An der Leistungsgrenze

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Samtgemeinde Elbtalaue zieht positive Bilanz des Hochwasser-Einsatzes – Forderung nach ÖEL-Aufrüstung

rg Damnatz. Es ist überstanden, das fünfte Jahrhunderthochwasser in nur elf Jahren. Langsam kehrt wieder Normalität ein in die Dörfer an der Elbe und der Seege, und vielerorts zeugen schon jetzt nur noch einige Sandsäcke am Deich von den dramatischen Ereignissen der vergangenen drei Wochen.

Zumindest dort, wo es Hochwasserschutzanlagen gibt, was an der Elbe im Lüchow-Dannenberger Nordkreis durchaus nicht überall der Fall ist. Dort, wo es sie gibt, hielten sie, und darauf könne man durchaus stolz sein, sagte am Dienstagabend Jürgen Meyer, Bürgermeister und damit Verwaltungschef der Samtgemeinde Elbtalaue, während der Sitzung des Samtgemeinderates im Restaurant Steinhagen in Damnatz. Denn dass die Deiche hielten, dass die Schutzeinrichtungen nicht überflutet wurden, sei vor allem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Bundeswehr, THW, DRK und zahlreichen anderen Institutionen zu verdanken. Und der Arbeit der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) im Bereich der Elbtalaue. Doch es habe auch Schwachpunkte gegeben, so Meyer. Und die gelte es nun zu beseitigen.

Großartig sei sie gewesen, die Einsatzbereitschaft aller am Hochwassereinsatz Beteiligten, lobte Jürgen Meyer. Rund 3400 Helfer waren es, die zu Hochzeiten im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue gleichzeitig im Einsatz waren, hatte zuvor Elbtalaues Gemeindebrandmeister Andreas Meyer vorgerechnet. Davon rund 1000 zivile Freiwillige in der »Volkssandkuhle mit Kult-Charakter in Tramm», stellte Andreas Meyer heraus und lobte die »hervorragende Versorgung durch die Feuerwehren, das DRK und zahllose Freiwillige» und die »meisterhafte Logistik, die der Lüchower Maschinenring auf die Beine gestellt» habe. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass »das Wasser dort bleib, wo es hingehört: hinter den Deichen», so Meyer. Aber der 15-tägige Katastrophenalarm habe auch ganz klar die Grenzen dessen aufgezeigt, was an Führung und Einsatz möglich und leistbar sei, stellte Jürgen Meyer in einer ersten Bilanz des Hochwasser-Geschehens heraus. So sei die ÖEL »an der Leistungsgrenze» gefahren, die Räumlichkeiten im Dannenberger Verwaltungssitz seien für eine solche Mammutaufgabe ungeeignet, zu klein, zu schlecht belüftet, zu laut. Und die Technik sei störanfällig, wie wenige Tage nach dem Hochwassereinsatz das Unwetter, das über Lüchow-Dannenberg niederging, aufzeigte. Denn ein einziger Blitzeinschlag genügte, um die gesamte EDV und sämtliche Kommunikationsmittel im Gebäude lahm- zulegen. »Wenn das während des Einsatzes passiert wäre, wäre das eine echte Katastrophe gewesen», stellte Jürgen Meyer heraus. Dieser Missstand müsse dringend beseitigt werden, forderte auch Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. Vor allem, da künftig offenbar häufiger mit solchen Hochwasserereignissen gerechnet werden müsse. Nach fünf Hochwasserkatastrophen in elf Jahren könne daran kaum ein Zweifel bestehen. »Wir werden investieren müssen», stellte Andreas Meyer heraus. »Denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Und wir müssen vorbereitet sein.»

Dazu gehöre auch das Nachdenken über den Hochwasserschutz für Neu Darchau und Katemin, erläuterte Jürgen Meyer. Es würden verschiedene Lösungen untersucht, und er sei zuversichtlich, dass dort in Zukunft etwas geschehen werde. Anders sehe es jedoch für Tiesmesland aus. »Für das Hochwasserproblem dort gibt es wohl keine Lösung», bedauerte er. Klar sei aber auch, dass der Lüchow-Dannenberger Nordkreis Glück gehabt habe. Glück, dass bei Fischbeck ein Deich brach. Das habe die Situation in Lüchow-Dannenberg entspannt, möglicherweise eine Katastrophe hier verhindert. Eine Katastrophe riesigen Ausmaßes, so Meyer, denn ein Deichbruch an der Elbe hätte bei den enormen Wasserständen bedeutet, dass große Teile der Dannenberger Marsch und möglicherweise sogar der gesamten Jeetzelniederung bis nach Lüchow und Wustrow unter Wasser gesetzt worden wären. Daher bleibe der Hochwasserschutz an der Elbe auch »ein Dauerthema», so Jürgen Meyer. »das hat das Hochwasser gezeigt. Und das wurde auch verstanden.»

Bild: Der Hochwassereinsatz lief gut, findet man in der Samtgemeindeverwaltung der Elbtalaue. Aber er brachte alle Beteiligten auch an ihre Grenzen. Aufn.: R. Groß

Quelle: http://www.ejz.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s