Archiv für Juni 25, 2013

Alle fordern ein Umdenken nach der Flut

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In einer Sondersitzung loben alle Parteien die Hilfsbereitschaft in den Hochwassergebieten. Nach der zweiten Jahrhundertflut werden aber auch Forderungen nach neuen nationalen Strategien für mehr Schutzmaßnahmen lauter.

Bundesregierung und Opposition haben den Opfern der jüngsten Hochwasserkatastrophe zügige staatliche Unterstützung in Aussicht gestellt. Den Menschen werde „schnell, nachhaltig, unbürokratisch“ geholfen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag bei einer Sondersitzung zu dem geplanten milliardenschweren Fluthilfefonds.

Der von Union, SPD, FDP und Grünen gemeinsam vorgelegte Gesetzentwurf sieht die Schaffung eines Fonds mit einem Ausgabevolumen von acht Milliarden Euro vor, der gemeinsam von Bund und Ländern getragen wird. Der Entwurf und der dafür nötige Nachtragshaushalt wurden an den Haushaltsausschuss überwiesen. Abschließend wird das Parlament am Freitag entscheiden, die Zustimmung gilt als sicher.

Am 5. Juli muss sich dann noch der Bundesrat mit dem Fonds befassen. Auch dabei sind keine Schwierigkeiten zu erwarten. Ziel ist es, den Hilfstopf noch vor der parlamentarischen Sommerpause in Betrieb zu nehmen.

Die Bewältigung der Schäden sei eine „nationale Herausforderung“, bei der Politik und Bürger über alle Grenzen hinweg zusammen stünden, sagte CDU-Chefin Merkel in ihrer Regierungserklärung. Wie genau die Hilfsgelder aus dem Fonds verteilt werden, stehe noch nicht fest. Der Schlüssel könne erst später per Verordnung festgelegt werden, betonte sie. „Das kann erst geschehen, wenn wir die Schäden besser abschätzen können.“

Opposition will zustimmen

Vertreter der Oppositionsparteien versicherten der Regierung ihre Unterstützung. „Es ist notwendig, dass wir jetzt über schnelle Hilfe beim Wiederaufbau reden“, sagte die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl im Herbst, Katrin Göring-Eckardt. SPD-Fraktionsvize Florian Pronold kritisierte zwar die von der Regierung geplante Finanzierung des Fonds „auf Pump“, betonte aber, seine Partei werde trotzdem zustimmen.

Der Bund wird den Fonds komplett vorfinanzieren und den Länder 20 Jahre lang Zeit lassen, ihren Anteil von 3,75 Milliarden Euro beim ihm abzuzahlen. Darauf hatten sich Bund und Länder in der vergangenen Woche geeinigt.

Nachträglich erhöht der Bund dafür seine Nettokreditaufnahme für 2013 um acht Milliarden Euro, er macht also mehr Schulden als geplant. Der Nachtragshaushalt dazu ist Teil des Gesetzespakets zur Fluthilfe. „Das können wir verantworten“, sagte Merkel am Dienstag im Bundestag mit Blick auf die Folgen für den Etat. Der Haushalt bleibe „mit deutlichen Abstand“ unter der im Grundgesetz verankerten Schuldengrenze.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring lehnte Forderungen nach Steuererhöhungen zur Finanzierung der Fluthilfen ab. Das wäre „der völlig falsche Weg“, sagte er.

Details noch nicht geklärt

Aus dem Fonds sollen Privatleute, Firmen und öffentliche Stellen Gelder abrufen können, um nicht versicherte Schäden an Eigentum und Infrastruktur zu beseitigen. Auch die von betroffenen Ländern gezahlten kurzfristigen Nothilfen für Flutopfer sollen aus ihm an diese zurück überwiesen werden.

Gleiches gilt für die Zuschüsse des Bundes zu den Akuthilfen der Länder. Der Bund hatte diesen zugesagt, für jeden Euro einen dazuzugeben. Insgesamt rechne der Bund mit einem Eigenanteil an den Soforthilfen von 400 Millionen Euro, sagte Merkel.

In den vergangenen Wochen hatten verheerende Hochwasser den Osten und den Süden Deutschlands schwer getroffen und die Gefahr ist noch nicht allerorts gebannt.

Quelle: n-tv.de

Zur Schadenserhebung und -beseitigung sind Ingenieurkompetenz und besondere Sachkunde gefragt. Die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt bietet Betroffenen der Flut 2013 Hilfe: Ingenieure und Sachverständige der Ingenieurkammer können beraten und unterstützen.

Bürgerinnen und Bürger die im Zusammenhang mit der Schadensfeststellung, Schadenserhebung oder für Konzepte zur Beseitigung von Hochwasserschäden kompetente Ansprechpartner für ingenieurtechnische Fragen in Ihrer Region benötigen, finden Sie diese auf der Internetseite der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt.

Die dort aufgeführten Ingenieure und Sachverständigen stehen bei Bedarf für die kommenden Aufgaben bei der Überwindung der Hochwasserschäden in Sachsen-Anhalt mit Fachkompetenz zur Verfügung.


Kostenlose Erstberatung für Flutopfer durch Architekten

Die Architektenkammer Sachsen-Anhalt hat ihre Mitglieder aufgerufen, Flutopfern kostenlose Erstberatungen anzubieten. Die Resonanz war groß. Architekten aus dem ganzen Land haben sich gemeldet, um mit ihrem Wissen Betroffenen zur Seite zu stehen.

Ratsuchende können sich in der Geschäftsstelle der Architektenkammer melden. Die Telefonnummer: 0391/ 536110, E-Mail: presse@ak-lsa.de. Dort werden Kontakte vermittelt. Auch bei der Flut im Jahr 2002 unterbreiteten Mitglieder der Architektenkammer das Angebot der kostenfreien Erstberatung – und waren gefragte Ansprechpartner. An diese Erfahrungen soll angeknüpft werden.

Eine Übersicht der Mitglieder, die als Sachverständige für Schäden an Gebäuden tätig sind, finden Sie auf der Internetseite der Architektenkammer.
 

 

© Ingenieurkammer / Architektenkammer Sachsen-Anhalt

Durch die Hochwassersituation ist es in vielen Haushalten zu Nässeschäden durch Überflutungs- oder Grundwasser gekommen. Insbesondere sind Kellerräume bzw. Erdgeschosswohnungen betroffen. Feuchtigkeit und organische Substanz, wie sie in Schlämmen, aber auch in vielen Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen vorkommt, sowie die hochsommerlichen Temperaturen können zu einer explosionsartigen Vermehrung von Schimmelpilzen führen.

Schimmelpilzbefall im Wohnbereich ist vor allem ein hygienisches Problem. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Atemwegserkrankungen und bei Allergikern kann Schimmelpilzbefall zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen.

Um Schimmelpilzbefall zu vermeiden, sind wichtige Regeln zu beachten, die das Landesamt für Verbraucherschutz auf seiner Internetseite zusammengestellt hat.

© Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt

Hochwasserschäden durch Heizöl

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Durch die Überflutung von Kellern schwimmen Heizöltanks auf. Leitungen reißen ab, teilweise dringt aufgrund der hohen Wasserstände auch Wasser über die Entlüftungsöffnungen in die Heizöltanks ein und drückt das Wasser-Öl-Gemisch über die Leerrohre der Elektroinstallation in die Wohnräume. Das Öl mit einem penetranten Geruch dringt bei den überschwemmten Häusern tief in Putz und Mauerwerk ein und verursacht so weitaus größere Sachschäden als allein durch Wasser verursacht wird. Ausgeflossenes Heizöl bedeutet eine erhöhte Brandgefahr. Zündquellen sind deshalb fern zu halten.

Nachdem das Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserpegel ausreichend abgesenkt ist, kann mit dem Leerpumpen des Kellers begonnen werden. Sollte Heizöl aus der Anlage ausgetreten sein, muss dies unverzüglich der unteren Wasserbehörde beim Landkreis Stendal oder der Polizei gemeldet werden. Bei einer Ölschicht auf dem Wasser übernimmt eine anerkannte Entsorgungsfirma das Abpumpen. Betroffene sollten sich auf jeden Fall beim Landkreis melden.

Heizöl hat einen penetranten Geruch, der nur durch fachgerechte Sanierungsmaßnahmen dauerhaft beseitigt werden kann. Die in die Raumluft abgegebenen Inhaltsstoffe können zu Schleimhautreizungen des Nasen-Rachen-Raumes führen. Empfindliche Personen reagieren mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Es können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sein, die in tierexperimentellen Studien Hautkrebs ausgelöst haben. Deshalb ist der direkte Kontakt zu vermeiden.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Heizölverschmutzungen in Hochwassergebieten gibt die Internetseite des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt.

© Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt

Herrenkrug: Ein Totalschaden nach dem anderen

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Der Herrenkrug gilt als einer der schönsten Parks der Stadt Magdeburg. Ausgerechnet hier zeigte die Flut ihre hässlichste Seite. In weiten Teilen des Geländes steht noch immer Wasser. Wo es abzog, bleibt ein Grauschleier und vielfach Totalschaden zurück.

Wasser, so weit das Auge reicht. Auch 14 Tage nach der Flut, die den Park meterhoch überschwemmte, hat das Wasser die Parkanlage vor allem an tiefer gelegenen Stellen fest im Griff. Am stärksten noch immer betroffen: Das Gelände, das sich Golf-, Renn- und Reitverein teilen. Wo sonst zu Renntagen Tausende ihre Tippscheine abgeben, steht die Brühe noch knietief – und fängt an zu muffeln. „Wir tun, was wir können, aber es wird noch einige Zeit dauern, bis das Wasser weg ist“, gibt Johannes Kempmann, Technik-Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg, eine vorsichtige Prognose ab

Derzeit haben die SWM alle verfügbaren Hochleistungspumpen im Einsatz und unterstützen das THW beim Trockenlegen des Herrenkrugs. Am Deich zur Umflut dröhnen deshalb die Motoren. Wulstige Schläuche befördern unter Hochdruck schaumiges Wasser in die Umflut.

Vorführplatz, Startbox und Wetthalle – alles unter Wasser

Ein paar Hundert Meter weiter werden mit jedem Zentimeter sinkenden Wassers die Schäden sichtbarer. Während das Herrenkrug-Hotel bis zum Herbst schließen musste (Volksstimme berichtete), ist für Golf- und Rennverein derzeit völlig unklar, wie es weiter geht. „Das Rennbahngebäude, Heimstätte für mehrere Vereine, steht schon wieder trocken, doch die Schäden gehen in die Zehntausende“, schätzt Johannes Kempmann, selbst Mitglied im Golfklub. Tresenanlagen, Fußbodenheizungen, Sanitäreinrichtungen – alles hinüber, manches schwamm sogar fast an der Zimmerdecke. Draußen vor der Tür steht noch bis zur Schwelle das Wasser. Mittendrin: Vorführplatz, Startbox und Wetthalle des Rennvereins.

300 Meter weiter ebenfalls ein trostloses Bild: Der Sportpark Herrenkrug. Drin stand das Wasser vor 14 Tagen bis 1,80 Meter, draußen steht es jetzt noch knöcheltief. Die Tennisplätze mutieren zum Sumpfgebiet. Traurig schauen sich immer wieder Passanten den Zustand an. Inhaber Jörg Düniß war gestern das erste Mal seit der Flut in seinem Sportpark. Ergebnis der Sichtung: „Ich rechne mit einem Schaden von mehreren Millionen Euro an Gebäude und Inventar. Zum Glück bin ich versichert, aber noch ist unklar, ob und was gezahlt wird.“ Für den Unternehmer, der den Sportpark zu neuer Blüte führte, so etwas wie ein wiedergekehrter Albtraum. 2002 ging er schon einmal in den Fluten unter. Damals als Untermieter von Teilflächen im Sportpark, nun erstmals als Chef des gesamten Areals.

Wenn es machbar ist, soll wieder geöffnet werden

Morgen soll es eine erste Begehung mit einem Versicherungsvertreter geben. Sportparkchef Jörg Düniß will aber nicht aufgeben. „Wenn es irgendwie machbar ist, werden wir wieder öffnen, vermutlich aber nicht mehr in diesem Jahr.“ Seine 18 festangestellten Mitarbeiter sind – wenn die Versicherung zahlt – zumindest finanziell abgesichert. Von seinen 27 Saisonkräften musste er sich notgedrungen trennen. Ausgesetzt sind auch die Verträge mit den 2000 Kunden des Sportparks. Beiträge werden nicht mehr eingezogen.Unterdessen laufen die Pumparbeiten weiter. Nach einem ausgeklügelten System wird das Wasser von einer Senke zur nächsten und dann schließlich übern Deich Richtung Umflut oder Elbe befördert. Besonders bitter: Mit jedem Zentimeter Trockenlegung wird ein Totalschaden nach dem anderen sichtbar.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/magdeburg/1098001_Herrenkrug-Ein-Totalschaden-nach-dem-anderen.html

Flut riss Rinder und Pferde in den Tod

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Stendal

Kadaver von mehreren Wildpferden und Wildrindern sind bei Jerichow gefunden worden. Das Hochwasser hatte sie wohl mitgerissen. Die Tiere waren aufgequollen, die Verwesung hatte eingesetzt. Ein grauenvoller Gestank schlug den Bergungsteams entgegen.

Nach einem schrecklichen Fund am Wochenende von sieben toten Pferden und einem Rind trafen die Helfer gestern auf weitere Kadaver. Die Tiere gehören zu Herden, die vom Naturschutzbund (NABU) Kreisverband Stendal bei Jerichow im Bucher Brack gehalten wurden.

 

„Wir haben versucht, die Tiere zu evakuieren“, sagte Peter Neuhäuser, Leiter des NABU-Kreisverbandes Stendal. Am 3. Juni hatte das Ordnungsamt den NABU aufgefordert, die Tiere mit Hilfe von Treckern, Treibegittern und zahlreichen Freiwilligen in Sicherheit zu bringen. Doch die Evakuierung sei gescheitert. Die Wildtiere seien immer wieder ausgewichen. Einen Tag später sei das Gebiet mit Treckern nicht mehr befahrbar gewesen. Ämter hätten die Zufahrt über eine Brücke und das Wasser verweigert. „Die Vorwarnzeit war einfach zu kurz“, so Neuhäuser. „Wir mussten tatenlos zusehen, was passiert“, sagte der Kreisverbandschef. 60 Zentimeter höher als erwartet war der Scheitel bei Tangermünde.

 

Erst Mitte Juni war es bei Jerichow zu einem Zwischenfall mit NABU-Tieren gekommen. Im Auftrag des Katastrophenstabes waren zwei Wildrinder getötet worden. Nach Darstellung der Stabsmitglieder hätte von den Tieren eine Gefahr für Menschen und die aufgeweichten Deiche ausgehen können. Peter Neuhäuser hatte dies bestritten.

Am Montag war das Veterinäramt mit Peter Neuhäuser bei den Koppeln. Sie fanden weitere Kadaver. Wie viel tote Tiere sie gefunden haben? Dazu war gestern beim Landkreis trotz mehrmaliger Anfragen keine Auskunft zu bekommen.

 

Peter Neuhäuser wollte die Zahl der toten Tiere nicht schätzen. Das ganze Gebiet sei noch nicht zugänglich, so könne er sich keinen Überblick verschaffen. Drei Rinder hätten allerdings mindestens überlebt. Insgesamt lebten vor der Flut nach Angaben von Neuhäuser je 20 Pferde und Rinder auf den Flächen bei Jerichow.

Es ist ein großer Schaden entstanden – vor allem ideell. „Für uns ist es eine Tragödie. Man hängt ja auch an den Tieren“, sagt Peter Neuhäuser.

Jerichows Landrat Lothar Finzelberg hatte nach dem Fund angekündigt, dass der Halter mit Konsequenzen rechnen müsse. Der Kreis werde ihm die Arbeiten in Rechnung stellen.

Schon früher stand das Verhalten des Naturschutzbundes in der Kritik. Während des Winterhochwassers 2010/11 waren die Tiere vom Wasser eingeschlossen.

Damals kritisierten viele Bürger das Verhalten des NABU-Chefs. Peter Neuhäuser wurde angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Stendal stellte ihre Ermittlungen aber ein. Eine Anzeige ist aktuell gegen Peter Neuhäuser beim zuständigen Polizeirevier Burg noch nicht gestellt worden, sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch.

Zum Thema Anzeige sagt Peter Neuhäuser: „Das ist eine Flut gewesen, die alles Bisherige in den Schatten gestellt hat. Wir haben alles Menschenmögliche versucht.“

http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1098191_Flut-reisst-Rinder-und-Pferde-in-den-Tod.html

Ein Ausflug als Fluthilfe

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Es ist beeindruckend, wenn teilweise wildfremde Menschen mit anpacken und den Gastronomen dabei helfen, mal eben rund 1000 Tonnen Sand per Radlader und Schippe an einer Bar im Magdeburger Stadtpark auszutauschen. Anderenorts reinigen Freiwillige auch ohne jede Gegenleistung mit Wasserschläuchen die schmutzigen Biergartenbänke oder spenden den „abgesoffenen“ Wirten ein paar tausend Euro für den Wiederaufbau des Tresens. Das alles ist dringend benötigte aktive Hilfe, die entlang der Elbe dankbar angenommen wird.

 

Wichtiger aber noch ist die Kundschaft, die alle Wirte jetzt in Sachsen-Anhalt besonders dringend benötigen.

 

Denn auch dort, wo das Wasser nicht hinkam, stehen viele Hoteliers und Gastronomen angesichts zahlreicher Stornierungen vor dem finanziellen Ruin. Jeder Wochenendausflug in die Altmark oder an die Elbe ist deshalb inzwischen auch echte Fluthilfe. Lassen Sie den Picknickkorb zu Hause und gehen Sie auf Genießer-Tour, bestenfalls mit Übernachtung.

 

http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/meinung_und_debatte/kommentar/1098053_Matthias-Fricke-zum-Land-unter-im-Tourismus-Ein-Ausflug-als-Fluthilfe.html

So werden Sie lästige Mücken los

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Draußen-Saison in diesem Jahr war bisher ganz schön verregnet. Im feuchten Klima haben die Mückenlarven ideale Bedingungen, sich zu entwickeln. Sobald es warm ist, schlüpfen sie. Wer sich abends im Freien aufhält, kann sich der Schwärme kaum erwehren. Und auch das Schlafzimmer ist nicht sicher vor den gemeinen Blutsaugern. Wir sagen Ihnen, wie Sie sich und Ihr Haus vor Mücken schützen.

Nach dem regnerischen Frühling und der Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands finden Mücken an den ersten warmen Tagen ideale Bedingungen vor, um sich zahlreich zu vermehren. Es droht eine Mückenplage. „Derzeit ist das Wasser schön warm und nährstoffreich, so dass die Mückenweibchen massenhaft Eier ablegen, die sich schnell entwickeln“, erklärt Insektenexperte Prof. Burkhard Schricker von der FU Berlin. Nach spätestens 14 Tagen schlüpfen neue Mücken, die sich wiederum prompt fortpflanzen – Vermehrung nach dem Schneeballprinzip. Hinzu komme, dass die Mückenlarven in den weitflächigen Überflutungsgebieten keinerlei Fraßfeinde hätten.

Mit der Wärme kommen die Mücken

Doch auch in nicht vom Hochwasser betroffenen Gebieten droht ein verstärktes Mückenaufkommen. In den regenreichen Wochen haben sich auch dort reichlich Pfützen und Wasserflächen gebildet, in denen die Mückenweibchen ihre Eier ablegen konnten. Mit den ersten Sonnentagen gehen auch dort die Mücken auf Jagd nach Menschenblut.

Allerdings sind nur die weiblichen Tiere für den Menschen bedrohlich, da sie für Ihre Eierproduktion das im Blut enthaltene Eiweiß benötigen. Das Jucken nach einem Stich entsteht übrigens auf Grund des Speichels der Mücke, der für eine langsamere Blutgerinnung sorgt.

Unangenehme Gnitzen auf dem Vormarsch

Neben den normalen Stechmücken, von denen es in Deutschland rund 50 Arten gibt, verbreiten sich derzeit auch die den Mücken ähnlichen Gnitzen, die normalerweise verstärkt an der Oder vorkommen. „Wegen eines Giftes in ihrem Speichel sind ihre Stiche wesentlich unangenehmer“, sagt Schricker. Nach dem Abtrocknen der Überflutungsflächen werde jedoch auch das Gnitzen-Problem wieder zurückgehen.

Wasserflächen für die Brut ideal

Mücken lieben kleine und große Gewässer, egal ob Flussufer, Badesee oder Regentonne. Um sich im eigenen Garten möglichst vor den tyrannischen Insekten zu schützen, sollte man offene Gewässer möglichst abdecken. So wird verhindert, dass die Mücke Ihre Brut in unmittelbarer Nähe ablegt.

Biologische Mückenbekämpfung mit Bti

Damit die Regentonne nicht ungewollt zur Brutstätte für Mücken wird, können Sie die Mückenbrut mit Tabletten bekämpfen. Das klingt nach chemischer Keule, ist aber rein biologisch. Als Wirkstoff wird der Bacillus thuringensis israelensis (Bti) eingesetzt. Das mikrobiologische Mittel wird sowohl in Tablettenform als auch flüssig in Baumärkten oder dem Gartenfachhandel angeboten. Da ausschließlich bestimmte Mückenarten auf das Mittel reagieren, werden keine anderen Tiere oder gar Menschen geschädigt. Bti kommt sogar zur großflächigen Mückenbekämpfung in Naturschutzgebieten zum Einsatz. Das Wasser der heimischen Regentonne kann anschließend auch bedenkenlos zum Gießen verwendet werden.

Mückenabwehr durch Duftstoffe

Die Stechmücken haben einen sehr empfindlichen Geruchssinn und können den Menschen schon aus hundert Metern Entfernung riechen. Das kann man sich in der Abwehr zu Nutze machen. So helfen verschiedene auf Duftstoffen basierende Mittel, die Tiere erfolgreich sowohl von der Terrasse als auch von den Räumlichkeiten im Gebäude fernzuhalten. Allerdings sind mechanische Vorkehrungen wie Fliegengitter am wirkungsvollsten. Das müssen Sie beim Kauf und der Montage von Fliegengittern beachten sollten.

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

Merkel sichert Flutopfern schnelle Hilfe zu

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Opfern der jüngsten Hochwasserkatastrophe zügige staatliche Unterstützung in Aussicht gestellt. Den Menschen werde „schnell, nachhaltig, unbürokratisch“ geholfen, sagte Merkel im Bundestag in Berlin bei einer Sondersitzung des Parlaments zur Fluthilfe. Die Bewältigung der Schäden sei eine „nationale Herausforderung“, bei der Politik und Bürger über alle Grenzen hinweg zusammen stünden.

Der Bundestag berät in seiner Sitzung über die Fluthilfegesetze, die das Bundeskabinett am Montag gebilligt hatte. Im Kern geht es um die Einrichtung eines Fonds mit einem Ausgabevolumen von acht Milliarden Euro zum Wiederaufbau der betroffenen Gebiete. Bund und Länder finanzieren ihn gemeinsam. Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher, es deutet sich eine breite Mehrheit an.

Verteilung noch nicht klar

Wie genau die Hilfsgelder aus dem Fonds verteilt werden, stehe noch nicht fest, betonte Merkel in ihrer Regierungserklärung. Der Schlüssel könne erst später per Verordnung festgelegt werden. „Das kann erst geschehen, wenn wir die Schäden besser abschätzen können.“ Vor allem Ost- und Süddeutschland waren von dem Hochwasser betroffen.

Für den Fluthilfe-Fonds geht der Bund in Vorleistung und erhöht in diesem Jahr die Neuverschuldung auf nun 25,1 Milliarden Euro. Er war den Ländern entgegengekommen und hatte zugesagt, einen größeren Teil der Finanzierung zu schultern. So trägt der Bund 1,5 Milliarden Euro zur Beseitigung der Flutschäden an seiner Infrastruktur allein. Dadurch reduziert sich das mit den Ländern gemeinsam zu finanzierende Volumen. Die Länder bekommen bis 2033 Zeit, ihren Anteil von 3,25 Milliarden Euro abzuzahlen.

Merkel: „Wir müssen vorausschauend handeln“

Merkel forderte in der Sondersitzung auch einen besseren Hochwasserschutz. „Wir müssen vorausschauend handeln“, sagte sie. Es seien neue Konzepte nötig, für die alle ihren Beitrag leisten müssten. Der Aus- und Neubau von Deichen sei wichtig. Allein reiche dies aber nicht aus, um mit extremem Hochwasser fertig zu werden.

Merkel lobte die Solidarität mit den Flutopfern. „Wir erleben einmal mehr: In der Stunde der Not stehen die Menschen in Deutschland zusammen“, sagte die Kanzlerin. „Wir sind ein starkes Land. Der Zusammenhalt ist eine der größten Stärken unseres Landes.“ Für ein Fazit sei es noch zu früh. Die Gesamthöhe der Schäden sei überhaupt noch nicht absehbar.

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_64162468/hochwasser-2013-angela-merkel-sichert-opfern-schnelle-hilfe-zu.html

UWZ warnt vor neuem Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach der zweiten „Jahrhundertflut“ kündigt sich in Sachsen erneut Hochwasser durch Dauerregen an. „In den letzten 24 Stunden sind allein in der Oberlausitz über 50 Liter Wasser pro Quadratmeter runter gekommen“, sagt Meteorologe Fabian Ruhnau

 

Besonders an kleineren Bächen und Flüssen besteht Hochwassergefahr. Auch in Tschechien fielen örtlich 50 bis 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, weshalb auch die Elbe wieder ansteigen wird. „In den nächsten Tagen muss hier mit mittlerem Hochwasser gerechnet werden“, so der Wetterexperte. In Dresden könnte der Pegel so auf bis zu sechs Meter steigen – ab 6,50 Meter wird es kritisch.

„Die Lage ist prekär“

Auch im sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie ist man besorgt. „Das Wasser in den Flüssen wird wieder schnell ansteigen“, sagte Behördensprecher Uwe Höhne. Die Hydrologen gehen davon aus, dass in der Nacht zum Mittwoch die höchste Hochwasseralarmstufe vier für die Lausitzer Neiße in Görlitz ausgerufen werden muss.

Auch Spree, Schwarze Elster und Elbe seien gefährdet. „Die Lage ist prekär“, sagte Höhne. Wer an Flüssen oder Bächen wohne, sollte besonders wachsam sein. Erst Mittwochnachmittag lässt der Dauerregen nach.

Vorher startet der Tag von Vorpommern bis Sachsen verregnet. Auch im Osten Bayerns muss man sich auf länger anhaltenden Regen einstellen. Besonders kräftig schüttet es aber in Sachsen.

Dauerregen klingt ab

Der kräftige Dauerregen zieht sich im Tagesverlauf jedoch zum Erzgebirge und an die polnische Grenze zurück, um dann am Nachmittag abzuklingen und wechselhaftem Schauerwetter Platz zu machen.

Im übrigen Land überwiegen die Wolken am Himmel, die immer wieder durch Niederschläge ergänzt werden. In den Alpen ist es stark bewölkt mit viel Regen. „Ab 2000 Meter sind das schon winterliche Verhältnisse“, sagt Ruhnau.

Die Temperaturen liegen verbreitet zwischen 16 und 18 Grad, im Dauerregen bei maximal 15 Grad. Im Westen sind örtlich auch 19 Grad drin.

Neuer Tiefausläufer

Der Donnerstag startet regnerisch. Dafür sorgt ein neues Tief im Westen, das sich im Verlauf des Tages über die Mitte und den Süden des Landes ausbreitet.

Im Osten herrscht wechselhaftes Schauerwetter mit wenigen sonnigen Abschnitten. Am ehesten trocken bleibt man in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hier gibt’s nur einzelne schwache Schauer und die Sonne zeigt sich auch mal länger.

Im Nordosten liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 20 Grad, sonst bei 15 Grad im Regen bis 18 Grad in den sonnigen Abschnitten.

Trübe Aussichten

Auch am Freitag bleiben die Aussichten für Viele trüb. Aus dem Westen zieht ein neues Tief über Deutschland, das überall für Regen sorgt. Örtlich sind auch Gewitter möglich. Wie bereits am Donnerstag ist das Wetter im Nordosten noch am besten. Dort werden es bis zu 21 Grad. Im restlichen Land liegen die Temperaturen erneut zwischen 15 und 18 Grad.

Die trübe Wetterlage setzt sich auch am Wochenende fort. Samstags ist es im Westen und Nordwesten stark bewölkt und regnerisch. Im Süden kommen noch einzelne Gewitter dazu. Im Osten bleibt es auch mal längere Zeit trocken und die Sonne zeigt sich.

Am Sonntag kommt es im Osten und Süden zu länger anhaltenden Niederschlägen und Gewittern. Im Nordwesten lockert es hingegen auf und es zeigt sich auch mal die Sonne.

Das Thermometer zeigt verbreitet Werte zwischen 16 und 18 Grad an. Bei längeren sonnigen Abschnitten auch mal um die 20 Grad. Nächste Woche geht es dann wieder aufwärts: „Aus Frankreich ist ein Hoch im Anmarsch“, sagt der Meteorologe.

Quelle: ff, dpa, wetter.info

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die breite Unterstützung der vom Hochwasser betroffenen Bundesländer als Beispiel für den Zusammenhalt der Gesellschaft gelobt. «Wir erleben einmal mehr: In der Stunde der Not stehen die Menschen in Deutschland zusammen», sagte Merkel am Dienstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. «Wir sind ein starkes Land. Der Zusammenhalt ist eine der größten Stärken unseres Landes», sagte Merkel in einer Sondersitzung des Parlaments. Sie dankte allen Helfern und verwies auf die Soforthilfen sowie den Fluthilfefonds von Bund und Ländern. Für den Fonds im Volumen von bis zu acht Milliarden Euro sollen Bundestag und Bundesrat bis 5. Juli grünes Licht geben. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Magdeburgs Oberbürgermeister fordert Konzept gegen Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

Magdeburgs Oberbürgermeister, Lutz Trümper (SPD), fordert ein Gesamtkonzept gegen Hochwasser von Sachsen bis an die Nordsee. Es müsse über breitere Flächen für die Elbe und neue Schutzmaßnahmen nachgedacht werden, sagte er am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Dafür sei ein Zusammenwirken des Bundes, der Länder und der Kommunen nötig. Magdeburg sei erst dabei, die entstandenen Schäden der Wirtschaft, aber auch an Straßen, Brücken und Parks sowie von Privatpersonen zu ermitteln. Die Schätzungen machten dreistellige Millionenbeträge aus, sagte Trümper. Die genaue Zahl werde bis zum 30. Juni nicht vorliegen. Bis zu dem Datum sollen die Kommunen ihre Schadensmeldungen eingereicht haben. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Seltene Eintracht im Bundestag: In einer Sondersitzung lobten alle Parteien die Hilfsbereitschaft in den Hochwassergebieten. Nach der zweiten «Jahrhundertflut» wurden aber auch Forderungen nach neuen nationalen Strategien für mehr Schutzmaßnahmen lauter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Konsequenzen für mehr Hochwasserschutz. «Wir müssen vorausschauend handeln», sagte Merkel am Dienstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Es seien neue Konzepte nötig, für die alle ihren Beitrag leisten müssten. Der Aus- und Neubau von Deichen sei wichtig. Allein reiche dies aber nicht aus, um mit extremem Hochwasser fertig zu werden. Es müssten auch mehr großräumige Rücklaufgebiete für Flüsse geschaffen werden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte in der Sondersitzung des Bundestages einen nationalen Pakt für Hochwasserschutz. Es sei damit zu rechnen, dass extreme Wetterereignisse zunehmen werden. «Wir müssen beim Hochwasserschutz in Deutschland sehr viel enger zusammenrücken.» Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) sprach sich für einen beschleunigten Hochwasserschutz mit «Vorfahrtsregeln» aus.

Merkel lobte wie Vertreter aller Parteien die Solidarität mit den Flutopfern. «Wir erleben einmal mehr: In der Stunde der Not stehen die Menschen in Deutschland zusammen», sagte die Kanzlerin. «Wir sind ein starkes Land. Der Zusammenhalt ist eine der größten Stärken unseres Landes.» Für ein Fazit sei es noch zu früh. Die Gesamthöhe der Schäden sei überhaupt noch nicht absehbar.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring hob die Haushaltspolitik der schwarz-gelben Koalition hervor. Durch Maßhalten in den vergangenen Jahren seien die zusätzlichen Gelder für den Aufbauhilfefonds möglich. CDU-Haushaltsexperte Norbert Barthle betonte, dank der Risikopuffer könnten die Hilfen gestemmt werden, ohne die Schuldenbremse zu tangieren und die dort erlaubte Not- und Ausnahmeregel für neue Kredite zu nutzen.

Für den Fonds von bis zu acht Milliarden Euro stockt der Bund seine Neuverschuldung 2013 entsprechend auf. Abgezahlt wird das Sondervermögen von Bund und Ländern. Bundestag und Bundesrat sollen bis 5. Juli grünes Licht geben. Der Bundesrat kommt an diesem Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen. Die Soforthilfen von Bund und Länder belaufen sich bisher auf rund 800 Millionen Euro.

Linke-Chefin Katja Kipping sprach sich gegen eine Begrenzung des Fondsvolumens aus. Zu gegebener Zeit müsse die Höhe überprüft werden. Notwendig sei auch eine allgemeine öffentliche Versicherung für Elementarschäden. «Wir müssen ran an die Versicherungsgesetze.»

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, kritisierte, dass immer nur kurzfristig gehandelt werde statt langfristige Maßnahmen zu ergreifen. «Wir brauchen ein radikales Umdenken beim Hochwasserschutz.» Bund und Länder müssten sich zusammentun: «Die Flüsse kennen keinen Föderalismus.»

Wie die Grünen signalisierte auch die SPD Zustimmung zum Hilfsfonds. Ihr stellvertretender Fraktionschef Florian Pronold forderte eine Elementarversicherung für alle. Er verwies darauf, dass der Fonds auf Pump finanziert sei und das Geld in den kommenden Jahren fehlen werde. 2002 seien die Hilfen von Rot-Grün noch sauber gegenfinanziert worden – die FDP sei damals dagegen gewesen, die Union habe sich enthalten. Die SPD werde sich nicht so verhalten, sagte Pronold, der dem Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angehört. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Bundesregierung gegen Pflichtversicherung

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Nach den schweren Überschwemmungen der vergangenen Wochen wurde der Ruf nach einer Hochwasser-Pflichtversicherung laut. Diese lehnt die Bundesregierung ab.

Ein von der Flut beschädigtes Haus in Fischbeck in Sachsen-Anhalt.  Foto: dpa

Die Bundesregierung lehnt eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden laut einem Zeitungsbericht ab. „Auf Seiten der Bundesregierung besteht das Bestreben, die geringe Versicherungsdichte nicht durch eine Pflichtversicherung, sondern durch eine freiwillige Lösung zu erhöhen“, heißt es in einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums an den Finanzausschuss des Bundestages, die der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag) vorliegt. Das „zu geringe Bewusstsein“ in der Bevölkerung solle durch Kampagnen geschärft werden. Zudem sollten Vorbeugemaßnahmen dazu führen, dass „die Versicherbarkeit einzelner Objekte weiter erhöht wird“.

Gegen eine Zwangsversicherung bestehen bereits seit der Flut 2002 verfassungsrechtliche Bedenken. Zudem müsste der Staat milliardenschwere Garantien geben.

Die Bundesländer hatten sich jetzt dennoch dafür ausgesprochen. Sie argumentierten, dass hohe Prämien und Selbstbehalte eine Versicherung für jene zu teuer mache, die den Schutz am nötigsten bräuchten. Gerechter sei es, die Kosten auf alle umzulegen.

Die Versicherungsbranche selbst lehnt dies ab. Aus ihrer Sicht ist es ungerecht, wenn Hausbesitzer im sicheren Hinterland für das Risiko derjenigen mit Flussblick aufkommen müssten. Zudem fördere eine Pflichtversicherung Bauten in Risikogebieten und minderten den Anreiz zum Hochwasserschutz.

http://www.fr-online.de

Dauerregen in der Neißeregion

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Dauerregen in Ostsachsen: Die Pegel einige Flüsse in der Region sind bereits auf Alarmstufe zwei gestiegen. Wie der Reporter von MDR 1 RADIO SACHSEN sagte, betreffe das vor allem den Schwarzen Schöps zwischen Arnsdorf und Niederseifersdorf. Der Fluss sei randvoll, aber noch nicht über die Ufer getreten. Einige Anwohner hätten bereits begonnen, ihre Häuser zu sichern. Alarmstufe 2 gilt auch an der Neiße bei Zittau, für die Pließnitz in Rennersdorf und das Löbauer Wasser.

Im sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie ist man besorgt. „Das Wasser in den Flüssen wird weiter schnell ansteigen“, sagte der Sprecher des Landesamtes, Uwe Höhne. Auch Spree, Schwarze Elster, Große Röder und die Elbe seien gefährdet. „Die Lage ist prekär“, sagte Höhne am Dienstag. Wer an Flüssen oder Bächen wohne, sollte besonders wachsam sein. Bis morgen soll der Pegel der Elbe auf rund vier Meter steigen. Die Fähre in Dresden-Johannstadt soll deshalb am späten Nachmittag eingestellt werden.

Besserer Hochwasserschutz im Dreiländereck

Unterdessen haben im Dreiländereck von Sachsen, Tschechien und Polen Arbeiten zu besserem Hochwasserschutz begonnen. Unter anderem wird die Ufermauer in Großschönau und Hainewalde saniert. Damit soll der Flutschutz an der Mandau und der Lausur verbessert werden. Durch die Hochwasser der vergangenen Jahre kam es hier zu massiven Rutschungen. Wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilt, wird das Mandauufer mit einer Steinschüttung befestigt. Die Arbeiten an beiden Flüssen sollen im Herbst beendet sein und kosten rund 210.000 Euro.

Erst Anfang Juni hatte ausdauernder Starkregen für Hochwasser in Mitteldeutschland und Bayern gesorgt. Vorigen Freitag gab es nach einer kurzen Hitzewelle landesweit Unwetter mit Überflutungen.

Ostsachsen wappnet sich gegen neue Überschwemmungen

Seit mehr als 24 Stunden regnet es in Ostsachsen. In der Region wächst die Angst vor neuen Überflutungen. Besonders kritisch ist die Lage in Ostritz an der Neiße.

Quelle: mdr.de

Geschäft mit dem Aufbau

Veröffentlicht: Juni 25, 2013 von fluthelfer in Bayern

„Warum soll ich jemand anderen an unserer Katastrophe mitverdienen lassen“: Nach dem Hochwasser kommen die Aufräumarbeiten – und die sind für manche Unternehmer vor allem eins: lukrativ. Doch über das Geschäft mit dem Aufbau will niemand reden.

Von Lukas Meyer-Blankenburg

Nach dem Wasser kommt das Aufräumen. Und mit dem Aufräumen das Geschäft? „Warum soll ich jemand anderen an unserer Katastrophe mitverdienen lassen“, meint Fuhrunternehmer Michael Hacker und schiebt gleich hinterher: „Verstehen Sie mich nicht falsch.“ In Deggendorf bräuchten sie eben keine Hilfe von außen, um mit dem Müll und den Handwerksarbeiten fertig zu werden. „Wir sind in dem Bereich sehr gut aufgestellt, das sollen die Leute von hier machen.“

Hacker ist selbst aus Natternberg, einem Stadtteil von Deggendorf. „Ich helfe mit allem, was ich hab.“ Mit seinem Unternehmen hat er in den vergangenen Tagen 15.000 Kubikmeter Sperrmüll aus der Stadt geräumt, „aus dem Bauch heraus geschätzt“. Darüber, dass die Aufbauarbeit auch ein gutes Geschäft ist, möchte der Mittelständler lieber nicht reden – zu früh. „Es gibt wieder eine leichte Aufbruchsstimmung, die will ich nicht verderben.“

Ein Geschäft mit der Katastrophe? Was für ein komischer Gedanke. Das findet man bei der Stadt Deggendorf, aber auch bei der niederbayerischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Hier heißt es: „Es gibt Betriebe, die durch das Hochwasser buchstäblich vor dem Nichts stehen. In dieser Situation geht es darum, überhaupt wieder den Mut und die Kraft für einen Neubeginn zu finden.“

Nach Informationen der IHK sind mehr als 1000 Betriebe unmittelbar durch das Hochwasser geschädigt worden. Zusammen mit den betroffenen Privathaushalten rechnet man mit einem Gesamtschaden, der „die Milliardengrenze sicherlich überschreiten“ werde.

Aufräumen und Formulare ausfüllen

Wie so ein Schaden in Milliardenhöhe aussieht, davon kann Klaus Jocham berichten. Der Betriebsberater der Handwerkskammer für Niederbayern und die Oberpfalz ist zutiefst erschüttert: „Deggendorf, Natternberg, Fischerdorf, man muss dort gewesen sein und das mit eigenen Augen gesehen haben. Es sieht aus wie nach einem Tsunami-Unglück.“

Seit in den Hochwassergebieten die Aufräumarbeiten begonnen haben, ist Jocham „toujours unterwegs“ und klappert die betroffenen Handwerker ab. „Von den rund 400 Betrieben in unserer Region sind ungefähr 120 vom Hochwasser geschädigt“, schätzt Jocham. „Das sind zwar weniger als nach dem Hochwasser 2002. Aber diejenigen, die es dieses Mal erwischt hat, die sind richtig abgesoffen.“

Wie es aussieht, wenn ein kleiner Friseurladen oder ein Elektroinstallateur absäuft, das dokumentiert Jocham mit seinen Kollegen. Zusätzlich vermittelt er, wo und was eben geht. Welche Förderungen gibt es? Welche Formulare werden benötigt? Kann man kurzfristig Hilfe durch andere Handwerker organisieren? „Die Betriebe sind dankbar, dass wir kommen und beraten, unsere Erfahrungen bisher sind positiv“, sagt Jocham. Viele Handwerker wüssten gar nicht, dass sie sich an die Kammer wenden könnten. „Schreiben Sie das unbedingt.“

Hilfe vermitteln, Förderungen beantragen – das klingt tatsächlich nicht nach einem Deggendorfer Wirtschaftswunder. Das Aufräumen ist noch lange nicht zu Ende, viele denken überhaupt noch gar nicht ans Geschäft. Betriebsberater Jocham bestätigt diesen Eindruck: „Gerade die Älteren unter den Handwerkern fragen sich jetzt natürlich, ob es sich überhaupt lohnt, noch einmal von vorne anzufangen.“ Nach der Flut kommen die Existenzsorgen.

Zusammenarbeit statt Konkurrenzdenken

Dabei hatte 2013 für das bayerische Handwerk ebenso gut begonnen, wie 2012 geendet war. „Die Betriebe haben uns gesagt: Unsere Auftragsbücher sind für das ganze Jahr voll.“ Angesichts der Not des Nachbarn gäbe es jetzt unter den Handwerkern keine Profiteure, sondern nur Mithelfer, erzählt Jocham. „Der Zusammenhalt in der Region ist unbeschreiblich. Unter den Betrieben gibt es überhaupt kein Konkurrenzdenken.“ Im Gegenteil: „Die Handwerker helfen sich gegenseitig. Viele schicken Material oder sogar Mitarbeiter, um beim Kollegen zu helfen. Wenn’s geht, erledigen sie ausstehende Aufträge für einander.“ Das alles unentgeltlich.

Eine Seite zahlt bereits jetzt schon: Für Kommunen und Freistaat ist das Hochwasser schlicht ein riesiger Kostenfaktor. Vor allem die Infrastruktur hat gelitten. Und weil nach wie vor Dämme aufweichen und Hänge rutschen können, wagt man kein abschließendes Urteil.

Im Münchner Müllheizkraftwerk ist derweil ein großer Teil des Hochwasser-Sperrmülls verbrannt und in Strom- und Fernwärme umgewandelt worden. Auf den Recyclinghöfen des Zweckverbands Abfall-Wirtschaft Donau-Wald herrscht fast wieder Normalbetrieb.

Überall gehen die Aufräumarbeiten voran. Wer die Heizungen installieren, die Wände streichen und die neuen Tische schreinern darf, wird sich zeigen, wenn aus den Nachbarn wieder Konkurrenten geworden sind. Solange hat Bayerns kleines Wirtschaftswunder noch Zeit.

Quelle: sueddeutsche.de