertigten Filzrosen und Wildblumensträußen.

Acht Wochen nach dem Hochwasser hat das Blumengeschäft Leiterer & Rödel in der Greizer Brückenstraße gestern wieder eröffnet. „Bei uns stand das Wasser einen Meter hoch. Wir haben alles komplett saniert“, erzählt Chefin Beate Rödel, während sie die Kunden in dem nach frischer Farbe und Holz riechenden Laden bedient. Die Pflanzen waren nach der Flut hin, bedauert sie. Die Dekoartikel, die in den oberen Regalen standen, konnten gerettet werden. Ein Kühlaggregat wurde zerstört und musste erneuert werden.

Trotz der achtwöchigen Zwangspause wurde kein Mitarbeiter entlassen. Im zweiten Geschäft in Greiz konnte gearbeitet werden und über Kurzarbeit und Urlaub wurde die Zeit überbrückt. Jetzt kann wieder in der Brückenstraße verkauft werden. Das Geschäft ist nun viel heller, wirkt dadurch deutlich größer, wie auch die Kunden festgestellt haben. Für deren Treue bedankte sich das Team mit selbst gefertigten Filzrosen und Wildblumensträußen.

Einen besonderen Dank richtet Beate Rödel an die Nachbarn, die nach dem Hochwasser geholfen haben, den Laden auszuräumen. „Darüber waren wir sehr froh, alleine hätten wir es nicht geschafft“, sagt die Geschäftsfrau.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Nach dem Unwetter das Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der Starkregen ließ am Montag die Bäche anschwellen und teilweise über die Ufer treten. Bei den Firmen A. Maier und Grässlin lief Hochwasser durch die Produktionstätten in Peterzell. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Im Mühlbachtal in Peterzell brachte der Regen solche Wassermassen, dass bei A. Maier Präzision kein »Damm« mehr hielt und die braune Brühe durch die Produktionshalle floss. Die Feuerwehr versuchte, die Fluten durch Sandsäcke zurückzuhalten.

Zur gleichen Zeit kämpfte die Belegschaft der Grässlin GmbH in Peterzell gegen Hochwasser aus dem Hagenmoos, das seinen Weg ebenfalls durch die Produktionsstätte suchte und zeitweise auch die Schorenkreuzung auf der B 33 überflutete.

Auch in Königsfeld war die Feuerwehr schon am frühen Nachmittag beschäftigt und blieb in Bereitschaft. Zwischen Fischbach und Weiler gab es geflutete Straßen und Fahrbahnen. In Buchenberg stand die Kreisstraße 5723 unter Wasser, meldet die Polizei.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Nach Hochwasser: Brücke wird ersetzt

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Bayern

 Deutliche Spuren hat das Hochwasser im Juni auch in Krün hinterlasssen. So deutliche, dass eine Brücke komplett ersetzt werden muss. Für die Arbeiten gibt’s eine dicke Finanzspritze.

Das Dorf hat’s schlimmer getroffen als erwartet. Kurz nach dem Hochwasser Anfang Juni sprach Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) noch von „überschaubaren“ Schäden. Sind sie auch im Vergleich zu dem Chaos, das die Fluten in Passau oder Deggendorf anrichteten.

Doch Probleme hat der Kranzbach dennoch bereitet. Er sorgte an der so genannten Flutmulde, dem Überlauf zur Finz, für massive Schäden.Der Starkregen hat die Flutmulde stark ausgespült, den Uferbewuchs weg- und „die Sohle richtig aufgerissen“, nennt Horst Hofmann vom Wasserwirtschaftsamt den Sachstand. Er schaute sich die Schäden bei einem Ortstermin mit Gemeindevertretern an.

Georg Schober (Aktiv für Krün) plädierte in der Gemeinderatssitzung, bei der die Mitglieder die Reparaturen absegneten, nun für die große Lösung: „Wir sollten maximal ausbaggern und Kapazitäten schaffen.“ Er befürchtet, dass die Mulde künftig immer mehr Wasser auffangen muss.

Noch schlimmer hat es die Kranzbach-Brücke im Gschwandt getroffen. „Der Mittelpfeiler ist gebrochen“, berichtet der Bürgermeister. Sie wird komplett ersetzt. Das Wasser hat das Fundament unterspült, „sie droht abzusacken“, fügt WWA-Experte Hofmann hinzu. Er beschreibt sie als „ziemlich marode“.

Betroffen ist zudem eine weitere Überquerung in Richtung Wallgau, die aber wieder repariert werden kann. „Das Bachbett muss ausgebaggert und die ausgespülten Stellen mit einem Steinbau gesichert werden“, erläutert Hofmann.

Rund 150 000 Euro veranschlagt die Kommune für die neue Brücke inklusive der Ausbesserungen an der Flutmulde. Allerdings zahlt der Freistaat 80 Prozent.

Mit einer Finanzspritze dieser Größenordnung greift die Regierung dem Dorf auch im Ortsteil Klais unter die Arme. Dort hat das Hochwasser ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Der Kranzbach spülte hinter der B2 in Richtung Tennsee große Teile der Uferböschung und -befestigung weg. Auch dort muss Krün rund 75 000 Euro – abzüglich der Förderung – investieren. Und das so schnell wie möglich. Schwarzenberger geht davon aus, dass alle Reparaturen bis zum Winter erledigt sind. Die Brücke wird aber erst 2014 neu errichtet.

Quelle: merkur-online.de

Das „Kabarett Fettnäppchen“ lädt zur Premiere ins Hofgut und nimmt die Flut und die OB als Krisenchefin in den Blick.

Was ist los in dieser Stadt? Das fragen sich Eva-Maria Fastenau und Thomas Puppe in ihrem neuen Programm „Kabarett unterm Schloss“, das am 1. August um 20 Uhr Premiere hat.

In bereits sechster Auflage haben Fastenau und Puppe, unterstützt von Horst Schlebe und Michael Horacek, die letzten Monate Stadtgeschehen Revue passieren lassen und ein quietschvergnügtes, weil herrlich spitzes Programm rund um Elsterhochwasser und Krisenmanagement der Rathauschefin ausgedacht. Die Flut und ihre Folgen bilden den Rahmen für kabarettistische Szenen, die sich nicht nur um den geheimnisvollen „Hahnschen Strudel“ und ein ominöses „heiliges Ei“ Gedanken machen.

Ein Schluss, zu dem man während der Proben zum neuen Stück im Hofgut kommt, ist der: „Normalerweise rollen bei solcherart Missmanagement Köpfe. Außer in Gera, da arbeitet man da weiter, wo man vor dem Hochwasser aufgehört hat. Es muss also wohl alles richtig gemacht worden sein“, haut Fettnapp-Chefin Fastenau in die Kerbe und kalauert, dass die Stadt die einmalige Chance verstreichen ließ, sich mit dem Hochwasser zu sanieren. „Aller Probleme hätte man sich mit dem Hochwasser doch bequem entledigen können“, sagt sie. Doch die Stadtmutter habe auch irgendwie Pech gehabt, denn leider hätten die Leute ja selbst Sandsäcke geschichtet und ein Wegschwemmen dieser Schwierigkeiten verhindert, steckt auch Thomas Puppe schon voll im Programmtext. Er kündigt den Premierengästen auch die Suche nach Flutsouvenirs und den Auftritt des Stimmungsmachers an, der auf der Suche nach Stimmen für die Bundestagswahl ist.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser hält Magstadt in Atem

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die heftigen Regenfälle lassen am Montag in Magstadt einfach nicht nach. Um 14.24 Uhr ist es so weit. In der Feuerwache geht das erste Mal der Alarm ein. Die Einsatzkräfte der Magstadter Feuerwehr rücken mit 30 Mann, auf vier Fahrzeuge verteilt, aus. Von den Feuerwehrmännern um Einsatzleiter Hans-Peter Oerthle wird in den nächsten Stunden jede Menge Kondition verlangt.
Die Floriansjünger sind sofort an mehreren Fronten gleichzeitig gefordert. In der Robert-Bosch-Straße, der Mühlstraße, auf der Südtangente und in der Brühlstraße 37 hat sich das Wasser ausgebreitet. Die Südtangente steht auf der kompletten Fahrbahn unter Wasser. Hier gibt es kein Durchkommen mehr. Die Straße wird für den Verkehr gesperrt.

Der Geduldsfaden reißt langsam

Auch die Hausbewohner in der Brühlstraße 37 werden nicht mehr Herr über die Wassermassen, die vom naheliegenden Rankbach die Keller überfluten. Bereits am 1. Juni sicherte die Feuerwehr die Tiefgarage mit Sandsäcken. Nach dem extremen Regen rückte die Wehr am Mittwoch, 24. Juli, erneut in der Brühlstraße an. Damals zerstörten die Wassermassen die Heizung in dem Mehrfamilienhaus. Tags darauf wurde die Tiefgarage abermals überflutet. Am Montagnachmittag folgt nun der vierte Einsatz der Floriansjünger in der Brühlstraße. Das Wasser in der Tiefgarage wird abgepumpt. Nach eineinhalb Stunden rücken die Einsatzkräfte wieder ab. „Die Feuerwehrleute sind schon so etwas wie alte Bekannte für uns“, sagt die leidgeplagte Hausbewohnerin Pia Fronk „Es nervt langsam, wenn einem alles um die Ohren fliegt und man nichts dagegen tun kann“, verliert Ina Krajnz die Geduld.
Nach getaner Arbeit fahren die Magstadter Feuerwehrleute zur Feuerwache zurück. Lange Zeit bleibt ihnen nicht, um über die Einsätze zu sprechen. Die Pegelstände des Planbachs, des Rankbachs und des Eissees steigen minütlich an. Um 18.05 Uhr wird die komplette Mannschaft erneut alarmiert. Von nun an sind die 40 Einsatzkräfte der Magstadter Feuerwehr nonstop gefordert. Der Planbach tritt großflächig über die Ufer. Aus dem kleinen Bach wird ein reißender Strom, bis zu 100 Meter breit. Die Brennpunkte befinden sich in der Oswald-, Weiher-, und Gartenstraße. In der Weiherstraße werden die komplette Fahrbahn und die Wohnhäuser überflutet. Der Spielplatz zwischen Weiher- und Rosenstraße gleicht nun einer Seenlandschaft. In unmittelbarer Nähe zum Planbach sind Pegelstände von über einem Meter keine Seltenheit. Nahezu alle Keller stehen mindestens einen halben Meter unter Wasser.

Quelle: szbz.de

Zwei Wochen hat Bastei Lübbe für jedes Exemplar von Dan Browns Bestseller „Inferno“ (Start im Mai, Gesamtauflage 700.00 Exemplare) 50 Cent vom Gewinn für vom Hochwasser betroffene Buchhandlungen zurückgelegt. Zusammengekommen sind 30.000 Euro, von denen nun 24.000 Euro weitergegeben wurden.

Je 5.000 Euro bekamen die Buchhandlung Rupprecht in Passau, Thalia in Meißen, Thalia in Pirna und die Buchhandlung Bücherwurm in Grimma. Je 2.000 Euro gingen an Buch & Kunst in Passau und an Fiedler in Ebersbach-Neugersdorf. Die Spendensummen soll sich nach Angaben von Bastei Lübbe an der Höhe der Schäden orientiert haben.

Ein Teil der Spendensumme (6.000 Euro) ist derzeit noch nicht vergeben. Auch dieses Geld soll hochwassergeschädigten Buchhandlungen zugute kommen. Betroffene Buch­händler werden deshalb weiterhin gebeten, sich bei Bedarf direkt bei ihrem Bastei Lübbe-Vertreter zu melden

Quelle: boersenblatt.net

Ein Hügel für Biber in Not

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme sollen künftig Biberschäden an Deichanlagen verhindert werden

Die Biber waren fleißig am Elbdeich zwischen Restorf und Brünkendorf. Eine tiefe und verzweigte Höhle haben sie in die Hochwasserschutzeinrichtung gegraben und für den bequemen Schlaf auch bereits stellenweise mit trockenem Gras und Laub ausgepolstert.

Es ist eine Notburg, die sie dort angelegt haben. Während des Hochwassers, als ihr eigentliches Heim meterhoch unter Wasser stand. Jetzt ist das Wasser verschwunden, die Biber sind wieder da, wo sie hingehören, nämlich in den Weichholzauen, und der Schaden, den sie angerichtet haben, ist beseitigt. Geblieben ist jedoch die Frage: Wie könne solche Angriffe auf die Integrität der Hochwasserschutzeinrichtungen künftig verhindert werden? Mit einem Nothügel, heißt die Antwort aus dem Lüchower Kreishaus: eine Hochwasser-Zufluchtstätte für Biber.

Der Hügel wäre ziemlich groß und läge zwischen Fluss und Deich. Er wäre so hoch, dass er bei Hochwasser nicht überspült würde, und mit einem Minimum zehn mal zehn Meter großen Plateau. Und aufgebaut wäre er wie ein Deich, damit er bei Hochwasser nicht einfach weggespült würde. »Das sind richtige Klötze, und sowas will man eigentlich nicht im Überflutungsgebiet haben, weil es den Abfluss des Wassers verhindert», sagt Ernst-August Schulz. »Aber in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat man damit schon Erfahrungen. Gute Erfahrungen», sagt der Fachdienstleiter Wasserwirtschaft und damit oberster Deichschützer im Kreishaus. In den beiden Nachbarbundesländern gebe es diese Hügel schon, und sie würden von den Bibern bei Hochwasser auch angenommen. »Zum Glück, denn die Höhlen, die die Biber in die Deiche graben, sind sehr gefährlich, weil sie die Stabilität der Deiche beeinträchtigen», erläutert Schulz. Wenn solch ein Bau, eine sogenannte Notburg, eine bestimmte Tiefe erreicht und die Lehmschicht im Deich durchstößt, läuft dieser mit Wasser voll, wird weich und kann brechen. »Und das fast ohne Vorwarnung, denn während des Hochwassers sieht man die Löcher ja nicht», betont Schulz.

Der oder die Nothügel sollen in enger Absprache mit der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker entstehen. »Wir sind für die wasserrechtliche Genehmigung zuständig, die Biosphäre muss aber dem Bau zustimmen», erläutert Ernst-August Schulz. Und dazu sei man grundsätzlich auch bereit, heißt es aus der Verwaltung des Schutzgebietes in Hitzacker. »Aus fachlicher Sicht macht solch ein Hügel Sinn», sagt Sprecher Tobias Keienburg. Auch wenn man von sich aus solch eine Maßnahme nicht angestoßen hätte. Denn die Population des Bibers in der Elbtalaue sei stabil, Hochwasser gefährde den Bestand nicht, auch wenn dabei immer wieder Jungtiere zu Tode kämen. »Aber für die Deichsicherheit wäre ein solcher Nothügel gut und wichtig, und darum wären wir auch bereit, mit dem Kreis darüber zu sprechen.»

Dieses Gespräch will Ernst-August Schulz nun gemeinsam mit dem Gartower Deichverband mit der Biosphärenreservatsverwaltung suchen. Um gemeinsam das Projekt Hochwasser-Zuflucht für den Biber in Angriff zu nehmen. Zum Schutz der Deiche, aber auch zum Schutz der Biber. Denn wenn die Tiere durch den Bau weiterer Notburgen in den Elbe- oder auch in den Seegedeichen zu einer akuten Gefahr für die Deichsicherheit und damit für die Bewohner der geschützten Gebiete werden würden, müss-ten wohl oder übel andere Maßnahmen ergriffen werden. Und das könnte auch der Abschuss von Tieren sein. Doch das will niemand. Nicht im Kreishaus, und erst recht nicht in der Verwaltung des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue.

Bild: Bei Hochwasser werden Biber aus ihren Burgen vertrieben und suchen sich neue Unterkünfte. Die graben sie dann oftmals in die Deiche – und das ist gefährlich, denn so weichen die Hochwasserschutz- anlagen durch und können schnell brechen.

Quelle: ejz.de

enviaM unterstützt 101 hochwassergeschädigte Kommunen in Mitteldeutschland. Die Auszahlung aus dem für Städte und Gemeinden eingerichteten Hilfsfonds des Unternehmens ist abgeschlossen. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Soforthilfe nochmals von 150.000 Euro auf 214.000 Euro aufgestockt.

Hier die Pressemitteilung vom 24.07.2013 zum Downloaden

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Quelle: enviam.de

Renaturierung der Sieg – Mehr Platz für neue Kiesbänke

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Im Windecker Ortsteil Hoppengarten lässt die Bezirksregierung Köln die Steinschüttung am Siegufer zurückbauen. Ziel ist es, dass sich das Gewässer naturnah in die Breite entwickeln und und dabei Kiesbänke und Nebengerinnen bilden kann.

Auch an ihrem Flusslauf im Ortsteil Hoppengarten soll sich die Sieg künftig wieder natürlich entwickeln können. Dazu lässt die Bezirksregierung Köln die Steinschüttung am Siegufer zurückbauen. Ziel ist es, dass sich das Gewässer naturnah in die Breite entwickeln und dabei Kiesbänke und Nebengerinnen bilden kann.

Die Arbeiten sind Teil des Programms „Lebendige Gewässer in Nordrhein-Westfalen“, das bis 2027 gute Lebensbedingungen für Fische und andere Lebewesen schaffen soll. Der Rückbau der Steinschüttung könnte nach schon beim nächsten Hochwasser dazu führen, dass sich bei Hoppengarten eine neue Uferlinie bildet.

Schlafende Sicherung

Zum Schutz des Damms an der nahe gelegenen Siegtalstraße (L 133) wird eine schlafende Sicherung errichtet. Dazu werden die vom Ufer entfernten Steine in einem Graben eingebaut. Wenn sich die aus ihrem steinernen Korsett befreite Sieg dann weiter in Richtung L 133 ausbreitet, wird diese Sicherung dafür sorgen, dass die Entwicklung nur bis dort erfolgen kann. Der Landesbetrieb Straßen NRW stellt entsprechende Flächen zur Verfügung.

Im Zuge der Arbeiten am Siegufer soll auch der Löhrsiefener Bach im Mündungsbereich in die Sieg von seinen Fesseln befreit werden. Bislang floss der Bach dort in einem Rohr, damit die Stelle von landwirtschaftlichen Fahrzeugen überquert werden kann. Jetzt soll dort eine natürliche Furth geschaffen werden, an der die Fahrzeuge den Bach problemlos durchqueren können.

Quelle: ksta.de

Spatenstich für Hochwasserschutz am Regen

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

In Regensburg-Reinhausen war am Montag (29.7.) Spatenstich für einen neuen Abschnitt des Hochwasserschutzes in der Stadt. Dazu kam Umweltminister Marcel Huber (CSU) nach Regensburg.

Mit Beginn der Baumaßnahmen in Reinhausen wird nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamtes der dritte Abschnitt des Hochwasserschutzes in Regensburg umgesetzt. Neben den entstehenden Anlagen sollen auch das Regenufer und der angrenzende Straßenraum aufgewertet werden. Die Baumaßnahme soll bis 2015 abgeschlossen sein.

Betonmauer an Unterer Regenstraße

Im Rahmen der aktuellen Maßnahmen wird entlang der Unteren Regenstraße eine Hochwasserschutzmauer aus Beton von über 600 Metern gebaut. Diese soll durch mobile Elemente in einem Umfang von über 400 Quadratmetern aufgestockt werden können. Solche Elemente haben beim jüngsten Hochwasser an der Donau in Regensburg Schlimmeres verhindert.

Auch ein neues Schöpfwerk wird errichtet und ein Abwasserpumpwerk nachgerüstet, um die Entwässerung auch während eines Hochwassers sicherzustellen. Insgesamt sollen so rund 8.000 Menschen in den Ortsteilen Reinhausen und Weichs vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt werden.

Gesamtinvestitionsvolumen 100 Millionen Euro

Der Hochwasserschutz Regensburg ist eines der umfangreichsten laufenden Hochwasserschutzprojekte des Freistaats. Das geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei 100 Millionen Euro. Es wird gemeinsam vom Freistaat Bayern, der Europäischen Union und der Stadt Regensburg getragen. Der Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser für Regensburg soll im Rahmen einer offenen Planung bis 2020 in insgesamt 18 Bauabschnitten realisiert werden.

Im Zuge des Baus werden auch Maßnahmen für Freizeit und Erholung, Naturschutz und Stadtentwicklung umgesetzt. Insbesondere der Bürgerwunsch nach einem „Grünen Zimmer“ wird umgesetzt. Durch eine Erweiterung der Uferflächen entstehen dabei neue Freiflächen. Sie sind als Parks, Sport- und Spielflächen oder Kleingärten angelegt.

Aktionsprogramm 2020plus

Zur beschleunigten Umsetzung des bayernweiten Hochwasserschutzes wurde das Aktionsprogramm 2020plus beschlossen. Dieses sieht eine Verdopplung der bisherigen finanziellen Mittel für den Hochwasserschutz vor. Im Zeitraum bis 2020 investiert der Freistaat insgesamt 3,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes. Seit dem Jahr 2001 hat der Freistaat bereits 1,6 Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen investiert. Die durchgeführten Maßnahmen schützen rund 400.000 Menschen vor Überflutungen durch ein hundertjährliches Hochwasser.

Quelle: br.de

Marion Hecht kann aufatmen. Wie der Pressesprecher des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, soeben mitteilte, wird gegen die Wolfersdorferin nur eine Verwarnung ausgesprochen. Auf eine Geldbuße wegen der Einrichtung eines illegalen Linienverkehrs wird verzichtet.

„Das Landesverwaltungsamt ist der Auffassung, dass Frau Hecht gegen geltendes Recht verstoßen hat und musste die Anzeige prüfen“, betonte Alexy. „Es wurde aber berücksichtigt, dass die Fahrten auf Bitten des Bürgermeisters und unter besonderen Umständen geschahen.

Zudem hat sie nach eigenen Aussagen keinen Gewinn mit dem Transport gemacht“, begründete der Pressesprecher die milde Strafe. „Frau Hecht hat nicht beabsichtigt, gegen die bestehenden Regeln des Personenbeförderungsgesetzes bewusst zu verstoßen, sondern wollte Einwohnern helfen“, gab Alexy die Einschätzung des Landesverwaltungsamtes wieder. Der Bescheid soll Hecht noch diese Woche zugehen.

Marion Hecht hatte nach dem Hochwasser Einkaufsfahrten von Berga nach Weida angeboten, sich dafür aber keine Genehmigung eingeholt. Ein Dritter hatte deswegen Anzeige erstattet.

Rückblende:

„Enttäuschung“ habe sie verspürt, sagt Marion Hecht, als sie den Brief des Landesverwaltungsamtes öffnete. Die Wolfersdorferin, die einen privaten Pflegedienst und ein Mietwagenunternehmen betreibt, hatte kurz nach dem Hochwasser begonnen, Bergaer Einwohner zweimal in der Woche zum Einkaufen nach Weida zu bringen. Die einzige größere Einkaufsmöglichkeit, der Netto-Markt in der Elsterstadt, hat wegen Flutschäden bis auf Weiteres geschlossen.

Doch diese Hilfsbereitschaft – die Aktion sei nicht aus Profitgier entstanden, sei vielmehr ein Minus-Geschäft, betont Hecht, – ist der Wolfersdorferin nun zum Verhängnis geworden. Denn damit hat sie, so das Schreiben des Landesverwaltungsamtes, einen Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen eingerichtet, ohne sich die entsprechende Genehmigung einzuholen.

Dass das stimmt, gibt die Wolfersdorferin zu, sie hätte nur auf Zuruf kommen dürfen. „Aber es war eine Ausnahmesituation“, sagt sie, „es fuhren keine Züge und kaum Busse. Außerdem habe ich erst Ja gesagt, als mich die Stadtverwaltung darum gebeten hat.“ Tatsächlich geht aus dem Fahrplan der Greizer Personen- und Reiseverkehrs GmbH hervor, dass in den Ferien mittwochs, freitags und am Wochenende überhaupt keine Busse fahren. Auch an Schultagen gibt es kaum Verbindungen am Tag, ab zirka 14.30 Uhr gar keine mehr.

Bergas Bürgermeister Stephan Büttner (Freie Wähler) bestätigt Hechts Aussage: „Wir haben schnellstmöglich eine Lösung gesucht, die ältere Bevölkerung zu versorgen“, sagt er. Bis der Markt wieder aufmacht – voraussichtlich in vier bis fünf Wochen so Büttner – hätte er die Wolfersdorferin um Hilfe gebeten, für die er „ausdrücklich dankbar“ sei, wie er sagt.

Adalbert Alexy, Sprecher des Landesverwaltungsamtes, versucht auf Nachfrage zu beruhigen: „Noch ist nichts entschieden“, sagt er. „Wir überprüfen die Sache.“ In der Bemessung des Bußgeldes hätte das Amt durchaus einen Spielraum, je nach Schwere des Vergehens. „Der kann von Nichtverfolgung bis zu 250 Euro pro Fahrt reichen“, so Alexy, der Marion Hecht aber auch tadelt: „Sie hätte es als Inhaberin einer Mietwagenfirma eigentlich besser wissen müssen.“ Der Sprecher bestätigt, dass das Landesverwaltungsamt durch eine Anzeige Dritter aufmerksam wurde, verspricht aber, dass die besonderen Umstände berücksichtigt würden.

Quelle: otz.de

 

Ungewöhnliche Spende: Haustiere für Fischbeck

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Fischbeck
Eine ungewöhnliche Spende haben Mitarbeiter des Jobcenters im Landkreis Harz an die Bewohner von Fischbeck übergeben.
Neben Spielsachen und Sitzbänken gingen auch Tiere auf die Reise in den vom Hochwasser heimgesuchten Ort. Mitarbeiter des Jobcenters und von Harzer Bildungswerken hatten sie gespendet, da viele Bewohner in Fischbeck auch ihre Tiere verloren hatten. Fünf Hühner, ein Hahn, ein Hase und eine Häsin wurden an den Fischbecker Bürgermeister Bodo Ladwig (parteilos) übergeben. Bei den Hühnern sei eigens eine Rasse ausgewählt worden, die cholesterinarme Eier legt, sagte eine Sprecherin des Jobcenters. Cholesterin gelte als eine Ursache für hohen Blutdruck – und für den habe die Flut schon reichlich gesorgt.
Quelle: focus.de

Kammertheater spendet 12.000 Euro für Kitas in Halle

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Halle

Seit Mitte Juni sammelt das Team vom Kammertheater Karlsruhe Spenden für zwei Kitas im Hochwassergebiet Halle, die besonders schlimm betroffen sind und aufgrund der Wassermassen keine Möglichkeit mehr haben, den Kindern Raum zu bieten. Wie das Kammertheater nun mitteilt, konnten dank der Spenden der Theaterbesucher und Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums 12.000 Euro übergeben werden.

Die vom Kammertheater organisierte Spendenaktion hat das ausgegebene Spendenziel von 10.000 Euro nun sogar übertroffen. Den Kitas „Villa der fröhlichen Kinder“ und St. Georgen wurde ihre idyllische Lage im Herzen von Halle, der Partnerstadt Karlsruhes, genau neben der Saale, zum Verhängnis, erklärt das Kammertheater in der Pressemeldung.

12.000 Euro für Kitas in Halle

„Unserem Spendenaufruf ist – neben den zahlreichen Theatergängern, die nach jeder Vorstellung fleißig Geld in die ausgelegten Sammelkörbchen zusammengetragen haben – auch das Thomas-Mann Gymnasium im Landkreis Karlsruhe nachgekommen“, heißt es in der Meldung weiter. 12.000 Euro konnten so für die Wiederinstandsetzung der beiden Kitas gesammelt werden.

„Es muss komplett unser Außengelände erneuert werden, der Spielsand ist kontaminiert und damit nicht mehr sicher für unsere Kinder. All unsere Möbel in der Kelleretage sind hinüber, viele elektrische Geräte und der Heizungskessel, Waschmaschine, die Küche sind defekt“, berichtet Kerstin Wolf, die Leiterin der „Villa der fröhlichen Kinder“ in der Pressemeldung. Auch Kerstin Jugel, von der Kita St. Georgen, hat einige Schäden zu beklagen, dabei wurde ihre Kita erst 2010 frisch rekonstruiert.

Quelle: ka-news.de

Hochwasser stand im Mittelpunkt der Versammlung

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Zur Jahreshauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins waren rund 80 der insgesamt über 400 Mitglieder ins Hotel-Restaurant „Schlossblick“ nach Stock gekommen. Vorsitzender Nikolaus Steindlmüller widmete sich in seinem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr vor allem dem Hochwasser im Juni.

Spende für „Leben mit Handicap“

Auch der Referent des Abends, Alois Pan von der Bayerischen Versicherungskammer, stellte dieses Ereignis in den Mittelpunkt seines Diavortrags, in dem er recht drastische Fotoaufnahmen aus der Region zeigte. Viele der anwesenden Haus- und Grundbesitzer nutzten die Gelegenheit, den Versicherungsexperten zu befragen, was sie im Schadensfall zu tun hätten und wie sie sich am besten versichern könnten. Zudem erläuterte Pan die aus einem Paket bestehende Elementarversicherung.

Steindlmüller machte die Mitglieder auf Verbesserungen im Mietrecht zum Vorteil der Vermieter aufmerksam und verdeutlichte dies anhand konkreter Beispiele.

Schatzmeister Franz Berger teilte mit, dass der Verein finanziell sehr gut dastehe. Dies sei vor allem der Tatsache zu verdanken, dass er im Gegensatz zu anderen Vereinen keinem Dachverband unterstellt ist, an den er Abgaben bezahlen müsse.

Der größte Ausgabeposten im Vorjahr sei eine Spende von 3000 Euro an den Verein „Leben mit Handicap“ gewesen, um den Bau des Wohnheims für Behinderte in Prien-Stauden zu unterstützen. „Diese Spende lag mir sehr am Herzen“, sagte Steindlmüller.

Die Vorstandschaft besteht weiterhin aus Steindlmüller, Franz Laböck als seinem Stellvertreter und Franz Berger als Schatzmeister. Lediglich der Schriftführer musste neu gewählt werden. Die anwesenden Mitglieder entschieden sich einstimmig für Klaus Ulrich.

Neuer Schriftführer

Insgesamt verlief die Jahreshauptversammlung recht harmonisch und die Mitglieder nahmen die Gelegenheit wahr, sich gegenseitig auszutauschen und sich von Rechtsanwalt Nikolaus Steindlmüller als Fachmann für Grundstücksfragen sozusagen aus erster Quelle Rat zu holen

Quelle: ovb-online.de

Nach dem Hochwasser jetzt Wegebau an Weihertalmühle

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Die Wassermassen hatten die Waldwege von Möckern beziehungsweise Quirla zur Mühle komplett zerstört.

Ein Großteil der Waldwege zur Weihertalmühle hatte das Hochwasser Ende Mai komplett weggespült. Sowohl die Zufahrt von Quirla kommend als auch der Waldweg rund 200 Meter oberhalb der Mühle wurden von den gewaltigen Wassermassen zerstört.

Während die Gemeinde Quirla gemeinsam mit der Stadtrodaer Firma Titzmann unmittelbar nach dem Hochwasser Teile der von Quirla kommenden Zuwegung notdürftig reparierte, folgte Ende Juni der komplette Aufbau des Waldweges in diesem Bereich. Im Auftrag der Stadtrodaer Firma Titzmann ist seitdem das Apoldaer Bauunternehmen Friedrich und Kober rund um die Weihertalmühle mit dem Wegebau beschäftigt. Jetzt sei auch der Wegebau auf dem Waldweg von Möckern kommend zur Mühle abgeschlossen, informierte David Friedrich von der Apoldaer Baufirma, die von Mitte Juli bis Ende letzter Woche ein 200 Meter langes Teilstück bis zur Mühle instand gesetzt hat. „Immerhin sind hier rund 250 Tonnen Frostschutz eingebaut und verdichtet worden, erzählte er. Oberhalb der Mühle seien der Bachlauf auf einem kurzen Teilstück neu eingefasst und ein Kanalstück gebaut worden, das einen möglichen Wasserstrom in einen Überlaufbereich leiten soll, so David Friedrich weiter. Noch offen sei der weitere Fortgang des Wegebaus von der Mühle in Richtung Stadtroda. Hier sei wohl noch keine Entscheidung gefallen, meinte er.

Auf Anfrage unserer Zeitung informierte die Stadtrodaer Stadtverwaltung, dass der Wegebau auch in diesem Abschnitt fortgesetzt werden soll.

Und auch an und in der Weihertalmühle gehen die Reparaturarbeiten weiter. So lassen die Mühlenbetreiber Christian Ecke und Tobias Bieritz den ebenfalls vom Hochwasser komplett zerstörten Biergarten wieder aufbauen. Die ersten Frostschutzaufbauten seien bereits erfolgt, so Christian Ecke. Allerdings werde man in dieser Sommersaison den alten Biergartenbereich nicht mehr nutzen. Dafür stehe der weiträumige Hof mit knapp über 50 Plätzen zur Verfügung. „Bei Veranstaltungen kann man die Kapazität auf über 150 Plätze erweitern. Das wird zum Beispiel am 17. August bei unserem Jazzfestival der Fall sein“, erklärte Ecke.

Zufrieden sind die Betreiber, dass die Versicherer zu ihrem Wort standen und bereits einige Zahlungen geleistet haben. „So konnten wir vieles wieder instand setzen lassen“, sagte Christian Ecke

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Neues Wehr für Hoyerswerdaer Schwarzwasser in Zescha

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der kleine Ort Zescha bei Königswartha (Landkreis Görlitz) ist künftig besser gegen Hochwasser geschützt.
Nach neun Monaten Bauzeit ist das neue Wehr für das Hoyerswerdaer Schwarzwasser fertig, wie die Landestalsperrenverwaltung in Prina am Montag mitteilte. Die Behörde investierte rund 325 000 Euro, um das betriebsuntüchtige alte Wehr an dem Flüsschen zu ersetzen. Als Ersatz für die wegen der Bauarbeiten gefällten Bäume sollen im Herbst 19 Erlen und Eichen gepflanzt werden.
Quelle: focus.de

Hannover 96 bei Hochwasser-Benefiz 1:0 in Halle

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Halle

Bundesligist Hannover 96 hat das Benefizspiel zu Gunsten von Geschädigten nach dem Juni-Hochwasser beim Halleschen FC mit 1:0 (0:0) gewonnen. Die Gastgeber, die gerade in der 3. Liga einen Fehlstart mit zwei Niederlagen zum Saisonbeginn in Folge hingelegt haben, konnten den Niedersachsen über weite Strecken überraschend gut Paroli bieten.

Zwischenzeitlich hatte Halle sogar die Führung auf dem Fuß. Kurz vor Ende kam dann aber doch der Siegtreffer für den Erstligisten, Deniz Kadah traf in der 85. Minute. Die Partie war wegen der brütenden Hitze am Wochenende um einen Tag verschoben worden. Rund 3.000 Zuschauer waren im Stadion in Halle.

Quelle: finanznachrichten.de

Special Olympics – Wettkämpfe im Zeichen des Hochwassers

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Athleten stoßen in Passau immer wieder auf Spuren der gerade überstandenen Katastrophe

„Ich freue mich, dass wir heute alle hier sind in Passau und diese Woche gemeinsam stark und sportlich unser Bestes geben werden!“ Dass der Nördlinger Special Olympics-Athletensprecher Markus Protte diese Rede während der Eröffnungsfeier der Bayerischen Special Olympics Sommerspiele halten konnte, war kaum vorstellbar, als man noch vor wenigen Wochen überall die Bilder sah, wie schwer es besonders die Drei-Flüsse-Stadt Passau getroffen hatte, als in Deutschland viele Regionen von schlimmem Hochwasser betroffen waren.

Athletinnen und Athleten bringen die Sonne zurück in die Stadt…

Passau war ausgewählt worden, eine Woche lang die Bayerischen Special Olympics-Sommerspiele auszutragen. Die Menschen vor Ort und viele Helfer aus ganz Deutschland haben es nicht nur geschafft, nach der Katastrophe irgendwie wieder zurück zum Alltag zu finden, sie haben zudem auch noch für 1300 Sportlerinnen und Sportler mit geistiger und mehrfacher Behinderung ein großartiges Sportfest ausgerichtet. So konnte der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper bei der Eröffnungsfeier voller Freude die Menge begrüßen: „Wir haben schwierige Wochen hinter uns. Es ist gut, Sie hier zu haben – sie bringen die Sonne zurück in die Stadt!“

Ganz klar – bei diesen Spielen standen nicht nur die sportlichen Wettbewerbe im Mittelpunkt. Immer wieder trafen die Athletinnen und Athleten auch auf Spuren, die das Hochwasser hinterlassen hat – seien es die unvorstellbar hohen Pegelstände, die an Hausmauern angezeichnet sind, oder der komplett unbewohnbare untere Stock der Pension, in der die Teilnehmer des Integrativen Sportvereins SG-Handicap Nördlingen, freundlicherweise ausgestattet mit Bussen der Firma Heuchel aus Nördlingen und des Autohauses Wagner aus Donauwörth, untergebracht waren. Tatsächlich musste deshalb ein Teil der 23-köpfigen Gruppe in ein benachbartes Hotel ausweichen. Aber auch besonders die Gastwirte freuten sich, dass Special Olympics in ihrer Stadt Halt machte – nach den teuren Wiederaufbauarbeiten war jeder Gast und jeder Umsatz sehr willkommen.

Viele gute Erinnerungen an die Spiele in Nördlingen

Und wer 2009 in Nördlingen die Special Olympcis Sommerspiele erlebt hat, weiß, wie viel gute Laune und Stimmung die Sportlerinnen und Sportler verbreiten – egal, wo sie hinkommen. Überhaupt wurden die Nördlinger häufig von anderen Teilnehmern darauf angesprochen, wie toll die Sommerspiele damals in der Stadt im Ries waren, und wie gerne sie sich daran zurückerinnern.

Den Nördlinger Athletinnen und Athleten werden mit Sicherheit auch besonders die Spiele in Passau in Erinnerung bleiben. Neben den vielen Eindrücken, die sie dort gesammelt haben, sind sie auch mit einer ganzen Menge an Medaillen nach Hause gekommen. Elf Mal Gold, acht Silbermedaillen und fünf Mal Bronze – das war neben zahlreichen guten Platzierungen das stolze Ergebnis des Integrativen Sportvereins Nördlingen.

Die Debütanten machen den „alten Hasen“ Konkurrenz

Im Schwimmen zeigten vor allem die Nachwuchsschwimmer, die teilweise zum ersten Mal bei einer Special Olympics-Großveranstaltung dabei waren, gute Leistungen. Franzi Stolch, Bettina Groß, Celina Witt und Steffen Zwölfer sind den langjährigen Teilnehmern dicht auf den Fersen. Auch bei den Leichtathleten zeigte ein Nachwuchstalent eine überragende Leistung: Im Alter von 19 Jahren erreichte Daniel Weinert beim Kugelstoßen die überragende Weite von 12,99 Metern.

Während sich die Schwimmstaffeln starker Konkurrenz geschlagen geben mussten und die Plätze vier und sechs erreichten, scheint die Leichtathletikstaffel der Nördlinger auch mit teilweise neuer Besetzung nach wie vor nicht zu schlagen zu sein. Mit einer Zeit von 4:22 Minuten, waren Markus Protte, Mickel Schwab und die beiden neu dazu gestoßenen Läufer Florian Sollinger und Daniel Weinert sogar noch einmal 15 Sekunden schneller als bei dem grandiosen Gewinn des 4×400- Meter-Laufs im Vorjahr in München.

Nächstes Ziel sind die Sommerspiele 2014 in Düsseldorf

Mit dieser Mischung aus bewährten „alten Hasen“ und vielversprechenden Nachwuchstalenten gilt nun das Augenmerk den nationalen Sommerspielen, die im Mai nächsten Jahres in Düsseldorf stattfinden werden. Nach den hochverdienten Sommerferien werden die SG-Handicap-Athleten auf dieses nächste Ziel hinarbeiten.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Wettkämpfe im Zeichen des Hochwassers – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Wettkaempfe-im-Zeichen-des-Hochwassers-id26439821.html

Wettkämpfe im Zeichen des Hochwassers – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Wettkaempfe-im-Zeichen-des-Hochwassers-id26439821.html

Hochwasser und Wegkreuze

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Zu einer besonderen Bilderausstellung lud der Förderverein Pfarrzentrum Ampfing ins Theresianum ein. Gezeigt wurden Bilder ab zirka 1920 von diversen Plätzen aus dem Gemeindebereich, die bei Hochwässern überschwemmt wurden. Klar wurde dabei: Schon damals ließ die Natur die Gemeindebürger ihre Gewalt spüren – da gab es beispielsweise auf dem Marktplatz nur noch ein Vorankommen mit dem Boot, weil die Isen über die Ufer trat und alles überschwemmte.

Gezeigt wurden auch einige Filme, über die Aufräumungsarbeiten der Bürger und wie man sich vor weiteren Wassermassen schütze. Andreas Brandstetter gab gerne zu den gezeigten Filmen Auskunft, und gab so manche Anekdote zum Besten. Matthias und Elisabeth Brandstetter, erklärten immer wieder den vielen Interessierten Besuchern, wo das Hochwasser stand und wer auf den Bildern zu sehen war.

Ebenfalls wurden Bilder von vielen Wegkreuzen und Kapellen in und rund um die Gemeinde Ampfing gezeigt. Die Bilder stammten teilweise aus dem Gemeindearchiv oder waren eine private Leihgabe.

Der Erlös aus den Eintritten zur Veranstaltung wird gespendet. Das Geld soll den Bewohnern von Oberwöhr bei Rosenheim zugute kommen, bei denen heuer das Hochwasser sehr gewütet hat.

Quelle: ovb-online.de

Helfer unterstützen beim Wiederaufbau

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Aken

Die Gemeinschaft „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“ unterstützt eine junge Familie aus Aken beim Wiederaufbau ihres erst im Vorjahr neu bezogenen Hauses. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75.000 Euro.

 

Erst im November vergangenen Jahres zogen Andrea Miethig und Mario Elß mit ihren Kindern Adrian (7) und Maria (2) in ihr neu gebautes Haus in der Kleinzerbster Straße in Aken ein. „Es ist unser Traumhaus. Den Bautyp Bungalow haben wir bewusst gewählt, mit Blick auf das Alter“, sagt sie. In diesem Sommer nun sollten die Außenanlagen in Angriff genommen werden.

Daraus wird aber vorerst nichts. Das Haus der jungen Familie wurde während des Hochwassers überflutet. Das Wasser stand mehrere Tage lang einen halben Meter hoch in allen Räumen – mit verheerenden Folgen. Sämtliche Möbel, Haustechnik, Fliesen, Fußbodenheizung, alles war hinüber. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75 000 Euro. „Ich habe zwei Wochen neben mir gestanden und nur geweint“, blickt Andrea Miethig zurück. Sie musste sich ärztlich behandeln lassen.

Ihrem Mann erging es kaum anders, auch er war geschockt, als er durch das überflutete Haus waten musste und die Verwüstungen sah. Beide haben inzwischen wieder neuen Lebensmut gefasst, was in großem Maße auch den Helfern aus Quedlinburg und Umgebung zuzuschreiben ist, die beim Wiederaufbau des Hauses tatkräftig anpacken.

Initiator des Ganzen ist Karsten Dannenberg, Chef einer Dach- und Fassadenbaufirma in Quedlinburg. „Ich habe im Fernsehen viele Berichte über die Flut und helfende Menschen gesehen. In einer solchen Situation nichts zu tun, da hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen“, begründet der 41-Jährige seine Hilfsbereitschaft, der sich noch viele andere Menschen anschlossen. Entstanden ist ein Netzwerk mit dem Namen „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“. Mehr als 150 Menschen sind laut Karsten Dannenberg inzwischen dabei, tauschen sich zumeist über Facebook und E-Mails aus, haben entweder Geld und Dinge für das Haus gespendet oder haben in Aken mit angepackt.

Ihren Anfang machte die „Flutopferhilfe“ am 8. Juni, als man 3000 Liter Getränke nach Magdeburg brachte und dort Sand schippte. Von der ersten Aktion blieben 25 Euro übrig, die Helfergemeinschaft beschloss, weiter Geld zu sammeln. Einer aus der Runde regte schließlich an, sich auf eine vom Hochwasser betroffene Familie zu konzentrieren. „Man kann vielen Betroffenen mit kleinen Beträgen zwar etwas helfen, aber eben nicht sonderlich erfolgreich“, sagt Karsten Dannenberg. Aus dem Netzwerk heraus kam auch der Vorschlag, Andrea Miethig und Mario Elß zu unterstützen.

Karsten Dannenberg machte sich mit Andreas Grosser, einem Geschäftspartner, am 22. Juni auf den Weg nach Aken. Die in Baufragen bewanderten Männer schauten sich die Schäden an und legten fest, was alles zu tun ist. Ein erster Arbeitseinsatz fand am 29. Juni statt, 20 Leute waren in die Elbestadt gekommen. „Wir haben 145 Quadratmeter Fußboden rausgestemmt, Fußbodenheizung und Dämmung herausgerissen“, schildert Karsten Dannenberg. Beim zweiten Einsatz am vergangenen Sonnabend rückten 16 Quedlinburger an, um im gesamten Haus den Putz wegzustemmen – in etwa von der Höhe, in der das Wasser stand. Nicht nur Männer packten an, auch einige Frauen waren mitgekommen. Carmen Hoffmann war eine von ihnen. „Ich möchte einfach nur helfen“, sagte die Mitarbeiterin des Quedlinburger VHS-Bildungswerkes, die über Facebook auf die „Flutopferhilfe“ aufmerksam geworden war.

Auch die Hausherren stemmten Putz weg, schleppten ihn in Eimern nach draußen in einen Container. „Ich empfinde die Hilfe als großes Glück und bin diesen Menschen unglaublich dankbar“, äußert Andrea Miethig. Schon seit dem 8. Juni, als die Akener wegen des Hochwassers evakuiert wurden, lebt sie mit ihrer Familie im Elternhaus in Wulfen, beengt zwar, aber das muss eben gehen. Sie freut sich bereits auf den Tag, an dem sie wieder in ihr Haus einziehen kann.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Familie bis Oktober, spätestens aber zu Weihnachten im Haus zu haben“, sagt Karsten Dannenberg. So lange werde die „Flutopferhilfe“ die Werbetrommel für das Projekt rühren.

Quelle: mz-web.de

Eine Spende für die Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Bayern

Feuerwehrleute von Fischerdorf bei Deggendorf haben anderen geholfen und deshalb eigenes Hab und Gut verloren

Eine Abordnung der Königsbrunner Bereitschaftspolizei (Bepo) übergab kürzlich 2000 Euro an Dieter Treske, den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr in Fischerdorf.

„Wie ein Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Stein erscheint eine Spende von 2000 Euro angesichts der Hochwasserschäden von geschätzten 500 Millionen Euro“, stellte dabei der pensionierte Seminarleiter der Königsbrunner Bereitschaftspolizei, Gerhard Grabowski, fest. Doch sie bringe Solidarität und Verbundenheit mit den Geschädigten zum Ausdruck.

In dem Deggendorfer Ortsteil wurden 40 der insgesamt 50 Feuerwehrler selbst zu Opfern. Mehrere Tage waren sie bei der Hochwasserkatastrophe im Juni fast rund um die Uhr aktiv, um anderen Menschen zu helfen, und konnten sich deshalb nicht um ihr eigenes Hab und Gut kümmern.

Betroffene hatten nur drei Stunden Zeit

Nach einem Dammbruch hatte die Bevölkerung noch drei Stunden Zeit, die wichtigsten Dinge in Sicherheit zu bringen – nicht aber die Mitglieder der Feuerwehr. Die versuchten letztlich erfolglos den maroden Damm mit Sandsäcken zu sichern. Innerhalb kürzester Zeit war der südlich der Donau gelegene Ortsteil Fischerdorf völlig überschwemmt. Die unvorstellbare Wassermenge soll laut Experten dem Volumen des Tegernsees entsprochen haben. Bis zu zwei Meter war das Wasser in den Häusern gestanden.

Zu einer Spendenaktion der besonderen Art hatten sich der pensionierte Seminarleiter Grabowski (Königsbrunn) und sein früherer Kollege und Fahrtrainer Willi Grillmaier entschlossen.

Im polizeieigenen Intranet wurden Polizeimützen und Ärmelabzeichen zum Verkauf angeboten, die sie selbst über viele Jahre liebevoll gesammelt hatten. 70 Mützen, Hüte, Helme, Caps und fast genauso viele historische, internationale oder aktuelle Ärmelabzeichen konnten bei der Hilfsaktion erworben werden. Höchst zufrieden waren beide mit dem stolzen Erlös von 1100 Euro – und das innerhalb kürzester Zeit.

Ausbildungsseminar steuert eigenen Betrag bei

900 Euro konnte das 18. Ausbildungsseminar (AS) der Bepo-Abteilung beisteuern. Bei einem Ende Juni durchgeführten Elterntag wurden die Angehörigen der jungen Polizeischüler um eine Spende für die bayerischen Hochwasseropfer gebeten. Seminarsprecher Andreas Faltermayr und seine Klassensprecherkollegen hatten sich für eine Beteiligung an der Spendenaktion von Grabowski und Grillmaier ausgesprochen.

Das ganze Ausmaß der Hochwasserkatastrophe rund um Fischerdorf hatten 100 Königsbrunner Polizeischüler des 19. AS und zehn Stamm-beamte, die Mitte Juni ein ganzes Wochenende im Polizeieinsatz waren, hautnah erlebt.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Eine Spende für die Hochwasser-Helfer – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Eine-Spende-fuer-die-Hochwasser-Helfer-id26449106.html

Brüssel billigt Hochwasser-Soforthilfen

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die EU-Kommission hat die Soforthilfen des Bundes für vom Hochwasser geschädigte Unternehmen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gebilligt. Ferner darf der Bund bei Kurzarbeit in den von der Flutkatastrophe betroffenen Unternehmen die Sozialversicherungsbeiträge übernehmen. Die Wettbewerbshüter hätten damit Grünes Licht für die 209 Millionen Euro gegeben, mit denen sich der Bund an Hilfen der Länder für die gewerbliche Wirtschaft und Freie Berufe beteilige. Zudem würden unter anderem KfW-Kreditprogramme geöffnet sowie Zinserleichterungen gewährt.

Quelle: sueddeutsche.de

Familie Haubold aus Gößnitz im Altenburger Land erhält nach der Flut Unterstützung durch „Thüringen hilft“.

.Auf den ersten Blick sieht es in der Küche aus wie in jeder anderen Küche auch. Nur der Geschirrspüler fehlt, und die Fußleisten sind abgenommen. Wer genau hinschaut, erkennt am Putz noch einen verblassenden bräunlichen Rand. Aber ganz unverkennbar ist dieser modrige Geruch. „Das muss wohl alles raus“, sagt Daniela Haubold und zeigt, wie sich die Rückwände von den Küchenmöbeln lösen, und wie dahinter der Putz von der Wand bröckelt.

Noch warten auf Geld von Versicherung

Daniela Haubold wohnt mit ihrem Mann Michael und den beiden erwachsenen Söhnen Sebastian (18) und Nico (22) seit acht Wochen auf einer Baustelle. Aber nicht mal als solche ist das kleine, eigentlich sehr charmante Haus am Rande der Gößnitzer Innenstadt zu bezeichnen. Weil die Familie noch auf das Geld der Versicherung wartet, ist nach dem großem Aufräumen bisher wenig geschehen.

In Küche, Bad, Flur und Keller ist noch der Fliesenfußboden verlegt, in allen Räumen ist der Putz noch nicht abgeschlagen. Michael Haubold deutet auf eine Stelle an der Wand. Weiß und flockig blüht hier Salpeter aus. „Ein Folgeschaden, weil die Wände noch so feucht sind“, meint Michael Haubold.

In den Zimmern, die einst die Jungs bewohnten, und im Gewölbekeller brummen seit dem 4. Juni tagein, tagaus die Entfeuchtungsgeräte. Im Keller muss der große Bottich, der wohl um die 80 Liter fasst, bis zu zwei Mal am Tag geleert werden.

Seit 17 Jahren wohnt das Paar in Gößnitz, seit 13 Jahren im Eigenheim. Sie haben es selbst saniert und finanziert. Erst im letzten Jahr hatten sie die Fassade gestrichen und einen Balkon angebaut. „Wir waren gerade fertig“, sagt Daniela Haubold. Obwohl die Pleiße nur knapp 200 Meter entfernt vorbeifließt, hatten sich die Haubolds immer sicher gefühlt.

Sie hatten sich auf Erzählungen von alten Gößnitzern verlassen, auch solchen, die das Hochwasser 1954 miterlebten: Demnach war das Wasser immer vom Stadtinneren gekommen und nur ein paar Meter die ansteigende Lessing­straße hineingelaufen. Auch beim letzten großen Hochwasser 2002 blieben die Haubolds verschont.

Nun kam es alles anders. Bis zu jenem Sonntagnachmittag im Juni hatte sich die Familie noch sicher in den eigenen vier Wänden gefühlt. Mit den Nachbarn gab es noch eine Lagebesprechung. „Dann stieg das Wasser in Sekundenhöhe“, erinnert sich Daniela Haubold. Eine Viertelstunde wurde der Familie Zeit gelassen, das Nötigste zusammenzupacken, den Strom auszuschalten und den Hauptgashahn zu schließen.

 

Untergekommen in Naundorf bei Freunden

Im nahen Naundorf kam die Familie bei Freunden unter. „Dietmar Dengler hat uns aufgenommen“, sagt Daniela Haubold heute noch voller Dankbarkeit. Die Denglers waren es auch, die beim Aus- und Aufräumen mithalfen. Ebenso wie ein Dutzend andere Freunde und Bekannte. „Das war wirklich überwältigend.“ Innerhalb von drei Stunden sei die untere, rund 90 Quadratmeter große Etage ausgeräumt gewesen. Doch allein drei volle Tage brauchte es, um den Keller leerzupumpen. Auf 70″000 Euro beläuft sich der Schaden.

Im ersten Schreck, der ersten großen Unsicherheit wollte Daniela Haubold, die in Ponitz einen Kosmetiksalon betreibt, sogar den lange geplanten Umzug ihres Geschäfts stornieren. Nun zieht sie es durch, „weil es eben meine Existenz ist“.

Doch bis wieder Normalität einkehrt bei den Haubolds, wird es noch Monate dauern. Das Paar rechnet damit, dass sich die Bauarbeiten noch sechs bis neun Monate hinziehen. Das ganze Familienleben spielt sich jetzt in zwei Zimmern der oberen Etage ab. Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass Michael Haubold Lkw-Fahrer ist, der 22-jährige Nico als Disponent auch Schichtarbeit kennt und der 18-jährige Sebastian zuletzt noch vor den Abschlussprüfungen seiner Lagerlogistik-Ausbildung stand. Der Familie fehlt zu Hause die Privatsphäre. Auch deshalb wird Nico jetzt in seine erste eigene Wohnung ziehen, nach Meerane. Sebastian wird bei ihm bleiben, bis sein Zimmer im Elternhaus wieder bewohnbar ist.

Damit zumindest der Alltag bewältigt werden kann, erhielten die Haubolds Unterstützung durch „Thüringen hilft“ – die gemeinsam Aktion der OTZ und der Diakonie Mitteldeutschland. 1250 Euro erhielt die Familie und schaffte davon Gefrierer und Waschmaschine neu an.

Daniela Haubold: „Bekannte haben uns auf die Aktion aufmerksam gemacht. Ich wusste gar nicht, wohin ich mich wenden soll. Danke dafür“.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Papierfabrik Greiz: Schäden erst nach Hochwasser aufgetaucht

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Hochwasser in der Göltzsch hat Gebäude der Koehler Greiz GmbH zwar verschont, aber das für die Produktion wichtige Wehr zerstört. Papierfabrik rechnet mit Schaden von weit über 100 000 Euro.

Der Schock kam erst, als das Hochwasser weg war: Die Göltzsch hat in der Koehler Greiz GmbH großen Schaden angerichtet. Mit weit über 100.000 Euro rechnet Werkleiter Holger Palm, der „Bauchschmerzen“ hat, wenn er an die am Donnerstag wieder startende Produktion denkt.

Derzeit stehen die Maschinen in der Papierfabrik planmäßig still, Wartungsarbeiten werden dort jedes Jahr um diese Zeit durchgeführt. Die Produktion kann übermorgen nur mit Hilfe eines Provisoriums aufgenommen werden. Denn das 50 Zentimeter hohe Wehr, das die Firma 1996 errichtet hat, wurde vom Hochwasser zerstört. Palm erklärt, warum der Bau des Wehrs notwendig war: „Wir haben das Problem bei Niedrigwasser, das Göltzschwasser in die Fabrik zu bekommen.“ Mit dem Wehr war es jedoch möglich, die 60 Kubikmeter Brauchwasser pro Stunde in die Produktionshallen zu leiten.

Bis Donnerstag ist die notwendige Reparatur auf keinen Fall erledigt, so dass eine Übergangslösung gefunden werden muss, damit die Arbeit weiter gehen kann. „Im Extremfall müssen wir eine Pumpe reinstellen“, so Holger Palm, nicht glücklich über die Situation, die das Unternehmen zusätzlich Geld kosten wird. Am meisten ärgert den Papierfabrik-Werkleiter aber das: „Ich habe jetzt ein Genehmigungsverfahren am Hals.“ Und das kann sich hinziehen, fürchtet er. Planungsbüro und Fachfirma für die Bauausführung gilt es zu finden, was jetzt auch nicht so einfach sein – nach dem Hochwasser haben die gut zu tun.

Dennoch sollen die Maschinen am Donnerstag wieder laufen, selbst während des Hochwasser standen sie lediglich einen Tag still. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Zwar war die Situation vor allem dann kritisch, als das Wasser fast die Brücken am Firmengelände überspülte, aber ins Gebäude ist es nicht eingedrungen. So ging die Produktion wieder an den Start.

„Aber es ist kein Lkw an uns rangekommen“, beschreibt der Greizer Koehler-Chef die nächste Herausforderung. Denn sowohl auf Hilfsstoffe, als auch auf den Braunkohlenstaub für das firmeneigene Heizkraftwerk ist die Papierfabrik angewiesen. Dank der Unterstützung der Stadt und der Polizei sei es gelungen, die Laster dennoch in das Werk zu leiten. „Wir mussten nur zwei Termine verschieben, alle anderen haben wir eingehalten“, erzählt Holger Palm, der Schlimmeres befürchtet hatte. Denn wenn sein Unternehmen nicht hätte liefern können, hätte die Gefahr bestanden, dass die Kunden zur Konkurrenz abwandern. „Da sind wir glimpflich davon gekommen“, freut sich Palm.

Kein Grund zur Freude ist allerdings der Blick auf die Schadensbilanz. Zu dem Wehr, das zu reparieren wohl allein über 100″000″Euro kosten wird, kommen weitere Reparaturen. Die gepflasterte Löschwasserentnahmestelle muss befestigt werden, auch der Auslauf der Kläranlage wurde unterspült und muss wieder in den alten Zustand versetzt werden. Zudem muss ein Hang wieder stabilisiert werden. „Ganz ehrlich: Ich habe das erst unterschätzt“, gibt der Werkleiter zu.

Quelle: tlz.de

Beeindruckt von dem Ausmaß der Überschwemmungen kehrten jetzt Michael Biedendieck und Erika Struckamp aus Magdeburg-Rothensee zurück. Dort übergaben sie die 4073,21 Euro, die im Rahmen des Drensteinfurter Spendenmarathons gesammelt wurden.

Vom 17. bis 22. Juni fand in Drensteinfurt ein einzigartiger Spendenmarathon statt. Auf Initiative von Michael Biedendieck (Modehaus Bennemann), Heike und Theo Homann (Markt Nr. 1), Petra Scheffer (Schuhhaus Step In) und Erika Struckamp (MEN-TIE) sammelte ganz Drensteinfurt für die durch die Flut besonders hart betroffene Region Magdeburg-Rothensee. Einige gaben ihr Wechselgeld vom Einkauf in eine der über 40 aufgestellten Sammeldosen, andere kamen gezielt, um feste Beträge zu spenden. Kaufleute gaben einen Teil ihres Umsatzes, Vereine gaben etwas aus ihrer Vereinskasse, die Realschule spendete die Hälfte der Eintrittsgelder einer Aufführung der Musical AG.

Jetzt reisten Michael Biedendieck und Erika Struckamp nach Magdeburg-Rothensee, um die stattliche Spendensumme von 4073,21 Euro an den Vorsitzenden der IG Rothenseer Bürger, Dr. Wolfgang Ortlepp zu überreichen. Genau an dem Platz, der nach der Hochwasserkatstrophe vor sieben Wochen, mehrere Tage über einen halben Meter unter Wasser stand, haben sich die drei getroffen. „Das war Symbolik genug“, machte Ortlepp in einem Danke-Schreiben deutlich. Im Rahmen einer Stadtführung konnten sich die Besucher aus Drensteinfurt ein Bild von dem Ausmaß der Flut machen.

Ortlepp zeigte sich überwältigt von den Hilfsangeboten und Spenden, die an die Rothenseer herangetragen wurden und noch werden. „Insbesondere die Initiative von Herrn Biedendieck und Frau Struckamp und vielen anderen Personen aus Drensteinfurt hat uns völlig überrascht. Kaum ist die Elbe-Flut vorbei, erreichte den Magdeburger Stadtteil Rothensee schon die nächste Flut – und dieses Mal eine unendlich gute, nämlich die der Solidarität, der Hilfsangebote und der unglaublich vielen Spenden“, schreibt der Vorsitzende der IG.

Inzwischen haben die Verantwortlichen ein Vergabeteam mit vertrauenswürdigen Personen zur Verteilung der Spenden gebildet und ein Antragsverfahren in Anlehnung und Absprache mit der Landeshauptstadt entwickelt, um mit der Ausgabe der Spendenmittel beginnen zu können. Dabei werde auch darauf geachtet, dass Mehrfachauszahlungen durch den Abgleich mit anderen Spendenorganisationen, vermieden werden.

Quelle: wa.de

Defizite in der Abstimmung eingeräumt

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Obwohl während des Hochwassers jede Hilfe gebraucht wurde, durften die Feuerwehrleute aus Akens Partnerstadt Erwitte nicht zu dem freiwilligen Einsatz. Die Bezirksregierung hatte dies verboten. Nun räumt der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, Fehler ein.

Sie saßen schon in ihren Fahrzeugen und wollten losfahren nach Aken, wo sich die Hochwasserlage dramatisch zuspitzte und jede helfende Hand gebraucht wurde. Doch die Feuerwehrleute aus der Partnerstadt Erwitte mussten zu Hause bleiben, weil die Bezirksregierung für den Hilfseinsatz ein Verbot aussprach. Dieser Vorfall sorgte für viele Diskussionen, bei den Erwitter Kameraden ebenso wie an der Elbe. Auch Jan Korte erfuhr davon, als er während der Hochwassertage bei der Technischen Einsatzleitung in Aken vorbeischaute. „Ich fand das schon hochgradig bedenklich. Da wollen Leute helfen, doch es wird ihnen untersagt“, äußerte der Bundestagsabgeordnete der Linken. Er habe daher dem Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), einen Brief geschrieben und nach den Hintergründen der damaligen Entscheidung gefragt.

Korte hat jetzt Antwort bekommen. Er bedauere es sehr, so Jäger, dass die Entscheidung zu großer Enttäuschung bei den Betroffenen geführt habe. „Die Stadt Erwitte, die Bezirksregierung Arnsberg, der Kreis Soest mit den Vertretern der Feuerwehr haben zwischenzeitlich die Abläufe und Kommunikationswege in einem konstruktiven Gespräch diskutiert. Sie stimmen überein, dass es Defizite gegeben habe“, schrieb der Innenminister. Eine wesentliche Ursache sei gewesen, dass die Stadt Erwitte „keine Kenntnis von ihrer Einbindung in die Gesamtkoordinierung gehabt habe“.

Als Schlussfolgerung des Elbehochwassers im Jahr 2002 sei in Nordrhein-Westfalen ein System der gegenseitigen überörtlichen Hilfe entwickelt worden, um bei größeren Schadenereignissen helfen zu können. Auf dieses System wurde jetzt zurückgegriffen unter der Vorgabe, Hilfsleistungen über das Innenministerium zu koordinieren. „Wir konnten auf dieser Grundlage allen betroffenen Ländern auf ihre Hilfeleistungsersuchen umfangreiche Hilfe anbieten. Sie wurde von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angenommen, wo in der Spitze 4300 Einsatzkräfte gleichzeitig und insgesamt 10000 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen bei der Deichverteidigung, der Betreuung und Versorgung sowie der Wasserrettung geholfen haben“, informierte der Innenminister.

Jan Korte hat aus dem Schreiben herausgelesen, aus den Erfahrungen dieses Hochwassers lernen zu wollen und Hilfsaktionen künftig besser zu regeln. „Wenn Menschen sich einander helfen wollen, darf diese Geste der Solidarität nicht an der Bürokratie scheitern“, sagte Jan Korte.

Quelle: mz-web.de

Im Strafraum nur Schlamm

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Das Hochwasser ist schon seit einiger Zeit vorbei, doch die Schäden werden noch nach lange nachwirken. So auch im Ort Breese bei Wittenberge. Die Bewohner klagen, dass die Folgen der Fluten nur schleppend beseitigt werden.

Aus grünbraunem Schlamm ragen ein paar wenige Halme. Was aussieht wie ein naturbelassener Tümpel, ist die stinkende Hinterlassenschaft des schlimmsten Hochwassers seit langem: In Breese bei Wittenberge (Prignitz) überschwemmte das Flüsschen Stepenitz im Juni einen der zwei Fußballplätze, bis heute liegt er unter Wasser. Durch die Brühe sind hier und da noch Seitenlinien zu erkennen.

„Da wird so bald niemand spielen können“, sagt Werner Steiner und schüttelt den Kopf. Er ist ehrenamtlicher Bürgermeister von Breese. Als das Wasser kam vor gut sechs Wochen, da sorgte Steiner zusammen mit dem Landrat und zahlreichen Helfern dafür, dass der größte Teil des Dorfes trocken blieb: Auf der Landstraße nach Perleberg wurde aus Sandsäcken ein Damm errichtet, vier Kilometer lang.

Dennoch war Breese der einzige Ort in Brandenburg, in dem dieses Jahr Häuser überflutet wurden. An der Straße Trift, die in einen Fahrweg durch den Stepenitzgrund mündet, sind die Folgen noch zu sehen. Vor dem backsteinroten Bauernhaus von Silvio Stock liegt meterhoch Gerümpel: Dielenbretter, Holztüren, Pappe, Putz und Plastikeimer. „Der Haufen wird langsam zum Problem“, sagt Stock. Niemand holt ihn ab, als Sperrmüll darf er wegen möglicher Schadstoffe nicht entsorgt werden. Für eine Sondermüll-Abfuhr aber fehlt dem Frührentner das Geld.

Klagen über Klagen

Auch seine Nachbarin Karissa Nickel klagt über eine schleppende Bewältigung der Hochwasserfolgen. In ihrem Elternhaus, in dem sie mit ihrem Mann lebt, stand das Wasser hoch bis fast unter die Fensterbänke im Erdgeschoss. Den fauligen Holzboden und den Estrich hat das Ehepaar selbst herausgerissen, den halben Putz abgeschlagen, nun geht es nicht weiter. „Es gab noch keine Hilfe“, sagt Karissa Nickel. Weil in der früheren Küche alle Möbel und Schränke zerstört sind, kocht sie auf einem Campingkocher in einem Verschlag auf dem Hof. Der einzig verbliebene Wohnraum liegt unter dem Spitzdach des Hauses.

Wie Stock erhofft sich auch Nickel endlich Klarheit über einen finanziellen Schadensausgleich, „damit wir mal vorankommen. Ich kann nicht Ende Oktober noch so hausen“. Ihre Hausratversicherung hatte wegen der gefährdeten Lage des Hauses Wasserschäden ausgeschlossen, von dieser Seite ist nichts zu erwarten. Und von der Gemeinde fühlen sich manche Flutopfer hingehalten: „Bis jetzt habe ich nur Rechnungen bekommen“, sagt Karissa Nickel, für neue Gas- und Stromleitungen etwa. Wer wie viel von den Spenden erhalte, die in Breese eingingen, sei indes völlig unklar.

Bürgermeister Steiner räumt ein, dass „relativ viel“ Spenden eingegangen seien. Über die Vergabe des Geldes müsse aber die Gemeindevertretung entscheiden. Steiner weist darauf hin, dass alle Geschädigten jeweils 400 Euro bekommen hätten, „völlig unbürokratisch“. Zudem habe der Landkreis den 14 Familien, deren Häuser überschwemmt wurden, 5 000 Euro ausgezahlt – als Ausgleich dafür, dass der Notdamm nicht noch um ihre Häuser gezogen werden konnte. Andernfalls wäre ganz Breese in Gefahr geraten, so sieht es Steiner.

Auch er kritisiert Verzögerungen bei den versprochenen Hilfen, allerdings denen des Bundes: „Da ist noch keine Klarheit da.“ Und vom Land wünscht sich der Bürgermeister Unterstützung beim Wiederaufbau des Sportplatzes, am liebsten mit Rollrasen. Denn auch das zweite Fußballfeld ist unbenutzbar. Tiefe Furchen von Lastwagen-Reifen ziehen sich durch den Strafraum im Westen. Hinter dem Tor liegen noch immer tausende Sandsäcke. „Das war die Verteidigungslinie“, sagt Steiner. „Ohne schnelle Hilfe ist hier kein Sport möglich – und der ist wichtig für unsere Gemeinde.“

Neidische Sprüche

Die Flutopfer am Ende der Trift plagen ganz andere Sorgen als ein geregelter Spielbetrieb. Möbelspenden haben Nachbarn ihnen angeboten, aber Silvio Stock sagt: „Im Moment wüssten wir nicht mal, wo wir die hinstellen sollen.“ Auch sein Haus gleicht innen einer Ruine.

Die Menschen am Stepenitzgrund fühlen sich alleingelassen – während der Flut und danach. „Die haben uns absaufen lassen“, schnaubt Karissa Nickel. Wer? „Die Obrigkeit“, antwortet Stock anstelle seiner Nachbarin. Seit elf Jahren schon werde ein Deich versprochen, aber nichts passiert. Stock glaubt im Gegensatz zu Bürgermeister Steiner auch nicht, dass der Deichbau nächstes Jahr beginnt, wie im Juni zugesagt.

Und nun kämen von einigen Breesern noch neidische Sprüche. „So gut möchte ich es auch mal haben“, habe ihm wegen des Schecks vom Landkreis jemand gesagt, dessen Haus der Flut entgangen ist, „den alten Plunder wegschmeißen und alles neu kaufen“.

Quelle: berliner-zeitung.de

Die Bilder der Hochwasserkatastrophe an Donau und Elbe haben Erinnerungen wachgerufen: Im Dezember 1993 strömten die Saar und ihre Nebenflüsse den Anwohnern in die Häuser. Was hat sich seither in der Region getan beim Hochwasserschutz? An der Saar sehr viel: Der Ausbau hält den Fluss selbst beim 200-Jahre-Hochwasser in seinem Bett, nützt auch noch dort, wo er unterblieben ist

„An der Saar gibt es durch den Ausbau kaum noch Hochwasser“, sagt Jens Götzinger, Experte für Hochwasserschutz im Umweltministerium: Der Flussquerschnitt, der Schifffahrt zuliebe vergrößert, könne ungleich mehr Wasser wegschaffen als zuvor. Wie viel mehr? Und wie geht das? Peter Meyer, Gewässerkundler im Wasser- und Schifffahrtsamt Saarbrücken (WSA), kann dazu mit Zahlen und Fakten dienen, ohne dass er nachschlagen müsste; „ich mache das ja seit bald 40 Jahren“, sagt er trocken.

Entscheidend: Die Ausbauer haben den Fluss tiefer gelegt. Unterhalb der Staustufe Burbach lag der Wasserspiegel früher bei 181 Metern über NN (Normal-Null), heute sind es 179,30 Meter. Denn man habe die Sohle tiefer gebaggert, sagt Meyer, nach unten habe die Saar 70 Zentimeter mehr Platz als zuvor. Zudem sei ein Fließ-Hindernis abgerissen, das Wehrdener Wehr; die nächste Staustufe kommt erst in Lisdorf.

Breiter geworden ist die Saar auch: An der Oberfläche misst sie in unserer Region 39 Meter, auf der Sohle 25 Meter. Und weil Geröll, Ablagerungen, Steine aus dem Flussbett geräumt wurden, ist die Sohle ebener als früher, „glatter“ nennt Meyer das. So habe das Wasser wenig Widerstand, könne schnell fließen – im Hochwasser-Falle: abfließen. Und wegen des vergrößerten Querschnitts fließe eben viel mehr Wasser als zuvor viel schneller ab, ohne dass der Fluss über die Ufer trete: „Die Saar bleibt heute selbst bei einem 200-Jahre-Hochwasser noch in ihrem Bett“, sagt Meyer.

200-Jahre-Hochwasser, was bedeutet das? Einen Pegelstand bei St. Arnual, der 50 bis 80 Zentimeter höher ist als bei einem 100-jährigen, antwortet Meyer. Zum Vergleich: Die Hochwasserkatastrophen von 1947, 1970 und 1993, die die Saar-Anwohner von Saarbrücken über Völklingen bis nach Merzig schwer getroffen haben, waren alle 50-Jahres-Ereignisse.

Den neuen, starken Schutz vor Saar-Hochwasser gibt es natürlich nur, wo der Fluss ausgebaut ist. Etwa von der Gersweiler Brücke an. Doch auch für den oberhalb liegenden Teil Saarbrückens bringe der Ausbau Verbesserungen. „Stadtautobahn unter Wasser, das lassen wir nicht zu“, sagt Meyer lachend.

Wenn aus Frankreich die Welle komme, mit 100 Kubikmetern Wasser pro Sekunde am Pegel St. Arnual, öffne das Wasser- und Schifffahrtsamt ab einem Pegelstand von 230 Zentimetern sukzessiv die Klappen des Burbacher Wehrs (und natürlich auch der Wehre weiter saarabwärts) – das Wasser fließt ab, die Straße bleibt trocken. Sie wird erst zum sprichwörtlichen „Nebenfluss der Saar mit 13 Buchstaben“, wenn die Wehrklappen ganz unten sind. Das geschehe, wenn der Pegel 390 Zentimeter erreicht hat, erklärt Meyer; vor dem Ausbau lag diese Grenze bei 360 Zentimetern.

Ist aber der „Rückhalteraum“ Autobahn geflutet („wir sind heilfroh, dass wir den haben“) und die Welle steigt weiter, sind die Wasser-Fachleute am Ende ihres Lateins. „Dann können wir nichts mehr tun“, dann überspüle die Saar die flussnahen Teile Saarbrückens. Stege und Boote auf dem Johanner Markt oder am Staden: Denkbar, dass solche Bilder wiederkehren, meint Meyer. Allerdings erst, wenn das Wasser noch höher steige als 1993: „Die 20, 30 Zentimeter mehr Luft, die wir jetzt haben, können für manche Betroffenen entscheidend sein.“

Verbesserung, ja – doch das ist für Jens Götzinger nicht gut genug: „Das Thema Hochwasserschutz wurde nie richtig mitgedacht“ bei Saarbrückens Stadtplanung, kritisiert er. „Man könnte mehr machen.“ Aber er räumt auch ein: „Das ist eine Frage des Geldes.“

Quelle: saarbruecker-zeitung.de

Zweimal Glück in Mühlberg

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

Das Elbe-Hochwasser vor einigen Wochen richtete in Brandenburg Millionenschäden an. Nur einige Gegenden hatten Glück im Unglück. So hielten zum Beispiel Mühlbergs Deiche dicht. Doch der Ort fürchtet schon die nächste Flut.

Die Tore und Fenster des Bootshauses vom Ruderverein Mühlberg an der Elbe (Elbe-Elster) stehen sperrangelweit offen, sie geben den Blick frei auf die Sportboote. Es ist Freitagmittag, es ist heiß, kein Sportler ist zu sehen. In ein paar Metern Entfernung plätschert die Elbe sanft vorbei. Nichts erinnert an den reißenden Strom und das Hochwasser vor sechs Wochen, das das Bootshaus fast bis zum Dach in den Fluten versinken ließ – als einziges Haus der gesamten Stadt. „Wir müssen noch immer lüften, damit die Feuchtigkeit aus dem Gemäuer zieht“, erklärt der Vereinsvorsitzende Matthias Lohfink die offenen Fenster und Türen.

Auf einem Blechschild an der Hauswand kurz unter dem Dach steht die Zahl 9,98. Knapp zehn Meter hoch stand das Wasser am 17. August 2002. „Diesmal blieb der Pegel neun Zentimeter unter dieser Rekordmarke“, sagt Lohfink. Doch die Schäden für den kleinen Ruderverein seien trotzdem immens. 30.000 Euro kosten neue Wasserleitungen, der neue Putz an den Wänden und die Möbel. „Wir haben nach dem Hochwasser 2002 zwei Fehler gemacht“, erzählt Lohfink. Damals seien für die zerstörte Wasserversorgung Plastikwasserleitungen gelegt worden. „Das war damals der letzte Schrei. Die sind nun natürlich hinüber“, sagt Lohfink. Und Edelputz kam an die Wände. „Dabei ist der nicht atmungsaktiv. Das wussten wir aber nicht.“

Jetzt soll ein Kalk-Zement-Putz angebracht werden, der nach dem nächsten Hochwasser mit einem Kärcher gereinigt werden kann. Die Kosten für die Reparaturen sollen aus Hilfsfonds bezahlt werden, so hofft Lohfink. Am Montag kommt Finanzminister Helmuth Markov (Linke) nach Mühlberg. Mit ihm will Lohfink alles bereden.

Deiche wie Pudding

Der Hafen von Mühlberg hat nach dem Hochwasser von 2002 eine Mauer und eine Spundwand bekommen. Elf Millionen Euro hat das gekostet. Von Luxus- oder Prunkwand sprechen manche Einwohner. „Warum die Spundwand am Ufer nicht weitergezogen wurde, ist mir ein Rätsel“, sagt etwa Bernhardt Zimmer. Er wohnt hinter einem der alten Dämme und bangt bei jeder größeren Flut, dass die teils 200 Jahre alten Schutzanlagen den Druck des Wasser überstehen. „In Mühlberg haben die Dämme wieder gehalten, vermutlich tut sich hier deswegen auch weiterhin nichts“, sagt Zimmer säuerlich.

Vom zweiten Wunder von Mühlberg war die Rede, als die Dämme nach 2002 auch in diesem Jahr den Wassermassen der Elbe widerstanden. Der Ort wurde evakuiert. Unzählige Helfer auch aus anderen Gegenden halfen beim Verfüllen und Verlegen von Sandsäcken. „Eine Woche hat das Hochwasser gestanden und auf die Deiche gedrückt. Die waren weich wie Pudding“, erzählt Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos). Sie hat in ihrem Amtszimmer im Rathaus eine große Karte aufgerollt. Das Rathaus liegt vielleicht 200 Meter vom Hafen entfernt. Überhaupt ist hier alles dicht am Wasser gebaut. Idylle pur – wenn der Fluss kein Hochwasser trägt.

Die Karte vor Hannelore Brendel zeigt den Verlauf der Elbe um Mühlberg herum und die Schutzanlagen. Die roten Punkte seien Schadstellen im Deich, erklärt die 56-Jährige. Viel rot ist auf der Karte zu sehen. „Wenn das Hochwasser so kurz hintereinander auftritt, dann kommt man schon ins Grübeln“, sagt Brendel. Denn nach 2002 bangten die Mühlberger auch 2006 mit jedem Zentimeter, den der Pegel der Elbe zulegte. Vor sieben Jahren stiegen die Wassermassen nicht so bedrohlich, wie zunächst gefürchtet.

Hannelore Brendel erzählt von einer Studie, die ein unheilvolles Szenario zeichnet. „Wenn die Deiche in Mühlberg brechen, dann steht der halbe Landkreis Elbe-Elster unter Wasser, und ein Teil von Sachsen ist weg.“ Brendel sagt, sie wolle sich stark machen dafür, dass die Dammsanierung endlich vorankomme. Ursprünglich sollte 2017 alles fertig sein. „Der Termin steht jetzt bei 2020“, sagt die Bürgermeisterin. „Das hält der Deich niemals aus.“

Gleich neben dem Rathaus steht „Gudrun’s Imbiß“, seit 23 Jahren eine Institution in der Stadt. Gudrun Hebert steht in weißer Kittelschürze hinter dem Tresen ihres Wagens und verkauft kalte Getränke, Kaffee, Würstchen, Nudeln mit und ohne Gulasch und Schnitzel mit Bratkartoffeln oder Pommes. Die Radtouristen, die an der Elbe entlangfahren, sind längst wieder da und machen Halt an der Bude.

Wie alle Mühlberger musste auch Gudrun Hebert weg, als das Wasser kam. Den Imbisswagen brachte sie zu einem Bekannten auf ein höher gelegenes Grundstück. „Vier Tage war ich bei meinen Kindern“, sagt die 59-Jährige. Das war keine Erholung. „Ich hatte Angst, dass die Deiche diesmal nicht halten. Wir haben ein Fachwerkhaus, da wäre alles weggespült worden.“ Auch sie denkt, dass die Deichsanierung nun endlich schnell gehen müsse. „Ein drittes Wunder wird es nicht geben.“

Quelle: berliner-zeitung.de

Hochwasser-Schäden an Tierheim Gera noch immer nicht bekannt

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Das tatsächliche Ausmaß der Schäden nach dem Hochwasser Anfang Juni ist noch nicht bekannt und auch nicht, wann sie behoben werden können. Der Förderverein bedankt sich bei den inzwischen mehr als 500 Spendern.

Als ob nichts gewesen wäre, versucht „Jürgen“, die Bartagame, im Sonnenschein die Gitterstäbe seines Käfigs zu erklimmen. Und Nelly, Svenja, Germaine und Franziska gehen mit ihrem Lieblingshund Gassi. „Genauer hinsehen darf man aber nicht“, meint Manfred“Frenzel vom Förderverein Tierheim Gera e.“V.: Das Hochwasser, das Anfang Juni auch das städtische Tierheim in Gera-Milbitz überflutet hatte, hat sich längst zurückgezogen. Geblieben sind die Flutschäden an und in den Gebäuden und auf dem Gelände.

Auf etwa 1,40 Meter Pegelhöhe war das Wasser auf dem Gelände nahe der Weißen Elster und der Brahme gestiegen. Die Tierpfleger hatten Weinbergschnecken zuhauf an den Wänden des Katzenhauses vor dem drohenden Wasser nach oben kriechen sehen. „Das war für uns der Alarm zur Flucht mit den Tieren“, berichtet die Tierheimleiterin Bärbel Zimmer.

Seit Wochen werden die Schäden auf dem Gelände aufgelistet. Vorgestern Abend hat es einen gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern des städtischen Fachdienstes Liegenschaften, der Immobilienverwaltung Elstertal-Infraprojekt, Tierheimmitarbeitern und Förderverein gegeben.

Auf 250 000 bis 300 000 Euro waren die Schäden für die Schadensbilanz der Stadt wenige Tage nach der Flut geschätzt worden. Klar war bereits: Die Heizungsanlagen sind defekt. Katzen können nicht in ihrem Haus eingesperrt werden, weil die Türen aufgequollen sind und nicht schließen. Fensterrahmen sind morsch und die Farbe blättert. Von den Mauern, an denen das Wasser stand, muss der Putz abgehackt werden. Der Betonboden im Gelände ist aufgerissen, die Sanitär- und Abwasseranlagen sind desolat.

Das Allernötigste haben die Mitarbeiter und der Förderverein wieder hergerichtet, damit die Tiere nach der Rückkehr aus der Flutunterkunft wieder in ihrem Heim versorgt werden können. „Dabei helfen uns die vielen Spenden“, bedankt sich die Vereinsvorsitzende Ingrid“Schellhöh. Mehr als 500 Einzelspenden aus Gera, ganz Deutschland und sogar aus Österreich seien eingegangen. Vereine, Stiftungen und Unternehmen sind unter den Spender und auch Schulklassen und Privatpersonen. Die großen Sanierungsarbeiten stehen aber noch bevor. Wann, kann noch keiner genau sagen, da Thüringen das Geld zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser noch nicht an die betroffenen Regionen gezahlt hat. Und Gera ist – im Unterschied etwa zu Jena – auch nicht in der Lage, den Wiederaufbau aus der eigenen Kasse vorzufinanzieren. „Die Heizung muss vor dem Winter unbedingt wieder intakt sein“, weiß Michael Max, Leiter des Fachdienstes Liegenschaften. Dann erst wird sich zeigen, ob beispielsweise die Fußbodenheizung im Katzenhaus noch funktioniert, oder ob noch weitere Schäden zutage treten.

Quelle: otz.de

Hochwasser spült Panzergranate aus dem Krieg an

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen
An einem Bach im Königswalder Ortsteil Brettmühle (Erzgebirgskreis) hat am Samstag ein Förster eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
Wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte, hatte vermutlich das Hochwasser im Juni das Geschoss angespült. Als der Pegel wieder zurückging, blieb es offenbar am Ufer des Bachs liegen. Der Kampfmittelräumdienst nahm die im Durchmesser 7,5 Zentimeter dicke Granate mit, Gefahr für Anwohner bestand laut Polizei nicht.
Quelle: focus.de

Jungtiere hatten keine Chance

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Dessau

Das Hochwasser reißt gravierende Lücken in den Wildbestand. Über 80 Prozent der jungen Rehe in diesem Jahr haben nicht überlebt. Viele Tiere haben ihr Revier in ein anderes Gebiet verlegt. Die Jäger sollen in den kommenden Monaten behutsam vorgehen.

 

Nicht „das Hochwasser“ im Allgemeinen, sondern „dieses Hochwasser“ im Besonderen vom Juni 2013 hat die Wildtierwelt in Wald, Feld und Flur auch in und um Dessau-Roßlau böse erwischt. Zu dem Schluss kommt Kreisjägermeister Michael Mitsching, nachdem peu à peu die überfluteten Flächen abgetrocknet sind und die Jäger ihre Reviere wieder befahren und in Augenschein nehmen konnten.

Mitsching war Anfang Juli auf Tour. Gemeinsam mit Anke Lange von der Unteren Jagdbehörde in der Stadtverwaltung Dessau-Roßlau und Ulrich Mette von der Oberen Jagdbehörde am Landesverwaltungsamt Halle. Was die drei zu sehen bekamen, erhielt unisono die gleiche Bewertung: „Schlimm!“

Wildtiere aller Arten haben den Kampf mit der entfesselten Natur mit ihrem Leben bezahlt. Auch die Waidmänner selbst hat das Hochwasser 2013 aus zweierlei Gründen überrascht, um nicht zu sagen überrumpelt: Nach den starken Regenfällen im April/Mai führten in der Region drei Flüsse zugleich Hochwasser: die Elbe, die Mulde und die Saale. Dazu kam zweitens die ungewohnte Zeit und Dauer der Flut. Sie setzte ein, als die Natur alles auf Wachstum ausgerichtet hatte: Die Vegetation in Wald und Wiese war in der Flora eben wie explodiert, die Tiere umsorgten in der Fauna in der sogenannten Brut- und Setzzeit ihren Nachwuchs.

Gerade die Jungtiere aber wurden zu den Opfern des Hochwassers. Sie waren zu klein und zu schwach, um sich den Wassermassen entgegenzustemmen, schafften auch die Flucht nicht in höher gelegene Rückzugsgebiete. Auf den Wiesen stand zum Beispiel das Gras vor der ersten Heumahd noch kniehoch. Und dann kam das Wasser. „So ein winziges Kitz hatte überhaupt keine Chance und musste ertrinken“, spricht Mitsching von dramatischen Ereignissen, die sich im Juni in der heimischen Tierwelt abspielten.

Die Ausfälle beim Rehwild sind eklatant. Die Jäger in Dessau-Roßlau rechnen mit 80 bis 100 Prozent Verlusten bei den Jungtieren vom Jahrgang 2013. Wenig Überlebenschancen hatten auch die Jungtiere, die in Erdbauten aufwachsen wie Fuchs und Dachs, Feldhamster oder Maulwürfe.

Die erwachsenen Tiere hingegen haben auf der Flucht vor dem Wasser ihre Reviere verlassen. Damwild, Rotwild (um Kleutsch oder Sollnitz) und Schwarzkittel als erfahrene Tiere vielleicht sogar der Gefahr „vorausschauend“. Diese Wildarten können auch ganz gut schwimmen.

Von Natur aus besser dran ist „alles, was fliegen und schwimmen kann“, beschreibt Michael Mitsching dem Laien das unter Jägern so genannte Niederwild. Enten, Schwäne, Haubentaucher oder Fasane sind wohl den Hochwassergewalten entkommen. Aber auch sie haben ihren Nachwuchs in Gelegen und Nestern verloren. Hier rechnen die Jäger über alle Bruten des Jahres mit deutlich geringeren Zuwächsen in den Populationen.

Auch die Hochwasser-Nachlese gibt Anlass zu Sorgenfalten bei den Jägern und Jagdfreunden. Vier Wochen meldeten ganze Landstriche „Land unter“. Die Hinterlassenschaft sind oftmals verschmutzte Tümpel und Wiesen. „Was meterweit gegen den Wind nach Jauche stinkt, das wird kein gesundes Tier fressen oder saufen“, weiß Mitsching von den zu erwartenden Folgeschäden in bestimmten Tierbeständen.

Umso bedeutsamer ist für die Jäger jetzt die sorgfältige und zurückhaltende Beurteilung der aktuellen Bestände. Denn die Reviergrenzen der Tiere haben sich aufgrund der Notsituation deutlich verschoben. „Während beispielsweise an der einen Stelle kein Stück Rehwild mehr zu finden ist, tauchen anderswo plötzlich ungeahnte Mengen auf“, beschreibt der Kreisjägermeister die Lage. Nun habe der Jäger zwar (gemäß Bundesjagdgesetz) eine Jagdpflicht. Aber ebenso die Pflicht zur „Hege eines gesunden, artenreichen Wildbestandes“. Und weil die Jäger ihre Reviere kennen, wissen sie, dass zum Beispiel Rehe sehr standorttreu sind und schnellstmöglich in ihr vertrautes Terrain zurückkehren. „Also wird der erfahrene Jäger den plötzlichen ,Überschuss’ nicht vorschnell erlegen. Das Wild muss nach dem Schock erst einmal wieder zur Ruhe kommen.“ Für Mitsching brauchen die Jäger neben ihrer ruhigen Hand gerade jetzt sehr viel Fingerspitzengefühl.

Dieser Grundhaltung folgen auch die Jagdbehörden. Und setzen den Abschussplan für das Rehwild zunächst für ein halbes Jahr aus. Danach bewerten die Experten vom Amt und Jagd-Ansitz die Lage neu.

Bis dahin haben die Waidmänner und -frauen in den Jagdrevieren ohnehin noch große Flurschäden zu beräumen. Der Druck des Hochwassers hat etliche Einrichtungen wie Hochsitze, Kanzeln, Leitern oder Salzlecksteine förmlich zerlegt oder mit Treibgut behängt.

Für diese Schäden gibt es keinen Ersatz und kommt keine Versicherung auf. Das macht einzig der Jäger. Er allein entscheidet, worauf und wie er jagt. Und er ist in seinem gepachteten Revier allein auch Herr des Wiederaufbaus.

Quelle: mz-web.de

Das Hochwasser hat den vom Schicksal hart getroffenen Bück-Brüdern aus Untermhaus zusätzlich zugesetzt.

Die drei Brüder Holger, Hugo und Harry Bück müssen ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Beide Eltern sind 2006 verstorben. Im Juni haben sie ihren großen Bruder Hermann beerdigt.

Dieser Schicksalsschlag und obendrein das Hochwasser, das Anfang Juni auch die Schafwiesen-Siedlung im Geraer Stadtteil Untermhaus mehrere Tage unter Wasser setzte, haben den Dreien in den vergangenen Wochen viel abverlangt. „Wir wollen das nicht dramatisieren“, sagt der 24-jährige Hugo, der in Erfurt seit 2011 Forstwirtschaft studiert. Trotzdem sind sie Fast-Nachbarin Steffi Nauber dankbar, dass sie auf die aktuell sehr schwierige Lebenssituation der drei jungen Männer gegenüber unserer Zeitung aufmerksam machte. Allein hätten sie nicht um Unterstützung aus der Gemeinschaftsaktion von Ostthüringer Zeitung und Diakonie Mitteldeutschland „Thüringen hilft!“ nachgefragt.

„Das ist mir fast unangenehm und macht mich verlegen“, gesteht Harry, der gestern 29 geworden ist. Er ist gelernter Maler und Lackierer, hat zwischenzeitlich zum technischen Zeichner umgeschult und in den letzten Monaten in einer Pizzeria gearbeitet. Weil auch der Jüngste, der 22-jährige Holger, noch in der Ausbildung ist und demnächst das zweite Semester Animationsregie in Potsdam studieren will, fehlt Geld.

Es wird dringend gebraucht, um die kleine Doppelhaushälfte von den Wasserschäden zu befreien und darüber hinaus schon lange aufgeschobene Sanierungsarbeiten durchführen zu können. Stephan Schroer, der Experte von der Diakonie Katastrophenhilfe, hat unterdessen einen Gutachter gebeten, die Schäden am Haus einzuschätzen. 5000 Euro groß ist der Schaden am Hausrat, sagt Kirchenkreissozialarbeiterin Martina Czaja von der DO Diakonie Ostthüringen gGmbH aus Untermhaus. Dazu gehören auch solche für immer verlorene Habseligkeiten wie Fotoalben, Handzeichnungen, Gedichte und Handzeichnungen des Vaters.

Kostenvoranschläge für die Haussanierung liegen jetzt bei 8300 Euro. Da sind jene für Trockenbauer und Dämmung für das 1936 erbaute Haus noch gar nicht aufgelistet.

Als nächster Schritt sei ein Treffen mit Gutachter und Versicherungsvertreter geplant, um zu erfahren, welche Kosten die Versicherung übernehmen kann. Doch damit nicht genug. Ob die viereinhalbtausend Euro Bestattungskosten wirklich in 100-Euro-Schritten abgestottert werden können, ist offen. „Wir haben keine Schulden“, sagt Hugo stolz. Auf das Hauskonto für alle Nebenkosten zahlt jeder 70 Euro im Monat ein. Übrig bleibt da nichts. Für Reparaturen hat Harry deshalb Anfang des Jahres ein extra Konto angelegt. 190 Euro sind dort jetzt zusammen.

Repariert werden müssen das Dach, im Bad macht sich Schimmel hinter den Fliesen breit, die Wasserleitung braucht Ersatz, weil der nötige Druck nicht mehr ausreicht, und an einer Heizung fehlt es. Mit Öfen bekommen die Drei das Haus im Winter nicht mehr warm. „Wir sind abgehärtet“, sagt Hugo

Ein Verkauf der Immobilie komme für die Drei nicht in Frage. Das wäre ein zusätzlicher Verlust. „Wir arbeiten woanders, aber wir leben hier“, sagt Harry, der seinen Geraer Bekanntenkreis schätzt. Freunde, die auch nach dem Hochwasser tagelang mit angepackt haben und in der Trauer Beistand gaben. „Ihnen gehört ein ganz großer Dank“, sagt Holger. „Das hier ist ein Zufluchtsort für uns, auch wenn was mit dem Studium schief geht“, meint Hugo und spricht von Sicherheit.

Harry wird nachdenklich und schaut zu Hermanns Zimmer, der zuletzt bei VW in Braunschweig gearbeitet hat. Am Mittwoch wäre er 30 Jahre alt geworden. „Wir waren an seinem Grab“, sagt Hugo und Harry erzählt davon, dass er gern das Kinderbuch vollenden möchte, von dem Hermann immer schon sprach. Dass das noch Zeit braucht, verschweigt er nicht. Zu groß sei der Schmerz.

Einen Lichtblick gibt es mit der nach dem Hochwasser neu ergrünten Wiese im Garten am Haus. Die hat Hugo angelegt. „Das ist cool, er kommt immer mit den besten Ideen“, meint sein älterer Bruder.

Der Keller ist fast leer und trocknet. Nur eine Sitzgarnitur für den Garten, die ein Spender aus dem Sauerland bei einer spontanen Tour nach Gera vorbei brachte, hat dort ihren Platz. Drei der 180 fabrikneuen Entfeuchter, die die Diakonie Katastrophenhilfe den Geraern zur kostenlosen Ausleihe übergab, hat Martina Czaja vorgestern nach Untermhaus gebracht, um die Trocknung des Kellers zu beschleunigen. Holger, Hugo und Harry wollen gern hier bleiben. Ohne Hilfe geht das nicht.

Quelle: otz.de

 

Hochwasser: Surfen in Weiler in den Bergen

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Bayern

surfenNicht ungefährlich. Das Hochwasser heute Abend treibt die tollsten Blüten: In Weiler in den Bergen wird gesurft.

Das Unwetter hat auch den Stadtteil in den Bergen getroffen. Teile der Ortsdurchfahrt stehen unter Wasser. Einige mutige Jungs schnappten ihre Surfbretter und dürften als die ersten Wellenreiter in der Geschichte ihres Dorfes in die Ortschronik eingehen. Ehrensache müsste für die Surfer allerdings sein, nach ihrem Spaß beim Aufräumen und Auspumpen mit anzupacken. Die Feuerwehren sind gegen 22 Uhr immer noch im Großeinsatz.

Quelle: http://remszeitung.de

 

Rund 23.000 Besucher haben bislang die ägyptischen Mumien und Grabbeigaben im Besucherzentrum Arche Nebra im Burgenlandkreis gesehen. „Obwohl das Haus nicht selbst betroffen war, hatten wir durch das Hochwasser einen Besucherrückgang“, sagte Sprecherin Manuela Werner zur Halbzeitbilanz. Es habe viele Anrufe gegeben, weil Touristen geglaubt hätten, ganz Sachsen-Anhalt sei nicht mehr befahrbar. Die Sprecherin blieb aber bei der Einschätzung, dass bis zum Ende der Ausstellung am 10. November rund 50.000 Menschen kommen werden.

In der als Wanderausstellung konzipierten Schau „Ägyptische Mumien – Eine Reise in die Unsterblichkeit“ sind rund 80 Originale aus dem Ägyptischen Museum in Florenz (Italien) zu sehen. Unter den rund 4700 bis 2000 Jahre alten Stücken befinden sich Goldschmuck, Kosmetikschalen und Vasen.

In der Nähe des Besucherzentrums hatten 1999 zwei Männer die mehr als 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra mit der ältesten konkreten Himmelsdarstellung der Welt illegal ausgegraben. Den Fundort auf dem 252 Meter hohen Mittelberg markiert heute eine glänzende, überdimensionierte Edelstahlscheibe, daneben befindet sich ein 30 Meter hoher Aussichtsturm. Das Original ist im Landesmuseum in Halle ausgestellt.

Quelle: lvz-online.de

Spenden haben Flutopfer meist noch nicht erreicht

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Bei Landkreisen und Städten in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut große Spenden angekommen. Doch vielerorts ist das Geld noch nicht an die Betroffenen ausgezahlt worden – aus gutem Grund.

Nach dem Rekordhochwasser in Sachsen-Anhalt haben viele Menschen Geld gespendet. Mindestens 2,1 Millionen Euro sind bei betroffenen Landkreisen und Städten Sachsen-Anhalts eingegangen. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, wurde in vielen Fällen allerdings noch nicht mit der Auszahlung begonnen – oder es wurden nur Sofortmaßnahmen ergriffen. Man wolle sich erst einen Überblick über die Zahl der Betroffenen verschaffen und staatliche Hilfen abwarten, hieß es bei vielen Stellen. So sollen unter anderem Mehrfachauszahlungen oder eine ungerechte Verteilung vermieden werden.

Hohe Spendenbereitschaft

Auf dem Spendenkonto der Landeshauptstadt Magdeburg sind inzwischen mehr als 450 000 Euro eingegangen, wie eine Sprecherin sagte. Es kämen immer noch Beträge hinzu, auch größere etwa aus Benefizveranstaltungen. Mit der Auszahlung werde die Stadt voraussichtlich Mitte bis Ende August beginnen. Derzeit würden Anträge gesammelt. Bei der Stadt Halle sind laut Verwaltung bisher mehr als 683 000 Euro eingegangen. Anträge würden noch bis Mitte August angenommen. „Wann mit der Auszahlung begonnen wird, steht im Moment noch nicht fest“, hieß es.

In Dessau-Roßlau liegen die Spenden bei knapp 70 000 Euro. Zu welchem Zeitpunkt sie ausgeteilt werden, könne er momentan nicht mitteilen, sagte ein Sprecher der Stadt. Beim Landkreis Stendal sind laut Landratsamt etwa 460 000 Euro Spenden eingegangen. Auch hier wartet der Kreis noch mit der Auszahlung.

Auch der Landkreis Wittenberg hat die Spenden in Höhe von knapp 70 000 Euro noch auf dem Konto. Sprecher Peter Gauert bezeichnete es als unstrittig, dass sie für solche Fälle eingesetzt werden sollen, in denen keine andere Hilfe greife – weder staatliche Soforthilfen noch Versicherungen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld soll eine Arbeitsgruppe über die Vergabe der Spenden entscheiden, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt seien auf dem Konto des Kreises knapp 40 000 Euro eingegangen.

Saalekreis hat Spenden schon verteilt

Der Salzlandkreis hat bis jetzt mehr als 108 000 Euro Spenden erhalten. Mit der Verteilung soll laut Landratsamt noch gewartet werden, bis ein bestimmtes Computerprogramm verfügbar ist. Damit sollen beispielsweise Mehrfachauszahlungen vermieden werden. Der Burgenlandkreis hat bislang 118 000 Euro gesammelt, wie Kämmerin Simone Husemann sagte. Es sei noch unklar, wann das Geld ausgezahlt werde.

Der Saalekreis dagegen hat die rund 100 000 Euro Spenden, die er eingenommen hatte, schon verteilt. „Wir haben das Geld zu gleichen Teilen an die acht betroffenen Kommunen weitergegeben“, sagte Sprecherin Kerstin Küpperbusch. Der Kreistag habe das entschieden. Die Bürgermeister wüssten am besten, wie das Geld eingesetzt werden sollte. Der Landkreis Jerichower Land verzeichnete aktuell keinen Eingang von Geldspenden. „Wir gehen davon aus, dass etwaige Spenden direkt an die Gemeinden gezahlt worden sind“, sagte Henry Liebe von der Pressestelle des Landkreises.

Auch bei den sozialen Organisationen in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut viele Spenden eingegangen. Das Deutsche Rote Kreuz hatte bis Mitte Juli für die Flutopfer in Deutschland bundesweit knapp 18,8 Millionen Euro gesammelt. Wieviel davon genau nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben von Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs müsse man dazu erst die genaue Zahl der Flutopfer in Sachsen-Anhalt abwarten. Dennoch habe man bereits geschätzte 100 000 Euro an etwa 100 Fälle ausgezahlt, die es besonders schlimm getroffen hat.

Finanzministerium hat bereits sieben Millionen ausgezahlt

Auch die Diakonie hatte bundesweit gesammelt und so gut 20 Millionen Euro an Spenden zusammenbekommen. Davon seien bisher 1,7 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen verteilt worden. Wieviel von den Spenden nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland nicht fest. Es werde immer im Einzelfall entschieden.

Die Caritas hat bundesweit etwa 12 Millionen Euro gesammelt. Zudem seien bei der Caritas für das Bistum Magdeburg rund 180 000 Euro eingegangen, sagte Klaus Skalitz, Caritas-Direktor der Diözese. Bisher seien Haushaltsbeihilfen gezahlt worden. Voraussichtlich ab Anfang September werden Anträge Betroffener angenommen. Beim Paritätischen in Sachsen-Anhalt sind es nach eigenen Angaben aktuell knapp 623 000 Euro. Mit der schrittweisen Auszahlung des Geldes habe man bereits am 11. Juli begonnen.

Beim Finanzministerium in Sachsen-Anhalt ist die Auszahlung der Soforthilfe in vollem Gange. Nach Angaben von Sprecher Wolfgang Borchert sind bisher mehr als sieben Millionen Euro an Soforthilfe ausgezahlt worden. Zusätzlich seien noch einmal knapp 2,9 Millionen Euro Sofortmaßnahmen für Hauseigentümer geflossen, beispielsweise für das Auspumpen von Kellern. Noch bis Mitte August sollen Soforthilfen ausgezahlt werden.

Quelle: mz-web.de

20 Künstler von Juni-Hochwasser betroffen

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Juni-Hochwasser in Sachsen machte vor der Kunst nicht Halt. Die Dresdner Musentempel blieben zwar verschont. Einige Künstler aber hat es erneut zurückgeworfen.

Zu den Opfern des Juni-Hochwassers im Freistaat gehören auch wieder freischaffende Künstler. „Wir haben aus Sachsen 20 Meldungen über insgesamt 118.760 Euro Schaden“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) in Berlin, Werner Schaub. Mit der Flutkatastrophe 2002 sei das aber nicht vergleichbar. Es sei derzeit noch nicht klar, welche Hilfen vom Bund im Einzelnen zur Verfügung stehen.

 

 

Allein aus Bayern wurden laut Schaub von 25 Künstlern Schäden von fast einer Million Euro gemeldet. 2002 hatte der Sächsische Künstlerbund Hilfen für knapp 40 Bildende Künstler organisiert und mit Mitteln des Bundesverbandes rund 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Manche traf es nun erneut, Andere hatten Glück, wie die stellvertretende Geschäftsführerin des Landesverbandes Bildende Kunst Sachsen, Antje Friedrich, sagte.

 

 

„Das Hochwasser kam nicht so schlagartig wie damals, so dass genug Zeit blieb, Arbeiten und Inventar auszulagern.“ Ausgezahlt hätten sich auch die Hochwasserschutzmaßnahmen. Trotzdem verloren einige Künstler Ateliers, Ausstellungsräume und Werke. Für die Freischaffenden sei eine solche Katastrophe und Auszeit nur schwer zu bewältigen, sagte Friedrich. „Auch wenn das künstlerisch eine fruchtbare Zeit sein könnte.“

 

 

Mehr Glück hatte laut Friedrich diesmal der Bildhauer und Keramiker Torsten Freche in Polbitz (Landkreis Nordsachsen). 2002 hatte er rund 70 Prozent seiner Werke verloren. Diesmal konnte er Werkzeuge, Material, Brennofen und Kunstwerke in Sicherheit bringen. Schwierigkeiten machte dafür ein anhaltend hoher Grundwasserspiegel.

Quelle: sz-online.de

Hochwasser wirkt nach – Stornierungswelle in Ferienregionen

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die Fernsehbilder von überfluteten Ortschaften in Bayern haben sich bei vielen Menschen in Deutschland fest eingebrannt. Dem Gastgewerbe beschert das noch immer Umsatzausfälle.

Nach dem Hochwasser in einigen Teilen Bayerns handeln sich die Ferienregionen im Freistaat noch immer reihenweise Absagen von Urlaubern ein. Die Branche kämpfe weiter mit einer Stornierungswelle, sagte der Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Frank-Ulrich John, der Nachrichtenagentur dpa in München. Daran habe auch die aktuelle Schön-Wetter-Periode nichts geändert. «Das Schlimmste ist, dass viele Leute denken, Bayern stünde nach wie vor unter Wasser, und zwar Gesamtbayern.»

Dabei könne man beispielsweise auch in dem vom Hochwasser betroffenen Passau «schon wieder einen schönen Urlaub verbringen», betonte John. Er hofft, dass vor allem die Menschen aus Bayern, die zur bevorstehenden Ferienzeit Urlaub im Freistaat machen wollten, an ihren Plänen festhalten. «Das wäre unser großer Appell: Fahrt da hin, das ist besser zum Teil als eine Spende.» Gerade der Tourismus sei eine klassische Querschnittsbranche und könne andere Wirtschaftszweige stützen, denn mehr als die Hälfte der Ausgaben, die Feriengäste tätigen, flössen in andere Branchen wie den Einzelhandel.

Heftige Einbrüche

Nachdem die Umsätze im Gastgewerbe schon im Mai um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen waren, dürfte es bei Dauer-Regen und Hochwasser im Juni noch zu deutlich heftigeren Einbrüchen gekommen sein, erwartet John. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor. Nun hoffe die ganze Branche auf langanhaltendes Sommerwetter und einen schönen Herbst, doch werden sich die Umsatzrückgänge auf Jahressicht nicht mehr wettmachen lassen, erwartet John. «Wir haben die hochverderblichste Branche, noch schlimmer als Frischmilch.» Was Hoteliers und Biergarten-Wirte heute nicht verkaufen, könnten sie morgen nicht mehr hereinholen. Allerdings hatte die Branche im Vorjahr Rekorde bei Umsätzen und Auslastung erlebt.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Hochwasser wirkt nach – Stornierungswelle in Ferienregionen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Hochwasser-wirkt-nach-Stornierungswelle-in-Ferienregionen-id26413036.html

Deich bei Fischbeck wird 2014 neu gebaut

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Der Elbedeich bei Fischbeck soll zügig neu gebaut werden. Das hat der Chef des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhard Henning, auf einem Forum von MDR SACHSEN-ANHALT in Schönhausen angekündigt. Der Deich werde DIN-gerecht auf einer Länge von acht Kilometern erneuert, hieß es. Dies betreffe den Abschnitt von Jerichow in Richtung Norden bis zur Bundesstraße 188. Auch die übrigen, unsicheren Deichgebiete sollten so schnell wie möglich angepackt werden, kündigte Henning an. Der Bürgermeister der Gemeinde Elbe-Havel-Land, Bernd Witt, sagte, es seien Nägel mit Köpfen gemacht worden.

Unsanierter Deich brach durch Hochwasser

Der unsanierte Elbedeich bei Fischbeck hatte dem Hochwasser nicht standgehalten und war gebrochen. Weite Teile des Elb-Havel-Winkels liefen mit Wasser voll. In gut 20 Ortschaften wurden enorme Schäden verursacht. Erst nach einer Woche konnte das Leck im Deich wieder geschlossen werden. Dazu wurden Lastkähne versenkt. Mittlerweile wurden die Schiffe wieder entfernt. Eine Spundwand dichtet nun den Deich ab.

Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Hochwassergebiet in der Altmark besucht. Dabei sagte die Regierungschefin den Opfern im Elb-Havel-Winkel schnelle Hilfe zu. Noch im August solle erstes Geld aus dem Hilfsfonds von Bund und Ländern fließen.

Quelle: mdr.de

Deiche oder Auen? Das ist hier die Frage

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach der Juni-Flut an Elbe und Donau ist ein Streit über den richtigen Hochwasserschutz entbrannt. Naturschützer wollen den Flüssen vor allem wieder mehr Raum geben, die Politik will Polder anlegen.

 

Mit der Hitze steigt die Waldbrandgefahr zwischen Elbe und Havel. Dort, wo vor wenigen Wochen noch 150 Quadratkilometer Land unter Wasser standen, herrscht derzeit die höchste Alarmstufe. Und doch ist Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) ganz froh über das trockene Wetter. Solange keine Sturzregen niedergehen, ist kein neues Hochwasser zu befürchten.

Der geborstene Elbdeich bei Fischbeck im Landkreis Stendal ist lediglich mit einer Spundwand provisorisch repariert. Der Deichbau steht daher ganz oben auf der Prioritätenliste des Landes. „Das muss jetzt sehr schnell gehen“, sagt Haseloff und versichert: „Am Hochwasserschutz wird nicht gespart.“

Bis 2020 will allein Sachsen-Anhalt weitere 600 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investieren. Das Land kann mit der Unterstützung aus Fördertöpfen der Europäischen Union und des Bundes rechnen und hofft zudem auf etwa 100 Millionen Euro aus dem aktuellen Fluthilfefonds.

Auch Bayern hat nach dem verheerenden Juni-Hochwasser an der Donau sein Aktionsprogramm zum Hochwasserschutz überarbeitet und die Gelder für die notwendigen Maßnahmen aufgestockt. Bis 2020 will das Land insgesamt 3,4 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investieren. Die notwendigen Planungsverfahren sollen verkürzt werden. Um die Arbeiten zu beschleunigen, wurden bereits 150 neue Stellen geschaffen.

Mehr Überflutungsräume schaffen

Über die richtigen Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen wird jedoch heftig gestritten – zwischen den Parteien, aber auch zwischen Politik und Naturschutz. Einig sind sich alle Beteiligten lediglich, dass es nicht mehr ausreicht, immer höhere Deiche und Flutmauern zu bauen.

Auf die Kombination von technischem und ökologischem Hochwasserschutz kommt es an. Doch da gehen die Vorstellungen auseinander. Die Naturschutzverbände fordern, den Flüssen in erster Linie wieder mehr Raum zu geben.

Nabu-Präsident Olaf Tschimpke verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem sich Union und FDP zum Ziel gesetzt hätten, natürliche Auen zu reaktivieren und Flusstäler zu renaturieren. Passiert sei aber nicht viel, kritisiert Tschimpke. Das 2005 noch von Rot-Grün verabschiedete Hochwasserschutzgesetz sei vom Bundesrat „massiv verwässert“ worden – indem es etwa Ausnahmeregelungen für das Bauverbot in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten gibt.

Die Naturschützer fordern als Konsequenz aus dem jüngsten Hochwasser, entlang der Flüsse „naturnahe Überflutungsräume“ zu schaffen. Dabei haben sie vor allem die Bundeswasserstraßen im Blick. Diese sollten auf ihren volkswirtschaftlichen Nutzen überprüft werden. Ineffiziente Schifffahrtswege sollten aufgegeben und renaturiert werden. Eine Renaturierung bringe für eine Region mehr als etwa marode Schleusen zu unterhalten, argumentiert Tschimpke.

Zwei Drittel der Auen sind verschwunden

Zur Renaturierung gehört, den Flüssen ihre natürlichen Überschwemmungsflächen zurückzugeben. Eine Studie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) hat ergeben, dass entlang der Flüsse in Deutschland zwei Drittel der ursprünglichen Auen ausgedeicht wurden.

Nur noch ein Drittel dieser Auenflächen ist erhalten – und wird zu einem großen Teil landwirtschaftlich genutzt. Nach Einschätzung von BfN-Präsidentin Beate Jessel gehören diese intensiv genutzten Ackerflächen aber nicht dorthin. Sie plädiert für Flächentausch oder veränderte Nutzungskonzepte.

Jessel rechnet vor, dass die 15.000 Quadratkilometer Auenflächen an insgesamt 79 Flüssen einen großen Nutzen für die Gesellschaft erbringen. Bei Hochwasser schützen sie als natürliche Überschwemmungsflächen entlang von Flüssen Vermögenswerte von mehr als 300 Milliarden Euro.

Sie filtern Jahr für Jahr 42.000 Tonnen Stickstoff und mehr als 1000 Tonnen Phosphor aus dem Wasser und leisten so einen Beitrag zur Reinhaltung der Flüsse. Diese Filterleistung der Auen entspricht einem Betrag von 500 Millionen Euro, der eingesetzt werden müsste, um das Wasser mit technischen Maßnahmen zu reinigen.

Strenge Vorschriften an den Deichbau

Um neue Auen zu schaffen, müssten Deiche zurückverlegt werden. An der mittleren Elbe bei Dessau wurde eine solche Deichrückverlegung durchgeführt. Beim jüngsten Hochwasser hat sich der neue Deich bewährt. Die Elbe konnte sich auf einer zusätzlichen Fläche von 140 Hektar ausbreiten – was den Pegel an diesem Flussabschnitt um einige Zentimeter absenkte und so die Ortschaften hinter dem Deich vor einer möglichen Überflutung bewahrte.

Solche Beispiele sind auch für Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn eine Beleg dafür, dass es „der technische Hochwasserschutz allein“ nicht bringe. „Das Wasser muss sich wieder in die Auenwälder ausbreiten dürfen, sonst wird es sich seinen Weg beim nächsten Mal wieder durch die Innenstädte suchen.“

In der Praxis stoßen Deichrückverlegungen jedoch auf erhebliche Konflikte, weil Landwirte bereit sein müssen, die dafür notwendigen Flächen bereitzustellen. Der Bau neuer Deiche erfordert seit dem Hochwasserschutzgesetz von 2005 ohnehin schon mehr Fläche. So muss an der landwärtigen Seite ein Deichverteidigungsweg angelegt werden, der auch mit Schwerlastern befahren werden kann.

Auf der Wasserseite wird ein gehölzfreier Streifen verlangt. Entsprechend breiter müssen die Deiche an der Basis sein. Aus bislang 20 Metern werden so schnell 55 Meter und mehr. Rund eine Millione Euro kostet es heute, einen Kilometer neuen Deich zu bauen.

Treffen der Umweltminister im September

Wie es mit dem Hochwasserschutz weitergehen soll, wollen die Umweltminister von Bund und Ländern am 2. September beraten. So müssen die Maßnahmen am Oberlauf eines Flusses mit den sogenannten Unterliegers abgestimmt werden.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte bereits einen länderübergreifenden „Masterplan“ angemahnt. Die Konferenz der Ministerpräsidenten hat sich auf ein „Nationales Hochwasserschutzprogramm“ verständigt, für das die Länder nun konkrete Vorschläge machen müssen. Die Erfahrungen aus dem jüngsten Hochwasser sollen in dieses Konzept einfließen.

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeiken ist in diese Tagen entlang der Elbe unterwegs, um mit Bürgermeistern und Bauern zu sprechen. So sollen auch Flächen eingeeicht werden, um Polder zuschaffen. Sie können gezielt geflutet werden, um einem Hochwasser die gefährliche Spitze zu nehmen. Die Arbeiten an der Deichbruchstelle in Fischbeck sollen im kommenden Frühjahr beginnen.

Die Planungen haben bereits begonnen. Der Deich soll dort auf einer Länge von mehreren Kilometern eine ganz neuen Verlauf erhalten, sagt Aeiken. Vor allem aber soll der „gefährliche Knick“ verschwinden, an dem die Strömung der Elbe ein so zerstörerische Kraft entwickeln konnte, dass der Deich schließlich dem Druck nicht mehr standhielt und brach.

Quelle: welt.de