Archiv für Juni 27, 2013

Elbe in Sachsen hat Höchststand fast erreicht

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Elbe in Sachsen hat ihren Höchststand fast erreicht. Nach 5,35 Metern am Morgen in Dresden soll das Wasser nach Angaben des Landeshochwasserzentrums nur noch geringfügig steigen. Vor einem Hochwasser wie vor 14 Tagen brauche niemand mehr Angst haben, sagte eine Sprecherin. An der Elbe bei Schöna und Dresden galt die zweite von vier Alarmstufen. Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten zwischen Seußlitz und Bad Schandau bis einschließlich Freitag eingestellt. Veranstaltungen am Elbufer wurden abgesagt. (dpa)

Radfahrer aufgepasst! Nach wie vor sind Teile des Elbe- und Moldauradwegs in Tschechien wegen des Hochwassers gesperrt. Vor allem rund um Prag würden die Aufräumarbeiten noch bis Mitte Juli dauern, teilte Czech Tourismus mit.

Der Elbe- und Moldauradweg ist teilweise nicht befahrbar. Rund um Prag müssten Radfahrer auf Straßen ausweichen. Das gilt auch für die Radwege beim Zusammenfluss von Elbe und Moldau, wo ein Deichbruch schwere Schäden verursacht hatte. Vom Schlosspark Veltrusy bis Melnik müssen Radfahrer ebenfalls auf die Straße ausweichen. Durch die Wassermassen seien zahlreiche Radwege schwer beschädigt, einige Rastplätze komplett weggespült worden. Wieder geöffnet seien alle Restaurants und Unterkünfte. (dpa/tmn)

http://www.fr-online.de

Sachsen-Anhalt dankt den Hochwasser-Helfern mit Riesenplakaten in fünf deutschen Großstädten. Zugleich solle dazu eingeladen werden, das Land zu besuchen, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Am kommenden Montag werde Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) in Berlin ein 140 Quadratmeter großes Riesenposter enthüllen. Weitere Aushänge soll es in den Innenstädten von Essen, Dortmund, Düsseldorf und Köln geben, die dann vier Wochen lang auf Sachsen-Anhalt hinweisen. Unter den Folgen des Hochwassers leiden viele Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes. Viele haben auch Einbußen, obwohl sie abseits des Hochwassers angesiedelt sind. (dpa/sa)

http://www.fr-online.de

„Verdreckte“ Passau-Plakate in München sollen Flutopfern helfen

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern
Um Spenden für die Opfer der Flut zu sammeln, haben die „Aktion Deutschland hilft“ und Heye eine einzigartige Hilfsaktion ins Leben gerufen.
An Stellen mit hohem Verkehrsaufkommen in München sind mehrere Großflächen zu sehen, die im Stile typischer Tourismus-Werbung für die idyllischen Städte werben, darunter auch Passau.

Allerdings mit einem Unterschied: Die Plakate sind gemäß des Wasserstandes der abgebildeten Städte im unteren Bereich bis zur Mitte völlig zerstört, aufgequollen, mit Schlamm verdreckt und ramponiert. Es wirkt, als hätte die Flut auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Ein „Störer“ löst die Aktion auf. Der Text: „Das Wasser ist weg. Die Schäden bleiben.“ Per SMS können Passanten über eine auf dem Plakat angegebene Nummer an die „Aktion Deutschland Hilft“ spenden.

Die Plakatkampagne läuft ab sofort bis zum 8. Juli.

Quelle: wochenblatt.de

300 Eintrittskarten für flutgeschädigte Sportvereine

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

Am 8. Juli steigt in Magdeburg das Fußball-Spiel des Sommers: Der 1. FC Magdeburg trifft auf Borussia Dortmund – und MDR SACHSEN-ANHALT bringt Sie ins Stadion. Erzählen Sie uns einfach die Hochwasser-Geschichte Ihres Sportvereins.

Am 8. Juli steigt der Höhepunkt in der Saisonvorbereitung des 1. FC Magdeburg: Dann ist der Champions-League-Finalist Borussia Dortmund in der MDCC-Arena zu Gast. Und mit etwas Glück laden MDR SACHSEN-ANHALT und die Opel-Partner Magdeburg Sie und Ihren Verein dazu ein. Denn wir verschenken insgesamt 300 Tickets an hochwassergeschädigte Vereine aus Sachsen-Anhalt.

Sie wollen Karten für das Spiel gewinnen? So einfach geht’s:

Ihr Sportplatz stand unter Wasser? Ihr Trainingsgelände wurde von den Fluten überspült? Sie stecken bis zum Kopf in den Aufräumarbeiten in ihrer Turnhalle? Oder haben Sie mit Ihrem Verein anderen beim Kampf gegen das Hochwasser geholfen? Dann erzählen Sie uns einfach Ihre Geschichte! Viele Sportvereine in Sachsen Anhalt wurden vom Hochwasser schwer gebeutelt – und wir wollen einigen davon eine kleine sportliche Verschnaufpause gönnen.

Schreiben Sie uns über das Formular unten, warum gerade Sie beim Spiel des Sommers dabei sein sollten, um auf andere Gedanken zu kommen – und vielleicht sind Sie und Ihre Vereinskollegen dann am 8. Juli in Magdeburg tatsächlich im Stadion, wenn der FCM auf den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund trifft.

 

Extraschichten bei der RSAG

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in NRW

Nach dem Hochwasser der vergangenen Woche müssen große Mengen unbrauchbar gewordenen Hausrats entsorgt werden. Obwohl die RSAG seit Tagen Sonderschichten fährt, müssen sich Betroffene weiter gedulden.

Rhein-Sieg-Kreis.  Mit Sondertouren, Extraschichten und dem Einsatz von Leiharbeitern versucht die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) und ihre Logistik-Tochter ARS der großen Sperrmüllmengen Herr zu werden, die nach dem Unwetter der vergangenen Woche in vielen Haushalten des Rhein-Sieg-Kreises angefallen sind.

Nach Angaben des Entsorgungsunternehmens wurden bis Donnerstagvormittag mehr als 700 Sammelstellen in 400 Straßen in den betroffenen Kommunen angefahren. Trotzdem meldeten sich im Kundencenter der RSVG noch immer zahlreiche Hochwasseropfer.

Rund 100 Straßen im Kreisgebiet müssen in den nächsten Tagen noch angefahren werden. Dabei bittet die RSVG allerdings um Geduld. Die Abholung der vom Unwetter zerstörten Möbelstücke, Teppiche und anderer Gegenstände werde voraussichtlich noch die gesamte nächste Woche in Anspruch nehmen.

Quelle: ksta.de

SACHSEN-ANHALT SAGT DANKE!

Jens Hünerbein - Bürgermeister

Unser Bundesland ist durch die Flutkatastrophe stark gezeichnet. Nach dem sich das Wasser Stück für Stück zurückzieht, sind die Schäden sichtbar. Unsere Gedanken sind bei den vielen Betroffenen. Jedoch hat sich gezeigt, dass in der Not unser Land zusammenstehen kann. Viele tausend freiwillige Helfer haben selbstlos mit angepackt, um Schlimmeres zu verhindern. Hand in Hand arbeiteten bis zur Leistungsgrenze freiwillige Helfer, Feuerwehrleute, Bundeswehr und weitere Rettungskräfte. Diesen Helfern gilt mein ausdrücklicher Dank und den Opfern mein Mitgefühl.

Nun ist es an der Zeit, diesen Kräften Dank zu sagen und Solidarität gegenüber den Opfern zu bezeugen. In diesem Sinne steht nunmehr der 17. Sachsen-Anhalt-Tag in unserer Stadt Gommern.

Unsere Einheitsgemeinde, bestehend aus 11 Ortsteilen und der Stadt Gommern, liegt landschaftlich eingebettet zwischen Elbaue und den letzten Ausläufern des Fläming. Reizvoll gestaltet sich unsere Landschaft durch zahlreiche Steinbruchseen, umgeben von vielen idyllischen Waldflächen. Der Elbradwanderweg führt ebenso durch unsere Gemeinde wie auch drei Bundesstraßen sowie eine überregionale Bahnlinie.

SiegerplakatLiebe Gäste, wir werden Sie kunterbunt und einfallsreich zu unserem Landesfest verzaubern. Auf kurzen Wegen werden Sie viel Gelegenheit haben, die verschiedensten Fassetten unserer Stadt kennen zu lernen. Nehmen Sie sich Zeit, das mit viel Ehrgeiz und Engagement organisierte Programm in allen Zügen zu genießen. Bewundern Sie unsere schöne Innenstadt sowie das Ambiente unserer Wasserburg. Genießen Sie die Aussicht am Kulk und bestaunen Europas reichhaltigsten Gesteinsgarten. Werfen Sie einen Blick über die Stadtsilhouette vom Aussichtsturm und erfreuen Sie sich an den vielfältigsten Programmpunkten in den verschiedensten Teilen unserer Stadt.

An dieser Stelle danke ich dem Land Sachsen-Anhalt, den vielen fleißigen Organisatoren und Helfern sowie den Sponsoren, die zum Gelingen des Festes beitragen. Ich lade Sie ein, auf den nachfolgenden Seiten das Organisationsteam kennenzulernen.

Ich wünsche uns Allen ein friedliches und wunderschönes Fest und hoffe, dass dieses bei Ihnen in guter Erinnerung bleibt und Sie uns bald wieder besuchen kommen.

Ihr

Jens Hünerbein
Bürgermeister

Programm Download hier

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Der Bundestag hat am Freitag dem Fluthilfefonds zugestimmt. Nun können die Mittel fließen. Acht der 16 Bundesländer sind betroffen. Der Stand der Hochwasserbilanzen – ein Überblick.

Der Bundestag hat am Freitag einmütig den Hilfsfonds mit acht Milliarden Euro gebilligt, aus dem die Schäden durch die Frühjahrshochwasser beglichen werden sollen. Finanziert wird der Fonds durch eine Erhöhung der Neuverschuldung. Der Bund geht dabei in Vorleistung, die Länder stottern ihren Anteil bis 2033 ab. Mit dem Geld sollen Flutschäden an der Infrastruktur behoben und betroffene Privathaushalte und Unternehmen unterstützt werden. Dabei geht es auch um Schäden für die Landwirtschaft. Auch bessere Schutzmaßnahmen sollen daraus finanziert werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies Kritik am Verfahren zurück. „Wenn es eine Situation gibt, wo man kurzfristig wieder Schulden machen muss, dann ist es eine solche Notsituation“, sagte er.

„Das nächste Jahrhunderthochwasser kommt bestimmt und es kommt nicht erst in 100 Jahren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Hier reiche es nicht, Deiche zu verstärken, wichtig sei auch, „dem Fluss mehr Raum zu geben“ und ganzheitliche Konzepte für den gesamten Flussverlauf zu entwickeln. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lobte im Bundestag ebenso wie weitere Redner den Einsatz von 1,7 Millionen ehrenamtlichen Helfern, um die Hochwasserschäden in Grenzen zu halten. Dies habe bewiesen, „dass sich die Deutschen in Notsituationen aufeinander verlassen können“.

Das Ausmaß der Hochwasserschäden auf Agrarflächen wird zusehends größer. Mittlerweile sind auf knapp 499 000 Hektar Beeinträchtigungen durch Überschwemmungen und Starkregen festgestellt worden, wie das
Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Dies sind fast 70 000 Hektar mehr als in einer Schätzung vor zwei Wochen. Am stärksten betroffen ist demnach Sachsen-Anhalt mit 117 000 Hektar. Die Erhebungen sind noch nicht überall beendet.

Acht der 16 Bundesländer waren von den Fluten direkt betroffen, allerdings in unterschiedlichem Maße. Die mit Abstand am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Länder waren Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Noch gibt es keine Gesamtbilanz der Schäden; die einzelnen Länder müssen dem Bund erst zum 10.Juli Meldung machen. Doch vereinzelte Übersichten gibt es bereits.

SACHSEN:

In der Regierungszentrale in Dresden hat man schon einen recht detaillierten Überblick. Regierungssprecher Christian Hoose nennt eine vorläufige Schadensumme von 1,922 Milliarden Euro. Es ist eine Ersterfassung – mögliche Folgeschäden, die man jetzt noch nicht erkennen kann, dürften die Summe noch erhöhen. Der größte Teil davon, gut 40 Prozent oder 780 Millionen Euro, entfallen auf die Kommunen und deren kaputte Infrastruktur. Ein gutes Drittel dieser Summe betrifft Schäden an Straßen und Brücken. Insgesamt haben die Kommunen 13700 Schadenfälle registriert. Allein die Landeshauptstadt Dresden hat Schäden in Höhe von 137 Millionen Euro gemeldet. Das Land Sachsen selbst muss wohl mit mindestens 385 Millionen an Schäden rechnen (darin sind auch Bundesstraßen enthalten). Von Privatpersonen kommen Schadenmeldungen in Höhe von bislang 431 Millionen. Eine relativ hohe Summe hat auch das private Gewerbe gemeldet – dort kommen bisher 263 Millionen Euro zusammen. Eher gering mutet der Schaden an, der in der Landwirtschaft entstand – nur drei Prozent der Gesamtsumme oder 57 Millionen Euro. Doch wird in Dresden darauf verwiesen, dass in der Ersterfassung Ertrags- und Umsatzeinbußen noch nicht erfasst sind.

SACHSEN-ANHALT:

Während in Dresden schon Zahlen zu erhalten sind, hält man sich in Magdeburg noch bedeckt. Mit bis zu zwei Milliarden Euro sei wohl zu rechnen, hieß es vor einigen Tagen inoffiziell. Ein Regierungssprecher sagt aber auf die Frage nach der Schadenhöhe: „Da muss ich Sie enttäuschen, wir sammeln noch.“ In den Gemeinden liefen die Erfassungen noch, vorher gebe man keine Zahlen heraus. Allenfalls für das Land gibt es erste Schätzungen – die Schäden an Straßen werden auf etwa 70 Millionen Euro beziffert.

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Hochwasser 2013 Wie die Bundesländer von der Flut betroffen sind

27.06.2013 16:32 Uhrvon , , und

Der Bundestag hat am Freitag dem Fluthilfefonds zugestimmt. Nun können die Mittel fließen. Acht der 16 Bundesländer sind betroffen. Der Stand der Hochwasserbilanzen – ein Überblick.

Der Bundestag hat am Freitag einmütig den Hilfsfonds mit acht Milliarden Euro gebilligt, aus dem die Schäden durch die Frühjahrshochwasser beglichen werden sollen. Finanziert wird der Fonds durch eine Erhöhung der Neuverschuldung. Der Bund geht dabei in Vorleistung, die Länder stottern ihren Anteil bis 2033 ab. Mit dem Geld sollen Flutschäden an der Infrastruktur behoben und betroffene Privathaushalte und Unternehmen unterstützt werden. Dabei geht es auch um Schäden für die Landwirtschaft. Auch bessere Schutzmaßnahmen sollen daraus finanziert werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies Kritik am Verfahren zurück. „Wenn es eine Situation gibt, wo man kurzfristig wieder Schulden machen muss, dann ist es eine solche Notsituation“, sagte er.

„Das nächste Jahrhunderthochwasser kommt bestimmt und es kommt nicht erst in 100 Jahren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Hier reiche es nicht, Deiche zu verstärken, wichtig sei auch, „dem Fluss mehr Raum zu geben“ und ganzheitliche Konzepte für den gesamten Flussverlauf zu entwickeln. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lobte im Bundestag ebenso wie weitere Redner den Einsatz von 1,7 Millionen ehrenamtlichen Helfern, um die Hochwasserschäden in Grenzen zu halten. Dies habe bewiesen, „dass sich die Deutschen in Notsituationen aufeinander verlassen können“.

Das Ausmaß der Hochwasserschäden auf Agrarflächen wird zusehends größer. Mittlerweile sind auf knapp 499 000 Hektar Beeinträchtigungen durch Überschwemmungen und Starkregen festgestellt worden, wie das
Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Dies sind fast 70 000 Hektar mehr als in einer Schätzung vor zwei Wochen. Am stärksten betroffen ist demnach Sachsen-Anhalt mit 117 000 Hektar. Die Erhebungen sind noch nicht überall beendet.

Acht der 16 Bundesländer waren von den Fluten direkt betroffen, allerdings in unterschiedlichem Maße. Die mit Abstand am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Länder waren Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Noch gibt es keine Gesamtbilanz der Schäden; die einzelnen Länder müssen dem Bund erst zum 10.Juli Meldung machen. Doch vereinzelte Übersichten gibt es bereits.

SACHSEN:

In der Regierungszentrale in Dresden hat man schon einen recht detaillierten Überblick. Regierungssprecher Christian Hoose nennt eine vorläufige Schadensumme von 1,922 Milliarden Euro. Es ist eine Ersterfassung – mögliche Folgeschäden, die man jetzt noch nicht erkennen kann, dürften die Summe noch erhöhen. Der größte Teil davon, gut 40 Prozent oder 780 Millionen Euro, entfallen auf die Kommunen und deren kaputte Infrastruktur. Ein gutes Drittel dieser Summe betrifft Schäden an Straßen und Brücken. Insgesamt haben die Kommunen 13700 Schadenfälle registriert. Allein die Landeshauptstadt Dresden hat Schäden in Höhe von 137 Millionen Euro gemeldet. Das Land Sachsen selbst muss wohl mit mindestens 385 Millionen an Schäden rechnen (darin sind auch Bundesstraßen enthalten). Von Privatpersonen kommen Schadenmeldungen in Höhe von bislang 431 Millionen. Eine relativ hohe Summe hat auch das private Gewerbe gemeldet – dort kommen bisher 263 Millionen Euro zusammen. Eher gering mutet der Schaden an, der in der Landwirtschaft entstand – nur drei Prozent der Gesamtsumme oder 57 Millionen Euro. Doch wird in Dresden darauf verwiesen, dass in der Ersterfassung Ertrags- und Umsatzeinbußen noch nicht erfasst sind.

SACHSEN-ANHALT:

Während in Dresden schon Zahlen zu erhalten sind, hält man sich in Magdeburg noch bedeckt. Mit bis zu zwei Milliarden Euro sei wohl zu rechnen, hieß es vor einigen Tagen inoffiziell. Ein Regierungssprecher sagt aber auf die Frage nach der Schadenhöhe: „Da muss ich Sie enttäuschen, wir sammeln noch.“ In den Gemeinden liefen die Erfassungen noch, vorher gebe man keine Zahlen heraus. Allenfalls für das Land gibt es erste Schätzungen – die Schäden an Straßen werden auf etwa 70 Millionen Euro beziffert.

BAYERN:

Zumindest den bayerischen Arbeitsmarkt lässt die Hochwasserkatastrophe unbeeindruckt. Zwar war in großen Teilen Niederbayerns noch vor kurzem Land unter. Doch gerade für diesen Regierungsbezirk vermeldet die Arbeitsagentur weiterhin die bayernweit niedrigste Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent. Am stärksten hat es Firmen, das Kleingewerbe sowie Privathaushalte getroffen. Die bayerische Industrie- und Handelskammer (IHK) geht bei Betrieben und Privaten vage von einem Schaden aus, der „die Milliardengrenze sicherlich überschreitet“. In Niederbayern stünden 3000 bis 4000 Betriebe vor dem Aus. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) nennt einen Schaden von insgesamt 115 Millionen Euro durch Starkregen und Hochwasser. 30000 Hektar Acker- und 35000 Hektar Grünland sind betroffen. Auch wurden Gebäude wie Ställe, Landmaschinen und landwirtschaftlich genutzte Wege beschädigt. Bei den Gewerbetreibenden besteht das Problem, dass die allermeisten nicht gegen Elementarschäden versichert sind. Denn Versicherungen in Gegenden, in denen Hochwassergefahr besteht, sind kaum zu bezahlen – oder gar nicht zu erhalten. THÜRINGEN: Das Innenministerium hat offenbar noch überhaupt keinen Überblick der Schäden im Land. Thüringens Land- und Forstwirte haben ihre Rechnung allerdings schon aufgestellt. Agrarstaatssekretär Roland Richwien rechnet mit Schäden von 22,2 Millionen Euro. Für Betriebe, die wie etwa zahlreiche Gärtnereien in ihrer Existenz bedroht seien, stellen Bund und Land vorerst fünf Millionen Euro bereit.

BRANDENBURG:

Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums zufolge wurden landesweit rund 38000 Hektar Agrarfläche überschwemmt, dadurch wird ein Großteil der Ernte vernichtet. Allein in den sogenannten Havelpoldern, in denen zur Entlastung der Elbe bis zu 50 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut wurden, sind 7600 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche betroffen. Der finanzielle Schaden der Bauern wird auf knapp 43 Millionen Euro geschätzt. Einbußen wegen des Hochwassers haben aber auch Brandenburgs Tourismusanbieter. So war der Spreewald rund eine Woche lang aufgrund der erhöhten Fließgeschwindigkeit auch für die beliebten Spreewaldkähne gesperrt. Der Verlust soll täglich bis zu 150000 Euro betragen haben. Zudem beklagen Hoteliers und Gastwirte in den vom Hochwasser betroffenen Regionen wie der Prignitz zahlreiche Stornierungen, teilweise bis zu 100 Prozent, im Havelland bis zu 50 Prozent und auch im Spreewald bis zu 20 Prozent.

NIEDERSACHSEN:

„Bei uns haben die Dämme gehalten.“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums Philipp Wedelich. Die Schäden seien entsprechend gering. Dennoch hat das Land ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro aufgelegt, zusammen mit Zahlungen aus dem Bund kommen so 40 Millionen Euro zusammen. Damit sollen Privatpersonen mit maximal 2500 Euro pro Haushalt unterstützt werden. Bei Härtefällen, die in eine soziale Notlage geraten, können bis zu 20000 Euro pro Haushalt ausgezahlt werden. Schäden an Gebäuden werden ab einem Gesamtschaden von 10000 Euro mit maximal 5000 Euro kompensiert. Da das Land aber immer nur für maximal 25 Prozent des Gesamtschadens aufkommt, dürfte die tatsächliche Schadensbilanz mit mindestens 160Millionen Euro weit höher liegen.

MECKLENBURG-VORPOMMERN:

Vom Hochwasser betroffen war nur der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Schäden konnten dort durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer, die Deiche erhöhten und Sandsäcke stapelten, verhindert werden.

SCHLESWIG-HOLSTEIN:

Nur die Stadt Lauenburg ist vom Hochwasser betroffen. Mindestens acht Millionen Euro Schäden sind dieses Jahr wohl verursacht worden. Das Land hat eine Soforthilfe von zwei Millionen Euro zugesagt. (mit dpa)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Wie schlimm war die Flut wirklich?

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

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Das Wasser geht. Zurück bleiben Zerstörung und Milliardenkosten. Dabei hätte vieles verhindert werden können. Wie schlimm war die Flut? Eine Bilanz.

Seit 500 Jahren waren die Pegel von der Donau bis zur Elbe nicht mehr so hoch wie bei der Flut 2013. Die Schäden sind immens. Auch weil Warnungen vor den Naturgewalten in den vergangenen Jahren immer wieder ignoriert wurden. Dabei gibt es längst Konzepte, die Schäden bei Hochwasser gering zu halten. Wie viel wird Deutschland die Flut insgesamt kosten? Noch sind die betroffenen Bundesländer dabei, ihre Schadensbilanzen aufzustellen. (siehe hier).

Die Ratingagentur Fitch hat allerdings bereits eine Schätzung vorgenommen.

Demnach ist Deutschland durch das Hochwasser ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund zwölf Milliarden Euro entstanden. Dazu kommen Versicherungsschäden von etwa drei Milliarden Euro. Kosten für die Wiederherstellung von Straßen, Schienen und anderer Infrastruktur seien noch nicht einmal mit eingerechnet, sagte ein Unternehmenssprecher. Die größten Kosten seien durch die Beschädigung von Gebäuden, Hausrat, Kraftfahrzeugen sowie durch Betriebsunterbrechungen entstanden. Die Versicherungsbranche mache im laufenden Jahr insgesamt aber immer noch Gewinn.

Welche Dimensionen hatte die Flut 2013 im Vergleich zu anderen wirklich?

Nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz und des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach war die jüngste Flut an Elbe und Donau tatsächlich ein Jahrhundertphänomen. Demnach wurden etwa an der Elbe auf einer 250 Kilometer langen Strecke zwischen Coswig in Sachsen-Anhalt und Lenzen in Brandenburg die höchsten jemals gemessenen Wasserstände registriert. Eine aus Tschechien kommende Flutwelle sei auf Hochwasser der Flüsse Mulde und Saale getroffen. Der entstandene Scheitel an der Elbe habe von der Länge und der Höhe her „bisher nicht bekannte Ausmaße“ erreicht, heißt es. Auch an der Saale seien bisherige Hochwasserspitzen in weiten Teilen überschritten worden. Ähnlich rekordträchtig war das Hochwasser nach Angaben der BfG-Experten an der Donau. In der Dreiflüssestadt Passau etwa habe der Scheitelstand alle Höchstmarken seit gut 500 Jahren übertroffen.

Als historische Referenz kann dabei gelten, dass der Rekordwasserstand vom 15. August 1501 allerdings noch höher ausfiel“, heißt es in dem Bericht. Damals lag der Wasserstand bei 13,20 Metern, am 3. Juni 2013 waren es 12,89 Meter. Dagegen warnt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, vor der Verwendung des Begriffs „Jahrhunderthochwasser“. Er suggeriere, dass nun für 100 Jahre Ruhe sei. Nach einer umfassenden, von dem Verband mit führenden Klimaforschern durchgeführten Studie müsse bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Verdopplung oder – je nach Entwicklung des Klimawandels durch den CO2-Ausstoß – sogar mit einer Verdreifachung der Schäden an Rhein, Elbe, Weser, Ems und Donau gerechnet werden.

Welche Lehren müssen aus der Flut von 2013 gezogen werden?

So reibungslos wie in den vergangenen rund vier Wochen hat die Katastrophenhilfe bei der Flut 2002 nicht funktioniert. Das Krisenreaktionszentrum beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und die Krisenplattform Denis haben es sehr erleichtert, die Helfer vom Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren und der Bundeswehr dahin zu schicken, wo sie auch gebraucht wurden. Es war aber auch ein wenig Glück dabei, dass in den meisten betroffenen Regionen auch die Menschen besser auf die Katastrophe vorbereitet waren. Die Vorwarnzeiten waren deutlich länger als 2002, als oft weniger als eine Stunde blieb, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Dieses Mal hatten sie zum Teil sogar mehrere Tage, um Wertgegenstände wegzubringen oder zumindest in höhere Stockwerke zu schaffen. Beim Wiederaufbau nach der Flut 2002 sind viele Heizsysteme aus dem Keller auf den Dachboden verlagert worden, so dass zumindest teilweise weniger Öl im Überflutungswasser enthalten ist als vor elf Jahren.

Für die Bewohner im bayrischen Deggendorf und im sachsen-anhaltischen Fischbeck sieht die Lage anders aus. Dort sind Deiche gebrochen. Die Schäden werden dort viel größer sein als 2002. Die hohen Investitionen in sächsische Deiche nach der Katastrophe 2002 hätten aber auch dazu geführt, dass Sachsen-Anhalt dieses Mal stärker betroffen sei, stellte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Wolfgang März, am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags fest. Dabei ist die Erkenntnis, dass mehr Eindeichungen am Oberlauf der Flüsse die Probleme am Unterlauf „nur vergrößern“, nicht neu.

Natürlich fordern nun auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und für ein paar Wochen auch die gesamte Politik mehr Überflutungsflächen und Renaturierungen entlang der Flüsse. Das BfN hat 2012 einen Auenzustandsbericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass rund 90 Prozent der natürlichen Überflutungsflächen in den vergangenen 200 Jahren industrieller Entwicklung verloren gegangen sind. Auf einer Karte, die diese Verluste abbildet, zeigt sich, dass die aktuellen Überflutungen entlang des Donau- und des Elbe-Flusssystems in etwa den früheren Auengebieten entsprechen. Doch trotz der zweiten Jahrhundertkatastrophe innerhalb von gut zehn Jahren dürfte die Neigung, landwirtschaftliche Nutzungen entlang der Flüsse einzuschränken oder gar bebautes Gebiet aufzugeben, kaum vorhanden sein.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft forderte dennoch, überschwemmungsgefährdete Regionen nicht als Bauland auszuweisen. Es müssten ausreichend Flächen zur Versickerung und zum Auffangen von Regenwasser zur Verfügung gestellt werden. Der Verband fordert auch von den Privathaushalten mehr Schutzmaßnahmen, etwa durch Rückstauventile, Rückstauklappen oder Hebeanlagen.

Wie werden die staatlichen Hilfen für die Betroffenen finanziert?

Kurz gesagt: ü

ber Schulden. Bund und Länder haben einen „Solidaritätsfonds Aufbauhilfe“ eingerichtet, in den zunächst einmal acht Milliarden Euro fließen sollen. Es werden ausschließlich Bundesmittel sein, wofür eine Anleihe gegeben wird – angesichts der derzeit niedrigen Zinsen wurde diese Lösung der ebenfalls debattierten Erhöhung des Solidaritätszuschlags bei der Einkommensteuer vorgezogen. Die Länder beteiligen sich an den Zinsen und der Tilgung des Fonds. Bis 2019 geschieht dies durch einen Verzicht auf Umsatzsteuereinnahmen in Höhe von jährlich 202 Millionen Euro, von 2020 bis 2033 dann durch direkte Zahlungen. Die Ministerpräsidenten wollen so die Wirkung auf ihre Landesetats möglichst gering halten.

Zahlen werden alle Länder, auch jene, die vom Hochwasser nicht betroffen sind. Den Belastungen durch die Hilfen stehen mittelfristig aber auch höhere Einnahmen gegenüber, weil in den Flutgebieten durch den Wiederaufbau ein Auftragsplus in der Baubranche und der Investitionsgüterindustrie zu erwarten ist. (mit dpa)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Hochwasser in Bayern – Immer öfter Land unter

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Die Menschen an Donau, Inn oder Isar, im Allgäu, im Chiemgau oder in Garmisch müssen seit Jahrhunderten immer wieder mit Hochwasser-Katastrophen leben. Doch auch Franken wurde vom Hochwasser überrascht. Ein Rückblick.

2013 – Donau stellt neue Rekorde auf

Der Mai 2013 war überdurchschnittlich regenreich. Teilweise wurden 250 Prozent, gebietsweise sogar mehr als 300 Prozent des monatlichen Durchschnittsniederschlags gemessen. Dementsprechend schwollen Bäche und Flüsse in Bayern an, so dass von einem Jahrhunderthochwasser die Rede war – wieder einmal.

Rekordträchtig waren die Pegelstände der Donau. So übertraf in Passau ein Scheitelstand von 12,89 Meter alle Höchstmarken seit gut 500 Jahren. Besonders hart traf es auch Deggendorf. Im niederbayerischen Landkreis richteten die Donaufluten einen Schaden von 500 Millionen Euro an.

2007 – am Tag, als der Regen kam

Eigentlich rechneten die Menschen in den fränkischen Gemeinden um Baiersdorf und Kersbach nie mit einem Hochwasser. Doch in der Nacht zum 22. Juli 2007 goss es derart, dass die Region unter Wasser stand. Binnen weniger Stunden brach das Chaos aus. 2.500 Haushalte waren betroffen, Straßen und Firmengebäude standen unter Wasser, Schienen wurden unterspült. Eine Frau starb in den Fluten.

Der Gesamtschaden binnen Stunden: 100 Millionen Euro. Viele der Betroffenen waren nicht versichert und bekamen keine staatlichen Hilfen. Die Menschen in der Region hofften darauf, dass dieses Ereignis zumindest dazu führt, dass Hochwasserschutz-Maßnahmen ergriffen werden. Doch bisher warten sie vergebens.

2005 – die Katastrophe von 1999 wiederholt sich

Die dritte große Flut innerhalb von sechs Jahren traf weite Teile Bayerns wieder mit voller Wucht. Bei vielen Flüssen stiegen die Pegel sogar noch höher als 1999. Diesmal kam immerhin niemand um, aber erneut waren Millionenschäden zu beklagen. Im notorisch von Hochwasser geplagten Eschenlohe brach wieder ein Damm, ebenso mehrere an der Iller, sodass auch das Allgäu großflächig überschwemmt wurde. Die Bahnstrecken München-Garmisch und Kempten-Immenstadt mussten ebenso gesperrt werden wie ein Teil der Autobahn A 8, München-Stuttgart.

Wegen des Ausmaßes der Schäden musste sich die bayerische Staatsregierung deutliche Kritik anhören. Obwohl sie nach den Erfahrungen von 1999 ein 2,3 Milliarden Euro teures Programm bis 2020 aufgelegt hatte, sei zu wenig in Hochwasserschutz investiert worden, monierte die Opposition. Was vor allem Unmut hervorrief: Wegen des Sparkurses des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber seien die Mittel von 115 Millionen Euro für 2002 auf 58 Millionen Euro für 2004 gekürzt worden.

2002 – in Bayern weniger dramatisch als in Ostdeutschland

Seine – auch medienwirksam vermittelte – Unterstützung für die Flutopfer von 2002 sicherte dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder womöglich eine zweite Amtszeit. Vom August-Hochwasser waren seinerzeit neue Bundesländer am schwersten betroffen. Aber auch in Bayern stiegen die Pegel mancher Flüsse bedrohlich hoch.

Wenngleich im Freistaat insgesamt das Ausmaß von 1999 nicht erreicht wurde, erwischte es doch vor allem den Südosten zum Teil recht heftig. Als etwa das Wasser im Landkreis Ebersberg stellenweise brusthoch stand, wurde dort erstmals überhaupt Katastrophenalarm ausgelöst – ebenso in Regensburg, Straubing oder Cham. Dramatisch schwollen manche Flüsse im Chiemgau an – und die Donau in Passau.

Pfingst-Hochwasser 1999 – fünf Tote

Die bayerische Flutbilanz vom Mai 1999 fiel verheerend aus. Insgesamt wurden rund 120 Quadratkilometer Freistaat überschwemmt – eine Fläche, eineinhalb Mal so groß wie der Chiemsee. Mehr als 100.000 Menschen waren vom Hochwasser betroffen, fünf verloren ihr Leben. Rund 25.000 Anwesen wurden überschwemmt.

Die Sachschäden summierten sich auf 400 Millionen Euro, die Ernteausfälle nicht mitgerechnet. In zehn Landkreisen herrschte Katastrophenalarm, eine ganze Reihe von Orten war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, so Garmisch-Partenkirchen, Immenstadt oder Oberstdorf. In Augsburg und Neustadt an der Donau brach jeweils ein Damm. Tausende Einwohner wurden von den Wassermassen eingeschlossen.

Quelle: br.de

Feuchtgebiete und Flutabwehr

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

Eschenlohe, Allgäu, Donau – die Bilder der katastrophalen Überschwemmungen der Jahre 1999, 2002 und 2005 sind bis heute nicht vergessen. Jedes Mal waren es „Jahrhundert-Hochwasser“, die es so rasch hintereinander eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. Aber Wahrscheinlichkeitsrechnungen kümmern das Wetter einen feuchten Kehricht. So überraschten 2007 sintflutartige Regengüsse auch fränkische Gemeinden, die eigentlich nie hochwassergefährdet waren.

Die Fluten werden wiederkehren, und zwar immer öfter – meinen Forscher. Der Klimawandel sei schuld, er mache auch die Winter wärmer. Die Folgen: mehr und heftigere Niederschläge, weniger Gletscher als Wasserspeicher, mehr Schmelzwasser für die Täler. Alpennahe Regionen wie Bayern wären als erste davon betroffen.

Hochwassergefährdete Gebiete in Bayern

https://i2.wp.com/www.br.de/nachrichten/hochwasser-gebiete-bayern-100.png

Viel Geld fließt in Hochwasserschutz

1999, 2002, 2005, 2007 und nun auch 2013 – Hochwasser-Jahre, die für Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe stehen, sogar für Tote. Diese Ereignisse konnte man nicht mehr als Betriebsunfälle abhaken. 1999 bekam die bayerische Staatsregierung für ihr Krisenmanagement nicht die beste Presse. Die Politik war nun gefordert – und sie reagierte: Das Umweltministerium legte 2001 das „Hochwasserschutzprogramm 2020“ auf. 2,3 Milliarden Euro wurden dafür locker gemacht.

Zahlreiche Städte und Gemeinden haben inzwischen viel Geld in technischen Hochwasserschutz wie Dämme, Deiche oder Rückhaltebecken investiert. Der Freistaat fördert aber auch zunehmend ökologischen Schutz. „Sünden“ der Vergangenheit wie Fluss-Begradigungen und Flächenverbau sollen korrigiert werden. Deichrückverlegungen, Renaturierungen und Auenprogramme stehen nun etwas häufiger auf der Agenda – Standards, die Naturschützer lange Zeit vergeblich einforderten.

Die vier Hochwasser-Meldestufen

Meldestufe 1

Die Meldestufen des Hochwassernachrichtendienstes beschreiben die Auswirkungen der erhöhten Wasserstände. Ab wann müssen Straßen gesperrt werden? Sind bebaute Gebiete betroffen? Bei der ersten Stufe trifft beides nicht zu: Sie steht für stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2

Bei dieser Meldestufe sind land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder oder es gibt leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3

Die zweithöchste Stufe wird ausgerufen, wenn einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet sind oder die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen nötig ist. Beim vereinzelten Einsatz der Wasser- oder Dammwehr gilt ebenfalls Stufe 3.

Meldestufe 4

Bei der höchsten Meldestufe sind bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr ist in großem Umfang erforderlich.

Quelle: br.de

Trotz des schwachen Frühjahrsaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni leicht gesunken. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren zwei Millionen 865.000 Menschen als erwerbslos gemeldet.

Video

Das Hochwasser in Bayern hatte bislang keine negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die bayerischen Arbeitsagenturen melden einen Rückgang der Arbeitslosen. Im Juni waren im Freistaat 247.130 Menschen ohne Arbeit, 8.433 weniger als im Mai.

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, rechnet nicht damit, dass sich die massiven Hochwasserschäden in Niederbayern negativ auf die Arbeitslosenzahl auswirken. Vor allem Baufirmen und Landschaftsgärtner dürften mit mehr Aufträgen rechnen, so der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen. Aktuell bekommen 67 bayerische Firmen, die durch das Hochwasser Schäden erlitten haben, staatliche Hilfen.

Die betroffenen Firmen erhalten das konjunkturelle Kurzarbeitergeld, das im Rahmen der Fluthilfe von der Bundesregierung wieder belebt wurde. So können sich laut Holtzwart die Firmen auf die Aufräumarbeiten konzentrieren, ohne dass die Firma oder die Beschäftigten große finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Niederbayern, das vom Hochwasser besonders betroffen war, verzeichnet mit 2,9 Prozent derzeit sogar die niedrigste Arbeitslosenquote aller Regierungsbezirke.

Weniger – und doch mehr

In Bayern waren im Juni 247.130 Menschen ohne Arbeit, 8.433 weniger als im Mai. Die Quote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Sie liegt damit aber immer noch höher als die Arbeitslosenquote vor einem Jahr (3,4 Prozent). Der Abstand lasse aber wieder nach und die Arbeitslosigkeit baue sich nicht mehr weiter auf, so Holtzwart.

„Wir hoffen, dass wir jetzt in eine Phase der konjunkturellen Belebung hinein kommen.“

Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

Positiv wertete Holtzwart, dass bereits die Hälfte der 96 bayerischen Landkreise und Städte eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent aufweist. Spitzenreiter ist Eichstätt mit 1,2 Prozent, Schlusslicht Nürnberg mit 7,6 Prozent. Auf Ebene der Regierungsbezirke ist Niederbayern mit 2,9 Prozent Spitzenreiter, danach folgen in kurzen Abständen Schwaben (3,2 Prozent), die Oberpfalz (3,3), Unterfranken und Oberbayern (je 3,4 Prozent) und Oberfranken (4,0). Schlusslicht ist Mittelfranken mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent. Damit liegen alle Bezirke in Bayern weiter unter dem Bundesdurchschnitt.

„Insbesondere witterungsbedingte Branchen wie das Baugewerbe stellen nun vermehrt ein. Dies dürfte mit ein Grund dafür sein, dass in Niederbayern, wo viele Menschen im Baugewerbe tätig sind, die Arbeitslosenquote unter drei Prozent gesunken ist.“

Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

Arbeitsmarkt bundesweit

Im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter gesunken: um 72.000 auf 2,87 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Der deutsche Arbeitsmarkt zeige sich alles in allem in einer guten Verfassung, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Er entwickle sich trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds robust. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Mai leicht gesunken, im Vergleich zum Juni vor einem Jahr stieg sie allerdings um 56.000 an.

Tote Fische beseitigt

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Helfer entfernen auch Faulschlamm am Gartower See

asb Gartow. Rund ein Dutzend Freiwilliger war gestern Morgen am Nordufer des Gartower Sees damit beschäftigt, wenigstens den Badestrandbereich von tausenden toter Fische zu befreien, die dort seit Tagen vor sich hin rotten. Mit Rechen, Schaufeln und Kehrblechen rückten sie den stinkenden Massen zuleibe, füllten allein in der Zeit zwischen 7 und 10 Uhr zehn große Mülltonnen.

Während die Angler unter den Helfern sich um die Fischbestände sorgen (siehe EJZ von Montag), machen sich die Touristiker Sorgen um ausbleibende Gäste. So zum Beispiel Marie Nowak. Die Betreiberin von »Kunzogs Ferienhof» in Gartow ist Mitglied der Tourismus- Arbeitsgemeinschaft in der Samtgemeinde und muss seit der Flut hilflos mit ansehen, dass immer mehr Gäste ihre geplante Reise nach Gartow absagen.

Andreas Graf von Bernstorff fragt, während er die nächste Schaufel toter Fische in den Abfallbehälter wirft: »Was können wir bloß tun, damit so eine Schweinerei nicht noch mal passiert? Da muss doch etwas getan werden.» Aber auch ihm ist klar, dass sich das Problem »Hochwasser» von Lüchow-Dannenberg aus nicht allein lösen lässt. »Es müssen endlich effektive länderübergreifende Maßnahmen verabredet werden», fordert der Grundstücksbesitzer, der während der Flut an kilometerlangen Strecken für Hochwasserschutz sorgen musste. Ähnliche Forderungen hatte am Montag auch Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium, nach einer Beratung über Erfahrungen und Konsequenzen nach dem aktuellen Hochwasser an der Elbe erhoben.

In Gartow geht es zur Zeit allerdings schlicht darum, verwesende Tierkörper und Faulschlamm zu beseitigen, damit zumindest der Badebereich am Nordufer wieder benutzbar wird – allein mit einem Aktionstag wird das Problem allerdings nicht zu beseitigen sein, waren sich die Helfer sicher.

Bild: Rund ein Dutzend Helfer begab sich am Dienstag früh mit Schutzanzug, Atemmaske und Handwerkszeug bewaffnet an das modrige Nordufer des Gartower Sees, um tote Fische und verrottendes Grünzeug zu beseitigen. Aufn.: A. Blank

Quelle: ejz.de

An der Leistungsgrenze

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Samtgemeinde Elbtalaue zieht positive Bilanz des Hochwasser-Einsatzes – Forderung nach ÖEL-Aufrüstung

rg Damnatz. Es ist überstanden, das fünfte Jahrhunderthochwasser in nur elf Jahren. Langsam kehrt wieder Normalität ein in die Dörfer an der Elbe und der Seege, und vielerorts zeugen schon jetzt nur noch einige Sandsäcke am Deich von den dramatischen Ereignissen der vergangenen drei Wochen.

Zumindest dort, wo es Hochwasserschutzanlagen gibt, was an der Elbe im Lüchow-Dannenberger Nordkreis durchaus nicht überall der Fall ist. Dort, wo es sie gibt, hielten sie, und darauf könne man durchaus stolz sein, sagte am Dienstagabend Jürgen Meyer, Bürgermeister und damit Verwaltungschef der Samtgemeinde Elbtalaue, während der Sitzung des Samtgemeinderates im Restaurant Steinhagen in Damnatz. Denn dass die Deiche hielten, dass die Schutzeinrichtungen nicht überflutet wurden, sei vor allem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Bundeswehr, THW, DRK und zahlreichen anderen Institutionen zu verdanken. Und der Arbeit der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) im Bereich der Elbtalaue. Doch es habe auch Schwachpunkte gegeben, so Meyer. Und die gelte es nun zu beseitigen.

Großartig sei sie gewesen, die Einsatzbereitschaft aller am Hochwassereinsatz Beteiligten, lobte Jürgen Meyer. Rund 3400 Helfer waren es, die zu Hochzeiten im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue gleichzeitig im Einsatz waren, hatte zuvor Elbtalaues Gemeindebrandmeister Andreas Meyer vorgerechnet. Davon rund 1000 zivile Freiwillige in der »Volkssandkuhle mit Kult-Charakter in Tramm», stellte Andreas Meyer heraus und lobte die »hervorragende Versorgung durch die Feuerwehren, das DRK und zahllose Freiwillige» und die »meisterhafte Logistik, die der Lüchower Maschinenring auf die Beine gestellt» habe. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass »das Wasser dort bleib, wo es hingehört: hinter den Deichen», so Meyer. Aber der 15-tägige Katastrophenalarm habe auch ganz klar die Grenzen dessen aufgezeigt, was an Führung und Einsatz möglich und leistbar sei, stellte Jürgen Meyer in einer ersten Bilanz des Hochwasser-Geschehens heraus. So sei die ÖEL »an der Leistungsgrenze» gefahren, die Räumlichkeiten im Dannenberger Verwaltungssitz seien für eine solche Mammutaufgabe ungeeignet, zu klein, zu schlecht belüftet, zu laut. Und die Technik sei störanfällig, wie wenige Tage nach dem Hochwassereinsatz das Unwetter, das über Lüchow-Dannenberg niederging, aufzeigte. Denn ein einziger Blitzeinschlag genügte, um die gesamte EDV und sämtliche Kommunikationsmittel im Gebäude lahm- zulegen. »Wenn das während des Einsatzes passiert wäre, wäre das eine echte Katastrophe gewesen», stellte Jürgen Meyer heraus. Dieser Missstand müsse dringend beseitigt werden, forderte auch Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. Vor allem, da künftig offenbar häufiger mit solchen Hochwasserereignissen gerechnet werden müsse. Nach fünf Hochwasserkatastrophen in elf Jahren könne daran kaum ein Zweifel bestehen. »Wir werden investieren müssen», stellte Andreas Meyer heraus. »Denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Und wir müssen vorbereitet sein.»

Dazu gehöre auch das Nachdenken über den Hochwasserschutz für Neu Darchau und Katemin, erläuterte Jürgen Meyer. Es würden verschiedene Lösungen untersucht, und er sei zuversichtlich, dass dort in Zukunft etwas geschehen werde. Anders sehe es jedoch für Tiesmesland aus. »Für das Hochwasserproblem dort gibt es wohl keine Lösung», bedauerte er. Klar sei aber auch, dass der Lüchow-Dannenberger Nordkreis Glück gehabt habe. Glück, dass bei Fischbeck ein Deich brach. Das habe die Situation in Lüchow-Dannenberg entspannt, möglicherweise eine Katastrophe hier verhindert. Eine Katastrophe riesigen Ausmaßes, so Meyer, denn ein Deichbruch an der Elbe hätte bei den enormen Wasserständen bedeutet, dass große Teile der Dannenberger Marsch und möglicherweise sogar der gesamten Jeetzelniederung bis nach Lüchow und Wustrow unter Wasser gesetzt worden wären. Daher bleibe der Hochwasserschutz an der Elbe auch »ein Dauerthema», so Jürgen Meyer. »das hat das Hochwasser gezeigt. Und das wurde auch verstanden.»

Bild: Der Hochwassereinsatz lief gut, findet man in der Samtgemeindeverwaltung der Elbtalaue. Aber er brachte alle Beteiligten auch an ihre Grenzen. Aufn.: R. Groß

Quelle: http://www.ejz.de