Feuchtgebiete und Flutabwehr

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

Eschenlohe, Allgäu, Donau – die Bilder der katastrophalen Überschwemmungen der Jahre 1999, 2002 und 2005 sind bis heute nicht vergessen. Jedes Mal waren es „Jahrhundert-Hochwasser“, die es so rasch hintereinander eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. Aber Wahrscheinlichkeitsrechnungen kümmern das Wetter einen feuchten Kehricht. So überraschten 2007 sintflutartige Regengüsse auch fränkische Gemeinden, die eigentlich nie hochwassergefährdet waren.

Die Fluten werden wiederkehren, und zwar immer öfter – meinen Forscher. Der Klimawandel sei schuld, er mache auch die Winter wärmer. Die Folgen: mehr und heftigere Niederschläge, weniger Gletscher als Wasserspeicher, mehr Schmelzwasser für die Täler. Alpennahe Regionen wie Bayern wären als erste davon betroffen.

Hochwassergefährdete Gebiete in Bayern

https://i1.wp.com/www.br.de/nachrichten/hochwasser-gebiete-bayern-100.png

Viel Geld fließt in Hochwasserschutz

1999, 2002, 2005, 2007 und nun auch 2013 – Hochwasser-Jahre, die für Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe stehen, sogar für Tote. Diese Ereignisse konnte man nicht mehr als Betriebsunfälle abhaken. 1999 bekam die bayerische Staatsregierung für ihr Krisenmanagement nicht die beste Presse. Die Politik war nun gefordert – und sie reagierte: Das Umweltministerium legte 2001 das „Hochwasserschutzprogramm 2020“ auf. 2,3 Milliarden Euro wurden dafür locker gemacht.

Zahlreiche Städte und Gemeinden haben inzwischen viel Geld in technischen Hochwasserschutz wie Dämme, Deiche oder Rückhaltebecken investiert. Der Freistaat fördert aber auch zunehmend ökologischen Schutz. „Sünden“ der Vergangenheit wie Fluss-Begradigungen und Flächenverbau sollen korrigiert werden. Deichrückverlegungen, Renaturierungen und Auenprogramme stehen nun etwas häufiger auf der Agenda – Standards, die Naturschützer lange Zeit vergeblich einforderten.

Die vier Hochwasser-Meldestufen

Meldestufe 1

Die Meldestufen des Hochwassernachrichtendienstes beschreiben die Auswirkungen der erhöhten Wasserstände. Ab wann müssen Straßen gesperrt werden? Sind bebaute Gebiete betroffen? Bei der ersten Stufe trifft beides nicht zu: Sie steht für stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2

Bei dieser Meldestufe sind land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder oder es gibt leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3

Die zweithöchste Stufe wird ausgerufen, wenn einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet sind oder die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen nötig ist. Beim vereinzelten Einsatz der Wasser- oder Dammwehr gilt ebenfalls Stufe 3.

Meldestufe 4

Bei der höchsten Meldestufe sind bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr ist in großem Umfang erforderlich.

Quelle: br.de

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